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Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16

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Steffel
Buntbahner
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Anmeldungsdatum: 16.01.2015
Beiträge: 420

BeitragVerfasst am: 17.01.15 00:47    Titel: Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16 Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

ich baue seit geraumer Zeit an einer 03 im Maßstab 1:16. Genau gesagt an der 03 001 wie sie in Dresden steht. Begonnen habe ich damit in der Lehre sprich 2000. Mein Weg war durch viele Misserfolge geprägt so das auch längere Baupausen erfolgten. Richtig begonnen hat der Bau mit der Beschaffung richtiger Maschinen ab 2008. Die einzelnen Miss- bzw. Erfolgsschritte würde ich hier gern vorstellen....

Ursprünglich hatte ich 2000 mit der Fertigung des Barenrahmens begonnen, diesen hatte ich je Rahmenwange aus 2 mal 3mm Blech gefertigt. Ich weiß heute selbst nicht mehr warum ich den Unfug gemacht habe und nicht gleich 6mm Blech je Wange verwendet habe.

Parallel dazu mussten die Räder für die gesammte Lok her; ein Bekannter meines Großvaters drehte mir aus Stahl Scheiben mit Profil und Absätzen. Ich machte mich dann daran die Speichen anzureißen, Bohren, mittels Stegmeißel vorzuarbeiten und dann die Aussparungen auszufeilen...
Eine irre Arbeit, für die Treib-Kuppelräder habe ich pro Radscheibe 21 benötigt. Heute würde ich freilich alles anders machen, aber damals hatte der junge Mensch kein Geld und erst recht noch keine Ahnung. Hatte ich doch gerade in der Lehre zum Industriemechaniker das Feilen erlernt, warum dies nicht anwenden. Und Gedult hatte ich schon damals...


Achse_alt (Steffel)



Die (Achsen) Radscheiben sind heute noch im Einsatz..


Zuletzt bearbeitet von Steffel am 25.01.15 21:24, insgesamt 2 Male bearbeitet
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Steffel
Buntbahner
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Anmeldungsdatum: 16.01.2015
Beiträge: 420

BeitragVerfasst am: 17.01.15 00:56    Titel: Re: Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16 Antworten mit Zitat

Bis 2008 habe ich drei Barenrahmen gebaut. Der Erste war, wie schon erwähnt durch die Blechdoppelung bald nicht mehr meinen wachsenden Ansprüchen gerecht, da einfach der Aufbau nicht dem Original entsprach. Bald wurde von mir ein zweiter gefertigt aus jeweils einem Blechstreifen. Im Vorfeld habe ich eine 1:1 Zeichnung mit der Hand angefertigt. Als der Rahmen fertig war, stellte ich fest das ich einen Zeichnungsfehler begangen hatte; ich hatte aus irgend einem Grund bei der Umrechnung einfach jeweils 10mm zuviel zwischen Treibachse und Kuppelachse vorn und hinten... Natürlich hatte ich genau nach Zeichnung gearbeitet... Also Schrott... Der Dritte entsprach dann richtigen Maßen und Kontur. Nun kamen aber die Schrauben im Rahmen. Durch die Wahl falscher Schraubengrößen gepaart mit Unwissenheit verbohrte ich den Rahmen letzlich.
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Steffel
Buntbahner
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Anmeldungsdatum: 16.01.2015
Beiträge: 420

BeitragVerfasst am: 17.01.15 01:45    Titel: Re: Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16 Antworten mit Zitat

Ab 2008 wurde es dann professioneller; ich schaffte mir eine Drehmaschine an was zu mehr Fertigungsmöglichkeiten führte.
Ich begann wieder das Projekt 03 aufzugreifen. Ich begann diesmal nicht mit dem Rahmen, sondern mit dem vorderen Drehgestell.




Drehgestell_1 (Steffel)



Drehgestell_2 (Steffel)



Drehgestell_3 (Steffel)


Das Resultat konnte sich sehen lassen. Ich hatte die richtige Schraubengrößen gefunden und vorallem einen Zulieferer wo man es bezahlen konnte.
Die Drehmaschine ermöglichte ganz andere Konstruktionen welche funktional und viel näher am Vorbild lagen. Und ich hatte gelernt das Zeichnungen/Skizzen unabdingbar sind da man sonst den Überblick verliert.

