Tausendjährige Eiche

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Moderator: Marcel

teppichbahn
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Re: Tausendjährige Eiche

Beitrag von teppichbahn »

Erst mal Danke für die viele Blumen. Nur der handwerklichen Präzision, zumindest im engeren Sinne, würde ich etwas widersprechen, die hätte ich sehr gern. Meine wirklich simpelsten Messingversuche sahen in etwa so gerade und rechtwinklig aus wie meine Bäume, nur dass zusätzlich gleich noch der Lack abplatzte. Wenn ich in die Nachbarthreads von Stoffel und jc94 schaue, habe ich einfach keinen blassen Schimmer, wie sowas möglich ist.

Den Bau des Stames habe ich am Anfang versucht zu beschreiben, nur leider habe ich vom Rohbau keine Bilder gemacht.

Der Stamm ist im Kern ein Buchsbaum. Das spielt aber keine große Rolle, weil man zumindest beim Stamm davon nichts mehr sieht. Bei einem Neubau würde ich auch einfach Holzklötze verwenden. Aber das Buchsbaumholz ist enorm hart, deswegen war das vom Material her kein Nachteil. Holz nehme ich bei dicken Bäumen gern als Basis, weil man stabil und flexibel weitere Teile anbringen kann, ob durch Steckverbindungen, Verschrauben oder Verleimen.

Stell dir den Stamm also als einen dicken Holzzylinder vor, der auf einem gestapelten Haufen von Zinkgewichten steht. Zusätzlich ist das Holz noch durch eine dicke lange Schraube mit der Bodenplatte verbunden. Die Wurzeln sind aus sehr dickem Draht gedreht und sowohl im Stamm als auch der Bodenplatte verankert. Dabei ging es aber nicht um die Optik, sondern nur um eine wirklich schwere und robuste Basis.

Optisch relevant ist nur die grobe Drahtstruktur der Wurzeln und die Rindenstruktur aus Acrylpaste mit eingerührten Grasfasern, mit der ich Stamm und Wurzeln überzogen habe. Letztere Herangehensweise hat Volker schon gut dokumentiert – und wie ich leider zugeben muss, auch viel besser umgesetzt. Das ist etwas, was ich etwas bereue, nicht noch mal neu angegangen zu haben.

Oder meinst du, ob es zwischen Stamm und inneren Ästen auch Steckverbindungen gab? Da habe ich entweder existierende Äste vom Buchsbaum verwendet oder meine eigenen aus Holzdübeln mit Draht plus Leim am Stamm befestigt. Da war also nicht mehr abnehmbar, weil ich die Steckverbindungen so platziert habe, dass ich unterhalb nichts mehr belauben musste.
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Re: Tausendjährige Eiche

Beitrag von teppichbahn »

Begrünung der Basis

Nicht dass ihr euch wundert: Den Baum habe ich schon recht provisorisch fertig gestellt, jetzt bin ich nur noch dabei, Bilder zusammenzusuchen. Jetzt gibt's also erst einmal einen Exkurs zu kleinen Gewächsen, die ich für die Begrünung der Basis brauchte. Die Eiche soll nicht mitten im Wald stehen, sondern ein Solitär sein, also gibt es darunter genug Licht für diverse Pflanzen.

Auf den Boden hatte ich ja schon etwas Laub aufgebracht und fixiert. An in Siedlungsgebieten stehenden Bäumen wird oft im Herbst Laub entfernt, deswegen soll man nicht knietief in alten Blättern stehen, aber ganz nackten Boden wollte ich auch nicht haben. Außerdem soll es eine Eiche im späten Frühling werden, da ist das Restlaub vom Vorjahr schon ziemlich weggemodert:

Bild

Direkt um den Stamm soll es aber schon etwas nach Waldboden aussehen, also statt dichtem Gras diverse kleine Pflanzen, die auf dem groben Laubhumus sprießen. Nach außen soll es dann eher in Richtung normale Wiese mit ein paar Blumen übergehen, damit die Einbettung in eine Umgebung einfacher wird.

