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Dampf & Diesel - Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen


RoadRunner - 10.09.10 19:20
Titel: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Hallo zusammen,

ich bin seit kurzem glücklicher Besitzer einer Beck Livesteam Lok ANNA
(auf dem Trödelmarkt erworben) und habe nun das Problem das
der originale Gasregler fehlt.
Versucht habe ich es mit einem Wilesco Ventil, das aber leider undicht ist..
Eine direkte Zuleitung zum Brenner bringt zwar etwas Fortschritt, aber auch keinen so wirklichen:

Ich befülle den Tank, zünde am Kamin.
Die Flamme schlägt durch, nur nach 5 Minuten ist der Kessel immer noch komplett kalt...Gas zischt aber hörbar durch..
Beck ANNA (RoadRunner)


Wer könnte mir mit diesem Problem weiterhelfen?

schonmal vielen Dank,

RoadRunner
Davaaser - 10.09.10 23:39
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Hallo Roadrunner,

also, du hast die Möglichkeit, selber einen Gashahn zu bauen, oder einen zu kaufen.
Die üblichen Bezugsquellen halt, je nach Vorliebe und Geografischer Wohnlage.
In DE sind da Regner, Reppingen, Herrman und sicher noch einige mehr....
Vermutlich kommst du aber weiter, wenn du mal dort anrufst und dir mal einen
Vorschlag machen lässt, was der Einbau und das Einstellen des Brenners kosten würde....
Oder ganz brutal gesagt, Geduld und Eigenleistung oder Geld und schnellen Erfolg...

Gruss und viel Glück
Ernst
RoadRunner - 11.09.10 09:34
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Erstmal danke für die Antwort.
Das heißt ich brauche einen Gashahn, weil der sonst zuviel Gas bekommt?

Weil er zündet ja offenbar durch geht dann aber sofort wieder aus..

Gruß
Dampfer - 11.09.10 15:32
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
die frage ist auch.... wo brennt das Feuer..... im brennerrohr oder vorne in der Rauchkammer... wenn es in der Rauchkammer brennt bleibt der Kessel kalt und deine Leitungen vorne gehen kaputt....
RoadRunner - 11.09.10 15:52
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Das Problem ist das das Feuer durchschlägt und sofort wieder ausgeht, sprich
brennen tut überhaupt nichts weder vorn noch hinten.

Die Frage ist jetzt ob sich die Beschaffung eines neuen Tanks bzw neuen Ventils
überhaupt lohnt, weil ich nicht weiß obs dann geht?
schmalspur17 - 11.09.10 19:27
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Eigentlich lohnt es sich immer!

Ich würde Dir aber dringend empfehlen, vor weiteren Versuchen mit der Lok einen Fachmann aufzusuchen und die ganze Geschichte begutachten, da Du so auf die Distanz (auch mit vielen gut gemeinten Ratschlägen) das Problem nicht lösen kannst, vor allem wenn Du eventuell keine Erfahrung hast.

Ich weiss nicht, aus welcher Gegend zu kommst, aber es gibt sicher irgendwo einen Fachmann für Echtdampfloks in Deiner näheren oder weiteren Umgebung. Solltest Du aus der Schweiz oder Süddeutschland kommen, kannst Du Dich auch am mich wenden, sonst kann Dir sicher jemand einen Tipp geben.

Dampfende Grüsse
Markus
Florian - 11.09.10 21:57
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Hallo Roadrunner

Also grundsätzlich stimmt das Gemisch nicht wenn die Flamme nicht brennt. Also du hast dann entweder zuviel oder zuwenig Sauerstoff. Das kann man beeinflussen, wenn man den Düsenstock von der Halterung löst (falls das bei dir möglich ist) und dann etwas hineinschiebt oder rauszieht. Der Effekt ist, dass dann entweder mehr oder weniger Sauerstoff vom Gasstrahl mitgerissen werden kann und so das Gemisch genau richtig eingestellt wird (Dann nämlich, wenn es gut brennt)


Vielleicht kannst du bereits das Feuer zum Brennen bringen, wenn du dir ein Gasventil besorgst, mit welchem du die Gaszufuhr etwas drosseln kannst zum Zünden. Manchmal geht das Zünden schwer, aber wenn der Kessel dann mal warm ist brennt das Feuer möglicherweise besser. (Oder wenn der Brenner richtig brennt)

Gibt es z.B. von Regner oder auch anderen Dampfzubehör-Anbietern.


