Rollböcke

Selbstgebaute maßstäbliche Schienenfahrzeuge mit/ohne handelsüblichen Zurüstteilen

Moderator: fido

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Re: Rollböcke

Beitrag von Kellerbahner »

Hallo Rollbockfreunde,

vor einiger Zeit wurde im Harzbahnforum über den ehemaligen NWE Rollbockbetrieb (mit Zwischenwagen) diskutiert.

Und dann hatte dort Lammert Boermann, der ja für seine Rollböcke im Programm bekannt ist:

https://www.modelbouwboerman.nl/

diese Frage zum Betrieb bei der benachbarten SHE gestellt:

„Rollbockbetrieb vor 1922, wie??“

Sein Landsmann Marco (Staartjes) hatte daraufhin mal wieder in seinen großen SHE-Fundus gegriffen und ein genial zu nennendes Bilder dazu ausgegraben, das andeutet, wie bei der SHE, in den Zeiten vor den später dort eingesetzten Zwischenwagen, die dortigen Rollböcke an die runden Mittelpuffer (ohne Schlitz und Kuppeleisen darn) gekuppelt wurden, so, wie auf dem Bild von Axel Zierer zu sehen

https://www.axelzierer.de/Bilder/SHE/brl_33.jpg

mit einer Kuppelstange, die an einem Ende eine Öse und am anderen einen Pufferteller, Befestigungswinkel und ein Balancier aufwies !


Das diese Art von sonderbaren Kuppelstangen, die nicht nur SHE spezifisch sind, hat dann ´Bergmensch´ im Bimmelbahnforum gezeigt:


https://bimmelbahn-forum.de/forum/index ... upplungen/

https://sachsen.museum-digital.de/objec ... navlang=en

https://sachsen.museum-digital.de/singl ... enr=102488


Aber die SHE spezifischen Bilder von Marco im Harz-Forum motivierten mich natürlich sehr, aus bekannten Gründen, an dieselbe zu machen, auch wenn für mich (noch) keine Möglichkeit besteht diese an (SHE) Rollböcke zu kuppeln, da die meinen vor Jahren gebauten auf die der NWE basierten – und damit keine Kupplungsmöglichkeit haben - siehe Berichte und Bilder oben.


Also geht es jetzt erst mal mit dieser sonderbaren SHE-Kuppelstange los:

leider ´natürlich´ wie immer:

- ohne der Vorlage von genauen Zeichnungen mit Maßen

- nur wenige, genauer: eben (bisher) die 2 Bilder, von der Kuppelstange

- dafür mit vielen Vergleichen damit, um so gut wie möglich wieder meine Art von Schätzometrie anzuwenden:


SHEKSt009 (Kellerbahner)
Bild



Also mit ersten Schätzungen:

- über die Dicke der Stange

- und deren Länge:


SHEKSt001 (Kellerbahner)
Bild


zum einen nach dem Motto: kürzen bzw. verschmälern geht immer 😉

Zum anderen, rein pragmatisch, über deren (spätere) Funktion:

SHEKSt010 (Kellerbahner)
Bild



Auch dafür dann immer wieder weitere Schätzometrien zur Länge der späteren Kuppelstange, nämlich dem Abstand zwischen Rollbock bzw. der Ladung darauf und dem Rundpuffer der Zuglok:

also besser kürzer ?:

SHEKSt012 (Kellerbahner)
Bild


oder lieber etwas länger ?:

SHEKSt013 (Kellerbahner)
Bild


Um für später einen Puffer, sprich: Betriebssicherheit, zu haben, neigte ich zur längeren Variante.

Um die später gewählte Länge zu rechtfertigen 😉 sind Kuppelstangen ja bekanntermaßen in verschiedenen Längen eingesetzt worden:

https://www.modell-werkstatt.de/kuppelbaum


Die gewählte für die SHE-Kuppelstange ist rund 15 cm, also so 3 ½ Meter, lang.


Bis dahin muss der Schaschlik Spieß natürlich noch ein wenig verfeinert werden …


… im nächsten Abschnitt dann,

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Re: Rollböcke

Beitrag von Kellerbahner »

… nach der Schätzometrie-Phase geht es nun an die weitere Ausgestaltung dieser Spezial-Kuppelstange, nämlich deren Balancier:

SHEKSt017 (Kellerbahner)
Bild


Für dasselbe wurde aus dem vorhandenen Fundus ein glücklicherweise noch vorhandenes genutzt und auch die schon bekannten Weißmetall Haken und Ösen kamen wieder zum zweckdienlichen Einsatz:

SHEKSt018 (Kellerbahner)
Bild


Damit wären wir dann auch beim späteren Pufferteller:

Um die Basis für ihn noch etwas besser auszubauen kam ein ´Ring´ aus PS-Rundprofil als ´Manschette´ über das stumpfe Ende des Kuppelbaums:

SHEKSt019 (Kellerbahner)
Bild


und dann schnitzte ich wieder meinen Lieblingswerkstoff passend (? – zumindest im Bild des Kleingeldmaterials zu bleiben) zu:

SHEKSt020 (Kellerbahner)
Bild


Karnevalsfan´s unter Euch wissen es ja: die bekannte Wurst hat ja 2 Enden - also in der Zwischenzeit sich dem anderen, dem spitzen, zugewandt:

SHEKSt021 (Kellerbahner)
Bild


Auch hier sollte es eine Manschette werden – sogar diesmal aus meinem nicht-Lieblingswerkstoff Ms und das sogar mehrfach:

SHEKSt022 (Kellerbahner)
Bild


Denn mit den 3 ´Rohrstücken´ wurde der Übergang vom doch noch dickeren Ende des spitzen Endes zum dünnen Stiel der Öse hergestellt:

SHEKSt023 (Kellerbahner)
Bild


Und jetzt musste ich alle meine Messingschweinehunde überwinden !:

SHEKSt024 (Kellerbahner)
Bild


Da dies aber wirklich viel Überwindung meinerseits erfordert, ist erst mal eine kleine Pause angebracht.


Gruß vom,

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Re: Rollböcke

Beitrag von Kellerbahner »

… so hatte mich dann doch überwunden ! Sogar doppelt !!

Und dann hatte es sogar ich geschafft 😉:

SHEKSt026 (Kellerbahner)
Bild

Als ´Belohnung´ dann gleich die nächste neuralgische Stelle:

SHEKSt027 (Kellerbahner)
Bild

SHEKSt028 (Kellerbahner)
Bild

SHEKSt029 (Kellerbahner)
Bild


Der Teller hielt bisher auf seiner Basis aber nun kam das wirklich diffizile (zumindest für mich):

SHEKSt030 (Kellerbahner)
Bild


Und – es gelang und hielt (noch).



Dann noch ´schnell´ mit einem Griff an der Stange:

SHEKSt033 (Kellerbahner)
Bild


und dessen ´Befestigungen´ noch etwas näher ans damalige Original angenähert:

SHEKSt034 (Kellerbahner)
Bild



Die Konzentrationsphase und Befürchtungen war dann erst mal vorbei bzw. kam dann auf ihrem (schon bekanntem) Höhepunkt:

SHEKSt035 (Kellerbahner)
Bild


Aufgrund der Verwendung von 1 mm dickem PS für die Krallen hoffte ich das sie theoretisch doch recht gut abzugießen waren.

Die Schwierigkeit (für mich) war jedoch für ausreichend Luftkanäle, damit Fluss des Weißmetalls auch bis in ihre Spitzen zu bekommen – das ´Aufschichten´ der Knethügel sollte helfen – hoffte ich.

Die Stange mit ihren 15 cm war schon recht lang, so lang das es für mich so ziemlich das erste Mal war so eine lange abzugießen, was natürlich hieß: die Form musste noch größer (länger) sein und das WM darin auch an alle Stellen gelangen.

Ich entschied mich dann für einen mittleren ´Einguss´ - der Teller schied dafür aus und das Spitze Ende war mir zu ´spitz´= dünn dafür (d.h. vergleichsweise weniger Durchfluß).

Dann war der Theorie genug Zeit und Überlegung gezollt – es ging an den ersten Guss … und:

SHEKSt037 (Kellerbahner)
Bild


Nicht schlecht ! Die Freude war groß - trotz des kleinen Tropfen Essigs im Wein:

SHEKSt038 (Kellerbahner)
Bild


Nämlich der nicht komplett ausgegossenen Griffseite.

Aber es war der erste Guss, d.h. die Form noch kalt – also Prinzip Hoffnung angewendet, Angeber würden sagen: die (Guss)Physik bewusst dafür eingesetzt 😉 … und:

SHEKSt040 (Kellerbahner)
Bild


es wurde besser ! – Nach dem 3ten Guss war die Form dann wärmer und das Zinn heißer (gemacht), dann war auch der Griff kein Problem mehr.

Wäre er sowieso nicht gewesen, denn zur Not hätte die Miniflex, 2 Löcher und ein zurechtgebogener Draht auch gereicht – Froh war ich richtig über die 3 Klauen und den Teller: die sind das Wichtige !

Auch wenn sie noch einiges an Nacharbeit in Form von Gussnähten abschleifen bedeuteten.


Aber wie sagte der Lehrer in der Feuerzangenbowle: dat krieje mer später …


Gruß vom

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