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Vorbilder - Straßenverkehr in der Epoche 3


Schienenbus - 26.01.09 21:40
Titel: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen!

Angeregt durch den Bericht über günstige Nutzfahrzeugmodelle von Tobias "T20" möchte ich mich nun ein wenig über die Straßenfahrzeuge im Deutschland der frühen Nachkriegszeit auslassen....
Ich selbst habe zwar diese Zeit nicht miterlebt, ich bin aber mit dem Oldtimervirus meines Vaters aufgewachsen und damit auch untrennbar verbunden... Wir beide interessieren uns hauptsächlich für die Fahrzeuge zwischen den Kriegen und der unmittelbaren Nachkriegszeit. Für den Modellbahner also die Epochen 2 und 3a.
Nun möchte ich euch, anhand von Fahrzeugen der Borgward-Gruppe, in diese Zeit entführen.
Die Automobilfabrik von Carl F.W. Borgward in Bremen Sebaldsbrück lag wie alles deutschen Unternehmen 1945 in Trümmern. Borgward selbst war als ehemaliger Wehrwirtschaftsführer in US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Die verbliebenen Mitarbeiter räumten die Trümmer weg und versuchten zu retten was zu retten war. Durch diese Initiative konnten ab 1946 wieder leichte LKW's gebaut werden. Dies war allerdings durch die Besatzungsmächte strengstens verboten. Erlaubt waren jedoch Reparaturen sowie die Instandsetzung von kriegsbeschädigtem Gerät. Borgward wurde 1948 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Bereits in der Gefangenschaft konstruierte er jedoch Fahrzeuge mit denen er wieder ins Geschäft einsteigen wollte. Da Material nur über Bezugsscheine in geringen Mengen zu bekommen war, firmierte er seine Firma um. So schuf er drei Firmen um an die dreifache Materialmenge zu kommen. Für die Fertigung von Kleinwagen waren ab sofort die Lloyd Motorenwerke zuständig. Goliath fertigte Mittelklassewagen und Kleintransporter und die Carl F. W. Borgward Motoren- und Fahrzeugwerke produzierten Wagen der Oberklasse und mittlere LKW's.

Bereits im März 1949 gingen der Borgward Hansa 1500 als Oberklasselimousine und der Goliath GD750 bei den Kleintransportern in Serie. Diese beiden Fahrzeuge sind auch die ersten deutschen Fahrzeug Neuentwicklungen nach dem Kriege!

Borgward Hansa 1500 (Schienenbus)



Goliath GD750 Reklame (Schienenbus)


Da deutsche PKW Neuentwicklungen nicht mehr wie 1500ccm Hubraum haben durften, war der Hansa 1500 der größte deutsche Wagen. Diese Einschränkung wurde erst 1951 aufgehoben. Die deutsche Industrie warf daraufhin sofort große Wagen auf den Markt (Opel Kapitän, Mercedes 220a, Borgward Hansa 2400 Sport, BMW 501)...

Automobile waren damals sehr teuer. 1950 verdiente ein Angestellter zwischen 40 und 50 Pfennig die Stunde. Das Grundgehalt lag bei ca 250 Mark. Ein Hansa 1500 lag bei einem Grundpreis von 8400 Mark. So wie er auf dem Bild zu sehen ist kostete er 11500 Mark. Dem Durchschnitts-Deutschen blieb also nur ein Fahrrad oder ein kleines Motorrad. NSU war zu jener Zeit der Welt größte Motorradhersteller. Die beliebtesten Maschinen hatten zwischen 98cccm und 250ccm Hubraum. Also irgendwo zwischen 3 und 12 Ps...

Milchkannen Fahrrad (Schienenbus)


Für Gewerbetreibende gab es ein Vielzahl von kleinen Lasteneseln. Die meisten Hersteller waren jedoch nur regional vertreten und verschwanden deshalb recht schnell wieder. Marktführer war Goliath. Der GD750 (Goliath Dreirad 750 Kilo Nutzlast) war mit einem guten Dutzend Aufbauten Lieferbar!



Goliath GD 750 Marktplatz Bremen (Schienenbus)



Goliath GD 750 Viehtransporter (Schienenbus)

Werks-Werbefoto eines Goliath GD 750 Viehtransporters

Goliath GD 750 Woodi (Schienenbus)

Werks-Werbefoto eines 1949 Goliath GD 750 Woodi

Fahrzeuge dieser Art waren klein, nahezu unverwüstlich und billig in der Anschaffung und im Unterhalt. Mit diesem Verkaufserfolg konnte nur noch der Tempo aus den Hamburger Vidal & Sohn Werken mithalten.
Als der VW Transporter, ab Mitte der 50er Jahre, in größeren Stückzahlen verkauft wurde begann das Sterben der kleinen Hersteller. Bei Goliath und Tempo ging man zu Transportern auf vier Rädern über.



Glas Goggomobil Transporter (Schienenbus)



Goliath Express Reklame (Schienenbus)



Goliath GV800 Reklame (Schienenbus)



Der VW überrannte jedoch alle seine Mitstreiter. Borgward, Goliath und Lloyd gingen 1961 unter. Tempo wechselte mehrfach den Besitzer um schließlich von Hanomag übernommen im Daimler Konzern unterzugehen... Um nur einige Beispiele zu nennen.

Aber wer fuhr was????
Mein Großvater lebte in Bremen. Er war während des Krieges Leitender Ingenieur bei den Bremer Focke Wulf Flugzeugwerken. Neben einem Kapitän der Handelsmarine fuhr er den einzigen PKW in der Straße. Seinen DKW musste er jedoch 1940 still legen. Die zugeteilte Spritratition reichte nur noch für ein Motorrad. Seine Wahl fiel auf eine DKW RT 100 mit 98ccm und 2,5 Ps Leistung. Diese Maschine fuhr er bis 1952. Nach dem Krieg war die DKW das einzige Motorfahrzeug in der Straße. Noch 1950 fuhr er, mit meinem Vater hinten drauf, damit nach Nürnberg. Nach einem Unfall wurde die DKW 1952 abgemeldet. Mein Opa kaufte sich einen gebrauchten Mercedes 170 DA Jahrgang 1949. Zu diesem Zeitpunkt fuhr in Bremen Huchting sonst nur noch der Besitzer des Kramerladens und ein Lehrerehepaar ein Auto. Wobei der Kramer einen Goliath aus der Vorkriegszeit fuhr...


Goliath Standart (Schienenbus)


Die teilweise zu sehenden schwarzen Kennzeichen waren in Deutschland zwischen 1948 und 57 gebräuchlich. Es sind die sogenannten Besatzungszonen Kennzeichen. Der Hansa 1500 trägt eines mit AB für amerikanisch Bayern. Zum Januar 1957 wurden die bis vor kurzem gebräuchlichen weißen Tafeln mit schwarzer Schrift eingeführt. Wer noch ein altes Kennzeichen hatte musste sein Fahrzeug bis Dezember 57 umgemeldet haben.

So das soll's mit den Autos aus der letzten Blütezeit der Kleinbahnen gewesen sein. Wann das Auto zum Massenverkehrsmittel wurde könnt ihr ja an den Daten der letzten Fahrten der vielen Kleinbahnen sehen...

Falls ihr Interesse habt.... Augenrollen kann ich hier ja mal berichten wie denn die Straßen zu jener Zeit aussahen....


Halt wenn sich ein Zug nähert (Schienenbus)

Tramway Lokomotive Plettenberg kreuzt einen Borgward Hansa 1500 von 1952

Lloyd beim Tanken (Schienenbus)



...am Rande gesagt sei noch, dass die kleine DKW noch heute in Familienbesitz ist und sie ist auch seit 1981 wieder zugelassen...

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus[/b]

Die Werksaufnahmen der Borgward- Gruppe stammen aus dem Archiv Peter Kurze
http://www.peterkurze.de

Rudolf - 27.01.09 08:06
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Moie Stephan,

vielen Dank für Deinen Bericht. Du eröffnest damit ein interessantes und wichtiges Thema, über das leider nur sehr selten berichtet wird. Fahre also bitte mit der Berichterstattung fort. Ich freue mich schon darauf.
arne012 - 27.01.09 11:56
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hi,
wichtiges Thema, schöne Bilder. Ich finde es immer schlimm, wenn auf Modellbahnanlagen, die von Gebäuden und Schienenfahrzeugen in 50er oder 60er Jahren angelegt sind, knallmoderne Autos rumstehen. Komisch, daß ich mich an die meisten der gezeigten Fahrzeuge noch lebhaft erinnern kann, obwohl ich ein eher schlechtes Gedächtniss habe.
Gruß, Arne
Schienenbus - 30.01.09 14:01
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,
wie schon angedroht möchte ich nun ein paar Worte über die Beschaffenheit der Straßen und Wege verlieren. Ich möchte euch das anhand von Beispielen aus dem Großraum Bremen nahe bringen.
Wer nach dem Krieg von Bremen nach Süden wollte musste die Bundesstraße 6 benutzen. Diese war als Ale mit Blaubasalt gepflastert. Zwischen Syke und Asendorf läuft zeitweise, auch heute noch, die Trasse der Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf unmittelbar neben der Fahrbahn. Auf der anderen Straßenseite lief der Sommerweg für die Fuhrwerke.
Alle abzweigenden Wege waren mit Schlacke (Reste aus Gaswerken) oder Kies geschottert. Spätestens nach zwei Jahren musste der, dann total ausgefahrene, Fahrbahnbelag erneuert werden.
Die einzige Autobahn rund um Bremen war die A1 nach Hamburg. Bei ihr handelte es sich um eine Betonplattenstraße die zur Trennung der Richtungsfahrbahnen lediglich einen Grünstreifen besaß. Da auf ihr, wie überall anders auch, fast nichts los war, nutzten die Borgwardwerke die A1 als Test-und Erprobungsstrecke. Auch wurden auf ihr viele Werbeaufnahmen von Lloyd, Goliath und Borgward gemacht. Kurz vor Bremen endete die Autobahn. Sie ging in die mit Katzenköpfen und Ziegeln gepflasterte B75 über. Mit der Autobahn endete auch die Fahrbahnmarkierung.

Autobahnende Bremen (Schienenbus)



BAB 1 bei Bremen (Schienenbus)


Die beiden oberen Fotos sind Goliath Werbeaufnahmen. Der Straßenverkehr lies es zu, diese Aufnahmen ohne Absperrungen oder Umleitungen, entstehen zu lassen.
Die untere Aufnahme zeigt eine typische Landstraße. Leider lässt sich der Fahrbahnbelag nicht genau ermitteln. Auch hier ist wieder gut zu sehen, dass weder Begrenzungspfosten noch Fahrbahnmarkierungen vorhanden sind.


Hauptstraße (Schienenbus)


Die folgenden Bilder zeigen Straßen im Ortsbereich. Während das Bild der beiden Citroens erst 2008 entstand, handelt es sich bei den beiden anderen wiederum um Werbeaufnahmen. Man beachte die Kleidung der beiden "Biker". Während der Fahrer der zweitaktenden NSU Superlux in ganz normaler Straßenbekleidung fährt, trägt der Fahrer der NSU Max "Sicherheitskleidung" bestehend aus Stiefeln, Ledermantel und Lederkappe. Eine Helmpflicht gab es noch nicht.

Citroen Traction Avant 11BN (Schienenbus)



NSU Werbung Innenstadt (Schienenbus)



Ortsdurchfahrt (Schienenbus)


Oben sieht man ein Borgward Isabella Coupe und einen Borgward B611 Bus. Mit dem 150Km/h schnellen Isabella Coupe war man der schnellste im Wirtschaftswunder Deutschland. Ob diese Ortsdurchfahrt jedoch mehr wie Schrittgeschwindigkeit zugelassen hat ist wohl sehr fraglich. Die Aufnahme stammt übrigens aus dem Jahre 1957.


Fahrbahnmarkierungen, Parkuhren, Ampeln, Straßenschilder...

Auf Modellbahnanlagen sie man sehr häufig Straßen die mit Fahrbahnmarkierungen, Parkuhren oder Ampeln detailliert sind. Solche Dinge kamen auf dem Lande aber erst in den sechziger Jahren auf. In Großstädten waren solchen Dinge vereinzelt schon ab Mitte der fünfziger Jahre anzutreffen.


Parken in Wien (Schienenbus)


Wer nun alte Straßenschilder für seine Modellbahn sucht wird bei Weinert fündig. Hier gibt es, in H0, Straßenschilder wie sie vor 1957 verwendet wurden. Diese Lassen sich ganz leicht ein den entsprechenden Maßstab kopieren....

Die oben angesprochenen Sommerwege verschwanden erst in sechziger Jahren. Pferde, oder auch große Hunde, wurden noch sehr lange als Zugtiere verwendet. In Hamburg gab der letzte Kutscher erst 1963 auf.

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus

Die Werksaufnahmen der Borgward - Gruppe stammen aus dem Archiv Peter Kurze
http://www.peterkurze.de

Freddy - 30.01.09 16:18
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Tja, damals hatten die Autos noch Gesichter! Wenn ich die Blechkutschen heute so betrachte......... Heulend Heulend
theylmdl - 30.01.09 18:38
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Stephan Schienenbus!

Zitat:
Wer nun alte Straßenschilder für seine Modellbahn sucht wird bei Weinert fündig.

Ein paar Infos dazu findest Du auch bei mir unter Vorbild - Straße - Verkehrszeichen. Die Infos beziehen sich zwar vorwiegend auf die Vorkriegszeit (Reichsbahn alt), oft steht jedoch auch dabei, ob die Schilder noch nach dem Krieg anzutreffen waren. Bei sehr vielen war das ganz bestimmt der Fall, von etlichen ist es auch bewiesen. Wo ich Maße ermitteln konnte, habe ich die dazu geschrieben. Die Zeichen habe ich auch in einer höheren Auflösung als Rastergrafik im PNG-Format, da ich sie alle neu gezeichnet habe. Bei dringendem Bedarf bitte per E-Mail anfragen.

Vom Vergrößern der H0-Schilder um Faktor 4 rate ich eher ab.

Viele Grüße,
Mattiacus - 30.01.09 19:13
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Stephan,

möchte mich den Ausführungen von Rudolf anschließen und Dich bitten weiter zu berichten.

Besonders die Werbeaufnahme BAB 1 bei Bremen zeigt, dass Armin Dahl vor nichts zurückschreckte!


Grüße aus der Hölle Grinseteufel
Horst
Schienenbus - 01.02.09 18:21
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

da ja offensichtlich Interesse besteht möchte ich nun mit den Straßenfahrzeugen der frühen Nachkriegszeit weitermachen. Wie ich ja schon im ersten Bericht angeschnitten habe, gab es große Menge an unterschiedlichsten Kleintransportern. Und genau auf die möchte ich nun eingehen.
Viele der kleinen Packesel entstanden bereits ab 1939 in Eigenarbeit. Zwar gab es bereits vor dem Krieg Kleintransporter, diese waren aber relativ teuer. Dies führte bereit sehr früh dazu verunfallte Wagen als Transporter wieder aufzubauen. Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde im Reich der Sprit rationiert. Wer mobil sein wollte, musste entweder ein Fahrzeug mit sehr geringen Spritverbrauch fahren oder ein Fahrzeug sein eigen nennen, dass "kriegswichtig" war. Kleintransporter waren als kriegswichtige Fahrzeuge eingestuft. So wurden große Mengen an gebrauchten Automobilen mit einfachen Mitteln umgebaut. Dies war dank einer stabilen Rahmenbauweise auch sehr leicht möglich. Bei Karosserieumbauten wurde einfach hinter der vorderen Sitzreihe ein Trennwand eingezogen um den Rest der Karosse abzusägen oder einfach einen abgetrennten Laderaum zu erhalten.