Hilfreich wären ein, zwei Fotos vom Brenner selbst, dann kann man viel gezielter Ratschläge geben als wenn man nicht weiss wie das Ganze denn überhaupt genau aussieht...

Gruss Florian
ateshci - 12.09.10 19:15
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
@roadrunner,
Das Brennergehäuse hat doch einen Ring mit Schlitzschraube, der die Gasdüse hält. Diese muß ziemlich weit ( also ca. 2/3 der Luftzufuhrlöcher müssen frei sein ) nach hinten gestellt werden. Justiere mal diese Einstellung, indem Du die Düse mal ein wenig nach vorne, oder wenn sie wirklich drin steckt ( was ich vermute ), nach hinten schiebst. Wichtig ist auch, daß der Silikonschlauch fürs Gas wirklich mit dem Kabelbinder 'knallfest' an den Stutzen hängt.
Zum Gasauslaßventil: Was ist denn daran kaputt? Beschreibe mal genauer, was damit los (oder fest Winke ) ist.
Gruß vom Heizer
RoadRunner - 13.09.10 11:49
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Danke euch!

@schmalspur17 Ich komme aus dem Ostalbkreis.

@Florian Ja das mit dem Gemisch ist klar, nur die Regulierung ist etwas schwierig Sehr glücklich.
Anbei ein Foto des Brenners(schon das richtige?^^):

Brenner ANNA (RoadRunner)


@ateshci ja ehm..siehe Bild... fehlt da ein Stück?! Hat mich schon gewundert dieser große Luftspalt, gehört der so?

Ja das Gasauslaßventil..Das fehlt komplett, bekomme den Tank hinten auch schlecht dicht.. Ein Absperrventil von Wilesco hab ich als Ersatz versucht, das scheint aber nicht Gasdicht zu sein.

Gruß
ateshci - 13.09.10 13:26
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
@roadrunner -
Ja, da fehlt ganz sicher was!
Solche Brenner nennt man Gas-Injektorbrenner.
Deiner ist irgendwie 'nachgebastelt'
Also das äußere Injektorrohr fehlt, dadurch wird keine Luft angesaugt und zugemischt . Daher kann die Flamme nicht im Inneren des Flammrohrs brennen.
Auch kann ich keine Düse erkennen.

Hier mal zum Vergleich, wie es aussehen müsste:

Brenner1 (ateshci)



Brenner2 (ateshci)

giovanni - 13.09.10 14:22
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Road Runner,
diese Art des Einbaus nennt sich "kalte Düse" und wird bei vielen Campinggrills verwendet. Die Düse muss dort sein wo man etwas die verzinkte Mutter sieht. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Düse mit Oxyd verstopft ist. Halte ein Stück Papier zwischen Kessel und Düse und öffne das Gas. Flattert das Papier, dann kommt Gas und dann müsste es eigentlich brennen. Wenn nicht, dann Düse reinigen.
gio
ateshci - 13.09.10 16:05
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Tut mir leid, aber man möge mich eines Besseren belehren:
Kein Brenner ist in der Lage, eine Flamme in einem Rohr zu erzeugen, wenn nicht vor der Flammzone, d. h. Austritt der Düse, die Verbrennungsluft dem Gas zugemischt wird. Bei roadrunners Foto ist das nicht zu sehen, ergo kann die Flamme nicht im Flammrohr brennen und damit das Kesselwasser aufheizen.
Gruß vom Heizer
giovanni - 13.09.10 16:21
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
ateshci,
ja dann ist es so, dass Du noch dazu lernen musst.Die Luft wird genau in der Zone zwischen Düse und Brenner zugeführt. Und eben diese Bauweise heisst "kalte Düse" weil sie eben rel. kalt bleibt. Falls Du noch immer das Gefühl hast Recht zu haben, kontrolliere es bei diversen Gasgrills.
gio
Florian - 13.09.10 16:32
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Hallo ateshci
Also ich sehs genauso wie Giovanni, die Luft wird nämlich zwischen dem Winkel und dem Loch beim Kessel angesaugt. Nur, dass hier der Düsenstock nicht wie bei Regner oder ähnlichen ausgeführt wurde, sondern mit einem einfachen Blechstreifen. (welcher hinten abgewinkelt wurde)

Allerdings frage ich mich grade wie das denn aussieht wenn mans wegnimmt.
Road Runner: Demontiere doch mals das "Blech" welches mit einer Schraube im Kabinenboden befestigt wird. Dann würd ich sagen sollte man den Brenner entfernen können. Nun kannst du ja mal testen, ob der Brenner ausserhalb der Lok sauber brennt.

