Der Bau von Speichenrädern war einfacher als befürchtet

Hier eine kleine Anleitung :
Zuerst fertige ich eine Radnabe aus einem Stück harten und fein gemaserten Rundholz.
Ich spanne es in die Bohrmaschine ein und „drechsele“ es mit Feilen oder noch besser mit
einem richtigen Drechselbeitel in die richtige Form. Das bedeutet im einfachsten Fall
die Abnahme von einem kleinen Ring oben sowie unten .
Danach kann man noch die Längsbohrung für die spätere Achse anbringen.
Wagenraeder_01 (Regalbahner)

Als Ausgangsbasis für die Radringe dient bei mir 3 mm starkes Guttagliss Hobbycolor
http://www.gutta.com/content/show/de_DE ... etail=0003
oder andere Polystyrolplatten welche mit einem Kreisschneider
http://www.pearl.de/images/large/pe-8911.jpg
in Ringe geschnitten werden. Auf diesen werden die Speichen angezeichnet und zwar auch auf der Außenseite .
Wagenraeder_02 (Regalbahner)

Die Speichen entstehen aus Zahnstochern .
Entsprechend deren Durchmesser werden jetzt vorsichtig Löcher in den vorher gefertigten Ring gebohrt.
Nun bohre ich auch noch ein Loch quer in die Nabe und stecke die erste Speiche durch den Ring
und die Nabe und fixiere ihn an der Nabe mit einem Tropfen Sekundenkleber.
Danach wird die Nabe um 90 Grad (falsch) nach oben gedreht um rechtwinklig das zweite Loch zu bohren.
Wagenraeder_03 (Regalbahner)

Nach dem zurück drehen der Nabe wird die zweite Speiche durchgesteckt und (nur an der Nabe) verklebt.
Wagenraeder_04 (Regalbahner)

Jetzt nimmt man das Rad in die Hand und bohrt vorsichtig von außen durch die Löcher im
Ring eine kleine Vertiefung in die Nabe, in die danach halbierte Zahnstocher eingeklebt werden.
Wagenraeder_05 (Regalbahner)

Diesen Vorgang wiederholt man bis alle Speichen drin sind.
Wagenraeder_06 (Regalbahner)

Da die Speichen bis jetzt nur in der Mitte befestigt sind,
lässt sich der Radring und damit der Rundlauf noch korrigieren.
Am besten man steckt das Rad auf ein Stück Rundmaterial und dreht es zwischen den Fingern.
So kann man gut sehen an welchen Stellen noch korrigiert werden muss.
Ist das Ergebnis in Ordnung werden die Speichen am Radring ebenfalls verklebt.
Jetzt werden die überstehenden Enden der Zahnstocher abgekniffen und sauber verschliffen.
Die Eisenringe außen um die Nabe kann man aus Papierstreifen herstellen oder nur mit Farbe andeuten.
Zum Schluss kommt der Radreifen drauf. Bei mir entstand der aus einem Streifen dicken
Fotokarton. Selbstverständlich kann dieser auch aus Messig oder Kupferblech hergestellt werden.
Wagenraeder_08 (Regalbahner)
Nach dessen Verklebung kann das Rad lackiert und gealtert werden.
Je nach dem welcher Lack verwendet wurde,
kann so ein Rad auch bedingt freilandtauglich sein.
Das bedeutet : ich würde es nicht im Dauerregen stehen lassen aber feuchtes Gras sollte es schon aushalten .
Wagenraeder_07 (Regalbahner)

Zum Schluss noch mal ein Schnelldurchgang im einem Bild

Das Ganze geht auf jeden Fall schneller als die Herstellung einer Silikonform
und der Abguss. Allerdings wären abgegossene Räder dann wirklich wetterfest
aber das muss jeder für sich entscheiden.
Wagenraeder_09 (Regalbahner)

Vie Spaß beim Nachbauen wünscht
Christoph