Moin Jürgen,
vielen Dank für Deinen Hinweis.
Der alte Lagerschuppen ist wohl im Zeitraum 1895 - 1905 gebaut worden.
• Bis etwa zum Ersten Weltkrieg waren Vierkantmuttern bei Schmiede- und Zimmermannsarbeiten üblich, ebenso bei handwerklich gefertigten Beschlägen. Sie ließen sich leicht schmieden, mit einfachem Gabelschlüssel oder Zange anziehen und lagen auf Holz gut auf.
• Sechskantmuttern setzten sich mit der industriellen Normung durch, im Wesentlichen ab den 1920er/30er Jahren. Bei Reparaturen oder späteren Ergänzungen findet man deshalb oft beides am selben Tor.
• Die Schloßschraube hat unter dem Halbrundkopf einen Vierkantansatz, der sich ins Holz zieht. Die Mutter innen ist davon unabhängig, meist mit Unterlegscheibe, bei
einfachen Landtoren auch ohne. Häufig stehen die Gewindeenden über, teils sind sie abgeschnitten oder vernietet.
Meine Bilder vom Vorbild-Lagerschuppen habe ich im April 2009 gemacht. Ich traf glücklicherweise den Besitzer dieses Gebäudes. Er befürchtete, dass ich von der Bauaufsicht kommen würde, da das Haus ja doch zum Teil einen schlechten Eindruck hinterließ.
Als ich ihm dann ein paar Bilder meines damaligen CAD-Entwurfes und von den ersten ausgefrästen Mauerwerksplatten vom Modell zeigte, lud er mich ein, auch ein paar Innenaufnahmen zu erstellen.
Leider kann ich auf den Handybildern nicht wirklich erkennen, welche Art von Muttern verwendet wurden.
Abgesehen davon, dass solche Modell-Vierkantmuttern eine Schlüsselweite von ca. 1,3 mm und Unterlegscheiben etwa 2,0 mm hätten...
Vierkant-Mutter M0,6 mm + M0,8 mm (fspg2)
... und man sie mit dem bloßen Auge am Modell nicht wirklich von Sechskantmuttern unterscheiden könnte, habe ich folgende Lösung:
Die alten Tore sind nach 1930 zum großen Teil erneuert worden, dabei wurden auch neue, Industriell gefertigte Muttern verwendet.
Die Tore sind im Jahre 2009, wo ich sie fotografiert habe, schon fast 80 Jahre und nicht mehr so ansehnlich.
Meine Anlage ist zeitlich zwischen 1955 und 1965 angesiedelt, so dass ich die Tor-Nachbildungen auch nicht so sehr verwittern werde, wie auf meinen Bildern von 2009.
Die unteren Torflügel haben im Gegensatz zu dem oberen Tor auch kleinere Schloßschrauben, so dass ich jetzt M0,6 mm Muttern mit einer entsprechenden Reibahle aufgerieben habe.
Alter_Lagerschuppen_374 (fspg2)
Wie schon zuvor erwähnt, habe ich sie nach der Brünierung mit
AK METAL Burnishing - AK 159 von innen mit Loctite 648 auf die Nietschäfte geklebt.
Mit einer Trennscheibe wurden die überstehenden Stifte gekürzt...
Alter_Lagerschuppen_375 (fspg2)
...und die jetzt blanken Stellen nachbrüniert...
Alter_Lagerschuppen_376 (fspg2)
Es ist schon gemein, was man alles in einer Makrovergrößerung erkennen kann!
...und zur Probe eingesetzt:
Alter_Lagerschuppen_377 (fspg2)
Alter_Lagerschuppen_378 (fspg2)