Ich hatte mir aus Neugierde einige 3D-gedruckte Löwenzahne in 1:35 bestellt. Wie vermutet, passen die ziemlich gut zu unserem Maßstab, sind also für 1:35 eher zu groß. Hier ein Vergleich mit meinen Eigengewächsen:

Bild

Der 3D-Druck bietet natürlich viel mehr Details und eine ganz andere Vorbildtreue. Aber richtig überzeugt bin ich irgendwie nicht. Zum Einen sind die Dinger ungleich teurer, und dann ist das spröde Resin hinüber, wenn man es nur scharf anguckt. Zwei der Löwenzahne habe ich gleich aus Versehen zerbröselt, drei weitere beschädigt, den Rest wird wohl absehbar das gleiche Schicksal ereilen. Auf meine eigenen Pflanzen kann ich drauftreten und muss nur hinterher den Stängel wieder zurechtbiegen. Und die übertriebene Sägezahnform hat den Vorteil, dass man sie auch aus mehr als 10cm Entfernung noch wahrnehmen kann. Naja, das ist jetzt keine Fine-Scale-Perspektive, aber ich hab es einfach gern etwas robuster. Auch abstauben muss man ja alles mal, und das ist mit solchen Mimosen völlig unmöglich.

Außerdem habe ich noch diverse andere kleine Gewächse gebaut. Schwerpunkt lag diesmal weniger auf bunten Blumen, sondern eher auf typischen Schattengewächsen. Nur an den Rändern der Basis sollen Löwenzahn und einige Astern blühen. Hier ein paar Pflanzen in der Einzelansicht:

Bild

Und diverse Gewächse, die unter der Eiche wachsen sollen, in der Übersicht:

Bild

Die filigranen Pflanzen sollten einen Kontrast zur dicken Eiche erzeugen, so dass der Maßstab auch ohne Figuren besser lesbar wird. Die Idee hat nur so halb hingehauen, denn diverse dünne Gewächse waren eingepflanzt kaum noch wahrnehmbar. Winzige Blüten in grellen Farben funktionieren noch gut, aber die filigranen Kräuter oben rechts in meinem Makro-Collage gehen im Zusammenhang völlig unter. Plastisch wirken sie durch ihre geringe Höhe auch nicht.

Ich habe dann noch eine zweite Ladung Pflanzen gebaut und dabei die ganz winzigen weggelassen, weil sie halt nur in extremen Makroaufnahmen schick aussehen. Und der 3D-Druck-Löwenzahn hat sich beim Kürzen der Haltedrähte weitgehend pulverisiert. Lasst bloß die Finger von sowas. Ich hab diesmal nicht alles dunkel grundiert und die Farben wieder neu aufgebaut, sondern nur das Gras aus Fasern und Pinselborsten sowie bemooste Flecken mit Airbrush und Pinsel farblich nachbearbeitet.

Insgesamt sieht die bunt begrünte Basis der Eiche jetzt eher nach Waldrand als nach Siedlungsgebiet aus, aber ganz kahl mit etwas plattgetrampeltem Gras war mir einfach zu langweilig:

Bild

Mir gefällt es so ganz gut. Falls der Baum irgendwie direkt an einem Bahnhof enden sollte, muss halt ein Zaun drum und ein Schild: "Geschütztes Naturdenkmal! Betreten verboten!".
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Re: Tausendjährige Eiche

Beitrag von KTW »

teppichbahn hat geschrieben: Do 23. Apr 2026, 19:12 Begrünung der Basis

.....

Mir gefällt es so ganz gut. Falls der Baum irgendwie direkt an einem Bahnhof enden sollte, muss halt ein Zaun drum und ein Schild: "Geschütztes Naturdenkmal! Betreten verboten!".
Am Bahnhof? Epoche 6?

Wenn ja, dann muß Du (leider) noch Müll (Coladosen, Zigarettenschachteln, MacDoof-Abfälle ect.) bauen 8)
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Re: Tausendjährige Eiche

Beitrag von teppichbahn »

KTW hat geschrieben: Do 23. Apr 2026, 19:16 dann muß Du (leider) noch Müll (Coladosen, Zigarettenschachteln, MacDoof-Abfälle ect.) bauen 8)
Fände ich ja ganz reizvoll, also im Modell. Andererseits soll die Eiche ja potentiell in Graubünden stehen. Die japanischen Touristen dort achten penibel darauf, keine Abfälle zu hinterlassen; die Chinesen werden in der Hinsicht durch die staatlichen Kampagnen auch immer aufmerksamer. Und McDonald's gibt's keinen außerhalb von Chur.

Aber wenn wir uns schon den Spaß machen: Ich bezweifle, dass in Graubünden irgendwo ähnlich viel gedüngt wird wie in Norddeutschland, da könnten die vielen Flechten wiederum unrealistisch sein.