Die Bremse ist wie Original aufgebaut und voll funktionstüchtig. Der kleine Pneumatikzylinder besteht aus Messing und arbeitet einseitig (Bodenseite) beaufschlagt. Eine Feder auf der Stangenseite (innen gelegn) stellt den Zylinder wieder in die Ausgangslage zurück. Die Manschette, Da = 12mm, habe ich beim Hydraulikfachman ums Eck geholt. Wenn ich mich recht entsinne waren es ca. 6 €, (beim Planen bisschen auf die Rastermaße achten).

Die Gestänge sind, wie vieles später auch aus Stahl, die Bohrungen alle mit der Reibahle gerieben. Die Bolzen (D = 2mm) sind alle mit einer Querbohrung versehen d = 1mm und mittels Splint gesichert.

Die Gestänge selbst habe ich in einem CAD Programm gezeichnet, dann im Maßstab 1:1 ausgedruckt. Dabei schön die Mittelpunkte der Bohrungen als Kreis mit d = 0,05mm Zeichnen. Dann habe ich die Sachen ausgeschnitten und auf ein Blech geklebt, dadurch war der Anriss schon da. Die Bohrungen wurden angekörnt und gebohrt. Anschließend habe ich die Außenkontur mit der Feile ausgefeilt.

Heut behelfe ich mir bei Radien etwas anders; ich bohre die Löcher, dann drehe ich mir ein Rund mit Zapfen drann. Der Zapfen geht straff in die Bohrung und der größere Durchmesser entspricht in der Hälfte dem zu feilenden Radius. Das Werkstück wird mit der Hilfsvorrichtung gefügt und dann im Schraubstock gefeilt. Dabei kommen sehr gute Ergebnisse (auch zeitlich) gegenüber der Freihandvariante heraus.

Die Bremssohlen sind aus Pertinax gedreht, sprich ein Ring aus dem Segmente herausgetrennt wurden.

Die zu sehenden Räder sind auch aus der Zeit der Anfänge. Allerdings habe ich diese (wie auch alle anderen) außen glatt gedreht und mit einem Radreifen versehen welcher aufgeschrupft ist.

Die Federung ist ebenfalls voll funktional über die seitlichen Traversen. Als Federwerkstoff habe ich V2A verwendet und wie im Original als Plattfederverbund ausgeführt und aufgehangen. Die Lager sind ein geteilter Stahlkörper mit geteilten Messingbuchsen, alles mit Passung.
Die Lagerkörper laufen in Führungswinkeln, was mit der Federung einen guten Lauf verspricht, so hoff ich jedenfalls.
Das Drehgestellt wird wie im Original am Barenrahmen aufgehangen und der Barenrahem stützt sich dann über die Federpakete über die Traversen auf den Achsen ab (später noch zu sehen).
Das einzige was ich abweichend zum Original gemacht habe ist die Aufhängung des Drehzapfen. Dieser ist im Rauchkammerträger seitlich verschiebbar und nicht im Drehgestellrahmen.


Zuletzt bearbeitet von Steffel am 17.01.15 21:47, insgesamt ein Mal bearbeitet
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Steffel
Buntbahner
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Anmeldungsdatum: 16.01.2015
Beiträge: 420

BeitragVerfasst am: 17.01.15 01:54    Titel: Re: Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16 Antworten mit Zitat

Nachdem alles fertig war wurde alles lackiert... Im hintergrund sieht man übrigens die alte Zeichnung vom Rahmen, Blatt 2 für die Bohrungen...


Drehgestell_4 (Steffel)



Drehgestell_5 (Steffel)



Drehgestell_6 (Steffel)


Ich versuche über die Zeit den Bericht zu vervollständigen und dann auf dem Laufenden zu halten. Der aktuelle Zustand ist; Barenrahmen mit Triebwerk ist fertig und funktionstüchtig etc. und arbeite gerade am Rauchrohrkessel. Es wird eine Weile dauern bis die Berichterstattung aktuell ist.... Mfg
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giovanni
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Anmeldungsdatum: 01.06.2003
Beiträge: 628
Wohnort: Kt. Aargau / CH

