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Quiet earth

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Hydrostat
Buntbahner
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Anmeldungsdatum: 07.07.2012
Beiträge: 4100
Wohnort: Wiesbaden

BeitragVerfasst am: 08.12.20 19:05    Titel: Re: Quiet earth Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

volkerS hat folgendes geschrieben::
Hallo Volker,
zum Thema Heizen der Becken sollte man folgendes beachten:
1. Eine Heizschlange müsste sich am Boden befinden und aus einem Material gefertigt sein, das von der Säure des Bades nicht angegriffen wird. Den Ablauf dicht in dem gefliesten Becken einzubauen wäre eine Herausforderung.
Außerdem müsste sie ausgebaut werden, wenn das Becken leergepumpt wird um den Zunder heraus zu schippen. Über der Heizschlange müsste ein Auflager vorhanden sein auf dem die Körbe aufgesetzt werden. Wenn die Becken einen Ablauf für die Säure/Lauge incl. des Zunders hätten, wo befinden sich die Absperrhähne.


Das sehe ich auch so.

volkerS hat folgendes geschrieben::
2. Beim zweiten Becken von hinten kann ich keinen Zulauf wie an den anderen 4 Becken erkennen.


Stimmt!

volkerS hat folgendes geschrieben::
3. Ab den Absperrhähnen sieht das Rohr dicker aus und nicht mehr gerade. Sollte das ein Schlauch sein, der nur Wasser zuführt?


Ich interpretiere das auch als Schlauch, der gegen das aggressive Medium sicher widerstandsfähiger ist als ein Metallrohr.

volkerS hat folgendes geschrieben::
4. Wenn warmes Wasser erzeugt wird dann eher durch einen Boiler als einen Dampfkessel. Dampfkessel = Kesselwärter
Volker


Auf einem Lageplan von 1955 steht definitiv "Neuer Dampfkessel Nr. 2257". Ob der vor oder nach der Aufnahme eingebaut wurde - ich weiß es nicht.

Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
Volker, leider kann ich dir bei deinen Fragen nicht helfen. Im "Polytechnischen Journal" jedoch habe ich viel über zeitgenössische Technik erfahren. Gewiss, die Recherche braucht oft viel Aufwand, doch manchmal sind die beigefügten Bilder Gold wert. Vielleicht findest du hier etwas über deine Säurebäder?! Hier der Link: http://www.polytechnischesjournal.de/startseite/


Das ist ein toller Tipp! Auf die Schnelle habe ich das hier schon mal gefunden: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj328/ar328188 (ganz nach unten zum letzten Artikel scrollen).

Flachschieber hat folgendes geschrieben::
Hallo zusammen,
spannendes Thema. Das nicht alle Becken beheizt sein müssen ist logisch wenn man sich den Beizprozess ansieht. Es muss auch ein Neutralistationsbecken geben. Wegen Gestell: Durchaus möglich das da unten ein Auflager drin ist. Das kann ja in Form eines gefliesten Absatzes sein.
In den ersten beiden Becken sind ja diese Haltekäfige eingefahren. Der Tragholm schaut aus dem Bad hinaus. Vergleicht man nun die Höhe mit dem gerade herausgehobenen ist da nach unten noch ordendlich Raum für ne Heizung. Es wäre auch gut möglich das der Boden des Beckens "eben" ist und sich darunter die Heizung mit Dampf befindet. Da man im Hintergrund an der Wand Schläuche sieht, ist es sehr wahrscheinlich das mit diesen das Bad eingefüllt wurde und die senkrechten Leitungen der Dampfzufur einer wie auch immer gestalteten Heizvorrichtung im Becken dient.


Auch ein interessanter Aspekt.

lokmarv hat folgendes geschrieben::
Gibt es auf der Rückseite eine Ablassrinne? Da hängen Schläuche, mit denen alles sauber gemacht wird. Gibt es noch Zeitzeugen, die man befragen kann?


Flachschieber hat folgendes geschrieben::
Die Rinne aussen herum diente bestimmt dem Zweck überlaufende Säuere oder Lauge aufzunehmen falls das "Badewasser" mal zu hoch eingefüllt wurde.


Ich nehme an, dass die Rinne umlaufend ist. Zumindest ist sie es bei mir Winke Leider gibt es keine Zeitzeugen mehr und die Nachforschungen beim Unternehmen selbst sind ins Leere gelaufen.

Thomas Engel hat folgendes geschrieben::
Heizrohre aus Metall in einem Beizbecken werden nicht sehr lange gehalten haben. Heizen würde zur Erhöhung der Reaktionsgeschwindigkeit Sinn machen. Dampf könnte man über einen porösen Gummischlauch einleiten, das Kondenswasser verdünnt in diesem Fall die Beize.

Beim Beizen könnte es sich aber auch um die Kühlung handeln, falls das Beizen eine stark exotherme Reaktion verursacht hat.

Möglich ist sogar beides: im Winter heizen (Ofen), im Sommer kühlen (indirekt mit Flußwasser).

Beides müssten schon säurefest beschichtet gewesen sein, um zu halten. Diese Beschichtung müsste aber mit den Temperaturschwankungen einer Heizung / Kühlung und der aggressiven Chemie klar gekommen sein. In der Großchemie, in der ich gearbeitet habe, erinnere ich mich eher an indirekte Beheizung.

Becken in Beizereien werden wie Galvaniken eher keine Abläufe haben und müssen zum Austausch ausgepumpt werden. Wir haben beruflich bei der Entsorgung eines uralten Galvano-Becken aus Holz (!) geholfen, das ebenfalls keinen Ablauf hatte - auch keinen "nachgefrickelten".

Ich tippe eher auf Wasserzuläufe zum Verdünnen konzentrierter Beize.