Aber erst einmal zu meiner Gretchenfrage beim Baumbau:

Belaubung

Wie halte ich es mit den Blättern? Da konnte ich bei Laubbäumen im Allgemeinen und Eichen im Besonderen bisher einfach keine zufriedenstellende Lösung finden. Hier noch mal der Stand der Dinge:

Bild

Noch-Laub ist natürlich viel zu winzig und auch sonst nicht schön. Birkenschuppen sind umgekehrt zu grob und die Lackierung ein Albtraum. Heki-Laub ist fix und fertig, einigermaßen bezahlbar, optisch besonders in der Fernwirkung tolerierbar, aber in blassen Farben, formlos, deutlich zu klein und auch nicht hauchdünn. Es scheint nicht aus normalem Papier, sondern irgendwie aus zerknüllter Plastikfolie oder beschichtetem Transparentpapier zu bestehen:

Bild

Der leichte Glanz macht sich eigentlich gar nicht schlecht, echtes Laub schimmert ja auch. Aber wie man in der Makroaufnahme sieht, nimmt das Material die Farbe überhaupt nicht an. Die Körnung sieht man zwar außer in extremen Nahaufnahmen nicht, aber die Farben wirken dadurch blasser, für mich deutlich zu blass. Und so erklärt sich auch, warum ich die Heki-Blätter nie richtig befestigt bekommen habe. So ein Material lässt natürlich mit Acrylbinder u. ä. nicht ordentlich kleben und kann dann unter Spannung abplatzen. Jedenfalls scheidet das Heki-Laub für mich für ernsthafte Versuche leider auch aus.

Dann gibt es noch das chinesische Fine-Scale-Laub. Das ist aus hauchdünnem Papier und damit gut klebbar. Auch optisch sind die 1000 individuell nach Vorbild gezeichneten Blätter der Knaller, in satten, natürlichen Farbverläufen. Nur sind sie leider in 1:35 und für einen ganzen Baum völlig unbezahlbar.

Schließlich blieb nur noch das Eichenlaub von MBR. Davon hatte ich schon diverse Packungen gehortet, weil das die einzigen halbwegs bezahlbaren eichenartigen Blätter waren:

Bild

Aber letztlich konnte ich mich dann doch nicht durchringen, damit zu belauben. Die Blätter sind zum einen wie Heki zu deutlich klein sowie uniform in Form und Farbe. Außerdem sehen sie in Natura sehr nach eher grobem Papier aus, mit leicht dunklen Schnittkanten und einem allgemein stumpfen Eindruck, ähnlich dem Noch-Laub. Die Farbe hat mir außerdem zu viel Blauanteil. Das war mir doch zu viel Kompromiss für so einen schönen Baum.

Also gibt es bei Fertigprodukten einfach keine zufriedenstellende Option, aber was dann? Vielleicht habt ihr schon bemerkt, dass die gestanzten Blätter auf der Übersicht etwas anders aussehen als beim letzten Mal. Zu meinem ersten Urteil über den praktischen Nutzen der Locher zitiere ich mich mal selbst:
teppichbahn hat geschrieben: Mo 18. Mai 2020, 21:23Gestanzte Blätter habe ich nur der Vollständigkeit halber einbezogen, praktisch kann man damit ja keine Bäume belauben.
Aber warum denn eigentlich nicht? Ich habe mir also Gedanken gemacht, ob ich mit den Stanzern nicht doch etwas anfangen könnte.

Die übliche Herangehensweise scheint zu sein, mit den Lochern echte Blätter auszustanzen. Echtes Laub ist mir aber viel zu spröde und viel zu dick, vom Heidenaufwand durch Sammeln, Trocknen, Lackieren und Stanzen mal ganz abgesehen. Auch andere oft empfohlene Materialien wie Kaffeefilter oder dünne Pappe mitsamt zugehöriger Aquarellmalerei habe ich gleich verworfen. So würde man Stunden verbringen, um ein paar Dutzend klobige Blätter mit stumpfer Textur herzustellen.

Stattdessen habe ich einige Versuche mit Seidenpapier gemacht. Das ist das sehr dünne Papier, was gern für Geschenkverpackungen verwendet wird. Davon habe ich mir zum Experimentieren diverse Farben besorgt, zum Glück ist es als Material sehr günstig:

Bild

Das Papier ist so dünn und reißfest, dass man es mindestens achtfach übereinander stanzen kann. So bekomme ich mit einmal Drücken 24-32 Blätter, damit lässt sich schon gut arbeiten. Und man erhält hauchdünnes, seidenmattes, leicht transparentes Laub, was sich maßstäblich sehr gut macht. Und noch ein Vorteil der ultradünnen Blätter: Anders als das Heki-Laub lassen sie sich bombenfest kleben.

