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Fahrzeuge - Meine Lok: 99 021


theylmdl - 31.07.07 21:44
Titel: Meine Lok: 99 021
Inhaltsverzeichnis des Threads

Meine Lok: 99 021

Hallo!

Ein paar, die auch zwischen den Zeilen lesen, wissen es wohl schon, und andere haben danach gefragt. Ich werde nun allmählich mit dem Bau meiner ersten und wohl langfristig auch einzigen "guten" Lok beginnen, der 99 021 der Inselbahn Wangerooge. Mit der Inselbahn Wangerooge an sich habe ich's nicht so, aber die Lokomotive finde ich klasse - die und nur die soll's sein.

Ein nicht ganz so gutes Modell der Lok habe ich mir vor ein paar Jahren schon 'mal gebaut, auf Basis eines Toytrain®-Fahrgestells.



Das Modell entspricht aber gar nicht mehr meinen Vorstellungen und hat auch etliche Fehler. Daher habe ich unterdes fast zwei Jahre an einem Neubau herum geplant (und bin noch immer dabei). Fast 1.000 Teile sind schon konstruiert, ganz wenige schon gefertigt und rund 50% der zugekauften Standard-Teile im Haus. Vorsichtig geschätzt wird es der Winzling auf rund zwei- bis dreitausend Teile bringen (ohne Kleinkram wie Bolzen und Schrauben). "Winzling" deshalb, weil die Lok kaum größer ist als Marcos Feldbahn-"Anne". Die Kosten - ohne Eigenleistung - schätze ich 'mal vorsichtig auf gut 1.000,- Euro, das kann aber auch leicht mehr werden.

In diesem Thread möchte ich Euch teilhaben lassen an meinem Abenteuer. Ich lasse es gemächlich angehen, denn das wird harter Stoff. Ich vermute eine Bauzeit von mindestens zwei Jahren, es können aber auch leicht drei werden, zumal ich mich nur immer 'mal wieder so nebenher damit beschäftigen kann.

Das Vorbild

Leider ist die Quellenlage nicht sehr gut. Es gibt zwei sehr schöne Bellingrodt-Fotos (andernorts: Hermann Maey / Rudolf Klitscher, vgl. http://www.inselbahn.de/index.php?nav=1400922&id=13680&action=portrait ), ein paar stark retuschierte Postkarten-Motive, eine widersprüchliche Geschichte und eine mäßige Typenskizze der GOE (Großherzoglich Oldenburgischen Staatsbahn). Gebaut wurde die Lok 1904 von den Stahlbahnwerken Freudenstein & Co. in Berlin-Tempelhof. Ein Teil der Quellen besagt, dass sie 1910 zur Inselbahn Wangerooge gekommen sei (als Gelegenheitskauf), ein anderer spricht vom Jahr 1904 selbst (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Oldenburgische_B ). Die Lok erhielt die Nr. 3 und soll sich sehr bewährt haben. Der Zweikuppler hat(te) eine außen liegende Allan'sche Steuerung, Räder mit neun Speichen und 800mm Durchmesser bei 1.300mm Achsstand, 300mm Hub und rund 11 Tonnen Dienstgewicht.

Nach 1920 (wahrscheinlich 1925, das ist plausibel) wurde die Lok zur DRG 99 021 umgezeichnet und ziemlich umgebaut - es gab einen neuen Dampfdom, eine Verkleidung der Dampfeinströmrohre und allerlei andere Änderungen. Bis zum Schluss fuhr diese Lok allenfalls mit einem Spitzenlicht (mangels Haltern unten) und - wahrscheinlich - einer Wurfhebelbremse. 1942 wurde sie nach Ochotschewska-Kolpny (Ukraine) an die Ostfront abgegeben, nachdem sie im RAW Bremen generalüberholt worden war. Damit verliert sich ihre Spur.

Alles in allem vertraue ich bei den Angaben eher unserem Forums-Mitglied Malte Werning, dem Profi für die deutschen Inselbahnen.

Die Lok hat ein paar auffallende Merkmale. Dazu gehören der hohe Kessel und das Führerhaus mit einer Grundfläche von rund 1,6 × 1,6m - das ist herzlich wenig und eher Feldbahn-typisch. Bei knapp 5m Länge dürfte sie zu den kleinsten Meterspur-Loks in Deutschland zählen. Nachgebaut werden soll die Reichsbahn (alt)-Version nach dem Umbau, also die zwischen ca. 1924 und 1942.

Grundsätzliches zum Modell

Das Modell soll elektrisch betrieben werden. Als Motor wird ein Faulhaber 2232 U 24SR verwendet. Der treibt über eine 2mm-Welle beide Achsen an. Die vordere Achse ist pendelnd und konzentrisch mit dieser Welle gelagert (Dreipunktlagerung). Am Ende der Welle wird eine abnehmbare Schwungmasse liegen, wie sie "Kolbenfresser" Roland heute freundlicher Weise gedreht hat. Die Achsen werden in Bundkugellagern laufen, die Schnecken-/Stirnrad-Kombinationen (eingängig, 25 Zähne, Stahl/Messing) gekapselt und mit Fettfüllung, das axiale Spiel wird über Gleitbuchsen aufgefangen.

Der Betrieb kann wahlweise analog oder digital erfolgen. Dafür dient eine Buchsen-Stiftleisten-Kombination, die eine völlige Entkoppelung der beiden Stromkreise ermöglicht (dazu später mehr). Als Decoder kommt Zimo MX64H zum Einsatz, für den Sound DIETZ microXS mit einem Lautsprecher DLS-EM (stehend nach vorne in der Feuerbüchse). Übrigens war und ist die Kabelführung bei der Konstruktion mein größtes Problem.

Die Stromabnahme wird (wahrscheinlich) je zweimal je Rad erfolgen (Radnabe mit Teller-Schleifer über Kontaktdraht zum ringisolierten Radreifen und Schleifer an der Innenseite der Spurkränze). Dazu gibt's am Ende der Sandfallrohre zwei Schienenschleifer (Steinigung erbeten, aber bitte erst gucken und probefahren und dann schimpfen).

Mangels Platz wird der Decoder nur über 4.700µF gepuffert. Der 6V-Festspannungsregler 7806 für den Seuthe-Rauchgenerator Nr. 5 und die Lampen erhält 1.000µF/2.200µF (Eingang / Ausgang).

Einige Teile werden wassergestrahlt werden (insgesamt eine ziemlich große Fläche in 0,8 und 2,0mm), und es werden etliche Ätzbleche in verschiedenen Stärken benötigt. Was gerollt werden muss, soll in Messing, der Rest in Neusilber geätzt werden. Die meisten Steuerungsteile werden in Sandwich-Bauweise aus 0,5mm-Neusilber zusammen gelötet. Alleine diese 0,5mm-Teile sind derzeit 148.

Danksagung

Schon im Vorfeld haben sich etliche Buntbahner sehr um den Zwerg verdient gemacht. Ihnen möchte ich zunächst einmal herzlich danken. Alleine hätte ich da keine Chance, und ich bin auf die Hilfe angewiesen. Die Helfer werden jeweils noch namentlich genannt - an passender Stelle.

Hinweise zur Planung

So mancher mag jetzt zu Recht sagen, der Mann hat einen Knall - warum investiert er so einen Aufriss in so einen Exoten, statt ein gängiges Modell zu konstruieren? Die Antwort ist ganz einfach. Den unglaublichen Aufriss würde mir sowieso niemand auch nur anteilig bezahlen, also suche ich mir lieber etwas aus, was mir gut passt. Ich schätze 'mal vorsichtig, dass ich mit Planung und Vorarbeiten in den vergangenen zwei Jahren gut 1.000 Stunden verbracht habe. Die Sache ist also sowieso schon jenseits von Gut und Böse.

Ich habe seit 1984 schon etliche Zweikuppler gebaut - meist in H0, teils in N, teils in IIm - und möchte diesmal die gemachten Erfahrungen nutzen - und aus den gemachten Fehlern lernen.

Bevor es nun irgendwann so richtig los geht, füge ich noch ein digital verschlimmbessertes Vorbild-Foto ein (Quelle: http://www.inselbahn.de = Sammlung Malte Werning).



Ich werde mich bemühen, die Beiträge in diesem Thread ein wenig zu sortieren, aber das ist angesichts der Fülle an Infos nicht ganz einfach. Die Planungsdaten haben unterdes die 35MB-Grenze überschritten. Vielleicht ist es am pfiffigsten, wenn ich einfach fortlaufend vom Bau berichte.

Bearbeitet 2008-02-21: Link zu Inhaltsverzeichnis hinzugefügt.

Beste Grüße,
ottmar - 01.08.07 18:16
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

ein feines Lökeli baust Du da: Die ist wirklich winzig - kriegt die schon richtigen Strom oder noch Muttermilch Winke

Aber kannst Du nicht was anderes vorsehen als eine eingängige Schnecke? Ich habe bis jetzt nur üble Erfahrungen damit gesammelt.

Viel Spass und Erfolg bei Deenm Projekt!

Gruß Ottmar
theylmdl - 02.08.07 00:17
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Ottmar hat folgendes geschrieben::
kriegt die schon richtigen Strom oder noch Muttermilch Winke

Ich schätze 'mal, dass die Kleine beim Bau - je nach Tageszeit - eher Caffelatte, Wasser oder Bier abkriegen wird. Kleine Pannen bei der Arbeit sind unvermeidlich Winke .

Diese Nachzeichnungen der Typenskizze der GOE (Achtung: noch mit kleinen Fehlern und etwas modifiziert) zeigen arg deutlich, dass die Kleine wirklich eine "Kleine" ist:





Das 1.000mm-Maß in der Stirnansicht ist nicht etwa der Kesseldurchmesser, sondern die lichte Weite zwischen den Kohlenkästen vor dem Führerhaus.

Ottmar hat folgendes geschrieben::
Aber kannst Du nicht was anderes vorsehen als eine eingängige Schnecke?

Kann schon, will nein.



Das hat mehrere Gründe. Zum einen stehe ich Schneckengetrieben mit zwei Schnecken-/Schneckenrad-Kombinationen (Stahl / Messing) bei weitem nicht so ablehnend gegenüber wie die meisten Buntbahner. Sie haben zwar den Nachteil, dass viel Leistung verloren geht (ob das nun wirklich 50% sind, mag dahin gestellt sein), aber eben auch den Vorteil, dass sie enorm Platz sparen. Und den brauche ich dringend: Denn ich muss den Decoder, den Sound-Chip (ohne Werkzeug heraus nehmbar!), den Lautsprecher, einen 6V-Festspannungsregler mit zwei fetten Elkos, den Rauchgenerator, den Ausgleichtank für den Rauchgenerator, drei Schalter, mindestens sechs Steckverbinder (mehrpolig), den Puffer-Elko für den Digitalbetrieb, die Kabelkanäle und noch manchen anderen Krimskrams irgendwo unterbringen. Jedes andere Antriebskonzept hätte dazu geführt, dass eine dieser Sachen entfallen wäre. Den Durchblick unter dem Kessel und am Ende des Rahmens will ich ja auch erhalten.

Zum einen werden natürlich zwei solche Schnecken-Rad-Paarungen eingesetzt - eine einzelne Kombination halte ich auch für keine so gute Idee. Zweitens werden die axialen Kräfte (Schub / Zug) nicht auf die Motorlager abgewälzt, sondern über Gleitscheiben aufgefangen (in der Skizze weder zu sehen noch eingezeichnet). Zum Dritten werden die Kombinationen - wie geschrieben - gekapselt und in Füllungen mit Druck-festem Fett laufen.

Vorne seht Ihr auf der letzten Skizze grün eingezeichnet den "Käfig" der pendelnden Vorderachse. Deren Boden lässt sich ebenso wie der der starren Hinterachse durch Lösen von zwei M2-Schrauben nach unten hin entfernen - zu Wartungszwecken und zum Fetttausch.

Damit das Fett die Schneckenräder und damit die Schnecke stets erreicht, sind diese abschraubbaren Böden so konstruiert, dass sich im Bereich der Schneckenräder eine Mulde bildet, in der das erwärmte Fett durch Schwerkraft zusammen fließt.

Tüfteln wir noch 'mal ein wenig an der Geschwindigkeit herum, dafür habe ich nämlich auch eine Weile gebraucht. Die Lok soll etwa 25km/h "schnell" sein. Die Schneckenräder haben (auch das hat sich erst nach einer Weile durch allerlei Notwendigkeiten ergeben) 25 Zähne, die Stahlschnecken sind eingängig. Wegen der Raddurchmessers am Laufkreis von rund 35,6mm (Umfang knapp 112mm) werden knapp 166 Umdrehungen je Minute benötigt.

Bei 18 Volt erreicht der FH 2232 U 24 SR wegen seiner Drehzahlkonstante im Leerlauf rund 5.400 Umdrehungen je Minute. Das sind etwa 125 Radumdrehungen oder knapp 33 km/h - aber das gilt eben nur ohne Last! Die typischen Hemmungen (Schnecken, Stromabnahme, Reibung) dürften diesen Wert locker auf unter 25km/h korrigieren, sofern der Decoder dem nicht entgegen wirkt.

Die Diskussion über den Sinn und Unsinn der Schwungmasse im Digitalbetrieb hatten wir ja hier schon. Jetzt bietet sich eine gute Gelegenheit, die Unterschiede zu testen. Denn die Schwungmasse muss aus Wartungsgründen abnehmbar bleiben - da ist gut vergleichen, außerdem kann der Vergleich analog / digital jederzeit erfolgen. Das Lager der Längswelle zwischen den Schnecken hinten bei der Schwungmasse wird als einziges am Antriebsblock (blau gezeichnet) angelötet. Wird die Schwungmasse gelöst, können der Motor samt Welle, Schnecken und Buchsen nach vorne aus dem ohnehin nach unten lösbaren Antriebsblock heraus genommen werden. Außen schwarz in der Skizze ist der "Modellrahmen" angedeutet.

Dazu müssen vier Schrauben von unten gelöst werden (zwei unter dem Führerhaus und zwei in den Zylinderhaltern) - schwupps, fallen einem Decoder (samt Halter), Führerhaus, Aufbau, Kessel mit Rauchkammerstütze und Antriebsblock lose vor die Füße. Oder besser nur auf den Tisch Grins .

Beste Grüße,
Max 25 Kmh - 02.08.07 12:01
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

huiiiiii! Das klingt für den Uneingeweihten zunächst harmlos, wenn Du schreibst, eine wirklich "gute" Lok bauen zu wollen. Ich kenne Dich ein wenig, und behaupte, dafür gibt es keine Notenskala. Fast nach dem Motto "ich wollte immer schon mal erleben, was passiert, wenn man beim 5Sternekoch Bratkartoffeln bestellt". Es entzieht sich jedem Maßstab (außer dem von 1:22,5), und auch der Witz-Vergleich ist natürlich nach allen Richtungen unpassend, verzeih, mir fiel nix besseres ein. Ach was, da fällt einem überhaupt nichts mehr ein!

Faszinierend die Konstruktion im Vorfeld bis hin zur Servicefreundlichkeit. Wenn ich an das Gepfriemel denke, in eine WN 11 einen Decoder einzubauen....

Und ist es schon Tollheit, so hat es doch sehr viel Methode! Glück auf!

So, und jetzt geh ich ganz still und bescheiden in den Keller und löte ein wenig ... gefällt mir gar nicht mehr so, mein grobes Zeug.....

Max 25 Kmh.
corny - 02.08.07 19:42
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Ich freue mich schon auf einen detailierten Baubericht Razz (da kann man als Laie vom Profi lernen)

Viele bunte Grüße
Corny hallo
theylmdl - 03.08.07 00:50
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Max: Nun lass' die Kirche 'mal im Dorf, noch ist ja nicht viel gebaut, sondern mehr geschwätzt Winke . Und was die Bratkartoffeln angeht: Die gut hinzubekommen will auch erst 'mal gelernt sein Grins .

Nachdem der Tag heute mit Tätigkeiten wie Gewichte gießen und Gewinde schnitzen vergangen ist, war's leider nichts mit bauen. Also quäle ich Euch zunächst einmal mit der angesprochenen Problematik der vielen Kabel - die kennt Max ja auch ganz gut. Achtung, jetzt kommt's knüppeldick Razz .

Die Elektrik

Dies ist der aktuell geplante Gesamtschaltplan der kleinen Lok:



Die türkisen Linien symbolisieren Trennstellen. Deswegen ist der Plan auch untypisch und seltsam gezeichnet, denn ich habe die Brocken hier so gruppiert, wie sie später an verschiedenen Stellen in der Lok unter gebracht werden sollen.

Fangen wir 'mal mit dem Decoder an. Der wird später innen im Antriebsblock hinter der Schwungmasse liegen und ist bei der Antriebsblock-Skizze als graues Rechteck eingezeichnet. Er kann auch ohne Zerlegung der Lok nach unten heraus genommen werden, wenn das nötig sein sollte, denn er wird eine eigene Halterung bekommen. Zwei Leitungen (+ und GND) führen vom Decoder über eine Steckverbindung zum Elko mit Widerstand und Diode. Danke an den Pirat-Kapitan für einige Beratung zum Thema. Von ihm stammt auch die Anregung, an Stelle einer Standard- lieber eine Schottky-Diode zu benutzen (wegen des geringeren Spannungsverlusts). Der Elko ist mit 18mm Durchmesser und 35,5mm Länge mächtig groß und kann nur links neben der Feuerbüchse stehend im Führerhaus untergebracht werden (rechts geht's nicht wegen des Steuerungs-Stellbocks). Die Leitungen laufen hinter der Schwungmasse in's Führerhaus hinein - allerdings versteckt in der teils hohlen Feuerbüchse.

Die vier elementaren Leitungen des Decoders für Schienenstrom und Motor führen in den rechten Kohlekasten. Dort kommt die schon erwähnte Stecker-/Buchsenkombination als Ersatz für einen Schalter 4 × um hin - denn es gibt keine gängigen Schalter, die klein und Leistungs-stark genug wären. Im Schaltplan ist die Stelle als Schalter gezeichnet und steht auf "digital".

Zwei Leitungen führen vom Kohlenkasten zurück nach unten und dort an die insgesamt drei Platinen an der Unterseite des Antriebsblocks (eine hinter der Dreipunktlagerung, eine darunter und eine davor). Auf diesen Platinen wird der Schienenstrom geführt (natürlich mit aufgelöteten Drähten). Zwei Leitungen wandern im Antriebsblock rechts und links der Schwungmasse und des mittleren Ballastgewichts zum Motor. Eine davon macht einen kleinen Schlenker zum Motorschalter, der mit einem Flachschieber (nein, nicht Marco!) oben hinter den Zylindern angebracht ist. Diesen Schalter braucht's, um die Lok im Analogbetrieb 'mal schnell auf Stillstand zu stellen - er hilft aber auch bei Digital-Notfällen Grins . Ich habe ihn in die Antriebsblock-Skizze oben eingezeichnet.

Mit einem Pol hängt der Motor ständig an einer antiparallelen Kette aus Standard-Dioden 1N5004 (bis 5404, was es eben so gibt). Diese reduzieren im Analogbetrieb konstant die Eingangsspannung - und das nur unten herum - um etwa 4,8 Volt. Jede dieser Dioden hat einen Spannungsabfall von ca. 0,6 Volt. Wenn Ihr den A/D-Schalter in Gedanken umlegt, werdet Ihr sehen, dass der Schienenstrom den Motor nun erst über die Dioden erreicht oder verlässt. In Folge wird beispielsweise eine Eingangsspannung von 22,8V auf 18 Volt reduziert, und zwar konstant. Achtung: In einem Spannungsteiler - der hier vorliegt - ist der Strom überall gleich groß, das heißt, durch die Dioden fließt der volle Motorstrom. Deswegen sind auch bei einem Glockenankermotor 3A-Typen eine sichere Wahl.

Da die 16 Dioden ziemlich viel Platz benötigen, werden sie im Wasserkasten oberhalb des mittleren Ballastgewichts angebracht. Eine Leitung führt von dort zum Motor, die andere durch eine kleine Öffnung (scheuerfest!) und eine weitere in den rechten Kohlenkasten. Da wird sie über einen Lötpunkt an der "Analog-Buchse" angeschlossen.

Vorne am Ende des Motors wandern zwei Leitungen mit Schienenstrom (unten trennbar) durch die Rauchkammerstütze in die Rauchkammer. Nicht nur die piepsig kleine Rauchkammertür (22,5mm Außendurchmesser), sondern der gesamte vordere Teil der Rauchkammer wird ein abnehmbares Steckteil. Das ist auch nötig, denn in und unter der Rauchkammer geschieht so allerlei Grins .

Einmal wird in der Stütze sehr listig der Schalter für den Rauchgenerator (Seuthe Nr. 5, 4,5 - 6V) versteckt (mit einem kleinen Schieber nach vorne hin). Von squirrel4711 kam der wichtige Hinweis, dass wegen der Paraffine das Destillat nicht unbedingt in der Wohnung verheizt werden sollte. Und der Generator läuft nicht gerne ohne Saft - abgesehen davon, dass er kalt um die 500mA und heiss (offiziell) 260mA Strom zieht. Das ist auch der Grund, warum er nicht an einem MX64V5 mit 5 Volt-Ausgang hängt - dessen Ausgangs-"Leistung" ist eher nominal zu sehen und reicht bei weitem nicht aus.

Leider haben die Generatoren nur eine sehr kleine Füllkapazität. Es macht nicht so viel Spaß, wenn man alle 15 Minuten mit der Pipette anrücken muss. Darum wird der Dampfdom über ein steckbares Rohr als Ausgleichsbehälter ausgebildet. Das bringt 3,8cm³ zusätzlich. Das ist immerhin vier Mal soviel als im Schlot selbst eingefüllt werden sollte.

Hinter dem Dampfdom und oberhalb des Halbzylinder-förmigen Kesselballasts liegt dann der Festspannungsregler 7806, aufgebaut mit einer Kurzschluss-festen 1A-Motorola-Type (wenn ich die bekomme). Dessen Beschaltung seht Ihr unten in der Mitte. Der glückliche Zufall will es so, dass Standard-Elkos 35V/1.000µF und 16V/2.200µF mit 12,5 × 25mm die selbe Größe haben und so nebeneinander "bequem" in den Kessel passen.

Die ganze Lok selbst muss Potenzial-frei bleiben (das heisst, es gibt keinerlei elektrische Verbindung zwischen Elektrik und Gehäuse etc.). Daher muss der zu kühlende Regler mit einer Glimmerscheibe, Isoliermaterial und Wärmeleitpaste auf den Kesselballast aufgeschraubt werden, denn seine "Fahne" führt GND, wenn ich mich recht entsinne.


Positiver Festspannungsregler der 78xx-Familie. Der "adj" (adjust)-Eingang geht an GND (Ground, Masse, Minus).

Warum eigentlich Potenzial-frei? Na ganz einfach, nehmen wir ein Fahrzeug an mit Metallfahrwerk und eingelöteten Puffern, bei dem die in Fahrtrichtung gesehen linken Räder mit dem Gehäuse verbunden sind. Nehmen wir nun noch so ein Fahrzeug, drehen es um 180° und lassen wir die Puffer zusammenkommen - bautz, da haben wir den Salat.

Die Freilaufdiode 1N5004 wäre hier nicht unbedingt nötig, aber der guten Ordnung halber wird sie dennoch eingesetzt. Denn bei diesen Reglern darf die Spannung am Ausgang nie höher werden als am Eingang, und genau diesen Fall fängt die Diode ab. Der kleine 100nF-Kondensator beruhigt im Fall der Fälle den Regler ein wenig, er muss möglichst nahe beim Regler liegen.

Von den Ausgängen des Reglers führen Leitungen zum Schalter und dem Rauchgenerator, ferner zu den Anschlüssen für die Stirnlampen und die Führerstandsbeleuchtung (hier nur schematisch skizziert). Die Kabel für hinten laufen oben durch den samt Stütze abnehmbaren Kessel, oberhalb des Laufsprechers durch die Feuerbüchse nach unten und so weiter.

Damit das hier nicht eine zu dröge und theoretische Bleiwüste wird, füge ich 'mal zwischendurch ein Bildschirmfoto meines "Schmierzettels" ein.



Violett: Pufferelko Decoder, orange: Dietz microXS-Soundmodul, türkis: Lautsprecher, gelb: Schwungmasse, rot: Zimo-Decoder MX64H, blau: Magnete am Rad (zwei rechts, zwei links Grins ), Kesselballast und Ausgleichsrohr-Stücke Rauchgenerator, mittelgrün: Elkos Festspannungsregler, hellgrün: Antriebsblock hinter Rahmenwangen.

Bleibt nur noch der Sound, aber das ist noch einmal ein ganz harter Brocken. Den Soundchip selbst unterzubringen, war noch eine leichte Übung - der hat nämlich im linken Kohlekasten bequem Platz und kann nach oben heraus genommen werden (ganz normal über die Befüllklappe). Die Kabel mit dem SUSI-Stecker führen auf den bekannten Pfaden am Pufferelko des Decoders vorbei zum MX64H in den Untergrund.

Etwas schwerer wurde es schon beim Lautsprecher. Mehr als der DIETZ DLS-EM ist nicht drin, und der passt gerade 'mal so stehend in die Feuerbüchse. Deren Vorderwand ist unten vielfach durchlöchert, damit auch etwas zu hören ist, die Resonanzkammer hinten ist allerdings ziemlich klein.

Der Lautsprecher wird an der Unterseite durch einen Schieber oberhalb der Schwungmasse am Platz gehalten und kann daher nach Abnehmen des Kessels auch leicht ersetzt oder gereinigt werden. Zwei Kabel führen hinten aus der Resonanzkammer durch einen Schlitz beim Schieber heraus, um die Ecke, am Pufferelko vorbei und in den linken Kohlenkasten zu einer Steckverbindung am Sound-Modul. Alle diese Ecken sind übrigens von irgendwo aus mit einer langen Pinzette zu erreichen.

Bleibt noch der Taktgeber. Herzlichen Dank an Bommel für ausführliche Beratung zum Thema! Leider kann ich seinen Geber bei mir mangels Platz nicht einbauen, also musste etwas anderes her. Meine Lösung sieht so aus: In den Wangen des Antriebsblocks liegt rechts und links hinten am Hinterrad ein Reed-Relais (deutsch: Schutzgasrohrkontakt, SRK). Die Räder haben hinten jeweils zwei um 180° versetzte Magnete. Die Paare sind wie die Kurbelzapfen um 90° zueinander verdreht. Die Magnete sollen mittels einer geätzten Doppel-Schablone aufgeklebt werden, damit es Rock'n'Roll (4/4-) und nicht etwa ein Walzer (3/4-Takt) wird. Auf dem letzten Bild ist die Aussparung für einen der Kontakte gut in hellgrün zu sehen (fast senkrecht).

Die SRKs werden parallel zusammen geschaltet und mit zwei Leitungen zur zweiten Steckverbindung im linken Kohlenkasten beim Soundchip geführt. Fertig!

Ihr könnt Euch denken, dass es eine Weile gedauert hat, bis ich alle diese Fragen geklärt hatte. Strafverschärfend kommt noch hinzu, dass der Unterschied in der Achslast bei der Lok möglichst die 10 bis 15% nicht überschreiten soll und etwa 2,5kg Lebendgewicht ganz nett wären, zwei tun's auch, drei wären schon zu viel. Für die Tarierung musste ich mir also speziell im vorderen Bereich noch ein paar Eckchen aufsparen (Volumen!). Denn unter dem Führerhaus wird eine ziemlich große 2mm-Messingplatte liegen, und die bringt schon ein paar Gramm auf die Waage. Die von Kolbenfresser (Dankeschön!) super gedrehten Schwungmassen wiegen übrigens fast auf's Gramm genau, was ich ausgerechnet hatte.

Bearbeitet wegen eines doppelten Satzes.

Beste Grüße,
highmichl - 03.08.07 06:37
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

da baust du ja ein nettes Maschinchen, passt gerade so aufs Meterspurgleis.

Die sehr ausführliche Planung und Aufzeichnung der einzelnen Komponenten begeistert mich. Man merkt auch sofort das da schon ein paar Stunden Grips und Erfahrung drinstecken. Das Antriebskonzept habe ich in ähnlicher Form schon mal als Vorschlag von Dir für Feldbahnloks gesehen.
Auf der einen Zeichnung sehe ich noch einen Schienenschleifer-Bleibt der wirklich?

Servus

Gruß Michl
RhBler - 03.08.07 10:20
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Das ist ja Wahnsinn. Ich dachte bis heute, unsere Modelle wären gut geplant, aber du übertrifst ja alles Respekt Die genaue Planung wo später Drähte durchgeführt werden...
Mach weiter so.

Mit fründliche Grüess
Stefan
Nick - 03.08.07 16:24
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo,

ich habe die Radsterne für das Löklein bei Marco schon gesehen.
Die sahen allein schon ziemlich gut aus.

Bin sehr gespannt wie es weiter geht.

Viele Grüße
Nick
kuro - 03.08.07 21:08
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Ein schnuckeliges Lökchen hast Du Dir ausgesucht. Bin sehr gespannt wie es weitergeht.

Wieso willst Du unbedingt einen Umschalter für Digital/Analog einbauen? Der Decoder läuft tadellos unter analogen Bedingungen. Und die erhöhte Anfahrspannung mit Decoder spielt auch keine Rolle, da Du im Analogbetrieb ja die Dioden zur Spannungsreduzierung verwendest. Ich würde die Umschalterei weglassen, dann hast Du schon etwas Platz für mehr Gewicht.

Je nach Motorstrom und Stromverbrauch des SUSI Moduls könntest Du Dir den Gleichrichter sparen und direkt die + - Versorgung vom Decoder nehmen. Ich würde sagen, wenn der Dauerstrom des Motors nicht mehr als 600-800mA beträgt, dann kann man auf den Gleichrichter verzichten. Dann kannst Du auch gleich den primären Elko am Spannungsregler weglassen, bzw. stark verkleinern, der wird dann vom Pufferelko gestützt. Mit dem gewonnenen Platz kannst Du den Pufferelko vergrössern.

Die Lampen kannst Du direkt an den Decoder anschliessen (Masse schaltend), hier entfallen die Relais, der Dampfentwickler hingegen sollte schon mit einem Relais/ Transistor geschalten werden.

Alternativ könntest Du auch einen MX-690V verwenden, der hat alles bis auf die Pufferkondensatoren integriert, da kannst Du auch den Dampfentwickler direkt anschliessen. Kostet allerdings ca. 30-40 Euro mehr als MX-64H mit Intellisound. Dafür wird der Verdrahtungsaufwand minimiert. Für den Decoder müsstest Du mit einem Querschnitt von 20x30mm rechnen (55-69mm Tiefe). Wenn Dein Kessel einen Innendurchmesser von 40mm hat, dann passt er da bequem rein.


Gruss

Roger
theylmdl - 03.08.07 23:35
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen!

@Michl: Das Antriebskonzept für Feldbahn-Loks war ein wenig anders anders - mit Tellerrädern und so. Aber der Käfig für die Dreipunktlagerung war genau so gedacht. Du meinst das hier, nicht wahr: http://www.buntbahn.de/fotos/showphoto.php?photo=25608 ? Zum Schienenschleifer komme ich gleich noch.

@RhBler: Bei einem "Dampfer" müssen die Leitungen ja auch sorgfältig geplant werden. Ich habe schon viel Kummer gehabt, weil ich bei manchen Loks schlicht und ergreifend vergessen hatte, wo welche Leitung hinläuft (aus meinen H0-Zeiten). So rätsele ich zum Beispiel seit Monaten herum, wie ich wegen eines Elektro-Defekts meine bayerische H0-D VI zerlegen kann. Ich finde die Stellen einfach nicht mehr!

@Nick: Ich bin auf die Radsterne schon gespannt wie ein Flitzebogen.

@Roger: Geld spielt keine Rolle Razz [Achtung Scherz]. Ich werde Deine Ratschläge noch einmal überdenken. Außerdem wird das alles zunächst getestet, wenn der Antriebsblock zusammen gebaut ist.
Zitat:
Die Lampen kannst Du direkt an den Decoder anschliessen (Masse schaltend)...

Ja klar, aber wie leuchten die dann im Analog-Betrieb schon, bevor die Lok fährt und ab da stets gleichmässig hell? Das habe ich noch nicht so richtig verstanden (gilt auch für den Rauchgenerator, der besser nicht leuchten, sondern nur kräftig verdampfen sollte Winke ). 55-69mm Tiefe ist kaum die lichte Weite, Tiefe oder Höhe des Führerhauses, auch die freie Kessellänge innen beträgt nur 75mm, und der Kessel wird einen Innendurchmesser von 35,8mm haben. 20 × 30mm Querschnitt? MX-690V kommt daher nicht in Frage.
Zitat:
Der Decoder läuft tadellos unter analogen Bedingungen.

Das glaube ich gerne - und das kann ja auch bequem getestet werden. Die Kohlenkästen dürfen ruhig für Soundchip und Steckverbindungen genutzt werden - da darf sowieso kein Gewicht mehr hin, sonst wird die kleine Maus hecklastig. Zu schwer darf sie auch nicht werden, sonst passt die Motorleistung nicht mehr. Lass' uns das nochmal per E-Mail besprechen, ok?

Die Räder

Als ich anfing, die Lok zu planen, dachte ich zunächst an ein von Hand geschnitztes Urmodell und einen Guss in Neusilber. Dann fand sich aber dank Marcos (Flachschieber) Hilfe eine viel bessere Lösung.

Hier zunächst einmal eine Skizze, wie die Rädchen aussehen sollen. Zehn Bildpunkte entsprechen einem Millimeter, auf den meisten Monitoren dürfte die Skizze etwa drei Mal so groß zu sehen sein wie das geplante Rad.



Von Marco kam die Anregung, den Radstern zu fräsen, und von mir die Idee der 2½ Dimensionen. Dazu werden in einer 4mm starken Scheibe zunächst die Durchbrüche für die Speichen ausgefräst. Dabei bleiben die Flächen für die Kurbelaufnahme und das Gegengewicht stehen. In einem weiteren Arbeitsgang wird dann 1mm von dieser Scheibe abgetragen, sodass diese beiden erhaben stehen bleiben.

Vor etwas über einem Jahr schickte ich Marco eine Skizze, und schon am selben Abend kam seine 3D-Visualisierung zurück. Ich hoffe, Marco wird nichts dagegen haben, wenn ich seine Bilder hier einfüge. So sieht der "virtuelle" Radstern aus.


Bild: Flachschieber alias Marco oder Marco alias Flachschieber.

Nun begann die Suche nach passenden Radreifen, die aber leider ohne Erfolg blieb. Von Regner gibt es ähnliche Reifen, aber deren Breite ist zu groß, und der Spurkranz hätte auch überarbeitet werden müssen. Mehr als NEM-Maße darf das Teil nicht haben (vergleiche hierzu den "Rädertest" in der aktuellen "Gartenbahn").

Nachdem Marco nun für sein aktuelles Projekt auch Radreifen benötigt, wurde es Zeit, nach einem Anbieter zu suchen ( siehe http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=6758 ). In dem Thread finden sich auch die Maßangaben.

Ungeachtet des Prüfungsstress' (bitte alle 'mal einige Zeit kräftig die Daumen drücken!) fand Marco kürzlich ein Stündchen Zeit und hat einen ersten Prototypen des Radsterns gefräst. Wie ich mich gefühlt habe, als er mir den Schnappschuss schickte, könnt Ihr Euch wahrscheinlich nicht so richtig vorstellen. Das war eine Riesenfreude.


Bild: Marco alias Flachschieber.

Marco hat den Stern hier in einen älteren Regner-Reifen eingelegt. Das Rad entspricht noch nicht ganz der "Serie" von ein paar Stück, denn die soll noch einen Absatz am Gegengewicht und die markanten Nietköpfe für die Verbindung zum Radreifen bekommen, natürlich nur als Imitation.

Jetzt fehlen zunächst einmal noch die Radreifen, aber das ist ja schon in Arbeit. Hier jedoch zunächst einmal ein herzliches "Danke" an Marco für die großartige Unterstützung!

Die Stromabnahme

Der bayerische Barde Fredl Fesl ( http://www.fredl-fesl.de ) hat in seinem "Anlass-Jodler" korrekt erkannt:
Zitat:
Ein Auto, das nicht fährt, das ist sein Geld nicht wert.

Und später heißt es noch treffender: "..., ist überhaupt nix wert".

Damit kommen wir zu Michls Frage nach dem bzw. eher den Schienenschleifern. Die Antwort lautet: Ja, die Lok wird Schienenschleifer haben.

Lasst uns bitte 'mal realistisch sein. Zuhause auf den jederzeit frisch geputzten Gleisen wird ein Fünfkuppler mit breiter Stromabnahme-Basis und entsprechendem Gesamtachsstand sowie Goldcaps wenig Kummer haben, und auch auf Live Steam-verschmutzten Gleisen im Garten oder bei Veranstaltungen wird's wohl noch klappen.

Wir reden hier aber über vier Räder mit nur knapp 58mm Achsstand. Goldcaps gibt's nicht, nur einen müden 4.700µF-Elko und eine kleine Schwungmasse mit 57 Gramm Gewicht und 26,7mm Durchmesser. Da Anschubsen nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört, sollte die Stromabnahme so gut wie möglich gelöst sein.

Einige andere Faktoren spielen auch noch eine Rolle. Am liebsten hätte ich Sandwich-Achsen und -räder wie von Stoffel oder auch mir schon 'mal vorgeschlagen benutzt, aber das stellte sich hier als nicht machbar heraus oder nur mit großem Aufwand. Die Radreifen werden mit Ringisolierung auf die Sterne gebracht.

Bei der Stromabnahme muss bedacht werden:


Nun kann ich weder den Achsstand verlängern noch vorne oder hinten Schienenschleifer anbringen, denn Bug und Heck des Lökchens sind von der Seite unten her sehr gut einzusehen (schaut noch 'mal auf das Vorbild-Foto am Anfang des Threads). Aber in der Mitte bei den Sandfallrohren geht's recht dicht zu, auch wegen der tief liegenden Steuerungs-Teile.

Daher habe ich mir folgendes überlegt.

Zum einen werden Schienenschleifer aus Neusilber angebracht, und zwar federnd am Ende der ohnehin dort senkrechten Sandfallrohre. Keine Panik, das werden nicht so ausladende Konstruktionen wie bei LGB® im oberen Bereich. Von der Seite wird praktisch nur das Schleifstück zu sehen sein. Die Federung kommt von zwei Federbronze-Streifen, die an der mittleren Platine befestigt werden. Die Führung liegt unten am Antriebsblock (zu dem die Schleifer konstruktiv gehören) und oben (nach unten hin lösbar) in einer Öse am Modellrahmen. Das ist ein bisschen abstrakt zu erklären. So etwa soll das aussehen:



Oben seht Ihr die Sache im Schnitt quer zur Fahrtrichtung. Wieder ist der Antriebsblock blau und die darüber gesetzte Modell-Rahmenwange schwarz eingezeichnet. Die nötigen Isolierbuchsen, die ich wahrscheinlich aus Hartgummi drehen werde, sind türkis eingezeichnet. Unten in der Skizze ist der Schleifer mit der nur 3mm langen Verlängerung des Sandfallrohrs von der Seite zu sehen. Die bloße Federverbindung ist nicht gut, deswegen soll noch eine feine Litze für eine bessere Stromübertragung von der Schleiferstange zur Platine sorgen.

Kommen wir zu den Rädern. Sandwich-Bauweise ist ja nun nicht, aber was Reibungsarmut angeht, ist sie kaum zu übertreffen. Also war die Frage, wie kommt der Schienenpol möglichst nahe an die Nabe?

Dazu hatte ich folgende Idee: In den Radreifen wird hinten innen ein Sackloch gebohrt. Da wird ein Draht (1) eingesteckt, der bei der Nabe in eine isoliert angebrachte Hülse 2 eingelötet wird (alternativ: an eine Scheibe). Die Isolierungen sind türkisfarben. Auf dieser Hülse liegt - drehbar - ein Kapselteller (3). Und auf dem stützt sich eine nach oben hin offene Gabel aus Federbronze ab (4), die den Strom vom Radreifen über den Draht, die Hülse und den Teller zur Platine überträgt.

Das ist zwar recht verschmutzungssicher, aber wer weiß... Daher wären eventuell noch zusätzliche Schleifer innen an den Radreifen nett. Leider kann ich nicht die typischen gefederten Stifte verwenden, denn die kollidieren wahlweise mit den gekapselten Getrieben oder den Bremsgestängen oder haben andere Nachteile. Und ein einfacher Draht kommt auch nicht in Frage, denn der kann ganz bitterböse hochfrequent fiepen (und tut's auch meist, wovon Chiara und ich ein Lied singen können). Allenfalls wäre ein Federbronze-Streifen denkbar, der von unten in hinreichender Breite bis nach oben etwa zur Radmitte reicht (5). Wenn ich etwas passendes finde, würde ich da gerne einen kleinen Goldstift einlöten, denn mein verstorbener Freund Jochen Kramer hat anno dunnemals damit ganz ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. Das liegt wohl vor allem an der Korrosionsfestigkeit und Unanfälligkeit gegen Abbrand bei Gold.



Wo wir gerade so nett am plauschen sind: Auf dem letzten Bild ist die Hinterachse zu sehen. Die Bundkugellager von Conrad (215236, derzeit à 3,95 €) liegen in zwei Wänden aus 0,8mm-Messing. In der Mitte der Achse aus 4mm Silberstahl ist das Schneckenrad von GHW (25 Zähne, Modul 0,5, Nr. 715025, 4,25 €) dunkelgrün eingezeichnet. Dessen Nabe muss allerdings noch von 2 auf 4mm aufgebohrt werden - kein Problem, denn "Fleisch" ist genug vorhanden. Zwischen dem Schneckenrad und den Lagern sind Messinghülsen geplant, die die Achse seitlich fixieren - Seitenspiel braucht's bei Zweikupplern eher nicht. Und bei diesem schon gar nicht, denn im Bereich der Steuerung wird es, was Seitenspiel angeht, mächtig eng zugehen. Links seht Ihr die Schwungmasse und rechts (grau) das mittlere Ballastgewicht angedeutet.

Quizfrage: Wofür sind die zwei großen, senkrechten Löcher im Ballastgewicht?

Beste Grüße,
kuro - 04.08.07 18:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Ich hab die beiden Decodertypen einmal im Analogbetrieb ausprobiert. Der MX64V steuert den Motor ab ca. 6V an, beim MX690 brauchts ca. 7,5V. Etwa 0.5V mehr und die Lok setzt sich in Bewegung. Zu diesem Zeitpunkt haben die Lampen schon fast die volle Helligkeit erreicht. Ab 7V gibt es beim MX690 auch Sound.

Ich hab den MX690V mal ausgemessen. Wenn der Pfostenstecker aufgesteckt ist, dann misst der Decoder in der Diagonale 35mm. Sollte also gerade noch passen. Den Pfostenstecker kann man aber auch noch etwas abschrägen, sodass in der Diagonalen nicht mehr als 34mm gebraucht werden. Die Einbaulänge beträgt 55-69mm, je nachdem ob die Befestigungslaschen entfernt werden oder nicht.


Gruss

Roger
theylmdl - 04.08.07 23:04
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Roger!

Herzlichen Dank für Deine Tests, das dürfte zu den besten Hinweisen gehören, die ich bisher zum Thema gelesen habe.
Zitat:
Der MX64V steuert den Motor ab ca. 6V an...

Das ist doch 'mal ein Wort. Damit sind zumindest schon 'mal die Diodenkette und die Umschaltung entbehrlich, und der Motor kann schnurstracks direkt an den Decoder.

Das mit dem MX690 lassen wir 'mal außen vor, da das mit dem MX64 ja klappt und der auch für meine Zwecke völlig ausreicht. Außerdem beißen sich der Festspannungsregler und der MX690 bei der Unterbringung Grins .

Zitat:
Zu diesem Zeitpunkt haben die Lampen schon fast die volle Helligkeit erreicht.

Was für Lampen mit welcher Betriebsspannung? Das verstehe ich leider noch nicht so ganz oder ich stehe auf dem Schlauch. Wenn's 6 Volt-Typen sind, klar, dann gibt's 6V - ca. 1,2V für zwei Siliziumübergänge im Gleichrichter, und rund 4,8V langen bequem für eine passable Helligkeit. Was passiert bei Eingangsspannungen darüber (im Analog-Betrieb) - siehe auch nächster Absatz?

Kommen wir nochmal zu Deinem ersten Posting zum Thema.
Zitat:
Ich würde sagen, wenn der Dauerstrom des Motors nicht mehr als 600-800mA beträgt, dann kann man auf den Gleichrichter verzichten. Dann kannst Du auch gleich den primären Elko am Spannungsregler weglassen, bzw. stark verkleinern, der wird dann vom Pufferelko gestützt.

Sehe ich das richtig: Ich hänge den Festspannungsregler an den Plus- und Minus-Ausgang des Decoders, spare mir die vier Dioden 4001 - 4004 für den Graetz-Gleichrichter und kombiniere die Pufferelkos zu z.B. 4.700 + 1.000µF, parallel geschaltet. An den Ausgang des Reglers hänge ich dann die Lampen - geschalteter und damit gemeinsamer Pol ist GND = Minus - dran. Meinst Du das im Beitrag von heute?

Wie geht's dann mit dem Rauchgenerator weiter? Sorry wegen der Fragen. Der Generator sei auch eine 6V-Type, damit sich eben auch im Analog-Betrieb etwas tut. Aus der Versorgung vom Decoder über den Festspannungsregler kann der ja nicht gespeist werden, weil da nicht genug 'raus kommt. Was soll der Transistor dann schalten? An diesem Punkt klemmt's bei mir ganz besonders mit dem Verständnis Verlegen .

@alle zum Verständnis: Der MX64H darf insgesamt maximal 1,8A liefern. Der Faulhaber 2232 U 24 SR gibt maximal 8,68W ab (Nominalwert). Das entspräche bei 18,0V am Motoreingang rund 480mA (auf Dauer dürfen es aber nur 460mA sein), daran klemmt's eher weniger, denn da bleiben noch rund 1,3A Reserve. Die Funktionsausgänge des Decoders sind jedoch nur mit 500mA belastbar, und davon fressen die Glühlampen (Spitzenlicht vorne oder hinten und Führerstandbeleuchtung) schon rund 140mA. Ein kalter Rauchentwickler darf also da nicht mehr dran, denn der zieht alleine schon 500mA.

Nun mal die Frage des Tages: Da der Summenstrom des Decoders 1,8A betragen darf, können die doch eigentlich in Bausch und Bogen an Plus und Minus des Ausgangs abgenommen werden (außer dem Motor, der an seinem eigenen Ausgang hängt wegen der Impulsbreiten-Modulation etc.). Stimmt das? Wenn nämlich ja, dann kann der Rauchgenerator sehr wohl am Festspannungsregler mit dran hängen. Und an den Funktionsausgängen hingen allenfalls die "Schalter" für die Glühlampen. Da ein positiver Festspannungsregler eben Plus regelt und nicht GND, werden die Ausgänge ja nur mit den Lampen (maximal 100mA) belastet. Nur der Generator bräuchte einen eigenen Schalter, damit er nicht über einen der Funktionsausgänge läuft.

@Roger: Habe ich das Prinzip etwa richtig verstanden? Wenn ja, zeichne ich flugs ein neues Schaltbild und einen neuen Kabellaufplan.

Beste Grüße,
kuro - 05.08.07 10:33
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Die Lampen am MX64V sind normale LGB Glühbirnen und werden mit 5V gespiesen. Durch den Gleichrichter auf dem Decoder und dem Spannungsverlust am Spannungsregler leuchten die Lampen natürlich noch nicht mit 100% Helligkeit. Aber das ist auch bei Deinem 6V Spannungsregler der Fall. Wenn die Analogspannung darüber ist, dann bleibt die Spannung natürlich wie im Digitalbetrieb gleich Hell, sonst wäre ja der Spannungsregler für die Katz.

Der MX690V hat schon eine eingebaute Spannungsbegrenzung, die bei Auslieferung auf 6,5V eingestellt ist. Diese liefert einen Dauerstrom von 0.8 A, müsste für Deine Zecke noch ausreichen.

Der Vorteil des MX690V gegenüber dem MX64 ist einfach, dass Du keine externe Spannungsregelung mehr brauchst und auch den Dampfentwickler ohne Relais anschliessen kannst. Das spart natürlich wiederum Platz, den Du für einen grösseren Elko verwenden kannst.

Ja das Grundprinzip hast Du begriffen. Allerdings ist der gemeinsame Pol die +6V des Spannungsreglers und die Lampen werden gegen Masse geschalten. Ebenso der Dampfentwickler.

Da die Überstromerkennung für die Funktionsausgänge am MX64 allerdings auf 0,5A eingestellt ist, könnte es sein, dass der Decoder bei direkter Speisung die Funktionsausgänge trotzdem abschaltet, da ja eigentlich der Summenstrom überschritten wird. Es kommt darauf an, an welcher Stelle der Strom genau gemessen wird.

Wenn der + oder - Pol ebenfalls in die Messung einbezogen werden, dann wird der Decoder auf Überlast gehen und die Ausgänge fangen an zu blinken. In diesem Fall wirst Du doch nicht um einen externen Gleichrichter herumkommen.

Falls nur die Rückleitung der Funktionausgänge gemessen werden, hast Du auf dem Dampfentwickler und Spannungsregler keine Überstromüberwachung (da beide direkt an den + - Pole hängen) und bei einem Fehler könnte der Decoder zerstört werden.

Im letzten Abschnitt hast Du die alles treffend zusammengefasst. Der Generator sollte aber auf jeden Fall nicht direkt an den Funktionsausgängen angeschlossen werden, da wie gesagt der Summenstrom zu hoch wird und die Überstromdetektion anspricht.


Gruss

Roger
theylmdl - 05.08.07 11:11
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Roger!

Nochmals Danke für die Infos. Ich bin in Digitalfragen eben eine Newbie Grins .

Was hältst Du denn von dieser Schaltung?



Der Rauchentwickler könnte genau so gut über einen Schalter geschaltet werden, und das würde ich wohl auch so machen. Ich habe den pnp-Transistor hier nur 'mal eingezeichnet, um zu sehen, ob ich Deinen Ausführungen folgen konnte.

Damit hängen an den Funktionsausgängen die Lämpchen mit vielleicht 2 × 80mA und der Basisstrom des Transistors (eher vernachlässigbar), die Last geht über den Festspannungsregler. Der wird nun gemeinsam mit dem Decoder gepuffert.

Der externe Gleichrichter tut nicht weh, die vier Dioden bringe ich jederzeit unter. Hier ist eher der gesparte Eingangskondensator des Festspannungsreglers interessant.

Eine überschlägige Rechnung:
460mA Motor + 80 bis 160mA Lampen + 500mA Generator + microXS-Sound (Verbrauch unbekannt) = 1,12A + Sound. Das wäre theoretisch wohl gerade noch so drin. Sobald der Generator angelaufen ist, verringert sich der Stromverbrauch ja um etwa 240mA. Der Generator könnte vorsichtshalber ja ohne Licht- und Motorstrom vorgeheizt werden, dann lägen wir anschließend bei 0,9A + Sound - das klingt machbar.

Eine schönen Sonntag wünscht
kuro - 05.08.07 12:58
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Sieht prima aus. Der LM7806 sollte allerdings direkt an den + Pol angeschlossen werden, da er sonst über den 100 Ohm Widerstand gespiesen wird, was leider einen recht grossen Spannungsabfall im Betrieb verursacht. Den 2200 UF Kondensator am Ausgang würde ich weglassen. Lieber je einen 10uF low ESR Kondensator am Ein und Ausgang und den restlichen Platz in einen grösseren Pufferkondensator investieren. Bei einem low ESR Kondensator am Ausgang kannst Du auch den 100nF sparen.

Anstelle des 1/4 Watt Ladewiderstand würde ich eher auf einen 1-2W Widerstand zurückgreifen, nach meinen Erfahrungen werden die Widerstände kurzzeitig doch recht heiss, einmal hat es mir einen solchen sogar braun verfärbt. Kurzzeitig fallen an dem Widerstand immerhin 4W ab (bei 21V Schienenspannung).


Gruss

Roger
theylmdl - 05.08.07 13:23
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Roger!

Zitat:
Der LM7806 sollte allerdings direkt an den + Pol angeschlossen werden

Logisch <seufz>...

Alles in allem also so? Die 100nF-Perle tut ja nicht weh Winke .



Beste Grüße,
kuro - 05.08.07 18:22
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Ich würde sagen, die Schaltung ist ein Versuch Wert. Bin gespannt ob Deine Vorstellungen damit erfüllt werden.


Gruss

Roger
Leo - 06.08.07 11:11
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas, noch ein Versuch zum Thema Schleifkontakte: Nachdem die Sandrohre im Original sehr kurz über den Schienen enden, könnte man diese doch ganz unauffällig mit kleinen Kontaktbürsten versehen. muß ja nicht gleich Gold sein. Ähnliches gibt es auch bei Modell-Auto-Rennbahnen.
Gruß
Leo
theylmdl - 06.08.07 20:59
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Leo!

Hast Du schon 'mal Erfahrungen mit diesen Slot Car-Bürsten gesammelt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die bei Zweirichtungs-Verkehr eine gute Idee sind. Am ersten Herzstück würden die Fasern zerknäult. Außerdem sind das Schmutzfänger par excellence und müssen auch bei den Slot Cars ständig nachgebogen, vorgespannt und gesäubert werden. Ich bin früher in Berlin bei einem Freund 'mal eine Zeit lang getunte Slot Cars gefahren und weiß, wovon ich rede - mein Eigenbau hatte flache Kupferschleifer mit einer speziellen Aufhängung.

Dennoch vielen Dank für den Hinweis, ich bin für jeden davon dankbar.

Beste Grüße,
theylmdl - 08.08.07 00:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Wer sich diesen Thread bisher so durch liest, könnte leicht den Eindruck gewinnen, dass ich nur am Computer sitze und plane und ansonsten andere für mich schaffen lasse. Das ist nicht ganz so Winke .

Heute habe ich ein erstes Urmodellchen für die kleine Lok gebastelt - für die Kesselventile. Die sehen bei der 99021 etwa so aus wie bei der "Jacobi" des Frankfurter Feldbahn-Museums.



Bevor ich damit begonnen habe, musste ich erst ein wenig grübeln, denn ich bin ein fauler Hund und hatte daher keine Lust, zwei spiegelbildliche Teile zu bauen. Eigentlich führt daran jedoch kein Weg vorbei. Der Anschlussstutzen für die Leitung liegt meist vorne - und zwar auf beiden Seiten der Lok. Und wie auf dem Vorbildfoto zu sehen ist, ist der senkrechte Teil des Ventils unten länger als oben, wo er bündig mit dem waagerechten Zylinder abschließt.

Ich habe das wie folgt gelöst: Der senkrechte Zylinder erhält auf beiden Seiten die Verlängerung. Am Gussteil wird dann jeweils einer der Überstände abgesägt und -gefeilt. Und der Blindstopfen sowie der Anschluss mit der Überwurfmutter werden separat gegossen und dann passend in Bohrungen eingelötet.