Das untere Bild zeigt einen Citroen B2 Torpedo (1921-25) Als Torpedo
(oder auch Phaeton) bezeichnete man damals die billigste Cabriolet-Version.

Citroen B2 Pritschenwagen (Schienenbus)


Einige Umbauten gingen noch wesentlich weiter. Ein Beispiel soll hier der in Kleinserie umgebaute Ford Eifel sein. Er wurde mit einem anderen Getriebe, einer neuen Hinterachse und einer Gasanlage versehen um als Hilfsschlepper die an die Front eingezogenen Lanz Bulldogs oder Hanomag Schlepper zu ersetzen.


Ford Eifel Hilfsschlepper (Schienenbus)



Ford Eifel Hilfsschlepper1 (Schienenbus)



Ford Eifel Hilfsschlepper2 (Schienenbus)


Unmittelbar nach Beendigung des Krieges versuchte man alles was noch irgendwie brauchbar erschien wieder fahrbereit zu machen. In dieser Zeit wurden auch ehemals teure Wagen zu Kleintransportern umgebaut. Aus dieser Zeit stammt z.B. auch die lange Zeit in Sinsheim ausgestellte selbstfahrende Kreissäge auf Maybach Basis. Sehr bliebt waren auch Motorräder die man zu Lastendreirädern umbaute.

Bereits 1946 begann man bei Gutbrod, Borgward und Tempo wieder Neuwagen zu fertigen. Dies war zwar streng verboten aber.... Auf diese Art und Weise lief bei Borgward 1949 bereits der 10.000 Nachkriegs LKW vom Band.




Größenvergleich... (Schienenbus)

Borgward B3000 und als Ladegut ein Borgward B1250

Foto oben aus dem Archiv Peter Kurze
http://www.peterkurze.de

Gutbrod Atlas (Schienenbus)



Tempo 1 (Schienenbus)


Mit der Währungsreform 1949 änderte sich das schlagartig. Neben Borgward, Tempo und Gutbrod fertigten nun auch Triro, Manderbach, Ostner, Goliath und VW leichte Nutzfahrzeuge.


Tempo (Schienenbus)



Triro Dreirad (Schienenbus)


Etwas später kamen hier noch Glas mit dem Goggo-Transporter, Lloyd mit seinm LT und DKW dazu.


DKW Ingolstadt Reklame (Schienenbus)



DKW Schnellaster (Schienenbus)


An Aufbauten gab es alles was da Herz begehrte. So waren bei Tempo die Dreiräder als Teppichklopfmaschinen, Waschmaschinen, Melkmaschinen oder auch als ausklappbare Straßenkaffees lieferbar. VW, Borgward, Goliath, Gutbrod und DKW hatten außerdem Kühlwagen, Möbelkoffer, Viehtransporter, Arbeitshubbühnen sowie diverse Verkaufswagen im Angebot.
Die Sparkasse lies sich bei Goliath, Borgward und Tempo voll eingerichtete Bankfilialen aufbauen.

Mit solchen Sonderaufbauten kam man der fehlenden Infrastruktur auf dem Lande entgegen.
Gutbrod (Schienenbus)



Lloyd LT 500 (Schienenbus)



Tempo 2 (Schienenbus)



Tempo Hubpritsche (Schienenbus)



Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Gordon Shamway - 01.02.09 18:40
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hi Stephan,

den Gutbrod Atlas find ich richtig Klasse.
Den würde ich mir glatt mit auf die Anlage stellen.
Von mir auch, toller Beitrag BITTE weitermachen vieleicht kommt dann noch der eine oder andere Eigenbau.

Detlef
fspg2 - 01.02.09 21:07
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Epoche 3-Fans,
erst einmal vielen Dank an Dich Stephan für die schönen Bilder der Autos mit "Gesicht".
Einen Bereich von wichtigen Fahrzeugen dieser Epoche haben wir bislang noch nicht angesehen, ich meine die Einsatzfahrzeuge von Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr.
Einem Fahrzeug, dem ich in meiner Jugend hinterhergelaufen bin, war ein Tanklöschfahrzeug von Mercedes Benz:


Mercedes_Feuerwehr_Epoche3_01 (fspg2)



Mercedes_Feuerwehr_Epoche3_ (fspg2)


Alleine die Form und der Sound der alten Motore, egal ob Mercedes, Magirus oder Büssing, ist mit den heutigen Fahrzeugen nicht zu vergleichen.
Schienenbus - 02.02.09 18:57
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Frithjof,

den Einsatz - und Kommunalfahrzeugen wollte ich einen weiteren Beitrag spendieren. Viele Einsatzfahrzeuge entstanden im Eigen-und Umbau aus "Altfahrzeugen" . Hier wird es für den Modellbauer erst richtig interessant...Gerade Feuerwehren verwendeten alles was irgendwie lief. Lasst euch überraschen Winke

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
kastenlokker - 02.02.09 19:37
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Stephan,

ich finde deinen Thread ausgezeichnet, besonders wie du die Entwicklung zeitlich schrittweise demonstrierst mit echt charaktervollen Typen-Beispielen.
Manche längst verschollene sind in der Erinnerung gleich wieder da, aus fernen frühen Kindertagen. Damals hab ich oft, z.B. als kleiner Steppke an der Hand unterwegs auf dem Bürgersteig, die Augen zugemacht und nur am Motorgeräusch den vorbeifahrenden Fahrzeugtyp herauszufinden versucht (was heute kaum noch möglich ist).
Eine spezielle Frage zu den Kriegs-/Nachkriegsfahrzeugen hätte ich da noch:
Hast du auch Fotos von Wagen mit Holzvergasern? In Erzählungen meiner Eltern war oft davon die Rede, und bis heute habe ich dazu nur eine unklar-sonderbare Vorstellung behalten, mit einem Sack Holz im Kofferraum, einem Heizofen (?) und einem eigenartigen Anbau an der Karosse unterwegs zu sein ...

Servus, Thomas
Schienenbus - 02.02.09 20:49
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Thomas,

um deine Erinnerung an Fahrzeugen mit Holzgasanlagen ein wenig auf zu frischen hier nun eine kurze Erklärung dazu.

Um unabhängig von Erdöl-Importen zu sein, vergab die Reichsregierung, schon Ende der zwanziger Jahre, Aufträge an die deutsche Industrie, KFZ-Antriebe die mit heimischen Kraftstoffen betrieben werden können zu entwickeln. Als Treibstoffe kamen im besonderen Holz, Braunkohle, Holzkohle und Anthrazit in Frage.
Mit Ausbruch des II.Wk wurde die "Gesellschaft für Tankholzgewinnung u, Holzabfallverwertung AG" gegründet. Diese sollte ein Tankstellennetz mit über 3000 Holztankstellen im Reich errichten. Wer nach dem 30.05.1942 noch mit dem eigenen Fahrzeug mobil sein wollte musste sich eine Holzgasanlage einbauen. Diese Anlagen gab es in den verschiedensten Größen. Die kleinsten Anlagen konnten in den Beiwagen von Motorradgespannen untergebracht werden, die größten sorgten in den Fahrschulpanzern der Wehrmacht für Vortrieb... Obwohl bis Kriegsende gut 200.000 Holzgasanlagen gebaut wurden, reichten diese gerade aus um die Behördenfahrzeuge und Fahrzeuge "kriegswichtiger Industrie" damit auszustatten.
Um Fahrzeuge mit einer solchen Anlage fahren zu dürfen benötigte man eine spezielle Ausbildung die mit einer Prüfung abgeschlossen werden musste.

Borgward Foto aus dem Archiv Peter Kurze http://www.peterkurze.de
Borgward B3000 Holzgas (Schienenbus)



Ford m. Imbert Holzgasanlage (Schienenbus)


Ein LKW mit 5 Tonnen Nutzlast benötigte ca. 1 Kilo Buchenholz auf einem Kilometer. Durch eine Holzgasanlage verlor der Motor ca. 20 Prozent seiner Leistung.

Marktführer war der kölner Hersteller Imbert.

Holzgasanlage Imbert (Schienenbus)


Das Prinzip des Holzgasgenerators:
Im badeofenförmigen Gaserzeuger werden luftgetrocknete, faustgroße Holzstücke unter Luftabschluß verschwelt. Das entstehende hochgiftige CO-Gas wird über Filter, Kühler und Gasluftmischer vom Motor angesaugt und hier mittels Zündkerze gezündet. Grundsätzlich war jeder Otto- oder Dieselmotor mit entsprechenden Umbauteilen auf Generatorgas umzurüsten.

Die letzten Holzgaser liefen noch bis Mitte der fünfziger Jahre. Aber ganz ausgestorben sind sie auch heute noch nicht...
Der unten abgebildete 1935er Opel P4 lief noch, besser gesagt wieder, bis 2003 im Landkreis Traunstein in Oberbayern. Die Holzgasanlage ist von Zeuch hergestellt worden.

Opel P4 (Schienenbus)


Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Schienenbus - 04.02.09 00:31
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Borgward Isabella Streifenwagen (Schienenbus)


Hallo zusammen,

ich möchte den nächsten Teil dieser kleinen Serie mit einem Titelbild der Bremer Polizeizeitung eröffnen. Heute soll es um die Motorisierung der Polizei gehen. Dabei möchte ich aber nur ein wenig auf Streifenfahrzeuge und Mannschaftstransporter eingehen.

Das Bild zeigt die feierliche Übergabe und Inbetriebnahme des Funkstreifenwagens "Roland1" am 01.05.2004 vor dem Bremer Roland. Kurz zuvor war Roland1 noch hellgrau und stand in meiner Garage...... Verlegen (Ich bin übrigens der Glatzkopf ganz rechts im Bild) Die Polizei Bremen erinnert mit dieser 1961er Borgward Isabella TS an die lange Zeit des Einsatzes von Borgward-Fahrzeugen bei der Polizei Bremen (1949 - 1977).

Nun aber wieder der Reihe nach. Ich möchte mit dem Beispiel der Wache in Bremen - Huchting beginnen. Mit der Wiederaufstellung der Polizeikräfte in Deutschland wurde auch in Huchting wieder eine Wache eingerichtet. Diese war mit zwei Polizisten besetzt. Als Streifenfahrzeug stand den beiden ein Fahrrad zur Verfügung. Bereits nach kurzer Zeit erhielten sie jedoch ein schweres Geschütz... Ein entsprechend aufgearbeitetes ehemaliges Wehrmachts-Kradgespann war der Nachfolger des Drahtesels...
Das folgendes Bild zeigt ein solches Gespann, allerdings im Zustand der Waffen SS. Das Foto wurde auf einem Treffen in England aufgenommen.

Wehrmachtsgespann (Schienenbus)


Mit der Währungsreform und der Staatsgründung wurde die Polizei allerdings sehr schnell mit neuem Material ausgestattet. Man beschaffte Motorräder von NSU und BMW. Bei den Automobilen waren es Fahrzeuge von Borgward, Mercedes und VW. Leichte u. mittelgroße LKW's, Kübelwagen und Transporter kamen von Opel, Borgward, Hanomag und Mercedes. Im Saarland fuhr man fast ausschließlich französische Wagen.


Borgward B1250 Kübelwagen (Schienenbus)



Borgward Polizeikübelwagen (Schienenbus)



Mercedes 170 OTP (Schienenbus)



Polizei BMW (Schienenbus)



Polizeistaffel auf BMW (Schienenbus)


Die beiden oberen Bilder zeigen Kübelwagen aus dem Hause Borgward. Das erste Fahrzeug (Borgward B1250) wäre heute wohl ein MB Sprinter... Beim zweiten Wagen (Borgward B4500) würde man heute wohl ein Reisebus einsetzen...
Das Bild in der Mitte zeigt einen Mercedes 170 OTP.
(OTP steht für Offener Tourenwagen Polizei)
Die beiden letzten Bilder zeigen Polizei Motorräder von BMW (so ab Mitte 50er).
In den fünfziger Jahren kamen viele bekannte Fahrzeuge nach und nach zu Polizei-Ehren. Dies waren unter anderem die NSU Quickly, der Opel Kadett, BMW Isetta, VW Bus,Tempo Matador, Goliath Express, Porsche 356, Borgward Isabella, Opel Kapitän, Borgward B611 oder der legendäre BMW 501 bzw 502 "Barockengel". Ihm setzte die Fernsehserie "Isar12" in würdiges Denkmal.



Borgward B2000 A/O Kübel (Schienenbus)



Borgward B2000 Feuerwehr (Schienenbus)



Borgward B622 Zellenwagen (Schienenbus)



Borward B2000 Feuerwehr 1 (Schienenbus)


Wer sich nun fragt was die Bundeswehr Kübel hier machen, dem sei gesagt, dass es diese Fahrzeuge von Anfang an, also 1955, auch bei nicht militärischen staatlichen Einrichtungen gab und zum Teil heute noch gibt!
Bis auf den Gefangenentransporter liefen diese Wagen allerdings vermehrt beim Zoll und beim Bundesgrenzschutz. Wie man sieht kamen viele davon, im zweiten Leben, auch noch bei Feuerwehren zum Einsatz... Das untere Bild zeigt einen Borgward B2000 A/O (oder auch LKW 0,75to mil gl) mit einem Funkkoffer. Bei der anderen Feuerwehr handelt es sich um einen Borgward B2000 A der ursprünglich als Mannschaftswagen beim BGS lief.

Borgward Typenbezeichnungen sind übrigens ganz einfach zu entziffern! Winke
B..... =..... Borgward
2000.=......Nutzlast in Kilogramm
A......=......Allradantrieb
/O...=.......Ottomotor

Das wars für heute!

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus

Werksfotos der Borgward - Gruppe aus dem Archiv Peter Kurze
http://www.peterkurze.de
ottmar - 04.02.09 19:38
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Stephan,

als bekennender Autofan, lese ich Deinen Thread mit sehr großem Interresse.

Vielen Dank für Deine Ausführungen!

Gruß Ottmar
Schienenbus - 04.02.09 23:11
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,
danke für die Anerkennung der Automobile im Eisenbahnerforum! Sehr glücklich

Um die Blaulichtfraktion noch ein wenig auf die Folter zu spannen, mache ich nun mit Entsorgungs - und Komunalfahrzeugen weiter.
Um die Unfallgefahr die durchgehende Pferdegespanne darstellen zu minimieren, ging man bereits in den zwanziger Jahren im großen Stil dazu über, Fahrzeuge der Stadtverwaltungen zu motorisieren. Hansa Lloyd aus Bremen konnte hier sehr gute Verkaufserfolge erzielen. Hier gab es nämlich LKW's zwischen 1 und 4 Tonnen Nutzlast als Elektrofahrzeuge die ihren Saft aus Akkus zogen. So waren z.B. 1936 in Bad Reichenhall gleich mehrere Hansa Lloyd Elektrolastwagen bei den Stadtwerken unterwegs. Eine solche Straßenreinungsmaschine aus Reichenhall ist heute noch in einem Museum in Berlin vorhanden! Viele dieser Elektrolastwagen konnten sich noch bis Anfang der siebziger Jahre in den Fischfabriken in Bremerhaven halten.