Bei dir ist das wohl so gedacht, dass man dieses Blech (also das welches oben halbrund ist, und wo der Winkel mit Drüse dran ist) vor und zurückschiebt und so die Sekundärluft für den Brenner einstellt.

Gruss Florian
giovanni - 13.09.10 17:08
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Florian,
ja so langsam dämmerts. Der effektive Brenner ist vermutlich das messingfarbene Rohr als Schlitz-oder Lochbrenner ausgeführt. Der wird ausgebrannt sein.
gio
ateshci - 13.09.10 19:01
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Den Brenner kann man entfernen, wenn man die oberhalb der Rohröffnung sichtbare Sechskantkopfschraube löst. Was ich eben auch nicht gesehen habe, ist, daß das Brenndüsengehäuse in das Flammrohr eingeschoben ist. Allerdings bin ich immer noch der Meinung, daß ein Teil im Mischbereich fehlt.

Noch ein Nachtrag:
http://www.hielscher-dampfmodelle.de/cms/index.php?page=shop.browse&category_id=83&option=com_virtuemart&Itemid=38

da werden Sie geholfen...
Gruß vom Heizer
Michael Saettler - 17.10.10 21:14
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Hallo zusammen,

die Anna hat es mittlerweile in meinen Lokschuppen verschlagen. Nach einer ersten Untersuchung kann ich sagen, dass der Brenner incl. Düse sich im originalen Zustand befindet. Die Ursache für Roadrunners Probleme mit dem Brenner war der undichte Gastank. Die eigenartig konstruierten Gastanks von Beck haben mit der Zeit alle das gleiche Problem.
Ralph Reppingen hat mir einen Ersatztank mit fast doppeltem Volumen geliefert. Der Brenner tut wieder seinen Dienst. Ich hoffe, dass die Anna in den nächsten Tagen eine erste Testfahrt machen kann.

Machts gut

Michael
mabaadre - 13.10.20 18:46
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Meine Erfahrungen beim Umgang und Umbau meiner Beck´schen „Anna“


Hallo Echtdampfer, und solche, die es werden wollen,

Ich möchte das Thema Becksche „Anna“ noch einmal aufgreifen, weil bei eBay immer wieder mal solche Lokomotiven und ihre Schwester „Helene“ angeboten werden.

Einerseits will ich auf Mängel hinweisen und andererseits ein paar Anregungen für Verbesserungen geben.

Meine „Anna“ habe ich vor einigen Jahren recht günstig bei eBay ersteigert.

Erste Erfahrungen mit Echtdampfbetrieb hatte ich mit Selbstbauten mit „Wilesco-Zylindern“ gesammelt. So z.B. auch einem Nachbau des von R. Reppingen in der Zeitschrift „Gartenbahn“ erschienen Bauplans der „Simplex“.

Das geweckte Interesse und die Möglichkeit eine „Anna“ im eBay zu ersteigern, ließen mich dann doch nicht los, und ich kaufte meine Lok.

Meine Lokomotive wurde 1979 von der Fa. Ch. Beck, Kassel, gebaut.
Sie verfügt über eine Slipexcentersteuerung, die durch Anschieben in die jeweilige Fahrtrichtung aktiviert wird und als Besonderheit Teflonkolben.
Unschön empfand ich das riesige Manometer.

Als ich meine Lokomotive das erste Mal in unserem Hof auf einem LGB-R1-Kreis erprobte, drehte sie einige Runden.
Sie lief vorwärts etwas schlechter als rückwärts, aber sie lief.

Aber schon beim zweiten Anheizen kam aus dem Gasventil eine ca. 1,5 bis 2m lange Stichflamme.
Zum Glück stand keiner der Zuschauenden (vor allem Kinder meiner Nachbarn) in deren Richtung.
Also hieß es erst einmal die ganze Aktion abbrechen!

An einem anderen Tag versuchte ich noch einmal, die Lok anzuheizen.
Das gleiche Ergebnis – nur, dass keine Zuschauer da waren.

Nun galt es, die Ursache zu ermitteln.
Ich recherchierte in einschlägigen Zeitschriften und im Netz und fand heraus, dass der Gasregler nicht nur mir Probleme bereitete.
Offensichtlich war die Bauart eine Fehlkonstruktion.
R. Reppingen hatte für einen anderen „Anna“-Besitzer gleich einen neuen Gastank gebaut.