Zunächst wollte ich auch die Aufspannscheibe separat machen, damit die Schraubenkopflage stimmt. Aber diese Scheibe ist mit 0,4mm nur arg dünn, und das hätte im Guss leicht Kummer geben können. Darum habe ich mich zu dem kleinen Kompromiss entschlossen, dass einmal zwei Muttern und einmal eben nur eine oben stehen. Ich hätte mir vielleicht doch ein Vorbild mit vier Aufspannschrauben suchen sollen Grins .

Hier das Ergebnis mit dem nicht ganz eingesteckten Blindstopfen:



Zunächst habe ich die Aufspannscheibe gedreht, aber am Dorn stehen lassen. Da habe ich dann auf dem Teilapparat 1mm-Bohrungen für die Schraubenköpfe angebracht. Dann wurden die Drähte eingelötet, auf die gleiche Länge gebracht (etwa 0,5mm) und in Sechskantform gefeilt. Zuletzt habe ich die Scheibe mittig aufgebohrt und bei innen steckender Bohrer-Rückseite (als Versicherung gegen Bauteilverluste) abgestochen.

Dann habe ich den Hauptzylinder samt allen Muttern und Scheiben bis zur Welle des Handrads gedreht und dabei hinten gleich einen 1,6mm starken Ansatz stehen lassen. Das ist der Teil, den ich in der folgenden Skizze oben rechts hellgrau hinterlegt habe.



Die Sechskante habe ich mit 0,5mm und 1mm starken Sägeblättern, der Vertikaleinrichtung und dem Teilapparat gefräst und dabei darauf geachtet, dass sie nicht alle im gleichen Winkel stehen. Ebenso wurde der unten links grau markierte Teil weg gefräst.

Dann habe ich in einen 2,5mm-Vierkant ein 2mm-Loch gebohrt (mehr oder minder mittig und quer zur Längsachse) und ab der Bohrungsmitte den Vierkant abgesägt. Dann wurde der Halbkreis auf 2,2mm aufgefeilt und dort der gedrehte, senkrechte Teil des Ventils angelötet. Das geht prima, wenn man das Drehteil zunächst im Futter lässt und den Vierkant schön lang, denn so lassen sich die Teile leicht rechtwinklig ausrichten.

@fido: Ja, der 40 Watt-Kolben hat dafür gereicht Winke .

Das Drehteil wurde im nächsten Schritt dann so gekürzt, dass es auf beiden Seiten gleichmässig etwa 0,9mm über den waagerechten Zylinder hinausragt. Die Bohrung hat 1mm Durchmesser und wurde auf beiden Seiten ein wenig angesenkt.



Der abgesägte Vierkant wurde dann auf passende 2,2mm dünn gefeilt und flugs in die Ausfräsung am waagerechten Zylinder gelötet. Das ist auf dem Foto gut zu erkennen ( <schäm> ).

Nun habe ich hinten die Aufspannscheibe aufgeschoben und dahinter ein plan gedrehtes Rohr 2,5mm mit ca. 0,45mm Wandung. Das Ventil benötigt diesen starken Anguss-Durchmesser, weil die Scheibe sonst eventuell nicht mehr gut ausfließen würde. Diese Teile habe ich von der Anguss-Seite her verlötet.

Die Welle und Nabe des Handrads musste ich ziemlich überproportionieren (die Welle hat 1mm statt 0,8mm Durchmesser). In die Nabe habe ich um 90° versetzt zwei 0,5mm-Löcher gebohrt (quer zur Längsachse) und dort Drahtstücke eingelötet. Das Rad selbst aus 0,8mm-Draht habe ich mir auf 3mm-Rundmaterial gewickelt (etwa fünf Ringe) und dann zwei Mal 360° heraus gesägt. Die Speichen wurden gleichmässig gekürzt, schräg angefeilt und dann von hinten mit dem Rad verlötet - und zwar mit reichlich Zinn, damit der Ring später auch ausfließt.

Der Blindstopfen und der Rohranschluss sind Dreh- und Frästeile aus 2mm-Rohr mit 0,5mm-Wandung, in die jeweils ein Stück 1mm-Draht eingelötet wurde. Auf so große Längen lassen sich so kleine Durchmesser nicht gut drehen oder nur Schritt-weise aus dickem Material, darum dieser Umweg.

Hier kommt der allseits beliebte Größenvergleich. Bitte schön, klein wegen Unschärfe:



Jetzt noch ein bisschen putzen und nacharbeiten, und schon bin ich wieder eine Sorge los Razz . Ich bin ganz stolz auf mein uraltes und ausgeschlabbertes Drehbänkchen, dass es dieser Herausforderung noch gewachsen war.

Beste Grüße,
Holzwurm - 08.08.07 00:28
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas
Tolle arbeit und so präziese dokumentiert.
Gut das meine Töchter bei Oma auf dem Bauernhof sind.
(Meinem zukünftigen Domizil mit viel Platz,große Scheune,alter Schweinestall,
usw.) Die sache hat leider einen haken "kein DSL".
Aber eigentlich wollte ich damit sagen, daß sogar meine Töchter 9 + 10 Jahre
deine arbeiten bewundern.Und zu meinen bisherigen arbeiten in 1:12 sagen
Was ? es geht auch noch kleiner?
MfG
Reiner der Schreiner
theylmdl - 08.08.07 22:30
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Auch heute fand sich ein bisschen Zeit, um an den Teilen für die kleine 99 021 weiter zu werkeln.

Der Puffer (1)

Die Lok hatte eher Feldbahn-typische Puffer mit einem außen liegenden Balancier. Die Kupplungen wurden nicht mit einer Spindel und Kastenmuttern, sondern mit Spannschlössern angezogen (!). Ebenfalls sehr eigen: An beiden Enden des Balanciers waren wohl Haken und Ösen mit Gehängen, nebeneinander angeordnet - das ist auf dem Vorbildfoto am Anfang des Threads gut zu erkennen. Das werde ich mir allerdings nicht antun Winke .

Der Korbpuffer hatte drei Streben - je eine eine rechts und links sowie eine unten. Die Balancierhebel lagen wahrscheinlich ober- und unterhalb der rechten und linken Strebe und oberhalb der unteren. Schaut 'mal auf diese Skizze.



Bei dieser Konstruktion werden mit einer Fliege zwei Klappen erschlagen oder so ähnlich Grins . Die Wickelfeder zwischen dem oben grau hinterlegten, beweglichen Teile des Pufferschafts und dem Gleitstein des Balancierhebels (unten grau) sorgt dafür, dass sowohl der Pufferteller einfedern kann als auch die Kupplung gestreckt werden kann - für Modellbahn-Zwecke nicht so schlecht.

Bevor wir zu der Wickelfeder kommen, geht's aber erst einmal mit dem Korb los. Dafür habe ich mir aus Ms58, 1mm stark, diese Abwicklung ausgesägt und versäubert. An den richtigen Stellen, wie sich gleich zeigen wird, wurden teils vorne und teils hinten sehr tiefe Kerben mit etwa 100° Winkel eingesägt und -gefeilt.



Unten in den Kerben sollte noch eine kleine Vierkant-Vertiefung sein, die habe ich hier flugs mit dem Metallsägeblatt einer kleinen Bügelsäge angebracht. Bevor das erste Loch gebohrt wird oder der erste Sägeschnitt erfolgt, müssen natürlich alle Linien, Bögen und Punkte angerissen und markiert sein.

Macht die Kerben nicht zu schmal - denn Ihr habt keine zwei Biegeversuche! Die Sache muss auf Anhieb klappen, sonst bricht selbst ausgeglühtes Ms58 (oder wie auch immer das härtere Messing jetzt heißt Winke ). Nachbiegen in Maßen geht natürlich. Ausgeglüht habe ich natürlich vor dem Biegen, damit ich die Oberflächen auf Korundschleifpapier mit 800er Körnung wieder blank ziehen konnte (und die Kanten blank feilen).

Eine "Dummy-Pufferbohle" mit 1mm-Bohrungen an den richtigen Stellen hilft bei der genauen Ausrichtung der Kröpfungen in allen drei Dimensionen. Wie Ihr sehen könnt, bin ich hier bei der linken Aufspannplatte noch nicht ganz soweit. Und die blöde Delle rechts muss natürlich auch noch weg.



Die richtige Kröpfung ist erreicht, wenn bei dem mittig eingesteckten Stift durch die seitlichen Aufspannteile des Korbs die Bohrungen der "Pufferbohle" gut und voll zu sehen sind - ohne nachbiegen oder festhalten. Natürlich müssen die Streben auch in der 90°-Ebene "sitzen" und die Aufspannplatten gerade liegen.

Im nächsten Schritt habe ich die vordere Gleithülse mit einem nahezu unsichtbaren Absatz gedreht. Diese winzige Nase dient dazu, dass die Hülse halbwegs gerade in der Stirnseite des Korbs liegt. Wenn die Hülse eingelötet wird, sollten die oberen Kröpfungen auch gleich zugelötet werden.

@fido: Ja, ja, nur 40 Watt Grins .

Sagte ich schon, dass ich ein fauler Hund bin? Ach ja. Darum werde ich dieses Teil und die anderen Pufferteile samt passendem Balancierhebel gießen lassen. Daher musste ich eine Zugabe von rund 2% bei den Maßen einrechnen.


Das oben links bei der seitlichen Strebe nahe der Gleithülse ist kein Materialbruch - ich habe keine Ahnung, wo die dunkle Linie her kommt. Wahrscheinlich ein Anzeichnungsrest.

Nach dem Einlöten der Hülse habe ich die Bohrung von beiden Enden her konisch so aufgeweitet, dass die Pufferstange gut und gerne um 10° in alle Richtungen kippen kann (mit einer Schlüsselfeile, links herum gedreht). Da die Stange auch hinten geführt wird, schadet das gar nichts, sondern spart nach dem Guss enorm viel Zeit - und dem Gießer Kummer beim Ausformen. Wo genau die Formtrennebene allerdings anzusetzen ist, muss ich noch klären. Ich hätte sie am liebsten parallel zu den Aufspannplatten in deren Mitte, um Trennnähte entlang der Streben zu vermeiden.

Nachdem meine Kleine nun schläft, werde ich mir eine Büchse Feilenfett Marke "Schläfst-Du-wohl" mit Anti-Quietsch-Garantie schnappen und die Sechskante für die Aufspann-Muttern feilen Razz .

@Holzwurm: Meine Beiträge sind - sofern ich nicht vorwarne - meist noch ISDN-tauglich. Danke für die Zustimmung!

Beste Grüße,
Herzfelder Strassenbahn - 08.08.07 23:18
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

es ist immer ein Gewinn Deine Bauberichte zu lesen, sie sind verständlich, ausführlich, mit hoher Qualität bebildert und mit dem richtigen Humor Lachend , der uns dran erinnert, das wir es mit einem Hobby zu tun haben - wenn auch auf höchst professionellen Niveau Ausruf Ausruf

Respekt Respekt Respekt und ich freu mich auf den Baufortschritt!

Gruß Bert
Decker - 08.08.07 23:55
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
N'abend!

theylmdl hat folgendes geschrieben::

Macht die Kerben nicht zu schmal - denn Ihr habt keine zwei Biegeversuche! Die Sache muss auf Anhieb klappen, sonst bricht selbst ausgeglühtes Ms58 (oder wie auch immer das härtere Messing jetzt heißt Winke ). Nachbiegen in Maßen geht natürlich. Ausgeglüht habe ich natürlich vor dem Biegen, damit ich die Oberflächen auf Korundschleifpapier mit 800er Körnung wieder blank ziehen konnte (und die Kanten blank feilen).



Ahh... die hohe Kunst des Messingsbiegens. Wie gerne hätte ich diesen Beitrag schon gestern gelesen: Da hatte ich versucht, mir aus ausgeglühten "Flachprofilchen" die Teile für einen "Schieberiegel" zurechtzubiegen. Allerdings funktionierte das bei zwei Biegungen im Abstand von 1 mm nicht so recht und gab entsprechend Bruch Traurig

Vielen Dank auch von mir für die ausführlichen Beschreibungen. Hier lernt man was.

Viele Grüße,

Marcus
theylmdl - 09.08.07 23:14
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Bert und Marcus: Danke für Eure lobenden Worte.
Auch heute fand sich ein wenig Zeit, um am Puffer weiter zu werkeln.

Der Puffer (2)

Gestern hat das Feilenfett seine Wirkung gezeigt, sodass ich die "Schrauben" bzw. "Bolzen" einlöten und die Nuten an der Aufspannseite verlöten konnte. Dabei tat ein Sperrholzbrettchen als Abstandshalter gute Dienste. Hier ein später Schnappschuss von der Werkbank:



Nach getaner regulärer Arbeit ging's dann heute an den Kreuzkopf bzw. Gleitstein oder wie auch immer das Dingens heisst, das Balancierhebel und Pufferstange verbindet und in's Lot bringt. Da ich zwar eine Vertikaleinrichtung, aber nur Kreissägeblätter habe (mehr würde die alte Maschine wohl auch nicht verkraften), habe ich mir mit allerlei Zustellerei das Leben versüsst. Zuvor wurde ein 2mm-Loch in ein Stück 8mm-Rundmaterial gebohrt.



Der Teilapparat ist derzeit mein zweitbester Freund Grins . In einigen "ca. 0,7mm Schritten" (vertikal) habe ich die vier Kanten auf Quadratform gefräst. Denn leider hat die Vertikaleinrichtung der Unimat U3 keine Nullpunktarretierung in genau senkrechter Lage Traurig . Beim Quer-Schneiden hätte es also leicht Murks geben können.

Pi mal Daumen zentriert habe ich dann - ohne Umspannen - die Bohrung für die Lagerzapfen der Balancierhebel angebracht. Dazu musste nur der Teilapparat um 90° versetzt auf den Support gespannt werden. Ein Zentrierbohrer - ganz vorsichtig angesetzt - hat mir dabei verraten, ob ich mit meinen Schätzungen arg weit daneben liege.

Dann wurde an dem unterdes wertvollen Stück der hintere Absatz rund gedreht.



Das 2mm-Rundmaterial für die Dorne - und zugleich Angüsse - habe ich ohne Ausspannen direkt im (abgenommenen) Futter mit der Flamme eingelötet. Das ist kein Problem, denn wegen des hinten abgedrehten Teils gibt's keinen guten Wärmeübergang, und das Futter wurde dabei nicht merklich warm.

Nach dieser schändlichen Tat wurde die mittlere Bohrung wieder zu einer solchen gemacht.

@fido: Mit dem 40W-Kolben wär's wahrscheinlich auch gegangen Grins .

Bevor ich das Ergebnis zeige - heute habe ich mich mutig gefühlt und darum auch gleich den Pufferteller gebaut. Dazu habe ich eine Scheibe aus 2mm-Messing mit einem 3mm-Loch versehen und kreisrund ausgesägt (mehr oder minder). Da ich einen etwas ausgenudelten Bohrer genommen habe, konnte ich mit dem Schraubstock bzw Hämmerchen einen vorgedrehten 3mm-Stift mit einem 2mm-Sackloch an einer Seite einpressen bzw. -schlagen - ganz ohne Lot.

Diese Kombination wurde dann in die Drehbank gespannt und mit dem Kegelsupport (10°-Winkel) vorgedreht. Für das Foto habe ich 'mal alles ein wenig umgespannt - also so solltet Ihr's nicht unbedingt unbedingt einrichten, aber sonst wäre vom Drehteil nichts mehr zu sehen gewesen. Außen rund drehen und anfasen war natürlich auch noch im Programm.



Wie heisst es so schön: "Ich bin der Dreher eilig, was ich nicht dreh', das feil ich". Hmmja, hier habe ich die Ausrundung des Puffertellers außen auch gefeilt bzw. gedrechselt und mit Schleifpapier geglättet. Achtung: Das ist kein Tipp zum Nachmachen und sehr gefährlich! Die Rückseite wurde ein wenig ausgedreht, um einen besseren Materialfluss zu erreichen.

So, nun fehlen nur noch die Bilder der fertigen Teile. Wegen Trivialität habe ich die Scheibe hinten am Pufferschaft-Absatz nicht mit abgelichtet (Durchmesser außen 5,2mm, innen 2mm, Stärke 0,8mm).





Nun fehlen nur noch die Balancier-Hebel - die passende Kupplung könnte ich gerade günstig bekommen Razz .

Beste Grüße,
theylmdl - 15.08.07 23:20
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Leider geht's mit dem Puffer nicht vorwärts, denn a) habe ich allerlei anderes zu tun und b) scheint der Gießer nun den wohlverdienten Urlaub angetreten zu haben. Daher kann ich weder die Balancierhebel-Hälften bauen noch die Angüsse für die vorhandenen Teile setzen, denn dazu benötige ich noch ein paar Auskünfte.

Zum Glück gibt's aber noch genug anderes zu tun. Zunächst werden aus Gründen der Kostenteilung nun schon die meisten Teile aus 0,4mm-Neusilber für das "Modellfahrwerk" geätzt werden. Dieses wird mit einer listigen Anordnung über den Antriebsblock gestülpt bzw. anders herum, der Block aus 0,8mm-Wasserstrahl-Teilen dort hinein geschraubt Grins .

Die Rahmenwangen (auch des Modellteils) und die Pufferbohlen werden aus Stabilitätsgründen auch in 0,8mm gestrahlt. Dennoch blieben ohne Kleinkram und ohne die Zylinder-Befestigungen (die hatten keinen Platz mehr) 44 verschiedene Beschlagteile mit einer Gesamtstückzahl von 117 übrig. Das will erst einmal sauber zusammen gezeichnet und -gesetzt sein Winke .

Jetzt ist die Vorlage unterwegs, also heißt es hoffen, dass ich nicht zu oft um die Ecke gedacht habe.

Ferner habe ich unter der Woche - das ist meist recht entspannt - der Conrad-Filiale einen Besuch abgestattet. Mit Ausnahme von zwei der vier Bundkugellager für die Achsen und zweier Schiebeschalter habe ich auch alles bekommen, was ich wollte. Zwei Bundkugellager musste ich da schon kaufen, sonst würden keine neuen nachbestellt - verrückte Welt...

Dazu noch ein Tipp: Conrad führt so manches, was in den Print-Katalogen nicht aufgeführt wird - und auch die Website hilft nicht immer weiter. Aber fragen kostet ja nichts außer Zeit. Und so bin ich auch zu Low ESR-Elkos gekommen, die Roger mir anempfohlen hat (ESR = "Equivalent Series Resistance"). Wer sich schlau machen will, was es mit diesen Elkos auf sich hat - es gibt eine gute Erklärung beim Elektronik-Kompendium: http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0810091.htm .

Den zuletzt gezeigten Schaltplan kann ich nun "im Trockenen" testen - mit allem außer dem Fahrwerk, aber das braucht's zunächst nicht. Wenn dank Rogers goldenen Tipps die neue Schaltung funktioniert, kann ich durch die Platzersparnis als Puffer-Kapazität 6.700 bis sogar 9.700µF einsetzen, das klingt schon recht freundlich.

Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Ich habe nämlich keine Digital-Zentrale, mit der ich den Decoder und den Sound-Chip programmieren könnte. Also muss ich mir erst einmal ein Opfer in der Nähe suchen, das mir hilft Winke . Mit einer Liste der gewünschten CV-Werte habe ich schon begonnen.

Von Andreas kam noch ein goldener Tipp, den ich mit seinem Einverständnis hier beschreibe und Euch wärmstens an's Herz lege.

Ich erwähnte ja schon, dass die kleine Lok aus sehr vielen Teilen bestehen wird. Natürlich schreibe ich ganze Romane mit bei der Konstruktion. Aber genau so wichtig ist - nun lacht mich bitte nicht aus, ich meine das völlig ernst - eine genaue "Buchhaltung" über die Teile, deren Stückzahl, Bezeichnung und Fortschritt. Denn sonst blickt da irgendwann niemand mehr durch, auch der Konstrukteur nicht!

Andreas bevorzugt für die Wasserstrahl-Vorlagen zum Beispiel einzelne Dateien für jedes Bauteil im *.dxf-Format. Deren Dateiname setzt sich zusammen aus einer einzigartigen, zweistelligen Nummer (also führende Null bei Ziffern unter 10), der gewünschten Stückzahl (dito, also z.B. "02") und der Materialstärke × 10 mit führenden Nullen, also zum Beispiel "08" für 0,8mm.

Eine Zeichnung für ein Teil einer Serie würde also z.B. als "430208.dxf" abgespeichert (Teil Nummer 43, 2 Stück, 0,8mm-Material).

Das System reicht bei diesem Projekt nicht ganz, denn es wird Nutzen mit über 100 verschiedenen Teilen geben. Aber das Prinzip ist klasse. Ich habe mir also flugs eine Excel-Arbeitsmappe gebastelt, in der ich die Teile-Nummern für alle Teile erfasse, ferner die Bezeichnungen, Bemerkungen, den Status etc. Dabei bekommt jeder "Nutzen" sein eigenes Arbeitsblatt. Um dennoch zu einzigartigen Nummern zu kommen, kann für jede Bauteilgruppe oder besser für jeden Nutzen eine weitere zweistellige Zahl vorne hin gestellt werden.

Beim Ätzen ist die Sache natürlich ein wenig anders. Thomas Engel würde sich herzlich bei mir bedanken - oder mich eher auslachen - wenn ich ihm 'mal eben ein paar Dutzend Dateien schicke und sage "nun setz' die 'mal schön zusammen".
Bei Andreas macht das nämlich sein ausgeklügeltes Schachtelprogramm - der Computer erledigt also die üble Fleißarbeit.

In einzelnen *.dxf-Dateien nach dem richtigen Teil zu suchen - oder die später zu identifizieren - ist ebenso mühselig wie bei zusammen gesetzten Ätzvorlagen. Darum erstelle ich mir von jedem Nutzen so eine Skizze:



Das sind beispielsweise die Steuerungsteile aus 0,5mm-Neusilber. Die Zeichnung entstand einfach aus einem etwas nachbearbeiteten CAD-Bildschirmfoto. Wehe, wenn die verloren geht. Darum solltet Ihr bei solchen Monsterprojekten an einer ausgefeilte Backup-Strategie denken. Da ich leider keine wöchentlich rotierenden Backups angelegt habe, habe ich mir kürzlich einen Zeichnungsstand überschrieben, ohne es zu merken, und beim nächsten Lauf gleich mit gesichert. Mäusedreck - diese Zeichnung ist futsch! Zum Glück war es nur eine Skizze, wenn auch eine größere, keine Konstruktionszeichnung.

Beste Grüße, und demnächst mehr in diesem Theater, ääh, Thread -
fspg2 - 16.08.07 12:03
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,
welchen Achsendurchmesser hat Deine Lok. Ich könnte Dir mit Bundkugellagern (Conrad 295493 - 8x5x2,5B) aushelfen. Habe noch 10 Stück liegen.
theylmdl - 16.08.07 12:27
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Frithjof!

Vielen Dank für Dein Angebot. Damit wird's jedoch nichts, denn ich brauche Radial-Rillenkugellager 215236 (für 4mm Achsdurchmesser, 9mm Außendurchmesser, 4mm breit, beidseitige Deckscheiben).

Das macht aber nichts, der entspannte Verkäufer hat gemeint, die Lager seien in etwa zehn Tagen wieder da. Und noch habe ich ja auch die Wasserstrahlteile nicht.

Ich sammele halt nur fleißig in etlichen Tütchen die ganzen Teile, damit ich später nicht dauernd wieder los sausen muss.

Beste Grüße,
theylmdl - 18.08.07 19:56
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute fand sich 'mal wieder ein Stündchen, um an der kleinen Lok weiter zu werkeln. Auf dem Programm standen die nötigen Arbeiten am Decoder (Zimo MX64H) und dem Soundmodul (DIETZ microXS).

Dafür habe ich mir bei Herrn Conrad neulich doch erstmal einen Low Budget-Kolben mit 15W besorgt ( @fido: Das tut's diesmal auch Winke - hat knapp 4,- Euro gekostet).

Die Klangelektronik soll in einem der Kohlekästen verschwinden. Sie braucht insgesamt acht Anschlüsse: vier für die SUSI-Schnittstelle, zwei für den Lautsprecher und zwei für den bzw. hier die Taktgeber (ich sage nur: Rock'n'Roll - also vier Viertel-Takt).

Der glückliche Zufall will es so, dass acht Buchsen im Rastermaß 2,0 Millimeter noch "bequem" (also gerade 'mal eben) durch die geplante Öffnung der Kohlenkästen passen (deren Klappe natürlich beweglich sein soll). Daher bot es sich an, stracks eine achtpolige Buchsenleiste auf den dicken Chip mit der Aufschritt "221" zu kleben.


Preisfrage: Wo ist der microXS?

Die dazu gehörige Stiftleiste wurde auf ein Stück Kupfer-kaschierter Leiterbahn gelötet. Da habe ich die Kupferschicht mit einem feinen Sägeblatt sieben Mal geschlitzt (und natürlich die Trennungen vor und nach dem Löten mit einem einfachen Vielfachmeßgerät geprüft). Dieser Halter soll später an eine innere Wand des Kohlekasten geklebt werden. Dann lässt sich der microXS mit einer Pinzette an den Drähten einfach nach oben heraus ziehen. Für eine Neubespielung muss lediglich eine zweite Steckerleiste mit Kabeln versehen werden. Sechs der Verbindungen zwischen Platine und Buchsenleiste wurden mit Draht ausgeführt, und die zwei für den Taktgeber von der Unterseite (GND / Eingang) mit Litzen. Die Drähte stabilisieren die Klebung zusätzlich.

So sieht der Micro-Spaß im getrennten Zustand aus:



Dann habe ich den Zimo-Decoder aus dem Plastik-Schächtelchen gezerrt. Völlig furchtlos wurde mit dem Cutter ein Fensterchen in den Schrumpfschlauch geschnitten, um eine 0,14mm²-Litze an den Massepad zu löten. Dafür ist eine Bleistift-Lötspitze schon zwingend erforderlich.



Damit dieses Kabel später nur geringen mechanischen Belastungen ausgesetzt ist, habe ich es durch einen weiteren Schnitt in den Schrumpfschlauch geführt, wo es zwischen vier elektronischen Bauteilen sicher gehalten wird. Auch das Kabel des gemeinsamen Pluspols (das mit blauer Isolierung) habe ich durch eine stabilere 0,14mm²-Version ersetzt. Diese beiden Leitungen werden ja für die Pufferung benötigt, da erscheinen mir rund 0,1mm² Litze grenzwertig dünn, zumal die Leitungswege selbst bei diesem Zwerg deutlich länger sind als in H0.

Im folgenden Bild seht Ihr meine "SSDH" (sehr simple Decoder-Halterung). Ein 1mm-Draht drückt über ein Stückchen Moosgummi den Decoder auf die ihm zugedachte Halteplatte. An deren Seite sind kleine, hoch gebogene Nasen, die für eine passable Gerade-Stellung der Platine sorgen.



Der Draht kann nicht verloren gehen - denn während es auf einer Seite einen Schlitz zur Haltebügel-Bohrung gibt, ist auf der anderen Seite nur ein Loch. Und der Fitzel Moosgummi wird später mit Kleber gesichert. Distanzrollen werden dafür sorgen, dass die Decoder-Halterung ohne Kummer an zwei der vier Hauptbefestigungs-Schrauben (Fahrwerk- / Kessel- / Aufbau) angebracht werden kann.

Und hier habt Ihr die Sache noch einmal im "zerlegten" Zustand, sprich: mit ausgeclipstem Haltebügel.



Da ich ja alle Teile vorkonstruiert habe, weiß ich auch genau, wo die 3mm-Befestigungsbohrungen liegen müssen - ein sehr angenehmer Nebeneffekt. Dennoch werde ich die Distanzrollen erst auflöten, wenn die Gegenstücke im Haus sind - sicher ist sicher. Der Decoder hat noch keine Steckverbindung, weil ich mir noch nicht ganz schlüssig bin, wo und wie ich die anordnen soll.

Ansonsten werkele ich hier und da weiter an der Zusammensetzung der Ätzvorlagen. HarzerRoller hat im Beitrag zur HK 130 C schon ganz richtig erkannt, dass das auch einigen Grips erfordert Grins .

Beste Grüße,
Funkenschleuder - 18.08.07 23:10
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

mehr fällt mir dazu nicht ein.

Respekt Respekt Respekt Respekt Respekt
Max 25 Kmh - 19.08.07 12:34
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

sauba, sog i! Urmodellbau: ein Kompendium für Fortgeschrittene - vielen Dank!

Die Dekoderhalterung erinnert ein ganz klein wenig an die Schmuckstück-technologie.... Ich habe keine Ahnung, warum Zimo nicht standardmäßig einen Draht ans Massepad lötet, den braucht doch jeder?! Ich habe auch nur aus dem Grund eine Bleistifspitzen-Lötspitze (@fido: da wären 40 Watt zuviel, aber wem sag ich das)

Nun, mit einer Lenz-Zentrale zum CVs verstellen kann ich Dir dienen. Aber nicht mit allzuviel Erfahrung, welche Werte sie haben sollten. Nach Dischingen ein dehnbarer Zeitbegriff) können wir die Gleise wieder im Zimmer verlegen und dann Probefahrten machen. Ich habe übrigens den 4/4 Takt mit nur einem Reedschalter, aber 4 Magneten realisiert - da gibt es so kleine ultrastarke Magnetechen, die müssten unauffällig unterzubringen sein.

Mit Spannung warten wir auf weitere lehhreiche Bauberichte!

Es grüßt Max 25 Kmh, der sich da wie ein Zauberlehrling ohne magische Kräfte vorkommt.
theylmdl - 19.08.07 23:08
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Max 25km/h hat folgendes geschrieben::
Ich habe keine Ahnung, warum Zimo nicht standardmäßig einen Draht ans Massepad lötet, den braucht doch jeder?!

Eigentlich nicht. Wer den Decoder nicht puffert, kommt ohne aus. H0-Modelle ohne Platz für Elkos dürften der Haupt-Absatzmarkt sein, weniger wir paar 1:22,5-Hanseln mit Subminiatur-Fahrzeugen wie Deiner schönen Härtsfeld-Draisine.

Das mit den CVs versuche ich schon im Vorfeld zu klären - damit bin ich wohl ein Exot, denn da ist bei den meisten wohl eher Empirie bzw. "try and error" angesagt. Ich tu' mich auch schwer mit der Planung, habe mir dafür aber immerhin auch schon eine Tabelle angelegt.

Zitat:
Ich habe übrigens den 4/4 Takt mit nur einem Reedschalter, aber 4 Magneten realisiert...

Das klappt in diesem Fall nicht, weil a) kein Platz für die Bommel'sche Spezialscheibe ist und b) die Räder neun Speichen haben.

Im folgenden Bild ist die geplante Lage der Magnete 4 × 4 × 3mm mit blauen Linien zu erkennen.



Wie Ihr seht, würden zwei weitere, um 90° versetzte Magnete glatt in der Luft hängen. Daher erhält jedes Treibrad (denn die sind ja sowieso um 90° versetzt) ein Paar Magnete mit 180°-Versatz an den eingezeichneten Stellen, also gut versteckt hinter der Kurbelzapfen-Aufnahme (die wohl wirklich so ulkig ausgebildet war) und dem Gegengewicht. Bei der Gelegenheit möchte ich mich herzlich bei Bommel für ausführliche Beratung zum Thema und die Spende passender Magnete bedanken, denn die habe ich plötzlich im Internet nicht mehr gefunden. @Bommel: Dafür sind Dir diverse Biere sicher Grins .

Die Schutzgas-Rohrkontakte (SRK, Reed-Relais) werden - hoffentlich ist die Entfernung nicht zu groß - in Aussparungen des Antriebsblocks angebracht werden, also unsichtbar hinter den Modellrahmenwangen. Ob das klappt, kann ich unterdes testen, da ich die SRKs auch im Haus habe, und gleich auch noch zwei Ausführungen. Bommel hatte da so seine Bedenken, denn der Abstand zwischen Magnet und SRK-Mitte beträgt immerhin 3mm - nicht gerade ideal. Zum Anziehen langt das, aber die Prellzeit stimmt mich auch bedenklich - sehr genau wird das wahrscheinlich nicht ausfallen, da die Feldlinien der Magnete leider nicht ganz gerade laufen Grins .

Die Parallelschaltung zweier Reed-Relais tut an sich nicht weiter weh und hat auch noch einen kleinen Vorteil. Durch den längeren Weg bei 180 statt 90° werden die Anzugs- und Abfallpunkte (hoffentlich) recht genau definiert. Damit das auch halbwegs genau klappt, werden eine Aufklebeschablone mit Ausrichtung am Kurbelzapfen und ein entsprechender Abstandshalter geätzt werden.



Links die Schablone, rechts der Abstandshalter (damit nicht aus der Schablone und Marcos Fräskunst eine unerfreuliche Einheit entsteht Grins ).

Bommel hat mich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass für einen guten Klang eine ganz exakte Justierung der Magnete und SRKs nötig ist. Für ersteres ist gesorgt, letzteres werde ich beim Einbau mit einem Vielfachmeßgerät testen müssen. Dabei müsst Ihr bedenken, dass die SRK-Kontakte alles, nur nicht prellfrei sind - das heißt, das Signal ist zeitlich nicht so ganz exakt definiert, weil es von allerlei kaum berechenbaren Faktoren abhängt. Da helfen nur Versuche, beispielsweise mit leichten Drehungen der Subminiatur-Glasröhrchen in Längsachse.



Hier wird der zum Beispiel von Lemo-Solar oder Conrad (503770) lieferbare Typ mit 14,3mm Länge und 2,3mm Durchmesser zum Einsatz kommen (mit nur einem Einschalt-Kontakt). Dazu noch ein Tipp: Haltet die Drähte der SRKs unbedingt mit einer Flachspitzzange fest (oder einer kräftigen Pinzette), wenn Ihr sie abwinkeln möchtet. Wenn das Ende der Röhrchen bricht, ist's aus mit der Kontaktaufnahme Winke .

Noch zwei weitere Tipps: Magnete lassen sich recht gut auf feinem Korundschleifpapier anschleifen, damit die Klebung besser hält. Dabei solltet Ihr allerdings stets einen sauberen Karton unterlegen, denn die Magnete ziehen natürlich jeden Feilspan aus Eisen-haltigem Material an - und davon schwirrt auf den meisten Basteltischen mehr als vermutet herum. Die Feilspäne lassen sich passabel mit einem Handtuch abziehen.

Die kleine Lok wird an ihrer Unterseite übrigens noch zwei weitere Magnete erhalten, diesmal aber richtige "Wacker" mit 8mm Durchmesser und 5mm Höhe (NdFeB-Magnet, Conrad 185106). Diese Magnete dienen bei Chiaras und meinen Triebfahrzeugen zur Triebfahrzeug-Erkennung, ebenfalls mittels SRKs. Sie sind so stark, dass sie ohne weiteres ein Conrad-Papiertütchen zerreissen können, wenn sie Sehnsucht nach anderen Eisen-haltigen Teilen haben Winke . Das heißt, sie überwinden auch locker die Schienen- und eine halbe bis ganze Schwellenhöhe und zwingen dennoch den SRK-Kontakt zur Folgsamkeit. Allerdings ist auch da die Prellphase ein Problem, darum sollten solche Kontakte bei komplexen Systemen nur mit einem nachgeschalteten Monoflop zur Definition der Signaldauer und -qualität betrieben werden.


Die Triebfahrzeug-Erkennungs-Magnete am "alten" Modell der 99 021.

Das ist nun ein wenig off topic, aber vielleicht interessiert es ja jemanden hier. Das Monoflop darf nach dem Startimpuls bis zum Abfall des Zyklus' nicht mehr neu startbar sein und muss danach selbsttätig abfallen, auch wenn der Eingang noch geschlossen ist (denn ein Triebfahrzeug könnte ja direkt über einem SRK stehen bleiben). Tipps zu solchen Schaltungen gibt's ab hier: http://www.themt.de/el-0230-time-49.htm .

Beste Grüße,
fspg2 - 20.08.07 09:00
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,
ganz schön durchdacht Deine Konstruktion! Vielleicht wäre der Aufwand geringer, wenn Du den Platz hast, den Taktgeber auf die Antriebswelle zu setzen:

Kontaktloser Taktgeber (fspg2)

http://www.modellbauhenke.de/html/zubehoer_d.php?product=div
theylmdl - 20.08.07 13:00
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Frithjof!

Mit der Segmentscheibe auf der Achse wird das leider nichts, wie ich schon schrieb - sonst hätte ich die Bommel'sche Variante verbaut ( http://www.bommelbahn.de/angebote/angebote.htm / http://www.bommelbahn.de/angebote/mgntl.htm ). Dafür gibt es zu wenig Platz, nicht nur in Längsrichtung (14,8mm). Der Abstand von der Achsmitte bis zur Oberkante der "Fettsammelwanne" Winke unten beträgt sogar nur 6,2mm.

So groß ist mein Aufwand nun auch nicht.



Für die SRKs habe ich in den zu strahlenden Seitenteilen des Antriebsblocks passende Aussparungen vorgesehen. Eine davon ist in der Skizze grau ausgelegt. Die Magnete sind durch blaue Linien angedeutet. Der Weg von Taktauslösung zu Taktauslösung beträgt immerhin 17,25mm, da sollte die gewünschte Genauigkeit auch zu erreichen sein.

Beste Grüße,
theylmdl - 30.08.07 22:00
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute kam der Weihnachtsmann bzw. sein Vertreter gleich zwei Mal. Beide Male hatte er gelb-blaue DHL- bzw. Postuniformen an. Einer war schwarz und klingelte als braver Postmann zwei Mal, der andere weiß und schmuggelte mir heimlich etwas in meinen XXL-Briefkasten Grins . Achtung ISDN-Nutzer, jetzt bitte schnell die <ESC>-Taste oben links drücken!

Zuerst kam ein fetter, flacher Karton, den ich mit List und Vorsicht aufschnitt. Darin befanden sich die von Andreas professionell Wasser-gestrahlten und verpackten Teile aus 0,8mm- und 2,0mm-Messing. Hier und da hat es eine kleine Panne gegeben, aber das sind eher Tücken der Software und alles kein Drama.

Andreas' Anordnungs-Software meinte ziemlich so wie ich, dass zwei Mal so etwa DIN A4 eine pfiffige Größe sei. Hier haben wir schon einmal die Teile für den Antriebsblock.



Bei der ersten Betrachtung war ich ganz erstaunt, wie piepsig dünn die automatisch gesetzten Haltestege sind. Das dürfte ich mir bei Ätzvorlagen nicht erlauben Grins .

Die Teile haben ein minimales Übermaß, das sich mit ein paar Feilenstrichen leicht beheben lässt. Ihr könnt Euch das Jucken in meinen Fingern wahrscheinlich nicht so richtig vorstellen - nach so langer Planungszeit. Aber gut Ding will eben Weile und Ruhe haben, daher bleiben die Teile zunächst liegen.

Der zweite Bogen enthielt vorwiegend "Modellteile", also solche mit wenig Funktion und guter Sichtbarkeit. Dazu zählen aus Stabilitätsgründen zum Beispiel die Rahmenwangen und Pufferbohlen. Außerdem passt da die Materialstärke gut.



Ich meine persönlich, dass Bleche über 0,5mm Stärke keinesfalls mehr geätzt werden sollten - die Kanten taugen dann auch bei der besten Ätzung nichts mehr und bedürfen zu vieler Nacharbeit. Umso erfreuter war ich über die Wasserstrahlkanten. Wie geschrieben: Ein, zwei Mal mit einer Feile Hieb 3 darüber gefahren, schon lacht einen die spiegelglatte Oberfläche an.

Dieser Vorteil wird erst bei größeren Materialstärken richtig deutlich, hier Beispiele bei Teilen aus 2mm-Messing.



Wie Thomas Engel heute in einem Beitrag auf dem Feldbahn-Brett richtig geschrieben hat, erfordert jede Technik eine gewisse Übung, Knowhow und auch die Bereitschaft, etwas mehrfach zu probieren. Für meinen ersten Versuch mit der Wasserstrahl-Technik bin ich jedoch sehr zufrieden, und dafür geht ein herzliches Dankeschön an Andreas, der mich in Fragen zum Thema auch über ein Jahr lang unermüdlich beraten hat - und auch heute wieder einige Zeit in eine Nachbesprechung investiert hat.

Auch hat er parallel zu mir geprüft, an welchen Stellen der Vorlagen ich etwas verbockt hatte - das war immerhin bei zwei Teilen der Fall.

Ihr könnt ja 'mal überschlagen, wie lange es dauert, die Konturen der vielen Teile mit der Laubsäge aus dem Vollen zu sägen oder die vielen Nietbohrungen mit 0,8mm Durchmesser zu bohren. Die meisten Niete sollen so wie hier beschrieben gesetzt werden: http://www.themt.de/mt-1100-rvts-49.html .

Der "anonyme" Postbote - wahrscheinlich der Standard-Briefträger, ebenfalls ein sehr netter Mann - brachte dann noch eine Sendung aus der Stadt der scharfen Messer, ääh, Ätzteile. Die musste natürlich ebenfalls vorsichtig aufgeschnitten werden.

Da sowieso gerade etwas aus 0,3mm-Messing geätzt werden sollte, bot es sich an, verfrüht die Beschriftung des Zwergs drauf zu setzen. Wie so oft packt das meine kleine DigiCam nicht so richtig, aber ich bin fest überzeugt, dass nach dem Schwärzen und Abschleifen auch das Fabrikschild noch vollständig lesbar sein wird. Unter der Lupe klappt's jedenfalls bestens. Lediglich die "L"s und "I"s sind abgesoffen. Dazu muss man freilich wissen und bedenken, dass die Strichstärke dieser Buchstaben 0,14mm beträgt, sie 0,15mm tief geätzt wurden und dass sie nur 0,7mm hoch sind. Wieder 'was gelernt: Bei so dünnen Strichen ohne "Umgebung" muss die Zeichnungsstärke minimal erhöht werden.

Das darf getrost als Meisterleistung der Ätzkunst bezeichnet werden. Dafür ein Dankeschön an Thomas Engel und seine Crew, speziell den gewieften Galvano-Techniker. @Thomas: Bitte richte ihm mein Lob aus!


Hinweise: Zur Reichsbahn (alt)-Zeit waren die Lokschilder aus Messing gefräst, Alu kam erst später. Die Schriftschnitte (DIN 1451 "fette Engschrift" und "Mittelschrift alt") habe ich selbst nachgezeichnet.

Bei der Gelegenheit kamen auch "Zwillinge" in 0,4mm-Neusilber, denn die kleine Lok wird als Modell zwei Mal wieder auferstehen. Vor lauter Aufregung habe ich leider kein besseres Bild der Teile hinbekommen, aber sie sehen ganz klasse aus. Es werden übrigens noch drei verschiedene solche Nutzen folgen, einer davon auch in Zwillings-Ausführung, zwei als "stand alone"-Anwendung (1 × je Lok).



Schlaue Naturen können 'mal raten, wofür die Teile rechts oben im Bild sind. Tipp: http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?t=6852 ansehen...

Dieser Tage werde ich dann noch etwas genauer erklären, was da wozu gehört (und in den folgenden Monaten wohl auch noch, sofern ich kein Posting-Verbot erhalte Grins ).

Hocherfreute und Spannungs-geladene Grüße -
highmichl - 31.08.07 06:39
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Hallo!


Schlaue Naturen können 'mal raten, wofür die Teile rechts oben im Bild sind. Tipp: http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?t=6852 ansehen...


Hocherfreute und Spannungs-geladene Grüße -


Hallo Thomas,

ich könnte mir vorstellen das mit den Teilen das Brückengeländer in Dischingen verstärkt wird

Gruß Michl
Thomas Engel - 31.08.07 09:05
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Winke Hallo Thomas,

Vielen Dank für den Lob aus Deinem Munde ! Ich habe ihn natürlich sofort
an alle beteiligten Mitarbeiter weitergegeben, denn nicht nur einer ist für
diese Arbeiten nötig, sondern ein gut eingespieltes Team.

Unsere Teile Deiner Lok benötigen sehr viel Handarbeit, bis sie bei Dir sind. Die
Maschine sorgt für die gleichmäßige Ätzung, die Qualität ist eine Aneinander-
reihung von vielen, sorgfältig auszuführenden, manuellen Arbeitsschitten.

Doch wir möchten den Lob zurückgeben. Du zeigst großzügig, wie und warum
Du soviel Mühe in Deine Modelle steckst und lässt Andere großzügig an Deinen
Arbeiten teilhaben - sowohl durch Modelle als auch durch wertvolle Tipps.


Viele Grüße aus Solingen

Brennender Teufel Thomas
corny - 31.08.07 22:40
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Da bleibt einem doch die Luft weg Razz Bei dieser perfekten Planung und Ausführung geht doch bestimmt viel Zeit drauf - schläfst Du eigentlich irgendwann Frage Winke

Viele bunte Grüße
Corny hallo
theylmdl - 01.09.07 00:56
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Eigentlich wollte ich ja heute Abend 'mal einen verstohlenen Blick auf dieses und jenes Teilchen werfen. Aber irgend wie hat das nicht geklappt, es gab zu viel anderes zu tun. Vorfreude bleibt eben die schönste Freude Grins .

@Michl:
Zitat:
ich könnte mir vorstellen das mit den Teilen das Brückengeländer in Dischingen verstärkt wird

Ich hoffe eher, dass die Teile noch vor Dischingen angebracht werden können. Der Termin mit dem Blitzkurier wurde jedenfalls vorhin schon telefonisch vereinbart. Aber Deine Annahme stimmt natürlich, also bist Du eine "schlaue Natur" Grins .

@alle: Was Thomas Engel da geschrieben hat, solltet Ihr nicht unterschätzen. Nicht wegen der wechselseitigen Lobhudelei, sondern weil es ganz wichtig ist, sich mit den Ausführenden sorgfältig abzustimmen. Erst im Verlauf von ganz vielen Ätz-Projekten habe ich gelernt, was wie gemacht werden muss, damit es so gut wie möglich klappt und die Grenzen so richtig ausgelotet werden.

Dafür will ich Euch 'mal ein kleines Beispiel zeigen. Erst im zweiten Anlauf hat dies perfekt geklappt:



Das sind Teile für ein Preiser-Fahrrad-Tuning-Kit aus 0,2mm-Neusilber. Schaut 'mal bitte auf das zweite lange Teil von oben. Das ist die untere Haltestrebe für das vordere Schutzblech. Vom Rand der 0,3mm-Bohrung rechts und links bis zum Beginn des Haltestegs sind es 0,18mm. Die Strebe selbst ist 0,5mm hoch (im Vorbild also 11,25mm und damit selbst für Blechstreben viel zu viel!). Die anderen Teile sind unter Anderem für das Kettenschutzblech und die Arretierung der Rücktrittbremse.

Solche Teile schüttelt man nicht eben 'mal aus dem Ärmel. Wie geschrieben, im ersten Anlauf hat's nicht geklappt, nun sieht's ganz gut aus. Nur die Kettenglied-Bohrungen mit 0,2mm haben wieder nicht so recht gewollt...

@Corny:
Zeit ist ein sehr relativer Begriff. Ich schlafe gerne, viel und gut Grins . Aber Zeit, um noch einige Jahre Dinge zu basteln, die ich später vielleicht doch mit mehr Anspruch anders lösen würde, habe ich nicht mehr so viel. Darum versuche ich, alles gleich so zu entwickeln, dass ich mit Zuversicht in die Zukunft schauen kann. Und was soll's? Mich drängt ja nichts. Ob meine kleine Lok nächstes Jahr oder erst in fünf Jahren fährt, kann mir egal sein. Der Weg ist das Ziel , und eine gute Planung schafft viel Vorfreude, erhöht die Kenntnisse und sorgt für abwechslungsreichen Gesprächsstoff Grins .

Oder, um's einfacher mit einem Zitat des Opas meiner Großen auszudrücken: "Ich habe nicht genug Geld, um mir schlechtes Werkzeug zu kaufen".

Darum macht es mir nichts aus, auch zwei oder drei Jahre in die Planung einer Lok (!) zu stecken. So etwas baue ich nicht alle paar Tage. Ich nehme 'mal an, dass dies auf lange Sicht mein letztes Projekt dieser Art sein wird. Es gibt ja noch genug anderes zu tun.

Klug schwätzende Grüße -
highmichl - 01.09.07 06:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Hallo!



Das sind Teile für ein Preiser-Fahrrad-Tuning-Kit aus 0,2mm-Neusilber. Schaut 'mal bitte auf das zweite lange Teil von oben. Das ist die untere Haltestrebe für das vordere Schutzblech. Vom Rand der 0,3mm-Bohrung rechts und links bis zum Beginn des Haltestegs sind es 0,18mm. Die Strebe selbst ist 0,5mm hoch (im Vorbild also 11,25mm und damit selbst für Blechstreben viel zu viel!). Die anderen Teile sind unter Anderem für das Kettenschutzblech und die Arretierung der Rücktrittbremse.



. Ich nehme 'mal an, dass dies auf lange Sicht mein letztes Projekt dieser Art sein wird. Es gibt ja noch genug anderes zu tun.


-


1. Pimp my Bicycle! Gibts schon ein Bild wo die niedlichen feinen Streben verbaut sind? Ich habe mir vor kurzem erst das Post-Radl zugelegt und finde das Preiser-Produkt eigentlich schon recht filigran gearbeitet. Aber so Kleinigkeiten lassen sich hier und da noch verfeinern.


2. Seeeehhrr Schaaaade!
Ich hoffe du meinst damit das Du keine ganze Sammlung von Triebfahrzeugen brauchst sondern dich mit einer (vom feinsten) Lok vergnügst und aber weiterhin dem Modellbau treu bleibst und nicht auf einmal nur noch zum Golfen gehst.


Servus

Gruß Michl
theylmdl - 01.09.07 11:46
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Michl!

Nein, das Fahrrad gibt's noch nicht zu sehen. Das dauert auch noch ein Weilchen. Außerdem sind auf dem Foto nur ein paar Teile des Kits zu sehen, es gibt noch sehr viele andere. Das ist jetzt aber off topic Winke .

Zu Deiner zweiten Frage: Genau das wollte ich damit sagen. Eine Lok reicht mir, wenn sie gut aussieht und gut funktioniert. Dazu möchte ich dann natürlich auch ein paar Wägelchen haben. Meine müssen dazu ziemliche Radikalkuren über sich ergehen lassen, und das wird wieder viel Zeit kosten. Außerdem habe ich erst 40cm "richtiges" Gleis.

Beste Grüße,
theylmdl - 03.09.07 00:54
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Gestern und heute konnte ich doch nicht widerstehen und habe ein wenig an den Teilen für meine kleine Lok herum gebastelt.

Die Dreipunktlagerung

Da die Lok nicht echt gefedert werden wird, ist eine Dreipunktlagerung Pflicht. Nach einigen Versuchen auf dem Papier, äh, am Computerbildschirm kam ich darauf, dass es besser ist, die Vorderachse pendeln zu lassen, und zwar so, dass sich die Räder rechts und links um gut einen Millimeter heben bzw. senken können. Danach muss die Bewegung wegen der Gefahr ungewollter elektrischer Verbindungen gestoppt werden.

Vorne - so etwa zwischen den Zylindern - wird auch der Motor liegen, ein Faulhaber 2232 U 024 SR. Der wird in einer Achse mit einer langen Schneckenwelle angeordnet werden (vier Lagerbuchsen, fünf Axial-Gleitscheiben aus Messing, hinten zwei Motorgehäuse-Lagerungen). Die zwei eingängigen Stahlschnecken von GHW werden auf zwei Messing-Schneckenräder mit 25 Zähnen werkeln.



Hier seht Ihr rechts hinten den Motor mit sechs stirnseitigen Befestigungs-Gewinden. Links liegt die Stehwand für den Antriebsblock hinter dem Motor, will sagen, auf der Wellenseite (Motor vorne, Welle hinten Winke ). In der Stehwand sind zwei Nuten für die Aufnahme von M2-Stiftschrauben. Die sorgen später dafür, dass sich der Motor nicht verdrehen kann - fest geschraubt wird er jedoch nicht. Rechts liegt die Achse, dazu komme ich später noch.

Das Drehteil war relativ schwierig anzufertigen. Es erfüllt in Personalunion einige Aufgaben:

Die weiter vorne schon einmal gezeigte Skizze erklärt das besser als viele Worte: http://www.buntbahn.de/fotos/showphoto.php?photo=40528 . Dabei ist wichtig zu verstehen, dass der Motor samt Schneckenwelle, Schnecken und allen Lagern nach vorne hin aus dem Antriebsblock heraus gezogen werden kann, sobald die Schwungmasse abgenommen wurde.

Das Fiese an dem Teilchen war das Ausdrehen der Öffnung für den kleinen Messingring auf der Motorwelle - denn der dreht sich ja auf der Welle mit, und die geringste Hemmung ist unerwünscht. Einfach aufbohren konnte ich das Sackloch nicht, denn dann wäre die Lagerfläche für die eigentliche Schneckenwelle zu kurz geworden. Und einen 4mm-Bohrer zum Fräser umschleifen wollte ich auch nicht. Also habe ich die kleine Öffnung (Durchmesser 3,8mm, 1,2mm tief) kurz und bündig mit dem Dreikantschaber von Hand ausgedrechselt Grins .

Aber ach und weh, kaum hatte ich mein schönes Teilchen innen (ohne Umspannen) soweit fertig, da war's auch schon außen zu stark überdreht und schlabberte unschön in den großen Öffnungen von Stehwand und Käfig. Also alles noch einmal... Mäusemurks Traurig .

Im nächsten Schritt wurden die Teilchen für den Vorderachskäfig identifiziert, aus dem einen Wasserstrahlblech heraus gelöst und versäubert.

Die Bleche passen sehr gut. Leider hat aber das Messing, das Andreas erwischt hat, nicht 0,8mm, sondern ein wenig mehr Stärke, so etwa 0,85mm. Da das Maß des Käfigs von der vorderen zur hinteren Stehwand aber wirklich genau stimmen muss, war ein wenig nachfeilen der Nuten angesagt. Die Aufnahmen für die später anzubringenden M2-Gewinde habe ich von Hand geratzt. Einige Flächen werden aufgedoppelt, teils wegen der Abdichtung, teils wegen der Stabilität und teils wegen der besseren Führung (zum Beispiel für die Kugellager). Da haben wir die 19 Teilchen:



Beachtet bitte die Stufen an den unteren Hälften der Lagerhalterung. Sie sorgen für eine recht breite Lötbasis und damit hinreichende Stabilität.

Abgesehen von einer kleinen Panne ging die Verlöterei ohne Probleme vor sich. Hier seht Ihr den noch nicht wirklich geputzten Käfig mit Sicht auf die vordere Stirnwand.



Dass die Spalte außen nicht mit Lot aufgefüllt sind, stört mich nicht. Das Teil ist später nicht mehr sichtbar, und Hauptsache, das Lot sitzt innen gut. Der Käfig wiegt samt Achse, Zahnrad und Kugellagern etwas über 40 Gramm.