Hansa Lloyd E-Lastwagen, Reichspost (Schienenbus)



Hansa Lloyd Elektrolastwagen (Schienenbus)



Hansa Lloyd Elektrolastwagen1 (Schienenbus)


Nach dem II. Weltkrieg ging man jedoch dazu über Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zu kaufen. Hansa Lloyd, bzw. nach Umfirmierung Borgward, stellte noch während des Krieges die Fertigung großer Elektrowagen ein.
Mercedes hatte den L4500 im Programm. Dieses ab 1940 produzierte Fahrzeug hatte sich hervorragend bewährt. Unmittelbar dem Krieg wurde der L4500 sanft modernisiert und so zum L5000. Borgward hatte für solche Zwecke Fahrzeuge zwischen 2 und 4 Tonnen Nutzlast im Angebot. Auch bot Borgward vor 1952 als einziger LKW's mit Allradantrieb an. Eine Randerscheinung waren Fahrzeuge von MAN, Büssing, Faun oder den Südwerken.


Borgward B4000 (Schienenbus)



Mercedes Straßensprengwagen (Schienenbus)



Südwerke Straßensprengwagen (Schienenbus)


In den fünfziger Jahren kam Magirus (auch als Allrad) mit seinen legendären Rundhaubern mit dem luftgekühlten Deutz Motoren dazu. Borgward modernisierte seinen B4000 und machte einen B4500 draus. Ab Mitte der fünfziger Jahre stellte man bei Borgward auf Frontlenker um. Letzte Hauber waren bei Borgward der B511 "Aligator" und der B4500. Mercedes stellte die 90er Serie her. Der 90er war eine Weiterentwicklung, des Lizenzbaus, des Opel Blitz aus der Kriegszeit. Auch den Mercedes gab es mit Allrad


Borgward B4500 Müllwagen (Schienenbus)



Borgward B511 Hebebühne (Schienenbus)



Magirus Entsorgungswagen (Schienenbus)



Magirus Komunalfahrzeug (Schienenbus)



Mercedes Müllwagen (Schienenbus)



Straßenreinigung (Schienenbus)


Kleine Fahrzeuge zur Wegeinstandhaltung oder Reinigung waren natürlich ebenfalls vorhanden. Hier waren der Goggomobil Transporter und der Lloyd LT 500 bzw. LT600 sehr beliebt. Sowohl Goggo wie auch Lloyd gab es als Kastenwagen und Pick Up. Fast unschlagbar waren jedoch die Kleintransporter von Tempo. Tempo, die Später von Hanomag geschluckt wurden, stellte Kleintransporter in allen erdenklichen Varianten her. Einzigartig waren Fahrgestelle mit Hubpritschen oder geschlossene Aufbauten die höhenverstellbar waren. Der Titel des folgenden Fotos ist jedoch falsch. Es handelt sich um Tempo und nicht um Hanomag Fahrzeuge....

Hanomag Hubpritsche (Schienenbus)



Lloyd LT 600 (Schienenbus)


Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus

Werksfotos der Borgward-Gruppe aus dem Archiv Peter Kurze
http://www.peterkurze.de
Helmut Schmidt - 06.02.09 16:06
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Ein Auto kann ich auch noch beisteuern.

Hanomag (Helmut Schmidt)

Ehemaliger Polizei Manschaftswagen heute für unseren Klosterstollen im Einsatz.
fido - 06.02.09 18:40
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hi,

ich finde diese Diskussion ganz großartig und freue mich, endlich einen Überblick über die Fahrzeuge der 50/60er Jahre zu bekommen. Ich würde mich daher über weitere Fotos sehr freuen.


Hier noch einige Fotos von mir:



Vermutlich ein Mercedes L3500




Kennt jemand den Hersteller und Typ dieses Fahrzeugs?






Straßendampfwalzen dürften in der frühen Nachkriegszeit doch sicher auch noch unterwegs gewesen sein?




Die Inneneinrichtung war damals ganz schön spartanisch Winke
Schienenbus - 06.02.09 20:23
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo fido,

bei dem blauen LKW handelt es sich um einen Borgward B1250. Der B1250 war Borgward's kleinster LKW nach dem Krieg. Er wurde mit einem 1500ccm,
4 Zylinder Ottomotor mit 52 Ps oder einem 1800ccm, 4 Zylinder Diesel mit 42 Ps angeboten. Mit dem Otto- Motor lief der Eineinvierteltonner gut 70 Stundenkilometer. Damit war er ein wenig schneller wie die großen Fernlastzüge und auch wie die Kleintransporter dieser Zeit. Borgward verkaufte ihn, nicht ohne Stolz, als Schnell-Lastwagen!! ja
Das folgenden Bild zeigt Dr. Carl F. W. Borgward wie er dem Fahrer des Jubiläumsfahrzeuges eine Zigarre reicht.


Borgward B1250 (Schienenbus)


Borgward war übrigens überzeugter Zigarrenraucher. Zigaretten mochte er nicht. Dies hatte zur Folge, dass seine Automobile immer Zigarrenanzünder und Zigarrenaschenbecher hatten. Von Zigarettenanzündern sprach bei Borgward niemand....
Bei anderen Marken waren Anzünder und Ascher, wenn überhaupt, nur als Zubehör lieferbar....

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus

Foto: Archiv Peter Kurze http://www.peterkurze.de
fspg2 - 06.02.09 20:57
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Fans der Epoche3,

an den alten Fahrzeugen kann ich mich gar nicht genug satt sehen!

Allerdings einen wichtigen Fahrzeugtyp haben wir bislang noch völlig außer Acht gelassen:


Erstes_Auto_Maerz1959 (fspg2)


Dieses Fahrzeug konnte ich damals noch völlig ohne Führerschein auf der Straße oder besser auf dem Gehweg fahren.
Schienenbus - 09.02.09 19:44
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo frithjof,
wenn Du Gehsteigracer aus deiner Kindheit bewundern möchtest... möchte ich dir das Focke Museum in Bremen ans Herz legen! Hier findet zur Zeit die Sonderausstellung "Bewegte Kindheit" statt. Hier findet man alles was Kinder mobil macht oder machte! Und das schönste - Spielzeug ist zum spielen da...soll heißen kinder können vor Ort die Fahrzeuge ausprobieren!!


Hallo fido,
im Westen verschwanden die Lokomobile und Dampfwalzen in den fünfziger Jahren. Sie waren einfach zu langsam und zu schwer. Ihnen machte der immer besser werdende Dieselmotor schnell das Leben schwer!
...Ich weiß gar nicht was Du hast. Das Fahrerhaus des Mercedes ist doch luxuriös! Mein Borgward B2500 (Jahrgang 59) hat lackierte Spanplatten als Türverkleidungen....
Geschockt

...

Ich mache mich nun wieder an die Arbeit. Diese kleine Serie schreit nach einer Fortsetzung! Die letzten Tage waren bei mir allerdings mit der Oldtimermesse in Bremen ausgebucht.

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
fido - 09.02.09 20:11
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Schienenbus hat folgendes geschrieben::
Mein Borgward B2500 (Jahrgang 59) hat lackierte Spanplatten als Türverkleidungen....

Hi Stephan,

ups Grins

vielen Dank für die Infos. Und wir wollen weitere Fahrzeuge sehen Winke
Schienenbus - 09.02.09 21:23
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

nun geht's aber endlich weiter! Der heutige Beitrag soll den Feuerwehren gewidmet sein. Da sich wohl kein Fahrzeug so lange auf den Straßen halten kann wie ein Feuerwehrfahrzeug muss ich wieder ganz schön weit ausholen... Geschockt

Da die meisten Feuerwehrfahrzeuge durch die Hände vieler Wehren gingen und gehen und dabei relativ wenige Kilometer sammeln halten sie sich sehr lange. Einsatzzeiten von über 40 Jahren sind keine Seltenheit.

Große Dampfspritzen verschwanden relativ schnell wieder. Sie wurden von Pferden gezogen und standen bis Mitte der dreißiger Jahre im Dienst. Sehr viel länger konnten sich dagegen kleine Handspritzen halten. Obwohl auch sie Von Muskelkraft an den Einsatzort verbracht werden mussten, hielten sie sich bis in die sechziger Jahre hinein!

Mit der Serienfertigung von zuverlässigen Dieselmotoren begann Mitte der zwanziger Jahre die Fertigung von Kraftfahrzeugen für Feuerwehrzwecke im großen Stil. Magirus in Ulm arbeitete sich schnell zum Marktführer empor.

Magirus Neuötting (Schienenbus)


Feuerwehrfahrzeuge unterlagen nur wenigen Normungen. Jede Wehr bestellte ihr Fahrzeug. So fuhren bald Löschfahrzeuge von Delage, Magirus, Mercedes, Hansa Lloyd, MAN, Opel, Ford und Citroen, um nur einige Hersteller zu nennen, über deutsche Straßen. Und die Meisten davon waren Einzelstücke gebaut nur für ihre Wehr...

Mit der Machtergreifung der braunen Machthaber änderte sich das jedoch sehr schnell. Ab 1935 waren die Feuerwehren den Ordnungskräften und somit Reichsführerer SS Himmler unterstellt. Die neue Unterstellung und Gliederung sah man den Wehren sofort an. Die Personalstruktur glich man der, der Polizei an. Die Feuerwehrler bekamen Polizeidienstgrade und Uniformen. Die Fahrzeuge wurden statt rot nun Polizeigrün lackiert. Die Feuerwehren wurden in Feuerschutzpolizei umbenannt. Es wurden auch neue Verbände aufgestellt. Sie wurden der Luftwaffe oder dem Heer unterstellt und entsprechend ausgestattet. Ihre Fahrzeuge waren Luftwaffengrau oder Heeresfarben lackiert.
Diese Umstrukturierung hatte auch zur Folge, dass neues, einheitliches Material beschafft wurde. Die Fahrzeuge wurden auf Fahrgestellen von Mercedes, Opel, Henschel, Magirus und NAG Büssing aufgebaut. Hansa Lloyd Fahrgestelle wurden mit Magirus Aufbauten als Magirus verkauft... Die Feuerwehrausrüstung lieferten alle entsprechenden deutschen Firmen nach einer genauen Normung.
Die folgenden Bilder zeigen einen Mercedes LF8 mit TSA sowie einen Opel LF8 mit "entfeinertem" Aufbau. LF8 steht für Löschfahrzeug mit 800 Liter Pumpenleistung/ Minute. Ein TSA ist ein Tragkraftspritzenanhänger. Beide Bilder stammen aus der Nachkriegszeit. Die sogenannte Entfeinerung ist dem Eisenbahnfan ja von den ÜK-Loks und Kriegslokomotiven bestens bekannt. Der Opel hat eine Karosserie aus Spanplatten....

Mercedes LF8 + TSA (Schienenbus)



Opel Blitz LF8 (Schienenbus)



Nach dem Krieg ging man sehr schnell wieder zu alten Sitten und Gebräuchen über. Feuerwehren hießen wieder so und wurden wieder rot lackiert. Durch den Bombenkrieg waren jedoch fast keine Fahrzeuge mehr vorhanden. Man rüstete alles um was irgendwie zu gebrauchen war. In großen Mengen wurden ausgemusterte Armeefahrzeuge umgebaut. Besonders Material der US-Streitkräfte war in rauen Mengen vorhanden und wurde gerne genutzt. Die US-LKW's wurden von Henschel zum Teil auf Dieselmotoren umgerüstet. Die US-Army nutzte im Normalfall Benzinmotoren. Diese verbrauchten zum Teil knapp 100 Liter auf 100 Kilometer im Straßenbetrieb.... Erstaunlich viele solcher Fahrzeuge haben bis heute im Einsatzbestand kleiner Wehren überlebt. Hauptsächlich in den Benelux Staaten, Österreich und der Schweiz sieht man sie zum Teil heute noch!

Dodge (Schienenbus)



Feuerwehr Dodge (Schienenbus)


Die beiden Bilder zeigen einen Dodge WC. Einmal als "Kübel" im Army-Look und einmal als ehemaligen Geschützschlepper bei einer Wehr.
Es wurden aber auch große PKW's zu Feuerwehrfahrzeugen umgebaut. Als Beispiel soll ein Vorkriegsammi dienen. Bekannt sind aber auch Umbauten auf Maybach, Kompressor Mercedes oder Horch Fahrgestellen.
Feuerwehr 1 (Schienenbus)



Auf dem Lande ging da alles viel beschaulicher ab. Hier waren oft noch Handspritzen im Einsatz. Einige Wehren waren auch im Besitz eines alten TSA. Dieser wurde mit Muskelkraft oder einem Trecker zum Einsatzort gezogen. Diese Art des Löschfahrzeuges hielt sich bis in die neunziger Jahre hinein!! Für die meisten Buntbahner ist sowas also das ideale Vorbild!

TSA (Schienenbus)



TSA 1 (Schienenbus)



TSA 2 (Schienenbus)


Der Neubau von Feuerwehrfahrzeugen in größeren Serien ging mit der Währungsreform los. Während ländliche Wehren auf Borgward setzten, hier gab es - völlig konkurrenzlos - Fahrgestelle mit Allradantrieb, wurden die städtischen Wehren mit Mercedes und Magirus Fahrzeugen bestückt. Krupp und Büssing Fahrgestelle waren eher die Ausnahme. MAN kam erst Ende der fünfziger Jahre richtig ins Feuerwehrgeschäft. Kleinere Fahrzeuge wurden häufig auch auf Opel und Hanomag Fahrgestellen aufgebaut. Aber auch Kleintransporter wurden gerne genutzt. Am häufigsten waren hier wohl der VW Bully und der Ford FK 1000 Transit anzutreffen. Aber auch Dreiräder, der Borgward B611, Tempo Matador oder der Goliath Express waren zu finden.


Borgward B2500 Drehleiter (Schienenbus)

Foto der Drehleiter: Archiv Peter Kurze http://www.peterkurze.de

Magirus RKW (Schienenbus)



Krupp Widder (Schienenbus)



Rot gleich rot??

Wie an dem Rundhauber von Magirus zu sehen ist, waren die Feuerwehren früher wesentlich dunkler lackiert! Wer also ein solches Fahrzeug für seine Epoche 3 Modellbahn baut sollte auf ein rot ähnlich des "Bundesbahn Altrots" zurückgreifen.
Helle Farbtöne sind erst in den siebziger Jahren aufgekommen!

Der weiter oben zu sehende Opel lief bis in die neunziger Jahre im aktiven Dienst. Sein heutiger Zustand ist sein letzter Einsatzzustand in den leuchtenden Farben der Epoche 4.

