Dampftriebwagen der Ruhr-Lippe-Kleinbahnen (Spur IIm)

Selbstgebaute maßstäbliche Schienenfahrzeuge mit/ohne handelsüblichen Zurüstteilen

Moderator: fido

Antworten
Lienix
Buntbahner
Beiträge: 44
Registriert: Mi 20. Mai 2026, 14:59

Dampftriebwagen der Ruhr-Lippe-Kleinbahnen (Spur IIm)

Beitrag von Lienix »

Hallo zusammen,

anders als bei der Dampfstraßenbahn Eltville-Schlangenbad befindet sich das Projekt den Dampftriebwagen (30+31) der Ruhr-Lippe-Kleinbahnen im 3d Druck Verfahren nachzubauen noch in einem relativ frühen Stadium.

Viele kennen sicher noch das sehr frei interpretierte Eggerbahn Modell aus den späten 60er Jahren oder das wieder aufgelegte Modell von Jouef-Egger von 1985:
Bild

Hier die Jouef Ausführung mit fälschlicherweise rot ausgelegten Stirnlaternen, was wohl alle Modelle dieser Serie hatten. Dieses Modell ist stark vereinfacht, nicht in allen Details stimmig und der Auflieger ist auch sehr stark verkürzt. Insgesamt stimmen die Proportionen nicht - außerdem war das Modell ja auf H0e (750 mm) statt H0m (1000 mm) Gleisen unterwegs.

Die Rückseite sieht so aus:
Bild

Hier gibt es mehrere Fehler: Es war ein Zweirichtungsfahrzeug, der hintere Führerstand hatte eingezogene separate Einstiegstüren. Und über die rückseitige Kopfform darf auch spekuliert werden - es sind keinerlei Aufnahmen bekannt. Sehr wahrscheinlich war sie nicht eben und hatte auch nicht nur 2 Fenster. Eine Skizze von Hohenzollern zeigt eine polygonale Rückfront mit wahrscheinlich 3 Fenstern.

Beim Triebkopf war das Triebwerk auch nicht verkleidet, sondern erlaubte den Blick auf die Kuppelstange.

Um dieses Fahrzeug geht es - zwei Aufnahmen des Fahrzeuges aus dem Netz:

https://thumbs-eu-west-1.myalbum.io/pho ... ad183c.jpg

http://www.horstgasthaus.de/resources/DT+31+RLK+EFW.jpg

Versuche das Fahrzeug im LGB Maßstab nachzubauen gab es auch schon - bei diesem wurde einfach das Egger H0e Modell entsprechend vergrößert:
https://youtu.be/gFLatqtHh5A?si=xufj6ZqNQ38X8gc8


Es handelt sich um eine Auftragsarbeit für die mir einiges Material zu dem Fahrzeug bereit gestellt wurde. Zeichnungen aus diversen Quellen, die anhand der wenigen Fotos und bekannter Maße angefertigt wurden und eine sehr grobe Originalskizze von Hohenzollern.
Die Zeichnungen widersprechen sich in vielen Details - die Proportionen des Fahrzeuges werden - verglichen mit den vorliegenden fotografische Aufnahmen nicht unbedingt korrekt wiedergegeben.
Leider gibt es kein Werksfoto und auch keine Werkszeichnung mehr, so dass man ziemlich kreativ vorgehen muss.

Hier ein erster Iterationsschritt sich dem Fahrzeug anzunähern - ein Versuch zur Rekonstruktion des Triebkopfs:
Bild

Das LGB B-Fahrgestell ist recht gut geeignet - wenn auch der Radstand ein klein wenig zu kurz ist.
Bild

Man sieht, dass das gesamte Fahrzeug eine beachtliche Länge aufweist!
Bild

So wird der hintere Führerstand aussehen - frei interpretiert aus der vorliegenden Hohenzollern Skizze und den Wünschen des Auftraggebers. Vermutlich aber eher dem Vorbild entsprechend als die Fantasievariante von Egger.

Der Triebkopf wurde auch schon mal probegedruckt:
Bild

Es fehlen noch viele Details und vor allem der Kessel, der lt Zeichnung hinten etwas aus dem Gehäuse heraus steht. Aber man bekommt schon mal einen ersten Eindruck.

Der nächste Schritt wird dann aber erstmal der Versuch eine neue, bessere Zeichnung zu erstellen, die den Fotos gerecht wird. An diesem Triebkopf wurde kritisiert, dass die Fenster zu hoch wirken und die Rundungen sowie die Rundungen der seitlichen Öffnungen nicht stimmen. Außerdem schien das Dach zu stark gewölbt.
Eine Überprüfung - nach dem Foto - zeigte, dass in der Tat die Fenster um ca. 5% zu lang geraten sind. Die Dachwölbung scheint mir dagegen OK gewesen zu sein - aber alles wird gleich anders wirken, wenn man die Fenster etwas kürzer macht.
Über kleinere Dinge - wie die Rundungen - lässt sich vortrefflich streiten. Das sind Maße die man aus einer Fotografie kaum quantitativ ableiten kann. Hier muss man sich letztlich auf den optischen Eindruck verlassen. Eventuell gibt es auch eine Möglichkeit ein Gitter des konstruierten 3d Modells genau auf das Foto zu projizieren - damit wären viele "Eventualitäten" auch quantitativ verifizierbar. Hierüber muss ich auch noch mal Recherchieren.


Viele Grüße, Matthias
Antworten