@fido: Das habe ich mit dem 40W-Kolben... nur geheftet und dann mit der Flamme durch gelötet Grins .

Auf dem folgenden Bild ist die Trennfuge zwischen Käfig und abnehmbarem Bodenteil ganz gut zu erkennen. Die seitliche, waagerechte Naht liegt natürlich genau auf der Höhe des Mittelpunkts der Lager.


Nein, die Zentrierbohrung der Achse ist nicht außermittig. Auf dem Bild ist lediglich nur die untere Spiegelung des Kegels innen zu sehen, oben säuft alles ab.

Zum Abnehmen des Bodens müssen zwei M2-Schlitzschrauben geöffnet werden, die den Käfig und den Boden verbinden und später auch noch die (sich mit bewegende) Platine für die Halterung der Stromabnahme-Schleifer fixieren werden. Hier ist der Boden fest geschraubt:



Der lösbare Boden mit der kleinen "Fettsammelwanne" hat den großen Vorteil, dass beispielsweise die Fettfüllung ohne Ausbau des Antriebsblocks oder gar Zerlegung der Lok ersetzt oder ergänzt werden kann, außerdem kann die Achse nach Abnahme der Kuppelstange leicht nach unten heraus genommen werden.

Bevor ich zum heutigen Schlussbild komme, möchte ich noch meinen Senf zum Thema "Hersteller-Maßangaben" los werden.

Wehe, wenn Ihr Euch auf Maßskizzen und -angaben in Katalogen und PDFs verlasst! Teile, die genau zu einem zugekauften anderen Teil passen müssen, sollten prinzipiell erst angefertigt werden, wenn die Kaufteile im Haus sind. Sonst kann es bitterböse Überraschungen geben. Beispielsweise waren die Naben der Schneckenräder rund 0,2mm länger als angegeben. Der große Ring am Wellenausgang des Motors hat durchaus nicht 7,6mm, sondern nur 7mm Durchmesser. Am ärgsten hat's mich aber bei den Bundkugellagern "erwischt". Deren Bund ist zwar wirklich - wie angegeben - nur 1mm stark. Aber nur außen - am Übergang zum Kugelkäfig ist eine kräftige Schräge, und am Ende des Übergangs eine ebenso kräftige Nut (aber nur bei den zwei nachbestellten Lagern, die übrigens nicht freiwillig ihren Weg in die Conrad-Filiale fanden Traurig ). Das ist auf dem nächsten Bild noch zu erkennen. Hätte ich nur eine Lage 0,8mm-Blech als Halterung vorgesehen, wäre ich elendiglich baden gegangen.



Die Achsen habe ich aus 4mm-Silberstahl abgelängt, die Enden überdreht, zentriergebohrt und angefast. Die GHW-Schneckenräder 715025 haben nur eine 2mm-Bohrung, jedoch eine Nabe mit 6mm Außendurchmesser. Da gab es also genug "Fleisch", um sie auf 4mm aufzubohren. Damit es mit meinem Drehbank-Zombie auch so halbwegs zentrisch wird, habe ich den Schaft eines neuen 2mm-Bohrers in das Bohrfutter am Reitstock gespannt, da das Schneckenrad drauf gesteckt und bei verriegeltem Reitstock das Futter gespannt. Im jeweils dritten Versuch wirkte das ganz annehmbar.

Nach dem Ansenken der Bohrungen habe ich die Schneckenräder auf die Achse gelötet, in die ich vorher ein paar Ritze mit der Säge gemacht habe - sicher ist sicher Grins . Die Abstandshülsen zu den Kugellagern sind lose (aus Rohr 5mm mit 0,5mm-Wandung). Ich habe sie so ausgelegt, dass die Achse zunächst einmal praktisch kein Seitenspiel hat. Denn diese Hülsen lassen sich später leicht ein klein wenig kürzen. Die Vorderachse meiner Lok darf jedoch so gut wie kein Seitenspiel haben, da zwischen einigen Steuerungsteilen nur etwa ein halber Millimeter Luft bleiben wird. Um warum auch? Bei einem Zweikuppler und einem Achsstand von nicht einmal 58mm braucht's kein Seitenspiel.

Beste Grüße,
Max 25 Kmh - 10.09.07 22:18
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

schon ganz erstaunlich, was Du alles tust, um deine Lok als "im Bau befindlich" qualifizieren zu können. Sowas von oberaffenturbotittengeil wie das Projekt hab ich noch nichts gesehen... naja, ich weiß von HP1 nicht viel mehr als den Titel. Und in jeder Baugröße ist die kleinste darstellbare Einzelheit gleich groß. Nur dass Du schon in H0 gemacht hast, was ich nicht in IIm kann. der ungeübte Buntbahnleser könnte übersehen, was Du alles parallel machst.... Neusilberzubehör, Balancierkupplungen, den Bf Dischingen (gottseidank ist die Mörteldicke nun asstäblich exakt bestimmt....), Gußlehrstunde, und dann Das. Zu schweigen von gewissen Fahrtag - Exkursionen.

Und übrigens: für KEINEN Zweikuppler oder Zweiachser allgemein braucht es irgendwelches Seitenspiel - es muss nur ohne Klemmen drehen. Aber eine Dreipunktlagerung ist nötig - die hast Du hier bestimmt perfekt gelöst.

Staunt

Max 25 Kmh.
theylmdl - 14.09.07 00:25
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute habe ich mir wieder ein wenig Zeit genommen, um an meiner kleinen Lok weiter zu basteln. Das ist auf längere Sicht die letzte Gelegenheit, da ich bald Chiara für einige Tage durchgehend betreuen werde.

Der Antriebsblock

In Dischingen hatte mich "Kolbenfresser" Roland, der freundliche Spender der Schwungmassen, gefragt, wie ich denn für die genaue Ausrichtung der Schneckenwelle sorgen wolle. Hier ist die bildliche Antwort (links ist mir beim Foto der provisorisch gesteckte Salat schon wieder auseinander gefallen...):



Eine bei der Anpassung und den Lötarbeiten eingelegte 6mm-Welle sorgt für eine akzeptable Geradlinigkeit Grins .

Zunächst einmal wurden alle benötigten 0,8mm-Wasserstrahlteile versäubert und angepasst. Dieser Job kann sich ganz schön in die Länge ziehen, aber am Ende passt alles doch prima. Mein wichtigstes Werkzeug war dabei eine kleine Echappement-Feile, mit der ich die Nuten (0,8mm Breite) nach arbeiten konnte.

Auf diesem Foto teste ich, ob der Käfig der Vorderachse sich bei zusammen gesteckten Teilen leichtgängig im Antriebsblock bewegen lässt. Im Bild ist die spätere Vorderseite der Lok mit dem Motor links, rechts wird die starr gelagerte Hinterachse liegen.



Der mittlere Raum zwischen den Achsen wird ein ordentliches Ballastgewicht aufnehmen, das für einen angenehm tiefen Schwerpunkt sorgen wird - es soll rund 300 Gramm auf die Waage bringen. Der verlötete Block bringt's auf 150 Gramm (ohne Achsen, Welle oder Dreipunktlagerungs-Käfig - nur das Blech selbst).

Die zweite und dritte Stehwand von hinten müssen mit sehr viel Luft und Spiel angepasst werden. Das hat folgenden Grund: Erst wenn der Motor, die Schneckenwelle, die Schnecken und alle Lager zusammen gesetzt sind, können diese beiden Teile zunächst provisorisch geheftet und dann fest eingelötet werden - aber erst, wenn der Antrieb klaglos läuft. Denn die im Bild nicht sichtbare vordere Stehwand, die zweite und dritte Querwand sorgen für die axial ausgerichtete Motor-Lagerung.



Oberhalb des Motors - etwa bei den Zylindern - wird auch der Motorschalter liegen. Dessen Halterung ist im folgenden Bild oben gut zu sehen. Ich werde einen zweipoligen 3 Ampère-Schiebeschalter benutzen, doppelt gemoppelt hält besser Grins . Der Knebel wird über eine kleine, unauffällige Schubstange nach außen über die Rahmenwangen bewegt (oberhalb der Vorderrad-Schutzbleche).



Und schwupps, schon sind die Brocken verlötet. Dafür habe ich dieses Mal einen billigen 80 Watt-Lötkölben mit verranzter und passend gefeilter Spitze benutzt. Das erwies sich als völlig ausreichend und sorgte für eine punktuell steuerbare Hitze - die Nähte sind gut geflossen, und zwar überall. Ich habe keine Bedenken, mich mit meinen knapp 80kg auf den hier noch nicht geputzten Block zu stellen.



Anscheinend gibt es hier und da noch gewisse Unklarheiten betreffs der Frage, wie klein die Lok denn nun genau ist bzw. sein wird. Bei der Beurteilung mag das heutige Schlussbild mit einer bekannten Preiser-Figur helfen. Rechts ist einer der Durchbrüche für die oben angesprochenen Schutzgas-Rohrkontakte zu sehen.



Zu meiner großen Freude ist mir erst ein einziger Fehler unterlaufen - ich habe in den hinteren Stehwänden zwei Kabeldurchbrüche vergessen, die sich aber auch leicht noch nachträglich anbringen ließen. Und wie ich auf den Fotos eben sehe, noch einer: Ich habe die letzten beiden Stehwände vertauscht. Na ja, da wird sich schon eine Lösung für finden lassen. Die mit den Schlitzen für die Gewinde-Teile hätte nach hinten gehört.

Noch niemand hat meine Frage beantwortet, wofür die zwei 5mm-Bohrungen in der oberen Deckplatte sein könnten!

Beste Grüße,
theylmdl - 16.09.07 01:19
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute wage ich 'mal einen Beitrag (fast) ohne Bild Grins .

Der Antriebsblock (Teil 2)

Heute ergab sich doch noch etwas Zeit für meinen zweiten kleinen Liebling, da Chiara ein paar Stunden bei ihrer Mama verbringt. So konnte ich einige noch fehlende Teile für den Antriebsblock zubereiten.

Die Zusammensetzung der Antriebswelle gestaltete sich als großes Abenteuer. Eine der zwei Stahlschnecken schlabberte auf der Motorwelle, die andere saß passabel. Tomas ("Schrauber") hatte mir vor zwei Jahren ein Fläschen Loctite 603 "Fügen, Welle, Nabe" geschenkt, das ich dankbar aus dem Regal nahm. Zuvor hatte ich mir jedoch bei Henkel® (zu erreichen über http://www.loctite.de ) das Produkt-PDF mit sachdienlichen Hinweise herunter geladen und durch gelesen. Da ist unter anderem zu erfahren, dass die Haftung besser ist bei Stahl als bei Aluminium, und dass mehr Wärme die Aushärtezeit verkürzt. Das sollte kein Problem sein.

Mehr Sorgen machte mir schon die Anbringung des Mittels. Wie konnte ich verhindern, dass der Überschuss davon die Lager und Wellen verbindet? Und würde es klappen, die 2mm-Stahlwelle wirklich zentrisch an der Schnecke auf der Motorwelle anzubringen?

Obwohl ich nur kleinste Mengen - aufgebracht mit einem Rest Draht - aufgetragen hatte, verklebten sich bums das komplizierte Lager am Motor und die Schnecke. Zum Glück liess sich das mit etwas Geruckel und einer Pinzette wieder lösen, dann kam etwas Öl dazu, der 24 Volt-Motor musste einmal fröhlich bei 18 Volt jubeln, und dann ging's ab in den Heizschrank bei etwa 50° Celsius. Da wird nämlich schon nach etwa einer Stunde eine akzeptable Festigkeit erreicht.

Während dieser Zeit gab es genug anderes zu tun, so beispielsweise die Anpassung der Bodenplatte, die Anbringung der Gewinde-Platten dafür einschliesslich Gewindeschneiden, Drehen der Lagerbüchsen und Abstandshülsen, und so weiter. Ich denke, dass ich morgen noch ein paar Fotos machen kann.

Hier ein übler Schnappschuss von der Werkbank, aufgenommen bei laufendem Motor. Unten die Aufnahmen für Isolierbuchsen der hier so beliebten Schienenschleifer Grins .



Die Stahlschnecken und die Messing-Schneckenräder müssen sich erst an die neue Langzeitbindung gewöhnen. Darum läuft sich der Antrieb seit einiger Zeit mit wechselnden Geschwindigkeiten und Drehrichtungen ein. Zu meiner Freude wird er von Minute zu Minute leiser, und die Drehzahl erhöht sich.

Bevor ich das hintere Lager vor der Schwungmasse eingelötet habe (das einzige fest eingelötete Lager), habe ich zunächst getestet, in welche Richtung ich die mittleren Lager drücken muss, damit der Antrieb möglichst leise (= reibungsarm) läuft. Dann erst habe ich dieses vordere Lager eingelötet. Die Motor-Lager wurden sogar bei laufendem Motor verlötet, damit der sich sein nötiges Spiel selbst frei schütteln kann. Klingt komisch, ist aber gut. Wir reden hier allerdings über kaum ein Hundertstel Millimeter.

Mein Ziel ist es eigentlich, den Antrieb so leise zu bekommen, dass ich bei laufendem Motor bequem schlafen könnte. Davon bin ich aber noch ziemlich weit entfernt. Im Moment stört mich noch ein ziemlich hochfrequentes Geräusch, so eine Art Klappern eines leichten Teils, das bei jeder Drehzahl auftritt. Das muss noch beseitigt werden, auch ohne Fettfüllung. Der Rest der Geräuschkulisse ist schon sehr annehmbar, auch auf einem Sperrholz-Resonanzboden. Gegen das Grund-Brummen des Motors ist wohl wenig zu machen. Tipp: Um die Geräusch-Übeltäter aufzuspüren - drückt eine Schraubendreher-Klinge an verschiedene Stellen des Blechs und haltet das Kunststoff-Heft direkt auf ein Ohr. Das wirkt wie ein Stethoskop ( http://de.wikipedia.org/wiki/Stethoskop ). Auch ohne dieses Hilfsmittel kann ich hören, dass eines der Schneckenräder nicht ganz perfekt zentrisch auf der Achse sitzt Traurig .

Was die Drehzahl und die Zugkraft angeht, bin ich recht zuversichtlich. Die 4mm-Achsen kann ich jedenfalls mit blossen Fingern schon ab Anlaufspannung nicht mehr anhalten, und wenn ich mir deren Drehzahl bei 18 Volt ansehe, liegt die Höchstgeschwindigkeit auch im grünen Bereich. Die Räder habe ich ja noch nicht.

Bei den aktuellen Tests hat der Motor noch keine Arretierungsstifte gegen Verdrehen. Das führt zu einem ulkigen Phänomen. Da die Schwungmasse - die ich unterdes mit zwei M2-Gewinden und -Schrauben zur Befestigung versehen habe - nur 16 Gramm mehr wiegt als der Motor, mag der es nicht, wenn die Spannung plötzlich gekappt oder umgepolt wird. Weil die Schneckenwelle auch noch minimal hemmt (ich meine minimal!), verdreht sich der Motor in so einem Fall zügig um mehrere Umdrehungen und verzwirbelt flugs seine Anschlusskabel. Daher werde ich einige Sorgfalt auf die geplanten Stifte zur Verdreh-Arretierung verwenden müssen.

Im noch nicht eingelaufenen Zustand und ohne Fett-Füllung bringt die mechanische Schwungmasse etwa vier Sekunden Nachlauf (ohne Stromabnehmer, effektives Gewicht etc.). Insofern hat fido Recht, wenn er bezweifelt, dass so eine kleine Schwungmasse viel bringt. Das liegt jedoch vorwiegend an meinen mangelhaften feinmechanischen Künsten: Denn ohne die Lagerung der Schneckenwelle sind es gut 20 Sekunden. Das ist zwar noch Lichtjahre von den Ergebnissen des Herrn Möller entfernt, dessen H0-Loks drei Gleiskreise ohne Strom durchfahren - nur mit Hilfe der Schwungmasse, ohne Strom! - aber sorgt immerhin für ein Ruckel-freies Durchfahren von Weichen-Herzstücken und ähnlichen Störenfrieden. Jedenfalls bin ich sehr froh über Rolands (Kolbenfressers) Hilfe bei den Schwungmassen.

P.S.: Ganz so schlimm kann das Geräusch nicht sein, denn eben hat sich vom offenen Fenster aus eine knapp 4cm lange Motte direkt vor den Antrieb gesetzt und glotzt ihn bewundernd an Grins . Das werde ich nun auch gleich mit meinem Kopfkissen tun.

Beste Grüße,
theylmdl - 16.09.07 22:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Nun läuft sich der Antrieb schon seit vielen Stunden ein. Das "hochfrequente" Geräusch habe ich eingekreist. Es entsteht am Übergang Schnecke zu Schneckenrad. Sobald die Achsen minimal belastet werden, ist "Ruhe im Karton".

Nun bereiten mir noch zwei Punkte Kummer. Anscheinend war das Spiel zwischen Schnecke und Schneckenrad mit 0,1 mm ein wenig knapp bemessen, und die Schneckenräder sitzen nicht ganz zentrisch. Bei belasteten Achsen ist - wegen der sehr kleinen Radumdrehungszahl - sehr gut die wechselnde Hemmung zu spüren und zu hören. Wohlbemerkt, dramatisch ist das alles nicht! Aber eben auch nicht erste Sahne.

Bei hohen Drehzahlen kommt noch eine minimale Unwucht der Schwungmasse dazu, die wohl weniger auf Rolands Drehkünste als auf meine Schwächen zurück zu führen ist. Diese Unruhe zeigt sich in einem sonoren Brummen. Darum werde ich den ganzen Kram nun noch einmal zerlegen, eine Achse um etwa 180° verdreht einbauen und die Schwungmasse in verschiedenen Positionen montieren, bis ich das beste Resultat gefunden habe. Denn warum sollte ich Kraft in (allerdings minimale) Unrundigkeiten verballern?

Underdes läuft der Antrieb aus 18 Volt Versorgungsspannung sechs Sekunden nach, das sind schon 'mal 50% mehr als gestern. Und zumindest bei Spannungen bis 12 Volt könnte ich bequem dabei schlafen. Bei 5 Volt am Motor ist der Antrieb schon viel zu schnell für genaue Rangierfahrten.

Zu Fotos hat's heute leider nicht mehr gereicht.

Hocherfreute Grüße,
fido - 16.09.07 22:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Langer,

wegen Geräuschen im Getriebe würde ich mir keinen Kopf machen. Pack ordenlich Fett hinein und das läuft sich nach einigen Stunden unter Last ein. Das ohne Last ein Getriebe rappelt, ist nicht ungewöhnlich. Ebenso frisst die Schnecke ein Teil des Schwungs der Scheibe.

An der Stelle von mir ein kleiner Tipp für das nächste Getriebe: Das Getriebe auf eine Welle aufzufädeln und dann zu verlöten, ist eine Spitzenidee. Leider sind die Toleranzen bei einer Messingwelle sehr groß.

Dagegen sind Silberstahlwellen mit hoher Präzision hergestellt, sehr gerade und über die Länge vom Durchmesser sehr genau. Aus diesem Grund sind sie leider auch sehr teuer Grins

Das Getriebe würde sich mit einer Silverstahlwelle und aufgeriebenen Bohrungen noch einen Tick genauer bauen lassen.

Das Fahrgestell finde ich jedenfalls Spitze, egal ob mit Messingwelle oder Silberstahl ausgerichtet. Die meisten Firmen können sich noch eine Scheibe abschneiden. Über Antriebe aus Nürnberg (jetzt Göppingen) ohne Dreipunktauflage sprechen wir besser nicht...

PS: Vor eingen Wochen habe ich mir einen neuen Lötkolben geleistet. Das interessiert zwar keinen, passt aber super zum Thema Verdrehter Teufel
theylmdl - 16.09.07 23:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo fido!

Danke für Dein Lob <freu>!

Die Schneckenwelle ist ein so harter Stahl, dass ich erheblichen Kummer hatte, die abzulängen. Oder meinst Du die beim Löten eingelegte Messing-Stange? Das ist es, hm? Die zwei Millimeter-Stahl-Stange der Schneckenwelle (85mm lang) kann ich nämlich auf kurze Längen nicht von Hand biegen. Die vier Lagerbuchsen sind aus Messing gedreht und mit einer Fünfkant-Reibahle von beiden Seiten so lange aufgerieben, bis ich das Gefühl hatte, dass sich die Welle nun auch bei höheren Drehzahlen nicht mehr fest frisst. Und wie gesagt, nur das hinterste Lager bei der Schwungmasse ist am Rahmen angelötet, alle anderen sind lose.

Zitat:
wegen Geräuschen im Getriebe würde ich mir keinen Kopf machen.

Hmhm, da wehre ich lieber den Anfängen. Ich weiß genau, dass mit Fett nichts mehr zu hören wäre. Damit bekämpfe ich die Symptome und nicht die Ursachen. Ich möchte gerne, dass die Konstruktion trocken nahezu geräuschlos läuft (was ja schon fast der Fall ist). Den Rest kann ich dann mit Fett regeln.

Außerdem macht mir die minimale Unwucht der Schwungmasse Sorgen, woran immer das liegt. Ich möchte nicht, dass die mir irgendwann das hinterste Lager ausschlabbert. 5.300 Umdrehungen je Minute sind kein Pappenstiel, da geht so richtig 'was ab.

Ich will halt lange ungetrübten Spielspaß mit dem Zwerg haben Winke .

Beste Grüße,
Max 25 Kmh - 17.09.07 00:06
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Langer,

schläfst Du schon? Den Schlaf des Gerechten, oder jedenfalls weithin Vorbild weisenden Modellbauers. Die Sorgen um die Schwungmasse vertraust Du den virtuellen Sorgenpüppchen an - morgen sind die Püppchen noch da, die Sorgen aber sind weg. Solche Sorgen möcht ich haben!

Na, was besseres fällt mir um diese Stunde zu Deinem Werk nicht ein. Du beweißt, dass trotz oder gerade wegen Deinem Perfektionismus rascher Fortschritt möglich ist.

Aber Dein "Rateschmal" wegen der beiden 5mm - Löcher möchte ich versuchen zu lösen: sind das die Durchführungen für den Mitnehmer, der bei Fahrtrichtungswechsel die Steuerung umwirft? Wieviel vom Schwungmassen - Auslauf wird diese Konstruktion wegbremsen? Nix für ungut, der Dampfer steuert zuerst um und fährt dann los.....

Gute Nacht wünscht

Max 25 Kmh, der dieses Wochenende nur gespielt hat und nix gebaut.
theylmdl - 17.09.07 14:10
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Max!

Klar geht es zügig vorwärts. Die Teile passen gut. Ich habe ja auch genug Zeit mit deren Planung verbracht Grins .

Bei der Deiner Antwort zu meinem "Rateschmal" liegst Du leider schwer daneben.
Die Mimik für die mechanische Umsteuerung muss komplett an der rechten Feuerbüchsen-Wand im Führerhaus angebracht werden, bevor die Feuerbüchse zusammen- und eingesetzt wird (in der auch der Lautsprecher eingeschoben werden wird). Die für die Umstellung nötigen Kräfte werden nicht so dolle sein, das magst Du daraus ersehen, dass der Stellhebel beim Mitnehmerstift am Rad nur 1,4 mm breit und 0,4 mm dick ist - wahrlich nicht viel. Ich habe jedenfalls im Vorfeld versucht, die nötigen Stellkräfte einzuschätzen. Sieht ganz gut aus, das werden Schwungmasse und Motor eher nicht merken Winke . Die erste, unterdes sehr optimierte Version habe ich hier schon 'mal gezeigt:
http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?t=5591 .

Zu den Löchern muss ich wohl noch einen Tipp abgeben. Schaut noch einmal genau auf das letzte Foto, das ich eingestellt habe. Na, fällt der Groschen...? Und noch ein Tipp: Wofür das gut ist, habe ich sowohl hier wie auch in der "Gartenbahn" schon einmal ausführlich beschrieben.

Beste Grüße,
Kolbenfresser - 17.09.07 15:03
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas


Ich hoffe ja, du bekommst deine Unwucht in den Griff!

Hast du die Unwucht auch mit dem 2. Schwungrad?
Vibriert die Welle auch ohne Schwungmasse?
Ist vielleicht deine Schlabbernde Schnecken die Ursache?

Lager die lose sind, können eigentlich nicht lagern!



Gruß

Roland
theylmdl - 17.09.07 16:26
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Roland!

Die zweite Schwungmasse habe ich noch nicht getestet - die ist ja auch nicht für mich.

Zitat:
Vibriert die Welle auch ohne Schwungmasse?

Das werde ich heute Nacht 'mal testen. Ich glaube zu wissen, wo der Fehler liegt. Ich hätte die Schneckenwelle bei im Fahrwerk eingelegtem Motor einkleben müssen. Allerdings war die Schnecke am Motor spielfrei (Motor- und Schneckenwelle waren gerade so von Hand aufschiebbar). Andererseits ist die Führungslänge mit 4,6 mm (Motorwelle) und 6,6 mm (Schneckenwelle) nicht so arg üppig.

Zitat:
Ist vielleicht deine Schlabbernde Schnecken die Ursache?

Das wohl eher nicht. Mit meinem Schnecke/Schneckenrad-Spiel liege ich ganz gut. Wenn Du die Achsen im Ruhezustand von Hand ein wenig verdrehst, spürst Du das Spiel im Getriebe - das ist wohl so, wie es sein soll (also etwa 0,1 mm Höhe zwischen den Teilkreisen).

Zitat:
Lager die lose sind, können eigentlich nicht lagern!

"Lose" ist sehr relativ. Ich kann die montierte Welle mit den Lagern von Hand in die Lagersitze schieben - das war's auch schon. Die Sitze der mittleren und des letzten Lagers habe ich von Hand aufgerieben.

Wenn nichts anderes hilft, muss ich die hintere Schnecke eben noch einmal abziehen und die mittleren Lager neu anfertigen. Aber da ich die ohne Umspannen gedreht habe, glaube ich nicht so recht, dass das die Übeltäter sind.

Ich stimme Dir völlig zu, dass es sehr wichtig ist, die minimale Unwucht aus der Welt zu schaffen. Die kostet bei höheren Drehzahlen eine Menge Energie, verschleißt das Lager vor der Schwungmasse vorzeitig und reduziert deren Wirkung. Deine Schwungmassen gehören sicher nicht zum Kreis der Verdächtigen Grins . Ohne Einbau (also nur Motor, Welle, Schnecken und Schwungmasse) beträgt die Nachlaufzeit aus 18 Volt etwa 20 Sekunden, also deutlich mehr als im eingebauten Zustand - da erreiche ich unterdes zuweilen acht Sekunden.

Wenn ich ganz mutig bin, werde ich 'mal in eingebautem Zustand die Schnecken auf über 125° erwärmen, dann kann sich das Loctite® 603 noch einmal ausrichten. Wenn ich dann in den ersten Minuten den Motor etwas laufen lassen, müsste es passen - und dann ab in den Heizschrank. Das kann aber auch in die Hose gehen.

Beste Grüße,
KK - 17.09.07 16:44
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

Mir fällt bei deiner Antriebsanordnung eine Phänomen aus dem Kfz-Bereich ein.

Hier hast Du es beim Feinwuchten der Vorderräder bei Fahrzeugen mit Transaxle also mit durch das Getriebe laufender Antriebswelle mit dem Phänomen der von links nach rechts wandernden Unwucht zu tun.

Ich würde als erstes versuchen die Schwungmasse weitestgehens auszuwuchten und zwar demontiert statisch auf einer Welle, die auf Rasierklingen gelagert ist. Einfach zwei Rasierklingen paralell anordnen mit einem Zwischenraum in dem sich die Schwungscheibe auf einer temorären "geraden" Welle (braucht nicht fest mit der Schwungmasse verbunden sein) frei drehen kann. Die schwerere Stelle wird dabei immer nach unten drehen, solange bis du durch hinzufügen von Material an der leichteren Seite bzw. entfernen des selbigen an der schweren Seite eine relativ genau gewuchtete Schwungmasse hast.

Wenn Du jetzt den Antrieb wieder montierst und Du hast immer noch eine Vibration kann diese nur noch vom Motor kommen, sprich der Anker ist halt nicht so genau gewuchtet. Und eben diese Unwucht setzt sich über die Antriebswelle (Schneckenwelle) ungefähr zur Hälfte (so war es zumindest beim Auto) fort.

Bevor Du also jetzt die Schwungmasse feinwuchtest, versuch mal unterschiedliche Stellungen auf der Schneckenwelle, wenn Du Glück hast, dann heben sich die Unwuchten ganz oder zumindest sehr gut auf. Du kannst auch z.b. kleine Messingblechstücke mit Isolierband auf die Schwungmasse kleben um diese mit dem Motorzusammen feinzuwuchten. Hast Du das Gewicht und die genaue Position gefunden, dann kann dieses Blechstück angeklebt werden.

Ich weis nun nicht ob Dir das weiterhilft, aber damit haben wir früher viele Autos, wo der Kunde Vibrationen im Lenkrad und bei einer bestimmten Geschwindigkeit monierte, ruhig bekommen.
Bremsklotz - 17.09.07 19:30
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

ich weiß nicht, ob du die beiden Links kennst:

http://www.technik-tuefteler.de/motor/turbine/turbineauswuchten.htm

http://www.auswuchten-info.de/index.htm

Der erste ist praxisorientiert und beschreibt auch eine Vorrichtung zum Selbstbau. Der zweite ist mehr theoretischer Natur aber auch sehr interessant. Insbesondere die mögliche verteilte Unwucht auf der Länge eines rotierenden Systems ist dabei ausgiebig besprochen. Ich denke, das könnte vielleicht Licht in die Sache bringen ...

Viel Erfolg,
Hans-Peter
theylmdl - 17.09.07 23:33
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Vielen Dank für Eure Beiträge, Interesse und Hinweise. Es freut mich wirklich, dass Ihr meinem Vorhaben so aufgeschlossen gegenüber steht.

@Klaus: Das hatte ich mir auch so etwa gedacht - Schwungmasse als letztes wuchten. Das von Dir angesprochene Phänomen kenne ich auch von Kardanwellen im KFZ-Bereich, zum Beispiel bei meinem letzten W108 280 SE 3.5 oder wegen der häufigen Schäden an alten BMW-Einzylinder-Motorrädern am Differential (Folge des Kardans bei z.B. R25/2, R25/3 und R27). Es ähnelt einem defekten Radlager an der Vorderachse in Straßenbögen mit der Außenseite beim Rad. In der Tat ergibt jede neue Montage der Schwungmasse ein anderes akustisches Verhalten.

@Hans-Peter: Danke für die Links. Die sind beide sehr interessant, aber ich bin nur ein besserer Küchentisch-Bastler, und diese Techniken sind mir eine Nummer zu hoch und zu fein. Da arbeite ich eher mit Gehör und Gefühl Grins .

Der Antriebsblock (Teil 3)

Eine deutliche Veränderung ergab sich, nachdem ich die Lager und die mittlere Distanzhülse in eingebautem Zustand miteinander verlötet hatte. Das gesamte Frequenzspektrum hat sich dadurch deutlich verschoben mit weniger unangenehmen Spitzen und tieffrequentem Brummen, aber mehr Grundkrach Traurig . Durch etliche Versuche habe ich folgendes heraus gefunden.

Ich werde weiter am Ball bleiben. Das bekomme ich noch hin! Derzeit läuft sich die neue Version gerade so ein wenig ein, aber die ist - wie geschrieben - akustisch ein wenig schlimmer als vorher - wenn auch weniger unrund.

Ich hatte Euch Fotos versprochen. Für zwei Schnappschüsse vom Basteltisch hat's gelangt.



Hier ist die hintere Abdeckplatte am Antriebsblock abgenommen (hinten ist im Bild rechts bei der Schwungmasse). In der Mitte beim Freiraum für das "tiefe" Ballastgewicht seht Ihr die mittleren Schneckenwellenlager und deren Abstandshülse, nunmehr verlötet. Rechts ist eine der von Roland gedrehten Schwungmassen zu erkennen. Die wird später nur noch aus sehr speziellen Perspektiven zu sehen sein und vorab geschwärzt werden. Die 8mm-Löcher im Boden dienen der Aufnahme der Magnete für die TFz-Erkennung, die kleinen Bohrungen für die Befestigungsschrauben des Ballastgewichts gegen das unwahrscheinliche Rappeln, und die mittleren harren noch der "Rateschmal"-Lösung Grins .



Auf dem zweiten Foto ist der Antriebsblock weit gehend zerlegt. Nur noch der Käfig der Vorderachse lungert darin herum. Ich habe 'mal ein 5 Cent-Stück dazu gelegt, damit es nicht nachher wieder heißt, ich habe meinen 35 Zentimeter-Cent aus der Theaterplastik missbraucht. Ihr seht, der Zwerg ist ein Zwerg! Das eigentliche Modellfahrwerk ist nach hinten noch deutlich länger als der Antriebsblock (vergleiche das Vorbildfoto auf Seite 1 des Threads).

Ich habe aber noch ein wenig mehr zu erzählen.

Die Testumgebung (Teil 1)

Es macht keinen Spaß, immer nur zu theoretisieren und PDFs zu lesen. Auch ist es nicht so mein Ding, laufend andere hilfsbereite Menschen mit meinen Wünschen zu quälen. Da ich gleichzeitig nur wenig Geld ausgeben kann und will, musste ich mir also zum Thema "Digital" etwas einfallen lassen. Der, wie ich denke, richtige Tipp kam von Thomas Engel. Der meinte, ich solle mir bei eBay® eine (fast ganz) Lenz-kompatible Roco-Multimaus® schießen. Nun, das habe ich gestern getan. Im Gegensatz zur Lokmaus2 hat die relativ neue Multimaus etliche erweiterte Funktionen. Zum Einstellen des Decoders und zum Test seiner Funktionen langt's jedenfalls bequem, außerdem denke ich, dass Chiara mit der Drehknopf-Regelung gut klar kommen wird (ich bevorzuge die auch).

Infos dazu gibt's bei Roco auf der Website.

Sehr schön finde ich das Angebot von Roco, einen Windoof-tauglichen Simulator anzubieten, über den man sich vorab mit dem Gerät vertraut machen kann: http://www.roco.cc/index.php?id=13 .

Vor der Ausgabe von gut 70,- Euro (werksneu und mit Garantie, mit Trafo und Digital-Booster) habe ich mich noch bei unserem Digital-Spezialisten "Pirat-Kapitan" erkundigt, was der davon hält. Sein Fazit nach ausführlicher Besprechung war etwa meins: Warum nicht - zum Testen langt's, und es kostet wenig Geld. Außerdem kann das Teil mit Lenz-Hardware auf höhere Spannungen aufgebohrt werden. Wieviel Spannung bei der Standard-Version anliegt, ist nicht so genau zu ermitteln. Roco meint, etwa 15 Volt effektiv (was arg wenig ist), in manchen Forenbeiträgen steht etwas von 17 bis 20 Volt ohne Last. Sei's drum, Hauptsache, ich kann den ZIMO MX64H programmieren und den DIETZ-Soundchip microXS.

Bei letzterem dachte ich zunächst, ich müsse doch Max 25km/h belästigen (der ordentlich beLenzt ist). Denn die Multimaus kennt nur CV-Werte bis 255, die Sound-Chips starten jedoch bei 890. fido hat mich auf eine sehr unauffällige Passage im Handbuch zum MX63/MX64/MX64V/MX64H hingewiesen. Die CVs über 890 können bei Zimo-Decodern über die Adressen ab 190 (= CV - 700) programmiert werden. Seltsamer Weise wird dieses Feature nicht in der CV-Liste aufgeführt, und es gab deswegen schon lange - und sinnlose - Diskussionen in anderen Foren, die ich doofer Hansel mir heute alle 'reingezogen habe.

Warum ich auf diese Programmierung so spitz bin? Ganz einfach. Das Uni-"Bremsenquietschen" nervt mich extrem. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die winzige Lok mit ihrer geringen Dienstmasse und in der feuchten Seeluft jemals gequiekt hat (außer nach einiger Zeit Stillstand, dann wohl wegen des Flugrosts).

Auch hoffe ich, den Antrieb im Endzustand so leise zu bekommen, dass der Sound des Lautsprechers nicht ganz bis zum Kamm des Hügels vor dem Bahnhof Dischingen dringen muss wie bei den anderen Loks. Denn wenn ich mir so die vergleichbaren "Dampfer" im Frankfurter Feldbahn-Museum anhöre, ist eben kaum etwas zu hören. Und so hätte ich das auch gerne - dezent, sehr dezent!

Geändert wegen Umzug der Roco-Links.

Beste Grüße,
theylmdl - 20.09.07 00:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Der Antriebsblock (Teil 4)

Nun bin ich - was die Geräuschentwicklung und Vibrationen angeht - an einem für mich zunächst befriedigenden Punkt.

Ich habe getestet, ob die Schwungmasse signifikante Unwuchten hat. Das ist nicht der Fall. Aus mir unerklärlichen Gründen läuft die Schneckenwelle hinten nicht ganz perfekt rund (was ich mir kaum erklären kann - Spiel im Lager hat sie nicht und krumm ist sie wohl auch nicht). Da blieb als mögliche Ursache nur ein wenig Versatz im fest gelöteten Lager.

Also habe ich todesmutig den Antriebsblock kopfüber in ein Schraubstöckchen gespannt und diese Lötstelle bei laufender Welle mit der Flamme bis zum Fließen des Lots erhitzt. Sobald das Zinn flüssig war, habe ich den Motor gestoppt. Das klingt sicher ganz seltsam, hat aber gut gewirkt. Die groben Vibrationen sind weg, und es ist nun möglich, mittels Versuchen die Schwungmasse so fest zu schrauben, dass der Antrieb angenehm leise läuft. Dennoch sollte sie beim letzten Einbau bei ganz schnell laufendem Motor noch einmal mit Schleifpapier ein wenig geschliffen werden.

Mein Basteltisch ist mit der Rückseite an der Wand zum Klo festgedübelt. Zum Testen habe ich mich wiederholt auf die Schüssel gesetzt und das Ohr an die Wand gehalten, um den Körperschall - sprich: die Vibrationsverluste - einzuschätzen. Am deutlichsten ist die Wirkung natürlich, wenn der Block direkt auf die Tischplatte gelegt und mit Ballast beschwert wird. Bei dieser Methode sind besonders tieffrequente Störungen gut aufzuspüren, da hohe Frequenzen nicht genug "Bums" haben, um Tisch und acht Zentimeter-Wand in Schwingungen zu versetzen. Bei der geplanten Höchstspannung am Motor habe ich nun noch ein ganz langsames "Wummern" wie bei einem Schiffsdiesel, allerdings kaum wahrnehmbar. Wer mich jetzt für verrückt erklären möchte, kann das gerne tun - ich kann's gut verstehen.

Diese Versuche sind nicht ganz so einfach, denn ich prüfe nicht nur mit dem Ohr den Klang, sondern auch mit einem Ampèremeter den jeweiligen Stromverbrauch. Mit den Fingern kann ich die Achsen praktisch nicht mehr anhalten, und das ab Minimalspannung des Testtrafos (LGB® 5003 mit 0,5 Ampère, ca. 5 Volt). Also habe ich vorgestern zwei Zangen mit glatten Backen benutzt, um die Achsen fast zum Stillstand zu bringen. Dabei habe ich eine Stromaufnahme von rund 150 mA bei 18 Volt gemessen - mit Halbwellen. Unterdes sind es nur noch 130 mA. Ich denke, die Leistung wird sich bei einer hochfrequenten PWM (Pulse Width Modulation, Impulsbreiten-Modulation) wie bei den Decodern (hier mit 40 kHz) noch verbessern. Der Motor kann gut acht Watt abgeben, was etwa 440 mA entspricht - da ist also noch Luft drin.

Digitalfragen (Teil 1)

Bastlerisch bin ich derzeit gehandicapt, denn tagsüber muss ich arbeiten, nach der Schule ist Chiara bei mir, und wenn sie im Bett ist, ist Krach nicht so angesagt. Also habe ich mich bei diversen Feierabend-Bieren als Newbie (weiter) mit Digital-Fragen beschäftigt. Ich spreche das Thema an, fasse mich jedoch (relativ) kurz, da dieses Forum Selbstbau als Schwerpunkt hat. Das eine gehört aber ziemlich zum anderen.

Zwei Dinge haben mich dabei beschäftigt. Der Zimo-Decoder MX64H und die Roco multiMaus bzw. deren Startset mit Trafo und "Digital-Verstärker" 10764 bzw. als Alternative eine "richtige" Digital-Zentrale wie Zimos MX1 / MX31[FU]. Was den Decoder angeht: Es ist sehr zu empfehlen, sich ausführlich mit der Dokumentation zu beschäftigen. Dabei ist es von Vorteil, wenn man Programmierungs-Grundkenntnisse hat. Außerdem sollte unbedingt die neueste Version vom August 2007 benutzt werden - in der Version davor, die ich habe, sind noch ein paar Lücken.

Ohne überhaupt schon etwas angeschlossen oder ausprobiert zu haben, liegen mir nun zwei Listen (Text mit Erläuterungen und Excel-Tabellen mit Werten) vor, die für den Zimo MX64(H) in Kombination mit der multiMaus und dem DIETZ microXS einen guten Start für Versuche versprechen. Die letzte Version des Schaltplans, der mit Rogers freundlicher Unterstützung entstand, habe ich Zimo geschickt. Vorhin kam "grünes Licht" aus Österreich (natürlich unter allen Vorbehalten). Prinzipiell sollte das aber so klappen. Dazu gab es noch ein paar konkrete Verbesserungsvorschläge einschliesslich Fotos und Schaltplan - Hut ab und besten Dank!

Zunächst einmal zu Spannung und Strom. Die gewünschte Höchstgeschwindigkeit (25km/h) ergibt sich wegen der Drehzahlkonstante des Motors von 298 Umdrehungen je Minute je Volt bei 14 Volt am Motor und 4.172 Umdrehungen je Minute. Mit der Untersetzung von 1:25 ergibt sich so eine Raddrehzahl von knapp 167, das entspricht 25,2 km/h - ohne Last.

Der derzeitige Strom beträgt derzeit unter Volllast 130 bis 150mA. Bremse ich statt der Achsen die Schwungmasse, kann ich den Antrieb zum Stillstand bringen. Kurz davor steigt der Stromverbrauch auf rund 250mA. Mehr geht dann rein mechanisch / elektrisch kaum.

Wie ich in einer Frage an die Digital-Spezis schon 'mal geschrieben habe, möchte ich, dass der Motor analog wie digital betrieben erst ab einem Äquivalent von 5 bis 6 Volt anläuft, damit der Festspannungsregler für den Seuthe-Rauchgenerator und die Lampen schon munter ist. Das geht wahlweise über antiparallele Diodenketten (da dürften hier gekühlte 1N400x-Typen genügen) und / oder eine Einstellung des CV2 (0 - 255, 0 oder 255 = volle Schienenspannung oder die Referenzspannung aus CV57). Die benötigten Werte lassen sich leicht berechnen. Ein guter Startwert wäre zum Beispiel "50" . 20 - 6 Volt = 14 Volt, das passt selbst mit Streuung. Leider ist der Schwungmassen-Auslauf da bedeutend viel kürzer - etwa zwei bis vier Sekunden nur.

Ebenso leicht war zu ergoogeln, dass zwar die multiMaus ein prima Gerät und sehr ergonomisch ist - das kann ich bestätigen, denn sie ist gestern hier eingetroffen - aber die Kombi aus "Digital-Verstärker" 10764 (nicht Lenz-kompatibel) und dem Trafo 10725 "wackelt" ein wenig wegen der fehlenden Spannungs-Regelung.

Der Trafo liefert 16 Volt effektiv. Damit meint Roco aber wohl, unter Last - das heißt, bei knapp 3 Ampère Belastung. Schon ohne das ergibt sich, dass die Eingangsstufe des Digital-Verstärkers aus den Sinus-Kurven der Halbwellen bequem effektive 22,6 Volt-Signale (16 × Wurzel aus 2), eventuell vermindert um zwei Silizium-Dioden-Übergänge (21,4 Volt), basteln kann. Wenn das jedoch unter Last gilt und das Teil ungeregelt ist, sind die hier schon 'mal gemessenen 27 Volt gar nicht so unplausibel.

Daher werde ich wohl für Versuche so vorgehen, dass ich die Referenz-Spannung zur Sicherheit auf 20 Volt einstelle und dann einmal unter Leerlaufbedingungen am Motor die Spannung messe. Danach wäre dann die Frage spannend, ob der Digital-Verstärker mit einer geglätteten und geregelten Gleichspannung wie die Lenz-Zentrale versorgt werden kann (zum Beispiel 22 Volt). An der Spannungsfestigkeit kann's eigentlich nicht liegen.

Vorab werde ich jedoch wie beschrieben ein paar Messungen mit dem originalen multiMaus-Set machen. Außerdem ist ja noch unklar, ob sich die Angabe "50VA" des Trafos auch auf den Zustand unter Last bezieht.

Ihr seht, vor mir liegen noch lange Test-Winternächte. Wenn das alles läuft, klebe ich an ein Posting eine Excel-Arbeitsmappe mit den CV-Werten und Resultaten an, denn die dürften ähnlich für die ganze Familie MX63/MX64 & Co. und einen Glockenankermotor wie den FH 2232 U 024 SR gelten.

Beste Grüße -
theylmdl - 20.09.07 23:41
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Leider komme ich nach wie vor nicht so sehr viel weiter. Immerhin steht nun der "Rohbau" des Kabellaufplans. Damit ich besser durch blicke, wo ich steckbare Verbindungen brauche, habe ich mir die Kabel und Baugruppen in eine schattierte Auf- und Seitenansicht des Zwergs eingezeichnet. Die Bauteile und -gruppen sind nicht proportional, aber so etwa richtig.



"M.-Sch." steht für Motorschalter, "R.-Sch" für Rauchgenerator-Schalter, "LS28" für den eckigen Dietz-Lautsprecher und "SRK" für die Schutzgas-Rohr-Kontakte des Sound-Taktgebers.

Die Lage der antiparallelen Diodenkette ist für den Fall eingezeichnet, dass es im Analog- oder Digitalbetrieb nicht klappt, dass sich der Motor erst jenseits eines Pendants von 6V an der Schiene in Bewegung setzt. Die Kette aus acht Dioden je Fahrtrichtung wird dann in eine Motor-Zuleitung eingeschliffen. Bei dem kleinen Stromverbrauch dürften 1A-Typen genügen (1N400x).

Die drei Elkos werden zu 6.700µF zusammen geschaltet (parallel). Der Übersicht halber habe ich nicht alle Leitungen in beiden Ansichten durchgezogen - sonst gäbe es da nur noch Brei.

Beste Grüße,
theylmdl - 22.09.07 01:59
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Nachdem Chiara heute eingeschlafen war, habe ich mir einen Caffelatte beschafft und eine Liste meines vorab entwickelten Test-Parcours. Dann habe ich nach und nach relativ knifflige Versuche durchgeführt - mit immerhin derzeit rund 25 von knapp 30 durchgeführten Schritten.

Da es sich hier um Selbstbau und nicht Decoder-Programmierung etc. dreht, fasse ich mich kurz, möchte Euch aber die wichtigsten Ergebnisse nicht vorenthalten. Wer mehr Infos möchte, soll mich anmailen.

Nun zum interessanten Teil, der Wirkung von Schwungmasse und Elkos.

Unser Gastgeber fido fordert fröhlich ca. 30 Zentimeter Auslauf auf stromlosen Abschnitten. Das ist bei 25km/h und 800mm Raddurchmesser (Vorbild) viel Holz, etwas mehr als eine Sekunde bei der geplanten Höchstspannung ohne Last.

Zunächst einmal habe ich ganz ohne Elkos getestet - aber mit Sound an. Guckst Du: Motor und Sound laufen bei meinen Einstellungen mindestens 1,5 Sekunden nach (ohne Räder, ohne Steuerung, ohne Rauchgenerator, ohne Licht). Das entspricht schon 'mal etwa 20 Zentimetern Auslauf. Sobald die Spannung wieder da ist, setzt der Sound genau da ein, wo er aufgehört hat - also ohne Neustart.

Dann habe ich nur den Ladewiderstand, die Schottky-Diode BYV 2100 und den 4.700µF-Elko eingesetzt - und einen kleinen Schalter zum flotten Trennen der Stromversorgung. Das brachte zu meiner Überraschung überhaupt nichts, auch bei 6.700µF war keine Verbesserung zu spüren. Auch die 6.700µF reichen bei weitem nicht an die Wirkung der kleinen Schwungmasse heran. Ob dann noch Licht und Sound an sind, spielt nahezu keine Rolle (es ist vom Gefühl her jedenfalls kein Unterschied). Es bleibt bei etwa 1,5 Sekunden überbrückbare Zeit.

Nun stehen allenfalls noch die Tests ohne Schwungmasse an. Die werde ich der Sorgfalt halber auch noch durch führen, aber in dieser Nacht sicher nicht mehr.

Noch ein letztes Wort zur Geräuschentwicklung. Ein Stückchen Moosgummi, seitlich an den Motor geklemmt, schafft noch ein paar Dezibel weniger im Antrieb. Und der rechteckige DIETZ-Lautsprecher EM 28 macht ein Höllenspektakel, vor allem, wenn er senkrecht steht (wie geplant). Eine Lautstärke von 80 im CV 902 auf einer Skala von 0 bis 255 reicht für unsere Ohren bequem aus.

Mein wüster Testaufbau ist nicht besonders fotogen, darum gibt's keine Bilder. Ich lasse ihm aber bis morgen stehen, damit Chiara 'mal gucken und vor allem hören kann. Sound ist schon nett!

Beste Grüße,
kuro - 22.09.07 09:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

theylmdl hat folgendes geschrieben::

Der erste Test im Analogbetrieb verlief trotz sorgfältiger Einstellung sehr frustrierend. Der Decoder merkt oft erst nach ein paar Sekunden, dass sich die Polarität geändert hat, dann tut's einen Schlag, und der Motor läuft plötzlich in die andere Richtung los Traurig . Das liess sich über die CVs nicht verbessern. Ich dachte, das sei spätestens mit der Software-Version 25 behoben. Die Stirnlampen (analog ein) reagieren mindestens ebenso träge und flackern bei niedrigen Spannungen deutlich.


Welche SW Version hast Du im Decoder? Mit der v30 (März 07) hat es einen geregelten Analogbetrieb gegeben und damit sind etliche Probleme im Analogbetrieb verschwunden. Ich hab ebenfalls die v30 drauf und damit gibt es keine Probleme beim umschalten, allerdings hat die Lok ein Bühler Motor.



Viele Grüsse

Roger
theylmdl - 22.09.07 16:22
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Kuro hat folgendes geschrieben::
Welche SW Version hast Du im Decoder? Mit der v30 (März 07) hat es einen geregelten Analogbetrieb gegeben und damit sind etliche Probleme im Analogbetrieb verschwunden.

Da ich keine CVs auslesen kann, war das gar nicht einfach zu ermitteln. Passende Konfigurationsvariablen zur Definition der Version über Versuche habe ich auch nicht gefunden. Schließlich habe ich das Verpackungs-Schächtelchen noch einmal genau angesehen. Aha, Stand 2004 Traurig . Die Version müsste zwischen 15 und 19 liegen.

Durch Versuche habe ich ermittelt, dass antiparallele Ketten aus zwei Standard-Dioden in der einen Motorzuleitung genau richtig sind, um das Anfahrverhalten zu optimieren. Nun stimmen Start- und Höchstspannung effektiv am Motor. Dann habe ich Bit 6 in CV13 gesetzt (Regelung im Analogbetrieb aus), und da klappt's nun auch. Die Start- und Endspannungen sind ebenfalls ok. Ich kann analog und digital so "kriechen", dass eine Bewegung der Achsen kaum noch sichtbar ist. Der microXS sollte im Analog-Betrieb vielleicht doch besser ausgestöpselt werden. Der hat sich beim Test teilweise aufgehangen und war danach erst nach Trennung der Steckverbindung wieder zu beleben <schwitz>.

Noch ein klein wenig besser wurde die digitale Regelung mit 40 statt 20kHz (vor allem leiser beim Anfahren).

Nun passt alles ganz gut. Herzlichen Dank an Roger für die ausführliche Hilfe beim Aufbau der Schaltung!

Im nächsten Schritt werde ich den Festspannungsregler aufbauen und "im System" testen.

Beste Grüße -
theylmdl - 22.09.07 23:57
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Der Test-Parcour ist nahezu absolviert. Heute habe ich noch den 6 Volt-Festspannungsregler verlötet und mit Lampen sowie LGB®-Rauchentwickler getestet (siehe auch http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?t=6851 ). Alles klappt nun prima.

Mit dem Rauchgenerator habe ich Glück gehabt. Er qualmt mächtig - und hat einen strammen Verbrauch. Da gibt's anscheinend kleine Serien-Streuungen. Ohne Zusatztank wäre von der Laufzeit her kein Blumentopf zu gewinnen.

Vorher habe ich noch ein wenig mit den Werten des DIETZ microXS herum experimentiert. Alle Eigenschaften des Testaufbaus (Regelung, Kraft, Analogbetrieb, Spannungen, Stromverbrauch, Sound [noch ohne Taktgeber] und Laufgeräusche) sind nun an einem Punkt, mit dem ich ziemlich zufrieden bin.

Die schwache Wirkung der Elkos mit 6.700µF (die sich aber korrekt aufladen!) wundert mich ein wenig, zumal der Motor sehr wenig Strom braucht. Da muss ich noch die Spannungsabfallzeit im Fall der Fälle messen und testen, ob die Schottky-Diode korrekt funktioniert.

Fazit: Die Schaltung ist gut für die Kombination aus Zimo MX64H, DIETZ microXS und Faulhaber 2232 U 24 SR geeignet. Die Eigenschaften der multiMaus-Anlage von Roco gefallen mir gut, denn so kann ich die Lok ohne Umprogrammierung auch 'mal auf "richtigen" Digitalanlagen wie der von fido benutzen - natürlich mit Adresse 21, wenn die noch frei ist Grins . Die Schwungmasse bringt deutlich mehr als die Elkos - zumindest bis jetzt.

Da der Dampfentwickler sowieso einen Schalter bekommen wird (für den Analogbetrieb), muss er gar nicht über einen der noch verfügbaren Funktionsausgänge betätigt werden. FA4 bleibt zunächst frei. Ein bisschen unklar bin ich mir auch noch bei der Führerstands-Beleuchtung. So, wie von Zimo vorgeschlagen, kann ich sie vielleicht nicht anschließen, weil dann 6 Volt vom Regler über die Lampe und um einen Dioden-Spannungsabfall vermindert an die Ausgänge für die Stirnlampen wandern könnten - mit unvorhersehbaren Resultaten.

Da werde ich noch einmal drüber nachdenken, aber das brennt nicht so. Wenn ich durch bin, stelle ich den endgültigen Schaltplan ein.