Der Gastank befindet sich auf der Fahrerseite unter dem Wasserkasten und ist an diesem angeschraubt. Das Gasnachfüllventil befindet sich auf der Wasserkastenoberseite.

Zum Ausbau des Tanks muss das Fahrerhaus und der Gasschlauch vom Brenner entfernt werden.
Ich baute also den Gastank aus.

Nachdem ich den Brenneranschluss mit einem Blindstutzen verschlossen hatte, drückte ich ihn mit 3bar ab. Am zugedrehtem Gasregler perlten Wasserbläschen.
Das war ein Zeichen dafür, dass er schon im geschlossenem Zustand undicht war.
Und als ich ihn nur leicht (1/4 Umdrehung) öffnete, kam ein dünner Wasserstrahl heraus.
Ich baute also den Regler aus.
Der bestand aus einem dünnwandigem Rohr mit 6mm Durchmesser. Oben – etwa in der Mitte – befand sich die Gasentnahmebohrung des Tankraums. In dem Rohr war eine Spindel mit Nadel, die mit ihrer Spitze gegen den Gasentnahmestutzen mit Entnahmeröhrchen drückte.
Auf der gegenüber liegenden Seite ragte die Spindel an der Tankvorderseite, die durch den Wasserkasten abgedeckt wurde, heraus und besaß einen riesigen Drehknopf.
K800_new-4 (mabaadre)

Auf ihr war nur ein dünner 0-Ring als Dichtung vor einem Überwurf angebracht. Schon ein Quetschen desselben hätte Gas entweichen lassen.

Also Vorsicht bei der ersten Inbetriebnahme!

wird bei Interesse fortgesetzt
berndkreimeier - 14.10.20 08:43
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
GuMo Manfred,
danke das du diesen Thread noch einmal aufgefrischt hast, sieht man doch die beiden "Beck's" immer wieder als Angebot im Netz.
Ja, führe bitte deinen Bericht fort.

LG Bernd
Michael Saettler - 14.10.20 10:30
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Hallo zusammen,

mittlerweile befindet sich neben der im Thread vorgestellten Anna, die mit neuem Gastank und Manometer von Ralph Reppingen ausgestattet wurde, eine weitere der alten Damen im Originalzustand auf meiner Anlage.
Bei der letzteren musste ich nur Dichtungen austauschen. Beide laufen sehr sanftmütig und entsprechen dem englischen "smooth runner".



Ein dritte Anna in Grün und mit RC habe ich ebenfalls mit Teilen von Ralph aufgearbeitet, dann aber leider verkauft... Heulend

Macht's gut
Michael
mabaadre - 14.10.20 10:39
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Guten Morgen,

also weiter:

Das veranlasste mich, aus vorhandenem Ms-Vierkantrohr 20x40x70mm mit 1mm Wandstärke einen neuen Gastank zu löten.
Beim Abdrücken mit 10bar blähte er sich auf. Also ab in die Schrottkiste. Ich hatte vergessen, auf die Länge Zuganker zu setzen. Das passierte mir beim Bau des Folgetanks nicht noch einmal.
Einen Gashahn baute ich ebenfalls selbst. Dafür gibt es genügend Unterlagen.

Als Gaseinfüllventil setzte ich ein solches mit Feingewinde M5x0,5 ein. Zusätzlich habe ich eine Stutzen für ein Schnellfüllventil vorgesehen.
Der neue Gastank befindet sich nun auf der Heizerseite, weil ich auf der Lokführerseite die Servos für den Dampfregler und die Pfeife unterbringen musste.
K800_new-5 (mabaadre)

Aber dazu später mehr.

Nun lief sie erst mal wieder. Aber die Dampfentwicklung war mir nun doch zu schwach. Ob es an der Justage des alten Brenners mit seiner "kalten Düse" lag, ich weiß es nicht und habe da auch nicht lange gefackelt.