BeitragVerfasst am: 17.01.15 22:02    Titel: Re: Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16 Antworten mit Zitat

Hallo Steffel,

also meinen grossen Respekt hast du. Bis jetzt eine Superarbeit. Ohne CNC ?
Welche Spur baust du denn ? Feuerung ? Ich bin weiterhin gespannt

gi
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Steffel
Buntbahner
Buntbahner


Anmeldungsdatum: 16.01.2015
Beiträge: 420

BeitragVerfasst am: 17.01.15 22:04    Titel: Re: Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16 Antworten mit Zitat

Als das vordere Drehgestell fertig war machte ich mir zum vierten Mal Gedanken über den Rahmen. Ich zeichnete ihn in einem CAD-Programm und ließ ihn mittels Laser schneiden. Ich kann diese Vorgehensweise nur empfehlen, mit einer Ausnahme: Durch den thermischen Eintrag beim Lasern kommt es zu Verzug. Dem könnte man entgegnen indem man die Teile gespiegelt fertigen lässt und somit der Verzug gegensätzlich ist. Eine bessere Variante wäre die Teile mittels Wasserstarh schneiden zu lassen, was aber etwas teuerer ist. Beide Rahemenwangen haben mich inkl. Material ca. 55 Euro mittels Laserschneiden gekostet.


Rahmen_1 (Steffel)
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Paddle Steam
Buntbahner


Anmeldungsdatum: 18.02.2007
Beiträge: 31
Wohnort: Dresden

BeitragVerfasst am: 17.01.15 22:11    Titel: Re: Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16 Antworten mit Zitat

Hallo Steffel,

dass ist ganz große Klasse, was du uns hier vorstellst!!!

Prima...berichte bitte weiter!

Gruß Micha
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Steffel
Buntbahner
Buntbahner


Anmeldungsdatum: 16.01.2015
Beiträge: 420

BeitragVerfasst am: 17.01.15 22:37    Titel: Re: Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16 Antworten mit Zitat

Danke Micha.

Vor der Drehmaschine hatte ich mir für kleine Arbeiten eine Fräse beschafft welche damals auf dem Baumarkt zu erhalten war. Diese kam nun immer mehr zum Einsatz.
Vorher hatte ich Abstandshalter gedreht um diese wärend der Bauphase des Rahmen als Abstandshalter sowie die Lage der Rahmenwangen zueinander zu gewährleisten. Das Rahmendeckblech ist senkrecht mit einem Winkel vernietet. Wagerecht ist der Winkel wiederum mit der jeweiligen Rahmenwange verschraubt. Wer hier gute Ergebnisse erzielen will sollte die Bohrungen von Nieten und Schrauben, mit der Fräse anfertigen. Sprich die Teile aufspannen und die Abstände auskurbeln -> Position anfahren->mit Zentriebbohrer anbohren->nächste Position anfahren usw. Dann die Angebohrten Löcher fertig bohren. Den meisten wird diese Vorgehensweise schon bekannt sein.

Rahmen_3 (Steffel)
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Steffel
Buntbahner
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Anmeldungsdatum: 16.01.2015
Beiträge: 420

BeitragVerfasst am: 17.01.15 22:41    Titel: Re: Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16 Antworten mit Zitat

Die Achsen solllten gleich dem Vorbild im Rahmen eingebracht werden.
Darum fräste ich Achslagerführungen (mit Aufmaß) und lötete diese im Rahmen ein. Anschließend wurde der ganze Rahmen auf der Fräse aufgespannt um anschließend die Achsgabeln, auf jeweisl drei Seiten, auszurfäsen. Besonders wichtig ist; die Zustellung parallel zur Achse immer gleich zu belassen. Dadurch hat man die Garantie das die Achsen parallel zueinander sind.

Rahmen_2 (Steffel)
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Hendric
Buntbahner


Anmeldungsdatum: 04.11.2013
Beiträge: 73
Wohnort: Minden

BeitragVerfasst am: 17.01.15 22:42    Titel: Re: Baubericht Dampflok 03 001, Rostfeuerung, M1:16 Antworten mit Zitat

Noch ein 1:16er Lachend
Steffel genial was du auf die Beine stellst, werde deinen Baubericht weiter verfolgen.

_________________
MfG Hendric
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