Beste Grüße,
theylmdl - 26.09.07 23:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Die heutige Folge meines Lokbastel-Abenteuers trägt den Titel

Gute Ratschläge

Wenn Ratschläge gut sind, sollten sie auch einen Versuch wert sein. Mir fällt es zuweilen nicht leicht, das einzusehen - obwohl ich ganz hinten beim "Persil-Gewissen" ("Ist das wirklich rein...?") so ein leises Stimmchen höre, das mich selbst ermahnt. Kurzum, ich bin ein Widerborstel, aber zur Überwindung meines inneren Schweinehunds hänge ich mir demnächst ein hübsches Poster mit der Aufschrift "Versuch macht kluch" (zuletzt hier wohl von Stoffel zitiert) über die Werkbank.

Max 25km/h ist so einer, der mit einem guten Rat meiner sonnigen Zufriedenheit in die Quere kam. Als er bei einem Bierchen nach Stromberg das laufende Fahrwerk der kleinen 99 021 in den Fingern hielt, meinte er nur lapidar: "So geht das noch nicht."

<seufz>

Also habe ich heute mit allerlei tollkühnen Kühlungs- und Erwärmungs-Konstruktionen die gesamte Antriebswelle zerlegt, um nach der Ursache für die Restunwucht zu suchen. Das dauerte eine Weile. Schließlich gab sich der Übeltäter jedoch zu erkennen. Eines der mittleren Wellenlager hat eine nicht ganz exakt zentrische Bohrung. Das führte dazu, dass sich die extrem harte Stahlwelle bei jeder Umdrehung minimal gebogen hat. Ich bewundere die Kraft des Faulhaber-Motors, dass er das packt!

Ich habe prophylaktisch eine neue Stahlwelle abgelängt und angefast. Beim Zusammenbau bin ich aber diesmal schlauer vorgegangen als beim letzten Mal. Diesmal habe ich zuerst die "bessere" Schnecke, den Motor und die Welle im Antriebsblock mit Loctite 603 verklebt. Zur Erinnerung: Das hintere Lager ist als einziges fest eingelötet und damit der ruhende Gegenpol zur Motorlagerung. Vorher habe ich die Schnecke- / Welle-Position mit einem Stift markiert, bei der die Laufgeräusche am geringsten waren.

Die mittlere Hülse mit den zwei Lagern habe ich zunächst noch nicht neu angefertigt (kann ich auch nicht, Chiara schläft, also schläft auch die Drehbank). Nach einer gewissen Aushärtungszeit im Heizschrank habe ich dann Motor, Schnecke und Welle wieder in den Antriebsblock gesetzt und die Schwungmasse angeschraubt. Mit Achsen kann ich das noch nicht testen, aber mir ist so, als habe sich die Auslaufzeit (zehn Sekunden ab 18 Volt!) deutlich verbessert und die abgegebene Leistung des Motors ebenfalls. Den Stromverbrauch werde ich zum Vergleich erst messen, wenn der Rest steht.

Bei höheren Drehzahlen (das habe ich aber nur kurz getestet, um die frischen Klebestellen nicht zu erschrecken Winke ) konnte ich dann ein interessantes Phänomen beobachten. Die Welle schwingt sich - anscheinend Resonanz-bedingt - mittig an zwei Knotenpunkten auf. Das ist daran zu erkennen, dass ihre Mitte (eben noch ohne Hülse) plötzlich nicht mehr ruhig im Licht steht, und mit dem Finger ist es auch zu spüren. Dabei beträgt die lichte Weite zwischen den äußeren Lagern nur 70 Millimeter, und die Welle ist so hart, dass ich sie nicht mehr sägen kann - aber anscheinend flexibel genug.

Genau diese Schwingungen sollen und müssen die beiden inneren Lager auffangen. Gerade höre ich ein leises Stimmchen, das mir "bald ist es wirklich rein..." zu flüstert. Die mittleren Lager sollten länger werden als vorher, um eine breitere Schwingungsfrequenz (= andere Lage der Knoten) abfangen zu können.

fido wiederum ist ein Muster an Geduld. Seit Jahren schon "predigt" er das hohe Lied der GoldCaps. Mit Bewunderungs-würdiger Härtnäckigkeit hat er mir über Monate hinweg erklärt, Platz sei in der kleinsten Hütte, daran scheitere es nicht. Schließlich gelang es ihm doch, mich zu ein paar Messungen, Getüftel und Versuchen zu animieren.

Siehe da: Es kann klappen, im hinteren Kesselteil oben zehn GoldCaps 1F / 2,5V / 8,3mm Durchmesser / 22mm lang unterzubringen <schwitz>.

Ade, MikroFarad, willkommen, Farad! Und zwar Conrad 47 31 38, ab zehn Stück derzeit für 3,35 € das Stück. Das werden teure 30 Zentimeter Auslauf...

Die im Thread "Stromlose Abschnitte und GoldCaps" beschriebene Schaltung ist kein Problem. An Stelle des Widerstands 6R8 könnte auch Strom-begrenzter Festspannungsregler, zum Beispiel MC78L24ACP 24V / 100mA, benutzt werden. Dieser Tipp stammt von Kuro, dafür ebenfalls danke! Auch konnte geklärt werden, warum bei meiner Lok selbst ganz ohne Elkos keine Soundunterbrechung auftritt. Der Zimo-Decoder MX64H puffert die letzten Informationen intern eine Zeit lang. Das klappt mit Sound aber nur über die SUSI-Schnittstelle.

Beste Grüße und vielen Dank an die geduldigen Berater, wenn die Lok das erste Mal aus eigener Kraft rollt, gebe ich zunächst 'mal eine virtuelle Runde in der Hamsterklause aus -
Flachschieber - 27.09.07 22:41
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

ich hab hier ein Bild für Dich was Dir sicher gefallen wird Winke
Die Radsterne Deiner 99 021 passen ausgezeichnet in die Radreifen.



Da wird dann bald Hochzeit mit den Radsätzen und dem Fahrwerk sein.

Beste Grüße,

Marco
theylmdl - 27.09.07 23:31
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Marco hat folgendes geschrieben::
ich hab hier ein Bild für Dich was Dir sicher gefallen wird

<freudentaumel> - das ist aber nett von Dir.

Selbst mit Grippe-umwölktem Hirn und im Fieberwahn kann ich noch so halbwegs erkennen, dass das klasse aussieht. Da hast Du mir in der Tat eine Riesenfreude gemacht!

Zitat:
Da wird dann bald Hochzeit mit den Radsätzen und dem Fahrwerk sein.


Das mag schon sein. Denn Thomas Engel hat mir vorhin am Telefon geflüstert, dass ich 'mal mit den letzten drei Vorlagen für die Ätzbleche der Lok hinmachen soll, die würden ihm demnächst Produktions-technisch gut in den Kram passen. Da habe ich mich das erste Mal heute schon riesig gefreut, denn so bald hatte ich damit nicht gerechnet. Nur gut, dass diese Vorlagen schon in der digitalen Schublade liegen! Immerhin werden an der schleichenden Kohlenschaufel rund 700 Ätzteile aus Messing und Neusilber in drei Stärken verarbeitet werden.

Eines davon sind die Aufklebeschablonen für die Taktgeber-Magnete - und wie schon geschrieben, gibt's ohne die weder Rock'n'Roll noch Radmontage oder Fahrversuche.

Leider bin ich auch mit der neuen Schneckenwelle noch nicht zufrieden, aber davon kann ich heute nicht mehr berichten. Ich muss jetzt in die Falle und mich einmal ausschlafen.

Beste Grüße,
theylmdl - 03.10.07 23:49
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Die Unwucht lässt mir keine Ruhe. Also habe ich mich noch einmal und noch einmal hingesetzt und versucht, sie zu beseitigen.

Das klappt jedoch nicht so richtig. Der Antriebsblock macht noch zu viel Krach. Bei Rückwärtsfahrt sind die Getriebe lauter als vorwärts Traurig . Bei jeder neuen Montage der Schwungscheibe muss ich 'mal kurz ein scharfes 400er-Korundschleifschlatt an die Schwungmasse halten, danach wird's deutlich besser. Mäusedreck... Das spricht für eine neue Unrundigkeit des letzten Lagers. Ich probier's bei Gelegenheit noch einmal mit der zweiten Schwungmasse.

Auch eine komplett neue Lagerung in der Mitte hat nicht so viel gebracht. Allmählich hege ich Zweifel an diesem Antriebskonzept bei Drehzahlen der Motorwelle ab 4.200 Umdrehungen je Minute. Ganz schlimm wird es bei 18 Volt statt 14 (rund 5.350 Umdrehungen je Minute). Da dröhnt die Arbeitsplatte, wenn der schwere Antriebsblock darauf liegt.

Bei 14 Volt ( = Höchstgeschwindigkeit) geht's (nach wie vor ohne Fett) halbwegs, und wenn der Block auf einem Papiertaschentuch liegt, ist's okay. Aber da darf ich mir nichts vor machen - noch ist etwas faul.

Schließlich sind die meisten Anlagen-Grundplatten fast bessere Resonanzkörper als die Decken von Gitarren - da wird's eventuell noch lauter werden als auf meiner 18mm starken Arbeitsplatte. Ich würde das doch gerne 'mal mit Rädern und Steuerung testen. Es ist gut möglich, dass dann "Ruhe im Karton" ist. Beispielsweise sorgt schon eine ganz geringe Hemmung an den Achsen für erheblich mehr Ruhe.

Thomas Engel hat mir dann telefonisch Baldrian eingeträufelt. Ich soll doch erst einmal weiter bauen, der Rest würde sich dann schon noch finden. So richtig testen könne ich die Geräuschkulisse ohnehin erst, wenn der gesamte Rohbau so halbwegs steht.

Daher verschiebe ich dieses Thema und den Test der GoldCap-Version in die Zukunft und widme mich zunächst einmal modellbauerischen Fragen.

Rahmen (1)

Dazu fand sich hier und da schon ein wenig Zeit. Also habe ich zunächst einmal begonnen, die rechte Rahmenwange zusammen zu setzen. Damit das hier nicht zu theoretisch und dröge wird, habe ich einen schnellen Schnappschuss von der Werkbank für Euch.



Die Rahmenwange ist hier nur provisorisch angelegt und sackt darum hinten im Bild ein wenig ab. Das 2mm-Blech in der Zylinderhalterung - vorne und hinten zusätzlich über einen eingelöteten 1mm-Stift gehalten - hat eins der sechs Gewinde für die Verbindung Antriebsblock - Rahmen - Kesselstütze - Führerhaus (hier M2). Genau genommen wird der Antriebsblock nur über vier der Schrauben befestigt.

Die Rahmenwangen gehören zu den Teilen, bei denen ich beim Zeichnen Fehler gemacht habe. Mir schien es aber schade, angesichts der Buntmetallpreise so ein schönes Stück Blech in die Tonne zu kloppen. Also habe ich ein wenig getüftelt, bis ich darauf gekommen bin, wie ich die kleinen Macken beheben kann. In Folge "tanzen" die Nietimitationen oben ein wenig. Das wird jedoch später unter dem Wasserkasten- / Rahmendeckel kaum noch auffallen. @Andreas: Für mich muss das Teil also nicht noch einmal gestrahlt werden.

Auf dem zweiten Bild habe ich zum Spaßvergnügen die Teile für die vordere Pufferbohle, den "Deckel" für den Rahmen und die 2mm starke Führerhaus-Grundplatte zusammen gesteckt - passt alles gut ohne Löten.

Rechts oberhalb des Schutzblechs seht Ihr den Schieber für den Motorschalter.



Hat immer noch keiner eine Idee, wofür die großen Löcher sind? Max hat's neulich hier beim Lokaltermin mit ein wenig Hilfe erraten, der ist nun natürlich nun aus dem Rennen Winke .

Beste Grüße,
Kolbenfresser - 04.10.07 10:16
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas


Wie verhält sich den deine lange Antriebswelle ohne Schwungmasse im ausgebauten Zustand bei langsamer Motordrehzahl? Läuft diese sauber rund?

Hast du schon mal die Schwungmasse direkt auf die Motorwelle geschraubt um eine Unwucht festzustellen?


Gruß

Roland
theylmdl - 04.10.07 15:08
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Roland hat folgendes geschrieben::
Wie verhält sich den deine lange Antriebswelle ohne Schwungmasse im ausgebauten Zustand bei langsamer Motordrehzahl? Läuft diese sauber rund?

Ja, auch bei höheren Drehzahlen. Da kann ich mich nicht beklagen.

Roland hat folgendes geschrieben::
Hast du schon mal die Schwungmasse direkt auf die Motorwelle geschraubt um eine Unwucht festzustellen?

Nein, aber das kann ich ja 'mal machen.

Vielen Dank für das Interesse, dass mein Problemchen findet. Vorhin hatte ich sogar einen netten Anruf mit einer langen und ausführlichen Beratung und vielen guten Tipps. Vielleicht werde ich heute Abend doch noch einmal meinen inneren Schweinehund überwinden und das Thema angehen.

Wenn ich den sehr professionellen Ratgeber richtig verstanden habe, wird das so wahrscheinlich nichts werden, solange nicht an der Schnecke bei der Motorwelle ein flexibler Übergang ist oder das dritte Lager (also das vor der Schwungmasse) mehr Spiel erhält oder entfällt Traurig . Diese Versuche bedeuten beide leider noch einmal "Schnecke abziehen", aber bevor ich das mache, versuche ich noch einmal etwas anderes.

Ein sehr guter Tipp war, in die Schwungmasse alle 120° ein M2-Gewinde zu schneiden und dort eine Innensechskant-Schraube einzusetzen, mit der eine eventuelle Unwucht feinfühligst bei jeder Neumontage justiert werden kann.

Wir werden sehen. Vielleicht gönne ich mir auch einfach 'mal ein wenig Auszeit von diesem Problem. Beste Grüße,
mabaadre - 04.10.07 19:38
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo,

ich will mal versuchen, Deine Frage zu dem großen Loch in der Rahmenwange zu beantworten. Ich würde annehmen, daß es sich um die Ladebuchse für die Goldcaps handeln könnte.

Viele Grüße
theylmdl - 04.10.07 19:52
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo mabaadre!

Iiiihh, da kennst Du mich aber noch nicht so gut! Ladebuchsen sooo sichtbar...? Niemals im Leben nicht! Und gut gelesen hast Du auch nicht: Die Elkos oder GoldCaps werden von der Schienenspannung aufgeladen, ein Laden über Buchsen alle paar Sekunden könnte den Spielspaß eventuell ein wenig trüben Razz .

Also noch ein Tipp, bevor ich doch noch aus lauter Verzweiflung ein Rateschmal mit Auslobung eines Preises daraus mache (oder ist es am Ende dies, worauf die Wissenden im Geheimen warten...?):

Was braucht eine Dampflok denn alles so, damit sie fahren kann?

Fröhliche Grüße, und schaut doch noch einmal die verschiedenen Skizzen und das Vorbildfoto an - die Antwort ist, wie geschrieben, da klar und deutlich zu sehen!
highmichl - 04.10.07 20:27
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Hallo mabaadre!

Was braucht eine Dampflok denn alles so, damit sie fahren kann?

Fröhliche Grüße, und schaut doch noch einmal die verschiedenen Skizzen und das Vorbildfoto an - die Antwort ist, wie geschrieben, da klar und deutlich zu sehen!


Hallo Thomas,

also klar und deitlich sehe ich nix, liegt wahrscheinlich am Nebel oder an meinen Augen, dennoch möchte ich einen Tipp abgeben:

Die Schienenschleifer werden ja in Sandfallrohren geführt. Auf einer Skizze ist noch ein Federblech zu sehen welches den Schleifer gegen das Gleis drückt. Um diesen Effekt zu verstärken könnte in den Bohrungen noch eine zusätzliche Feder oder ein Gewicht den Schleifer nach unten drücken. In einer anderen Zeichnung sitzt der Schleifer aber neben diesen Bohrungen??

Meine zweite Theorie beschädigt sich nicht mit der Energie-Aufnahme sondern mit der Abgabe: Strom und Gewicht sind ja in der Lok vorhanden, aber nur 4 Punkte um die Kraft auch auf die Schiene zu bringen. Da ja vielleicht auf Treffen dann auch Lifesteamer unterwegs sind könnte etwas gemahlener Sand unter den Rädern wahre Wunder bewirken, eben dieser wird auch benötigt damit eine Dampflok fahren kann. Also könnte auch Sand in den Bohrungen sein der dann wohldosiert seinen Weg zwischen die Achsen findet.

Servus

Gruß Michl
Floedo - 04.10.07 20:38
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo,

mit der Vermutung in Richtung Sand liegt man - so glaube ich - nicht richtig. Meine Vermutung geht eher in Richtung Wasser. Der Tip mit "was braucht eine Dampflok um zufahre ?" deutet in Richtung Wasser, Dampf, Kohle und Luft. Die beiden letzteren scheiden wohl aus. Für Luft ist die Lösung zu aufwändig und für Kohle Unfug. Gegen Dampf spricht die Anordnung, da dieser zu den Zylindern muß.

Gruss
theylmdl - 04.10.07 21:11
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Michl: Wie bitte soll der Sand über das Umlaufblech oder durch die Bohrungen innerhalb des Innenfahrwerks auf die Schienen rieseln...? Die Antwort lautet natürlich: nein! Ich werde außerdem den Teufel tun und meine schönen Edelstahlradreifen mit Sand zu Schmutzfängern umfunktionieren Winke .

Michl hat folgendes geschrieben::
also klar und deitlich sehe ich nix

Ich gehe mit Dir jede beliebige Wette ein, dass a) der Zweck auf dem Vorbildfoto gut zu erkennen ist und b) Du den Zweck schon im Vorbild gesehen hast.

@Floedo: Das ist schon gut und klug gedacht, weiter so!

Also, jetzt mache ich's doch noch offiziell: Wer - außer Max - die genau richtige Lösung nennt und die Funktion richtig beschreibt, erhält von mir ein Paar aus 0,2mm-Neusilberblech geätzte Zettelhalter.

Hier noch ein Tipp: Die bayerische Regelspur-DVI von Krauss hat genau so etwas auch - und unzählige andere kleine Dampfloks hatten es auch.

Noch fröhlichere Grüße, ich lach' mich gleich schepp -
Floedo - 04.10.07 21:58
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo,

irgendwie hege ich die Vermutung, dass dieses Loch doch mit dem Wasser zusammenhängt. Wenn es unterhalb des Wasserkastens angeordnet ist, dann kann es zum Wasserfassen nicht geeignet sein. Dient es zum Wasserablassen ?

(Oder muss Robert Lemke einen weiteren Fünfer in das Sparschwein einwerfen ?)

Gruss
Ecthelion - 04.10.07 22:13
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Das wäre auch meine Vermutung: Revisionsöffnungen für den Wassertank innerhalb des Rahmens. Denn von einer während-der-Fahrt-Wasseraufnahme hab ich bei der BR noch nichts gehört.
Leo - 04.10.07 22:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Sind das Löcher für Wassereinfüllstutzen um das Gewicht zu erhöhen?
Gruß
Leo
eisenbahn-fleischer - 04.10.07 22:37
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Einfüllstutzen für den Rahmenwasserkasten?????
Das hatten auch viele sächs. Lokomotiven.
Grüße Wolfgang
theylmdl - 04.10.07 23:00
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Die richtige Antwort kam von Ralph Reppingen um 21:36 per PN. Er steht damit als Gewinner fest.

Die richtige Antwort lautet: Das sind außen am Rahmen die Anschluss-Flansche für das "Knie" (das um 90° gekröpfte Rohr) der Wassereinfüllstutzen. Wie so viele kleine Loks hatte die 99 021 einen im Rahmen eingehängten Wassertank. Der kann natürlich nur über oben liegende Stutzen befüllt werden. Auf dem Vorbildfoto auf Seite 1 des Threads ist nicht nur so ein Stutzen, sondern auch der Deckel mit einem hübschen Messing-Knauf zum Abnehmen oben gut zu sehen (direkt vor dem linken Kohlekasten). Der Stutzen (ohne Knauf) ist auf meinen Vorbild-Skizzen eingezeichnet.

@Michl: Jede Menge Feldbahn-Dampfloks, auch im Frankfurter Feldbahn-Museum, haben genau solche Stutzen.

@Wolfgang: Leider zu spät...

Die Löcher im Fahrwerk dienen dazu, um das einlaufende Wasser unauffällig in den Untergrund ab zu führen, denn wir haben ja einen funktionalen Wasserkran ( siehe z.B. http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?p=214125#214125 ).

Der wurde auch in der Gartenbahn 5/2006 vorgestellt. Ein kleine Faller®-Pumpe wälzt das mit einem Tropfen Spülmittel entspannte Wasser um. Rein in die Lok, unten 'raus, durch das Gleis in den Tank und zurück zur Show.

Im Modell soll es so sein, dass mit dem kleinen Wasserkran über einen anhängbaren Schlauch das Wasser in die Stutzen eingefüllt werden kann, innen wieder umgelenkt wird und dann über ein Stück Rohr nach unten 'raus läuft.

Bei Gelegenheit mache ich ein Bild mit einer unserer Loks, die dieses Feature schon an den seitlichen Wasserkästen unterstützen. Chiara wird sich freuen, dass es 'mal wieder Wasserspiele in der Wohnung gibt Grins .

Beste Grüße, und tröstet Euch, hier wird's noch mehr zu raten geben -
highmichl - 05.10.07 06:49
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Hallo!

Ich gehe mit Dir jede beliebige Wette ein, dass a) der Zweck auf dem Vorbildfoto gut zu erkennen ist und b) Du den Zweck schon im Vorbild gesehen hast.



Hallo Thomas,

das kleine Dampfmaschinen den Wasserkasten im Rahmen haben war mir schon bekannt aber das du mit echtem Wasser zum Tanken fahren willst darauf wäre ich wohl nie gekommen!. Aber eine tolle Idee.

Servus

Gruß Michl
theylmdl - 05.10.07 22:05
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Off topic: Wasserspiele

@Michl: Das Wasser wird recycelt, ich will a) keine Verschwendung betreiben und b) benötige ich den Wassertank der "neuen" 99 021 für ein 300 Gramm-Ballastgewicht. Das Spiel mit Wasser ist nicht nur Vorbild-gerecht, es macht auch Spaß. Die Pumpe kann auch über einen vom Handrad betätigten Wippenschalter in Gang gesetzt werden, ist aber noch viel zu laut. Da hätte ich auf Sicht gerne etwas besseres.

Achtung ISDN-Nutzer, bitte ducken, hier kommen rund 380 kiloByte!



Die 99 027 am Wasserkran.



Gepinkelt wird weiter hinten Winke. Rechts am Schürhaken-Ständer der oben am Wasserkran-Auslaufstutzen einhängbare "Schlauch".



Chiaras umgebaute Toytrain®-Lok pinkelt schräg und vorne.



Mit Schlauch geht's auch Grins - hier mit der "alten" 99 021. Die hat noch keine Wasserdurchführung.

Beste Grüße,
theylmdl - 07.10.07 22:38
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Gestern und heute hatte ich ein klein wenig Zeit und bin den Ratschlägen von Dampfrudi zum Thema "Lagerung und Unwucht" gefolgt. Davon kamen per Telefon gleich so viele und so geballt, dass ich kaum mit notieren hinterher gekommen bin. Herzlichen Dank dafür!

Zerdröseln wir die Problemchen 'mal in Teilbereiche: Lagerung und Unwucht. Hier erst einmal zur Lagerung.

Rudi hatte den Verdacht, dass einige meiner vier Lager für die Schneckenwelle nicht so den wahren Kooperationswillen zeigen bzw. die nötige Harmonie vermissen lassen Winke . Sein Tipp war, mindestens das dritte Lager, eventuell sogar die beiden mittleren Lager außer Gefecht zu setzen. Ein anderer Tipp war, eine Art Hardy-Scheibe zwischen Motor und Schnecke zu setzen oder zumindest die Schneckenwelle von der Motorachse zu entkoppeln.

Der Tipp mit den mittleren Lagern erschien mir nicht so gefährlich, da die sehr harte 2mm-Stahlwelle auf rund 70mm dann "freilaufende" Länge nicht allzu viel Unfug treiben kann und die Schneckenwelle ja vorwiegend axial belastet wird (wofür die "offene" Hülse weiterhin sorgt). Ich hab's dann erst einmal mit zartfühlendem Aufreiben der Lager probiert (also Schnecke 'runter, aufreiben, versäubern, Schnecke aufkleben, warten, testen). Das war schon deutlich besser! Daher habe ich mutig noch einmal die hintere Schnecke abgenommen, die mittleren Lager so weit aufgerieben, dass die Welle garantiert nicht mehr anliegt Grins und die Schnecke wieder aufgeklebt. Während der Wartezeit habe ich gleich ein neues hinteres Lager angefertigt und eingelötet. Dann habe ich die Schwungmasse noch einmal um ein paar Hundertstel Millimeter abgedreht, um meine jüngsten Schleifspuren auszumerzen, und den ganzen Salat montiert.

Mit leichter nervlicher Anspannung wanderte dann die Hand zum Regler...

Und siehe da! Alles prima! Ohne Achsen ist bis 15 Volt am Motor "Ruhe im Blechkarton", danach gibt es hochfrequente und sehr niederwellige Unwuchten, die von der meinerseits verknorzten Schwungmasse kommen, aber deutlich weniger als vorher.

Neuer Versuch: Schwungmasse abbauen und wieder anbauen. Immer noch alles okay! Dabei müssen allerdings die zwei Klemmschrauben abwechselnd jeweils ein wenig mit gleichem Druck immer weiter angezogen werden.

Dritter Test: Hinterachse einbauen. Unbelastet: prima, alles leise, keine Störgeräusche. Mit Last, also Gewichtsdruck auf die Achse: Ein minimales "Schnarren" bei Vorwärtsfahrt, rückwärts nicht. Grübel... woran könnte das nun wieder liegen?

Also erstmal weiter: Vorderachse einbauen. Ohne Druck: Alles prima. Vorwärtsfahrt mit Druck: Ebenfalls alles bestens. Hinter- und Vorderachse bei Vorwärtsfahrt belastet: super. Nun zur Rückwärtsfahrt. Vorderachse unbelastet: Alles bestens. Vorderachse belastet: Ein übel schnarrendes Geräusch, das an eine Kreissäge erinnert und gemein laut ist Traurig . Dieses Geräusch tritt auf, egal, woher die Last kommt, also auch, wenn einfach nur kräftig von der Seite her auf die Achsenden gedrückt wird.

Also: Achse gewendet, nochmal getestet: Genau das selbe Ergebnis: vorwärts leise, rückwärts höllisch laut. Zahnrad angeschaut, Schnecke angeschaut - nichts zu sehen. Spiel geprüft: stimmt auch unter Druck. Spiel vergrößert: Geräusch wird nicht anders.

Ich denke unterdes, dass die Ursache an einer Kombination aus zwei Faktoren liegt, also beispielsweise Druck der Schnecken-Zahnringe auf das Schneckenrad in Verbindung mit der Drehrichtung und dem nun "offenen" zweiten Lager. Druck auf den Dreipunktlagerungskäfig ergibt keinerlei Unterschied, alles bleibt im grünen Bereich. Der ist also unschuldig und seine Lagerung auch. Eine Alternative wäre noch, dass irgend etwas mit den GHW-Schneckenräder nicht stimmt. Das halte ich jedoch für nicht so wahrscheinlich, da das Phänomen auch bei gewendeter Achse auftritt.

Es kann natürlich sein, dass bei aufgesetzten Rädern nichts mehr oder weniger zu hören ist. Das tröstet mich aber nicht so recht, denn noch stimmt da etwas nicht im Getriebe.

Unter Last dreht der Antrieb aus 14 Volt unterdes noch gut eine Sekunde nach, bis er zum Stillstand kommt. Das entspricht ohne Steuerung und andere Hemmnisse etwas über 30 Zentimeter Auslauf. Ich denke, dass davon in der Praxis etwa 20 Zentimeter übrig bleiben werden.

Beste Grüße, wie Ihr seht, lasse ich mich nicht entmutigen -
theylmdl - 11.10.07 17:49
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Ich schiebe Frust. Mit dem Getriebe wird das so noch nichts. Ich werde es noch einmal mit Schnecken und Schneckenrädern von Mädler probieren.

Wo Schatten ist, muss es auch irgendwo Licht geben. Eine überaus kräftige Leuchtquelle hat gestern Marco angezündet, als er mir diese Fotos geschickt hat. Das Licht zeigte sich bei mir sofort in Form glänzender Augen Winke .


Bild: Marco alias "Flachschieber".

Mit dieser Vorrichtung hat Marco bei "aufgepratztem" Radstern in einer eigens angefertigten Form die Bohrungen für die Nietimitate der Radsterne gesetzt. Hier arbeitet sich gerade der Bohrer durch's "Fleisch".

Mit eingesetzten Nietköpfen sieht das so aus:


Bild: Marco alias "Flachschieber".

Ihr könnt Euch sicher denken, dass dieser Schnappschuss meine Stimmung bedeutend gehoben hat. An diesem Stern fehlen nur noch die Achsbohrung mit 4mm und die des Kurbel- bzw. Treibzapfens mit lächerlich kleinen 2mm.

Zum Vergleich empfehle ich noch einen Blick auf das Vorbildfoto beim ersten Posting dieses Threads - da sind zumindest sechs der Nietköpfe gut zu erkennen.

Aufgemunterte Grüße,
Kolbenfresser - 11.10.07 22:40
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Es ist nicht sehr erfreuflich , dass von dir zu hören. Sag uns doch bitte genauer wo das Problem liegt.


Viel Erfolg bei der Lösung deines Getriebeproblems.


Gruß

Roland
theylmdl - 11.10.07 22:58
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Roland!

Welchen Teil meinst Du denn? Den mit den Radsternen finde ich sehr erfreulich, zum anderen möchte ich mich erst nach weiteren Versuchen äußern, bevor ich irgendwelche Vermutungen anstelle. Vielleicht bin ich nur zu ungeschickt.

Danke für die guten Wünsche!

Beste Grüße,
KK - 12.10.07 09:38
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

theylmdl hat folgendes geschrieben::


Ich schiebe Frust. Mit dem Getriebe wird das so noch nichts. Ich werde es noch einmal mit Schnecken und Schneckenrädern von Mädler probieren.
.....


Ich will Dich ja nicht noch mehr frustrieren, aber ich denke, daß Du das Getriebe in dieser Konfiguration nicht völlig leise bekommst schon gar nicht in allen Drehzahlbereichen, weil:

Aufzählung Der Motor am äußeren Ende sitzt
Aufzählung Die starre Verbindung Motorwelle, Verlängerung über die Schnecke nie 100% rund laufen kann
Aufzählung Die lange Welle Schwingungen verstärkt.

Das Hauptproblem werden gewisse Unwuchten im Motor sein. Diese machen sich beim normale Lauf des Motors nicht bemerkbar, da der Anker ja an beiden Enden gelagert ist. Und lediglich in dieser Konfiguration wird der Anker wenn überhaupt beim Hersteller gewuchtet. Da Du den Motor nun aber nur an der Stirnseite lagerst werden die Schwingungen, die vom hinteren Motorlager komme über den Hebelarm (hinteres Motorlagen bis vorderer Lagerschild) verstärkt. Das sind zum einen Schwingungen, die aus der Restunwucht des Ankers herrühren.

Die Schwungmasse an der gegenüberliegenden Seite macht die Sache auch nicht viel besser, da durch die Lange Welle die Schwingungen weiter verstärkt werden. Achtung! Aufgrund der langen Welle auch Drehschwingungen, die von leichten ungleichmäßigen Hemmungen in den Scheckengetrieben kommen.

Da Du ja an die Anordnung von Motor und Schwungmasse gebunden bist, würde ich versuchen den Antriebsstrang "Motor-1.Schnecke-Welle-2.Schnecke-Schwungmasse" schwingungstechnisch zu entkoppeln.

Dazu wäre es Ideal, wenn Du den Antriebsstrang mit einer elastischen Wellenkuplung zwischen den beiden Schnecken trennen könntest. Weiter würde ich versuchen die Schwungmasse beidseitig zu lagern.

Falls es geht würde ich den hinteren Mororschild auch noch zumindest mit einer Abstützung in zwei Richtungen mit dem Rahmen versehen.

Auf das Phänomen der durch eine Welle wnadernden Schwingungen bei automobilen Transachsengetrieben habe ich ja schon früher hingewiesen.
Leo - 12.10.07 10:25
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas, als alter Konstrukteur kann ich mich dem KK nur anschließen:
Den Motor von der Welle entkoppeln - z.B. mit einem aufgepressten Polyamid- Schlauch (Aquarium) und die Lager würde ich wegen der Dämpfung und guten Gleiteigenschaften aus POM machen. Eventuell die Schwungmasse auch mit einem Schlauchstück entkoppeln.
Gruß und viel Erfolg
Leo
theylmdl - 12.10.07 15:03
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo,

vielen Dank für Eure Ratschläge! Dampfrudi hatte sich auch in diese Richtung geäußert.

Den Motor werde ich nicht von der vorderen Schnecke entkoppeln können, ganz einfach, weil der keine zwei Millimeter weiter nach vorne rutschen darf - da kommt dann nämlich schon die Innenwand der vorderen Pufferbohle.

KK hat folgendes geschrieben::
Da Du den Motor nun aber nur an der Stirnseite lagerst...

Das ist vielleicht nicht deutlich sichtbar gewesen. Das Motorgehäuse ist vorne und fast ganz hinten am Gehäuse gelagert (in fast geschlossenen Ringen). Da rührt sich nach oben, unten, rechts oder links nichts. Der Motor ist vorne nicht fest geschraubt!



Die großen roten Punkte markieren die Bleche, die das Motorgehäuse (fast) ganz rund herum fixieren. Das Lager zwischen Motor und Schnecke dient innen vorwiegend zur Aufnahme axialer Kräfte - theoretisch könnte die Bohrung auch 2,5mm statt 2mm groß sein.

KK hat folgendes geschrieben::
Dazu wäre es Ideal, wenn Du den Antriebsstrang mit einer elastischen Wellenkuplung zwischen den beiden Schnecken trennen könntest.

Da ließe sich etwas machen...
KK hat folgendes geschrieben::
Weiter würde ich versuchen die Schwungmasse beidseitig zu lagern.

...und das wird schon schwieriger.

Warum läuft denn die hintere Achse schön leise in beide Richtungen, mit oder ohne Belastung, in egal welche Richtung, und die vordere (nur in einer Richtung und nur unter Last) nicht?

Ich werde da noch weiter probieren, habe im Augenblick aber reichlich anderes zu tun.

Beste Grüße,
Kolbenfresser - 12.10.07 15:20
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Zitat:
Eine der zwei Stahlschnecken schlabberte auf der Motorwelle, die andere saß passabel.


Verwendest du immer noch diese Stahlschnecke?



Gruß

Roland
theylmdl - 12.10.07 16:04
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Roland!

Derzeit ja, das ist die hintere bei der Schwungmasse - wo es ruhig läuft.

Ach so, hier gibt's noch 'was zu lachen. fido war vorhin bei mir und wollte sich die Geschichte natürlich auch einmal ansehen und anhören. Also Tischstrom und Licht eingeschaltet und den Regler aufgedreht.

Für etwa eine Sekunde standen wir völlig fasziniert vor dem Antrieb, bis mir einfiel, dass ich abends den Netzstecker vom Trafo gezogen hatte Razz . Da die Räder ja noch nicht montiert sind und die Schwungmasse ziemlich rund ist, ist das gar nicht sooo erstaunlich, denn zu sehen gibt's von der Bewegung herzlich wenig Grins . fido war schon kurz davor "das ist doch erste Sahne" zu rufen. Zum Glück oder Pech wußte ich's ja besser Winke .

Beste Grüße,
fido - 12.10.07 18:00
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
fido war schon kurz davor "das ist doch erste Sahne" zu rufen.

Hai Thomas,

erste Sahne ist Dein Fahrgestell auch mit dem aktuellen kernigen Dieselsound.

Mach doch einfach anstelle der Rauchkammertüre ein Lüftungsgitter hin und verlege den Kamin nach hinten, dann hast Du eine Diesellok und sparst noch den Sounddecoder...

Rollen-vor-lachen Teufel
theylmdl - 31.10.07 22:56
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@fido: Ich erinnere nur an meine Hörtests in Herbipolis Winke .

Es gab lange nichts mehr von meiner kleinen Lok zu hören (auch keine Störgeräusche Winke ). Leider hatte ich die letzten drei Wochen sehr viel anderes um die Ohren.

Heute gab's jedoch einen sehr freudigen Anlass, die Gedanken 'mal wieder an den Zwerg zu wenden. In meinem Großbriefkasten fand sich ein dicker Kartonumschlag unzweifelhafter Herkunft. Angesichts meiner leuchtenden Augen (und das nicht wegen der üblen Erkältung) erriet selbst Chiara sofort, was darin sein musste: die letzten Ätzteile für die 99 021.

Dafür geht dieses Mal ein ganz besonderes Dankeschön an Margret und Thomas Engel! Chiara ist ebenso krank wie ich, liess sich aber überreden, mir ihren Tisch kurzfristig für ein paar Schnappschüsse zu überlassen.


Der Link öffnet ein größeres Bild.

Auf diesem Nutzen sind viele Teile, die gerollt oder gebogen werden müssen. Darum ist er mit Ausnahme der Beschriftung als einziger aus Messing statt Neusilber geätzt, 0,4mm stark.


Der Link öffnet ein größeres Bild.

Die zu rollenden Teile (Kessel, Rauchkammer) sind an der Innenseite mit tiefgeätzten Schlitzen versehen, damit sich's a) leichter rollt und b) der Radius danach noch stimmt.


Der Link öffnet ein größeres Bild.

Teile für das Führerhaus, das Dach, die Dampfrohr-Verkleidung und ein "Rateschmal" - aus 0,4mm Neusilber.



Diese sehr kleinen Teile sind Stoff genug für ein "Rateschmal". Ich stell's gleich ein.


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Der Cent zeigt, wie klein das Führerhaus der Lok ist. Im Fensterausschnitt sind Teile für die hoffentlich auch nach dem Verlöten bewegliche Wurfhebelbremse.


Der Link öffnet ein größeres Bild.

Hier wird's dann richtig spannend. Auf dem Foto sind "Sandwich"-Scheiben der Steuerung zu sehen - aus 0,5mm-Neusilber.



Detail der Steuerungs-Teile aus 0,5mm-Neusilber. Unten Teile für die Kreuzköpfe, oben Umlenkhebel und Exzenter-Scheiben.

Die Solinger Präzisions-Ätzerei hat - von ein paar ganz wenigen Ausrutschern, die aber auch von mir verschuldet sein könnten - 'mal wieder wahres Engagement und Können bewiesen. Die einzig unangenehme Begleiterscheinung ist das permanente Kribbeln in den Pfoten, denn es juckt mich gewaltig, gleich alles auszuprobieren. Das wäre aber ein grober Fehler. Also übe ich Selbstbeherrschung... Auch Chiara hätte am liebsten sofort mit der Montage begonnen.

Weitere Fotos und Detailaufnahmen schenke ich mir, da ohnehin alles noch einmal im Zuge des Zusammenbaus zu sehen sein wird - und das dann im Detail.

Die neuen Schnecken und Schneckenräder von Mädler sind noch nicht da - von der Akustik-Baustelle gibt's also noch nichts neues zu berichten. Danke aber an die besorgten Buntbahner, die schon wiederholt angefragt haben, ob's etwa immer noch nicht klappt Grins .

Beste Grüße,
Max 25 Kmh - 01.11.07 00:04
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo die Thomasse,

........


da Wahnsinn!

meint

Max 25 kmh.
Marcel - 01.11.07 00:16
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Es macht immer wieder viel Spass, deine sehr ausführliche und detaillierte Bauanleitung zu verfolgen, auch wenn ich selber nie so eine Lok bauen werde (bin in dieser Hinsicht unbegabt).

Ich wünsche dir weiterhin viel Bastelspass.
theylmdl - 01.11.07 18:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Max und Marcel: Danke für Eure Kommentare!

Der Tipp, Kessel und Dampfdom lieber aus Blech zu rollen, statt Rohre zu benutzen, stammt von Ralph Reppingen. Dafür vielen Dank! Ob das gut klappt, wird sich noch weisen. Zur Sicherheit gibt's bei den Wasserstrahlteilen Formringe für innen und außen, die sollten für eine passable Rundheit sorgen. Werden an den inneren Seiten der zu rollenden oder biegenden Teile die tief geätzten Nuten vorgesehen, verringert sich die Ungenauigkeit der späteren Mittellinie.

Noch ist ja wenig bis nichts gebaut, aber die Beispiele zeigen ganz gut, was sich an einer Strom-befeuerten Lok so alles mit Ätzblechen realisieren lässt - nämlich die große Mehrheit. Wir reden in diesem Fall über genau 657 Ätzteile. Die wollte ich weder von Hand aussägen und passend feilen noch mit den hunderten von Nietbohrungen versehen Grins .

Schaut auch noch 'mal auf das Foto der Führerhaus-Seitenwand mit dem Cent. Neben den ganzen Bohrungen für die Standard-Nietköpfe sind da auch diejenigen für die Lokschilder vorgesehen. Daher können diese nach der Lackierung ohne Verwackeln gerade und präzise aufgeklebt werden - was aber sicher noch ziemlich lange dauern wird, bis es soweit ist.

Bei den Steuerungs-Teilen war meine Überlegung ganz einfach. Ein Guss in Neusilber hätte einen nur schlecht berechenbaren Schwund und würde deutlich mehr kosten als die Ätzteile, zumal eine Allan'sche Steuerung ziemlich viele Teile hat. Bei den Ätzteilen mag je nach nach Materialstärke die seitliche Anätzung größer oder kleiner ausfallen, aber abgesehen von einem vernachlässigbaren Verzug des Films stimmt das Grundmass immer. Wird nun zum Beispiel die Bohrung für die Kurbelzapfen etwas kleiner angelegt und danach aufgerieben, wird deren Abstand stets ziemlich genau stimmen, etwa so wie bei einem Frästeil.

Damit sich die "Scheiben" der Sandwiches genau aufeinander löten lassen, gibt es an den Enden jeweils Bohrungen für Passerstifte. Diese Bohrungen sind auf dem Foto der Exzenter-Stangenteile gut zu erkennen (jeweils zwei rechts und links). Die Teile werden bei eingesetzten Stiften verlötet werden und die Haltenasen erst danach entfernt.

Wer Schwierigkeiten hat, eine Stephenson'sche und eine Allan'sche Steuerung auseinander zu halten: Allan hat zwei Hängeeisen ab dem Umlenkhebel der Steuerungs-Hauptwelle von rechts nach links, Stephenson nur eine.


Stephenson...


...Allan.

Mehr Infos dazu gibt's hier.

Beste Grüße,
Flachschieber - 07.11.07 22:19
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen,

während Thomas am Rahmen bastelt sind die Räder mittlerweile auch weiter gediehen. Alle Niete sind in die Radsterne eingelötet worden und die Speichen wurden etwas verrundet. Danach wurde die Aussenfläche auf Spaltmaß zum Radreifen überdreht um die überstehenden Nietschäfte mit der Fläche Plan zu bekommen.Dann wurden Radstern und Radreifen mit Spiritus entfettet und beide Teile mit dem berühmten Welle Nabe endfest Kleber verklebt. Hierbei wurde sofort auf Durchgang geprüft was in 3 Fällen auch gegeben war Augenrollen . Deshalb hab ich dann den Radstern im Radreifen nochmals getrennt und die ganze Prozedur wiederholt Winke . Ich vermute stark das es die scharfe Kante im Radstern ist die im Eckradius des Radreifens auflag Ausruf . Jedenfalls hat es nach dem entgraten dann funktioniert.Alle Räder sind nun ausgehärtet und fest verklebt. Nun muß noch die Paßbohrung für die Achse ausgedreht werden und danach die Bohrung für die Treib und Kuppelzapfen gesetzt werden. Dann können die Räder für den Einbau zum Thomas reisen Razz .



Beste Grüße,

Marco
theylmdl - 07.11.07 23:00
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Marco!

Thomas bastelt leider nicht weiter am Rahmen, weil er so viel anderes zu tun hat Traurig . Außerdem war Thomas so dämlich und hat im Dschungel seines Basteltischs zwei Wasserstrahlteile verschlampt Traurig , die er erst mühsam von Hand wieder aussägen musste, und zwei winzige Ätzteile verloren, die ebenfalls neu gebastelt werden mussten. Und die Mädler-Teile sind auch noch nicht da. Ansonsten ist Thomas aber guter Stimmung, besonders, wenn es so schöne Bilder zu sehen gibt - das ist ein wahrer Motivationsschub! Zwölf weitere Teile habe ich unterdes schon an der rechten Rahmenwange angebracht, was "nur" zwei Stunden gedauert hat.

Zitat:
Dann können die Räder für den Einbau zum Thomas reisen Sehr glücklich .

Die Vorfreude wächst ins Unermessliche. Marco, meinen ganz herzlichen Dank für Deinen Einsatz! Ich bin absolut sicher, dass diese Räder aus normaler Betrachtungsentfernung nicht von den Originalen zu unterscheiden sein werden. Danke auch für die ausführliche Beschreibung des Tathergangs, die sehr gut zum Thread passt!

Beste Grüße,
theylmdl - 21.11.07 21:24
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen!

Heute trafen die lang ersehnten Teile von Mädler ein. Nachdem ich dem UPS-Boten den Umschlag aus der Hand gerissen und ihm meine Unterschrift hinterher geworfen hatte, während ich gleichzeitig in's Haus zurück stürzte, würgte ich den aktuellen Anrufer ab und zückte mein schärfstes Messer zwecks Köpfung des Umschlags.

Aaaah! Das sieht schon ganz anders aus. Und ööööh... ziemlich anders...

Langer Rede kurzer Sinn: Ich Blödmannsgehilfe habe auf der Mädler-Website glatt übersehen, dass deren in der Tat schöne Stahlschnecken einen Außendurchmesser von 8mm statt 6mm wie die von GHW haben. Muss ich weiter schreiben? Nö, eigentlich nicht.

Ohne eine komplette Neukonstruktion des Antriebsblocks lässt sich diese wunderbare und nicht gerade billige Kombination jedenfalls nicht verbauen Traurig .

Ade, Traum vom pflegeleichten Getriebe-Gesäusel...

Geringfügig gefrustete Grüße,
fido - 22.11.07 09:08
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

das ist ja frustrierend. Wie wäre es, Du besorgst Dir ein paar von den GHW- oder LemoSolar-Schnecken und suchst Dir diejenige aus, die am besten läuft?
theylmdl - 22.11.07 09:43
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo fido!

Nachdem ich nun eine Nacht darüber geschlafen habe: Ich denke, ich werde zunächst noch einmal versuchen, dieses eine Problem zu lösen, also dass die Achse nur in einer Richtung und nur unter Last "kreischt". Thomas Engel hatte noch den Tipp, die GHW-Schnecken zu polieren, um deren Kanten etwas zu glätten.

An sich soll man das nie machen, aber ich werde auch ein Mädler-Schneckenrad mit der GHW-Schnecke testen.

Beste Grüße,
Max 25 Kmh - 22.11.07 23:45
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

Freud und Leid sind nicht weit
von´nander weg, so ein Dreck.

Nun, das mit den Schnecken und Zahnrädern ist zunächst bitter, aber ich bin überzeugt, eine geräuschlose Kombination wird sich finden. Ein befreundeter begnadeter Modellbauer sagte mir wiederholt, man solle ein Modell zuerst ganz durchkonstruieren, bevor man die Teile anfertigt oder beschafft.... das geht aber bei DEM Perfektionismus nicht. Versuch macht kluch.

@ Marco: ich bin auch begeistert, tolle Räder! "Die Speichen ein wenig verrundet" haha, da hast Du bestimmt eine Weile dran geschafft. Und ich wette, da kann die unbestechliche Kamera ziemlich nahe hinschauen! Das Entgraten, bzw. ganz leicht Anfasen der Reifenkanten ist ein wichtiger Tip. Nur eine blöde Frage sei mir gestattet - für den Fall, dass ich mal an was ähnliches zu wollen komme - wäre es nicht besser, die Radsterne vor dem Einkleben zu lackieren? Das isoliert doch zusätzlich, aber man müsste wohl die Lackschichtdicke noch am Endmaß abziehen.

Jedenfalls ist Euch meine volle Bewunderung sicher, Euer

Max 25 Kmh.
theylmdl - 24.11.07 00:04
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Ich habe vorgestern noch ein wenig an dem <Zensur>-Getriebe herum gefrickelt. Leider nur mit mäßigem Ergebnis (etwa 50% Geräuschminderung).

Wie nicht anders zu erwarten, passte die Schräge der Mädler-Zahnräder nicht zu den GHW-Schnecken. Was mich eher wunderte, waren die unterschiedlichen Außendurchmesser der Schneckenräder. Zumindest der Teilkreis Dk muss bei 25 Zähnen und Modul 0,5 stets identisch sein. Die Schrägstellung der Zahnrad-Zähne hängt natürlich von Durchmesser der Schnecke ab - je kleiner die ist, desto schräger müssen sie stehen.

Im nächsten Schritt werde ich entsprechend fidos Rat noch einmal Schnecken und Schneckenräder bei GHW bestellen und mein Glück noch einmal mit verschiedenen Kombinationen versuchen. Dabei denke ich natürlich auch an den Spruch "Versuch macht kluch.". Denn so ist das noch nicht gut. Mit der Unwucht der Schwungmasse hat das Problem meiner Meinung nichts zu tun, zumal es mit und ohne Schwungmasse auftritt.

Beste Grüße,
theylmdl - 28.11.07 22:52
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute trudelten die neu bestellten Schneckenräder und Schnecken von GHW ein. Dazu hatte ich auch Silberstahl für die Schneckenwellen und die Achsen bestellt (115 Cr V3). Damit können also außer dem Gehäuse alle Getriebeteile noch einmal neu gebaut werden. Als schlauer Hund habe ich neben den Stahl-Schnecken für Modul 0,5 auch welche aus Messing bestellt, einfach so zum Spaß Traurig .

Auch ohne meine Fielmann-Hochleistungs-Brille fiel mir schon durch die Beutel hindurch auf, dass es da erhebliche Unterschiede gibt. Das habe ich 'mal mit einem Schnappschuss auf der Werkbank und durch die Lupe für die Buntbahn-"Ewigkeit" fest gehalten:



Na, wer findet die Unterschiede...? Richtig: Die eigentliche Schnecke, also die "Zähne" der Schnecke, haben ganz unterschiedliche Formen. Die der Messingschnecke sind schmaler und ihre Außenkante ein wenig mehr verrundet. Der "Zahnwinkel" der Messingschnecke ist ein wenig schräger als bei der Stahlschnecke. Und das soll beides zum gleichen Schneckenrad passen...?

Langer Rede kurzer Sinn: Ich werde es jetzt - Materialkombination hin oder her - zunächst mit den Messingschnecken versuchen und bin seit langem 'mal voller Spannung und Vorfreude und Hoffnung.

Beste Grüße,
Regelspur - 29.11.07 00:16
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

ein ähnliches Problem hatte ich auch mal bei Webra-Zahnrädern.

Ich hatte ca. 4 Jahre vor einer zweiten Lieferung eine Schraubenrad-Kombination bestellt.

Bei der ersten Lieferung war das große Schraubenrad in Stahl und das kleine Rad in Messing. Bei beiden Bestellungen hatte ich angegeben Modul 0,5 und eine Übersetzung von 1:3.

Nach den Abständen der ersten Lieferung wurden die Getriebe gefräst.

Bei der zweiten Lieferung wurde auch wieder die Kombination Modul 0,5 mit einer Übersetzung 1:3 bestellt.

Nach Lieferantenangabe war die erste Material-Kombination nicht mehr lieferbar und man hat mir daher das große Schraubenrad in Messing und das kleine Rad in Stahl geliefert, mit dem Hinweis, es müsste passen.

Es passte nichts. Der Achsen-Abstand war ca. 0,2 mm zu groß.

Gruß Alfred
theylmdl - 30.11.07 00:09
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute Abend - bzw. Nacht - wollte ich mir als Betthupferl noch etwas gönnen und die neue Schneckenwelle sowie die neuen Achsen mit den Schneckenrädern bauen. Das klappte so auch alles ganz gut, bis ich die Schneckenräder aus der Tüte nahm und 'mal wieder voller Erstaunen meine Fielmann-Hochleistungsbrille bemühen musste. Und gleich anschliessend für einen Schnappschuss die Lupe Winke :



Dazu muss ich ja wohl nicht mehr viel sagen. Ob ich wohl auch irgendwann noch einmal zu einer - wenn auch älteren - Wangerooger Lok komme...?

@Regelspur: <seufz>. Man sollte doch annehmen, dass bei einer Angabe wie "Modul 0,5" und der Zähnezahl der Teilkreis und damit der Achsabstand eine Konstante sind.

Missmutige Grüße,
theylmdl - 05.12.07 22:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Mittlerweile geht mir diese Schnecken-/Schneckenrad-Geschichte ein wenig auf den Sender.

Natürlich habe ich bei GHW nachgefragt, was es mit den Unterschieden der Schnecken und dem defekten Schneckenrad auf sich hat. Die Antwort kam postwendend: Ich möge mich ein wenig gedulden, man habe schon beim Hersteller nachgefragt.

Vorgestern kam dann eine weitere Mail:
Zitat:
Wir werden heute aus Kulanz 1 Stück Schneckenrad Mod. 0,5 15 Zähne an Sie versenden.

Öööh, 25 Zähne - hat's auch, denn heute ist es angekommen.

GHW hat in der Mail auch die Stellungnahme des Herstellers zitiert. Hier zwei Auszüge:
Zitat:
Die Schnecken im Bild 1 sind identisch, lediglich die Zahnspitzen bei dem Ms-Typ sind angefast und bei der Stahlschnecke scharfkantig. Dadurch erscheint optisch der Eindruck, dass sich beide unterscheiden.

Zitat:
Das Schneckenrad links ist korrekt verzahnt. Das rechte Rad ist (so wie ich es auf dem Bild erkennen kann) verschlissen.

Noch viel erstaunter war ich, als ich das als Ersatz gelieferte Schneckenrad mit den anderen vier verglichen habe. Dieses neue Exemplar hat nun weder rechts noch links an den Zähnen eine Fase. Ansonsten wirkt's mit blossem Auge ok.

GHW möchte ich hier keinen Vorwurf machen, da sich das Unternehmen gleich um Abhilfe bemüht hat. Bei dem fehlerhaften Schneckenrad habe ich anscheinend einfach Pech gehabt und ein Ausschuss-Exemplar erwischt.

Die Aussage des Herstellers zu den Schnecken ist eindeutig falsch. Die Schnecken haben unterschiedliche Winkel der Windungs-Seiten, was auch auf meinem Foto gut zu sehen ist. Bei einem neu gelieferten Schneckenrad kann von Verschleiss keine Rede sein - und wer ein Schneckenrad so einbaut, dass es sich auf diese Form abschleifen kann, muss schon ein echter Könner sein Grins .

