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Moderator: Marcel

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Hydrostat
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Re: Übungsmodul: Auf dem Weg zur Plettenberger Kleinbahn

Beitrag von Hydrostat »

Hallo Helmut,

vielen Dank für Deine lobenden Worte; das wird mir ja langsam unheimlich hier. Da gibt's sicher viele bessere Modellbauer als geeignete Vorbilder.

Beim Pförtnergebäude ging es weiter. Diesesmal habe ich eine Lage Holzfaserhartplatte mit verbaut, auf die für die notwendige Wandstärke innen eine 5mm Styrodurplatte und außen die dünnen 3mm "Travertin"-Plättchen aufgeleimt wurden. Der Deckenbereich entstand aus mehreren Lage Styrodur.

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Das Pförtnergebäude erhält abweichend vom Hauptgebäude ein Metallsprossenfenster zur bessernen Übersicht für den Pförtner, der von dort sowohl den eigentlichen Zugang als auch das Werkstor für die Bahn- und LKW-Bedienung im Blick hat. Schnell also eine Zeichnung gemacht ...

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etwas Messing-T-Profil 1x1 mm und Winkel 1,5 x1,5 zugesägt und befeilt ...

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und direkt auf der Zeichnung auf einem Aluprofil verlötet.

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Bereits gelötete Stellen wurden mit Zahnpasta gekühlt.

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Am fertigen Objekt hat mich dann allerdings gestört, dass auf der Vorderseite teilweise recht große Lücken an den Stoßstellen zu sehen waren. Frithjofs Vorschlag, Lehren aus Alu unterzulegen, um die Lücken mit Lot füllen zu können, habe ich verworfen, da das wieder eine Fräsarbeit "außer Haus" gewesen wäre. Also habe ich das Ganze nochmal aus PS gebaut, diesesmal aber mit etwas stärkeren T-Profilen 1,5x1,5, was dem Erscheinungsbild m. E. gut tut. Nachdem ich die Profile mit cremeweißer seidenmatter Revellfarbe gestrichen hatte, habe ich die Fenster aus Vivak zugeschnitten und eingeklebt. Trotz zahlreicher schlechter Erfahrungen aus meiner früheren Modellbahnzeit habe ich dazu normalen Plastikkleber namhafter Modellbahnhäuslebauer verwendet, der allerdings gut abgelagert sein muss (s. Bild).

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Das hat auch nahezu unfallfrei funktioniert. An einer Scheibe gab es dann doch einen kleinen Klebstoffrand. Fehler muss man halt nur als gewollt interpretieren: Die Scheiben sollten von außen schmutzig wirken. Dazu wurden sie mit Ponalwasser getränkt (das dann auch noch etwas zusätzliche Klebekraft einbringt). Nach Trocknung wurde mit einem leicht feuchten Pinsel wieder abgetragen, neu befeuchtet, abgetragen, (das könnte ich jetzt noch öfter schreiben), bis schließlich der gewünschte Eindruck entstand. Der wird später noch etwas schmutziger, wenn die Fassade gealtert wird.

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Die Stoßkanten und Verdickungen der einzelnen Streben erhalten später noch kleinere aufgeblühte Roststellen.

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Und ein Blick von innen. Die Spalte am Fensterrahmen sind mittlerweile verschlossen.

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Das zum Hauptgebäude weisende Fenster wird wieder ein Holzfenster, bei dem ich die Fehler der vorherigen zu vermeiden versucht habe.

Das Fenster ist aus mehreren Lagen zusammengesetzt. Von außen beginnt es mit einem umlaufenden schmalen Rahmen, dem eigentlichen Fensterrahmen, dessen untere Leiste dicker und leicht abgeschrägt ausgeführt wird. Das Ganze liegt auf einem breiteren Rahmen auf, der den eigentlichen Fensterrahmen darstellt. Darauf wird eine Vivakscheibe geklebt. auf diese wird wiederum innen der umlaufende Fensterrahmen aufgeklebt. Um das Gnaze wird noch ein dünner Furnierstreifen appliziert, damit man die Schnittkante des Vivak nicht sieht.

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Der Fenstergriff ist wieder aus Draht entstanden, die Blende jedoch diesesmal aus einem Metallstück. Das war mal der Schienenverbinder eines alten Piko-H0-Hohlgleises, der einseitig bereits eine schöne Rundung aufweist. Mich stört immer noch die sehr grobe Struktur des Furnierholzes. Vielleicht hilft hier auch etwas Schuhcreme.

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Schönen Gruß
Volker
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Helmut Schmidt
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Re: Übungsmodul: Auf dem Weg zur Plettenberger Kleinbahn

Beitrag von Helmut Schmidt »

Hydrostat hat geschrieben:Hallo Helmut,

vielen Dank für Deine lobenden Worte; das wird mir ja langsam unheimlich hier. Da gibt's sicher viele bessere Modellbauer als geeignete Vorbilder.
Hallo Volker,

zum Glück heben sich deine Beiträge, mit den darin von dir vorgestellten Arbeiten wohltundend ab und entsprechen damit aus meiner Sicht auch den Forenziehlen.