Allerdings ist das Seidenpapier ohne weitere Behandlung in allen Farbtönen ziemlich blass:

Bild

Deswegen kamen wieder meine Sprühdosen zum Einsatz, damit lassen sich schnell und einfach zusätzliche Farben aufbringen. So lässt sich auch die Transparenz verringern, weil gerade Eichenblätter relativ wenig durchscheinend sind. Außerdem vermeidet man, dass hinterher die Blätter unnatürlich unifarben aussehen. Dazu habe ich meine fünf natürgrünen Lieblingstöne verwendet:

Bild

Zur genauen Farbgebung habe mir also das Laub von Stieleichen etwas genauer angesehen. Die Blätter weisen erstaunlich große Farbunterschiede auf, von dunklem Olivgrün bis fast grellgelb zu den Spitzen der Zweige hin. Auch individuelle Blätter sind teilweise gesprenkelt; ob das jetzt normal ist oder eher an den Dürren der letzten Jahre liegt, weiß ich nicht.

Deswegem habe ich etwas mit den Farben experimentiert. Hier einige verschiedene Papierbögen nach dem Besprühen, durch das Gegenlicht sehen die Bögen noch etwas fleckiger aus:

Bild

Und einige meiner Versuche im direkten Vergleich mit dem Vorbild:

Bild

Die Farbtöne passen schon einigermaßen, die echten Blätter sind aber noch etwas dunkler, gesättigter und glänzender als das besprühte Seidenpapier. So ein dunkles Olivgrün, was gleichzeitig sehr leuchtend, ist gar nicht so einfach nachzubilden, musste ich feststellen. Man landet lande ich bei einem völlig unnatürlichen Neongrün oder die Blätter werden durch zu hohen Gelbanteil zu hell. Kein Wunder, dass Modellbäume oft so stumpf aussehen.

Letztlich habe ich die meisten Blätter habe ich eher in den dunklen Tönen vom obigen Bild gehalten und den Glanzgrad mit Klarlack noch etwas angehoben. Hellere Blätter habe ich getrennt aufbewahrt, um damit einige Zweigspitzen zu belauben.

Auch bei den Formen hatte ich die Qual der Wahl, mit diesen fünf Stanzern habe ich experimentiert:

Bild

Für mein Eichenlaub habe ich letztlich die ersten drei Stanzer verwendet. Mit dem ersten bekommt man in 1:22,5 exakt maßstäbliche Blätter von umgerechnet 10-15cm Größe, die beiden anderen ergänzen noch nicht ausgewachsene Blätter. Damit habe ich insgesamt 11 verschiedene Formen. Nicht ganz die 1000 Formen von den chinesischen Blättern, aber zusammen mit den Farbschattierungen sollte das reichen, um eine uniforme Belaubung zu vermeiden.

Die beiden rechten Locher produzieren dagegen viel zu große Blätter, allerdings wäre der erste gut brauchbar für eine Roteiche. Die Stanzer mit verschiedenen Blattgrößen halte ich generell für unbrauchbar, wenn man nicht gerade Spaß daran hat, wochenlang mit der Pinzette sein Laub zu sortieren. Man könnte auch noch mehr Quatsch machen, etwa die kleineren Blätter aus etwas hellerem Grün stanzen.

Hier einige der fertig gestanzten Blätter im Vergleich mit dem Vorbild:

Bild

Farben und Glanzgrad passen ganz gut, aber das Bild ist leider etwas geschönt. Das echte Blatt war da nämlich schon einen Nachmittag alt und hatte etwas Glanz und Leuchtkraft verloren. Besser habe ich die Farben aber erstmal nicht hinbekommen.

Und noch mal der maßstäbliche Vergleich aus der Übersicht oben in groß:

Bild

Die Formen sind etwas vereinfacht und die Aderung vom Vorbild fehlt natürlich, aber sonst passen Formen, Größen und Farbverläufe der Blätter richtig gut. Die Stanzer schneiden exakt ohne Ausfransungen, auch sichtbare Schnittkanten gibt es bei dem hauchdünnen Material nicht. Die etwas körnige Farbstruktur habe ich teilweise mit Absicht gesprüht. Das ist nur teilweise realistisch: Bei den Blättern von diesem Jahr waren auch überall gelbe und braune Flecken, aber bei den alten Blättern hier ist davon nichts zu sehen. Ohne Makroaufnahme ist es aber sowieso kaum wahrnehmbar und vermeidet künstlich wirkende monotone Flächen. So war's aber etwas viel, deswegen hab ich dann später wieder etwas feiner gesprüht.