Wenn ich 'mal ein Quäntchen Zeit finde, werde ich zunächst eines der neuen Schneckenräder testen. "Dat andere krieje mehr später", um's mit Prof. Bömmel auszudrücken (aus dem Film "Die Feuerzangenbowle" bei der Erklärung zur "Dampfmaschin'" Winke ).

Beste Grüße,
Helmut Schmidt - 05.12.07 23:48
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

das freut mich für dich und dein Projekt das du die Chance hast, Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Sehr glücklich

Das kann alles nur passieren wenn hier Menschen tätig sind und das ist doch schön das wir Fehler machen können und sie auch bereinigen können. Sehr glücklich

Ich habe gerade zusammengerechnet 14 Stunden EDV Spaß gehabt und das alles nur, weil ich die Sicherheitssoftware auf meinem Rechner auf den neuesten Stand bringen wollte. Heulend

Wie du sehen kannst bin ich wieder Online und konnte alles richten, nur was um Himmelswillen haben wir gemacht bevor wir uns mit Computer und Modellbau die Zeit vertrieben haben? Augenrollen

Ich freue mich somit auf weitere Erfolgsberichte. Winke
theylmdl - 09.12.07 20:12
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heureka!

Ich habe alle "beweglichen" Antriebsteile außer der Hinterachse neu gebaut sowie das hintere Lager vor der Schwungmasse. Bei der neuen Vorderachse habe ich das von GHW nachgelieferte Schneckenrad genommen, das anders als alle anderen gar keine Anschrägung an den Zahnflanken hat (sososo, die sind also alle gleich). Sehr seltsam fand ich auch, dass der Abstand Schnecke - Schneckenrad bei diesem Schneckenrad um gut 0,1mm vergrößert werden mußte, denn gegenüber dem alten Schneckenrad hatte es plötzlich kein Spiel mehr.

Nach einigen Versuchen und Experimenten war ich schon ganz froh mit der Konstruktion. Die macht nun ganz andere Geräusche als die vorherige Version, aber bei weitem nicht mehr so aufdringliche. Also habe ich frohgemut die alte Hinterachse samt Schneckenrad eingesetzt und den ganzen Krempel zusammen gestrickt.

Von Thomas Engel kam der gute Rat, doch einfach 'mal ein paar LGB®-Kunststoffräder aufzubohren und auf die Achsen zu stecken - man müsse ja auch 'mal ein Erfolgserlebnis haben.

Dieser Tipp war mir schon lange im Kopf herum gegangen, und so habe ich's heute einfach 'mal probiert. Nachdem ich die Plastikräder schepp und krumm aufgebohrt und auf die Achsen gedrückt hatte, unternahm ich eine erste "Probefahrt" am Kabel.

Liebe Buntbahner, da war ich absolut platt!

Der Zwerg lief gleich angenehm leise, und zwar vorwärts wie rückwärts - und zwar deutlich leiser als ohne Räder und bei den Tests auf der Werkbank. Also habe ich ihm ein paar Tropfen Öl und 1,8kg zusätzlichen Ballast in Form eines halben Backsteins spendiert.



Davon wurde der Antrieb ein klein wenig lauter, und der Auslauf verringerte sich merklich.

Der hat's in sich (der Auslauf)! Bei 14 Volt am Motor (natürlich ohne Steuerung) habe ich ohne Backstein rund 90cm, mit Backstein knapp 60cm gemessen. Dabei ist mir der Zwerg öfter abgehauen (zum Glück hatte ich die Gleise am Boden verlegt). Die 14 Volt entsprechen nur 25 km/h Vorbildgeschwindigkeit (huhu, Max!).

Ab Kriechfahrt (und bei noch nicht eingefahrenem Getriebe) erreiche ich mit oder ohne Ballast nie weniger als drei bis fünf Zentimeter. Der Antriebsblock bringt es so wie abgebildet auf 350 Gramm, das waren in der Summe also 2.150 Gramm. Mehr sollte es nicht werden, ich denke sogar, dass 1.500 bis 1.800 Gramm auch noch okay wären.

Wird der Motor abrupt gestoppt (umgepolt), haut's den Backstein durch die Luft. Leistung ist also genug vorhanden.

Ich kann mir den heutigen 9. Dezember rot im Kalender ankreuzen: Die erste Probefahrt der 99 021 hat statt gefunden!

Beste Grüße,
Schrauber - 09.12.07 20:28
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

meinen Glückwunsch zum Erfolg Respekt
Somit bewahrheitet sich: "Was lange währt wird endlich gut"




Ach so, einen klitzekleinen Kritikpunkt Augenrollen hätte ich trotzdem noch:
Dieser Backstein, auch wenn es nur ein halber Augenrollen ist, zeigt sich in einer vorbildwidrigen Lackierung! Bei dampfgetriebenen Backsteinbahnen wurden generell nur schwarze Ziegel verwendet.

Sowas nennt sich nun Vorbild.... Geschockt



Scherzkeks Irre
Hi, Hi, Hi... Magie




Teddy
fspg2 - 09.12.07 20:46
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,
auch von mir herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Testfahrt.
Also hat sich der Spruch wieder einmal bewahrheitet: "Ausdauer führt (auch) zum Erfolg!" ...und Ausdauer hast Du nicht nur einmal gezeigt!
Einen schönen Rest-Advent-Sonntag!
Flachschieber - 09.12.07 20:56
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

Glückwunsch zur erfolgreichen Probefahrt. Wenngleich die eigendlich mit den richtigen Rädern Verlegen stattfinden sollten. Dann mach ich mal das ich die Schuhe fertig bekomme.

Beste Grüße,

Flachschieber
hajo - 09.12.07 21:23
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

der Lohn der Mühe eben!

Aber es war doch klar, dass Du das hin bekommst. Und, es wird Dich beflügeln beim weiteren Bau.

Herzlichen Glückwunsch! top

Beste Grüße Hajo
theylmdl - 09.12.07 23:39
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Herzlichen Dank für Eure Glückwünsche! Die tun gut, und ebenso, den Zwerg in Bewegung zu sehen. Das war schon ein sehr erhebender Moment <freu>.

@Tomas:
Die Oberseite des Backsteins ist schwarz, denn darauf löte ich Teile mit der Flamme zusammen Grins .

@Marco:
Entspann' Dich wegen der Räder. Gut' Ding will Weile haben. Ich habe genug an der Lok und vor allem genug anderes zu tun. Ich freue mich, wenn sie kommen, aber wann das ist, ist nicht so wichtig.

Noch ein Wort zum Auslauf. Die "Testräder" haben nur 31mm Durchmesser am Laufkranz, die richtigen Räder 35,5mm. Bei entsprechendem Rundlauf könnte der Auslauf also etwas mehr sein (rechnerisch 14%), aber das wird sich wegen der Reibung etc. wahrscheinlich nicht viel nehmen. Das ist schon bedenklich viel ohne eine funktionale Bremse, denn so rangiert sich's gehemmter als beim Vorbild. Der unbelastete Zwerg bringt's ab gerade gestarteter Kriechfahrt unterdes auf über 10cm - wenn er überhaupt schon angefahren ist!

Angesichts der beeindruckenden Ergebnisse dürfte die Frage, ob eine "so kleine" Schwungmasse etwas bringt, hinreichend beantwortet sein. Das hängt natürlich auch davon ab, wie viel oder wenig Hemmung es im Antrieb so gibt.

Montage-Ablauf Antriebsblock

Bei diesem Versuch bin ich wie folgt vorgegangen:

Ich bin ziemlich sicher, dass bei aufgeschraubtem Aufbau und eingeschraubtem Ballastgewicht die ganze Geschichte noch um einiges leiser wird. Im Moment bilden sich noch Schwingungsknoten in der Mitte der großen Abdeckplatte unten (Schraubendreher am Ohr = Möchtegern-Stethoskop), aber 300 Gramm angeschraubtes Metall werden die schon zur Ruhe bringen Winke .

Die starre Welle bereitet bei richtiger Anbringung auch bei Drehzahlen bis knapp 5.000 Umdrehungen je Minute keinen Kummer. Ich habe vorsichtshalber bei jedem Versuch eine neue Welle aus Silberstahl abgelängt, angefast und benutzt.

Bei Tests ohne Schmierstoffe zeigten sich auf allen Wellen (harter Stahl und Silberstahl) im Bereich des hinteren Lagers vor der Schwungmasse ohne Schmierstoffe Abnutzungsspuren. Dieses Lager wird also stets sorgfältig geschmiert werden müssen - was aber kein Problem ist, da es von außen / unten zugänglich ist. Ich denke noch einmal über eine elegantere Dauerschmierlösung nach.

Ich hoffe, Ihr seid mir nicht böse für die langatmige Erklärung. Vielleicht hilft sie Euch ja sogar hier und da.

Beste Grüße,
fido - 10.12.07 09:26
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

was lange währt wird wirklich gut, oder so ähnlich. Freut mich, das es nun auch mit dem Fahrwerk und dem Antrieb klappt.

Sehr schön finde ich auch diese neuartige Konstruktion, die Lok aus dem vollen Stein herauszuarbeiten, anstatt auf die übliche Messingbastelei zu setzen. Das hat etwas bildhauerisches und ist sehr erhebend.

Schrauber hat folgendes geschrieben::
Dieser Backstein, auch wenn es nur ein halber Augenrollen ist, zeigt sich in einer vorbildwidrigen Lackierung!
Hallo Schrauber, das stimmt, aber schließlich ist er mit der Lok ja nicht fertig. Nach dem Sandstrahlen (hoffentlich ist es kein Sandstein) malt Thomas die Lok sicher oben schwarz und unten rot an.

Irre
Helmut Schmidt - 10.12.07 09:51
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Schrauber hat folgendes geschrieben::
Ach so, einen klitzekleinen Kritikpunkt Augenrollen hätte ich trotzdem noch:
Dieser Backstein, auch wenn es nur ein halber Augenrollen ist, zeigt sich in einer vorbildwidrigen Lackierung! Bei dampfgetriebenen Backsteinbahnen wurden generell nur schwarze Ziegel verwendet.

Hallo Tomas, das ist doch ein so genannter "Erlenkönig" nichtwahr Thomas. Winke
theylmdl - 10.12.07 12:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Helmut: Erlkönig Ausruf Winke

Der elegante, stromlinienförmige Aufbau der Lokomotive zur Verringerung des Luftwiderstands bei Höchstgeschwindigkeit Grins zeigt sich erst, wenn die Backstein-Dummy-Hülle entfernt wurde. Betreffs der Farbe bin ich mir noch nicht ganz sicher: LCE-weiß oder 218-rot...?

@fido:
Zitat:
diese neuartige Konstruktion, die Lok aus dem vollen Stein herauszuarbeiten

Leider hat auch diese Technik ihre Tücken. Der angelieferte Stein scheint mir bei erster Betrachtung fast ein wenig kurz, dafür aber zu breit zu sein. Das kann ich aber erst heute Abend prüfen, wenn Chiara schläft Winke .

Beste Grüße,
Helmut Schmidt - 10.12.07 15:47
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
zeigt sich erst, wenn die Backstein-Dummy-Hülle entfernt wurde.

Der angelieferte Stein scheint mir bei erster Betrachtung fast ein wenig kurz, dafür aber zu breit zu sein.

Hallo Thomas,

mit Diamntwerkzeugen sollte es eigentlich möglich sein die äussere Form herzustellen.
Nur das Aushölen des Steins stelle ich mir schwer vor, damit das möglich wird: gruebel



Ich denke du solltest bei der klasischen Methode mit einem Gehäuse aus Messing bleiben. Sehr glücklich Winke

Ich freue mich auf weitere Berichte.
fido - 10.12.07 15:54
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Der angelieferte Stein scheint mir bei erster Betrachtung fast ein wenig kurz, dafür aber zu breit zu sein

Hallo Thomas,

bei LGB machen sie die Fahrzeuge oft etwas kürzer und dafür etwas breiter, damit sie besser zu den anderen Fahrzeugen passen. Stell Dir vor, Du hängst vor die 99 021 eine DB 101 und dahinter einen RHB Speisewagen aus dem selben Haus - das muss doch optisch passen.

stumm
theylmdl - 17.12.07 22:51
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Sorry, es gibt leider nichts Neues - keine Zeit. Aber die jüngsten Äußerungen möchte ich doch nicht unkommentiert lassen Winke .

Helmut hat folgendes geschrieben::
du solltest bei der klassischen Methode mit einem Gehäuse aus Messing bleiben.

Vorwiegend Neusilber. Das ist härter und darf daher dünn sein (hier: 0,4mm - das sind immerhin noch 9mm beim Vorbild!). Lediglich Teile, die gerollt werden müssen (Kessel, Dampfdom) sind aus Messing geätzt. Neusilber hat auch noch den Vorteil, dass es bei Kratzern silbern durchschimmert und nicht golden Grins .

fido hat folgendes geschrieben::
Stell Dir vor, Du hängst vor die 99 021 eine DB 101 und dahinter einen RHB Speisewagen aus dem selben Haus - das muss doch optisch passen.


In dem hervorragenden Wangerooge-Buch unseres Mitglieds Malte Werning (zu haben auch bei Amazon) findet sich die sehr hübsche Wiedergabe eines zeitgenössischen Fotos oder einer Postkarte, die beweist, dass LGB® ganz recht hat Grins .


Quelle: Malte Werning, "Wangerooge - die Inselbahn und ihre Geschichte" bzw. http://www.inselbahn.de .

Ich hoffe, dass Malte nichts gegen die Wiedergabe dieses digital verschlimmbesserten Ausschnitts hat.

Gut zu sehen: Die Wagen sind deutlich breiter als die Lok - kein Wunder bei nur 1,6m Führerhaus-Breite. Zum Vergleich: Der immer noch im Bau befindliche "Barmer" bringt's auf 2,60m.

fido hat folgendes geschrieben::
und dahinter einen RHB Speisewagen

Als Härtsfeldbahn-Freund solltest das locker sehen. Sind doch Chiara und ich kürzlich erst in einem Zug mit Schweizer Wagen von Sägmühle nach Neresheim und zurück gefahren Grins .

Wir werden sehen. Zunächst muss erst einmal der Antriebsblock samt Rädern stehen, dann folgt der "Modellbau". Noch ist nichts in Stein gemeißelt Winke .

Beste Grüße,
Davaaser - 18.12.07 10:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::


Noch ist nichts in Stein gemeißelt Winke .

Beste Grüße,


Tja, gesagt ist gesagt, nächste Stufe des bunten Modellbau's, aus dem vollen Stein gehauen,
dann müssen wir aber noch ein Steinbahn-Forum auftun, obwohl es sehr schöne bunte Steine gibt......... Überrascht) Überrascht)

Gruss, Ernst
der noch immer mit Holz und Messing kämpft Winke
Max 25 Kmh - 23.12.07 13:31
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

leider habe ich jetzt länger nicht in diesen Thread geschaut: da kuckt man mal nicht hin, und dann das... nun, eigentlich ist die Bildhauer - Methode ja ganz einfach: man nimmt einen Stein, und macht alles weg, was man nicht mehr braucht. Anders machen es die p.t. Hersteller von Schneckenrädern auch nicht ... allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Würde eine Runde in der Walnusschalentrommel zum Entgraten was nutzen?

Glückwunsch zu den Fahrversuchen, da bekommt der Ausdruck Roll-OUT doch gleich eine ganz andere Bedeutung! Wenn meine Härtsfeldwagen mal dranhängen dürfen (wegen der Breite Winke und mit dem Zwischenwagen wg. Kupplung), dann fährst Du aber vorsichtiger, ja? RhB: Die HMB hat zwei Schweizerwagen: einen RhB Werkstattwagen als stehendes Nutzdenkmal, und den ex-Brünig 3Achser, in dem Ihr gefahren seid, der gilt aber, da schon 1949 dazugekommen, als eingedeutscht.

Fröhliche Weihnachten wünscht

Max 25 Kmh.
theylmdl - 01.01.08 21:01
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Zunächst wünsche ich Euch allen nochmal ein gesundes, frohes und erfolgreiches Neues Jahr voller Modellbau-Bastelspaß!

Meine Tochter Chiara hat's wieder nicht geschafft, bis Mitternacht wach zu bleiben. Etwa Viertel vor elf hat sie den Kampf gegen die Silvestermüdigkeit erfolgreich aufgegeben Winke . Das habe ich sofort schamlos ausgenutzt und die Tür zu meiner Wohn-, Arbeits-, Schlaf- und Bastelstube fest verrammelt.

So konnte ich bis etwa 2 Uhr - da fielen mir dann auch die Augen zu - an meiner kleinen Lok weiter werkeln. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht! Heute gab's auch noch ein paar Stündchen, und so konnte die zweite Rahmenwange im Rohbau fertig gestellt werden.



Hier seht Ihr den provisorisch zusammen gesteckten "Modell-Rahmen", der sozusagen über den Antriebsblock (ja, das ist der mit dem halben Backstein Winke ) gestülpt wird. Heute war nicht so mein Foto-Tag, ich hoffe, Ihr erkennt trotzdem etwas. Nun sind beide Wangen genau im gleichen Zustand.

Die Niet-Imitate sind hier vorwiegend mit 0,8mm-Messing-Rundmaterial nachgebildet. Das setzte dem Bastelspaß heute auch ein jähes Ende, weil es schlicht und ergreifend alle war. Nachdem ich den letzten auf dem Basteltisch oder im Vorrat auffindbaren Fitzel verbaut hatte, war Schluss mit lustig.



Von dem Draht wandern unglaubliche Mengen in das Modell. Nur gut, dass morgen der 2. Januar und ein Werktag ist, so kann ich in der Nähe Nachschub kaufen. Die Nachbearbeitung der eingelöteten Drähte mit Feile und Hohlfräsern kostet auch ihre Zeit, aber das macht sich doch bezahlt: denn ein Meter von dem Zeugs kostet gerade 'mal 55 Cent.



Vorne in der Zylinderhalterung seht Ihr ein 2mm-Blech. Darin ist eines der vier Gewinde, mit denen praktisch die gesamte Konstruktion zusammen gehalten wird. Die hinteren zwei unter dem Führerstand trennen auf einen Rutsch (auch ohne Silvester) Decoder-Halterung, Antriebsblock, Modellfahrwerk, Führerhaus und Feuerkammer (!).

Die Wasserstrahl-Teile von Andreas und die Ätzteile von Thomas Engel vertragen sich nach wie vor sehr gut, da hatte ich kaum Arbeit mit. Am Übergang der vorderen Pufferbohle zur linken Rahmenwange stimmt noch etwas nicht. Die Pufferbohle vorne konnte ich heute auch noch mit den meisten Profilen und Nietimitationen versehen <freu>.



Da ist auch gleich gut zu erkennen, warum die Nachbildung der Nietköpfe aus Draht zuweilen Sinn macht. Hier sind die beiden Köpfe nämlich zu sehen (innen und außen). Die eigentliche Pufferbohle kann ich erst befestigen, wenn ich die Pufferhülse habe.

Unten im Bild seht Ihr die Aufhängung für das hintere Bremshängeeisen am hinteren Rad der linken Seite. Irgendwie liebäugele ich ja mit einer funktionalen Wurfhebelbremse, nachdem es gestern und heute so erfrischende Beispiele von ganz normalem Modellbahn-Wahnsinn im BBF gab...

Beste Grüße,
fido - 04.01.08 13:56
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

es freut mich, das es weitergeht. Der Rahmen schaut fein aus und die Nieten sind sehr schön und klein.

Am besten Du sparst Dir den Aufwand des Verputzens und besuchst mich im Frühjahr oder Sommer zum Standstrahlen.
theylmdl - 04.01.08 20:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@fido: Gilt das Angebot eventuell auch noch im Herbst? Ich bin mir nicht so sicher, ob ich bis zum Sommer so weit sein werde... Winke

Die Kopfgröße der Niete habe ich mir aus den wenigen vorhandenen Fotos errechnet. Die waren wirklich nur so klein, allenfalls 0,9mm Kopfgröße, am Aufbau meist nur 0,5mm. Den Unterschied zwischen 0,8mm und 0,9mm macht dann der Lackauftrag Grins .

Heute war "mulmig"-Tag. "Mulmig" deswegen, weil ich die Rahmen-Hauptteile nach einiger Überlegung miteinander verlötet habe. Dabei rumort im Hinterkopf immer die Frage herum: "Was hättest Du noch vorher anbauen und versäubern und/oder testen müssen?". Wie auch immer: Wenn es jetzt noch Bedarf gibt, muss der eben mit List und Tücke bzw. makroinvasiven Operationen geklärt werden.



Der Führerstandsboden, das Rahmenoberteil und die Grundplatte der Kesselstütze - links im Bild - sind hier nur zur Probe aufgelegt. An allen drei Teilen sind noch etliche Arbeiten nötig. Immerhin hat es prima geklappt, die Teile auch mit der 2mm-Platte unter dem Führerhaus zu verlöten. Das gibt zumindest hinten doch einige Stabilität.



Hinten am oberen Ende des Wasserkastens seht Ihr einen breiten Schlitz. Der wird später nicht mehr direkt einsehbar sein und dient der Kühlung.



Zwischen der Antriebsblock-Oberkante und der des Modellrahmens unterhalb des Deckels ist ein Hohlraum von über 8mm Höhe. Der ist ideal, um dort - gekühlt - Leistungsdioden zur Spannungsreduzierung am Motor anzubringen (zwei antiparallele Paare davon braucht's mindestens, sonst werde ich nicht viel Fahrspaß haben wegen überschäumender Vehemenz des Zwergs). Und die dort erzeugte heiße Luft muss ja irgend wo hin entweichen Winke .

Zum Thema Vehemenz: Bei einem konventionellen LGB®-Trafo 5003 heißt es unterdes "fahren" (dann aber mit mindestens acht Zentimeter Auslauf) oder "stehen.". Die Dioden sind - wie Versuche gezeigt haben - auch im Digital-Betrieb mit dem MX64H nötig. Bei einer Vorführung hat sich zufällig gezeigt, dass sich der Antrieb herzlich wenig um herum liegende Gegenstände wie Kabel, Feilen oder so etwas schert. Da fährt er fröhlich drüber.

Die Anpassung der vorderen Pufferbohle habe ich nicht ganz perfekt hinbekommen. Aus unerfindlichen Gründen könnte ich den letzten Zehntelmillimeter Abstand nicht so richtig entfernen. Das ist zum Glück später nicht sichtbar.



Das Foto zeigt den Übeltäter direkt nach dem Verlöten mit provisorisch eingelegter, vorderer Pufferbohle. Das Lot in den Hohlkehlen der Schienenräumer-Winkel habe ich mit Bedacht nicht entfernt, da dort Stabilität sehr gefragt ist. Diese Teile werden über einen quer liegenden Winkel verbunden, der unten isoliert werden muss (um Kurzschlüsse bei Entgleisungen zu vermeiden).

Wenn die kleine Lok 'mal irgendwo gegen donnert, bin ich nicht unbedingt auf größere Reparaturen aus. Darum habe ich auch auf die Lotnähte der Pufferbohlen ganz großen Wert gelegt - nicht dass die kleine 99 021 irgendwann einmal eine Begegnung der letzten Art mit fidos großer Ts5 oder einem Betonprellbock hat... Die Nasen am hinteren, quer liegenden Zylinderhalte-Blech sind für die Entwässerungs-Welle.

Zum Schluss dieses Postings noch ein ganz übler Schnappschuss vom Basteltisch. Da habe ich den Modellrahmen kurzer Hand auf den Antriebsblock gestülpt.



Beachtet bitte die angenehme Leere hinter dem hinteren Rahmendurchbruch. Richtig: Da ist gar nichts. Die Schwungmasse sitzt davor, der Decoder darüber. Bedenkt bitte auch, dass die Testrädchen im Durchmesser um 4,5mm kleiner sind als die richtigen - das wird später ganz anders aussehen. Vorne (im Bild rechts) seht Ihr an der Zylinderhalterung den Luftspalt bei der Schrauben-Verbindungsstelle. Das "U" unten gehört zum Antriebsblock, die 2mm-Platte mit Gewinde darüber zum Modellrahmen. Auf den ersten drei Fotos dieses Postings sind hinter dem Durchbruch für Schwungmasse und Lautsprecher die Punkte der beiden anderen Schrauben zu erkennen. Bei etwas Gewicht liegt auch der Deckel des Rahmens gerade auf Grins .

Beste Grüße,
theylmdl - 06.01.08 01:25
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Gestern Nacht und heute Abend habe ich je einen der Schienenräumer (das sind in diesem Fall Winkel-Profile) angebracht. Das wird hier sicher noch öfter zu sehen sein, daher schenke ich mir ein Foto.

fido hat mich telefonisch darauf hingewiesen, dass ein gefederter Puffer das Schlimmste bei einer Kollision verhindern kann. Das stimmt sicher, aber wer fidos Ts5 schon 'mal in Aktion erlebt hat, weiß, warum ich um meinen Zwerg fürchte Grins .

Um auf die Einwände von SuziQ (siehe Beitrag in der Hamsterklause) einzugehen: Klar ist dies ein Selbstbau-Forum. Ich wurde auch schon mehrfach darauf hingewiesen. Hier ein typischer Fall: die Bolzen für die Zylinderdeckel. Die haben einen Schaft von 0,8mm und eine Schlüsselweite von etwa 1,3mm, das wäre also ein typischer "kaufen bei Knupfer oder GHW"-Fall.

Statt dessen habe ich aber gar nicht so flugs (nämlich über mehrere Stunden) ein eher schlechtes als passables Urmodell gefrickelt, über das H0-Könner wie Winfried Schmitz-Esser oder mein früherer Meister Gebhard Reitz nur den Kopf schütteln würden. Wie Ihr leicht erkennen könnt, sieht kaum eine Mutter so aus wie eine andere. Hier ein Bild unter der Lupe.



Warum habe ich das gemacht und gebe nun Geld für die Form und die Güsse aus, wenn's das doch so ähnlich zu kaufen gibt?

Für die zwei Modelle werden 64 dieser Bolzen benötigt. Wir dürfen auch ruhig davon ausgehen, dass je zwei davon weg klingeln oder im Guss Ausschuss sind. Alleine für die Zylinderchen der Zwerge werden je schon vier Güsse benötigt.

Viel wichtiger aber: Ein perfekt gefrästes Normteil könnte leicht den "Stil" der kleinen Lok durchbrechen (zu gut Winke ), und ich hätte nicht das schöne Gefühl: "selbst gebaut". So ist alles "aus einem Guss".

Angesichts der heutigen Möglichkeiten (Ätzen, Wasserstrahlen, Fräsen, Gießen, kaufen) macht es wenig Sinn, die eigene Kreativität auf den vollständigen Selbstbau zu verballern, vor allem nicht, wenn größere Stückzahlen gefragt sind.

@SuziQ / Lothar: Nimm' doch 'mal an, ich habe an den zehn scheppen Bolzen drei Stunden gesessen. Ich brauche aber über sechs Mal so viele. Sei' 'mal ehrlich: Wer würde sich da 20 Stunden lang hinsetzen, wenn er um kleines Geld beliebig viele Abgüsse in Neusilber haben könnte...? Also lieber ein paar Stunden mehr in ein passables Urmodell investieren (hier nicht gegeben), statt zwei Tage lang herum zu murksen.

Damit Eigenbau machbar bleibt, müssen wir uns zuweilen der Hilfe professioneller Menschen und Maschinen bedienen - ob das nun gewerblich statt findet oder innerhalb des Forums. Ohne die wiederholte Hilfe von sehr vielen Forums-Mitgliedern und gewerblichen Anbietern würde ich hier bei meiner kleinen Lok keinen Stein bewegen - auch keinen Backstein, der plötzlich von der Lok segelt. Dafür bedanke ich mich rundum!

Das ist mein Wort zum Sonntag. Beste Grüße voller Vorfreude auf weitere Fortschritte bei der kleinen Lok -
Schrauber - 06.01.08 11:48
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Langer,

und alles Gute zum Neuen Jahr Große Zustimmung
ä´hm ich hätte da noch ne Frage Verstecken :
Schneidest Du das Gewinde lupe nach dem Gießen oder wird das vorher per Hand "eingefeilt" gruebel stumm

Respekt Irre gut
na ja, zuzutrauen wäres Dir... Winke


Großen Respekt vor Deiner Leistung
vor allem weil ich mir mit dem "Fitzelkram" immer die Augen überanstrenge und in die Fingerkuppen bohre/feile.. Augenrollen
deshalb auch vermehrt meine Aktivitäten in 5´Zoll, wo übrigens der Vorwärmer (natürlich funktional) dem Fertigungsende entgegensieht... (Bilder folgen noch...)
Regelspur - 06.01.08 13:38
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

da hast Du ganz recht, denn die Herstellung eines Ur-Models zählt ja auch als Selbstbau. Egal wieviel Teile danach abgegossen werden.

Ohne selbstgebautes Ur-Modell kein Abguss und man kann seine Zeit sicher an anderer Stelle besser nutzen.

Gerade bei vielen Teilen die gleich sind, z.B. Schrauben oder beweglichen Vor-Reibern an der Rauchkammertür.

Gruß Alfred
theylmdl - 08.01.08 22:24
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Tomas: Auch Dir alles Gute und viel Bastelspaß - wann hat die "große" 95er den Rollout...? Winke Die Gewinde werden weder geschnitzt noch geschnitten, die Bolzen sind nur Dummies für die Optik. Ich bewege mich ja hier in den Niederungen der elektrischen "Befeuerung" und nicht in den höheren Sphären des Echtdampfs.

@Alfred: Danke für Deine Zustimmung. Ich möchte noch ergänzen, dass es oft so ist, dass man später solche Teile noch einmal oder - typischer - ganz oft braucht. Wer dann das Urmodell gebaut und die moderaten Formkosten bezahlt hat, hat gut lachen. Die anderen dürfen ein paar weitere Stunden Freizeit in die Röhre schieben zum Verbraten.

Der Trick bei den günstigen Güssen: Du lässt ein paar mehr machen und nimmst dann z.B. je Deckel die gleichen Abgüsse vom Bäumchen - so sehen alle neben einander angebrachten Teile genau gleich aus.

Mit Basteln wird's heute nichts mehr. Für einen Schnappschuss war noch Zeit.



Das Bild zeigt drei meiner wichtigsten und liebsten Werkzeuge. Eine kräftige Pinzette dürfte wohl den meisten geläufig sein, vielleicht weniger der Dreikantschaber links oder die Korundschleifscheibe rechts. Der Dreikantschaber wurde vor rund 25 Jahren zum ersten Mal am Schleifbock aus einer ausgedienten Dreikant-Schlüsselfeile geschliffen. Aus seiner stark verkürzten Länge könnt Ihr erkennen, wie oft er seitdem auf Korundschleifpapier oder dem Arkansas-Stein abgezogen wurde. Ich schätze 'mal, dass der arme Kerl schon mehrere Pfund unerwünschtes Zinn und anderen Unrat wie Grate entfernt hat. Auf's Altenteil darf er aber erst mit mir Winke.

Der Pinzette ging's kaum besser. Nicht etwa, dass die gekröpften Spitzen noch die originalen wären. Nein nein, die wurden mehrfach nachgebogen und -geschärft, und das auch mit dem dritten Gesellen.

So eine Korundschleifscheibe auf einem Aufspanndorn für die Kleinbohrmaschine ist ungeheuer praktisch. Es gibt die Scheiben in unterschiedlichen Körnungen im Goldschmiedebedarf zu kaufen, beispielsweise unter der Bezeichnung Ruwa Discs (im Bild ein anderes Fabrikat, Ruwa Discs sind weiß). Dieses Werkzeug ist optimal, um mit minimalem Aufwand Unrat von Metall-Oberflächen zu entfernen (auf Kunststoff darf es wegen der Hitze-Entwicklung nicht benutzt werden, auch nicht bei langsamen Drehzahlen). Geschickte Naturen können sich mit einem Reißzirkel solche Scheiben auch leicht selbst aus ganzen Bögen Korundschleifpapier anfertigen. Eine mit solchen Scheiben in 1.000er-Körnung bearbeitete Oberfläche steht einem Spiegel nur wenig nach.

Im Bild seht Ihr eine neue, grobe Scheibe, die sehr gut geeignet ist, um Lotreste zu entfernen. Dieses Werkzeug benutze ich so oft, dass ich mir dafür eine eigene Low Budget-Kleinbohrmaschine angeschafft habe, die nur für die Benutzung damit da ist.

Wenn eines der der drei Teile fehlt, fühle ich mich kreuzunglücklich und verspüre eine fast schon starke Motivation, meinen Basteltisch aufzuräumen Winke . Ohne diese drei Musketiere hätte ich bei meiner kleinen Lok keine Chance.

Beste Grüße,
Regalbahner - 08.01.08 22:35
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

theylmdl hat folgendes geschrieben::
... verspüre eine fast schon starke Motivation, meinen Basteltisch aufzuräumen ...


mach das bloß nicht Ausruf Ausruf Ausruf
Dann findest du ja Nichts mehr lupe
Ich lasse mich in solchen Momenten vielleicht mal zu einer Umschichtung von unten nach oben hinreißen
aber alles Andere würde die natürlich gewachsene Struktur unwiederuflich zerstören Winke

Tschau Christoph
Rudolf - 09.01.08 07:48
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

nur der Vollständigkeit halber: es gibt diese Korundschleifer auch in Form eines kleinen Gummitellers, auf den die Korundscheiben aufgeklebt werden. Das hat den Vorteil, daß die störende Schraube in der Mitte wegfällt. Dadurch kann man flacher schleifen, auch in der Mitte eines Werkstückes. Diese Schleifer sind für mich ein unverzichtbares Werkzeug.

Ich gehe davon aus, daß kommendes Wochenende in Sinsheim wieder einige Händler diese Schleifer anbieten werden. Auch ich werde mir dort wieder meiner Jahresbedarf einkaufen, denn leider sind diese Schleifer am Pr....n-Regal in den Baumärkten fast nicht mehr zu bekommen.
theylmdl - 10.01.08 21:12
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Christoph: Okay, ich belasse es bei dem natürlich gewachsenen Chaos. Das fällt mir aber von Bastelstunde zu Bastelstunde schwerer Winke .

@Rudolf: Danke für den Hinweis. Umgekehrt haben die Papierscheiben den Vorteil, dass sie sich halbwegs flexibel der Oberfläche anpassen. Der nicht ganz 2mm hohe Kopf der meisten Aufspann-Dorn-Schrauben ist dann kein Problem mehr.

Irgendwann werden die Räder von Marco hier eintrudeln (vor Sinsheim wohl sicher nicht mehr Grins ). Also habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie ich die Edelteile halbwegs gescheit auf die Achsen bekomme. Im Forum wurden ja schon einige gute Lösungen vorgestellt. Für mich tun es wahrscheinlich die Kuppelstangen.

Daher - und weil für eigentlich wichtigere Vorhaben, wie die Anfertigung der Zylinder, nicht genug Zeit blieb - habe ich in einer Arbeitspause die Kuppelstangen aus den 0,5mm-Ätzblechen zusammen gebaut. Zur Erinnerung: Die Steuerung der kleinen Lok wird weder gefräst noch gegossen, sondern aus Ätzteilen gebaut.

Ich war ein wenig im Zweifel, ob das gut klappt. Aber seht selbst (ISDN-Nutzer: Hier kommen ca. 180kB).

Das erste Bild zeigt am Beispiel der rechten Kuppelstange die fünf benötigten Ätzteile (mittlere und äußere Schichten sowie die beiden äußeren Aufsetzstücke an den Enden).



Rechts und links hinter den Stegen der Ätzteile habe ich zusätzliche Stege mit zwei 1mm-Bohrungen vorgesehen. Zwei deswegen, weil sich die Stege so insgesamt besser gerade richten (denn die verbiegen sich sehr leicht auch bei 0,25mm Neusilber). Diese Teile habe ich mit aus dem Nutzen gesägt, die Teile mit Korundschleifpapier verschliffen und dann auf einem Holzrestchen mit 1mm-Stiften in Bohrungen fixiert. Die Übergänge von den Aufsetzstücken zur Stange in der Mitte sind auf die Hälfte tief geätzt und wurden später mit Rundfeilen angepasst.



Hier ist noch nichts verlötet, die fünf Teile sind nur zusammen gesteckt.
Dann habe ich die Teile mit einem Holzstift zusammen gedrückt und nach reichlich Lötwasser-Zugabe fett verlötet. "Fett" deswegen, damit ich weniger von den bei so großen Materialstärken unvermeidlichen seitlichen Anätzungen weg feilen muss.

Nachdem das Lot geflossen war (durch alle Trennschichten!), habe ich über angeätzte und nachgebohrte 1mm-Löcher einen auch später vorhandenen 1mm-Ms-Stift in die Schichten eingelötet. Sicher ist sicher Winke - das garantiert eine gewisse Langzeit-Stabilität.



Dann ging's an's Feilen und Putzen. Hier eine wirklich brutale Vergrößerung des hinteren Endes der rechten Kuppelstange, die sich zum Glück in der allgemeinen Unschärfe des Fotos verliert.



@squirrel4711: Bis zu unserem nächsten Treffen bastele ich noch ein "off limits"-Schild für Deine Kamera Winke .

Nach knapp einer Stunde war ich an diesem erfreulichen Punkt.



Nachdem das für mich schon ganz passabel aussieht, bin ich guter Hoffnung, dass es mit den anderen Steuerungsteilen auch nicht viel anders sein wird.

Beste Grüße,
Regelspur - 12.01.08 13:11
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

top sehr schöne Konstruktion Deine Steuerung. Durch den mehrschichtigen Aufbau erhält sie auch mehr Stabilität, als eine gegossene Kuppelstange in Messing.

Gruß Alfred
theylmdl - 12.01.08 23:41
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Alfred: Danke für das Lob der Kuppelstangen. Gestern habe ich die Sechskante noch in Form gebracht. Jetzt müssen nur noch die Lagerkeile nachgearbeitet werden, dann ist's gut. Ein zweiter Vorteil der Ätztechnik (neben der Stabilität durch die "Sandwich"-Bauweise): Ein nicht exakt kalkulierbares Schwundmaß wie beim Guss gibt's nicht. Der einzige Fehler kann von einem Filmversatz oder minimalen Filmverzug her rühren. Letzteres ist praktisch vernachlässigbar. Da einige Teile der Steuerung (beispielsweise die sechs Hängeeisen der Allan'schen Wippe) nur eine 0,5mm "dicke" Schicht haben sollen, wäre Guss ohnehin nicht in Frage gekommen.

Unangenehme Aufgaben werden zuweilen gerne verschoben. Gelegentlich stellt sich aber auch heraus, dass alles halb so wild ist, und so war's auch heute.

Die Wassereinfüllstutzen

Kürzlich nach einem Telefonat packte Alfred die Neugierde. Er hat dann versucht, solche Knie zu biegen. Leider habe ich Dussel ihm ein falsches Außenmaß durchgegeben gehabt ( Verlegen ), nämlich 4 statt 5 Millimeter. Bis etwa alte 80° ist Alfred wohl gekommen, dann kam der gefürchtete Riss.

Also habe ich auf die von meinem Wasserkran bewährte Technik des Keile-Sägens zurück gegriffen (100% Küchentisch-kompatibel).


Dabei kommt es vorwiegend darauf an, dass a) der Radius im Mittel stimmt und b) keine zu großen Spalte offen bleiben. Die mit der Säge nicht getrennten Reststege am äußeren Rand der Biegung sollten mit einem 50g-Hämmerchen ein wenig nachgetrieben werden, außerdem schadet es nichts, wenn die Schlitze dort ein ganz klein wenig mehr Luft haben als innen.



Passiert das Malheur doch einmal und es klafft irgendwo ein Schlitz, der sich nicht mehr gut mit Zinn verschließen lässt: kein Problem. An der Stelle kann einfach ein Stückchen 0,2mm- oder 0,3mm-Messingdraht eingelegt und mit verlötet werden.

Nach dem Verlöten mit reichlich Zinn heisst es feilen, schleifen, feilen, schleifen. 0,5mm-Wandstärke sind bequem genug, um die Knicke nahezu verschwinden zu lassen. Auf dem folgenden Bild zeigt die Licht-Spiegelung deren Reste, aber ich versichere Euch, dass davon nach der Lackierung nichts mehr zu erkennen sein wird. Mit dem Sandstrahlen sollte ich nun allerdings vorsichtig sein, sonst werden die Schlitze wieder sichtbar.



Das obere Ende des Stutzens habe ich zunächst lang stehen lassen, damit ich ihn besser gerade richten kann (mit einem Richtklötzchen). Bevor der Stutzen überhaupt in den Rahmen ging, musste ich die vorhandenen 4mm-Löcher mit viel Zartgefühl auf knapp 5mm aufweiten - denn da waren ja schon die Flansche aufgelötet. Von denen bleibt oben und unten gewissermaßen noch ein Elefantenhaar stehen, mehr nicht. Das Bild wird Alfred wahrscheinlich heimelig an seine T3 erinnern, denn die hatte ja noch höhere Stutzen Winke .

Nun gibt es bei dieser Technik ein kleines Problem. Wird beim Einlöten der Stutzen selbst zu heiß, fällt das Lot an den Fugen nach innen, und aus ist's mit der Schönheit. Daher wurden die Stutzen von innen mit den Rahmenblechen verlötet, wo es wegen des darunter liegenden 2mm-Blechs richtig Hitze braucht. Von außen wurden sie hingegen mit Wasser gekühlt.

Nach dem Ablängen und versäubern der Oberkanten habe ich die zwei Deckelchen gedreht.



Das rechte Deckelchen (Lokfahrerseite) sitzt leider noch zu lose und muss daher noch einmal angefertigt oder aufgefüttert werden. Ich fürchte, dass die Teile im Betrieb gerne verloren gehen. Der linke Deckel lässt sich durch Verdrehen sicher arretieren.

Unter den Stutzen - wo noch das Führerhaus-Bodenblech eingeschoben werden muss - geht's mächtig eng zu. Da hätte ich bei der Konstruktion ein Zehntel Millimeter mehr Luft vorsehen sollen. Das wird bei Montage und Zerlegung nicht ohne Lackschäden abgehen Traurig .

Damit das Wasser später gut fließt, sollten die Knie innen möglich keine größeren Grate oder Lotreste haben. Zum Glück lässt sich nahezu jeder innere Punkt nach dem Ablängen mit einem Kugelfräserchen in der Kleinbohrmaschine erreichen. Die Griffknöpfe muss ich noch einmal unter der Lupe ein wenig nacharbeiten. So sieht's dann bei abgenommenem Deckel aus.



Angesichts des Aufwands von etwa anderthalb Stunden war das nun doch nicht das befürchtete Drama, und ich bin wieder eine kleine Sorge bzw. einen Punkt der langen Liste los.

Beste Grüße und ein schönes Rest-Wochenende -
eXact Modellbau - 13.01.08 00:25
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Thomas, ich mag Deinen Thread. Das ist Selbstbau zum Anfassen. Danke!
Regelspur - 13.01.08 01:32
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

da hast Du ganz recht:Zitat

>>>Das Bild wird Alfred wahrscheinlich heimelig an seine T3 erinnern, denn die hatte ja noch höhere Stutzen<<<

Und ich hatte es etwas einfacher, denn der Kniedurchmesser war auch fast doppelt so groß, als das von Dir benötigte.

http://www.buntbahn.de/fotos/showphoto.php?photo=45060&size=big&password=&sort=7&thecat=7354

top Die Stutzen hast Du sehr fein hinbekommen, wie die ganze Arbeit bis jetzt.

Gruß Alfred
Helmut Schmidt - 13.01.08 19:47
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

ich muss dir einfach mal zu deiner Arbeit gratulieren, die immer wieder von großem Fachkönnen zeugt. gut

Ausserdem einfach noch einmal extra danken wie du dieses für uns alle verständlich und nachvollziehbar aufbereitest. Respekt

Es ist einfach eine Lust deine Bauberichte zu verfolgen. Applaus
theylmdl - 13.01.08 19:56
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Larry: Danke! "Selbstbau" ist ja auch der Zweck des Forums.

@Alfred: Danke auch Dir für das erneute Lob! Das Niveau Deiner Arbeiten kann ich nicht bieten. Aber für meine Zwecke ist's okay Winke .

@Helmut: Auch Dir vielen Dank für das Lob! Du zeigst ja selbst reichlich Engagement für die Arbeiten im Forum, da passt das prima und macht Laune.

Modellbaubegeisterte Väter mit beliebten Töchtern haben es zuweilen gut. So blieb heute wegen anderweitiger Beschäftigung von Chiara ein wenig Zeit, um etwas weit schwierigeres als den Wassereinfüllstutzen in Angriff zu nehmen. Dem Küchentisch im übertragenen Sinn sage ich dafür kurz Lebewohl, denn das geht nicht mehr gut ohne Maschine:

Der Rohbau des ersten Zylinders

Zunächst einmal habe ich eine ziemlich lange Zeit gegrübelt, wie ich mir die Zylinder bauen könne. Am liebsten wollte ich sie samt Deckeln aus einem Stück, aber leider gibt es da so ein paar Schwierigkeiten, beispielsweise den um 0,2mm eingezogenen Mantel zwischen den Deckeln und deren Haltern.

Da so ein Problem wahrscheinlich öfter in Selbstbaukreisen vorkommt, beschreibe ich meine Lösung etwas detaillierter. ISDN-Nutzer: Hier kommen 275kB, also schnell die <ESC>-Taste drücken!

Zunächst habe ich mir zwei Stück 15mm-Rundmaterial aus Messing auf etwa 45mm Länge gesägt. Nachfolgend beziehe ich mich nur noch auf den ersten Rohling.

Die eine Stirnseite wurde plan gedreht und mit einer etwa 16mm tiefen, zentrischen 2mm-Bohrung versehen. Die wird später das Kolbenstangenrohr aufnehmen. In die Stirnfläche habe ich dann eine Tasche von etwa 9,4mm Durchmesser und 0,5mm Tiefe eingedreht. Da sich das schlecht messen lässt, kann der Durchmesser mit einer vorher gedrehten 9,2mm-Scheibe geprüft werden. Passt die in die Tasche, wird nur noch nachgedreht und geputzt.

Dann habe ich den Außendurchmesser mit rund 24mm Länge auf 13,2mm abgedreht.



Im Teilapparat wurden acht Sacklöcher mit 0,8mm Durchmesser und etwa 2mm Tiefe angefertigt.



Nach dem Umsetzen des Futters auf das Drehherz habe ich dann mit einem Sägeblatt einen etwa 0,25mm breiten und 1,5mm tiefen Schlitz zwischen die Imitation des ersten Deckels und ersten Halters eingestochen. Auf dem Vorbildfoto von Seite 1 des Threads ist gut zu erkennen, dass die Aufspannbolzen außen sichtbar waren. So soll's im Modell dann auch sein.

Achtung: Dieses Verfahren ist gefährlich und nicht zur Nachahmung empfohlen! Dabei besteht eine erhebliche Verletzungsgefahr!



Eine meiner größten Sorgen bei der Bauplanung war: Wie bekomme ich die Bolzen vorne und hinten an die gleichen Positionen? Spanne ich um, sehe ich die erste Runde ja nicht mehr. Hier kommt die von mir ertüftelte, relativ ungenaue Lösung. Für Küchentisch-Niveau langt's aber.

Zunächst wird der Rohling im Futter auf 22,5° zu den Bohrungen ausgerichtet. Das geht prima mit so einem Abstandshalter auf dem Support und zwei eingesteckten 0,8mm-Bohrerschäften.



Bei der Fühlerlehre - hier mit Absicht locker gelassen - werden so lange die Stärken erhöht, bis die Schäfte stramm, aber noch waagerecht sitzen.

Dann habe ich - vorsichtig, vorsichtig! - mit einer vorab zentrierten Drehstahl-Spitze außen einen kräftigen, waagerechten Ritz graviert. Dieser Ritz liegt nun genau in der Mitte zwischen der Höhe zweier Bohrungen.



Dann habe ich den Rohling ausgespannt, abgesägt und auf 21,6mm Länge gedreht. Die vorzentrierte Bohrung erfolgte diesmal mit 2,5mm bis zum 2mm-Sackloch (für das Kolbenstangenschutzrohr vorne).

Es folgte die zweite Tasche. Danach kam Farbe in meine Wangen, und so kommt nun auch Farbe in die Fotos. Das folgende Bild auf dem Teilapparat sieht nämlich dem zweiten sehr ähnlich, aber da gibt's einen gravierenden, unauffälligen Unterschied.



Zunächst einmal habe ich direkt beim Ritz mit der Spitze des Dreikantschabers eine winzige Körnung gesetzt. Dann habe ich mit einem Reißzirkel mit sehr spitzen Spitzen von da rechts und links knapp 2,2mm Abstand angerissen. An einer dieser Markierungen habe ich eine winzige Körnung angebohrt, dann den Teilapparat um 45° verstellt und das Ganze wiederholt. Dann habe ich mir Ritz, Körnungen und Spitzen unter der Lupe angesehen, ob die Abstände halbwegs gleich aussehen. Ist das nicht der Fall, muss der Support mit dem Teilapparat noch entsprechend verfahren werden. Sobald die Testspitzen "stimmen", können auch die zweiten acht Sacklöcher gebohrt werden.

Beim dem Foto unter der Lupe hat sich dussliger Weise ein Span direkt neben die mittlere Körnung geworfen. Achtet bitte eher auf den Längsritz zum Vergleich der Bohrungslage.

Meine zweite Sorge war: Würde es mir ohne Ansatz am Drehteil glücken, den Mantel innen auf 12,8mm abzudrehen?

Dazu habe ich mir zunächst möglichst zentrisch einen 2mm-Dorn in das Futter gespannt und den Zylinder über die Kugel-gelagerte Spitze im Reitstock aufgedrückt. Das klingt verwegen. Der unvermeidliche Schlag schadet jedoch wenig, weil die von Helmut aufopferungsvoll gefrästen Halter für die Gleitbahnen ja über die mittlere Zylinderbohrung angebracht werden. Es kann also allenfalls geschehen, dass es zwischen vorderem und hinterem Ende der Gleitbahnen einen Versatz von ein paar Hundertstel Millimeter gibt. Der ist aber wegen der gesamten Konstruktion ohnehin nicht zu vermeiden.

Wie schon befürchtet, ratterte sich ein kleiner Abstechstahl beim ersten Versuch auf (ich erwähnte ja schon, dass meine ausgenudelte Maschine mehr klappert als zufrieden brummt). Mit einem sehr scharfen Schruppstahl und einmaligem Wenden klappte es dann aber doch <schwitz>.



Im Bild ist rechts am Zylinder nur ganz schwach zu erkennen, dass ich mir dort mit dem Reißzirkel in 4,9mm Entfernung von der Stirnseite einen feinen Ring angerissen habe. Dieser Ring muss später genau auf der Außenkante des hinteren, oberen Zylinder-Halteblechs innen liegen und dient zur Längs-Ausrichtung.

Und tataa! - dann war's soweit: Der erste Zylinder-Rohling konnte zur Probe in seinen gewässerten Halter eingelegt werden.



<seufz> - jetzt kommt das alles noch einmal Winke . Wie ich auf dem Foto sehe, sollte ich noch ein wenig 1.000er-Schleifpapier mit dem Mantel verabreden Grins .

Beste Grüße und eine schöne Woche,
theylmdl - 14.01.08 23:01
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Helmut Schmidt hat es den Forums-Mitgliedern in der Hamsterklause schon zartfühlend nahe gebracht, dass der Modellbauer zuweilen mit Kummer zu rechnen hat. Hier folgt eine Beschreibung meiner aktuellen Panne.

Nachdem das gestern mit dem ersten Zylinder prima geklappt hatte, dachte ich mir: Es ist Wochenende, Chiara ist bei der Mama, die Nachbarn schlafen fest - also flugs den zweiten bauen. Das klappte auch alles prima.

Dann kam so ein Punkt, an dem ich mir dachte: "Nun könntest Du es eigentlich gut sein lassen und ins Bett krabbeln." - das war schon ziemlich spät nachts. Dann flüsterte mir aber ein Teufelchen ins Ohr: "Ach komm, nur zwei kleine Arbeitsschrittchen, das klappt auch heute noch!".

Oh ja, und wie das klappte! Beim Einstechen der Nut für den letzten von vier Zylinderdeckeln zeigte sich das Sägeblatt ungewöhnlich fleissig Traurig .



Schwupps, klingelte der ganz abgestochene Deckel davon. Mäusedreck!

Das wird sich aber wohl noch retten lassen, denn der Riss ist nur ein Haar-Riss. Dennoch ärgerlich. Dem ersten Stimmchen hätte ich mehr Vertrauen schenken sollen.

Beste Grüße,
Helmut Schmidt - 14.01.08 23:21
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

ich hatte vorhin schon das Bild gesehen und mir so gedacht soll das so sein. gruebel

Jetzt hast du mir, für dich leider bestätigen müssen, dass ich mit meiner Vermutung richtig lag. Verwirrt

Zur Beruhigung kann ich dir aber sagen, wir sind da nicht alleine so geht es leider vielen von uns. Ich habe in den letzten Tag viel Zuspruch und Bestätigung erhalten, wir sind da nicht alleine das passiert leider uns allen öfter. Winke
rau.mi - 15.01.08 12:59
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,
nach solchen Missgeschicken brauche ich in der Regel eine Pause, bevor ich das Teil wieder von vorn anfange. Aber ich finde es gut, wie wir alle an Deinen einzelnen Schritten teilhaben dürfen. Da sind so viele Tipps und Kniffe dabei, ich profitiere viel von dem Thread.

Was mich noch interessiert ist das Einstechen mit dem Sägeblatt: hältst Du die Säge mit der Hand oder hast Du Dir einen Halter gebaut?

Gruß

rau.mi
theylmdl - 15.01.08 14:12
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo rau.mi!

Zitat:
hältst Du die Säge mit der Hand oder hast Du Dir einen Halter gebaut?

Ich benutze meinen Juwelier-Sägebogen, aber natürlich mit Griff nach hinten wegen der Drehrichtung des Drehbänkchens. Dabei halte ich den Bogen möglichst weit entfernt vom Futter vorne und hinten sehr gut fest und trage eine Brille.

Aber bitte noch einmal: Das ist kein Aufruf zum Nachmachen! Beispielsweise gibt's da die Gefahr, dass das Sägeblatt plötzlich klemmt und Bügel samt Pfoten Richtung Futter reißt oder schlimmer, dass es reißt und Stückchen davon durch die Gegend fliegen - beispielsweise in die Augen.

Wer etwas Geduld mitbringt, sollte die Deckel lieber separat drehen und mit Bolzenimitaten auflöten. Live-Steamer müssen ihn ohnehin verschrauben.

Den Zylinder werde ich nicht neu bauen müssen. Ich muss nur den abgestochenen Deckel im richtigen Abstand auflöten, was sicher nicht so schwer ist Winke . Insofern hält sich der Frust in Grenzen. Außerdem gab's heute noch eine große Freude zum Thema, aber dazu komme ich heute Abend.

Beste Grüße,
eXact Modellbau - 15.01.08 22:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Es gibt bei Fohrmann einen ganz dünnen Abstechstahl.
theylmdl - 15.01.08 22:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo, Freunde der 99 021!