Wenn etwas wie dein Metallfenster nicht auf Anhieb gelingt, ist das auch kein Problem dieses zu zeigen.
Deshalb hätte ich gern ein Detailfoto von der von dir beanstalteten Verbindung gesehen.
Vielleicht habe ich für die Zukunft ja noch einen Tipp für dich.

Auf jeden Fall ist es für mich ein Genuss, deine Arbeiten auch aus der Nähe und im Detail zu betrachten und ich muss nicht erst auf Abstand gehen um das Ergebnis zu Ertragen.
Helmut Schmidt
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Hydrostat
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Re: Übungsmodul: Auf dem Weg zur Plettenberger Kleinbahn

Beitrag von Hydrostat »

Hallo Helmut,

leider sind die Aufnahmen nicht so berauschend; man kann aber erkennen, was ich meine. Da die Vivak-Scheiben von innen eingelegt werden sollen, darf also gleichzeitig kein Lötzinn eindringen, da ich es aus den Ecken nur schlecht wieder herausbekomme. Hast Du da einen Tipp?

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Ich lasse aber jetzt das PS-Fenster und mache das MS-Fenster gelegentlich mal in Ruhe fertig. Mittlerweile hat auch das Holzfenster seinen Platz gefunden und das Gebäude den ersten Schmutzregen überstanden.

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Es ist vielleicht alles eher eine Frage des Anspruchs als des Könnens?

Schönen Gruß
Volker
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Re: Übungsmodul: Auf dem Weg zur Plettenberger Kleinbahn

Beitrag von fspg2 »

Hallo Volker,
darf also gleichzeitig kein Lötzinn eindringen, da ich es aus den Ecken nur schlecht wieder herausbekomme. Hast Du da einen Tipp?
wenig Lötzinn und Lötwasser - wenn es dann doch zuviel geworden ist, hilft ein Dreikantschaber, mit dem Du vorsichtig das Lötzinn abkratzen kannst. Alternativ kannst Du auch einen alten kleinen Schraubendreher anschleifen und mit diesem genauso vorgehen!

Wenn Dir die Maserung der Fensterrahmen zu grob ist, probiere doch einmal kleine Profil-Leisten aus dem Schiffsmodellbau z.B. Birnbaumbaum oder Nussbaum. Das gibt sie in allen erdenklichen Abmessungen. Zum Schließen der Poren kannst Du anstelle von Schuhcreme auch (Bohner-)wachs nehmen.
Viele Grüße
Frithjof
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Helmut Schmidt
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Re: Übungsmodul: Auf dem Weg zur Plettenberger Kleinbahn

Beitrag von Helmut Schmidt »

Hallo Volker,

wenn ich richtig sehe sehe ich kleine Spalten die sich nicht mit Zinn geschlossen haben.

Erst einmal ist es schon optimal solche Passungen möglichst genau zu arbeiten.
Deshalb möchte erst einmal zeigen, wie sich solche Passungen möglichst einfach erstellen lassen.

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Das T-Profil einfach auf einen winkeligen Holzklotz legen.

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Mit einem Restabschnitt eines Winkel Profils halten und den Abstand mit dem Tiefenmaß eines Messschiebers einstellen.

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Jetzt kann der Überstand mit einer Feile einfach auf Mass abgefeilt werden.

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So erhält man mit einfachsten Mitteln ein sauberes, passgenaues Profilende.

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T-Profilende mit sauberem Übergang.

Sollte diese einmal nicht so optimal gelungen sein, ist noch lange nicht alles verloren.
Eine einfache praktikabel Methode solche Spalten zu verschließen ist, einfach kleine passende Drahtstücke ein zu löten.
Die so geschlossenen Lücken können, dann leicht nach gearbeitet werden.
Aussen ist dieses einfach mit Feile und Schleifklotz möglich.

In den Ecken im Innenwinkel ist das natürlich komplizierter.

Deshalb verwende ich hierfür verschiedenen Stichel was nach meiner Erfahrung noch besser wie mein einem Dreikantschaber geht.

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Stichel ideal zum Nacharbeiten von Lötstellen.
Besonders der kleine Vierkantschaber (der Längste) geht dafür besonders gut.
Helmut Schmidt
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Hydrostat
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Re: Übungsmodul: Auf dem Weg zur Plettenberger Kleinbahn

Beitrag von Hydrostat »

Hallo Frithjof und Helmut,

das mit den eingelegten Drähten werde ich mal versuchen; allerdings mit dem Lötkolben, damit nicht alles wieder auseinanderfällt.

Du hast absolut Recht: Wenn man passgenau arbeitet, lässt sich auch viel besser und sauberer löten. Der Trick mit dem Holzklotz ist gut. Noch einfacher wird es natürlich, wenn man mehrere gleiche Teile benötigt und zusätzlich noch einen Längenanschlag vorsieht; das spart dann das ständige Nachmessen.

Vielen Dank für Eure Tipps!

