Alea iacta est
Der Entscheid zur Farbgebung ist gefallen. Beim Grünton habe ich mich nun zwischen die beiden Entwürfe gelegt und RAL 6011 mit 9005 im Verhältnis 9:1 abgedunkelt.

Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass dies dem historischen Grün am nächsten kommt. Auch bietet diese Helligkeit noch ein wenig „Platz“ für Patina und Betriebsspuren. (Dazu muss ich aber erst ein paar Versuche starten, um das Modell nicht zu versauen.

) Auch wenn noch nicht viel grün zu sehen ist, meine ich, das kommt schon gut.
Selbstverständlich wollte ich auch Bernhards Anregung zur Handlinierung nachkommen. Ich sprach dazu verschiedene Nachbarn an, ob ich an deren Autos ein wenig üben könnte, bevor es dann ans Modell geht.

Die Reaktionen waren durchweg irgendwie merkwürdig. Komisch.

Na gut, dann eben doch die Sache mit der Plotterfolie. Das ist immer noch mühsam genug (auch beim Nassauflegen ein Horrortrip

) und das letzte Zehntel darf man nicht zu genau nehmen ….
Über dem Fahrwerk habe ich den Luftpinsel geschwungen (ooh, mir fehlt die Übung

) und wie Ihr seht: Glanzlack. Auch das dürfte historisch passen. Selbst auf den alten Schwarzweiss-Aufnahmen erkennt man, dass die Maschinchen geglänzt haben müssen wie Speckschwarten. (Allerdings ist es ein Kampf mit den Fettfingern auf Glanzlack.

)
Farbaufbau:
- Grundierung aus den Buntbahn-Aktion 2004. Tatsächlich, da war noch eine angebrochene Dose, doch der Inhalt war nach 22 Jahren immer noch perfekt. Ich musste nur ein paar Spritzer Verdünnung dazu geben.
- Mipa Basislack, wassergelöst
- Mipa 2K Klarlack
Naja, auch wenn ich nur homöopathische Mengen bestellt habe, war es dann doch dreistellig.
Vor dem Lackieren habe ich noch verschiedene Ergänzungen / Verbesserungen durchgeführt:

Die Zylinder haben nun Öler erhalten

Das viel zu moderne Tränenblech habe ich durch Waffelblech ersetzt. Das kommt besser und ist historisch richtig. Es ist halt nur schwer zu Lackieren, wenn Bruno ständig die Treppe hoch und runter läuft.

Einfüllstutzen für den Rahmenwasserkasten wurden ergänzt, natürlich wie beim Original mit hübschen Messingdeckelchen. Ebenso die noch fehlende Kesselstütze.

Die Träger für die Gleitbahnen habe ich um 32mm versetzt. Hier war ich ja auf einen Fehler in der Werkszeichnung hereingefallen. Egal, rechtzeitig bemerkt. Entsprechend braucht es jetzt natürlich auch neue Gleitbahnen. Die Kolbenstange ist bereits erneuert und nun aus Silberstahl. Die Treibstangen müssen entsprechend gekürzt werden. Bei der Gelegenheit werde ich Treib- und Kuppelstangen nochmals etwas überarbeiten: noch etwas filigraner nachfräsen und Öler verpassen.
Der Zusammenbau wird etwas Zeit in Anspruch nehmen. Alles was mich nicht zufriedenstellt wird nochmals überarbeitet, z.B. die Schlauchverbindungen im Stehkessel. Tja, was die Digitalfahrer an Kabelsalat haben, gibt es bei RENO als Schlauchsalat.

(Im Fahrwerk sieht es noch „beeindruckender“ aus.

) Nebenbei sieht man hier gut die drei Rückschlagventile:

Einmal das Freilaufventil (silbrig, am T-Stück nach dem Regler): bei geschlossenem Regler können die Zylinder Aussenluft ziehen, so dass sie nicht den SloMo ausbremsen

Die beiden „Druckluft-Dioden“ für die Speisung aus dem 11bar-Behälter bzw. direkt mit 2bar vom Kompressor
Sobald das Fahrwerk wieder betriebsfähig ist, geht es an die Farbgebung von Kessel und Führerhaus. Das wird aufwändig werden …..
Grüsse
Stoffel