@Larry: Ein 0,3mm breiter Abstechstahl? Da wäre ich aber neugierig.

Der Briefträger klingelte heute nicht, aber da ich einen großen und lauten Briefkasten habe, ist sein Kommen unüberhörbar. Im Kasten war ein Brieflein mit den Teilchen, die Helmut Schmidt unlängst so viel Kummer bereitet haben.



Das sind die Halter, die hinter dem Zylinder an der Kolbenstangenhülse die Gleitbahn-Aufspannplatten und den Halter für die Schieberschubstangenwelle vor dem Stopfbüchsenaufspannflansch halten (alles klar...? Winke ).

Na, vielleicht nicht. Diese kleine Skizze soll erklären, welcher Quader gemeint ist:



Oben und unten werden die Gleitbahnen angeschraubt und außen der Halter für die Schieberschubstangen-Hülse.

Zwei leicht selbst anzubringende Bohrungen habe ich Helmut nicht abgefordert (nämlich ober- und unterhalb des Durchbruchs für das Kolbenstangenschutzrohr), da diese für die Funktion unwichtig sind und leicht über das Ätzteil für den Flansch bestimmt werden können. Ansonsten ist aber eine gewisse Genauigkeit bei den 7,6mm hohen Zwergen aus 2mm-Blech wichtig, weil sonst der Kreuzkopf in den Gleitbahnen klemmen könnte, und das will ich nicht wirklich Grins .

@Helmut: Meinen ganz herzlichen Dank für Dein Engagement. Ein Platz in der "99 021 Hall of Fame" ist Dir gewiss.

Da ich heute zwangsweise einige Arbeitspausen hatte und nachher noch einmal 'ran muss, konnte ich mein Malheur mit dem Zylinderdeckel nach und nach ausbügeln.

Zunächst habe ich die Teile mit Lötwasser bestrichen und dann ein paar winzige Stückchen 0,3mm-Messingdraht an die Trennfuge gelegt (hinter den Bolzenbohrungen!).


Nein, die Bohrungen sind nicht schepp. Das ist die Verzerrung der Lupe. Hier ist alles "stangerlgrad".

Dann habe ich nolens volens (lat.: wollend oder nicht) acht Sechskantmutter-Imitate vorbereitet und auf die 0,8mm-Drähte geschoben, die den Deckel fixieren.



Das Ensemble wurde vorsichtig auf den bewährten, halben Ballast-Ziegelstein gehievt, noch einmal mit reichlich Lötwasser benetzt und ein paar Schnipseln Lot versehen (mit dem Cutter abgeschnitzt).


Oops, da steht ja hinten noch eine Mutter hoch...

Dann kam mein mittelalterlicher Brenner, der Mundbläser, zum Einsatz. Der erfüllte seine Pflicht wie seit über 20 Jahren ganz brav.



Da war ich schon guten Mutes. Also habe ich in der nächsten Unterbrechung das Zylinderchen mit der Spitze an das Futter als Planscheiben-Ersatz gedrückt, es machte "kracks", und schon war der hintere Deckel auch abgebrochen Winke .

Hehehe, also alles noch einmal. Was lange währt, wird dann aber doch noch gut. Der Mantel ließ sich auch aufgepresst auf die 0,8m-Bolzen passabel abdrehen.

Zuletzt habe ich noch das Kolbenstangenschutzrohr angefertigt und eingelötet. Außendurchmesser: 2,5mm. So sieht das im probehalber aufgelegten Zustand aus.



Nun freue ich mich schon auf die Anbringung der rückwärtigen Teile und den Bau der Schieberkästen.

Beste Grüße -
eXact Modellbau - 15.01.08 22:58
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Nein, aber 0,5mm. Nicht schlecht, oder? Winke

http://81.169.175.242/fohrmann/de/artikeldetail.php?aid=843
theylmdl - 15.01.08 23:32
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Larry!
Zitat:
Nein, aber 0,5mm.

Das ist cool! Auf die Idee, unter "kleiner Abstechstahl" zu schauen, bin ich Dussel nicht gekommen.

Besten Dank für den Tipp.

Viele Grüße,
rau.mi - 16.01.08 17:55
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Prima Idee, das Ding von Fohrmann. So einen Abstechhalter kann man natürlich auch selber machen und das Abstechmesser aus einem alten Sägeblatt. Dann tut es (dem Geldbeutel) auch nicht so weh, wenn es abbricht.

Gruß
rau.mi
theylmdl - 18.01.08 00:11
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute fand sich wieder ein Stündchen Bastelzeit. Beim Bau eines Dampflokomotiv-Modells gibt es ein paar besonders erhebende Momente. Dazu gehören beispielweise die Räder, die Anbringung der "Augen" (Lampen) oder der Zylinder. Der erste wurde heute mit dem Rahmen verbunden.

Zunächst habe ich die Halte-Bleche für das Zylinderchen auf der Heizerseite so lange nachgefeilt, bis die vorübergehend eingesteckte 2mm-Stange in beiden Achsen mittig im Steuerungsträger saß.



Ich habe bei dieser Lok Glück: Der Kreuzkopf kommt nicht zu nahe an den Zylinder heran. Je mehr er das nämlich tut, desto genauer muss der Zylinder fluchten. Was bin ich froh, dass ich nur ein Elektromodell baue, denn so spielt es keine große Rolle, wenn die Kolbenstange ein wenig schlabbert. Und das soll und wird sie hier auch, Hauptsache leichtgängig.

Dann habe ich alles satt mit Lötwasser benetzt und den Zylinder so lange mit der Flamme erwärmt, bis sich die Hitze auf die Halter übertragen hat. Der dort aufgelegte Lotschnipsel (ein eher größeres Kaliber) floß denn auch brav in alle Ritzen.



Leider hat es bei der Aktion den hinteren Deckel wieder ein klein wenig abgehoben. Beim Versuch, das zu korrigieren, fiel mir der ganze Zylinder wieder ab Traurig . Also - noch einmal putzen und löten.

Auf dem Foto sehr Ihr eines der schönen Frästeile, die mir Helmut Schmidt freundlicher Weise vor seinem Höhenmesser- und Hängebohrmotor-GAU angefertigt hat. @Helmut: Kopf hoch, das wird schon wieder!

Das Teilchen habe ich provisorisch so aufgesteckt, wie es später angebracht werden wird. Zwei simple 0,8mm-Bohrungen fehlen noch (von hinten für den Aufspannflansch).

Jetzt noch ein Lacher: Nachdem ich das auch eingelötete 2mm-Rohr abgelängt hatte, wollte ich mit einer provisorischen "Kolbenstange" einen Test auf Leichtgängigkeit machen. Huch! - die ging nur ein paar Millimeter einzuschieben, dann war Schicht im Schacht. Sollte das Lot so weit und so seltsam geflossen sein? Ich setze also einen 1mm-Bohrer im Stiftenklöbchen an - nichts zu wollen. Plötzlich fällt mir aus dem 2mm-Rohr ein 1mm-Rohr heraus, das sich da eingeschmuggelt hatte Grins . Da war ich aber schwer erleichtert. Das 2mm-Rohr war wohl schon 'mal im Einsatz gewesen bei irgendeiner Doppelhülsen-Geschichte.

So sieht das angelötete Zylinderchen (das angenehm schwer ist) von vorne aus.



Das Teil wird noch mehrfach erhitzt werden müssen, denn da muss ja noch der Schieberkasten aus Ätzblechen drauf.

Beste Grüße,
Rudolf - 18.01.08 07:43
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

seit einer Weile verfolge ich mit Bewunderung den Werdegang Deines Dampferchens. Nicht nur die Qualität Deiner Arbeit ist überzeugend, sondern auch das Tempo, das Du vorlegst. Alle Wetter!
theylmdl - 20.01.08 19:03
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Den gestrigen Tag wollte ich eigentlich ganz und gar meiner kleinen Lok widmen. Dann wurde ich doch noch ein wenig abgehalten, aber am frühen Abend war's endlich soweit.

Also habe ich mir diese Ätzblechlein aus 0,4mm-Neusilber ausgelöst...



..sie versäubert und zur linken Zylinderverkleidung und dem linken Schieberkasten zusammengesetzt.



Das klappte auch alles ganz prima. Lediglich die Paßnasen der Ätzteile dürften ein klein wenig länger sein, da muss später wohl noch gespachtelt werden (natürlich mit Lötzinn Winke ).



Als auch das Schieberstangenrohr "saß", konnte die (vorsichtige) Vermählung der Konstruktion mit dem Zylinderchen statt finden (mit der Flamme). Das klappte auch ganz prima. Als das Lot schon gut geflossen war, sprang das Modellfahrwerk plötzlich aus unerfindlichen Gründen vom Lötstein und schlug einen Meter tiefer auf die Dielen auf.

Dabei sind alle Teile aus dem noch heißen Bereich zersprungen und irgendwo durch das Zimmer geschossen. Dieses Bild zeigt, was ich auf die Schnelle wieder gefunden habe und wie's aussah.



Eine Stunde später fehlte mir dann nur noch ein Teil (das werde ich gleich weiter suchen in meinem Chaos), und eine weitere knappe Stunde später war (fast) die ganze Zylinderhalterung neu aufgebaut und der Zylinder versäubert. Den Schieberkasten hat's besonders übel erwischt. Ich hoffe, dass ich ihn wieder retten kann, und das werde ich vielleicht nachher noch versuchen.

Beste Grüße,
highmichl - 20.01.08 19:59
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Oh Thomas das ist Bitter, ich denke aber das du das schnell wieder hinbekommst.

Übrigens steht in deinen Bauanleitungen immer :vorher den Boden zu fegen damit man verlorene Teile schneller wiederfindet. Schlaumeier Verstecken

Kopf Hoch!


Gruß Michl
Helmut Schmidt - 20.01.08 20:12
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Glück-Auf Thomas,

das hättest du je eigentlich hier posten müssen, du hast mein volles Mitgefühl und ich wünsche dir, dass du alles wieder gerichtet bekommst.
theylmdl - 20.01.08 20:17
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Jungs,

danke für Euer Mitgefühl!

Michl hat folgendes geschrieben::
Übrigens steht in deinen Bauanleitungen immer :vorher den Boden zu fegen damit man verlorene Teile schneller wiederfindet.

Hehehe, bei mir sieht's immer aus wie bei Hempels unter'm Sofa. Klug schwätzen und klug fegen sind eben zwei Paar Stiefel Grins .

@Helmut: Ich hatte kurz überlegt, ob ich das unter "Pleiten, Pech & Pannen" poste, wollte dann aber das Posting doch kurz halten. Danke für den Link zum entsprechenden Thread.

Zum Suchen bin ich noch nicht gekommen.

Beste Grüße -
Helmut Schmidt - 20.01.08 20:37
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
@Helmut: Ich hatte kurz überlegt, ob ich das unter "Pleiten, Pech & Pannen" poste,

Glück-Auf Thomas,

da habe ich doch auch schon überlegt ob ich meinen Beitrag "Ist euch das auch schon passiert?" in "Pleiten, Pech & Pannen" umbenennen sollte.
theylmdl - 27.01.08 00:35
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Drei Tage nach dem "GAU" fand sich ein wenig Zeit für die Suche auf dem stets dreckigen Basteltisch-Boden. Und guckst Du da, das verlorene Kleinteil fand sich wieder! Drei weitere Tage später fanden sich Tochter und Vater bei einer beliebten, wenn auch seltenen "gemeinsamen" Freizeit-Beschäftigung: Die Tochter am Computer bei einem Spiel, der Papa zwei Meter davor am Basteltisch (was eine angeregte Unterhaltung über die individuellen Sorgen nicht ausschliesst Winke ).

Bevor ich nun morgen versuchen werde, den GAU zu reproduzieren Grins , war ich immerhin so klug, das leider nicht so prickelnde Ergebnis meiner Restaurierungs-Arbeit im Bild festzuhalten.



Ganz ohne bleibende Mängel ging's nicht ab, siehe zum Beispiel der innere vordere Abschluss des Schieberkastendeckels. Daher habe ich mir in das Pflichtenheft geschrieben, den Hinweis auf dem maßstäblichen "off limits"-Schild für die Kameras von squirrel4711, fido und seit einiger Zeit auch Marcel auf etwa zwei bis drei Meter zu erhöhen Grins . Das gilt überhaupt für jede bessere Kamera Razz .

Immerhin klappte das mit dem Auflöten des Zylinderchens wieder gut (Übung macht den Meister). Das Klötzchen im Bild hält die Zylinderverkleidung hier noch provisorisch. Bevor ich die auflöte, werde ich sie aber verstiften. Das Risiko gehe ich nicht noch einmal ein!

Sehr fies ist auch, dass mit jedem Flammlöt-Vorgang das Neusilber schwer "anläuft". Danach lötet sich's schlecht, also heisst es wieder "putzen", was aber natürlich nur außen geht. Na, wird schon werden. Die noch sichtbaren Löcher und Übergänge bei den Paßnasen und -nuten können sicher noch mit einem 80 Watt-Kolben verschlossen werden (bei ein bisschen Ansporn mit der Flamme). Im Mantel-Bereich dürften dann sogar 40 Watt genügen.

Beste Grüße,
squirrel4711 - 27.01.08 02:40
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

Du kannst ganz beruhigt sein. Ein GAU lässt sich nicht reproduzieren, degradiert er doch zumindest alle seine Vorgänger. Lachend Lachend

Es ist eine Augenweide Deine kleine Lok hier quasi am Bildschirm entstehen zu sehen. Diskriminierend finde ich allerdings die Grenzen die Du einigen BBF Mitgliedern hier setzt wenn sie einen "Photonenfänger" mit sich führen, zumal Du Dich, oder besser gesagt Deine Exponate, nicht zu verstecken brauchst.

Vielleicht solltest Du die Grenzen noch einmal überdenken, zeigt doch der nachfolgende Bildausschnitt aus etwa 2m Entfernung aufgenommen ein
HOn Modell

Deines Vorbildes auf einer Anlage die zur Schmalspurexpo 2007 in Lindenberg ausgestellt war. Die Originaldaten des Ausschnittes der im BBF nur verkleinert dargestellt werden kann ca. 1600 X 1200 Pixel könnten Dir bei der Neuberechnung der Fotoapparat freien Zone helfen. Sorry, hätte beinahe die Brennweite vergessen : 198mm.
Schönen Sonntag wünscht Dir der
Rainer
theylmdl - 28.01.08 01:28
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Rainer: Mit dem GAU hast Du Recht. Den Ausdruck finde ich ohnehin nicht so glücklich, wenn ich es bedenke, darum schreibe ich fortan lieber "Unfall" oder "Malheur". Ein größeres Unglück wäre es natürlich gewesen, wenn alles auseinander gefallen wäre. Es gab auch noch ein H0m-Modell von Kehi. Mit der Kamera hast Du auch Recht, ich geb's also auf und zeige meine Schwächen lieber gleich selbst Winke . Ansonsten danke für die Zustimmung aus sehr berufenem Munde Grins !

Achtung ISDN-Nutzer, bitte ducken, jetzt kommt's 'mal wieder ganz hart.

Steuerung links

Zunächst einmal fehlten in den von Helmut unter so unglücklichen Umständen - aber schön! - gefrästen Teilen noch zwei Bohrungen. Da ich die leicht selbst anmessen kann, habe ich sie ihm erspart. So habe ich's gemacht:



Das sind die zwei Durchbrüche für die Möchtegern-Bolzen des Stopfbuchsen-Flansches. Da ich kein Echt-Dampfer bin, hoffe ich, dass ich hier keinen Unsinn erzähle. Korrekturen sind willkommen Winke . Nachdem der erste 0,8mm-Draht die Geschichte in Position hielt, war die zweite Bohrung ein Kinderspiel. In dieser extremen Vergrößerung wirkt die seitliche Anätzung im 0,5mm-Blech natürlich brutal. Sie ist jedoch gar nicht so verkehrt als Tasche für das Lot.

Auch der Zusammenbau der ersten Gleitbahn (links oben) gestaltete sich einfach - alles passt bestens und sieht auch proper aus. Wer sich über den dicken Kloben hinten wundert: Der war nötig, damit die Aufspannschrauben am Winkel im Original genug "Fleisch" hatten. Vorne seht Ihr von links nach rechts den aus 0,5mm-Neusilber abgewickelten bzw. hier gebogenen Halter für die Schieberstangenhülse, eines der Frästeile von Helmut, den angesprochenen Flansch und zwei 0,8mm-Stifte, deren eine Seite schon vorbereitet wurde.



Das Thema mit dem Halter hatten wir schon einmal. Marco (Flachschieber) wußte dessen Zweck: Der daran anzubringende, weitere Halter mit Gleitstücken dient dazu, ein seitliches Ausbrechen der Schieberschubstange zu verhindern. Der kommt aber erst später.

So habe ich sicher gestellt, dass ich die Geschichte einigermaßen schepp zusammen gelötet bekomme Winke :



Beim Löten hat ein dritter Klotz hinten bei den Aufspannplatten auch für die dritte Achse gesorgt.

Da es mir gestern geglückt ist, die Zylinderverkleidung und den geretteten Schieberkasten mehr schief als schön mit dem Zylinder zu verheiraten, konnte ich die Gleitbahnen auch gleich hinten am Steuerungsträger anbringen. Das musste ich auch, weil dadurch die Längslage der von Helmut so prima gefrästen Halter bestimmt wird. Alfred (Regelspur) hat ganz Recht, wenn er den aus Schichten verlöteten Steuerungsteilen (Sandwich-Bauweise) eine hohe Festigkeit attestiert. Da werde ich mir wohl bald einen neuen Satz Nadelfeilen gönnen müssen. Das Zeug ist bretthart.



Damit die neuzeitlichen Photonen-Empfänger mir nicht zuvor kommen, nehme ich das lieber gleich selbst unter die Lupe.





Es war schwierig, den Halter für die Schieberstangen-Hülse zu biegen. Trotz Nuten auf der Innenseite blieb das 0,5mm-Neusilber so hart, dass ich es mit eingelegtem 2,0mm-Bohrer im Schraubstock oben rund dengeln musste. Aber auch das klappte, und so war die Anbringung kein Problem.



Oben an der Rundung ist eine Tiefätzung. Da kommt später noch ein Loch 'rein für die Anbringung des Schmiertöpfchens.

Nachdem ich schon so weit gediehen war (keine Pannen - wow!) wollte ich unbedingt noch einen Kreuzkopf in den Gleitbahnen haben. Hier seht Ihr die fünf Ätzteile aus 0,5mm-Neusilber-Blech, mit denen ich meine "Küchentisch-Lösung" für dieses nicht ganz triviale Teil geplant habe.



Die beiden Bohrer - 2,0 und 1,5mm - sorgen hier noch für eine gefällige Anordnung der drei senkrechten Schichten. Durch geschickte Durch- und Tiefätzungen bildet sich vorne eine nahezu quadratische Tasche von 1 × 1mm. Die dient zur Aufnahme der Kolbenstange.

Die Biegerei der Gleitstücke erwies sich als ungewöhnlich schwierig. Die Maße passen sehr gut, aber selbst für 0,25mm Neusilber ist auf so eine Länge (knapp 9mm) einige Kraft nötig. Schließlich gelang auch das mit Hilfe meines uralten Schraubstöckchens. Beide Gleitstücke wurden zunächst einzeln auf den Gleitbahnen getestet. Dort mußten sie durch ihr minimales Eigengewicht von selbst verrutschen.

Das gilt auch für den zunächst ohne und dann mit verzinnter Kolbenstange (das ist einfach harter Messingdraht) geprüften Kreuzkopf. Ganz hinten "klemmte" es zunächst noch ein wenig. Da fehlten noch ein paar Hunderstel Millimeter Höhenspiel. Dann lief aber jeder Punkt butterweich.



Im Bild das Tagesergebnis. Das war richtig erfreulich und ein großer Schritt vorwärts. Um die "Sauberkeit" kümmere ich mich vielleicht morgen, wenn meine Große poofen wird. Mit etwas Glück wird dann auch die zweite Schwester Stange folgen, die Treib Winke .

Beste Grüße,
Helmut Schmidt - 28.01.08 08:16
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Zunächst einmal fehlten in den von Helmut unter so unglücklichen Umständen - aber schön! - gefrästen Teilen noch zwei Bohrungen. Da ich die leicht selbst anmessen kann, habe ich sie ihm erspart.

Hallo Thomas,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinen absolut genialen Hochstapellösungen. gut

Nur die 2 Löcher wären absolut nicht das Ding gewesen. Das schwierigste ist immer das erste Loch nach der ersten Seite. Die Bohrungen wären noch in der ersten Aufspannung machbar gewesen und damit absolut „easy“. Sehr glücklich

Das Kleinteil musste ich immerhin von 4 Seiten bearbeiten und Seite 1 ist immer die Einfachste.

Gib doch zu, du hast einfach vergessen die Bohrungen in der Zeichnungsvorlage für das Fräsen einzuzeichnen. Winke

Mich hat es aber gefreut, dass es trotz aller Widrigkeiten und voraus gegangenem Supergau gelungen ist. Sehr glücklich
theylmdl - 28.01.08 23:55
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Helmut:
Zitat:
Gib doch zu, du hast einfach vergessen die Bohrungen in der Zeichnungsvorlage für das Fräsen einzuzeichnen. Winke

Okay, okay Winke . Aber das war ja nun wirklich kein Problem Grins . Stimmt, gestern war ein richtig guter Tag ganz ohne Pannen - und Deine Teile passen bestens!

Eben habe ich noch die Treibstange zusammen gesetzt, eine nette Alternative zur Gute Nacht-Geschichte Sehr glücklich .


Die Schichten der linken Treibstange werden mit einem Bohrer und einer Reibahle als Führung verlötet.

Und dann wollte ich doch 'mal sehen, wie das so wirkt. Also habe ich Kreuzkopf, Treib- und Kuppelstange mit Stiftchen provisorisch zusammen gesteckt und Euch davon auch einen Schnappschuss gemacht.



Zur Größe: Mein berüchtigter Euro-Cent hat einen deutlich größeren Durchmesser als der Zylinder.

Beste Grüße,
Jörg - 29.01.08 08:32
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas und Helmut,

jetzt fehlt mir gerade das richtige Superlativ.

Ausser das es mir viel Freude bereitet, die Arbeiten anzusehen und das Ein oder Andere kann man bestimmt für eigene Projekte verwenden.

Wenn ich jetzt sage macht weiter so, ist das zwar gut gemeint aber blöd weil Ihr eh das macht wie Ihr es macht und die Ergebnisse sprechen für sich.

So in 4 Sätzen Sprachlosigkeit zu stammeln ist auch nicht einfach Grins

bis bald
jörg
Kolbenfresser - 29.01.08 21:14
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas



Seit ich das Bild deiner Kuppelstange gesehen habe bin ich im Schockzustand Geschockt .
Diese Detailierung überfordert mich etwas. Respekt Respekt

Meiner Meinung nach müßte man von dir verlangen, deine Loks in Echtdampf zu bauen! Razz Es wird dir mit dem E-Antrieb einfach zu leicht gemacht, wo bleibt der Orginalgetreue Dampfantrieb? Razz Razz


Mich würde aber interessieren warum dein Kreuzkopf so extrem vom Vorbild abweicht? Das passt garnicht zu deiner Konstruktion!



Gruß

Roland
theylmdl - 29.01.08 23:34
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen!

@Jörg:
Die Liste aller freundlichen und hilfsbereiten Buntbahner, die mir bei meinem ehrgeizigen Projekt schon geholfen haben, fasse ich aber nicht auf jeder Seite des Threads neu zusammen! Das könnte leicht ausufern, zumal das schon weit mehr als ein Dutzend ist. Bei passender Gelegenheit folgt die Laudatio schon noch.

@Roland:
Vielen Dank für Deine Zustimmung. Wer Deine Leistungen an der Mallet bewundert hat, weiß, dass ich sie für meine Basteltisch-Bastelei nicht verdiene. Du hast ja wahrscheinlich schon gelesen, dass Deine Hochleistungs-Schwungmasse mir unter Idealbedingungen, aber mit scheppen Hilfsrädern, zu knapp 90 cm Auslauf verholfen hat Sehr glücklich .

Zitat:
Meiner Meinung nach müßte man von dir verlangen, deine Loks in Echtdampf zu bauen!

Nee nee, lieber nicht. Dafür bin ich nicht ausgerüstet, habe nicht genug Know-How und schon gar nicht genug Zeit. Aber nochmals danke, ich weiß, was Du meinst.

Zum Thema Kreuzkopf:
Ich ahne, was Du mit "warum dein Kreuzkopf so extrem vom Vorbild abweicht" meinst. Normaler Weise ist die Treibstange genau in der Mitte des Kreuzkopfs drehbar gelagert (beim großen Auge), damit die Winkelkräfte möglichst klein bleiben - nicht wahr?

Hier 'mal ein Ausschnitt aus dem Vorbildfoto vom ersten Posting dieses Threads (lang ist's her) in doppelter Vergrößerung. Darauf ist übrigens genau der zuletzt gebaute Teil zu erkennen (samt Schmiergefäß, Schieberschubstangen-Halter etc.).


Foto: Carl Bellingrodt, Quelle: http://www.inselbahn.de .

Dieses Foto hat mich darauf gebracht (wegen der Stellung der Treibstange), es so zu lösen. Ich fand es auch seltsam. Die Austrittsstelle und der Winkel der Treibstange lassen nicht auf eine Lagerung in der Mitte des Kreuzkopfes schließen.

Falls Du die vordere Hülse und die Spannmutter(n) für die Kolbenstange meinen solltest - die habe ich soeben schnell und reuevoll nachgetragen und den Schnappschuss zur Abwechslung sehr "Traditions-bewusst" mit einem Pfennig statt einem Euro-Cent gemacht:



Noch etwas stimmt nicht, aber das "krieje mer später", um es mit "Bömmel" aus der "Feuerzangenbowle" bei der Erklärung zur "Dampfmaschin'" auszudrücken. Die seitlichen Flanken der Kreuzkopf-Führungen sind viel zu hoch. Die werden aber erst herunter gefeilt und geschliffen, wenn der Rest funktioniert.

Beste Grüße,
Kolbenfresser - 30.01.08 17:41
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas


Ich wäre froh an meiner "Werkbank" ähnliche Ergebnisse zu erzielen wie du an deinem Basteltisch.
Dank "Basteleien" von Dir und anderer, schärft sich meine Blick für Details auch langsam.



Bei der recherche zu meiner Mallet habe ich diese Kreuzkopfvariante auch gesehen.

Kreuzkopf RR Mallet (Kolbenfresser)




Als ich die Gelegenheit hatte die Originale aus der nähe zu sehen, konnte ich erkennen, dass die Schubstange auf der Kreuzkopfseite auch eine Lagereinstellvorrichtung hat. Aus der ferne kann man diese Schraube für die Lagerstelle der Schubstange halten.




Kreuzkopf 995902 (Kolbenfresser)



Kreuzkopf 995906 (Kolbenfresser)




Gruß

Roland
theylmdl - 30.01.08 21:22
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Roland!

Nun ja - dann habe ich mich in diesem Punkt wohl verhauen Traurig . Danke für die schönen Fotos! Ich bleib' dabei: Deine Mallet ist eine selten schöne Spitzenleistung im Modellbau - und das in Live Steam!

Hier noch der Link auf ein schönes Foto eines Kreuzkopfs der 99 5906 von fido in der BBF-Galerie:
http://www.buntbahn.de/fotos/showphoto.php?photo=6989

Da ein Umbau des Modell-Kreuzkopfs einer Neukonstruktion des Antriebsstrangs gleich kommt, bleibt das so, wie es ist. Ich hatte ohnehin schon Probleme, die Vorbildbreite einzuhalten, und musste beim Abstand der Zylinder ein paar Zehntel Millimeter zugeben.

Beste Grüße,
theylmdl - 03.02.08 23:18
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Wegen konspirativer Krankheit meiner Tochter und mir Winke bin ich ein wenig zurück mit meinem Bau. Dafür klappte auf der Lokführerseite alles gleich um einiges besser - und schneller - als auf der Heizerseite. Zwar gab's einige Zitterpartien, aber keine echten Pannen oder gar Katastrophen.

Daher sieht das Zwischenergebnis auch sehr viel besser aus:


Auf diesem Bild sind fertig gebaut und angebracht: der rechte Zylinder, die Zylinderverkleidung samt Schieberkasten, die Gleitbahnen und der Schieberstangenrohr-Halter.

Leider habe ich dann bei einem kritischen Blick von oben doch noch eine üble Panne entdeckt, und zwar von der Sorte, die sich nicht so ohne weiteres beheben lässt. Der Soll-Abstand zwischen der Innenkante der Gleitbahnen und der Außenkante der Rahmenwangen beträgt 13,3mm. Gemessen habe ich vorne aber rechts wie links nur 13,0mm Traurig . Das kann nur ein Planungsfehler sein. Richtung hinterer Gleitbahnträger fällt dieses Maß (nur auf einer Seite) um etwa 0,1mm ab. Wenn das 'mal keinen Kummer gibt...

Auf dem zweiten Bild seht Ihr meinen altertümlichen "Mundbläser", mit dem ich Flammlötungen mache. Das Gerät heißt so, weil über den beim Handstück angebrachten Schlauch die nötige Luft mit dem Mund zugepustet wird - bei größeren Arbeiten eine Schweiß-treibende Angelegenheit Grins . Über die Rändel-Schraube wird die Gaszufuhr geregelt.



Ferner noch ein Nachtrag zum Thema "Digital-Steuerung". Roco hat zum Dezember 2008 ein "multiMaus pro"-System angekündigt (das ist dann blau und nicht mehr rot Winke ). Es wird zwar deutlich teurer sein als die bisherigen Systeme, kann dafür aber nicht nur CVs auslesen. Die dazu gehörige multiMaus pro (das Eingabegerät) ist kabellos und kommuniziert per Funk mit der "Zentrale". Die Kommunikation mit dem PC ist direkt möglich. Fehlt eigentlich nur noch die Unterstützung für mehr Strom, denn bei den 52VA ist's (bisher) leider geblieben. Damit erfüllt das Teil (fast) alle meine Wünsche.

Beste Grüße,
fspg2 - 04.02.08 16:39
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,
Zitat:
Ferner noch ein Nachtrag zum Thema "Digital-Steuerung". Roco hat zum Dezember 2008 ein "multiMaus pro"-System angekündigt (das ist dann blau und nicht mehr rot Winke ). Es wird zwar deutlich teurer sein als die bisherigen Systeme, kann dafür aber nicht nur CVs auslesen. Die dazu gehörige multiMaus pro (das Eingabegerät) ist kabellos und kommuniziert per Funk mit der "Zentrale". Die Kommunikation mit dem PC ist direkt möglich. Fehlt eigentlich nur noch die Unterstützung für mehr Strom, denn bei den 52VA ist's (bisher) leider geblieben. Damit erfüllt das Teil (fast) alle meine Wünsche.


wie ich gehört habe, ist es eine Entwicklung von hke, die bis 2005 eine eigene Lösung angeboten haben - beschrieben etwa in Seitenmitte:
http://www.digital-bahn.de/info_kompo/zentrale_multi.htm#hke

Auch ich bin auf dieses Gerät sehr gespannt, da ich noch einige Lokmaüse 2 herumliegen habe.

P.S.: Ich bin jedesmal wieder erfreut über Deine modellbauerischen Ausführungen - bitte berichte weiter so! Sehr glücklich

edit: link bereinigt! Danke Thomas!
theylmdl - 04.02.08 17:40
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Frithjof,

hier vorab nur kurz der richtige Link ohne Umwege: http://www.digital-bahn.de/info_kompo/zentrale_multi.htm#hke . Da der Monsterlink von Google das Layout sprengt - was hältst Du von einer kleinen Korrektur Winke ?

[edit]
Hallo Frithjof,
ich danke Dir! Dass Roco und Lenz sich getrennt haben, hat mir schon jemand anderes "geflüstert". Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die neue Version und fange jetzt schon 'mal an zu sparen Winke .
[/edit]

Beste Grüße,
theylmdl - 10.02.08 21:44
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Gemeinde!

Da bei dem "Maloja & Chiavenna"-Thread kürzlich über die Blech-Roll-Technik sinniert wurde und dort außerdem kürzlich eine hochattraktive Hutmode vorgestellt wurde, mache ich 'mal einen kleinen Exkurs zu meinen diesbezüglichen Überlegungen - der gedankliche Ansatz ist sehr ähnlich.

Nach einer Beratung mit Ralph Reppingen - der mir zum Rollen des Kessels meiner kleinen Lok geraten hat - habe ich mir überlegt, nicht nur Nuten an der Innenseite des zu rollenden Blech vorzusehen (damit die gedachte Mittellinie besser eingehalten wird), sondern auch die Enden mit einer Tiefätzung von vorne und einer von hinten einander überlappen zu lassen.



Die kleine Grafik zeigt das Prinzip (ohne Nuten) im Querschnitt. Bei den roten, senkrechten Linien liegt die Naht (also jeweils bei der Hälfte der einen und anderen Tiefätzung). Im dümmsten Fall kann so ein Blech nach dem Ausglühen und Säubern mit Schlauchschellen und untergelegten Alustreifen auf ein gedrechseltes Rundholz gespannt und dann Stück für Stück verlötet werden.

Der Vorteil der Überlappung liegt a) im Überstand beim Rollen (die tief geätzten Teile sind leichter nach zu formen, denn an den Enden rollt sich nichts) und b) in der stabilen Lötverbindung durch eine hinreichend große Fläche. Im Fall meines kleinen Kessels ist die Überlappung 4mm breit (und liegt unten am Kessel).

Sonstige Neuigkeiten gibt's nicht, schon gar keine, die ein Bild wert wären - ich habe inzwischen die rechte Treibstange montiert, der Rest musste wegen anderer Aufgaben warten.

Beste Grüße -
Stoffel - 10.02.08 22:20
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Thomas,

na, ich liefere mal das Bild für Deine Überlegungen nach ...



Mal auf die Schnelle ein Ausschnitt aus dem Bild der Ätzbleche, das ich dieser Tage schoss. Der Blechlappen wird mal die Rauchkammer.

Ich hab, die gleichen Überlegungen angewandt. Zusätzlich habe ich im Überlappungsstreifen noch ein paar Löcher vorgesehen, damit beim Verlöten provisorisch schon mal mit Nieten, Nadeln, Nageln oder was auch immer die beiden "Teppichenden" zusammengehalten werden können.

Beruhigend ist doch, dass wir getrennt voneinander zur gleichen Überlegung kamen. Das macht die Sache doch vertrauenserweckend. Aber ob´s wirklich funzt ....... Frage


Grüße vom St Durchgeknallt ffel
theylmdl - 10.02.08 22:59
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Stoffel,

danke für das Bild, das ergänzt meinen Beitrag sehr gut! Da kann ich nur sagen: "zwei Dumme, ein Gedanke". Ich bin ebenso froh wie anscheinend Du, dass wir auf die selbe Idee gekommen sind. Das mit den Löchern ist natürlich gleich nochmal einen Schritt weiter gedacht!

Das wird schon klappen mit der Rollerei. Ich habe noch nicht 'mal so eine Nudelmaschine und bin doch zuversichtlich, dass es auch ohne klappen wird, also 100% "Küchentisch". Bis zur Berichterstattung dauert's aber noch, denn ich arbeite streng von unten nach oben.


Der Link öffnet ein größeres Bild.

Auf dem Bild sind (zumindest in der Vergrößerung) beide von mir angesprochenen Fälle zu erkennen. Die beiden großen Teile oben sind die Rauchkammer mit dem Ausschnitt für den Schalter des Rauchgenerators und der Kessel mit den Tiefätzungen für die Ringe, das matte, gewellte Teil darunter ist der durchgehend tief geätzte Dampfdom. Dessen Abwicklung wäre auch noch 'mal ein BBF-Tutorial wert Grins .

Die durchgeätzten Nuten im Dom-Blech dienen der Aufnahme eines Zwischenbodens, denn der Dampfdom wird ganz sittenwidrig als Ausgleichsbehälter für das Dampf-Destillat dienen, dessen tiefster Punkt nicht tiefer liegen darf als das Kapillar-Rohr des Generators.

Grüße vom "Langen",
anoether - 10.02.08 23:11
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin ihr zwei Kesselbauers.

Die Rollerei funzt prächtig:



Viel Spaß Winke Ausruf

Gruß Andreas
Stoffel - 11.02.08 01:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Mahlzeit Andreas,


anoether hat folgendes geschrieben::
Die Rollerei funzt prächtig:


Und Frage Längenänderung Frage

Nebenbei: so wie´s aussieht, dürftest Du ja die nächsten 27 Jahren mit dem Setzen von Nieten beschäftigt sein. Verdrehter Teufel


Grüße vom Stoffel
anoether - 11.02.08 14:46
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Stoffel,

Stoffel hat folgendes geschrieben::
Und Frage Längenänderung Frage

nix messbar.
Ich habe mir vorsichtshalber für die innere Kontur Schablonen gestrahlt und die passen "schraubsaugend" ... .
Man bekommt soetwas übrigens auch dicht:



Stoffel hat folgendes geschrieben::
Nebenbei: so wie´s aussieht, dürftest Du ja die nächsten 27 Jahren mit dem Setzen von Nieten beschäftigt sein. Verdrehter Teufel

Und dabei lässt sich´s so herrlich abschalten ... Lachend .

Aber nun kommen wir zu Thomas´ kleinem Kunstwerk zurück ...

Gruß Andreas
theylmdl - 11.02.08 15:06
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hiho!
Andreas hat folgendes geschrieben::
Aber nun kommen wir zu Thomas´ kleinem Kunstwerk zurück ...

Danke für das unverdiente Lob. Von Deiner oder Stoffels Klasse bin ich noch weit weg - ich übe noch. Ich freue mich über konstruktive Beiträge zur Modellbautechnik in diesem Thread, daher finde ich den Beitrag durchaus nicht off-topic.

@Andreas: Was Du da mit Deinem Micro-Ship zeigst, könnte auch ein Kesselwagen sein, hm...? Karten auf den Tisch Winke !

Beste Grüße,
Helmut Schmidt - 11.02.08 15:41
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Glück-Auf ihr Kesselflicker,

als ich finden die Inklusive dem Beitrag von Andreas auch nur genial und bestimmt nicht "Genial daneben". Winke

Ich bin ja auch ein Freund von Blechabwicklungen und -Vervormungen. Sehr glücklich

So jetzt höre ich aber auf bevor ich eine Betrag auf die Zylinderblechverkleidungen der Xrot Zylinder setze.
Smile von http://www.schiffsmodell.net/ gelinkt wo ich Mitglied bin.
theylmdl - 18.02.08 00:31
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Der 17. Februar ist "ein Herz für Stoffel"-Tag. Der Weg dahin erforderte allerdings ein wenig Vorarbeit.

Die ISDN-Nutzer sollten sich 'mal wieder ducken und pfeilschnell die <ESC>-Taste oben links drücken, denn jetzt kommt's gleich knüppelhart.

Hier haben wir erst einmal ein bunt durcheinander gewürfeltes "Rateschmal" diverser Ätzteile (0,4mm Messing) und Wasserstrahlteile (0,8mm Messing).



Als Biege- und Roll-Vergleichsobjekte habe ich mir drei Teile meiner kleiner Lok ausgesucht, weil Stoffel mir unlängst die Ehre erwies, mich wegen der Rollfrage anzurufen Winke . Also musste ich's auch gleich genau wissen. Klappt's oder klappt's nicht? Fall 1 und 2 gehören zusammen, nämlich die Rauchkammer und deren Abdeckung samt Tür, denn die muss aus Wartungsgründen steckbar bleiben.

Bevor die gebaut werden konnte, musste aber zunächst einmal der Rohbau der Rauchkammer- bzw. Kesselstütze her. Der besteht aus 0,8mm-Wasserstrahlteilen.



Der eingelegte Schiebeschalter ist für den Rauchgenerator, der Schieber wird später über einen gekröpften 1mm-Draht bewegt werden. Außerdem ist das Teil für die Montage wichtig. Im Bild ist das nicht zu sehen, aber außen an der 2mm-Ms-Platte sind zwei M3-Gewinde für Bundschrauben, die den Kessel samt Rauchkammer vorne mit dem Rahmen verbinden. Das sichtbare Loch ist einer von zwei Durchbrüchen für elektrische Verbindungen (Litzen).

Da das Steckteil vorne an der Rauchkammer eine Vorbedingung für den richtigen Zusammenbau deren Mantels ist, ging's damit los.



Die "Splinte", die Reibahle und die Rundfeile halten die zwei Schichten Pi mal Daumen in Form.

Wo ich gerade so schön am Basteln war, dachte ich als fauler Hund gleich darüber nach, wie ich möglichst einfach die Rauchkammertür-Imitation mit einer Wölbung von 1,5mm lichter Höhe versehen könnte. Statt anderthalb Stunden Werkzeuge zu bauen, habe ich fünf Minuten überlegt und schließlich eine geeignete 19mm-Nuss, einen passenden, harten O-Ring, ein 8mm-Sperrholzrestchen und einen 300g-Hammer gefunden Grins .

Im Verlauf der sechsten Minute sah ich dies:



...was umgedreht so aussah:



Fein, dass die Nuss am Rand innen gleich konkav ist, das spart doch viel Arbeit. Ein paar Minuten Schleifpapier-Einsatz rundeten die Tür so ab, dass auch die Lichtbrechung keine Kanten mehr verriet.

Etwas kniffliger wurde es schon beim Einlöten des Rings für die Steckverbindung. Da ist allerlei schief gegangen, aber letztendlich saß er doch mehr oder minder, wie er soll.

Hier komme ich zum ersten Mal zu Stoffels Fragen. Dieser Ring (ohne Nuten) war eindeutig zu lang, und zwar etwa um 0,3mm. Berechnet war er auf die Mittellinie. Die Überlappungsstelle ist im folgenden Foto rechts oben. Zum Glück genügte es, die Überlappungsteile um etwa dieses Maß zu kürzen. Also: Ohne Nut ergibt sich mehr Dehnung als Stauchung, also eine Längung des Materials - zumindest bei so kurzen Teilen.



Nun wurde es spannender. Die zu rollenden oder biegenden Bleche waren natürlich zuvor ausgeglüht worden. Hier reden wir über 0,4mm-Messing. Der Rauchkammer-Mantel ist das Testteil mit Nuten. Die sind 0,5mm breit und haben ein (theoretisch!) erhabenes Zwischenstück von 0,7mm. Was die seitliche Anätzung daraus macht, ist eine Frage des Frühstücks, des Wetters und der Schuhgröße des Galvano-Technikers Grins .



Ach so - auf diesem Bild ist die Möchtegern-Rauchkammertür schon aufgelötet. Dank der vorgeätzten Bohrungen ist die Zentrierung mit Stiften kein großes Thema.

Als halbwegs passender Kern fand sich ein Filmdöschen. Das wurde so lange mit Malerkrepp umwickelt, bis der halbwegs passende Durchmesser erreicht war. Krepp und Dose haben eine gewisse Flexibilität, was hier ganz gut ist. Den vorgebogenen Mantel (das habe ich mit meinen scheppen Pfoten gemacht) habe ich mit einer Schlauchschelle auf die Dose gespannt. Hier wurde also nichts gerollt, nur von Hand verformt.



Die Schelle war aber ein blöder Fehler, denn sie hat innen scharfe Kanten, und die haben mir bums ein paar Nuten nach innen gedrückt Traurig . Es wäre natürlich richtig gewesen, zumindest einen Streifen 0,5mm-Polystyrol unter die Schelle oder zumindest deren Schraubstück zu klemmen.

Da ich der große Lötkolben-Künstler bin, habe ich es nicht nur geschafft, den Rauchkammer-Mantel trotz Durchbruch für den Schalter auf der Filmdose zu verlöten, sondern das Ganze auch zu trennen - also den Mantel, den gestrahlten, äußeren Formring und den Einschub vorne (und die leicht deformierte Filmdose Grins ).



Zurück zu dem, was Stoffel interessiert. Mit Nuten bleiben nach der Formung außen Spuren zurück. Hier bin ich schon ein wenig mit Schleifpapier drübergerutscht, aber sie sind noch deutlich sichtbar. Das Ergebnis kann dennoch überzeugen. Und die Länge stimmte auch (fast genau, die Abweichung war < 0,2mm).



Diese ungeschönte Aufnahme zeigt das Manko noch deutlicher - ohne Schleif-Fleiss kein Preis:



Jetzt wisst Ihr auch, warum ich erst die Kessel-Stütze "rohbauen" wollte. Nämlich, damit ich diesen Schnappschuss von der Werkbank machen kann:



Der dritte Versuch ging leider partiell daneben. In vollem Wagemut wollte ich noch den Dampfdom montieren. Mantel wirklich gerollt, Ms 0,4mm auf 0,2mm tief geätzt, Einlegeböden und ein äußerer Ring. Das Rollen hat super geklappt. Der Dom-Mantel hat eine fette Überlappung, damit es auch über das Ende hinaus rollt.



Diese Überstände müssen nach dem Rollen auf Moosgummi abgesägt und die Kanten verfeilt werden (oben: erledigt, unten: in Arbeit).



Leider stellte sich an diesem Punkt heraus, dass ich da irgendwo einen Fehler gemacht habe. Bevor ich weiter poste, muss ich den erst erforschen Winke .

Verbogene Grüße,
Stoffel - 18.02.08 01:07
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Thomas,


Zitat:
Der 17. Februar ist "ein Herz für Stoffel"-Tag.

Das nenn´ ich doch mal sozialkompetent Blume Aber warum postest Du dann erst am 18. Frage Grinseteufel
Egal, in Zukunft machen wir das jetzt immer so: Du probierst und schreibst dann, was alles schief gehen kann und ich mach´s dann auf Anhieb richtig. Grinseteufel Das erspart mir Zeit und Geld. Pfeifend


Zitat:
... weil Stoffel mir unlängst die Ehre erwies, mich wegen der Rollfrage anzurufen

Och, nicht der Rede wert. Erzähle es der Hand Ich habe eine Telefon-Flatrate. Hat mich nix gekostet. Intrigant
Weiter im Text. Die Rauchkammertür habe ich ja schon, spannender ist Deine Rollerei......


Zitat:
Ohne Nut ergibt sich mehr Dehnung als Stauchung, also eine Längung des Materials - zumindest bei so kurzen Teilen.

Erstaunlich ist doch, dass der Rauchkammer-rückseitige Ring zu lang wurde. Sicher hast Du mit Biegung um die neutrale Linie gerechnet. Und den Umgang mit Pi traue ich Dir ohne Weiteres zu. Mmmmmmmh. Nachdenklich Die Idee mit der neutralen Linie haut in der Rollbiege eigentlich schon hin - solange man den Anpressdruck zwischen den Rollen nicht zu stark einstellt ..... Verlegen Verlegen

Dafür scheint aber das "handgerollte", "gerillte" Blech sich gut an die Theorie zu halten. Hier hätte ich eher erwartet, dass ich die neutrale Linie nach Außen hin verlagert, was tendenziell zu weniger gelängtem Blech führt. gruebel Scheint aber auch irgendwie der Fall zu sein. Ich bin mir nur nicht so sicher, ob Ausglühen des Bleches so richtig ist. Wird das nicht zu weich Frage Frage Frage

Mmmh, dagegen sehe ich mit der Sichtbarkeit der Nuten wieder gar kein Problem. lupe Der Radius Deiner Rauchkammer ist doch relativ klein. Trotzdem lassen sich die Rillenspuren scheinbar leicht mit Schmirgelleinen beseitigen. Spätestens wenn Lack drauf ist, sieht das keine S.. mehr. Verdrehter Teufel Insofern: Passt scho Ausruf (wie man in meiner Heimat zu sagen pflegt Winke )

Dein Beitrag bringt die Welt jedenfalls wirklich mal vorwärts. gut Die Geschichte mit dem Dom kriegst Du sicher noch in den Griff. Ich wäre schon ganz verunsichert, wenn Du in so einem großen Ätzblech nicht irgendwo ein Fehlerchen versteckt hättest. Razz In zwei, drei Tagen sollten meine neuen Kesselbleche so weit sein. Dann starte ich zum Gegenbericht...... Schreiben


Grüße vom St Scherzkeks ffel
theylmdl - 18.02.08 01:42
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hiho Stoffel!

Zitat:
Das nenn´ ich doch mal sozialkompetent Blume Aber warum postest Du dann erst am 18. Frage Grinseteufel

Ei, weil ich den ganzen 17. Februar bis nach Mitternacht für Dich den Beta-Tester gegeben habe Sehr glücklich .
Zitat:
Sicher hast Du mit Biegung um die neutrale Linie gerechnet.

Ja sicher. Und wo legst Du die hin? Das ist nämlich der Witz bei der Sache. Bei den Teilen mit Nuten habe ich sie beim ersten Drittel von außen gesetzt, in der Annahme, dass das so passen könnte, bei denen ohne in's innere Drittel bzw. bei dünnen Teilen bei 50%.
Zitat:
Wird das nicht zu weich?

[ausgeglühtes 0,4mm-Blech] Ja, das ist anschließend butterweich. Aber mit meinen Ringen und Formteilen (Rauchkammer-Abschluss-Einschub) noch fest genug. Der Außen-Durchmesser der Rauchkammer ist 33,8mm. Mit dem Schleifen hast Du Recht. Ich nehme allerdings Korund-Schleif-Papier, nicht -Leinen. Die Stufen werden später nicht mehr sichtbar sein.
Zitat:
Passt scho

Das kann nur bayerisch sein. Wie Herr Bussmair von SB-Modellbau zu sagen pflegte: "Dös ist ein Umbau, der wos unschwierig ist.".
Zitat:
Ich wäre schon ganz verunsichert, wenn Du in so einem großen Ätzblech nicht irgendwo ein Fehlerchen versteckt hättest.

Einem...? Vier (3 × 300×200mm, 1 × 200×150mm in drei Stärken, und zwei Materialien, plus 2 × 300×200mm Wasserstrahlteile in Ms 0,8mm).

Zum Trost: Ich nähere mich stark dem Dutzend der Planungsfehler Sehr glücklich. Da stehe ich aber auch zu. Ist für zwei Jahre Planungszeit immer noch ein prima Ergebnis.

Erfreute Grüße,
Dampffan 18 - 18.02.08 16:42
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo ihr Bastler,
ich muss sagen, dass sieht einfach nur klasse aus.Applaus Applaus Applaus Applaus
Weiter so. Das mit der Nuss für die Rauchkammertür finde ich gut. Nur Leider etwas Spät....
Ich wuste mir nicht anders zu helfen und hab aus einer alten Gaskartusche den Deckel ausgeschnitten und auf ein stück Kupferblech gelöted und mit dem Scharnier versehen.

Viele beeindruckte Grüße vom Dampffan
Stoffel - 18.02.08 23:24
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Dampffan,

Zitat:
Ich wuste mir nicht anders zu helfen und hab aus einer alten Gaskartusche den Deckel ausgeschnitten und auf ein stück Kupferblech gelöted und mit dem Scharnier versehen.


Na und Frage Das ist doch völlig in Ordnung. Ich habe hier schon dümmere Ideen gelesen. Alles was kreativ ist, ist erlaubt Ausruf Ausruf Große Zustimmung



Grüße vom St Frosch ffel
theylmdl - 19.02.08 22:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Ich bin wegen kollektiver Krankheit (Tochter, Mutter, Vater) derzeit behindert, daher geht weder Arbeits- noch Bastel-mäßig allzu viel. Hier jedoch ein kleines Einleitungsbild zum folgenden Theorie-Beitrag, der ist noch drin, da ich mir die nicht mehr erarbeiten muss. Grippe-geschwächte Leser sollten die Lektüre verschieben.



Die Scharnierbänder sind vier Ätzteile aus 0,4mm-Messing. Die tiefgeätzten Ösen werden um ein Stück 0,8mm-Messingdraht gebogen und dort verlötet. Das Bild der fertigen Scharniere schenke ich mir, die werden noch oft genug gezeigt werden.

Abwicklungs-Planung

Das ist ein Thema, dem ich bei der Teilekonstruktion immer wieder begegne. Darum scheint es mir sinnvoll, etwas davon zu erzählen, bevor ich in's Bett krabbele, um mich auszukurieren.

Hier haben wir zum Beispiel im Schnitt die Abwicklung der Ösen der Rauchkammertür-Scharnierbänder.



Der Umfang eines Kreises lässt sich mit der Formel d × Pi (Durchmesser × ca. 3,14159) bestimmen. Dieser Durchmesser wird hier der Einfachheit halber in die Mittellinie des zu biegenden Blechs gelegt. Dessen tiefgeätzte Stärke beträgt 0,2mm, der Innendurchmesser 0,8mm, also muss ein ganzer Ring etwa 3,1mm lang sein. Hier brauchen wir aber nur den Teil, der den Scharnierbolzen geschmeidig umhüllt Winke . Das sind streng gerechnet 289 alte Grad.

Daher: 3,1mm ÷ 360 × 289 = ca. 2,5mm.

Den Fehler beim Dampfdom habe ich unterdes auch gefunden. Irgendwie ist auf dem Weg von der Konstruktion bis zur Abgabe-Zeichnung für Thomas Engels Hochleistungs-Ätzbetrieb eine Materialstärke verloren gegangen. Das macht deutlich mehr aus, als zunächst zu vermuten wäre - und das Teil muss richtig dicht werden Traurig .

Auf unserer Website gibt es weitere Mathe-Infos für Modelleisenbahn-Konstrukteure.

Nun zu einem etwas schwierigeren Fall, dem Dampfdom. Von oben ist er kreisrund, und ebenso soll sein unteres Ende sich sauber an den hoffentlich richtig geplanten und ebenfalls gerollten Kessel anschmiegen.

Wer in Trigonometrie fit ist, kann sich leicht jeden Punkt der unteren Abwicklung ausrechnen. Es gibt aber auch eine zeichnerische Lösung, die sich bei entsprechend großen Zeichnungsmaßstäben auch auf dem Papier umsetzen lässt. Diese Skizze erläutert das Prinzip der Projektion:



Die Seiten- und Stirnansicht des Doms sind genau gleich weit von der Ansicht von oben entfernt. Ein Viertel des gewünschten Bogens wird in gleichmäßige Teile zerlegt (hier: 18, also je 5°). Das ergibt in diesem Fall etwa 0,9mm Abstand an der Kreislinie zwischen den Punkten und damit sicher genug "Auflösung".

Von jedem dieser Punkte aus wird eine waagerechte Linie zur Seitenansicht rechts gezogen. Die dunkle, senkrechte Linie am Fuß der Seitenansicht markiert den höchsten Punkt der Ausbuchtung oben. Die Differenz zwischen dieser Linie und dem Punkt, an dem die waagerechten Linien auftreffen, bestimmt den vertikalen Abstand der Abwicklung zum höchsten an dieser Stelle auf dem Kreis. Wie Ihr seht, betrifft das hier ein seitliches Viertel. Die Werte um die Mittelachse gespiegelt ergeben das andere seitliche Viertel (unten dargestellt, was eigentlich schon überflüssig ist) und das noch einmal wiederholt die andere Hälfte.