Dieses Bild vom Originalbrenner wurde von RoadRunner 2010 hier schon mal veröffentlicht.
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Ich baute also einen Rohrbrenner mit vielen kleinen Löchern (fragt mich bitte nicht wie viele genau) mit Steckflansch und Mischkammer. Der macht nun genug Dampf.
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Was war das bloß für ein riesiges Handrad am Dampfregler, genau so groß im am Gasregelventil! (siehe Bild 4)
Das ging gar nicht. Also ersetzte ich die ganze Reglerspindel durch eine neue, der ich gleich einen Hebel verpasste, der auch für eine geplante Umrüstung mit einer Fernsteuerung genügen sollte.
Aber wie gesagt, dazu später mehr.
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Als nächstes dachte ich, dass die Rauchkammer eine Tür bräuchte, damit man auch mal das Flammenbild des Brenners betrachten kann. Klar, das Prallblech des Brennerrohres verhindert ein wenig die Sicht, aber man kann die Flamme noch sehen. Und da mir der nur aufgeschraubte Deckel nicht gefiel, sägte ich kurzerhand die Rauchkammerfront auf. Die neue Rauchkammertür entstand aus einer etwas gedängelten Ms-Scheibe und einer der Materialstärke des Rauchkammerbleches entsprechenden Scheibe. In diese wurde zentriert ein Loch für die Aufnahme der Zuhalteschraube mit Hebeln eingebracht und zwei schmale Ms-Streifen als Scharnierbänder hart aufgelötet.
Die Rauchkammertür wird in zwei auf die Rauchkammer hart aufgelötete Röhrchenabschnitte mittels einem Stahlstift fixiert. Die Rauchkammer erhielt noch ein Langloch, in das der innere Schließhebel greift.
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Da mich das Runterlaufen des Kondenswassers auf die Schienen nervte, habe ich auch noch die Rauchkammerstütze, die als abgewinkeltes Blech seitlich offen war, so verlötet (hart), dass sie nun einen Kasten bildet.
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Dieser wird als Kondensbehälter genutzt und erhielt ein verschließbares Ablaufröhrchen. Das bedingte aber auch, dass die Bohrung im Rauchkammerboden vergrößert werden musste, in die nun geschlossene Rauchkammerstütze ein Abdampfröhrchen gelötet werden musste.
Ich habe die Haltemuttern durch Hutmuttern, die ebenfalls eingelötet wurden, ersetzt.
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Später wurde dann noch ein Chuffer eingesetzt, dessen Wirksamkeit mich aber noch nicht so richtig überzeugt.
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Damit war der Umbau der Rauchkammer abgeschlossen.

Es kam die Zeit, da überlegte ich, wie ich das angenietete Dach anders befestigen könnte.
Ich wollte es öffnen können, um besser an die Armaturen und die noch einzubauenden Fernsteuerungselemente zu kommen. Da es mit den für Beck üblichen Blindnieten angenietet war, musste ich mir etwas einfallen lassen.
Versuche mit Scharnieren brachten nicht das Ergebnis. Da fielen mir in meiner Bastelkiste u-förmige Schienchen, die ich aus einem Regenschirm recycelt hatte, in die Hände. Schnell war der Gedanke geboren, diese als Führungen für ein Schiebedach umzufunktionieren.
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Löten ließen sie sich nicht, da das Dach aus Alublech gefertigt ist. Also wurden sie mit Metallkleber angeklebt und nur an der Rückwand des Fahrerhauses zwei kleine Langschlitze eingebracht. Nach vorn bildet eine Dampfpfeifenimitation einen Anschlag.

Später baute ich ein neues Dach aus 0,5er Ms-Blech, das zusätzlich eine aufklappbare Dachluke enthält (Bilder folgen am Ende des Berichtes in der Gesamtansicht).

Und wie das so ist, werkelt man einmal, kommt bald ein neues Vorhaben.
Das nächste war dann die Fahrzeugbeleuchtung.
Nachdem ich verschiedene Fertigprodukte gekauft hatte und diese mir zu „mickrig“ aussahen, fertigte ich aus vorhandenen Cu- und Ms-Rohren sowie Ms-Blech und -draht, selbst welche an.
Diese wurden vorn auf das Umlaufblech mittels der vorderen Zylinderschrauben und am Führerhaus hinten befestigt. Eine hatte ich noch auf dem Rauchkammerscheitel, aber da ließ die Wärmestrahlung die Makralonscheibe – nicht aber die Leuchtdiode – schmelzen. Also weg damit und nur mit vier Lampen ausgerüstet.
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Da ich nun einmal mit Leuchtdioden arbeitete, habe ich das dickwandige Rohr des Wasserstandes oben angebohrt und mit einem Feingewinde M5x0,5 versehen. In diese Bohrung kam dann eine Wasserstandbeleuchtung.
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Somit war erst mal der elektrische Teil - ohne die Fernsteuerung - abgeschlossen.