Und ein etwas größerer Haufen, links das normale Laub, rechts etwas kleinere und hellere Blätter für die frischen Triebe:

Bild

Auch wenn die Blätter an die Leuchtkraft des Vorbilds nicht ganz herankommen, bin ich insgesamt von den Ergebnissen ziemlich begeistert. Besonders die Kontrolle über Formen, Farben und Glanzgrad bei den Blättern hat es mir angetan. Im Nachhinein frage ich mich, warum ich das nicht früher so gemacht habe. Der Arbeitsaufwand hält sich in Grenzen, die Birkenschuppen haben viel mehr Mühe gemacht. Und preiswerter als fertige Blätter ist das Stanzen sowieso. Nur die Vielzahl der Möglichkeiten überfordert mich ein bisschen, da ist also noch Raum für Verbesserungen. Ich werde jedenfalls in Zukunft bei Laub grundsätzlich die Finger von Fertigproduktion lassen. Die Kompromisse stehen in keinem Verhältnis zum gesparten Arbeitsaufwand.

Auch andere Laubbäume ließen sich so viel besser darstellen, ich denke vor allem an Ahorn, Platane und Roteiche. Aber auch weniger komplexes Laub wie Buche oder Linde ließe sich viel realistischer darstellen, allein die exakt angepassten Farben und Größen machen schon viel aus. Hier noch ein paar andere Farbtöne, vor allem bei buntem Herbstlaub ergeben sich interessante Möglichkeiten:

Bild

Und natürlich fällt einiges an Verschnitt an, zum Glück sind Papier und Sprühdosen recht günstig:

Bild

Um die Wirkung der Blätter am Baum zu testen, habe ich einen Probezweig belaubt. Hier der kleine Ast vor dem Belauben:

Bild

Das Laub habe ich wie immer mit Sprühkleber angebracht und hinterher mit verdünntem Acrylbinder fixiert:

Bild

Das ist für mich schon ein Quantensprung und zum ersten Mal so etwas wie Laubdarstellung in 1:22,5. Die Orientierung der Blätter konnte ich ohne größeren Aufwand nur begrenzt beeinflussen, aber selbst das fällt nicht allzu negativ auf. Dabei hilft, dass kurz gestielte Eichenblätter auch beim Vorbild verhältnismäßig unregelmäßig und klumpig angeordnet sind.

Alle meine bisherigen Versuche waren letztlich nur H0-Techniken, die unseren größeren Maßstab nicht genutzt haben. Jetzt kann man man den Zweig auch von Nahem betrachten und mehr Details entdecken, statt dass der Eindruck – wie bei meiner ersten Eiche – in sich zusammenfällt. Und die exakt vorbildlich großen Blätter in vertrauten Formen machen den Maßstab unmittelbar ablesbar, statt nur einen diffusen Eindruck von Laub zu erzeugen. Auch die Idee, an den Spitzen gelblichere Blätter anzubringen, funktioniert ganz gut, auch wenn man es auf dem Bild nicht wirklich sieht.

Pragmatisch ist das Laub recht ergiebig durch die relativ großen, hauchdünnen Blätter. Ein kleines Gläschen reicht für viele Äste, anders als beispielsweise das Heki-Laub. Und – auch im Gegensatz zum Heki-Laub – die Blätter halten nach der Fixierung bombenfest.
Zuletzt geändert von teppichbahn am Fr 24. Apr 2026, 22:32, insgesamt 1-mal geändert.
Martin Ristau
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Re: Tausendjährige Eiche

Beitrag von Martin Ristau »

Hallo Teppichbahner,

es ist immer wieder absolut faszinierend was du da zustande bringst - egal ob beim Bemalen von Figuren oder in Punkte Begrünung - einfach beeindruckend!

Beste Grüße

Marrin
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Re: Tausendjährige Eiche

Beitrag von jc94 »

Wie funktioniert der Stempel bitte?

Muss man einfach nur darauf drücken?
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Re: Tausendjährige Eiche

Beitrag von fspg2 »

Hallo Teppichbahner,

immer wieder faszinierend, wie Du Deine kleinen Kunstwerke umsetzt!

@jc94
hier wird es gezeigt: klick
Viele Grüße
Frithjof
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Re: Tausendjährige Eiche

Beitrag von jc94 »

Das hatte ich nicht verstanden.

Ok, so wie bei den Blättern in den Ordnern.

Danke.
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Re: Tausendjährige Eiche

Beitrag von teppichbahn »

Ja, genau. Das sind einfach kleine Locher, nur dass sie nicht kreis-, sondern blattförmig lochen:

Bild

Und, wie man im Bild sieht, kein normales Papier verwenden. Das wird nicht zuverlässig sauber gestanzt, sondern franst gern aus. Und im Extremeinsatz neigen die Dinger auch zum Verklemmen, das kann man durch gelegentliches Stanzen von Backpapier einigermaßen in den Griff kriegen.
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