Zum Abschluss möchte ich euch meinen Borgward B2500 A/O TLF8 vorstellen. Er wurde 1959 bei der Freiwilligen Feuerwehr Asendorf in Dienst gestellt. Anfang der siebziger Jahre kam er dann zur FFW Schwarme die ihn 1983 aussonderte. Seine Farbgebung entspricht der typischen Farbgebung der sechziger Jahre. hochmodern waren damals auch die verbauten Blinker und die Bauart der Rundumleuchte.
Wie viele Kleinbahnböschungsbrände mag er wohl gelöscht haben???
Borgward B2500 A/O TLF8 (Schienenbus)



Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Gleisbauer - 09.02.09 21:46
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Moin Stefan,
da stelle ich die Tage auch noch ein paar Bilder von alten FW-Autos ein, aber nicht mehr heute.
MfG Christoph
P.S: Als ich vor 10 3/4 Jahren mit der FFw anfing, fuhren wir noch T2-Busse und einen (den wahrscheinlich einzigen in Deutschland) Löschzug auf Mercedes LP- schöne Dinger waren das.
Schienenbus - 09.02.09 22:02
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Christoph,
freue mich auf deine Bilder!

Das älteste aktive Feuerwehrfahrzeug Deutschlands läuft übrigens in Franken (glaube im Altmühltal). Es ist ein LF8 auf Mercedes L1500 Fahrgestell Jahrgang 1943. So ein Fahrzeug zeigt auch mein eines schwarz weiß Bild im vorherigen Bericht!

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Gleisbauer - 09.02.09 22:10
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Moin,
na gut, ein Bild einer Handdruckspritze gibt es heute doch noch Winke
P8300077 (Gleisbauer)

Handdruckspritze mit Deutzschlepper

MfG Christoph
P.S: Französische Fw-Autos habe ich auch noch im Angebot
Schienenbus - 16.02.09 18:42
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

ich möchte nun mal wieder was zum Thema Straßenverkehr in die Runde werfen...
Zwar habe ich "Wer fuhr was" schon einmal angeschnitten, darauf möchte ich aber noch einmal genauer eingehen. Wer sich diesen Beitrag durchliest wird feststellen, dass man für eine Modellbahn die " in der guten alten Zeit" spielt nicht viele Straßenfahrzeuge braucht. Die Fahrzeuge die man allerdings braucht, sind meistens nicht verfügbar.... Heulend

Zu Beginn der Motorisierung war das Automobil ein Spielzeug für Reiche und Superreiche. Es gab eine Vielzahl von Herstellern die Fahrgestelle anboten, die sich der Kunde beim Stellmacher oder Karosseriebauer seiner Wahl einkleiden lies. Zu dieser Zeit war Automobilbau reine Handarbeit.

Dies änderte sich in Europa 1919 schlagartig. Der ehemalige Zahnrad- und Munitionsfabrikant Andre Citroen begann mit der Automobilfertigung. Dies geschah bei ihm von Anfang an am Fließband. Die Fließbandfertigung von Automobilen hat er sich bei seinem Freund Henry Ford abgeschaut. Citroen führte ein europaweites Händlernetz ein. Auch lies er in mehreren europäischen Ländern fertigen.

zwei Geburtstagskinder (Schienenbus)


Durch diese radikalen Schritte wurde Citroen innerhalb kürzester Zeit zu einem der größter Automobilfabrikanten in Europa. 1925 war bereits jeder zweite in Frankreich neu zugelassene Wagen ein Citroen.
Das Bild oben zeigt einen 1922er Citroen 5HP Typ C Torpedo.
Amerika und Frankreich waren zu jener Zeit führend in der Fertigung von Motorfahrzeugen. In Deutschland war das Motorfahrzeug immer noch ein Spielzeug der Oberschicht. Richtige Fließbandfertigung kam in Deutschland erst in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre auf! Die einzigen "echten" deutschen Fließband-Wagen waren der Goliath Pionier und das Hanomag Komissbrot. Dixie in Eisenach baute lediglich den Seven von Austin in Lizenz und Opel verkaufte mit dem Laubfrosch nur eine Raubkopie des Citroen 5HP.

Hannomag Komissbrot (Schienenbus)


Wie selten Motorfahrzeuge waren kann man auch an der Aussage "Wer im Rheingold Express verreist, besitzt auch ein Automobil" sehen. Im Jahr 1930 wurden die Fahrzeugbestände in den USA, in Frankreich und Deutschland verglichen. Demnach hatte in den USA jeder 14te über 18 Jahre ein Motorfahrzeug, in Frankreich jeder 30te und in Deutschland jeder 300te! In Deutschland gab es 1930 ca 270 Automobil- und ca 600 Motorradhersteller... Mit diesen Zahlen kann man sehr schön auf die gebauten Stückzahlen schließen.

Der Autoboom ging in Deutschland mit der Machtergreifung der Nazis los.

Wer sich kein Auto leisten konnte fuhr Motorrad. Sehr beliebt waren hier die DKW RT 3 Ps und die Konkurrenten mit den 2,25 Ps starken Fichtel & Sachs Motoren. Beide holten ihre Leistung aus 1 Zylinder Zweitaktern mit 98ccm. Wer wollte konnte seine Maschine ( jawohl auch schon in dieser Größe) mit einem Seitenwagen ausstatten!

DKW RT 3Ps (Schienenbus)



DKW Werbeplakat (Schienenbus)



Fichtel & Sachs 98ccm (Schienenbus)



Presto (Schienenbus)


Wer sich zu den Besserverdienern zählen durfte, fuhr Adler Trumpf oder DKW Meisterklasse. Diese Wagenklasse hatte zischen 700 und 1500ccm und damit zwischen 15 und 30Ps. Um sich einen solch großen Wagen leisten zu können, bedurfte es aber schon einer leitenden Position in einer großen Firma.


Adler Trumpf Junior (Schienenbus)



DKW Meisterklasse 1 (Schienenbus)


Um die Massen zu motorisieren lief bei den Nazis das Programm KdF-Wagen an. Er sollte 5-6 Personen mit 100Km/h auf den neuen Reichsautobahnen befördern. Jeder Deutsche konnte sich ein KdF-Sparbuch anlegen um dort fleißig seine erworbenen Sparmarken einzukleben. War das Heft voll konnte man es gegen das Auto eintauschen. Soweit die Theorie... Mit Kriegsbeginn wurden in den KdF-Werken kriegswichtige Güter hergestellt. Statt des PKW's liefen nun Kübelwagen vom Band....

KDF Wagen Werbung (Schienenbus)



KDF Wagen Werbung 1 (Schienenbus)



KDF Wagen Werbung 2 (Schienenbus)


Alle anderen deutschen Firmen bekamen auferlegt welche Fahrzeuge sie herstellen durften und welche nicht. Durch die Rationalisierung des Sprits war ein ziviler Autoverkehr sowieso nicht mehr möglich. Das untere Bild zeigt einen Mercedes 230. Fahrzeuge dieser Größe liefen als Direktionswagen in großen Firmen oder bei der Reichsbahn. Auf dem Bild sieht man deutlich den roten Winkel auf dem Kennzeichen. Er kennzeichnete Fahrzeuge die kriegswichtig waren. Solche Fahrzeuge durften jederzeit fahren und sie konnten auch problemlos betankt werden.

Mercedes 230 (Schienenbus)


So nun gönne ich mir eine kleine Verschnaufpause... Man könnte auch sagen "weiter geht's nach der Werbung" Winke

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Schienenbus - 16.02.09 20:33
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

nun werde ich dem Namen "Straßenverkehr in der Epoche 3" wieder gerecht. Ich möchte mich nun der "Massenmotorisierung" der Epoche 3 widmen.
Wie auch schon in den anderen Bericht beschrieben fuhr man in der unmittelbaren Nachkriegszeit alles was irgendwie lief. Mein Großvater verkaufte 1946 seine 1940 stillgelegte DKW Meisterklasse an die örtliche Tankstelle. Hier baute man dem kleinen Zweitakter einen zweiten Tank ein. Wenn der Wagen Betriebstemperatur hatte wurde der Benzinhahn fürs Gemisch geschlossen und der für den zweiten Tank geöffnet. Der DKW lief dann mit Diesel weiter. Dieselkraftstoff war billiger und viel leichter zu beschaffen....So blieb meinem Opa noch die 1940 gebraucht gekaufte DKW RT 3Ps. Diese Motorrad lief bei ihm bis zu einem Unfall 1952. Er ließ es noch wieder Instand setzen, nutzte es aber nicht mehr. Die kleine DKW wurde von einem 1949er Mercedes 170 DA abgelöst. Dieser 36 Ps starke Wagen lief bis dahin als Vorstandswagen bei der AG Weser.
Außer der Tankstelle und dem Kramerladen an der Ecke hatte sonst keiner ein Motorfahrzeug in Bremen Huchting.

Mercedes 170 V (Schienenbus)


Wer sich nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen wollte oder konnte fuhr mit dem Drahtesel. Mit der Währungsreform kam auch wieder die Fahrzeugfertigung ins rollen. Fichtel & Sachs und Ilo fertigten Einbaumotoren die in sehr vielen Motorrädern zum Einsatz kamen. NSU fertigte bis 1952 noch die OSL aus der Vorkriegszeit. Bei DKW, nun in Ingolstadt und nicht mehr in Chemnitz, wurden die Vorkriegstypen nach und nach modernisiert. Motorräder die die Massen bewegten hatten zwischen 98 und 250ccm, also irgendwo zwischen 2 und 9Ps.

Express Radex 125 (Schienenbus)



Hoffmann Werbung (Schienenbus)



Imme 100 (Schienenbus)


Anfang der fünfziger Jahre kamen zwei völlig neue Fahrzeugarten auf dem Zweiradmarkt an: Das Mofa und der Roller! Das wohl bekannteste Mofa war die NSU Quickly (Nie mehr laufen - Quickly kaufen!). Bei den 50ern (genannt Schnapsglasklasse) waren Zündapp und Kreidler ebenfalls ganz vorne mit dabei. Einbaumotoren von Fichtel & Sachs waren auch sehr beliebt. Mit diesen Einbaumotoren kam so manches Kleinserien Mofa kostengünstig zum laufen.

NSU Lambretta (Schienenbus)



NSU Quickly (Schienenbus)


Der Motorradmarkt stieg bis Ende der fünfziger Jahre stätig an. Jeder wollte mobil sein und kaufte sich ein Zweirad. 1959 war damit aber schlagartig Schluss!
Zwei der letzten drei deutschen Marken gaben auf! DKW stellte die Fertigung ein und NSU verkaufte alles ins Ausland. Damit blieb nur noch BMW.


Dürkopp 150 (Schienenbus)



NSU Max (Schienenbus)


Den Deutschen reichte ein fahrbarer Untersatz nicht mehr aus. Das Wirtschaftswunder verlangte nach Automobilen. Man wollte den beginnenden "Wohlstandsbauch" nicht mehr nass werden lassen. Winke
Lloyd führte Anfang der fünfziger Jahre die deutschen Zulassungsstatistiken an. Bereits 1951 kam der erste Minivan auf den Markt - der Lloyd LT500!

Lloyd LP 300 (Schienenbus)



Lloyd LT 500 (Schienenbus)


Aber auch andere Marken kämpften in diesem Marktsegment. Goliath und Gutbrod brachten 1951 die Bezindirekteinspritzung auf den Markt. Während Gutbrod sie im Kleinwagen Champion verbaute, griff Goliath auf den 700ccm Mittelklassewagen Goliath GP 700 zurück.

Goliath GP 700 (Schienenbus)


Noch wesentlich kleiner waren die Kleinwagen und Rollermobile die ab Mitte der fünfziger die Straßen bevölkerten. Einige Hersteller bauten Autos für den alten Führerschein der Klasse 4. Dieser war für Krankenfahrstühle und Automobile bis 250ccm. Unmittelbar nach dem Krieg gab es ja leider eine große Käuferschicht für solche Fahrzeuge.

BMW Isetta (Schienenbus)



Brütsch Mopetta (Schienenbus)



Messerschmitt Kabinenroller (Schienenbus)



DKW 3=6 (Schienenbus)



DKW Ingolstadt Reklame (Schienenbus)



Fiat Topolino C (Schienenbus)



Glas Goggo (Schienenbus)



Glas Goggo 1 (Schienenbus)



Lloyd beim Tanken (Schienenbus)


Auch eine vermeintlich neue Fahrzeugart gab es damals schon. Die Sportlimousine. Bei den Kleinen sorgten Lloyd Alexander TS und Messerschmitt Tiger für Respekt auf der Autobahn. In der Oberklasse war es Anfangs der Borgward Hansa 1500 oder 1800 mit Sportmotor und später die legendäre Isabella TS. Die Borgward Hansa leisteten bis zu 90Ps während die Isabella TS 75Ps unter der Haube hatte. Ein Porsche 356 hatte zur gleichen Zeit um 50Ps...

Borgward Isabella Cabriolet (Schienenbus)


Borgward Isabella TS (Schienenbus)


Messerschmitt Tiger (Schienenbus)


Die Isabella TS kann man in der heutigen Zeit durchaus mit einem BMW M5 oder einem Audi S6 vergleichen. Axel Springer fuhr übrigens Isabella TS Cabriolet... Den TS Motor gab es auch im Isabella Combi! Borgward Combis (immer mit C geschrieben) waren auch die ersten die nicht den Handwerker als Zielgruppe hatten.

Oberklassewagen hatten in den fünfziger Jahren um die 70Ps. Sie lagen preislich bei ca 10.000 - 14.000 Mark. Dies entsprach dem 3 bis 4 fachen eines VW's.

Borgward Hansa 2400 Sport (Schienenbus)



Opel Kapitän (Schienenbus)


Der oben abgebildete Borgward Hansa 2400 Sport (1951-54) war ein Oberklassewagen erster Güte. Sein Motor leistete aus 2,4 Liter Hubraum 82Ps. Schiebedach, Heizung, Radio und Nebelscheinwerfer waren serienmäßig! Eine Hansamatic genannte Automatik war optional lieferbar. Heinz Rühmann fuhr ein solches Modell.

Noch ein Stufe teurer waren dann nur noch der BMW V8 und der Mercedes 300 Adenauer. Solche Autos sah man aber so gut wie nie auf der Straße.


Mercedes 300 Cabriolet A (Schienenbus)


Ab Anfang der sechziger Jahre wollte man größere Wagen fahren. Langsam begann sich alles nach oben zu verschieben. Die Kleinwagen und Rollermobile der 50er Jahre verschwanden wieder vom Markt. Ein Mittelklassewagen hatte nun über einen Liter Hubraum. Ein BMW 700 oder eine Arabella galten nur noch als Kleinwagen. "Echte" Kleinwagen wie den BMW 600 oder das Goggomobil wollte niemand mehr haben.

Die Hochpreiswagen die im Nachkriegs-Europa gefertigt wurden, wurden meistens in die USA verkauft. Wenn man also heute einen Mercedes 300SL (Flügeltürer) oder einen Jaguar XK sieht, kann man sich fast sicher sein, dass dieser aus den USA stammt...