Fortsetzung folgt.
mabaadre - 15.10.20 11:07
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Fortsetzung


Da nun der Lok aber noch eine Pfeife fehlte und im Dampfdom, das das Sicherheitsventil trägt ein Anschluss möglich sein musste, habe ich dort ebenfalls linksseitig ein Loch gebohrt und darin mittels M5-Feingewinde einen abgewinkelten Rohranschluss eingebracht. Von dort geht eine 2mm-Rohrleitung zum Dampfpfeifenregler. Dieser wird, wie der Dampfhahn auch, mittels Miniaturmetall-Servo betätigt.
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Nun noch ein Wort zur Dampfpfeife.
Ich habe mir statt des Kaufs einer teuren Dampfpfeife eine s.g. Hundepfeife für unter 3.- € gekauft. Die Annahme, man höre da keinen Pfiff, ist falsch. Sie lässt sich durch hinein- oder herausschrauben in der Tonhöhe sogar verändern. Das Einbringen eines M5-Feingewindes gewährleistet die Verbindung zum Ventil. Die Pfeife hat unter dem Kessel im Bereich der Wasserkästen ausreichend Platz und ist so „unsichtbar“.
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K800_new-19 (mabaadre)

Außerdem habe ich ein kleines Regner-Manometer mit Syphon, eine Dampfspeisenpumpenimitation, und eine Glocke angebaut.

Und nun zum Einbau der Fernsteuerung.

Ich habe eine Vierkanal-2,4Ghz Anlage, mit der ich die Dampfzufuhr, die Beleuchtung incl. Fahrtrichtungsbeleuchtungsumschaltung und die Dampfpfeife betätige.

Hier die Befestigung des Dampfregelservos.
Zuerst hatte ich den aus Ms hergestellten Servoträger an die Halteplatte des Typenschildes, die Bestandteil der Kesselrückwand ist, befestigt.
Hier war jedoch die Wärmeübertragung des Kessels trotz Teflonisolierung zu hoch.
Deshalb habe ich mich für Stehbolzen mit einer 1mm Teflonplatte entschieden, auf der der Trägerwinkel für das Servo befestigt ist.
Die Wärmeabstrahlung vom Kessel ist sehr gering.
Wie auf dem Bild auch zu sehen ist, befindet sich auch die Pfeife im rechten und das Pfeifenservo im linken Wasserkasten.


Der Empfänger befindet sich mittels selbstklebendem Klettband an der Fahrerhausinnenrückseite. In der gleichen Befestigungsart habe ich das Multiswich unter diesem an der rechten hinteren Rahmenwange außen befestigt.
Für die Wasserstandsbeleuchtung nutze ich eine 3V-Knopfzelle 2020, die ebenfalls in dieser Befestigungsart in einem dazugehörigem Halter am Boden des Fahrerhauses angebracht ist. Die Akkus wurden zwischen den Rahmenwangen untergebracht.

Nun noch meine noch zu erledigenden Maßnahmen (man ist ja mit einem Umbau nie restlos zufrieden):

Als nächstes sollen dann die Lok und meine Wagen mit den von mir aus Spezialharz (Metall-2-Komponentenharz) selbst gegossene – an die sächsische Schmalspurbahn angelehnten Kupplungen - versehen werden.
K800_new-20 (mabaadre)


Außerdem ist sie noch zu beschildern. Auch ein paar Leitungsimitationen werden noch folgen.
Da die Fahrtrichtungsumsteuerung der „Anna“ mittels Slipexcenter erfolgt, habe ich hier keine Änderung vorgenommen.
Da der Aufwand, die Zylinder mit einer Umsteuerung auszustatten nicht zu hoch, und auch nicht unmöglich ist, werde ich mich wohl mit diesem Vorhaben auseinander setzen.

Von einem Anbau von Bremsen und Zylinderentwässerungen sehe ich ab.
Eher würde ich den Zylindern zu den vorhandenen Teflonkolben noch Teflonschieber gönnen.

Damit beende ich meinen Bericht.
Ich werde noch in paar Fotos einstellen und hoffe, einige "Anna"-Besitzern und künftigen Eignern ein paar Informationen und vielleicht auch Anregungen übermittelt zu haben.
AureaOlivas - 13.11.20 08:55
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
That's nice! How much is the price in the flea market? It looks like it functions like a real train haha totally a collection but also a source of entertainment for collectors. You might wanna check its source, maybe it is where the problem is coming from. Or try going back where you bought it.
mabaadre - 13.11.20 09:01
Titel: Re: Chr. Beck Kassel ANNA - Einige Fragen
Hello Aurea,
yes, it is a real steam locomotive. I don't have any more problems with her.
The average market price is around € 500.

regards

Manfred B.

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