Wenn man die damals gültigen Gesetze und Vorschriften sowie zeitgenössische Fachbücher findet und studiert, ist man schlauer ...


Thomas - herzlichen Dank! Deine zweifelsohne am nächsten an der Materie angesiedelten Kenntnisse werfen ein echtes Schlaglicht auf das Thema. Dass die Bottiche keinen Ablass gehabt haben könnten, kommt mir sehr entgegen. Auch die Einleitung lediglich von Wasser macht es in der Umsetzung einfacher. Denkbar wäre die Erwärmung des Wassers in einem Boiler - möglicherweise mit Dampf aus einem Nebengebäude. Am Gebäude selbst ist nämlich kein markanter Schornstein zu erkennen, den ich bei einer Dampfkesselanlage erwarten würde.

Ich bin gespannt, was die weiteren Recherchen noch ergeben.

Schönen Gruß
Volker

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Thomas Engel
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Anmeldungsdatum: 05.06.2003
Beiträge: 828
Wohnort: Solingen, an der Ätzmaschine

BeitragVerfasst am: 08.12.20 19:24    Titel: Re: Quiet earth Antworten mit Zitat

Hydrostat hat folgendes geschrieben::
Ich bin gespannt, was die weiteren Recherchen noch ergeben.


Sehr glücklich Hallo Volker,

ich auch. Vielleicht kann ich noch eine Kleinigkeit beitragen:

In unserer Kleingalvanik läuft alles Wasser auf dem chemikalienbeständigen Boden in der Raummitte zusammen und wird von dort in Rohren mit Ablaufschrägen zur Abwasserbehandlungsanlage geleitet.

Gab es das damals schon? Die Ablaufschräge zur Raummitte bestimmt - eben die Vertiefung um die Beizbecken war der "Gully", wie ich vermute.

Gab es eine Abwasserbehandlung oder nur ein Rohr in den Bach? Vermutlich nur das Rohr - das war damals "schon immer so", heute zum Glück schon lange nicht mehr.

Falls Du ein Becken unterhalb des Bodenniveaus siehst, könnte es ein Sammelbecken gewesen sein. Mit Kalkmilch oder Natronlauge konnte man damals auch einfach neutralisieren - wenn man (seitens der Behörden) musste.

In Färberstädten wie Wuppertal war zu dieser Zeit die Wupper bunt, aber tot und es gab "Stinkefrei" in den Schulen, wenn es gar nicht mehr ging. Das will keiner zurück.

Grüße aus dem Bergischen Land & alles Gute

Brennender Teufel Thomas Engel

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Hydrostat
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Anmeldungsdatum: 07.07.2012
Beiträge: 4100
Wohnort: Wiesbaden

BeitragVerfasst am: 08.12.20 20:14    Titel: Re: Quiet earth Antworten mit Zitat

Zum Thema Abwasser: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj333/ar333033. Ein Umweltbewusstsein gab es wohl durchaus schon.
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Flachschieber
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Anmeldungsdatum: 05.03.2003
Beiträge: 4189

BeitragVerfasst am: 08.12.20 22:04    Titel: Re: Quiet earth Antworten mit Zitat

Hallo Volker,

Zitat:
Am Gebäude selbst ist nämlich kein markanter Schornstein zu erkennen, den ich bei einer Dampfkesselanlage erwarten würde.


Beim älteren Bild sieht man vorne rechts einen langen Kamin. Das würde von der Position her zum Bild des Schemenhaften Kessels aus der Beizerei passen.

Beste Grüße,

Marco

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Hydrostat
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Anmeldungsdatum: 07.07.2012
Beiträge: 4100
Wohnort: Wiesbaden

BeitragVerfasst am: 09.12.20 13:14    Titel: Re: Quiet earth Antworten mit Zitat

Hallo Marco,

das ist mir auch aufgefallen, die Aufnahme ist aber vor allem im Dachbereich sehr stark retuschiert. Auf der jüngeren Aufnahme ist davon nichts zu erkennen. Es bleibt spannend!

Schönen Gruß
Volker

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Waffel
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Anmeldungsdatum: 15.10.2018
Beiträge: 73
Wohnort: Warendorf

BeitragVerfasst am: 11.12.20 13:20    Titel: Re: Quiet earth Antworten mit Zitat

Hallo Volker,
angeregt durch Dein aktuelles Thema habe ich ein wenig herumgestöbert und ein (relativ) altes Fachbuch zu diesem Thema gefunden:
Handbuch der Metallbeizerei Band 2 Eisenwerkstoffe von Otto Vogel, erschienen 1951 im Verlag Chemie (im Band 1 wird das Beizen der Nichteisenmetalle behandelt). Es gibt auch noch eine Ausgabe von 1943.
Das Buch hat über 500 Seiten mit fast 400 Abbildungen.
In dem Buch wird praktisch alles über das Thema Beizen von Eisen und Stahl behandelt, vom Transport des Materials und der Chemikalien über die Behälter (einschließlich der Krananlagen!) usw. Praktisch alle hier im Thread diskutierten Fragen werden behandelt, meist mit Abbildungen. Das Buch ist im Netz gebraucht ab 10€ zu haben. Da ich das Buch selbst auch habe, kannst Du spezielle Fragen auch gern als PN senden.
Mach weiter so!
Grüße
Hartwig
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volkerS
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Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 1061
Wohnort: Bermersheim

BeitragVerfasst am: 11.12.20 14:40    Titel: Re: Quiet earth Antworten mit Zitat

Hallo Volker,
kleine Ergänzung:
Das Handbuch der Metallbeizerei von Otto Vogel Ausgabe 1943 behandelt in Band 1 die Eisenwerkstoffe.
Volker
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