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus

Werksaufnahmen der Borgward-Gruppe: Archiv Peter Kurze http://www.peterkurze.de
Gleisbauer - 21.02.09 16:10
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Moin,
jetzt gibt es mal ein paar wenig kommentierte Bilder,
die Fotos enstanden 2008 auf dem Stader Pferdemarkt, anläßlich des Jubiläums "100 Jahre Kreisfeuerwehrverband Stade":
P8300007 (Gleisbauer)

"Max" Feuerwehr Horneburg, 1923 für 140 Zentner Roggen gekauft, Pumpenleistung 1000l/ min. Hersteller Magirus, eingesetzt bis 1958.
siehe auch: www.ff-horneburg.de

P8300008 (Gleisbauer)



P8300013 (Gleisbauer)

"Oma" der Feuerwehr Jork.
KS 15 Magirus LK
Tag der Erstzulassung: 26.05.1937
Hersteller Fahrgestell: Hansa Lloyd, Bremen
Hersteller Aufbau: Magirus, Ulm
Motor Original: Hansa Typ H3500
Dauerleistung: 60 PS bei 2500 U/Min.
Höchstleistung: 75 PS bei 3200 U/Min.
Hubraum: 3444 cm3
Pumpe: Magirus P IVv Sil 1500 l/Min.
siehe auch: www.feuerwehr-jork.de

MfG Christoph
Schienenbus - 24.02.09 18:29
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Christoph,

mit der "Oma" hast Du genau so einen Hansa Lloyd der als Magirus ausgeliefert wurde abgelichtet wie ich ihn ansatzweise beschrieben habe. Damals wie heute wissen nur Insider was das wirklich für ein Auto ist... Augenrollen

Ich bin gerade, neben meinem Borgward Kühlkoffer und einem Packwagen am zimmern, am Zusammensuchen von Bildern und Daten um die Serie mit Bussen und dem LKW-Fernverkehr zu erweitern...

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Schienenbus - 24.02.09 20:43
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

hier nun ein kurzer Abstecher in den Fernverkehr der Epoche 3. Da ich ehrlich gesagt von der Entwicklung der LKW's wenig Ahnung habe... Ich meine damit im Besonderen wann welche Größen zulässig waren und wann der Betrieb mit zwei Anhängern weg fiel... möchte ich nur ein paar Bilder zur Veranschaulichung bringen.
Eine deutliche Kennzeichnung von Fernverkehrszügen war das auflackierte Rautenmuster. Dies war ab Mitte der dreißiger Jahre so üblich. Damals wurde auch das Anhängerdreieck eingeführt. Dieses gelb-schwarze Dreieck war auf dem Dach der Zugmaschine befestigt. Es musste beim Anhängerbetrieb aufgestellt werden.

Hansa Lloyd Fernlastzug (Schienenbus)

Oben zu sehen ein Hansa Lloyd Fernlastzug aus den dreißiger Jahren. Fahrzeuge dieser Art waren im Westen bis Anfang der fünfziger Jahre im Einsatz. Während des Krieges wurden Straßenfahrzeuge, genau wie Schienenfahrzeuge vereinfacht. Im unteren Bild sieht man einen solchen vereinfachten Mercedes L4500 im "Nachkriegsoutfit". Im Vergleich dazu folgt ein nicht vereinfachter Wagen.

Mercedes L4500 (Schienenbus)



Mercedes L5000 (Schienenbus)


Erst ein paar Jahre nach der Währungsreform trugen die Fahrzeuge wieder aufwendige Werbebeschriftungen und viel Chrom mit sich herum.

Zu den bedeutenden Herstellern von Nutzfahrzeugen in Deutschland zählten Hanomag, Kaelble, Kramer, MAN, Magirus, Büssing, Krupp, Faun, Mercedes, Henschel und Borgward. Zwar fertigte Borgward nur Fahrzeuge bis 5,5to Nutzlast, dies aber so erfolgreich, dass man zu einem der größten Nutzfahrzeug Hersteller weltweit aufstieg! Die größten deutschen Nachkriegs LKW's lieferte Krupp. Die Typenbezeichnung Titan kam nicht von ungefähr... Kaelble fertigte fast ausschließlich Zugmaschinen. Hier war die junge Bundesbahn für ihren Straßenrollerbetrieb ein dankbarer Abnehmer. Für den Schwerstlastverkehr fertigte Faun bis in die achtziger Jahre hinein schwere Zugmaschinen. Bei Hanomag wurden die Lastesel dagegen immer kleiner. Die letzten Hanomag's liegen irgendwo zwischen dem MB Vito und dem Sprinter. Borgward musste nach einigen politischen Fehlentscheidungen im September 1961 die Fertigung einstellen. Das Borgward Pleite gegangen ist, ist ein Märchen! Büssing wurde in den sechzigern von MAN geschluckt. Henschel ging in Hanomag und später in Mercedes auf. Auch Kramer überlebte das Wirtschaftswunder nicht.
Noch ein paar Worte zu den Fahrzeugdaten. Schwere Brocken wie der Krupp Titan (um die 16 to Nutzlast) hatten zwischen 180 und 220 Ps. Schwerstlastzugmaschinen von Faun protzten mit 300Ps Motorleistung. Die kleinen Borgwards hatten bis zu 115Ps. Sie liefen mit den Motoren bis zu 90 Km/h schnell. Dieser Umstand machte sie zu Schnell-Lastwagen oder Eil-Transportern. Ein gewöhnlicher LKW lief maximal 65 Kilometer in der Stunde.

Das erste Bild zeigt einen Borgward Eintonner Jahrgang 1949. Er zeigt sich typisch schmucklos. Kurze Zeit später wurde wieder verchromt und bunt lackiert.


Borgward B1000 (Schienenbus)


Unten ein Borgward B4000. Auf Basis solcher Fahrzeuge baute man auf Sylt die berühmten LT's auf!. Der Sattelauflieger auf diesem Bild wurde bei Buhne in Bremen gefertigt.
Borgward B4000 Autotransporter (Schienenbus)



Büssing S5000 (Schienenbus)



Krupp Mustang (Schienenbus)



Krupp Tiger (Schienenbus)



Krupp Tiger Sattelzugma. (Schienenbus)



Krupp Titan (Schienenbus)



MAN BV-Aral Tanklastzug (Schienenbus)



MAN F8 (Schienenbus)



MAN Möbelkoffer (Schienenbus)



Mercedes 6,5to (Schienenbus)


Mit dem Ende der 50er wurden Frontlenker immer gefragter. Auch verschwand der zweite Anhänger und das Anhängerdreieick. Im Reiseverkehr wurde die Personenbeförderung im Anhänger verboten. Fragt mich aber bitte nicht nach den genauen Jahreszahlen...Verlegen

Borgward B655 Tanklastwagen (Schienenbus)



MAN Bärenmarke (Schienenbus)



Mercedes Esso Tanklaster (Schienenbus)


Das soll es gewesen sein...
Eine kleine Besonderheit möchte ich euch aber nicht vorenthalten... Um seine Goliath Lieferwagen von Bremen nach Berlin zu bekommen griff der Berliner Goliathhändler zu dieser Transportmethode. Er befuhr damit die Transitautobahn bis Berlin - Das Foto ist kein Werbegag!!!!

Goliath Goli-Transport (Schienenbus)


Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus

Werksaufnahmen der Borgward Gruppe : Archiv Peter Kurze
http://www.peterkurze.de
timme - 03.03.09 14:10
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo,

ich möchte Stephan für die Dokumentation danken.

Heute habe ich ein ganz wunderbares Fahrzeug aus Eisenach gesehen und photographiert. Ein Traum von einem Auto. Wie gern hätte ich ein solches Fortbewegungsmittel (oder wenigstens die Limousine) als Modell...


Wartburg 312/5 Camping (timme)



Wartburg 312/5 Camping (timme)



Wartburg 312/5 Camping (timme)



Grüße, Tim
Schienenbus - 05.03.09 14:11
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Tim,
ich glaube , dass du da lange warten musst... Aber Hoffnung dürfte durchaus berechtigt sein. Wer den Modellautomarkt ein wenig beobachtet wird feststellen, dass es in letzter Zeit immer mehr "Brot und Butter" Fahrzeuge im Modell gibt. Auch die Modell-Hersteller merken, dass die Welt, beim Vorbild, nicht nur aus größer, schneller und teurer besteht...
Winke

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
T 20 - 06.03.09 10:07
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Stephan,
ich habe mit großem Interesse Deine Ausführungen verfolgt,danke!Aber ich will Dich noch nicht "entlassen".Bei einigen 50er Modellen,die für unseren Maßstab angeboten werden,habe ich manchmal so leichte Bauchschmerzen,wenn die in knallrot,oder gelb lackiert sind.Bei einem Austin Mini ist das für mich ja nachvollziehbar,oder Sportwagen.Wann haben den die Autofirmen von S/W auf Farbe umgestellt und(gemein)welche Firmen ihre Modelle wann?Wie siehts aus mit(angebotenen)Metalliclackierungen in den 50ern,welche gabs da oder ob überhaupt?Sollte Dir das zuviel werden,vielleich dann Links?Auch Deine bilder vom Staßenverkehr sind klasse.Wenn Du wieder welche (Städte/Überland egal)entdecken solltest,bitte immer mal wieder bei Dir einstellen,wir danken es Dir!!
Farbige Grüße Tobias
arne012 - 06.03.09 13:09
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo,
hier mal ein Sache die damals brandaktuell war, das PVC-Dach!


20m (arne012)


Gruß, Arne
Schienenbus - 06.03.09 18:44
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

gerne mache ich hier weiter....

zu den Farben und Farbgebungen der Straßenfahrzeuge könnte man Bücher schreiben oder Buchbände füllen Augenrollen Darum möchte ich das Ganze nur anschneiden.

Am Anfang waren Motorfahrzeuge Spielzeuge für die Reichen dieser Welt. Sie wurden nach den Kundenwünschen montiert und auch lackiert. Wer ein Automobil besaß, beschäftigte auch das entsprechende Personal um dieses zu fahren und zu pflegen. Der Besitzer musste sich also keine Gedanken machen ob es sinnvoll ist den Fahrzeugrahmen beige zu lackieren oder nicht. Da man sich nicht verstecken wollte wählte man damals sehr oft helle Farbtöne. Man wollte sich schon farblich von den dunklen Kutschen abheben.

Guerrey 1903 (Schienenbus)


Erst mit der Einführung des Fließbandes in die Fahrzeugfertigung (1913) nutzte man Farben die industriell gut zu verarbeiten waren. Henry Ford meinte damals:
Man kann das Model T in jeder Farbe habe - es müsse nur schwarz sein! Schwarz war damals die einzige Farbe die so schnell trocknete, dass sie fürs Fließband tauglich war... Das Ford Model T wurde von 1908 bis 1927 gefertigt. Ganze 11 Jahre, nämlich von 1913 bis 24, gab es den Wagen nur in schwarz!

Viele Hersteller kauften schon damals Teile zu. Da man aber nicht in der Lage war überall identische Farben zu produzieren, wurden diese Teile in komplett anderen Farben lackiert. Dies fällt besonders bei den Felgen auf. Dieser Praxis blieb man teilweise bis Mitte der fünfziger Jahre treu.


Ford A (Schienenbus)



Jaguar XK120 FHC (Schienenbus)


Wenn diese zugekauften Teile für verschiedene Fahrzeughersteller produziert wurden, waren die Teile meistens schwarz lackiert. Speichenräder wurden aber auch rot, beige oder silber lackiert.

Als die Farbindustrie bunte Farben liefern konnte die robust und schnell trocknend waren, wurden die Fahrzeuge wieder bunt und hell. Dies war kurz nach dem ersten Weltkrieg.

zwei Geburtstagskinder (Schienenbus)


Während die Fahrgestelle, Achsen, Kotflügel und Felgen nach wie vor schwarz waren, wurden die Karosserien in hellen Tönen (gelb, grau, beige, blau, rot...) lackiert. Wobei man damals ein ganz anderes Farbverständnis hatte wie es heute der Fall ist. So war der abgebildete Citroen laut Werbung zitronengelb. Das gelb entspricht jedoch dem einer reifen Pampelmuse. Es ist also viel milchiger und heller und längst nicht so grell!

Ab Mitte der zwanziger Jahre waren helle Farben "out". Man wollte dunkle Töne. Sehr gefragt waren nun dunkelgrün, tabacbraun, weinrot oder dunkelblau. Auch wurden wieder vermehrt komplett schwarze Fahrzeuge verkauft.
Erst kurz vor dem II.WK änderte sich dies wieder. Bis zur Einstellung der zivilen Fahrzeugfertigung wurden alle möglichen Farbtöne angeboten. Auch war man jetzt in der Lage überall identische Farben zu produzieren.

DKW Meisterklasse (Schienenbus)



Mercedes 170 V (Schienenbus)



NSU OSL 251 (Schienenbus)



Unmittelbar nach dem Krieg richtete sich die Farbwahl nicht nach dem Kundengeschmack sondern viel mehr nach der Verfügbarkeit der Farben. So waren selbst Luxuswagen wie Jaguar in nur Farben mit den wohlkligenden Namen Navygrau oder Schlachtschiffgrau lieferbar.
Renault stellte 1946 den Kleinwagen 4CV vor. Dieser wurde vom Volksmund bald Cremeschnittchen genannt. Dies lag nicht an der süßen Optik, sondern vielmehr an den lieferbaren Farben. Diese basierten alle auf dem hellbeige der Wehrmacht! Offensichtlich gab es davon noch Unmengen in Frankreich...
Mit der Währungsreform gab auch wieder andere Farben. Im Jahre 1949 führte man Metalliclacke ein. Den Citroen Traction Avant gab es in graumetallic, den VW in silbermetallic und bei Jaguar gab es fast alle Farben auch in Metallic.

Jaguar XK120 FHC Werksrennwagen (Schienenbus)


Im Bild ein Jaguar XK120 FHC (1951-54) in Kupfer-metallic. Das im oberen Teil dieses Berichtes zu sehende Jaguar Modell ist in Pastellgrün-metallic lackiert.

Die ansonsten lieferbaren Farben entsprachen dem Geschmack unmittelbar vor dem Krieg. Lediglich der aus den USA kommende Weißwandreifen war neu.

Borgward Hansa 1500L2 (Schienenbus)


Mercedes 300 Cabriolet A (Schienenbus)


VW T1 Pritsche (Schienenbus)


Mit den "Flossenschiffen" aus den USA kamen auch ganz neue Farben in Mode. Pastelltöne waren nun "in". Auch wurden die Farben wesentlich knalliger und bunter.
So war ab 1959 bei Borgward die Isabella in rosa, lila, orange oder goldmetallic lieferbar. Um nur einige der über 50 Farbvarianten (!!) zu nennen. Borgward war aber auch der einzige deutsche Hersteller der solche extremen Farbwünsche bediente.
Im Normalfall wurde die Fahrzeuge so lackiert wie es noch heute üblich ist. Soll heißen Luxuswagen waren silber, beige oder in dunklen Farben gehalten. Auch legte man bei einiger Herstellern großen Wert darauf bestimmte Farben nur für bestimmte Fahrzeugtypen anzubieten. Kleinwagen und die Mittelklasse orientierte sich stark am Look der US Wagen. Selbst Mopeds sahen aus wie eingelaufene US-Straßenkreuzer. Die Zeit der Heckflossen und Bon-Bon Farben dauerte aber nur von 1955 bis 1961. Mit dem verschwinden dieser Mode waren auch die Weißwandreifen Geschichte.
Metalliclacke, Mehrfarbenlackierungen und Weißwandreifen gab es in den fünfziger Jahre auch bei den Zweirädern.