Bei dieser Skizze sollte nicht der Dampfdom-Mantel, sondern der senkrechte Krempenteil ermittelt werden. Der ist unten in der Skizze zu sehen. Um ihn richtig "abzuwickeln", wird zunächst einmal eine Hälfte der Mittellinie des Krempenblechs angezeichnet und dann dessen Mitte (grüne Linien).

Ein Viertel - zum Beispiel ganz links - wird in genau so viele Teile geteilt wie oben der Viertelkreis (hier also 18, im Beispiel an zwei Punkten angedeutet). An jedem dieser Punkte wird die oben gemessene Abweichung senkrecht angezeichnet. Die sich so ergebenen Punkte werden untereinander verbunden, und fertig ist die schon gute Annäherung an die Abwicklung. Einmal spiegeln, einmal wiederholen.

Ihr wollt es noch schwieriger? Alle Abenteuer, alle Qualen, alle Unwägbarkeiten? Bitte schön, das hat die kleine 99 021 auch im Angebot. Eines der schwierigsten Teile war der Halter für das Nummernschild vorne an der Rauchkammertür. Die drei 0,5mm-Löcher für die Befestigungs-Nietimitate seht Ihr im Foto oben links.

Hier die zeichnerische Lösung Grins <boshaftes Grinsen>:



Mit den soeben gegebenen Erläuterungen ist es ja nun ein Leichtes, die Abwicklung auf der in einen Kugelabschnitt gedrückten Rauchkammertür genau zu konstruieren Lachend . Links seht Ihr die Ansicht von vorne, rechts oben die fertige Abwicklung, darunter links die Seitenansicht und rechts die rechte Hälfte der Ansicht von oben. Ach so: Der Halter ist relativ groß - er bringt's (ungebogen) auf rund 22mm Breite.

@Stoffel: Von "Pi" habe ich schon 'mal 'was gehört. Ich benutze es in der Praxis aber meist bei der Anwendung "Pi × Daumen" Sehr glücklich .

Beste Grüße,
Regelspur - 21.02.08 15:51
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas, Winke

sehr schöne Anleitung für die Dome. Ich habe es mir bei meinen Domen etwas einfacher gemacht.

http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?t=6335

Gruß Alfred
Dampffan 18 - 21.02.08 19:06
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Theylmdl,
du erwähntest, dass deine Lok rellativ klein seien wird, das kann man ja auch schon sehen.
Kannst du mal ein Centstück neben den Rahmen legen um mal die tatsächlichen Dimensionen einzuschätzen.
Auf jeden Fall sieht das, für die Größe, sehr filigran und edel aus weiter so top top top top top top top top top top

Viele Grüße vom begeisterten Dampffan
theylmdl - 21.02.08 19:37
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Dampffan!

Auf Seite 1 des Threads gibt's eine vermaßte Skizze der Lok und auf Seite 5 am Anfang des unteren Drittels ein Foto des Antriebsblocks mit einer kleinen Preiser-Figur zum Vergleich. Der Modellrahmen ist ohne vordere Pufferbohle etwa 176mm lang.

Ich habe vorhin wegen solcher Fragen ein Inhaltsverzeichnis des Threads in einem eigenen Thread angelegt, sonst blickt hier irgendwann kein... Modellbauer mehr durch Winke .

Viele Grüße,
Flachschieber - 09.03.08 16:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

hab heute die Schuhe deiner 99 021 fertig machen können und schreib für Dein 99 021 Tread gleich noch ein Paar Zeilen als Ausgleich für die Zeit wo Du nicht weitermachen und berichten konntest. Winke

Obwohl..... vielleicht sollte ich noch warten Verlegen denn mit der Weiche als Pausenfüller hast Du wieder mal ein Glanzstück hingelegt Winke Razz .

Zunächst einmal richtete ich die Spindellage und den Schraubstock mit der Meßuhr aus damit die noch auszuführende Bohrung für den Treib- und Kuppelzapfen genau im rechten Winkel sind.Dann hab ich die Platte die ich zum Aufspannen von verschiedenen Kleinteile benutze um 3 Bohrungen erweitert, um den Radstern samt Radreifen aufsetzen zu können. Mit einer Bohrung 3H7 wird der Radstern mit Hilfe eines Stufenbolzens ,welcher entsprechende Passungen für Rad (4) und Bohrung (3) hat, zentriert.

Es folgen 2x Bohrungen mit 2 H7 die eine Speiche einschließen um die Lage des Radsternes festzulegen. In diese kommen kleine 2mm Messingbolzen.

Das ganze sieht dann so aus.



Nun wird das Rad eingelegt. Da alles "Schmatzsaugend" passt brauch auch keine Klemmung erfolgen.



Nun kommt das Zentrum mit einem 1mm Zentrierbohrer in den Radtern:



Dann folgt sogleich die Bohrung mit 1,8mm



Und zum guten Schluss wird die Bohrung dann sauber mit 2H7 ausgerieben.



Für meine 99 011 ( Regner ) die noch auf eine umfangreiche Hauptuntersuchung mit Neubekesselung wartet entstanden auch 4 Räder. Allerdings mit 3mm Bohrungen (für Zapfen) und 4,2mm Achsbohrung ( Ich hab dazu den „Ausschuß“ der 99 021 Räder genommen ). Da ich aber 5mm Achsen hierzu verwende ist das überhaupt kein Problem.

Der ganze Haufen sieht nun so aus:



Wenn man den einen oder anderen Tropfen Wasser entdeckt liegt das da dran das die Räder frisch auf der Wäsche kommen.

Damit ist mein Part erledigt und die Post darf nun ihren leisten.

Beste Grüße,

Marco
theylmdl - 09.03.08 17:50
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Marco!

Dankeschön!

Zitat:
mit der Weiche als Pausenfüller

Danke auch dafür. Keine Sorge, bei der 99 021 wird's noch genug kreative Pausen geben, da fällt mir sicher noch etwas zur Abwechslung ein Winke . Jetzt werde ich mich erst 'mal hinsetzen und anfangen, die Weiche in trockene Tücher zu bringen.

@alle:

Macht Euch nicht zu viele Hoffnungen. Das mit dem Einbau der Räder geht nicht ganz so schnell. Ich muss dafür noch einiges vorbereiten (was nur mit den Rädern geht) und nachbereiten (was nur mit Rädern auf der Achse geht).
Die Super-Räder (meiner Meinung mit die schönsten Lokräder, die je im BBF zu sehen waren) kommen zunächst einmal auf provisorische Hilfsachsen. Da wird es sicher Gelegenheit zu einem Schnappschuss geben.

Beste Grüße,
theylmdl - 11.03.08 19:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen!

Ich bitte um einen kräftigen Applaus für Flachschieber alias Marco. Bevor ich irgend etwas anderes treibe, möchte ich Euch an meiner Freude teilhaben lassen. Heute brachte mir der Briefträger diese Räder, die ich - ISDN hin oder her - in TechniColor® und groß zeigen muss Winke :





@Marco: Meinen allerherzlichsten Dank für diese großartige Leistung und Hilfe! So wie heute habe ich mich schon lange nicht mehr gefreut.

Mit etwas Glück kann ich die Rädchen heute noch auf provisorischen Achsen unter das Fahrwerk stricken und ein Foto machen. Vorhin habe ich eines einfach 'mal dran gehalten - das sieht einfach umwerfend aus. Ich bin hellauf begeistert.

Beste Grüße,
Stoffel - 11.03.08 22:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Thomas & Marco,


feine Räder sind das Ausruf Ausruf Ausruf
Ich hätte da auch noch den einen oder anderen Bedarf ..... Verdrehter Teufel




Grüße vom St Frosch ffel
theylmdl - 11.03.08 22:06
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Hier folgen noch die versprochenen Aufnahmen der Räder im Fahrwerk - lose auf provisorische Achsen aufgesteckt.



Auf Code 200-Profilen ist deutlich zu sehen, dass die 2mm-Spurkränze ziemlich hoch sind. Darum mussten in der 2mm-Grundplatte unter dem Führerhaus auch zwei Schlitze dafür vorgesehen werden.



Die Kuppel- und Treibstange habe ich provisorisch mit 2mm-Stiften gesichert.



Ich bitte die Unschärfe im letzten Bild zu entschuldigen. Ihr könnt dennoch erkennen, dass die 4mm Tiefe an der Kurbelzapfen-Aufnahme und dem Gegengewicht mit den Nieten ein sehr stimmiges Bild ergeben.



Bei dieser Lok wirkt die Bellingrodt-typische Radstellung (Kurbelzapfen 30 bis 45° nach hinten) nicht gut, weil die untere Kreuzkopf-Gleitbahn wegen des geringen Hubs dann schon die Kuppelstange verdeckt wie im letzten Bild von schräg oben. Das hat der Meister wohl auch erkannt und seine beiden Fotos darum mit den Kurbelzapfen ziemlich unten aufgenommen.

Ganz vergessen: Ich habe noch eine lustige Geschichte im besten Backstein-Stil für Euch. Kürzlich besuchte mich Holger Steinberg, und da haben wir die Lok auf den Kunststoffrad-Spurkränzen und dem Küchentisch ein wenig hin und her fahren lassen.

Dann kam ich auf die Idee, einen Schubkraft-Test zu machen. Ich weiß nicht mehr so ganz genau, was wir benutzt haben. Vielleicht weiß es Holger ja noch. So in die Richtung "einen halbvollen Kaffeebecher, ein Nutella®-Glas und eine halbvolle Bierflasche". Die galt es dann auf den Spurkränzen über den recht rauen Holztisch zu schieben. Die Bierflasche mit dem geriffelten Boden hat die Lok nicht mehr geschafft (oder nur mit noch etwas anderem), aber die anderen Kombinationen waren schwuppdiwupp verschubsert Razz .

Glückliche Grüße,
Kolbenfresser - 11.03.08 22:20
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas


Das sieht ja schon richtig gut aus!! Wann folgt die erste Probefahrt?

Du solltest aber die Kugellager abdecken, das sieht nicht so schön aus.



Gruß

Roland
theylmdl - 11.03.08 22:35
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Roland!

Ich weiß auch nicht so recht - oder nicht mehr - warum ich die Aussparungen am Modellrahmen so breit gemacht habe. Wahrscheinlich hat das einen triftigen Grund.

Zum Glück wird das - wenn sich die Begründung als haltlos erweisen sollte - leicht zu beheben sein. Dazu muss lediglich bei den Achsen am äußeren Modellrahmen ein Füllstück aus 0,8mm-Messing bündig eingelötet werden - kein großer Aufriss.

Beste Grüße,
theylmdl - 14.03.08 22:07
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Ich habe die zunächst hier geführte - wie ich finde interessante - Diskussion über die Grenzen des Selbstbaus und die sonstigen angesprochenen Fragen nach Absprache mit dem zuständigen Paten Stoffel in die Hamsterklause verschubsert ( http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=7464 ). Später mehr dazu.

Beste Grüße,
theylmdl - 15.03.08 00:25
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Nach dem Start der interessanten Diskussion, die für registrierte Buntbahner in der Hamsterklause weiter geführt werden kann, fahre ich mit meiner Baubeschreibung fort Winke .

Vorbereitung der Räder

Wie schon am Anfang des Threads erwähnt, macht die Planung einen Großteil der Arbeit aus. Bei den Rädern war die leider besonders knifflig (und bleibt es auch weiterhin!).

Die Taktgeber (1)

Das wurde hier schon einmal angesprochen, und zwar ab Seite 4 des Threads. Der Bommel'sche Taktgeber scheidet aus Platzgründen aus. Daher musste eine andere Lösung her. In gewisser Hinsicht ist auch dies ein Bommel'scher Taktgeber, denn Bommel war erstens so nett und hat mich ausführlich zum Thema beraten (danke!) und zweitens hat er großzügig die gerade im WWW nicht auffindbaren Magnete spendiert. Die sind sogar 3,5 statt 3mm hoch, was mir gerade gut passt.



Ein wichtiger Hinweis von Bommel war, dass die Auslösung der Schutzgasrohrkontakte (SRK) bzw. Reed-Relais sehr genau erfolgen muss, damit es nach Rock'n'Roll und nicht Katzenmusik klingt. Also mussten möglichst weite Wege von Auslösung zu Auslösung her und eine Schablone zum exakten Aufkleben der Magnete auf die Radsterne an unauffälligen Stellen. Eine Schablone und einen passenden Abstandshalter habe ich mit ätzen lassen.



Wie Ihr seht, passen die Schablonen nahezu saugschmatzend in die Radreifen - ein Wunder an Zusammenspiel zwischen dem Dreher, Fräser und Ätzer. Unten im Bild der kleine SRK mit 2mm Durchmesser. Der bereitete mir übrigens eine verwunderliche Überraschung. Natürlich bin ich an einer sicheren Auslösung aus möglichst großem Abstand und möglichst prellfrei (also ohne Kontaktflattern) interessiert. Seltsamer Weise war das am ehesten außerhalb der Kontaktfahnen gegeben (eher an einem Ende des Rohrs und dann, wenn der Luftspalt zwischen den Fahnen genau auf den Magneten hin weist). Das verstehe ich nicht, aber man muss ja nicht alles verstehen. Normaler Weise müsste die Wirkung bei den Fahnen am Besten sein und wenn deren Luftspalt genau quer zum Magneten liegt. Wunder der Feldlinien...

Im folgenden Bild ist zu sehen, wie die provisorische Achse und das Röhrchen in der Kurbelzapfen-Bohrung den Abstands-Halter ausrichten. Den braucht es, damit der Sekundenkleber nicht aus Versehen eine feste Einheit aus Radstern und Schablone erzeugt Winke .



An beiden Treibrädern sind je zwei Magnete und rechts und links im Antriebsblock je ein SRK angebracht - das ergibt vier Auslösungen je Radumdrehung, also 4/4-Takt. Magnete lassen sich übrigens sehr gut auf Schleifpapier abziehen und aufrauen, damit die Klebung besser hält - nur Eisen-haltige Späne oder Schleifstaub sind dabei blöd. Die Nähe des V4A-Radreifens interessiert die kleinen Magnete herzlich wenig.

Die Stromabnahme (1)

Nachdem der Kleber ausgehärtet war (das dauert auch bei Sekundenklebern ein weniger länger, als der Name vermuten lässt), ging es an die Stromabnahme-Arbeiten. Je Rad möchte ich zwei Stromabnahmen (am Ende kann ich mir die hier so unbeliebten Schienenschleifer doch noch schenken...?). Eine davon soll über eine Schleifkohle oder ein Stückchen Gold am Radreifen erfolgen (korrodiert nicht!), die andere über einen Schleifer in Achsnähe (geringe Reibungswiderstände).

Dazu muss der Schienenstrom aber erst einmal zu Achse gebracht werden, denn die Radreifen sind ja ringisoliert aufgebracht. Daher habe ich zunächst aus einem Scheibchen 0,5mm-Polystyrol (gestanzt / geschnitten) und einem Stück Schrumpfschlauch eine Isolierschicht gebaut und die Polystyrol-Scheibe am Radstern angeklebt. Außerdem habe ich mir - zu Testzwecken zunächst zwei - Buchsen aus Messing gedreht, mit einem Absatz für die zentralen Stromabnahme-Schleifer. Und in den Radreifen des Testrads habe ich schräg ein 0,8mm-Sackloch gebohrt (rechts hinter der Achse im Bild).



Dann habe ich noch so ein Sackloch in die Buchse gebohrt und die mit einem passenden Stück 0,8mm-Messingdraht auf die Polystyrol-Scheibe geklebt. Bei jedem Schritt habe ich genau geprüft, ob irgendwo ein ungewollter Durchgang zwischen Radreifen und Radstern oder Achsen entsteht - nein, ist nicht. Durch die leichte Vorspannung des Drahts hat aber der Radreifen vollen Durchgang zu der Buchse an der Achse.



Das ist (leider!) bei weitem nicht so elegant wie Stoffels Sandwich-Achsen-Bauweise, die um Welten besser ist. Die konnte ich hier aus konstruktiven Gründen aber nicht anwenden, darum werde ich fortan mit den aus bestimmten Blickwinkeln sichtbaren Drähten leben müssen Winke . Wie sagen die erfahrenen Designer: "form follows function", erst die Funktion und dann die Form.

Die Spurkränze der Edelstahl-Radreifen waren mir an der Spitze noch nicht rund genug. Also habe ich sie flugs in der Drehbank und mit etwas Korundschleifpapier rundgenudelt ("Ich bin der Dreher eilig, was ich nicht dreh', das feil' ich.").


Der Link öffnet ein größeres Bild.

Das war's leider noch nicht vor dem Verkleben der Radsterne mit den Achsen - dazu brauche ich nämlich noch die Rahmen-Füllstücke (Roland, mir ist wieder eingefallen, wie das gedacht war!) und die Räder müssen vorher lackiert werden, weil ich danach nicht mehr gescheit von innen dran komme.

Beste Grüße,
Stoffel - 15.03.08 01:10
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Einspruch, Euer Ehren ! Schlaumeier Grins


Zitat:
Das ist (leider!) bei weitem nicht so elegant wie Stoffels Sandwich-Achsen-Bauweise, die um Welten besser ist.


Eleganter ist in jedem Fall die Bauweise der ringisolierten Radreifen. Nur halt eben aufwendiger. Aber bei den paar, noch dazu individuell gefrästen Rädchen hätte ich sicher Deine Bauweise gewählt.

Die Sandwichbauweise ist eher die Primitivere als Elegantere (Ich gestehe, ein Fan von Einfachst-Lösungen zu sein Verlegen ). Sie bietet sich halt bei gegossenen Neusilber-Rädern an. Da ist dann halt der Radreifen gleich dran und man spart viel Arbeit. Die Isolationsprobleme werden ein weniger verlagert, wo sie aber leicht zu lösen, z.B. Befestigung der Lager am Rahmen über Kunststoffschrauben und U-scheiben.


Deine Lösung ist schon tipptopp. Große Zustimmung Aber wäre es nicht einfacher gewesen, die Stromabnahme einfach mit Federbronzestreifen (kann man auch gut ätzen) direkt ab den Radreifen zu machen ? (Schon wieder so eine Primitivlösung Verlegen )




Grüße vom St Clown ffel
theylmdl - 15.03.08 15:35
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Stoffel!

Ich bin ein großer Freund der Sandwich-Bauweise, weil die stets problematische Stromabnahme dabei nahezu perfekt gelöst wird - ohne viel Reibung, ohne Verschmutzungsgefahr, ohne sichtbare Schleifer. Der große Nachteil: Du musst die Achslagerung und die Kurbelzapfen auch isolieren.

Die Federbronze-Streifen zu den Radreifen wird es auch geben, wie oben geschrieben mit einer Schleifkohle oder einem Fitzelchen Gold. Ich weiß, das ist doppelt gemoppelt. Ich sehe weniger ein Problem, wenn die Lok erst einmal fährt - ich sehe die Gefahr eher im Stillstand beim Anfahren (beispielsweise, dass ein oder zwei Radreifen-Schleifer gerade an einer öligen oder verschmutzten Stelle anliegen). Die 99 021 ist eben nur ein Zweikuppler.

Kontaktsichere Grüße,
theylmdl - 16.03.08 22:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Am Chiara-freien Wochenende ergab sich die Gelegenheit, die Räder alle mit den Stromabnahmeringen zu versehen, anschließend zu entfetten und erst einmal mit RAL 3000 feuerrot vorzuspritzen. Das musste sein, weil ich nach dem Aufkleben der Räder nicht mehr gut von innen dran komme.

Da ich ein fauler Hund bin, habe ich lieber ein bisschen Zeit mit Malerkrepp gebastelt, statt anschließend lange Universalverdünnung zu verarbeiten. Beim Zuschnitt habe ich einen Cutter benutzt.



Hier fehlt noch der fünfte Schritt: Abkleben des Stromabnahme-Rings.

Nach 18 Stunden im Heizschrank bei 50° habe ich das Kreppklebeband abgezogen und die unvermeidlichen Farbreste mit einem Glasradierer entfernt, um nicht aus Versehen mit Universalverdünnung die noch nicht wirklich harte Farbe zu erwischen. So sieht das auf einer der provisorischen Hilfsachsen aus.



Die aufmerksamen Beobachter werden vielleicht feststellen, dass der Rot-Ton bei diesem Foto keinen Magenta-Stich hat. Das liegt daran, dass dies ein Foto von meiner "neuen" (in Wirklichkeit nur fast neuen) DigiCam ist, die ich geschenkt bekommen habe (<freu> und <danke>).

Frohen Mutes habe ich dann zunächst einmal die Räder der Treibachse mit Augenmaß um 90° versetzt auf die hintere, endgültige Achse geklebt. Das klappte auch prima, und schon nach kurzer Zeit hielten die Räder sehr fest. Ich habe dabei keine großen Hilfsvorrichtungen benutzt, weil ich mich mit der Ausrichtung an den Kanten des Antriebsblocks auf mein Augenmaß verlassen kann. Die meisten Menschen haben bei der Einschätzung orthogolaner Linien einen Linksdrall, ich zum Glück nicht Winke .

Das Radsatz-Innenmaß liegt bei 40,5mm. Das passt zur NEM, nicht jedoch zum Standard S01 der IG Spur II. Für mich und im Hinblick auf die LGB®-Kompatibilität ist es jedoch optimal.

Dann folgte das dritte Rad. Das habe ich mit Hilfe einer der Kuppelstangen ausgerichtet. Das klappte auch gut, lediglich am vorderen Totpunkt klemmte es ein wenig (schätzungsweise drei bis fünf Hundertstel Millimeter). Eine Echappement-Feile beseitigte das Ungemach, dann lief die Kuppelstange butterweich mit.

Immerhin mussten hier Andreas' Strahlkünste, Thomas' Ätzkünste, Marcos Fräskünste und meine Konstruktion zu einem Gipfeltreffen antreten - dafür sind weniger als 0,1mm Differenz ein Spitzenergebnis.

Nach einer entsprechenden 90°-Drehung folgte das vierte Rad, wieder mit provisorischen Kuppelbolzen und Kuppelstange. Da lief's dann gleich gut.



Die Räder musste ich bei eingebauten Achsen einsetzen, weil ja hier die Stellung der Schneckenräder zu den Schnecken eine große Rolle spielt. Links am Antriebsblock seht Ihr eine Aussparung für einen Schutzgas-Rohrkontakt.

Eine kleine Basteltisch-Probefahrt über eine Messer-Nadelfeile war schon sehr erfreulich. Zwei der Räder haben einen kaum wahrnehmbaren Seitenschlag und eines einen minimalen Höhenschlag, schätzungsweise unter 2/100mm. Das ist alles ganz prima.

Nicht so prima ist, dass plötzlich das rechte Hinterrad Durchgang zur Achse hat, und zwar <= 30 Ohm, also praktisch vollen Durchgang. Das muss ich - wie auch immer - noch beheben, um die kleine Lok Potenzial-frei zu halten. Erste Versuche brachten nichts, und die Ursache habe ich auch noch nicht gefunden. Zwischendurch war's weg und dann wieder da.

Beste Grüße,
arne012 - 16.03.08 22:55
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo,
bescheidene Frage: warum geht das Rot nicht bis zum Rand der Lauffläche?
Normalerweise ist die Stirnfläche der Achse doch auch rot, oder irre ich mich da?
Gruß, Arne
theylmdl - 16.03.08 23:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Arne!

Zitat:
warum geht das Rot nicht bis zum Rand der Lauffläche?

Was nicht ist, kann noch werden. Das ist erst einmal die Lackierung, die nötig ist, um die Räder aufzukleben. Mit Deiner Annahme irrst Du eventuell. Zu frühen Bahnzeiten in Deutschland war der Radreifen oft noch blank, und die Lok ist 1904 als Gelegenheitskauf zur G.O.E. gekommen. An Hand der Vorbild-Fotos lässt sich die Frage kaum beantworten.

Ob ich die Radreifen an den Stirnseiten lackiere oder nicht, kann ich noch sehr viel später entscheiden.

Bekleckste Grüße,
theylmdl - 24.03.08 00:01
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Gewisse Missstände sorgen für steten Verdruss, der im Unterbewusstsein nagt, um das einmal so esoterisch auszudrücken. Dazu gehörte (!) auch der Kurzschluss an dem einen Rädchen meiner kleinen Lok. So etwa eine Woche habe ich das ausgehalten, aber dann musste ich trotz schwerer Erkältung, Müdigkeit, Arbeit etc. da dran, um 'mal wieder von einer fahrenden 99 021 träumen zu können Winke .

Zunächst habe ich mit einem Messing-Dorn die Achse aus dem Rad getrieben. Das klappte gut, erforderte aber ein paar "beherzte" Schläge mit einem 300 g-Hammer.



Das ausgenudelte Schraubstöckchen ist übrigens eine Produktion der ehemaligen Sowjetuniuon und leistet mir seit 25 Jahren treue Dienste. Den Preis von damals weiß ich noch: 10,- DM.

Dann habe ich Bommels Magnete und die Isolierscheibe aus Polystyrol bei der Achse / Hülse abgesprengt und die Farbe erst abgeschabt und dann mit Universal-Verdünnung ganz entfernt. Nach zwei Stunden im Verdünnungsbad konnte der Radstern mit vorsichtigen Schlägen eines 50g-Hämmerchens ausgetrieben werden, ohne ihn zu beschädigen.

Dann habe ich alle Farb- und Kleberreste entfernt und an der kritischen Stelle - wo der Draht von der isolierten Achshülse in den Radreifen mündet - eine Nut eingefeilt.



Ein Einlege-Versuch ergab nun natürlich Durchgang, aber kaum Spiel. Dann habe ich den Radstern rundum minimal angefast, und siehe da, plötzlich war das Spiel relativ groß. Daher habe ich an strategisch günstigen Stellen des Radreifens, etwa einmal alle 90°, einen winzigen Winkel aus klarem Klebefilm abgebracht und bündig verschnitten. Schwupps, waren Durchgang und Spiel verschwunden.

Dann habe ich den Radreifen und den Radstern mit einem eingesteckten Dorn reichlich mit Loctite® 603 "Fügen, Welle, Nabe" benetzt und die Teile gefügt. Dabei habe ich den Radstern oft gedreht, damit sich das Klebezeugs gleichmässig verteilt. Schließlich wurde der Stern so gedreht, dass Nut und Loch einander genau entsprachen, und das Ganze für eine halbe Stunde in Ruhe gelassen.

Eine erste Messung brachte dann einen Durchgang von etwa 10 MOhm - gewiß kein Problem. Also ab damit in den Heizschrank, für zwei Stunden bei 50° C. Danach war kein Durchgang mehr messbar. Nun härtet das Rad in Ruhe aus, und ich werde inzwischen wieder von einer selbsttätig fahrenden 99 021 träumen Winke .



Frohe Rest-Ostern -
Regelspur - 24.03.08 00:48
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

Überrascht es sieht so aus, dass sich beim Austreiben der Achse, der Radreifen am Schraubstock abstüzt.

Ich fange den Druck immer über die Radnabe auf, da sonst der ganze Druck von den äusseren Auflagepunkten aufgenommen wird und sich die Speichen . bei sehr fest sitzenden Achsen verbiegen könnten (zu große Hebelwirkung).

Heulend Wäre ja wirklich sehr schade, wenn die schönen Räder gerichtet werden müssten.

Winke Da ja auch Modellbauanfänger mitlesen, könnten Sie ihre Radsterne aus Kunststoff dann evtl. auf die gleiche Weise abdrücken und es könnte zu unreparablen Schäden kommen.

top Mach bitte weiter so, mit Deiner ausfürlichen Bauberichterstattung.

Gruß Alfred
theylmdl - 24.03.08 22:27
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Alfred: Danke für Deine sachdienlichen Hinweise Winke - da war ich in der Tat aus lauter Freude über den beseitigten Kurzschluss etwas schlampig in der Beschreibung. Deine Tipps sind natürlich ganz richtig!

Das Foto mit dem Schraubstock ist nur ein Platzhalter - was sich leicht am nicht gut möglichen Radversatz erkennen lässt. Ich hatte das schon längst entfernte Rad für das Foto nur irgendwie wieder auf die Achse gesteckt.

Beim Austreiben mit dem Dorn hatte ich a) tatsächlich Unterlagen am Radstern, die sich an den Schraubstock-Backen seitlich abstützten. b) habe ich nicht martialisch mit dem Hammer draufgehauen, sondern mit Gefühl, aber genug Schwung. Hätte sich beim dritten Schlag nichts bewegt, wäre ich auf Thermodynamik ausgewichen und den Radstern erwärmt. Aber es ging gleich gut und ohne Kräfte ab, die eine Verformung des Radsterns hätten befürchten lassen.

Drücken hätte ich das nicht unbedingt dürfen. Hier spielte das plötzliche Kraftmoment einen wichtige Rolle: Der erste Schlag schon hat einfach die Klebeschicht gesprengt.

Solche riskanten Arbeiten sind ein bisschen Gefühlssache, erfordern Charakterstärke und ein bisschen Erfahrung Winke . Wenn man merkt, dass es nicht gleich klappt, muss eben eine andere Lösung her, nicht ein kräftigerer Schlag.

Beste Grüße,
theylmdl - 27.03.08 23:19
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Ein Stündchen Bastelei musste heute zwecks Stressausgleich noch sein - da schläft sich's gleich viel besser Winke . In den letzten zwei Tagen habe ich mich zumindest wieder auf den schon einmal erreichten Stand gebracht, sprich, mit vier Kurzschluss-freien und lackierten Rädchen samt Stromabnahme-Hülse. Die neu erzielten "Schläge" des unterdes auf die Achse geklebten Rads (seitlich und in der Höhe) halten sich noch im tolerablen Rahmen, worüber ich sehr erleichtert bin.



Heute stand jedoch eine andere Kleinbastelei (Küchentisch-tauglich!) auf dem Programm:

die vorderen Bundschrauben

Ursprünglich wollte ich die Lok-Hauptbestandteile mit Ausnahme der elektrischen Verbindungen, der Achshalterungen und der Steuerung mit nur vier Schrauben zerlegbar machen. Das stellte sich jedoch aus technischen und statischen Gründen als nicht so praktisch heraus. Daher habe ich Zähne-knirschend zwei weitere Schrauben planen müssen. Diese liegen vorne rechts und links des Motors und verbinden den äußeren Modellrahmen mit der Kesselstütze und damit auch mit dem Kessel, der hinten durch das da ebenfalls mit zwei Schrauben fixierte Führerhaus gehalten wird. So schlecht ist das nun auch wieder nicht, da der Antriebsblock nun separat vom Aufbau abgenommen werden kann.

Eine wichtige Bedingung für mich war, dass möglichst alle Schrauben mit einem gewöhnlichen Elektro-Schraubendreher oder zumindest einem Uhrmacher-Schraubendreher der größten Größe bedienbar sein sollten (Schlitz).

Zunächst habe ich mir zwei knapp 32mm lange Stücke gezogenen 5mm Rohrs mit 0,5mm-Wandung abgelängt. Nachdem ich die entgratet und innen mit einer Schlüssel-Rundfeile blank gemacht hatte, habe ich auf einer Seite je ein 5mm langes Stück 4mm-Rundmessing mit dem Kolben weich eingelötet. Wer keine Drehbank hat, nimmt bitte ein Stück Ms-Rohr 4 × 0,5mm (also innen 3mm).

Da ich eine ausgenudelte Drehbank habe, konnte ich mir in das eingelötete Stück ein 2,5mm-Loch bohren und da ein M3-Gewinde 'rein schneiden. Wer das nicht kann, klebt mit Zwei-Komponenten-Klebstoff ein Stück M3-Gewindestange in das 4mm-Rohr.

In das geschnittene Gewinde habe ich mit dem von Tomas "Schrauber" spendierten Loctite® 603 (danke, danke, danke) ein Stück blank geputzter, verzinkter M3-Gewindestange aus Eisen eingesetzt. Sekundenkleber hätte es auch getan. Die Kombination Eisen / Messing erschien mir aus dem Bauch heraus freundlicher als Ms / Ms.

Damit Ihr mir nicht abspringt, hier schon 'mal das Bild des Ergebnisses:



Bleibt das Gewindestangen-Stück, aus welchen Gründen auch immer, 'mal an der Kesselstütze hängen, ist's auch nicht schlimm.

Nun zur unteren Seite mit dem Schlitz. Ich musste leider schon die Erfahrung machen, dass bei gut zerspanbarem Messing ein Schlitzschraubendreher zuweilen die Schraubenschlitz-Backen absprengt Traurig . Um das hier zu vermeiden, habe ich in 4mm-Rundmaterial erst mit dem Juweliersägebogen und dann mit einer gewöhnlichen "Puck"-Bügelsäge einen hinreichen tiefen und breiten Schlitz gesägt. Dann habe ich dieses Stückchen an den Backenseiten in das Rohr eingelötet, und zwar so, dass kein Lot in den Schlitz fließt (siehe Foto). Das gezogene und damit zähe Rohr hält über das Lot die Schrauben-Backen, daher ist eine "Sprengung" nicht mehr zu befürchten.

Dann erfolgte der unvermeidliche Test. Da das Originalbild "teuer" ist, gibts hier eine Vorschau mit Link auf das "große" Bild (rund 87kB trotz starker Kompression).



Da das Abdeckblech des Rahmens oben noch nicht aufgelötet ist, ist das nur ein Dummy. Immerhin gelang die Anbringung der Schrauben ganz ohne Pinzette, nur mit einem Schraubendreher und den Pfoten, da die Bünde durch den Motor und Rahmen geführt werden Grins .

Beste Grüße,
Terrassenbahner a.D. - 28.03.08 20:45
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Der Klassiker, kann man da nur sagen.

Ob nicht auch eine von unten ins Rohr eingeklebte/-geschraubte Messingschraube vom Eisenwarenhändler Deines Vertrauens geholfen hätte? Das wäre dann ja auf Schrauben ausgelegtes, stabileres Ms... oder gleich VA, analog dem anderen Ende?
theylmdl - 28.03.08 22:05
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Terrassenbahner!

Hmja, das mit dem Eisenwarenhändler meines Vertrauens wird etwas schwierig, denn den gibt's nicht mehr, und der nächste akzeptable Baumarkt - auch nicht wirklich um die Ecke - bedeutet Auto ausleihen oder einen halben Tag Verdienstausfall Winke . M3 × 35 oder M3 × 40 ist auch da nicht unbedingt der gefragteste Artikel. Und das noch aus VA? Das Gegenstück (an der Kesselstütze) besteht im Übrigen aus 2mm-Messing.

Ich tröste mich damit, dass wir ja hier in einem Selbstbauforum sind.

Viele Grüße,
Terrassenbahner a.D. - 29.03.08 10:51
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Mein aufrichtiges Beileid, Thomas.

theylmdl hat folgendes geschrieben::
Hmja, das mit dem Eisenwarenhändler meines Vertrauens wird etwas schwierig, denn den gibt's nicht mehr,

Das ist bitter. Da bin ich wohl zu verwöhnt - ich habe einen Normteilehändler in Radfahrdistanz, da gehe ich hin (MO-SA 9-17h), sage "M2,5x5 Rundkopf Schlitz VA", der notiert sich aus dem Kopf eine kryptische Artikelnummer, fragt "Darfs sonst noch was sein, Gewindeschneider hamm'S?", und dann geht er in den Keller. Und ist dann noch um die Hälfte billiger als der billigste Baumarkt-Schrott.

Georg
theylmdl - 30.03.08 03:56
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Stoffel und ich sind in letzter Zeit der Perfektion von Synchronschwimmern schon recht nahe - findet der eine ein wenig Bastelzeit, hat sie der andere meist auch Winke . Während der große "Drachen" aber schon gehäuslich wird <seufz>, lauert bei mir die Tücke noch im (Fahrwerks-)Detail.

Bremsanlage (Teil 1)

Nachdem der Kurzschluss am letzten Rad behoben und dieses wieder auf seinen Platz verwiesen war, konnten die erst mit den Rädern möglichen Arbeiten am Modellfahrwerk beginnen. Dazu gehört die Anfertigung der Bremsgehänge.

Im Original waren nur die hinteren Räder gebremst und die vorderen Hängeeisen wie so oft unten durch eine quer zur Fahrtrichtung liegende Stange miteinander verbunden. Das geht im Modell leider nicht, da ich ich trotz allen Grübelns auf keine Idee gekommen bin, wie ich diese Stange leicht entfernbar machen könnte. Bei einem Ausbau des Antriebsblocks wäre sie nämlich schwer hinderlich Winke . Mit "leicht" meine ich: ohne Lupe, ohne Spezialwerkzeug, ohne Risiken oder Zerstörungen und wiederholbar.

Als Pragmatiker habe ich beschlossen, die vorderen Hängeeisen auch unten zu kröpfen, damit deren Zugstange zu den Umlenkhebelchen auf der Umlenkwelle der Wurfhebel-Handbremse (alles klar?) direkt hinter den Hinterrädern durchlaufen kann. Das war im Original auch so, aber nicht von den Hängeeisen aus, sondern von der Querstange.

Nicht klar? Ach so...





Die vier Kröpfungen am Hängeeisen müssen recht genau sein, darum habe ich am Rand eines Ätznutzens Prüfschablonen dafür mit ätzen lassen (siehe Foto). Links ein gebogendes "Eisen" (Messing 0,8mm), rechts ein Rohling, in der Mitte eine Schablone und ganz rechts ein hinteres Hängeeisen.

Da so alte und kleine Loks keine Triebwerks-Beleuchtung benötigen Razz , sollten die Bremsbeläge aus nicht leitendem, schwarzem Polystyrol sein (3mm, von Hilbert). Davon habe ich mir eine Scheibe ausgeschnitten und die - eingespannt in 3D-Scheiben auf einer M6-Gewindestange - erst einmal rund gedreht.



Dann habe ich rechts und links die Absätze zur Nase zwischen den geätzten Aufspannplatten abgedreht (so Pi mal Daumen). Im dritten Schritt wurde der Ring dann innen abgestochen.



Von den acht Aufspannplatten-Ätzteilen ist mir beim Putzen natürlich eines weggeklingelt - ich such's morgen Winke . Ein 0,5mm- und ein 1mm-Messingdraht sorgen beim Aufkleben der zweiten Hälfte jeweils für die gerade Ausrichtung.



Ein wenig mehr Sorge machte mir die Nachbildung der Zugfeder oben. Dazu folgende Vorbild-Info. Bei Trommel- oder Außenbackenbremsen wie hier wird dafür gesorgt, dass stets eine von zwei Backen bzw. einer von zwei Klötzen an der Auflaufseite (entgegen der Drehrichtung) zuerst anliegen. Darum zieht bei Eisenbahnfahrzeugen oft eine Druckwickelfeder oben den Belag vom Rad weg. Am äußeren Ende von deren Führungsstange ist wahlweise eine Mutter (evtl. mit Kontermutter) oder eine Knebelmutter. Da ich letztere besonders nett finde, wollte ich das hier auch so haben.

Die Führung am Hängeeisen habe ich von Hand ausgeschnitzt und dann (bei eingelegtem Draht!) eingelötet. Der 0,5mm-Draht hat innen bzw. hinten eine aus 0,3mm-Draht gewickelte und aufgelötete Abschlussscheibe. Die Feder selbst habe ich auf 0,5mm-Draht aus 0,2mm-Ms-Draht gewickelt und "progressiv", d.h. unter Biereinfluss, gedehnt. Die Nachbildung der Knebelmutter ist wieder aus 0,3mm-Ms-Draht. Die Feder ist natürlich zu kräftig, um funktional zu sein.



Das Richtklötzchen im Foto ist nötig, weil Klotz und Hängeeisen durch ihr Eigengewicht von Rad abfallen, so lange das Gestänge nicht angebracht ist - beide sind leichtgängig beweglich. Eigentlich fehlt auch noch der Splint am Bolzen der Klotzkonstruktion. Wenn ich mich 'mal ganz mutig und ruhig fühle, bringe ich den auch noch an. Dabei ist mir ein Trost, dass Günter Weimann das schon mal bei einem 0,3mm-Draht mit einer 0,12mm-Bohrung und einem 0,1mm-Splint in H0 bei seinem sensationellen Klappdeckelwagen vorgeturnt hat. Da kann's ja bei 1mm sooo schwierig nun nicht sein Sehr glücklich .

Beste Grüße,
Stoffel - 30.03.08 12:31
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hi Thomas,

tja, das Gefummel mit den Bremsen ist eben der Fluch einer Innenrahmen-Maschine. Da hatte ich beim "großen Drachen" dank Außenrahmen überhaupt keine Mühe mit - man sieht eh keinen Deut von der Bremse. Da konnte ich das ganze Zeugs auch gleich weglassen. Grins

Andererseits: freu´ Dich über die ganzen Details. Davon lebt ein Modell. Alleine das kleine Hebelchen mit der Spannfeder (????) ist doch schon ein Gedicht. Es ist doch spannend, wenn man ein Modell 15 Minuten lange studiert und immer wieder neue Details entdeckt.

Also: nicht müde werden Ausruf Ausruf Ausruf




Grüße vom St Frosch ffel
theylmdl - 30.03.08 13:03
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Stoffel,

ich freu' mich ja Grins !

Zur Spannfeder: Ich habe ein Weilchen gebraucht, bis ich die Funktion begriffen hatte. Das Stängelchen mit der Feder ist am Bremsklotz drehbar gelagert. In dem Teilchen am Hängeeisen wird es lose geführt.

An diesem Teilchen und an der Knebelmutter stützt sich eine Druckfeder ab. Sie sorgt dafür, dass der obere Teil des Bremsklotzes über das Stängelchen vom Rad weg gezogen wird. Leider habe ich meine alten H0-Pufferfedern aus 0,1mm-Niro nicht mehr gefunden. Die wären perfekt gewesen.

Schönes Rest-Wochenende -
Regelspur - 30.03.08 14:21
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

theylmdl hat folgendes geschrieben::
damit deren Zugstange zu den Umlenkhebelchen auf der Umlenkwelle der Wurfhebel-Handbremse (alles klar?) direkt hinter den Hinterrädern durchlaufen kann. Das war im Original auch so, aber nicht von den Hängeeisen aus, sondern von der Querstange.

Nicht klar? Ach so...


wegen der Platzverhältnisse, hatte man auch Flacheisen als Zugstange und zur seitlichen Sicherung Stellringe verwendet.

http://www.buntbahn.de/fotos/showphoto.php?photo=47781&size=big&password=&sort=7&thecat=7354

Da habe ich es etwas einfacher, denn bei meiner Lok sind die Räder nur von vorne gebremst.

Gruß Alfred
theylmdl - 03.04.08 23:57
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Bremsanlage (Teil 2)

Nach ein bisschen Fleissarbeit waren alle vier Hängeeisen samt Klötzen und deren Haltern montiert. Von der kleinen Panne mit dem einen abgefallenen Halter am Fahrwerk erzähle ich jetzt nichts - der "sitzt" inzwischen wieder. Gut, dass es jetzt passiert ist und nicht nach der Lackierung oder gar Endmontage.



Bei den beiden hinteren Gehängen (im Bild vorne) ist im Vergleich gut zu erkennen, dass die Klötze und deren Halter noch beweglich sind. Die Beläge habe ich mit einer Schlüsselfeile innen konisch gearbeitet, damit sie sich dichter an die Radreifen schmiegen.

Im nächsten Schritt wurde die Haupt-Umlenkwelle für die Wurfhebelbremse hinten am Fahrwerk montiert bzw. angebracht. Sie sollte so leichtgängig wie möglich sein. Die Stange ist aus 1,5mm-Messing. Da mir die eigens geätzten Scheiben nicht so recht gefielen (da habe ich mich etwas verhauen), habe ich welche aus Rohr-Scheibchen angefertigt, plan geschliffen und mit aufgelötet.



Hier ist der Bauzustand noch einmal höhenrichtig abgebildet. Der Schnappschuss lässt erkennen, welches Auge zu welchem gehört.



Letzten Montag schrieb ich noch fröhlich und unbedarft:
Zitat:
Bei einem Ausbau des Antriebsblocks wäre sie nämlich schwer hinderlich Winke .

Gemeint war die Querstange zwischen den vorderen Bremsgehängen. Eieiei... wieder 'mal nicht richtig nachgedacht. Die Zugstangen müssen natürlich in jedem Fall aushängbar sein, weil die Hinterachse bzw. der gesamte Antriebsblock sonst nicht nach unten heraus kann. Das heißt, die Querstange kann genau so gut ebenfalls vorgesehen werden.

Hmmm... Wie lässt sich das ohne echte Splinte lösen? Solche zu öffnen, einzufädeln oder neu zu biegen macht in Notsituationen bei Veranstaltungen oder fern des heimischen Basteltischs (eigentlich überhaupt nie) richtig Spaß.

Die Aufgabe klingt zunächst nicht so schwer. Aber das ist ein Irrtum. Denn die Stange muss im angebrachten Zustand die Klötze auf Zug und Druck in der richtigen Seitenlage halten (und sie soll nicht ungewollt herunter fallen). Eine kleine Mutter außen erscheint mir auch nicht sooo prickelnd. Ferner ist ja meine Vorgabe, dass die Lok mit einer Pinzette, einem Schlitzschraubendreher und einer kleinen Flachspitz-Zange zerlegbar sein soll.

Nach langem Grübeln kam mir dann die rettende Idee für eine unauffällige Lösung. Aber das ist eine andere Geschichte und wird ein anderes Mal erzählt.

Beste Grüße,
theylmdl - 04.04.08 00:01
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Versehentlich zwei Mal gepostet - sorry! Der richtige Beitrag ist der davor.
Max 25 Kmh - 04.04.08 17:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

ich habe sträflich versäumt, diese Woche hier weiterzulesen, und sehe jetzt erst: Bremsen! Für mich ein Buch mit sieben Siegeln, wenn ich sie nicht selbst konstruiert habe! Zum Beispiel wundere ich mich immer wieder, dass das funktioniert, mit so dünnen Stängelchen auf Druck belastet zu arbeiten. Ich habe nur Zug vorgesehen. Und Deine Bremsbacken .... viel zu kompliziert, kein Wunder, dass da keine Fahrwerksbeleuchtung zustande kommt Verdrehter Teufel . Jetzt, wo das Rad wieder isoliert ist. Brauchst Du übrigens nicht vielleicht, angesichts des Hebelverhältnisses Wurfhebel - Hängeeisen, eine sehr feine Einstellung der Bremsen (Bremsklötze dicht am Rad)? Sonst wirkt das nicht. Und dann musst Du auch das hintere Hängeeisen entnehmbar machen.

Übrigens Entnehmbarkeit: ist es möglich, die obere Aufhängung der Hängeeisen mit einer entnehmbaren Stange zu gestalten? Dann könntest Du die ganze Baugruppe nach unten abnehmen.

Viel Spaß weiterhin....
Max 25 Kmh.
theylmdl - 04.04.08 23:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Max!

Hier 'mal ein paar klug geschwätzte Antworten.

Noch gab's hier gar keine auf Druck belasteten Stängelchen. Die Federn an den Klötzen sind nur Atrappen.

Soso, meine Bremsklötze sind also zu kompliziert Winke . Ich finde die so ganz okay, und es war auch nicht so schwierig, das zusammen zu setzen.

Ich brauche praktisch gar keine Einstellung der Klötze. Die Bremse wird nur ein Dummy, da ich sie wegen der zwei eingängigen Schnecken ja nicht benötige. Aber zum Herausnehmen der Räder bzw. des Antriebblocks samt Achsen und Rädern wär's schon gut, wenn die Mimik beweglich bliebe. Zur Trennung vom Aufbau muss (richtig erkannt!) der Stift an der Verbindung von der Zugstange aus dem Führerhaus zum langen Hebel der Umlenkwelle getrennt werden.

Deiner Trenn-Begründung kann ich nicht ganz folgen. Warum sollte ich die vier Hängeeisen aushängbar machen, wenn eine Trennung nur vorne unten genügt? Danach kann der Bügel aus Querstange und Zugstangen nach hinten weg geklappt werden (über die Augen an den nach unten weisenden, kurzen Hebelchen an der Umlenkwelle).

Die passgenaue Montage denke ich mir so (wenn ich erst einmal die Spannschlösser gebastelt habe): Ich fixiere den langen Hebel mit einem kräftigen Draht provisorisch in der "angezogen"-Stellung, dann bringe ich die Zug- und Druckstangen passend an, sodass die Klötze dicht anliegen. Wir werden ja sehen Sehr glücklich .

Beste Grüße,
theylmdl - 07.04.08 00:26
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Zu Max' Beruhigung kommen nun auch (gleich) die aus stabilem 1mm-Ms gefertigten Druckstangen.

Zunächst einmal mussten aber die Bremsgehänge an ihren Lagern "verhaftet" werden. Hinten habe ich dazu folgende - hier noch oft angewendete - Technik benutzt.

Ich habe mir zunächst von einem Stück Rohr 2 × 0,5mm (also mit 0,5mm Wandung und 1mm Innendurchmesser) dünne Scheibchen abgesägt (mit dem Juwelier-Sägebogen) und die auf Korund-Schleifpapier glatt gezogen. Das kostet einen Teil der Fingerabdrücke, aber das wächst nach Sehr glücklich . Dann wurden die Scheibchen auf 1mm-Drahtenden gelötet und die Enden versäubert. Den Draht habe ich so gekürzt, dass er hinter die Halter passt und dann mit einer Pinzette von unten eingeschoben. Ein Streifen Blech sichert die Burschen an ihrer hoffentlich letzten Ruhestätte.



Von vorne wurde dann ein Scheibchen aufgeschoben und verlötet. Auf dem Foto ist der Überstand schon abgeschnitten und beigefeilt.

Auf Seite 1 des Threads gibt's ein Vorbildfoto, auf dem deutlich zu erkennen ist, dass die Druckstangen der Wurfhebelbremse Spannschlösser hatten. Dafür habe ich zunächst 4mm-Rundmaterial mit 1mm aufgebohrt und auf 3,7mm abgedreht. Die Enden sind zwei Stücke von etwa 1,3mm Länge mit 2,1mm Durchmesser.



Dann habe ich die Rundungen rechts und links der Enden grob abgesägt, an den Enden mit 1,5mm aufgebohrt, das Mittelstück ausgesägt und den Rest mit einer Echappement-Feile verflacht auf 0,9mm.



Die Innenkontur habe ich auch nachgefeilt, die liegt nun bei etwa 1,6mm. Das sieht schon sehr übel aus auf dem Foto - das Teil ist doch eher klein, ich hoffe auf Euer Verständnis. Mit Hilfe des scharfen Dreikantschabers konnten die Feil-Riefen noch entfernt werden.

Dann habe ich die Übergänge zu den Gewindehülsen-Teilen beigefeilt (mit einer Vierkant-Nadelfeile).



Damit die Bremsklötze und -gehänge alle in einer definierten Position sind und bleiben, habe ich provisorisch einen zwei Mal gekröpften 1mm-Draht unten in den langen Zughebel gesteckt und oben an der Grundplatte unter dem Führerhaus fest gelötet. Da die 2mm stark ist, musste der 80W-Kolben her.

Die geätzten und ebenfalls gekröpften Flansche (0,4mm-Neusilber - Achtung! - das sind zwei verschiedene, auch wenn sie sich sehr ähnlich sehen) wurden vorab mit den Stangen-Stücken verlötet. Die Hülse ist noch frei beweglich. So wurde die ganze Mimik dann justiert:



Wie Ihr sehen könnt, sieht's so aus, als ob der Bremsklotz fest am Rad anliegt. Das ist aber gar nicht der Fall: Das Rad ist absolut leichtgängig beweglich.

Das Ergebnis ist auf dem letzten Foto für heute noch nicht ganz gerade. Den bösen Knick vorne am Flansch habe ich noch behoben und die Drahtüberstände innen natürlich abgesägt.



Insgesamt sieht dieser Teil der Konstruktion dem Vorbild schon recht ähnlich. Daher bin ich auch zufrieden, zumal beide Seiten fertig sind.

Heute habe ich übrigens zum ersten Mal den Antriebsblock und den Modellrahmen mit den vier Schrauben verbunden. Da lacht das Herz Grins .

Beim nächsten Bastel-Event folgen dann die Zugstangen mit der Zerlegungs-Mimik - da hatte ich wieder allerlei Planungs-Abenteuer zu bestehen, aber das ist eine andere Geschichte.

Beste Grüße,
theylmdl - 11.04.08 02:51
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Etwas gebremst durch einen Querulanten konnte ich leider nicht wie gewünscht an meiner kleinen Lok weiter arbeiten. Dafür gab es gestern frohe Kunde von Tobi, der sich an den Schloten des Modells versucht hat (ähem, jede Lok hat natürlich nur einen Schlot). Ich bin schon sehr gespannt auf die Teile.

@Tobi: Vielen Dank für das Engagement und den guten Baubericht!

Ein bisschen konnte ich zwischendurch schon bewegen. Das ist auch nötig, denn fido würde die kleine Lok zum Modellbautag im FFM gerne selbsttätig fahrend sehen, am besten mit Puffern Grins .


Stört Euch bitte nicht an den unterschiedlichen Radstellungen - das ist nur eine von etlichen Probemontagen.

Auf dem ersten Bild seht Ihr die leider nicht ganz so glückliche Lösung für das Zug- und Querstangen-Problem der vorderen Bremsgehänge. Vor und hinter den unteren Durchbrüchen für die Hinterachse / Stromabnahme an den Rahmenwangen habe ich in einen eingesägten Schlitz ein Stück 1mm-Draht eingelötet. Dann wurden die Zugstangen vorbereitet (mit den verschiedenen Flanschen vorne / hinten). Die Zugstangen habe ich seitlich an die passend gebogenen Drahtstummel gelötet, die Bolzen hinten eingesetzt und mit Scheiben gesichert und die vorderen Flansche an der Querstange verlötet.

Dann ging's an die Bremsgehänge, die ich starr samt Abschlussscheibe auf die Querstange gelötet habe, damit sie schön sauber ausgerichtet sind.

Leider stellte sich beim ersten konkreten Test heraus, dass das neu verklebte Rad einen ganz amtlichen Höhen- und (noch) vertretbaren Seitenschlag hat. Das zeigte sich unter anderem daran, dass die Bremsklötze eine kräftige Bremswirkung entfalteten Traurig . Ich fürchte, dieses Rad muss noch einmal neu ausgebuchst und aufgebohrt werden Traurig .

Da die Zeit drängt, habe ich die Bremsklötze erst einmal auf gebührenden Abstand gebracht. Der Rest findet sich später. Dann wurden die Mittelstücke der drei Stangen abgezwackt. Deren Ersatz soll später an der abschraubbaren Grundplatte befestigt werden.

Kommen wir zur
Stromabnahme (Teil 1).



Auf dem (schlechten) Bild seht Ihr die "Möchtegern-Platine" am Käfig der Dreipunktlagrung der Vorderachse. Eine echte Platine wäre aus zwei Gründen nicht in Frage gekommen: a) viel zu dick und b) viel zu dünne Kupferschicht. Das ergibt nicht genug Leitungs-Querschnitt und nicht genug Stabilität.