Volker
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Re: Übungsmodul: Auf dem Weg zur Plettenberger Kleinbahn

Beitrag von Hydrostat »

Hallo zusammen,

weiter geht es mit der Dacheindeckung. Das Pförtnerhäuschen erhält ein sichtbares Regenfallrohr, das den Übergang zur anschließenden Fabrikmauer kaschiert. Dazu erhalten Unterkonstruktion und Regenrinne erstmal den notwendigen viereckigen Ausschnitt.

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Viereckig? Moment mal. Fallrohre sind doch rund. Zur Quadratur des Kreises braucht's nicht viel: Messingrohr 5 mm, etwas 1 mm Kupferdraht und ein Stück 8 mm Rechteckrohr. Der Draht wird kreisrund um das Rohr gelegt und mittels einer darunterliegenden Klemme fixiert. Das Rechteckrohr liegt einfach darauf auf. Das Ganze wird unter großzügigem Loteinsatz verbunden.

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Das Rohteil wird jetzt in die Bohrmaschine eingespannt. Eine im Schraubstock eingespannte Stahlachse dient dabei als als Führung. Dann kann mit Feile und Schleifpapier am laufenden Objekt abgetragen werden, bis ein homogener Übergang entstanden ist. Achtung: Das ist unsachgemäßer Gebrauch und nicht zur Nachahmung empfohlen: Auch nicht, wenn man (so wie ich) immer mit der Laufrichtung abträgt - niemals dagegen. Am unteren Trichterende habe ich versucht, eine Nut einzustechen, um den Übergang vom Trichter zum Rohr darzustellen, der beim Vorbild eingesteckt wäre. Das geht auf einer Drehbank besser; hier werde ich nochmal vorsichtig mit der Laubsäge nacharbeiten.

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Nun wartet das gute Stück darauf, verbaut zu werden.

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Aber erst, wenn auch die Schellen angebracht sind. Die entstehen aus selbstklebender Kupferfolie. Die Ösenschrauben versuche ich nochmal feiner hinzubekommen. Der hier verwendete 0,5er Draht scheint mir auch noch zu dick zu sein. Die Wandstärke des Rohres oder des Trichters ist später an keiner Stelle sichtbar. Das Rohr verschwindet unten in einem üblichen Gußstück, das ich mir auch noch backen muss.

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Ich hätte das Gnze ja gerne anschließend verzinnt, aber das geht aus verständlichen Gründen nicht. Hat vielleicht jemand einen Tipp, womit ich das später einfärben kann? Im Zweifelsfall dann mit der gleichen Farbe wie bei der Dachhaut.

Schönen Gruß
Volker
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Re: Übungsmodul: Auf dem Weg zur Plettenberger Kleinbahn

Beitrag von fspg2 »

Hallo Volker,

ich habe von mehrene Kollegen hier im Forum Tipps dazu bekommen. Helmut´s war der schnellste: Einfach mit Lötpaste alles eingepinselt und mit der Flamme kurz heiß gemacht:


Alter_Lagerschuppen_218 (fspg2)
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Die zuvor angelöteten Rinneisen sind nicht wieder abgefallen. Ich bin immer nur in kurzen Abständen vorgegangen.

Danach kannst Du nach herzenslust altern :-)
Viele Grüße
Frithjof
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Helmut Schmidt
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Re: Übungsmodul: Auf dem Weg zur Plettenberger Kleinbahn

Beitrag von Helmut Schmidt »

Hallo Frithjof und Volker,

das mit der Lötpaste ist sicher grundsätzlich die einfachste Lösung.

Nur gibt es an Volkers Rohr eine neuralgische Stelle und zwar den gelöteten Übergang vom Vierkant auf das Rundrohr.

Da würde die Flamme eher Schaden anrichten.

Ansonsten wende ich die Methode mit dem Verzinnen, bei allem aus Metall gern an.
Helmut Schmidt
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Hydrostat
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Re: Übungsmodul: Auf dem Weg zur Plettenberger Kleinbahn

Beitrag von Hydrostat »

Hallo Frithjof und Helmut,

Operation gelungen - Patient tot. Nein, ganz so schlimm war's nicht:

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Ich habe den Trichter mit Zahnpasta zur Kühlung gefüllt; die Lötstelle ist zwar nicht aufgegangen, der Wärmemeintrag hat aber gereicht, um das Zinn in der Kehle zwischen Vierkantprofil und Draht weglaufen zu lassen. Da das Ganze aber ohnehin vorbildfrei ist, sieht's auch so noch glaubwürdig aus. Die (vmtl. durch Überhitzung) unregelmäßige Oberfläche werde ich mir als Korrosion oder abblätternde Farbe zu Nutze machen müssen. Der Glanz bzw. die Glattheit der Fläche unterhalb des Trichters ist zwar Zufall, passt aber gut, da dieser Bereich noch durch die Dachrinne geschützt ist.

@ Frithjof: Wie hast Du denn diese gleichmäßig matte Oberfläche hinbekommen? ist das gestrahlt?

Schönen Gruß
Volker
Zuletzt geändert von Hydrostat am Mi 14. Nov 2012, 22:38, insgesamt 1-mal geändert.
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