Borgward Isabella TS (Schienenbus)



DKW 3=6 (Schienenbus)



Goliath GP 700 Werbung (Schienenbus)



Lloyd beim Tanken (Schienenbus)



Opel Blitz Pola (Schienenbus)



Staiger Spurt, Adler M200, NSU OSL 251 (Schienenbus)


Lastenesel waren hellblau (Tüten-blau), rot, dunkelgrün, weiß, beige oder grau lackiert. Zur Eigenwerbung wurden sie jedoch auch komplett in die Firmenfarben umlackiert. Die Werbebeschriftung erfolg mit dem Pinsel....






03Mai2008a (Schienenbus)



123Goliath_Pola (Schienenbus)

Farbspiele an Polas Goliath GD750

Borgward B611 Möbelkoffer (Schienenbus)



Goliath GV800 Reklame (Schienenbus)


Nun noch einiges zu den Farben selbst. Anfangs wurden die Fahrzeuge mit sehr empfindlichen Leimlacken lackiert. Bereits in den zwanziger Jahren wurden daraus Nitrolacke die sich bis Ende der sechziger Jahre halten konnten. Diese Lacke hatten jedoch den riesen Nachteil ziemlich schnell zu verstumpfen. Man musste sein Vehikel also regelmäßig polieren. Dies hatte wiederum zur Folge, dass man sehr schnell die Farbe durchpoliert hatte... Stellen an denen die Grundierung durchschimmerte waren also an der Tagesordnung.


Mercedes 320 (Schienenbus)


Besonders schlimm waren die Folgen allerdings für Fahrzeuge mit Metalliclackierungen. Den Metalliceffect erzielte man durch Beimischung von Stahl- oder Aluspänen. War hier der schützende Lack beschädigt blühte und rostete das ganze Fahrzeug innerhalb kürzester Zeit....


Modeerscheinungen wie Alu-Felgen, Kunstlederdächer oder Spoiler gab es schon sehr früh....richtig in Mode gekommen sind sie jedoch erst in den siebziger Jahren.


Wer also seine Modellbahn in der "vor epoche 4" angesiedelt hat kann und sollte seine Automodelle größtenteils in matten oder seidenmatten Farben lackieren. Wenn der Bausatz nicht sonderlich gelingt und die Spaltmaße nicht gleichmäßig sind... auch kein Problem! Gleichmäßige Spaltmaße sind beim Vorbild eine sehr junge Errungenschaft! So sind bei einem BMW V8 "Barockengel" schnell mal 80 Kilo Zinn verarbeitet worden um einigermaßen die Bearbeitungsspuren zu verwischen und die Spalte einigermaßen gleich hin zu bekommen... Dies war aber überall so!

Leider werden heute beim restaurieren der Originale sehr oft falsche Sachen zur Grunde gelegt. Ein sehr schönes Beispiel habe ich in diesem Bericht. Der VW T1 Pritschenwagen stammt aus der Sammlung seines Herstellers. Er wurde absolut überrestauriert! Solche glatten und perfekt glänzende Fahrzeuge gab es damals einfach nicht. Sicherlich ist dieser Zustand dem heutigen Museumsbesucher geschuldet. Er möchte eben glänzendes Blech sehen. Ein heutiges Auto glänzt doch auch....

Aber welches Auto in welcher Farbe kann ich wo einsetzen? Bunte Fahrzeuge und auch solche die teuer sind traf man nach dem Krieg nur in Gegenden mit einem hohen anteil an Künstlern an (z.B. München Schwabing, Paris,...). Wer seine Anlage jedoch in den Norden gelegt hat sollte bedenken, dass der Bremer sich nie einen teuren Wagen gekauft hätte. So gab es in Bremen genau zwei Mercedes 300 Adenauer. Beide gehörten "Zugezogenen"... In Hamburg sah das aber schon wieder ganz anders aus...!

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
theylmdl - 06.03.09 21:47
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Stephan!

Zitat:
Wer also seine Modellbahn in der "vor epoche 4" angesiedelt hat kann und sollte seine Automodelle größtenteils in matten oder seidenmatten Farben lackieren.

Da muss ich Dir widersprechen. Ich habe schon etliche Original-Fahrzeuge aus den Jahren 1937 bis 1972 alleine oder mit restauriert, von der DKW SB 200 und Zündapp DB 200 bis zum Mercedes 190 SL oder 280SE/9 3.5 und dabei reichlich original erhaltene Lackreste (zum Beispiel unter verschraubten Teilen) gesehen. Die Kraftfahrzeuge waren fast immer hochglänzend lackiert. Dafür gibt es reichlich Bildbelege, die die entsprechenden Lichtspiegelungen des Lacks bei Originalen zeigen.

Glänzende Grüße,
Freddy - 06.03.09 22:58
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Den Schlotmann-Möbelkoffer im Hintergrund, habe ich sogar schon durch Berlin chauffiert! Sehr glücklich
Da zieht man doch den Hut vor den Kapitänen der Landstrasse!!! Respekt Das waren nicht so schmächtige Bürschchen wie die, die heute so aus den gardinenverhangenen Führerhäusern rausblinzeln.Muskeln



theylmdl - 07.03.09 00:19
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Freddy!

Zitat:
Den Schlotmann-Möbelkoffer im Hintergrund, habe ich sogar schon durch Berlin chauffiert!

Dann kennst Du vielleicht auch den wunderbaren Opel Blitz 2,5-Tonner von Anton Schlotmann in der seltenen Ausführung mit kurzem Radstand und Zwillingsbereifung, der sogar in der deutschen Wikipedia aufgeführt wird. Der ist mein Traum-LKW in 1:22,5. Herr Schlotmann war so nett und hat mich telefonisch zur Vermessung und Probefahrt eingeladen.

Achtung: Das Emblem am Kühlergrill stimmt hier nicht!


Blitz mit Bieberlies Winke . Foto: Stefan Flöper, Lizenz: CC-BY-SA-3.0. Wiedergabe mit ausdrücklicher Genehmigung des Bildautors.

Hier noch der Link zu einem Werksfoto von Opel (mit freundlicher Genehmigung der Adam Opel AG).

Beste Grüße,
Schienenbus - 07.03.09 11:23
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Thomas,

du hast ja recht wenn du sagst, dass die Fahrzeuge Hochglanz lackiert waren. Nur waren die Farben nicht sonderlich haltbar. Sie mussten laufend poliert werden um zu glänzen. Die damals erhältlichen Lackpflegemittel waren längst nicht so gut wie die heutigen. Dies führt(e) recht schnell zu stumpfen oder zumindest stumpferen Lackoberflächen.

Adler Trumpf Junior (Schienenbus)


Der im vorherigen Bericht zu sehende graue Mercedes ist übrigens ein unrestauriertes Original. An ihm sieht man deutlich die durchpolierten Stellen.

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Holger BS - 07.03.09 13:18
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
tach
Danke an Alle für diese tolle Übersicht und die vielen Bilder!
Für diese Epoche haben diese Beiträge bisher einfach noch gefehlt.
Gruß, Holger
Zustimmung
Schienenbus - 18.03.09 18:47
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

ich möchte ne kurze Erklärung zu den nun fehlenden Bildern abgeben. Fido hat eine e-mail bekommen in der behauptet wird, es seien Urheberrechte verletzt worden. Ich habe mir vor 6 Jahren, für einige Werksaufnahmen der Borgwardgruppe, die Freigabe geholt diese Bilder zu veröffentlichen.
Offensichtlich haben sich die Urheberrechte für diese Bilder (alle Werksaufnahmen von Hansa, Goliath, Lloyd, Borgward u. Hansa-Lloyd) geändert ohne das ich davon erfahren habe.
Um Ärger zu vermeiden sind diese Bilder nun aus meiner Galerie und somit aus den Berichten verschwunden!

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus Traurig
ziegelok - 19.03.09 07:38
Titel: Vorbildfotos Busse
Hallo,

auf der Seite sind einige alte Busse zu sehen.

http://www.moellers-reisedienst.de/unternehmen_geschichte.php

Wer da mal in die Gegend kommt, sollte mal anhalten. Die Firma verfügt über ein kleines aber feines Museum mit alten Fahrzeugen.

MFG
Schienenbus - 19.03.09 17:46
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

man muss nur mit den Leuten reden... DIE BILDER KOMMEN WIEDER!!

bussi jump jump

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus

timme - 20.03.09 16:10
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo,

ich habe ein DDR-Fahrzeug der Epoche IIIb und später gefunden (Barkas B-1000 Pritschenwagen ab 1965). Die Farbgebung finde ich zwar etwas unangebracht, aber ich weiß ja auch nicht, wofür der Wagen benötigt werden wird (Scheint erst kürzlich aufgearbeitet worden zu sein.).


Barkas B1000 Pritschenwagen (timme)



Barkas B1000 Pritschenwagen (timme)


Grüße, Tim

Barkasinformationen
Schienenbus - 20.03.09 18:28
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

die Bilder sind alle wieder online! Eine kleine Bitte noch am Rande.... Wenn ihr mehr Informationen zu den Fahrzeugen der Borgward Gruppe (Hansa, Borgward, Hansa Lloyd, Goliath, Lloyd) haben wollt, besucht doch einfach mal die Seite

http://www.peterkurze.de

Nicht das ich hier nun groß Reklame machen möchte, aber Peter kurze ist dabei das ehemalige Werksarchiv von Borgward zusammen zu suchen und zu veröffentlichen! Obwohl er dafür viel Geld ausgeben muss...und die Veröffentlichungen seinen Lebensunterhalt sichern, kann ich Bilder aus seinem Archiv fürs BBF kostenlos nutzen! bin dafür

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Schienenbus - 20.03.09 22:26
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

ich möchte nun mal einen kleinen Einblick in die Welt der Lokomobile -sprich der Straßendampfmaschinen- geben. (Auch wenn das nun nur bedingt in die Epoche 3 passt...)
Der Gedanke Straßenfahrzeuge mit einer Dampfmaschine anzutreiben ist so alt wie die Dampfmaschine selbst. Es gab jedoch einige "gewichtige" Gründe die dagegen sprachen. Zum einen waren Dampfmaschinen viel zu schwer und zu schwach und zum anderen waren die Straßen für solche Gewichte einfach nicht ausgelegt. So waren sie erst ab ca. 1890 im Einsatz anzutreffen. Da Lokomobile aber sehr langsam waren, war ihr Einsatzradius sehr beschränkt. Hauptsächlich fanden sie in der Industrie Verwendung. Hier brachten sie schwere Lasten zu den Verladestellen an den Bahnhöfen. An solchen Fahrzeuge waren meistens auch Kräne oder Seilwinden montiert. So konnte man das Transportgut gleich verladen.
Kleinere Maschinen wurden von wohlhabenden Schaustellern angeschafft oder auch im Baugewerbe eingesetzt.

Lokomobile (Schienenbus)



Lokomobile Schausteller (Schienenbus)



Lokomobile Schausteller 1 (Schienenbus)


Der erste I. Weltkrieg setzte einen Schlusspunkt unter dieses Kapitel. Der LKW war nach 1918 leistungsfähig genug um diese Dinosaurier abzulösen. Lediglich auf den britischen Inseln hielten sie sich noch ein Zeit lang.

Einige Maschinen liefen jedoch von Anfang in der Landwirtschaft. Sie waren wesentlich einfacher gehalten ( Aufbau, Ausstattung, Lackierung, ...) und dadurch um einiges günstiger in Anschaffung und Unterhalt. Für den normalen Landwirt waren jedoch auch diese Maschinen viel zu teuer.

Lokomobile 1 (Schienenbus)


Die meisten dieser Maschinen wurden von Lohnunternehmen angeschafft. Da in der Landwirtschaft die Lokomobile meistens als "bewegliche Stationärdampfmaschine" genutzt wurde konnten sie nicht selbst fahren. An der Vorderachse wurde eine Deichsel eingehängt um die Maschine mit Pferden ziehen zu können. Da das Lohnunternehmen aber auch die dazu gehörigen Arbeitsgeräte mitführen musste, war sehr viel ausgebildetes und somit teures Personal nötig um arbeiten zu können.

Lanz Lokomobile (Schienenbus)


Ein kleines Beispiel möchte ich anhand des oberen Bildes erklären. Es zeigt ein Lanz Lokomobile und eine Dreschmaschine. Für die Lokomobile benötigte man sechs Zugpferde und für die Dreschmaschine nochmals vier Pferde. Hinzu kommen das Personal zur Bedienung der Geräte. Spätestens hier sieht man. dass nur wohlhabende Bauern sich einen solchen Einsatz leisten konnten.

Lanz & Lokomobile (Schienenbus)


Speziell für große Gutshöfe gab es Lokomobilgespanne. Man umging das Einsinken der schweren Maschinen (Eine solche Lokomobile wiegt knapp 40 Tonnen!) auf dem Acker in dem man die Maschinen an Rand stellte und die Ackergeräte mit Winden hin und her zog. Ein solches Dampfpfluggespann ist heute noch, zu besonderen Anlässen, in Bayern erlebbar! Beide Maschinen besitzen Winden mit denen der Pflug hin und her gezogen werden kann. Am Ende des Ackers wird dieser Pflug gedreht und durch verfahren der Lokomobile umgesetzt.

Obwohl es sehr schnell Motorfahrzeuge und Stationärmotore für die Landwirtschaft gab, hielt sich die Dampfmaschine bis Mitte der fünfziger Jahre hinein.

Dampfdreschen (Schienenbus)



Dampfsägen (Schienenbus)


Das solls nun erst einmal wieder gewesen sein...

Lokomobil Instandsetzung (Schienenbus)


Winke

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
der koni - 20.03.09 22:56
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo!
Sehr schöne Bilder zeigst Du uns da. Das sind die edleren Vertreter.
Lokomobile, die abseits der Straßen eingesetzt wurden kann man u.a. noch sehen im Moor Museum Gr Hesepe. Da stehen 2 große Teile, die den größten Pflug der damaligen Zeit zogen. Auch der ist da ausgestellt.
Im Museumsdorf Cloppenburg gibt es auch ein solches Exemplar.
Ein kleines Lokomobil steht im Schmalspurmuseum in Erika/NL (wenn man dann schon in GR Hesepe ist, ist es nicht mehr weit bis dahin)
Ach so, im Technik Freiluftmuseum in Hagen/w gibt es auch noch so ein Teil. Treibt da gelegentlich ein Sägegatter an.
Für Leute, die mal sehen wollen, wie mit Wasserkraft Hammerwerke oder Ölmühlen betrieben werden, ist Hagen ein muß!
Wenn Bilder gewünscht werden kann ich die raussuchen.
Schönes WE
Manfred
Schienenbus - 20.03.09 23:13
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Manfred,

wäre ne super Sache wenn Du Bilder von den beiden Brocken einstellen könntest, die den Pflug bewegt haben... Damit man mal die Größenunterschiede zu den handlichen Maschinen sieht die ich eingestellt habe!

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
der koni - 21.03.09 09:23
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Stephan!
Aber gerne doch:
In Groß Hesepe stehen diese Teile:
Gr H (der koni)



gr h (der koni)



mm (der koni)

In Cloppenburg dieses Gerät. Ich habe mir erlaubt, ein abfotografiertes Foto aus dem Museumsdorf als Größenvergleich anzufügen. Da Millionen dieses Foto kennen, dürfte das wohl unproblematisch sein, wenn nicht, bitte löschen!!


cl (der koni)



doc (der koni)

In Erika stand dieser Papagei:


Er (der koni)



ER1 (der koni)


Ich hoffe, es gefällt!
mfG
Manfred
Schienenbus - 21.03.09 19:03
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Manfred,
danke für die Bilder! Nun müsste auch jeder verstehen warum solche Fahrzeuge für einen Bauern unbezahlbar waren... Augenrollen


Heinrich Lanz AG 2 (Schienenbus)


Wie klein ist da doch dieser Lanz Motorpflug und selbst der war für die Meisten unbezahlbar.....

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
der koni - 21.03.09 19:55
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Tscha Stefan..
eventuell konnte er sich dann ja so etwas leisten
(Museumsdorf Cloppenburg,-ist mir das jetzt peinlich? Nee, ich schaue mir gerne solche Sachen an.
War nur schlecht zu fotografieren,man hatte dieses Teil leider eingesperrt, war wohl häufig ausgebüxt.

Hanomag k50 (PS)
-mein Mopped hat 80PS und zieht keine Pflüge.
clp3 (der koni)



clp4 (der koni)


Hoffentlich kommen wir nicht mal auf die PSscheidenheit zurück.
Gruß
manfred
Schienenbus - 22.03.09 14:39
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Manfred,

der von dir gezeigte Hanomag war für seine Zeit ein riesen Brocken und sehr teuer. 50 Ps hatte Mitte der fünfziger Jahre ein Wagen der gehobenen Mittelklasse oder auch ein kleinerer LKW (1,5-2 Tonnen Nutzlast).
Der durchschnitts Landwirt fuhr wesentliche kleinere Fahrzeuge oder er bestellte seine Äcker noch mit dem Pferd.


6 Ps Eicher (Schienenbus)



Citroen Autotraktor (Schienenbus)



Hella Diesel u. Schlüter (Schienenbus)



Pflügen... (Schienenbus)


Bei dem Citroen Autotraktor handelt es sich um einen Umbau aus einem Citroen AC 4 Grand Luxe (1928-32). Solche Umbauten gab es nach dem Krieg sehr häufig. Leider wurde dieses Fahrzeug total überrestauriert!!! (Siehe dazu auch den Modellteil -begonnen von T20- dieses Berichts) Winke

Mit dem Verschwinden der Trecker aus dem Speditionsgeschäft Mitte der fünfziger Jahre landeten auch viele von Ihnen für viele Jahre in der Landwirtschaft.

Hanomag R40 straßenzugmaschine (Schienenbus)



Heinrich Lanz AG (Schienenbus)



Lanz eilbulldog (Schienenbus)


Dem LGB'ler ist der 38 Ps Glühkopfbulldog von Pola ja bestens bekannt. Auf Epoche 3 Anlagen kann der angebotene Eilbulldog durchaus in der Modell -Landwirtschaft arbeiten!
Der Eilbulldog oder auch der Hanomag R40 waren jedoch als Straßenschlepper gedacht. Die meisten von ihnen wurden von der Wehrmacht eingezogen und überlebten den Krieg nicht.

Wenn man heute auf Trecker Oldtimertreffen geht merkt man sehr schnell, dass die meisten Fahrzeuge aus den sechziger Jahren stammen. Hier ging es mit der Motorisierung der Landwirtschaft steil bergauf.

Seit 1949 gibt es übrigens eine ganz neue Art von Helfer... Das Universal Motorgerät - besser bekannt als Unimog.

03Mai2008a (Schienenbus)



Unimog 411 (Schienenbus)


Zum Schluss dürft ihr alle raten wie viele Hersteller sich allein in Deutschland im Bau von landwirtschaftlichen Fahrzeugen versucht haben...?!? gruebel nix weiss


Borgward Ackerschlepper (Schienenbus)

Foto: Archiv Peter Kurze Bremen

Heinrich Lanz AG 1 (Schienenbus)


...genau... es waren über 600 von denen bis heute nur noch Mercedes mit dem Unimog überlebt hat!

Der Borgward Schlepper war übrigens ein Prototyp von dem nur drei Fahrzeuge hergestellt wurden. Eines davon hat überlebt und wird derzeit restauriert! Das Foto stammt aus dem Archiv Peter Kurze.

Traktor? Schlepper? Bulldog?
Damit sich niemand in die Nesseln setzt möchte ich nun noch kurz beschreiben was was ist. Alle drei sind die uns bekannten landwirtschaftlichen Zugmaschinen.
Ein Traktor ist so eine Zugmaschine die im Ausland gefertigt wird oder wurde.
Ein Schlepper kommt aus Deutschland - aber nicht von Lanz.
Und ein Lanz ist immer ein Bulldog. Nicht vertauschen - oder macht man bei einer Dampflok das Feuer im Kessel??? Winke

Nun habe ich zum Schluss noch ein schönes Beispiel zum Anschaffungspreis eines solchen Fahrzeuges im Jahr 1936.
Im Bild ein Hanomag Schlepper der so wie er dort zu sehen ist 5580 Reichsmark gekostet hat. Damit war er im Vergleich recht günstig.
Hanomag SR45 (Schienenbus)


Zur gleichen Zeit kostete ein Motorrad mit 98ccm, also die "Volksmotorisierung", um die 300 - 400 Reichsmark!


Fichtel & Sachs 98ccm (Schienenbus)


Das war's nun aber wirklich...Winke

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Thomas Engel - 05.04.09 15:59
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Winke Hallo Zusammen,

machmal nutze ich die Epoche 3 Fahrzeuge in 1:1 auch noch zum Arbeiten:

Drehleitereinsatz (Thomas Engel)


Aufzählung Beim Friseur würde man sagen "einmal Spitzen schneiden ..."

Aufzählung Nach Bauernregel heißt das wohl: "Ein Teufelchen auf der Leiter macht noch
keinen schönen Sommer !"

So eine Hägebuche ist nicht ganz einfach zu pflegen, daher vielen Dank an den
Nachbarn für das Helfen & Magirus mitbringen.

Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Brennender Teufel Thomas
Schienenbus - 06.04.09 21:59
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Thomas,

ich habe am vergangenen Sonntag diesen schönen Opel Blitz "Alligator" im Graaf Aufbau gesichtet. Dieser gut gepflegte LF 8 steht bei der FFw Bothel noch im täglichen Einsatz!


Opel blitz LF8 (Schienenbus)



Opel Blitz LF8 b (Schienenbus)


Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Schienenbus - 21.04.09 20:17
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Buntbahn-Automobilisten!

Hier in Bruchhausen-Vilsen gibt es eine historische Tankstelle. Sie liegt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Wer Bru-Vi besucht muss sich diese Tankstelle einfach ansehen!!!!
Sie ist aber nicht nur schön, sondern hier wird auch richtig gearbeitet. In der dazugehörigen Werkstatt werden Fahrzeuge der ehemaligen Borgward Firmengruppe restauriert und gewartet.

Gerade rechtzeitig zur Oldtimermesse in Bremen wurde dieser Borgward B622 Schnell-Lastwagen fertiggestellt. Gestern stand er zum ersten Mal im Freien abgestellt. Da musste ich einfach ein paar Schnappschüsse machen und sie hier einstellen! Epoche 3 pur!


Haake Beck Borgward (Schienenbus)



Haake Beck Borgward 1 (Schienenbus)



Haake Beck Borgward 2 (Schienenbus)


Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
ziegelok - 24.04.09 08:42
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo,

vielleicht auch etweas für die Epoche:





MFG
Thomas Engel - 27.04.09 11:38
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Winke Hallo Zusammen,

bei DSO fand ich unter http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?108,4245074 folgende, stilecht nachgestellte Aufnahmen:







Den Beiden im letzten Bild kann man nur schönen Feierabend wünschen!

Grüßle

Brennender Teufel Thomas
Schienenbus - 27.04.09 20:34
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Thomas,

schööööööööööööööööööööne Bilder hast Du da eingestellt!!! top

Nun fehlen dem Mercedes LP nur noch passende Kennzeichen ohne Eurofeld.... Winke

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Thomas Engel - 28.04.09 13:56
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Schienenbus hat folgendes geschrieben::
schööööööööööööööööööööne Bilder hast Du da eingestellt!!! top


Winke Hallo Stephan,

auf http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?108,4246505 ist schon wieder mehr von dieser interessanten Veranstaltung zu sehen, u.A.:



Die DSO Foren lohnen sich immer!

Grüßle

Brennender Teufel Thomas
Schienenbus - 28.04.09 17:41
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo zusammen,

Thomas hat hier so tolle Bilder eingestellt, dass ich gleich noch einmal wühlen gehen musste. Meine Bilder habe ich beim "historischen Tag" des DEV im Jahr 2007 gemacht.

Viel Spaß damit!


Borgward Isabella TS in Bru-Vi (Schienenbus)



historischer Tag beim DEV (Schienenbus)



historischer Tag beim DEV 2 (Schienenbus)



historischer Tag beim DEV 3 (Schienenbus)


Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
timme - 19.06.09 20:53
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Morgen,

gestern konnte ich mal wieder einen alten Wartburg bestaunen.


Wartburg 311 (timme)



Wartburg 311 (timme)


Nach dem Grill und dem was man auf dem Kofferraumdeckel nur noch erahnen kann, sollte es sich um einen Wartburg (311) 1000 handeln.

Schönes Teil, wenngleich die Bude recht vergammelt daherkommt und wohl nur mit viel Überzeugungskunst des Besitzers vom TÜV das H-Kennzeichen bekommen hat.

Wir hatten, als ich noch klitzeklein war, einen Ozeanblauen 311er Luxus. Bis etwa 1995 stand er dann in einer Garage. Als wir die Garage aufgeben mußten, mußte leider auch der Wartburg weg.

Unser Auto sah diesem hier recht ähnlich (unser war allerdings selbst lakiert und unten beige):

Quelle: http://de.wikipedia.org

Grüße, Tim
fspg2 - 18.07.09 21:58
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo,
jetzt komme ich sehr einseitig belastet zu diesem Thema. In einem Nachbarort gab es heute ein Treffen von Taktoren der Marke Eicher. Auch wenn Traktoren nicht unbedingt zu meinen Hauptinteressen zählen, so konnte ich nicht widerstehen, mir die Fahrzeuge anzusehen - vielleicht weil ich als Kind ein Plastikmodell eines ED10 (?) hatte - ich muss doch glatt in den alten Kisten suchen... - . Die Mehrzahl der ausgestellten Fahrzeug war zwischen 1954 und 1964 gebaut worden. Meine beiden Favoriten waren ebenfalls vertreten:

Ein EKL 15 II/9 von 1954, sicherlich ein wenig restaurierungsbedürftig:

Eichertreffen_38 (fspg2)


und der ED 10

Eichertreffen_12 (fspg2)



Auch den Eicher-Geräteträger gab es in zwei Varianten: mit und nahezu ohne Rost!

Eichertreffen_07 (fspg2)




Eichertreffen_52 (fspg2)


Es gab kleine Eicher und größere Eicher:

Eichertreffen_59 (fspg2)



Eichertreffen_64 (fspg2)


Auch der ganz kleine Eicher war immer noch größer als 1:22,5 - leider gibt es ihn nicht in unserem Maßstab. Die 1:25 Tinplate-Variante kann man ja nun wirklich nicht als ernst zu nehmendes Modell bezeichnen!

Eichertreffen_77 (fspg2)


Wer noch mehr Bilder von diesem Treffen sehen möchte, kann es hier tun.

Ein wenig mehr zu Eicher und Co. gibt es unter baumaschinenbilder.de.
timme - 18.07.09 22:21
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Buntbahner

zu Frithjofs Beitrag paßt ja ganz vorzüglich das, was ich heute um 11.10 Uhr in der ARD gesehen habe: "Deutsche Traktor-Legenden - Von den Anfängen bis in die frühen 50er Jahre".

Nächste Woche kommt der zweite Teil "Deutsche Traktor-Legenden - Von den 50er bis in die späten 80er Jahre" (25.07.2009; ARD; 11:10 Uhr).

Grüße, Tim
timme - 21.07.09 20:52
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Moin,

heute konnte ich eine Porsche bestaunen. Er zwar nicht mehr im Originalzustand, aber dennoch interessant.


Porsche Junior (timme)



Porsche Junior (timme)


Grüße, Tim
hillylem - 06.01.10 23:48
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo miteinander,

mir hat es da neulich in den Fingern gejuckt, und so bin ich seit November 09 im Besitz dieses tollen Fahrzeuges:

Borgward TLF 8 (hillylem)

Borgward B2500 A/OTLF 8 Aufbau Arveehemals FF Hage/OstfrieslandFahrerseite

Borgward TLF 8 (hillylem)

Heck

Borgward TLF 8 (hillylem)

Beifahrerseite

Borgward TLF 8 (hillylem)

Von vorn



Das Fahrzeug gehörte bis 1976 der FF Hage in Ostfriesland. Das Fahrzeug wurde 1959 von der Firma Arve aufgebaut und hat als Besonderheit eine pneumatisch gesteuerte Pumpe.....

Gruß

Hillylem

@Schienenbus: Was macht der Borgward aus Asendorf?
Schienenbus - 07.01.10 20:03
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Hillylem,

mein Borgward B2500A/O, sprich der ehemalige Asendorfer, steht nahezu "ausgebeint" beim mir in der Garage. Ich habe ihm die Nase abgebaut und den Feuerwehraufbau ausgeräumt. Durch diese Aktion haben wird dann festgestellt, dass der Feuerwehraufbau komplett neu beblecht werden muss, der Hilfsrahmen für den Wassertank neu gebaut werden muss und das die A-Säule des Führerhauses nur noch in der Erinnerung vorhanden ist... Dafür hat das gute und vor allen Dingen 100%ig komplette Stück ja aber auch nur so viel wie 3-4 30cm Wagen aus der roten Schachtel gekostet... Winke


Überführung Borgward TLF 8 (Schienenbus)


Das Bild zeigt ihn bei seiner Überführung von "seiner Scheune" zu mir nach Hause. Da er bereits ca 20 Jahre stand, wurde er mit einem 38Ps Lanz Glühkopf Bulldog gezogen und von einem alten Fendt und einem Deutz begleitet.

Altgediente "Muselbahner" kennen ihn übrigens noch aus seiner aktiven Zeit. Schließlich nahm die Lok des ersten Museumszuges nach Asendorf im Bahnhof Asendorf durch seine Hilfe Wasser.... Das war 1969!

....


Borgward B2500 A/O TLF8 (Schienenbus)




Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus

....Ich hoffe Du erhältst dein Fahrzeug als TLF. Der Vorbesitzer deines TLF wollte ihn nämlich zum Kipper umbauen um ihn "nutzbar" zu machen!
hillylem - 07.01.10 21:49
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Ist ja wirklich schade, dass das gute Stück so arg mitgenommen ist. Wenn ich das richtig sehe, haben wir den gleichen Aufbau, nämlich von der Firma Arve. Jetzt wäre für mich interessant, welche Pumpe bei dir verbaut ist und wie sie gesteuert wird.

Ich habe vor, das TLF als solches zu erhalten. Zunächst in dem Zustand, in dem es heute ist, also mit weißen Kotflügeln usw. Die Brauereibeschriftung wird entfernt, hoffe mal, dass nicht mehr all zu viel Lack mitkommt bei der Aktion.

Sobald ich alle Informationen, Teile und die nötigen finanziellen Mittel zusammen habe, wird das TLF soweit wie irgendwie möglich (STVZO) in den Auslieferungszustand zurück versetzt werden. Aber das lasse ich mal offen, wann das soweit ist.

Ich denke mal, ich komme dich in nächster Zeit mal besuchen, werde nämlich mit dem Borgward Club zum Jubiläum der Feuerwehr Wietze fahren, und da liegt Asendorf ja auf dem Weg.....

Übrigens, interessant, wie sich so manche Geschichte rumspricht (Umbau TLF). Hattest du mal Interesse an dem Fahrzeug?

Gruß

Werner
Schienenbus - 08.01.10 13:18
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Werner,

mein TLF hat einen Aufbau von Buschmann in Hoya, der in dieser Form nur dreimal hergestellt wurde. Wenn man sich das auf der Landkarte ansieht, stellt man fest, dass mein Autochen noch nicht viel von der Welt gehen haben kann... Gebaut in Bremen, die Karosserie aus Hoya, eingesetzt in Asendorf und Schwarme und nur in Bruchhausen -Vilsen in Rente.... Winke

Dein TLF wurde 2009 auf dem Oldtimermarkt in Bockhorn zum Verkauf angeboten.

Borgward B2500 TLF8 / Arve Karosserie (Schienenbus)


Ich glaube , es ist wohl besser dieses Gespräch über PN weiter zu führen um das Thema nicht zu sehr zu "verwässern" Augenrollen

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
Gleisbauer - 08.01.10 17:19
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Moin Stephan und Werner,
aber laßt uns bitte trotzdem an den tollen Fahrzeugen teilhaben, immerhin habe ich meine ersten Feuerwehrschritte mit dem wohl einzigen LP-Löschzug in Deutschland gemacht, und als ELW´s gabs dazu 2 T2-Bullis- das waren schöne Fahrzeuge (auch wenn ich mit den heutigen lieber losfahre, weil die einfach ehrheblich leistungsfähiger sind Winke )
MfG Christoph
hillylem - 05.07.10 00:20
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Konnte in den letzten Tagen was für meinen Borgward tun, er sieht jetzt mittlerweile wieder so aus, wie er in den späten 70ern unterwegs war....

Borgward TLF 8 (hillylem)


(Jetzt hats geklappt....)

Gruß

Werner
Helmut Schmidt - 05.07.10 08:10
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
hillylem hat folgendes geschrieben::
Konnte in den letzten Tagen was für meinen Borgward tun, so sieht er mittlerweile so aus, wie er in den späten 70ern unterwegs war....


[img]http://www.buntbahn.de/fotos/showphoto.php?photo=72060

(anders will es irgendwie nicht mit den Bildern funktionieren)

Gruß

Werner

Hallo Werner,
hier die Anleitung zu einfügen von Bildern.

Der Borgward schaut aber schon richtig gut aus.
Jörg - 07.07.10 09:59
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Buntbahner

hier ein Buchtipp zum Thema Straßenverkehr:

http://spannwerk.buntbahn.de/fotos/showphoto.php/photo/752

Herausgeber Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Westfälisches Freilichtmuseum Hagen
196 Seiten auch für Modellbahner geeignet
Seltene Fotos und Infos über Fuhrleute und Fernfahrer, Sprengstofftransport im Raum Witten, Kleinbahnen mit Rollfahrzeugbetrieb und vieles mehr.
5€ die wirklich gut angelegt sind.

viel Spaß beim Schmökern

jörg
fspg2 - 20.01.11 23:22
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo,

zu diesem Thema passend möchte ich Euch auf eine interessante Seite hinweisen, auf der alte Verkehrszeichen als Fonts heruntergeladen werden können.
Schienenbus - 21.01.11 12:06
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo,

die Schilder sind klasse und schon auf meiner Festplatte Winke


Nun möchte ich aber mal ein wenig die Werbetrommel rühren Ausruf

Wie ich hier schon in den Kalender eingetragen habe Idee findet am 28. und 29. Mai in Bruchhausen-Vilsen ein Oldtimertreffen statt. (ratet mal wer sich da die Arbeit macht). Treffen gibt es viele - nur hier ist richtig "Action" angesagt. Ein paar große Jungs bringen ihre ganz großen Spielzeuge mit und so können wir Ladeverkehr und Umladevorführungen von Schiene auf Straße und wieder zurück vorführen. Für diese Sache haben sich mehrere Borgward Hauber zwischen 2 und 4,5 Tonnen Nutzlast angekündigt. Geschockt Freude

Borgward B4500 Kipper (Schienenbus)


Als Statisten werden aber auch ein Borgward Tanksattelzug sowie Hauber von Krupp, Büssing, Mercedes und den Südwerken erwartet.

Wem das jedoch zu "vorbildlastig" ist, dem sei gesagt, dass die Halle in Heiligenberg für eine Modellbahnausstellung ausgeräumt wird. Natürlich ist der Fahrplan an diesem Wochenende verdichtet.

Tanzend Pfeifend

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus
hillylem - 14.03.11 23:50
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
So, dann möchte ich mal einen kleinen Beitrag leisten zum Thema Feuerwehr in der Epoche 3. Ganz so einfach ist das nicht, denn die Feuerwehrfahrzeuge sind zwar genormt, aber da sie lange im Gebrauch sind, überleben sie so manche Norm. Und von daher gibt es natürlich eine Vielzahl von Fahrzeugen. Ich möchte hier daher nur eine Auswahl zeigen, wer mehr wissen will, sei auf den Buchhandel oder Antiquariate verwiesen.

So, dann legen wir mal los.
Ziemlich lange haben sich Fahrzeuge aus dem Krieg bei den Feuerwehren erhalten, aufgrund der Finanzlage so mancher Gemeinde wurde erst sehr zögerlich mit der Neubeschaffung begonnen. Die unmittelbare Nachkriegszeit kannte von daher also auch Fahrzeuge, die in der Epoche 1 unterwegs waren, so hatte zum Beispiel die Feuerwehr Lemwerder (meine Heimatfeuerwehr) bis 1960 einen Hansa Lloyd von 1927 mit Vollgummibereifung im Bestand. Von daher lassen sich solche Fahrzeuge also ohne Bedenken einsetzen.

Glücklich dran waren die Feuerwehren, die in der Kriegszeit ein neues Fahrezug erhielten und dieses nicht requiriert oder durch Kriegseinwirkungen verloren ging. Diese Fahrzeuge waren zum Teil noch weit über die Epoche 3 hinaus im Einsatz. Von daher können also auch diese bedenkenlos eingesetzt werden.

Da ein ungeheurer Nachholbedarf bestand, erschienen bald die ersten neuen Fahrzeuge bei den Feuerwehren, und das nicht nur in der Stadt. Eine Auswahl dieser Fahrzeuge möchte ich hier vorstellen:



KHD LF15 (hillylem)


Ein Magirus der frühen 50er, hier ein LF 15. Solche Fahrzeuge kamen vor allem bei großen Feuerwehren zum Einsatz. Bei den Berufsfeuerwehren war dieses Fahrzeug Teil des Löschzuges.

Magirus TLF15 (hillylem)


Ein weiterer früher Magirus, hier ein TLF 15. Auch diese gehörten zum Löschzug einer Berufsfeuerwehr, aber auch größere Freiwillige Feuerwehren bemühten sich um solche Fahrzeuge, vor allem wenn die Löschwasserversorgung zu wünschen übrig ließ.

Magirus TLF16 (hillylem)


Im Laufe der Zeit wurden die Fahrzeuge wieder etwas luxeriöser, was sich auch in der Karosserieform und im Aufbau wiederspiegelt. So wurde in den 50ern diese Linie entworfen, die stark an Omnibusse erninnerte. Und so hieß sie auch Omnibuslinie, und es gab sie nicht nur von Magirus.

Magirus TLF16 (hillylem)


Schnell erkannte man, dass die Omnibuslinie zwar gut aussieht, aber für Probleme sorgte. Die Verwindungsfreiheit der Aufbauten war zum Beispiel stark eingeschränkt, so dass man bei Allradfahrzeugen schnell wieder von dieser Linie abkam.

Magirus LF16 (hillylem)


Die nächste Generation ließ nicht lange auf sich warten. Diese Fahrzeuge sind wohl den meisten sicher in Erinnerung, da auch die Deutsche Bundesbahn diese Typen in ihrem Fahrzeugpark hatte. Hier das LF 16....

Magirus TLF16 (hillylem)


und hier das TLF 16. Die Anforderung an die Pumpenleistung wurde bei einer Normänderung neu festgelegt, von ehemals 1500l bei 8atm (bar) erhöhte man auf 1600l bei 8atm.

Magirus TLF16(T) (hillylem)


In Niedersachsen wurden schnell diese Tanklöschfahrzeuge bekannt, welche augrund der ausgedehnten Flächen und Wälder und der teilweise schlechten Löschwasserversorgung beschafft wurden. Besitzen die weiter oben gezeigten Tanklöschfahrzeuge eine Staffelkabine (Besatzung 1/5), besaß das TLF 16T nur eine Truppkabine (Besatzung 1/2), dafür aber einen größeren Tank. Hier ein Magirus...

Mercedes TLF16(T) (hillylem)


und hier ein Mercedes.

Mercedes LLG/LF8 (hillylem)


Wie schon oben erwähnt fuhren bei den kleineren Feuerwehren noch lange Fahrzeuge aus der Kriegszeit. Hier ein typischer Vetreter, ein LF8 mit Tragkraftspritzenanhänger (TSA) auf Mercedes L1500

Opel Blitz LF8 (hillylem)


Aber auch auf dem Land wurden neue Fahrzeuge beschafft, besonders beliebt war der Opel Blitz, der seinem Namen alle Ehre machte und die Feuerwehren lange Zeit schnell und zuverlässig zum Einsatz brachte.

Borgward TLF 8 (hillylem)


Auch Tanklöschfahrzeuge standen auf der Beschaffungsliste, bei den kleineren Feurwehren auch etwas kleiner. Immerhin konnten aber diese Fahrzeuge mit dem Führerschein der Klasse 3 bewegt werden, was so mancher Gemeinde sicher sehr entgegen kam. Der Tankinhalt liegt immerhin bei ca. 1600l. Hier (m)ein Borgward TLF8. Da man Dieselmotoren als zu langsam empfand, hatten diese Fahrzeuge einen Benzinmotor, mit dem sie immerhin 95 km/h erreichten.

VW TSF(T) (hillylem)


Dieses Fahrzeug war typisch für die ganz kleinen Ortschaften. Auch auf dem T1 gab es schon solche Aufbauten, und wer es sich leisten konnte, griff zum Ford Transit, mit dem man immerhin eine Staffel (1/5) zum Einsatzort transportieren konnte. Diese Fahrzeuge lösten die immerhin zahlreich vorhandenen Tragkraftspritzenanhänger ab (siehe Foto vom Mercedes L1500), die in den meisten Fällen von einem Traktor zum Einsatzort gezogen wurden. Für so manche kleine Feuerwehr sicherlich ein Quantensprung.

So, das soll es erts mal gewesen sein. Mehr Fotos folgen....

Kleine Anmerkung noch zu den Farben:

In den frühen 50ern legte man Rubinrot als Aufbaufarbe fest, die Kotflügel und Stoßstangen waren schwarz. Früh erkannte man, dass Rubinrot etwas dunkel ist, so legte man Ende der 50er Feuerrot als Farbe fest. Die Stoßstangen und Kotflügel blieben schwarz, erst Ende der 60er/Anfang der 70er wurden sie weiß. Ältere Fahrzeuge wurde nach und nach umlackiert, es gibt aber Ausnahmen, so wie dieses Fahrzeug, welches auch heute immer noch im Einsatz ist: http://bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/2233/Florian_Ottweiler_0341

Gruß

Werner
Schienenbus - 15.03.11 19:59
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Werner,

schön das Du das Thema Feuerwehren noch einmal aufgeriffen hast (war hier schon mal durch mich angeschnitten)....! Winke

Bei dem ersten von Dir gezeigten Magirus handelt es sich aber um ein Fahrzeug aus den vierziger Jahren. Magirus hat während des Krieges von Wasser- auf Luftkühlung umgestellt. Das abgebildete Fahrzeug hat noch einen Wassereinfüllstutzen auf der Kühlermaske. Den ersten neuen Magirus nach dem Krieg zeigt dein zweites Bild. Ein solches Fahrzeug hat als "Schwere Ganzstahldrehleiter" im Bestand des Automuseums Asendorf unrestauriert aber voll fahrbereit überlebt. Ein tolles Ding - 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht die von satten 70 Diesel Ps gescheucht werden Winke

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus

Wer übrigens schöne alte Laster genießen möchte... dem möchte ich zwei Termine im norden ans Herzen legen.
28.05 - 29.05 in Bruchhausen -Vilsen und eine woche später im Hafen von Wilhelmshaven Ausruf
hillylem - 15.03.11 21:05
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hallo Stephan,

da hab ich doch glatt den Kühlerdeckel beim raussuchen der Fotos übersehen. Musste aber auch feststellen, das es das einzige LF15 in dieser Ausführung war, das ich damals in Harpstedt fotografieren konnte.

Werde demnächst noch ein paar Fotos hochladen und hier vorstellen.

Gruß

Werner
hillylem - 03.04.12 13:09
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Mittlerweile ist es mir gelungen, dass älteste im Dienst befindliche Löschfahrzeug des Saarlandes zu erwerben und in den Norden zu bringen.
Dieser Art LF 8 waren relativ selten, wer brauchte schon Allrad? Aber wer ihn brauchte und einen Benzinmotor nicht missen wollte, kam um den Borgward einfach nicht herum.


Elzje (hillylem)

Florian Ottweiler 3/41 (Elzje) bei Ankunft in Lemwerder
Helmut Schmidt - 13.05.12 23:54
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Hiermit möchte ich euch auch mal ein Vorbildfahrzeug der Epoche IIIa vorstellen, dass bei mir daheim in der Nähe aufgestellt ist.


Kaelble 8W von 1954
fspg2 - 14.05.12 21:06
Titel: Re: Straßenverkehr in der Epoche 3
Moin Helmut,

Innerhalb von 10 Minuten kam ich heute an diesen beiden Kaelble-Exemplaren vorbei.

Wie wäre es, wenn sich einer dieses Themas annehmen könnte? Solch eine alte Walze als Modell in 1:22,5 ... wäre sicherlich eine Augenweide Winke


Walze_Kaeble_02 (fspg2)



Walze_Kaelble_01 (fspg2)


Eine sehr informative Seite mit vielen Herstellern von Walzen gibt es hier!

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