An dem Mäander habe ich recht lange getüftelt. Es ist gut, weil sich die Unterlegteile der Potenzial-freien Schrauben nicht verdrehen können und eine hinreichend breite Löt- und Klebefläche für die zentralen Stromabnahme-Schleifer bereit steht. Diese sind als Muster heute bei Thomas Engel aus der Ätzmaschine gefallen. Keiner von Euch würde die Dinger wirklich gerne von Hand aussägen, wie Ihr bald sehen werdet Grins .

Hier 'mal ein Bildschirmfoto meines "Skizzenblocks". Die Magenta-farbenen (violetten Linien) dienen der Vorbereitung für den Guss des Antriebs-Ballasts aus einer Wismut-Blei-Legierung.


Hellgelb die Buchse am Rad, isoliert aufgebracht und mit dem Radreifen verbunden. Türkisgrün der Schleifer, der auf der gefälschten Leiterbahn angelötet werden soll. Dunkelgelb das Nessingblech als "Leiterbahn" unten am Antriebsblock. Dazwischen zum hellgrün eingezeichneten Boden des Antriebsblocks liegt eine Isolierschicht aus 0,5mm-Polystyrol.

Leider habe ich genau in diesem wichtigen Bereich ein paar ganz dusslige Planungsfehler gemacht. So habe ich beispielsweise bei den Zugstangen nicht bedacht, dass ja noch Relais- oder Goldkontakte an den Radreifen-Innenseiten den Schienenstrom abgreifen sollen Traurig . Nur stehe ich dumm da, weil ich unter den Zugstangen-Resten durchkommen muss. Nach langem Getüftel habe ich dafür eine Lösung gefunden und folgende Aufteilung für die "Möchtegern"-Platinen des Antriebsblocks (noch im Hand-fertigbaren Bereich dank vieler gerader Schnitte, und so arg genau muss das auch nicht sein):


Blau hinterlegt die Polystyrol-Isolierung, dunkelgelb das Messingblech.

Die Potenzial-freien Flächen des gelb eingezeichneten Blechs dienen dazu, die Schrauben und das Isoliermaterial zu sichern und dazu, die Mittelstücke der Stangen an dünnen Abstandshaltern zu befestigen. Wir werden ja sehen Winke . Kurzum, das wird noch spannend. Wie weit ich auch immer komme, ich werde den dann aktuellen Zustand in's FFM mitbringen, wenn's geht samt Stromabnahme und Decoder.

Hoffentlich bald mehr -
Terrassenbahner a.D. - 11.04.08 12:18
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
ich werde den dann aktuellen Zustand in's FFM mitbringen,


... wo Du den Anwesenden dann hoffentlich zeigen wirst, wie der Knoten wieder aufgeht Lachend

Die Tiefe Deiner Planungen ist wie immer sehr beeindruckend - dass da auch mal die "Hauptleitung" vergessen wird (ohne die ja theoretisch mal gar nichts geht), ist eigentlich normal - siehe Airbus und Boeing. Von der Komplexität her können die Dir ohnehin kaum mehr das Wasser reichen. Winke

G.
theylmdl - 11.04.08 22:26
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Terrassenbahner hat folgendes geschrieben::
wo Du den Anwesenden dann hoffentlich zeigen wirst, wie der Knoten wieder aufgeht

Ähem, welchen Knoten meinst Du denn...?

Ich werde natürlich gerne zeigen, was es zu zeigen gibt Grins .

Beste Grüße,
Max 25 Kmh - 13.04.08 00:51
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

also ich habe ja wohl schon Deine Überlegungen um die Bremsen nicht richtig verstanden. Aber jetzt schnall ich endgültig ab! Warum einfach, wenns kompliziert auch geht? Es ist faszinierend, und ich bin wirklich gespannt auf den Blick aufs Original. Momentan schau ich eher wie die Kuh ins Getriebe.

Bis denne

Max 25 Kmh.
theylmdl - 13.04.08 22:59
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen!

Max hat folgendes geschrieben::
Aber jetzt schnall ich endgültig ab! Warum einfach, wenns kompliziert auch geht?

Die Antwort ist ganz einfach. Bis zur Fertigstellung werde ich die Teile noch sehr oft zerlegen und wieder zusammen bauen müssen. Also - was ist einfacher, als sechs Schlitzschrauben auszudrehen und die gesamte Stromabnahme abzunehmen - und auch gleich noch die Achsen samt Rädern in der Hand zu haben?

Das macht natürlich im Vorfeld etwas mehr Arbeit, erleichtert dafür aber später so manches.

Stromabnahme (Teil 2)

Gestern und heute gab es etwas Bastelzeit. Los ging's mit der "gefälschten" Hauptplatine für die Stromabnahme. Tagesziel war die Anbringung der Stromabnahmeschleifer an den gedrehten Buchsen bei den Achsen. Zunächst wurde die Isolierschicht aus 0,5mm-Polystyrol angemessen und angeklebt und ein "Leiterbahn"-Rohling aus 0,5mm-Messing.



Bei einer kürzlichen Ätzung (vor der hier noch die Rede sein wird, ist aber ein anderes Thema) hatten noch sechs Schleifergabeln Platz. Für die zwei Maschinchen werden aber acht benötigt, daher habe ich mir zwei aus einem Rest 0,2mm-Neusilber geratzt, das besser federt als 0,3mm Ms und deutlich härter ist. Daher durfte der Mittelsteg auch dünner ausfallen.



Die zwei Eigenbauten habe ich passend vorgebogen und dann auf der "Platine" des pendelnden Käfigs der Vorderachse aufgelötet. Wie im Foto zu sehen, hat's dabei die Grundplatte etwas nach außen verrutscht. Weiter unten wird erklärt, wie sich solcherlei Ungemach vermeiden lässt.



Hier kommt nun die Lösung für Max' Rätseln. Die Messingplatte habe ich (mit nur einem kleinen Fehler <freu>) in Puzzleteile zersägt und diese dann auf die Isolierschicht geklebt. Bei den Potenzial-freien Flächen sorgen je zwei bis drei oben und unten (außen und innen) eingelötete Stifte aus 0,8mm-Messing für Stabilität. Bei den Schienenstrom-führenden Flächen habe ich eine oft bei Plastik-Spielzeug zu beobachtende Technik genutzt: mit dem Lötkolben geschmolzene Polystyrol-Niete, hier aus 2mm-Material (hinten und vorne je zwei). Die probehalber eingelegten LGB®-Schrauben sollen später den unteren Antriebsblock-Ballast aus einer Blei / Wismut-Legierung am Klappern hindern.


Sorry, nicht mein stärkstes Foto...

Hier seht Ihr auch die an der "Platine" befestigten drei Mittelstücke der Zugstangen und der Querstange zwischen den vorderen Bremsgehängen. Von der Seite her fällt das nicht so arg auf.



Zu meinem Verdruss ergab sich bei den üblichen Durchgangs-Messungen, dass das <zensiert> rechte hintere Rad plötzlich wieder Durchgang hatte <frust>. Also habe ich es zwangsweise provisorisch nochmal von der Achse gezerrt. Schwupps, war der Durchgang fort <doppelfrust> und einer der zwangsweise abgetrennten Magnete kaputt <dreifachfrust>. Auch nach dem erneuten, provisorischen Aufkleben des Rads gab's keinen Durchgang mehr <vierfachfrust>. Dafür sind Höhen- und Seitenschlag nun etwas geringer. Für einen Test im FFM langt's.

Bevor ich (wieder nur provisorisch, weil zu dünn) die Vorderachse-Stromabnahme über Litzen mit der "Hauptplatine" verbunden habe...



...wurde bei laufendem Motor die Qualität und Hemmung der Stromabnahmeschleifer geprüft. Einer der Ms-Schleifer musste noch etwas mehr Vorspannung bekommen, 0,3mm-Federbronze wäre ohnehin besser. Danach war beides überraschend gut. Mit den geplanten, zusätzlichen Radreifen-Schleifern sollte es an diesen Strom-Übergängen keinen Kummer mehr geben.

Beste Grüße,
Kolbenfresser - 13.04.08 23:10
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas


Beim nächsten mal würde ich die Radsterne vor dem einkleben lackieren und dann nicht mit Loctide (hat bei mir den Lack angelöst) sondern z.b. UHU Plus einkleben. Das ergibt doppelte Sicherheit.


Weiterhin viel Erfolg.


Gruß

Roland
theylmdl - 13.04.08 23:19
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Roland!

Danke für den Tipp. Diesmal waren der Radstern und Radreifen aber unschuldig, ich musste (warum auch immer) das Rad nur von der Achse nehmen und wieder aufsetzen. Wäre bei so einer Aufgabe Stabilit auch okay? Das mag ich ganz gerne als Klebstoff.

Beste Grüße, und wehe, Du kommst nicht ins FFM mit Deiner Mallet Winke !
Kolbenfresser - 13.04.08 23:38
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Am besten du nimmst eine Lackprobe und gibst den Kleber darauf!

Stabilit müßte aber auch ein Harz sein und sollte problemlos funktionieren.



Bei meinen Rädern hat sich der Lack ( mit Loctide) nach dem aufziehen zersetzt und war dann nicht isoliert.



Gruß

Roland
theylmdl - 19.04.08 00:31
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

fido drängte mich unlängst, ich solle das Fahrwerk meiner kleinen Lok bevorzugt selbstfahrend, mit Decoder und wenn's geht auch noch Puffern (wofür eigentlich...?) in's FFM mitbringen. Hmhm, das bedeutet wohl Kampfbasteln - wenn es denn die Zeit erlaubt, und die ist derzeit sehr knapp.

Die Ballastgewichte (Teil 1)

Das zentrale Ballastgewicht zwischen den Achsen im Antriebsblock muss zwei- bis vierteilig ausgeführt sein und hat eine recht fiese Form, auch wenn's zunächst simpel aussieht. Aus einem fetten Brocken Blei will das jedoch sicher niemand heraus arbeiten. Daher habe ich bei Tim bzw. Jörg Dicke ein Kilogramm Hitze-beständigen Silikons und je eine weiteres einer Wismut-/Blei-Legierung und der üblichen Startset-Legierung (Zinn-Antimon-Blei) für andere Kleinteile geordert. Für den geforderten Preis lassen sich bei eBay® schon ganz nette LGB®-Loks ersteigern, aber das ist ja hier nicht das Ziel Grins .

Die nötigen Urmodelle wurden aus Holz geschnitzt. Zwei in die Form eingelegte Hülsen sollen die Wasserablaufleitungen frei halten. Da ich ein fauler Hund bin, habe ich die Teile aus möglichst schon passenden Holzstärken mit wasserfestem Ponal G3 verklebt (20 Minuten Presszeit). Anschliessend wurden sie fett mit Clou®-Schnellschleifgrund gefüllert und auf 280er-Korund-Schleifpapier geglättet (hier auf dem Bild noch nicht).


Die verlorenen Späne am Teil vorne links im Bild habe ich natürlich noch verspachtelt.

Der Kanal in der Mitte des großen Teils dient als Aussparung für die Mittelhülse der Schneckenwelle. Dieser "große Ballast" wird - wie beschrieben - mit zwei selbstschneidenden Schrauben an der Haupt-Bodenplatte befestigt werden. Rechts unten im Bild (hier schlecht zu sehen) sind zwei Aussparungen für die vorderen Gewindeplatten am Antriebsblock.

Die drei kleinen Teile gehören nach oben. Diese oberen Teile habe ich dreiteilig ausgeführt, damit ich sie ohne eine hundertste Zerlegung des Antriebs an der oberen Deckplatte des Antriebsblocks ankleben kann. Bei einer Zerlegung hätte es auch ein Teil getan. Die Nuten rechts und links dienen als Kabelkanäle.

Bei einer Dichte von 10,49 g/cm³ sollten die vier Gewichte rund 280 Gramm auf die Waage bringen. Dafür habe ich deren Volumen recht genau berechnet. So konnte ich die entsprechenden Anteile auch leicht vom benötigten Silikon für die Formhälfte abziehen. Da die Gussteile nur zwei Mal benötigt werden, wollte ich nicht allzu viel Arbeit in den Formkasten stecken (und schon gar nicht so professionell wie Leo bei seinem Hydranten).

Daher habe ich mir bei meiner Tochter Chiara ein paar Duplo®-Bausteine ausgeliehen. Der Boden des Kastens ist ein Stück Hartfaser-Pappe. Um mir Plastilin-Kneterei zu ersparen, habe ich das große Teil in einen Ausschnitt eines Stücks 4mm-Sperrholz gebettet, an dessen Unterseite 5mm-Leistchen als Abstandshalter geklebt wurden. Die Eingusskanäle aus 8mm-Rundholz können später noch zu zwei Einguss-Trichtern verbunden werden.



Auf dem Foto sind die zwei 5mm-Messingrohre gut zu erkennen, die als Platzhalter für die Wasserabläufe dienen. Bei den flachen oberen Teilen dürfte sich der Aufriss erübrigen. Beim Kneten des Plastilins war ich auch nicht so arg sorgfältig, da sich das hier nicht lohnt - die Teile sind ja später unsichtbar. Statt dessen habe ich nicht mit Trennspray gegeizt Winke .

Beim Anrühren des Silikons für die erste Formhälfte war ich - gewitzt durch die zu kurze Topfzeit bei anderen Versuchen - diesmal zu vorsichtig. Nach knapp zweieinhalb Stunden war die "Pampe" noch arg flüssig. Immerhin konnte am Rand des Ausgusskanals am Rührbecher mit einem Zahnstocher schon eine Wirkung festgestellt werden. Aber das heisst noch nicht so viel. Also: erst einmal eine Nacht darüber schlafen und dann weiterschauen.

Gegen Mittag am Folgetag konnte die Formhälfte dann doch aus dem Kasten und vom Plastilin gelöst werden.



Abends bzw. nachts wurden die Nasen abgeschnitzt und die Plastilinreste entfernt. Da die erste Formhälfte noch nicht ganz durchgehärtet ist, habe ich die Verbindung der Eingusstrichter nur oben aufgesetzt.



Für die zweite Formhälfte musste der Duplo®-Rahmen um eine Schicht erhöht werden.

(Fortsetzung folgt)

Gewichtige Grüße,
Thomas Engel - 19.04.08 08:07
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Winke Hallo Thomas,

da soll noch mal einer sagen, Finescaler würden nicht mit Lego spielen Sehr glücklich

Weiter so !

Brennender Teufel Thomas
theylmdl - 20.04.08 00:46
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Die Ballastgewichte (Teil 2)

Mit meiner Tochter Chiara zusammen, die das auch 'mal sehen sollte, habe ich heute die zweite Formhälfte gegossen. Wir haben gemeinsam gewogen und gerührt und das Silikon - nach reichlich Trennspray-Auftrag und bei offenem Fenster - eingegossen.

Das klappte deutlich besser als bei der ersten Hälfte. Schon nach vier Stunden war der Rest im Rührbecher ausformbar, kurz danach auch die eigentliche Form. Aber ach, wieder blieb die Oberfläche (der zuletzt eingegossene Teil) länger weich. Das liegt wohl daran, dass das der "Bodensatz" aus dem Rührbecher ist und trotz sorgfältigem - und wegen der Blasengefahr langsamen - Einrührens des Vernetzers nicht genug davon abbekommen hat.

Ein schmutziger Trick hat mir dann geholfen, weil die Innenseite der Form schon gut ausvulkanisiert war. Ich habe einfach mit einem Billig-Pinsel ein paar Tropfen Vernetzer auf der "bösen" Oberfläche verstrichen. Eine halbe Stunde später war die Reaktion vorbei und der Bedarf an Küchenkrepp für die Folgearbeiten deutlich vermindert Winke .

In der Wartezeit habe ich die Urmodelle aus der ersten Formhälfte heraus genommen und weg gepackt. Dann wurde die erste Hälfte versäubert. Auf dem folgenden Foto ist zu erkennen, wie ich die eine Hälfte der Eingusstrichter grob vorgeschnitzt habe (das macht Spaß! Razz ) und dass ich an der Aussparung für das Schneckenwellen-Rohr (rechts) noch kleine Fasen abgeschnitzt habe.



Die Oberflächen der gefüllerten und geschliffenen Holzteile sind erstaunlich glatt geworden. Der Unterschied zur Formseite, wo der Holzklotz die Form begrenzt, ist enorm. Es ist nicht direkt so, dass die Silikon-Oberfläche spiegelt, aber sie sieht so aus, wie ich es von glatt geschliffenem Metall erwarten würde.

Für diese kleinen Ballaste mit 280 Gramm Endgewicht habe ich 600 Gramm Silikon verblasen müssen - das war das absolute Minimum. Natürlich wäre es geschickter gewesen, für die flachen Teile eine getrennte Form zu machen. Aber da stand mir der nötige Aufwand in keinem Verhältnis zu den gesparten Kosten. Die zweite Formhälfte ist dicker als die erste, weil die Unterseite des großen Teils so tief hinein geht. Ich habe 2,5 Volumens-Prozent Vernetzer des Silikon-Gewichts benutzt, bei 310 Gramm also knapp 7,8 Gramm Vernetzer (der wiegt etwa soviel wie Wasser).

So sieht die versäuberte zweite Formhälfte aus:



Da Chiara unbedingt 'mal selbst die Gießkelle schwingen möchte, hoffe ich, dass die Formen in vier Tagen soweit sind, dass sie getempert (zum Erhärten erwärmt) werden können.

Der Ballast oben am Antriebsblock muss noch etwas warten (so wie ich auf Nachschub-Silikon). Außerdem muss ich noch das Problem mit dem zweiten 90°-Knick der Wasserführung und die Abdichtung zu den Wassereinfüllstutzen an den Rahmenwangen klären. O-Ringe fände ich ja sehr schick... Ein unauffälliger Schalter und vier Dioden müssen da auch noch 'rein.

Da mein Gießer Probleme mit der Pufferhülse befürchtet, werde ich zunächst einmal versuchen, ein Muster selbst zu gießen. Das ist in Weissmetall etwas knifflig, da die Hülse Druck- und Zugkräfte aufnehmen muss (denn die Balancierhebel sind darauf gelagert).

Beste Grüße,
theylmdl - 27.04.08 02:30
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute beschreibe ich mein

Puffer-Abenteuer.
Teil 1

Im letzten Posting hatte ich ja schon erwähnt, dass sich mein Gießer ein wenig schwer tut mit der Form der Hülse. Das hat etwas andere Gründe als im Heimwerker-Bereich, denn er muss ja nicht Metall, sondern Formwachs aus der Form holen, und das ist nun 'mal nicht so stabil.

Daher habe ich mein Glück selbst versucht. Zunächst einmal galt es einen Weg zu finden, wie die Hülse so eingebettet werden kann, dass keine Trennnaht außen an einer der Streben entlang läuft. Wenn es da nämlich auch nur den geringsten Versatz gibt, wird's kein gutes Modell mehr.

Nach langem Tüfteln und Grübeln bin ich dann zur Tat geschritten, zunächst mit Plastilin.



Hier seht den noch arg rohen Klumpen für die Einbettung der Hülse in die zweite Formhälfte. Sehr wichtig ist der 3,1mm starke Stift für den Pufferschaft. Der verbleibt später in der Form und sorgt für eine manierliche Rundung der Bohrung ohne Ausformkummer.

Mit den 1mm-Stiften als Einguss ist bei Weissmetall weder im Guss noch bei der Befestigung ein Blumentopf zu gewinnen. Daher habe ich Rohrstückchen mit 2mm Außendurchmesser auf die Stifte geschoben. Das schafft an der vorderen Pufferbohle Kummer, weil beim unteren Stift gar nicht genug Platz für 2mm ist. Hinten ist das aber prima, weil 2mm-Gewinde auf die Stifte aufgeschnitten werden können, die dann zur Befestigung der Hülse dienen. Die ist ohnehin nur auf Zug belastet. Bei Druck auf den Pufferteller drückt der über eine Scheibe auf die Feder, die auf den Kreuzkopf, und der stützt sich an der Pufferbohle aus hartem, Präzisions-gestrahlten 0,8mm-Messing ab.

Nachdem der Guss der ersten Formhälfte passabel geklappt hatte, wurde mit den bewährten Duplo®-Steinen der Kasten für die zweite Hälfte vorbereitet.



Jeder, der schon einmal mit Silikon herum gepampt hat, weiß, dass hier ganz besonders "gut Ding will Weile haben" gilt. Darum wurden während der Aushärtzeit der ersten Hülsen-Form-Hälfte schon weitere erste Hälften gegossen. Dabei habe ich mich nach und nach von 2,5 auf 3,5% Gewichtsanteile Vernetzer hochgeschafft. 2,5% war dann doch arg wenig, wenn auch so empfohlen. Den aktuell letzten Formteil habe ich sogar mit 4% vermischt. Wie auch immer, auf diesem schlechten Bild sind rechts die beiden rohen Hülsen-Formteile zu sehen.



Ihr werdet Euch nun vielleicht fragen, wie ich bei der Form mit der senkrechten Teilung an den Aufspannplatten der Hülse den Eingusstrichter ausformen will. Das wird etwa so gehen:



Dann können nach dem Guss die 2mm-Stifte eventuell über den Schlitz abgesägt werden. Ihr seht, dass ist nicht unbedingt etwas für Serienfertigungen.

Die paar Brocken fressen ganz gut Silikon. Für die Ballaste (ok, das ist auch eine große Form) und die bisherigen Pufferformen ist mehr als ein Kilogramm draufgegangen. fido drängelte ein wenig, ich möge doch zum Treffen im FFM meine Lok mit Decoder, Puffern und Kupplungen mitbringen. Also habe ich geschätzt und gerechnet und bin zum Schluss gekommen, dass ein Versuch ganz in Weissmetall eben einen Versuch wert ist. Im zweiten Streich wurden also der Pufferteller (mit eingelegtem Stift für den Messingschaft) und der Kreuzkopf der Pufferkonstruktion in Plastilin eingebettet und mit der Silikonpampe bedeckt. Den dritten Streich spielen mir dann die Balancierhebel Winke .



Der Kreuzkopf hat auch seinen 2mm-Stift in der Form bekommen. So etwas ist sehr angenehm und spart allerlei Ungemach. Das Ergebnis der ersten Formhälfte ist schon auf vorletzten Foto links zu sehen.

Damit wäre ja an sich schon alles gut gewesen - wenn es eben nicht noch die Balancierhebel gäbe, die außen liegen, sehr gut sichtbar sind und gar nicht so einfach zu bauen. Auch hier ergab eine Schätzung, dass Weissmetallteile reichen könnten. Also wurden die Urmodelle für ein Paar gebaut. Das klingt vielleicht unsinnig. Aber bei zwei Loks werden schon acht gebraucht, und die gesamte Konstruktion kann auch noch andernorts gute Dienste leisten, beispielweise an meinem SSkw (vierachsigen Schienentransportwagen mit Zweckentfremdung Winke ) . Und überhaupt: So ein Balancierhebel macht hier und da Sinn.


Die Urmodelle für die Balancierhebel des Puffers - leider aus einer etwas unglücklichen Perspektive fotografiert. Die Kröpfungen sind nicht so gut zu erkennen.

Die Teile habe ich wie folgt angefertigt. Zunächst habe ich mir alle Punkte und Linien auf einem harten und sauberen Stück 0,8mm-Messing angerissen. Dann wurden die Löcher gebohrt. Normaler Weise ist es pfiffiger, zwei Bleche zusammen zu löten und gemeinsam zu bohren, weil kleine Abweichungen dann keine Rolle mehr spielen. Ich habe hier aber auf meine Fielmann-Brille und die Spitze meines Dreikantschabers beim Ankörnen vertraut und die Brocken separat gebohrt.

Die schicke Verstärkungsplatte in der Mitte (0,5mm-Blech aufgelötet) kam mir für den Mittel-Anguss gerade recht, so ergeben sich "fette" 1,3mm Materialstärke. Die Scheiben innen an den äußeren Enden der Hebel sind von Drehteilchen abgesägte und flach geschliffene Scheibchen (3 × 1,5mm) und 0,2mm hoch. Die Hülsen für die inneren Versteifungen habe ich aus 2 × 1,1mm-Rohr angefertigt, das ich auf 1,5mm aufgebohrt habe (mit viel Öl und viel Geduld und bei langsamer Drehzahl, da das gezogenes Rohr ist - das war ein übler Kampf und kann selbst gute Bohrer ausglühen). Ich bin nun 'mal ein fauler Hund. So sieht das von der späteren Vorderseite her aus.



Die Nuten für die Kröpfungen habe ich mit einem 2/0-Sägeblatt eingesägt. Sie wurden nach dem halbwegs genauen Biegevorgang sorgfältig mit Lot verschlossen (damit der Guss später nicht an der "Sollbruchstelle" bricht).



Hmhm, hier muss wohl noch einiges geputzt werden. Die Stifte sind jeweils abwechselnd an dem einen oder anderen Hebel festgelötet. Dadurch ergibt sich eine enorme Stabilität. Auch ganz ohne Kleber lassen sich die Urmodell-Hälften ohne Werkzeug fast nicht trennen. So sieht's von der Anguss-Seite her aus.



Die Ansätze in der Schräge habe ich so gekröpft, dass alle in einer Linie liegen. Hier sind schon zwei der drei Formstücke für die zwei Balancier-Hebel zu sehen. Ein Teil der Eingusstrichter (der mittlere) fehlt noch.



Beachtet bitte, dass ich bei der Oberfläche dieses Stücks die Nuten für das dritte Stück mit dem Cutter einschnitzen musste, da in das flüssige Silikon keine Stempel eingedrückt werden können (und für wilde Aufhängungen war mir die Zeit zu schade).

Die eine Hälfte des teils fertig geschnitzten Einguss-Trichters habe ich mit Plastilin verschlossen, um ein wenig Silikon zu sparen.



Während der dritte Formteil aushärtete, konnte die Form für den Pufferteller und den Kreuzkopf schon getrennt werden, was sehr gut geklappt hat. So sah das aus:



Inzwischen ist auch da der Einguss-Trichter geschnitzt und die Form wartet auf's Tempern (allmähliches Erwärmen auf gut 100° Celsius). Das 2mm-Rohr wird noch durch 2mm-Rundmaterial ersetzt und soll die Bohrung und die Formteile schön gerade halten.

Die Ballastgewichte (Teil 3)

Bei nächster Gelegenheit konnten dann - allerdings leider ohne Chiara - die Ballaste gegossen werden. Wir können versuchen, gemeinsam noch einmal bessere Exemplare zu zaubern Winke . Das Ergebnis nach dem ersten Guss stimmte mich schon recht freudig. Hinten seht Ihr die 5mm-Hülsen als Platzhalter.



Im Bereich der oberen, großen Nut bzw. bei deren Oberteil gab es von Anfang an Kummer. Da bildeten sich immer bis zu Erbsen-große Einschlüsse. Erst ein zusätzlicher Kanal brachte (etwas) Abhilfe. Der sechste Guss klappte passabel, im folgenden Bild seht Ihr den fünften. Für mich reicht das, die Löchlein kann ich noch mit Bleispänen auffüllen und mit Sekundenkleber verkleistern.



Leider bringen die Brocken nur etwa 260 Gramm statt der errechneten 281 Gramm auf die Waage. 20 Gramm werden sich schon noch irgendwo unterbringen lassen Razz . Das Fahrwerk wie zuletzt gezeigt bringt es übrigens derzeit auf 750 Gramm (ohne Ballaste). Mit den unteren Ballasten wird beim Fahrwerk also das Kilogramm Gewicht locker überschritten, denn da fehlt ja noch einiges.

Puffer-Abenteuer
Teil 2

Der erste Probeguss der Hülse ging - wie kaum anders erwartet - komplett in die Hose. Auch beim Trennungskonzept musste ich noch etwas ändern, was leider nicht ganz ohne Panne abging. Umso erfreuter war ich direkt nach der Formtrennung beim zweiten Probeguss über diesen Anblick. Die Sechskante schwächeln noch, aber das wird schon noch klappen.



Bei der Form mit dem Pufferteller und dem Kreuzkopf war ich beim ersten Guss schwer überrascht. Dass der Pufferteller so gut klappen würde, hatte ich nicht erwartet. Leider gibt es im Mittelbereich erheblichen Gussschwund, was sich an einer eingesunkenen Stelle zeigt Traurig . Beim Kreuzkopf (rechts im Bild) fehlten wohl noch ein seitlicher Einguss am Würfel und eine "Pfeife".



Beim zweiten Probeguss sah es schon freundlicher aus. Zwar ist bis zum letzten Versuch für den Tag die Hülse hinten am Kreuzkopf nicht richtig ausgeflossen, aber das ist kein Drama: Da tut's auch ein Stück 3mm-Rohr mit einer 2,1mm-Bohrung.



Zum Abschluss dieses Monster-Postings (sorry, ISDN-Nutzer...) noch ein Bild des Tagesergebnisses der ersten Probegüsse.



Rechts sind die ersten Probegüsse der Balancierhebel zu sehen. Dass sie nicht ausgeflossen sind, frustriert mich nicht unbedingt - das ist beim ersten Guss ganz normal. Ärgerlicher ist, dass sie bei 0,8m Materialstärke wahrscheinlich viel zu weich für den rauen Betriebsalltag sind. Ich sehe morgen erst einmal zu, das ich gescheite und montierbare Güsse bekomme. Wenn es nichts wird, muss eben der Gießer 'ran, und zwar gleich mit Neusilber statt Messing.

Die Hülsen sind auch weich. Wie beschrieben, macht das außer bei einem Unfall mit seitlichen Kräften nicht viel aus.

Beste Grüße,
theylmdl - 01.05.08 01:57
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Unterdes habe ich acht Pufferteller, sechs Kreuzköpfe und sechs Hülsen gegossen. Bei allen Hülsen fließt - warum auf immer - der eine Sechskant nicht richtig aus. Die Oberflächen sind auch nicht alle perfekt, aber passabel. Der Guss der Balancierhebel will überhaupt nicht klappen. Die Pufferteller sind meist nicht schlecht. Der Bau temporärer Teile aus Messing fällt aus Zeitgründen flach. Eine Puffer-Montage zum Sonntag fällt daher aus, ich bringe die Teile aber mit. Vielleicht ist Stoffel so nett und hilft mir auf die Sprünge. Wenn ich dran denke, werde ich auch meine Formen und Urmodelle mitbringen.

Heute hatte ich eigentlich auch keine Zeit, aber ich wollte zumindest noch die gegossenen Ballast-Gewichte einsetzen. Bei den oberen drei Teilen ging das gut.



Für die Ausrichtung zu den Durchbrüchen am Antriebsblock-Blech beim Einkleben sorgten 5mm-Rohrstücke. Bei einem der beiden Seitenteile gab's einen größeren und bei dem anderen einen kleineren Längs-Versatz zur Lage der Bohrung. Daher musste ich an beiden Teilen hinten ein Scheibchen Blei absägen. Jetzt weiß ich genau, warum es eine gute Idee war, die Teile zu gießen. Wer schon einmal Blei gesägt hat, weiß es auch - das schmiert alles zu.

Leider war der nächtliche Bastelspaß bei schlafender Tochter dann jäh beendet, und zwar hier:



Das war ein dummer Denkfehler von mir. Die Gewindestücke im Freiraum verhindern natürlich, dass der Ballast gerade von unten eingeschoben werden kann, was bei nur 0,4mm Luft aber zwingend nötig ist. Grau ist alle Theorie... Die beste Notlösung dürfte sein, die Ecken hinten oben ab zu sägen und diese auf die oberen Ballaste zu kleben. Dann sollte es mit "schräg einlegen" klappen.

Bei der Gelegenheit gibt's noch einen ungewohnten Blick auf die flugs abgeschraubten Bodenplatten samt Achshülsen-Stromabnahme-Schleifern.



Der Aufriss dafür hat sich alleine schon wegen dieser Aktion bezahlt gemacht.

Damit war der Bastelspaß für heute schon zu Ende, denn morgen geht's wieder anderweitig rund. Ich fürchte, mit einer selbsttätig fahrenden 99 021 samt Decoder zum Termin im FFM wird es nichts werden.

Beste Grüße,
theylmdl - 03.05.08 02:35
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Mit dem geplanten Kampfbasteln zum Termin am Sonntag im FFM war's leider nichts. Aber allmählich gewöhne ich mich schon an die Spätschichten, und Kleinvieh macht ja auch Mist - ööh, kleine Schritte können auch Fortschritte sein Winke .

Der Ballast-Denkfehler hat mich doch mächtig gestört. Also habe ich mutig ein neues, grobes Holzsägeblatt in meinen Puck-Sägebügel eingespannt und eine Ecke von vorab erzeichneter Größe abgesägt. Das ging mit dem schmierigen Blei dank der sehr groben und scharfen Zähne sehr gut. Der Abschnitt wurde auf die oberen Ballaste und die Stehwand geklebt.



Da ich keine Zeit mehr habe, in Ruhe die Kernlöcher für die Halteschrauben zu bohren, habe ich ein Stück Moosgummi unten an den Ballast geklebt, damit der im Betrieb schön ruhig bleibt. Dann habe ich den Schnecken, Schneckenrädern und Lagern ein wenig Fett spendiert (noch lange nicht das endgültige!) und die Deckel wieder aufgesetzt. Das schreibt sich leicht, aber bis da nichts mehr quietschte und der Kontakt überall gut war, ging etwas Zeit ins Land.

Die Waage zeigt nun für das Fahrwerk samt Rädern beruhigende 940 Gramm. Das klingt wenig, ist aber für ein so kleines Teil nicht schlecht. Ohne den vorderen Pufferbohlen-Vorbau sind's ja nur rund 17 Zentimeter Länge.

Die Räsenmäher-Eignung dürfte mit der der schönen Decauville des FFM zu vergleichen sein. Überhaupt sind sich die Maschinchen in vielen Punkten ähnlich. Das Führerhaus der 600mm-Decauville ist mit 1,6 Metern genauso breit bzw. schmal wie das der 99 021 auf Meterspur. Unter die Schienenräumer müssen später noch Schichten irgendeines dünnen und festen Isolationsmaterials, sonst führt eine Entgleisung zum Tilt der Fahrstromversorgung Winke .

Da die Radsätze schon so schön frei lagen, konnte ich gleich auch die als Ersatz für die Bommel'schen Teilchen besorgten Neodym-Magnete ankleben. Meine Herren, haben die eine Kraft! Meinen Dreikantschaber hat's beispielsweise glatte 7mm weit über den chaotischen Basteltisch gerissen. Hier warten die aufgeklebten Teile gerade auf eine neue Farbschicht. @Bommel: Deine Magnete sind schöner, aber ich habe ja leider einen kaputt gemacht, und sie sind nicht ganz so stark wie diese hier. Das Bierthema bleibt davon natürlich unberührt Winke .



Da die Stromabnahme auch ohne Radreifen-Schleifer so halbwegs funktioniert, kann ich morgen mit etwas Glück noch den Decoder und die 2 × 2 antiparallelen Dioden provisorisch anschließen. Mehr geht allerdings nicht, zumal ich dann auch noch an den CV-Werten etwas Feintuning betreiben muss (und natürlich die Ausrüstung für den Modellbautag im Frankfurter Feldbahn-Museum packen und und und).

Beste Grüße,
Max 25 Kmh - 03.05.08 23:46
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hi Langer,

von wegen kleine Schritte - deine Gusswagnisse sind ganz große Klasse! Stoffel wird Dir sicher den einen oder anderen Rat geben können (den er mir auch schon gegeben hat. Der aber auch dazu geführt hat, dass ich noch gar keine Form selbst gemacht habe). Da ist ´ne ganze Menge Erfahrung und Gehirnschmalz drin. Nun kann man trefflich darüber streiten, ob nicht doch 4 komplette FeBaKuPu (Federbalanciekuppelpuffer) schneller in Deiner bewährten Qualität im Umgang mit spanabhebenden Techniken an Messing zu bauen gewesen wären - und stabiler obendrein. Aber Du hast es so gewollt, und ich kann aus persönlichem Augenschein sagen: Klasse gemacht, aber Deine Urmodelle sind doch viieeel besser.

Bis morgen im FFM,

Max 25 Kmh.
theylmdl - 04.05.08 00:58
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Max,

vielen Dank für das Lob! Ich habe die Formen und Probegüsse schon eingepackt, damit mir Stoffel morgen kurz erklären kann, wo ich besser lang nachgedacht hätte Winke . Es dreht sich ja nur um den Korb (die Pufferhülse). Den Rest sollte mein Gießer ohne Kummer aus Neusilber zaubern können, und das ist hart genug.

Da wir so schön in Vorfreude sind:

Ich konnte heute zwischendrin erfolgreich den Decoder einsetzen, verkabeln und feintunen. Mit Puffern oder der vorderen Pufferbohle wird's nichts mehr - bei den Puffern wegen der Balancierhebel, bei der Bohle, weil ich sie im Chaos meines Basteltischs nicht mehr finde Razz .

Aber! Ich habe nachher nicht nur das selbsttätig fahrfähige Fahrgestell mit nun doch angeschraubtem Ballast dabei, sondern auch (fast) alle anderen Brocken, Klein- und Ätzteile der Lok - eine ganze Menge Zeugs, das noch nicht verbaut ist. Ferner bringe ich das Fahrgestell, zwei Seitenwände und eine Stirnwand meines "Barmer" Wagens mit. Wenn Marcel genug Platz im Auto hat, gibt's noch mehr auf die Augen Winke samt einem kleinen Goodie.

Zum ersten Rollout ohne Kabel noch folgender Erfahrungsbericht.

Da nahezu alle meine LGB®-Schienen im FFM sind, blieb mir für den Test nur ein Oval aus R1 mit zwei 30cm-Geraden. Ob Ihr's glaubt oder nicht: Die Lok mit den gut justierten Radsätzen klemmt trotz des kurzen Radstands (knapp 58 Millimeter) in so engen Bögen.

Der Streckentest erbrachte einige nötige Änderungen. Der Auslauf ist durch die Schwungmasse so lang, dass der digitale Nothalt praktisch nichts nützt - auch ohne Elkos oder Goldcaps fährt die Lok unbeirrt weiter, zur Not auch über höhere Hindernisse. Das einzige, was als Notmaßnahme hilft, ist Gegendampf, was recht realistisch wirkt Winke . Daher musste ich die Bremsverzögerung des Decoders drastisch verkürzen.

Die zentrale Stromabnahme an den Hülsen der Achsen funktioniert prima - solange die Lok fährt. Wenn sie aber an einer verschmutzten Stelle zum Stehen kommt, ist zappen. Da das bei den heutigen Testfahrten in kurzer Zeit bei gar nicht so verschmutzten Schienen vier Mal der Fall war, werde ich auf die Schienenschleifer erst verzichten, wenn die Lok mit vier Radreifen-Schleifern auf richtig dreckigen Gleisen rund 50 Mal ohne Probleme stehen geblieben und wieder angefahren ist. Der Schmutz dürfte nicht so schwer zu bewerkstelligen sein Grins .

Da ich vor lauter Vorfreude in Abenteuer-Laune war, habe ich das gerade 'mal so R1-gängige Fahrgestell des "Barmers" gesattelt (das bringt immerhin auch schon rund 750 Gramm auf die Waage und rollt noch gar nicht gut!) und es fröhlich um die Ecken geschoben. Das ging nur an der hinteren Pufferbohle der Lok wegen der Überpufferung, klappte aber sensationell gut. Also weiter: Den bewährten halben Backstein auf den Barmer. Kein Thema, das schafft die kleine Lok trotz extremer Bedingungen und Schrägstellungen locker weg, auf Wunsch auch im Schneckentempo.

Da der Lok zum Plangewicht noch mindestens ein Pfund fehlt, gehe ich von einer akzeptablen Zugkraft aus. Interessant auch, dass das eine scheppe Hinterrad sich in der Praxis kaum auswirkt. Das habe ich getestet, indem ich ein Stück Dachlatte hochkant auf den Führerstandsboden gelegt habe. Eine Seitenbewegung ist nur in schnellen R1-Bögen rechts Schlot voraus zu bemerken. Ich werde das Rad aber trotzdem noch flicken, da bei der Fahrt die Bremsklötze ein wenig "tanzen".

Nachher könnt ich Euch das ja ansehen.

Beste Grüße,
theylmdl - 07.05.08 00:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Ein Erfahrungsbericht

Im Frankfurter Feldbahn-Museum konnte ich Sonntag den Tag über auf etwa 1,2 Metern plus meinem Prellbock-Gleis probieren, wie das Fahrwerk meiner kleinen 99 021 so reagiert. Damit war ich noch nicht zufrieden.

Dass Stoffels Schnecken-bewehrter Schweizer Großdrachen nicht gemuckst hat, als ich mit seiner Erlaubnis volle Kanne dagegen gedonnert bin, berührt mich weniger. 5,5 gut haftende und wegen Schnecken nicht rollfähige Kilogramm sind etwas heftig. Immerhin hat's seinen Puffer ganz eingefedert Winke . Natürlich haben wir vorab geprüft, ob sein Pufferteller ganz auf meine hintere Pufferbohle passt. Schade, dass niemand ein Größen-Vergleichsfoto gemacht hat Winke .

Unter Last - zum Beispiel mit dem schlecht rollenden und doch etwa 800 Gramm schweren "Barmer"-Fahrgestell an der Zugvorrichtung aus 1mm-Lötdraht Razz - war auch alles ganz okay, aber nicht bei Leerfahrten. Dabei kristallisierten sich zwei Problemzonen heraus.


Ein feinfühliges Rangieren zwecks Ankuppeln war damit kaum möglich, und die Notstopp-Taste an der multiMaus praktisch wirkungslos. Beim Auslauf half nur, die Bremsverzögerung fast auszuschalten und "Gegendampf" zu geben - die Lösung ist nicht ganz so schick. Damit Ihr eine Vorstellung habt: Aus 25 km/h - Höchstgeschwindigkeit - waren das rund 60 Zentimeter Auslauf, bei Mindestgeschwindigkeit etwa zwei Zentimeter.

Von Thomas Engel kam gestern der Rat, noch einmal an den CV-Werten des Decoders zu feilen, vor allem an der Lastregelung. Da sich da vieles ganz anders ausgewirkt hat, als es das Studium der Zimo-Anleitung vermuten lässt, beschreibe ich die bisher beste gefundene Konfiguration.

Zunächst einmal der Lastregelungseinfluss. Man könnte annehmen, dass ein höherer Einfluss besser ist, da er die Schwungmasse bremst. Das ist aber nicht so: Je geringer die Lastregelung, desto besser. Ich hatte das schon vermutet, weil die Schwungmasse den Motor ja entlastet. Solange sie Energie liefert, ist die Last am Motor klein. Vorher hatte ich in CV 58 den Wert 50 stehen, nun nur noch 10. Das muss natürlich noch im Gefälle und auf Steigungen getestet werden, dürfte aber dem Original-Fahrverhalten nahe kommen - da muss der Regler eben weiter aufgerissen werden. Bei einem Wert von 100 schiesst die Lok sofort los. Tipp: beim Einstellen jede Verzögerung abschalten und die erst später wieder einstellen.

Bei CV2 - der Mindestfahrstufe (intern) bein Anfahren - war die Anleitung des Zimo MX64H für mich nicht gleich klar. Ein niedrigerer Wert bedeutet langsamer, ein höherer schneller - das geht eher aus einem Satz der "ergänzenden Hinweise" hervor als aus der Erklärung zum CV-Wert. Also habe ich diesen Wert von 17 auf 4 reduziert - das war schon ganz gut. Vorher musste der Wert eher höher sein. Im Bereich zwischen 1 und 5 reagiert der Decoder bei diesem CV nun sehr sensibel, zumal die Lok aus welchen Gründen auch immer rückwärts leichter anfährt als vorwärts.

Wegen eines Tipps von Kersten Tams habe ich die PWM-Frequenz (Pulse Width Modulation, Impulsbreiten-Steuerung) von 40 auf 20 kHz herunter gesetzt (CV 112 = 0). Ganz unerwartet wurde der Antrieb dadurch bei Kriechfahrt leiser statt lauter. Vielleicht spielt dabei auch die Schaltfrequenz der Standard-Dioden zur Spannungsreduzierung eine Rolle.

Ein sehr bescheidener Angleich des adaptiven Beschleunigungs- und Bremsverhaltens im CV 123 (Wert = 10) brachte auch noch etwas. Zu guter letzt konnte ich sogar die Brems-Verzögerung erhöhen. Auch die Beschleunigungs-Verzögerung konnte ein wenig angeglichen werden.

Achtung: Diese Hinweise gelten nur für einen Antrieb mit einer Schwungmasse und vergleichbaren Eigenschaften (Glockenankermotor, geringer Roll- und Getriebewiderstand).

Weitere Folgerungen aus den praktischen Versuchen im FFM:

Die Zugkraft ist hinreichend groß. Das "Barmer"-Fahrgestell mit seinem amtlichen Lebendgewicht konnte ich ohne Kummer über 1mm-Höhenversatz schieben, und das in Langsamst-Fahrt. Die schwere Schwungmasse sorgt - wenn die Lok fährt - für einen seidenweichen Lauf ohne das geringste Zucken und simuliert perfekt eine große Masse. Das scheppe Rad muss noch unbedingt neu ausgebuchst werden. Die Schläge fallen nur auf, wenn die Räder der Lok vor einem fest stehenden Hindernis durchdrehen. Aber der Schlupf ist der Zugkraft abträglich, außerdem "tanzen" die Bremsklötze des Rads leicht, was bescheuert aussieht. Das fällt nur im Stand auf, nicht bei Fahrt.

Zunächst bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Zur Info erzähle ich Euch noch, was ich gemacht hätte, wenn das alles nicht funktioniert hätte.

Am Decoder habe ich noch den Funktionsausgang FA4 frei (und nur noch den). Da hätte ich dann ein 6V-Relais mit betrieben (über den Festspannungsregler), das an der Wippe über einen Filzgleiter außen an der Schwungmasse bei Solo-Fahrten eine zuschaltbare Bremse bildet und im Analog-Betrieb über den Decoder stets zugeschaltet wird. Zum Glück scheint mir dieser Heckmeck erspart zu bleiben. Das wäre auch kaum ohne sichtbare Teile im hinteren Rahmendurchbruch abgegangen.

Stoffel war im FFM in der Tat so nett, mir noch ein paar gute Tipps zum Guss der Pufferhülse zu geben. Vielen Dank dafür, ich werde das ausprobieren und wohl auch noch eine neue Form bauen.

Beste Grüße,
theylmdl - 18.05.08 23:44
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Dies ist nur ein "Blind-Beitrag". Diese Seite ist schon eine schwere Last für ISDN-Nutzer, darum verschubsere ich mit diesem Trick das neue Posting auf die nächste Seite.

Beste Grüße,
theylmdl - 19.05.08 00:03
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Seit der Einstellung des Decoders nach dem Termin im FFM bin ich nicht mehr dazu gekommen, an meiner kleinen Lok weiter zu basteln. Heute konnte ich aber mit Chiaras Hilfe einen wichtigen Test absolvieren.

Funkfernsteuerung (Teil 1, Planung)

Unser hochgeschätzter Max 25km/h hat eine wunderschöne Gartenanlage, auf der Betrieb sehr viel Spaß macht - so man "Echtdampfer" oder "Akkufahrer" und mit Funk unterwegs ist, denn Schienenstrom gibt's da nicht.


Hier ist Chiara gerade stolz wie Bolle, dass sie mit RC fährt.

Hmhm, das wäre auch für die kleine 99 021 nett und könnte auch andernorts sinnvoll sein. Die RC-Teile oder gar Akkus / Batterien haben in der kleinen Lok jedoch keinen Platz. Also muss ein "Geisterwagen" her, besser: ein System für Geisterwagen. Das RC-Kit könnte über ein Kabel mit Buchsen an der Lok verbunden werden. Dazu später mehr.

Dabei war die erste Frage: Wie viel Spannung und wie viel Strom braucht die Lok? Ich vermutete von Anfang an, dass mit nur 12 Volt kein Blumentopf zu gewinnen sei (was sich sogar schon berechnen lässt), denn der Antrieb ist auf Spannungen von 14,4 bis 18 Volt ausgelegt. Spannung und Strombedarf spielen bei der Auswahl und Anordnung der Akkus oder Batterien sowie bei der Auswahl des Reglers eine wichtige Rolle. Beim Regler kommt's ferner noch auf die Taktfrequenz der PWM (Pulse Width Modulation, zu deutsch: Impulsbreitenmodulation) an. Eine hohe Frequenz (über 500 Hz) ist gut wegen des Glockenankermotors. Da keine Servos betrieben werden, braucht's keinen kräftigen BEC (Battery Elimitate Circuit) für die Spannungsversorgung des Empfängers. Ein kleiner 5 Volt-Regler tut's auch, auch ohne Kühlung.

Diese Faktoren musste ich erst einmal bestimmen. Dazu habe ich mir mit meiner Tochter ein ziemliches "worst case"-Szenario gebaut: R1 mit Steigungen bis zu 3%, das nicht so gut rollende "Barmer"-Fahrgestell mit dem bekannten, halben Testbackstein drauf, und dazu noch einen Möchtegern-Feldbahn-Wagen mit einer (abnehmend Winke ) vollen Bierflasche.



Im Hintergrund erkennt Ihr die Rückseite des "Laborfahrpults" mit Volt- und Ampèremeter, Gleichspannung oder Impulsbreitenmodulation (nur etwa 85 Hz!) sowie Mindestspannungs-Vorgaben.

Kommen wir zunächst zum Strombedarf. In dem Pult ist ein 52mm-Ampèremeter mit einem Messbereich von 3 Ampère eingebaut. Um die Nadel überhaupt zum Zucken zu bringen, musste ich das Lokfahrwerk mit der Hand mit weit über einem Kilopond auf die Schienen drücken und die Spannung so weit hoch regeln, dass die Räder noch durchdrehten. Das ergab dann etwa 150mA. Beim gezeigten Versuchsaufbau mit geschobenen Wagen gab es nichts zu sehen. Da das analoge Gerät im unteren Bereich nicht so genau ist und Chiara drängelte, belasse ich's einfach bei den schon mit dem Decoder gemessenen Werten. Eine Last wie diese entspricht da etwa 100 bis 150 mA, im Grenzfall 250 mA (von Hand gestoppte Räder).

Nun zum Gewicht. Die Lok benötigt noch mindestens 500 Gramm Gewicht - aber auch nicht viel mehr, ich würde sagen, 500 bis 750 Gramm. Dann ist das Optimum zwischen Achslast und Eigengewicht erreicht. Ohne den kleinen Stein (500 Gramm) drehten die Räder in der 3%-Steigung bei jeder Spannung zwischen 5 und 15 Volt durch, wenn auch nur mässig. Die Rampe wurde dennoch stets bewältigt. Mit den 500 Gramm extra drehten die Räder nicht mehr durch.

Nun zur Spannung. 12 Volt sind zwar ausreichend, aber grenzwertig. Die Höchstgeschwindigkeit ist deutlich verringert und in der Steigung schon arg langsam. Sicherheitsreserven sind da keine mehr drin. Ab 14 Volt liess es sich gut leben, bei 14,4 Volt wurde es angenehm (dafür ist der Antrieb auch ausgelegt).

Damit waren schon 'mal zwei Dinge klar. Die Kapazität der Stromquellen muss wegen des seltenen Einsatzes und geringen Bedarfs nicht berühmt sein, und 12 Volt Spannung sind nicht genug.

Als nächsten bereitete mit der Anschluss des Regler-Ausgangs an die Lok Kummer. Hier der unterdes mehrfach geänderte, aktuelle Schaltplan.



Die Schalter-Gruppe im oberen, rechten Teil wirkt zunächst verwirrend. Das relativiert sich aber, denn der zweipolige On-Off-On-Schalter und der zweipolige Umschalter werden in Wirklichkeit über Buchsen und Stecker realisiert, was deutlich Platz sparender abgeht (und billiger und einfacher). Die zwei antiparallelen Diodenpaare sind zwar im Analog- und Digitalbetrieb nötig, würden aber im Akku-Betrieb erheblich stören. Daher müssen sie überbrückbar sein (Schalter oben rechts - das wird wirklich ein Schalter am Wasserkasten, später mehr dazu).

Sinn der Übung: Die Lok kann über die RC-Anlage mit oder ohne Kontakt zum Schienenstrom, mit oder oder Dioden betrieben werden. Gibt's genug Akku-Kapazität und -spannung, kann der Decoder samt Pufferung benutzt werden, dann gibt's auch Licht (wenn auch wohl kaum Rauch), ansonsten kommt der Motor eben direkt an den Regler. Wer weiß, was die Akku-Zukunft noch so bringt.

Gezeichnet ist so etwas schnell, aber für die Durchführung der RC-Leitungen zu beiden Pufferbohlen habe ich noch keine gute Idee. Das klingt ganz trivial - was sind schon zwei Strippen? Aber wenn diese zwei Strippen mein schönes Zerlegungs-Konzept zerschroten, ist Schluss mit lustig.

Bei der ganzen Geschichte solltet Ihr nicht vergessen, dass sie nur eine Ersatzlösung ist. Normaler Weise soll die Lok digital fahren, ansonsten analog, und nur wenn es beides nicht gibt, mit Funk und Akku.

Die Entscheidung für das Buchsen/Stecker-System war schnell gefällt: die zweipoligen BEC/Empfänger-Akku-Stecker reichen aus. Leider sind die schon recht groß, dafür sind sie stets verfügbar.

Einen gescheiten Sender habe ich: Graupner X-412, 40 MHz FM / PPM, mit fünf proportionalen und einem an/aus-Kanal. Diese "Neuheit" aus dem Jahr 2001 gibt's im Set mit Superhet-Empfänger, Servo, Batteriebox, Schalterkabel und Quarzen für weniger als 100,- Euro zu kaufen, zum Beispiel bei Andys Hobbyshop - damit bin ich sehr zufrieden (mit dem Sender und dem Laden). Hier ein Bildchen der angenehm leichten und kleinen "Funke":



Für den konkreten Fall brauche ich also eine Akku- oder Batterielösung, einen Regler bis 14 Volt (besser etwas mehr) und einen 40 MHz-PPM-Empfänger. Letzterer fand sich recht schnell bei eBay®. Den gibt's auch gerade herab gesetzt bei Conrad: act Micro 6. Natürlich hätte es auch ein ein-Kanal-Empfänger getan, aber der dürfte kaum zu finden sein, und wer weiß, was mir noch so einfällt.

Zunächst hatte ich mit einem "Universal-Kit" geliebäugelt, das ich in jeden beliebigen Wagen packen kann (Komponenten in Kisten getarnt). Davon bin ich aber wegen der Antennen-Frage wieder abgekommen. Da die Schienen eine Abschirmung oder induktive Schleife bilden und der Empfang nahe beim Boden statt findet (jedenfalls hoffentlich nicht im Flug Winke ), sollte die Antenne mindestens Lambda ÷ 16 haben. Gehe ich von der mittleren Frequenz des 40 MHz-Spektrums aus, komme ich auf 459,2 mm, die auf eine horizontale Litze und eine senkrechte Stabantenne aus 0,6mm-Stahldraht aufgeteilt werden sollen. Bei Lambda ÷ 32 sind's nur noch 229,6 mm - das sollte langen, will aber erst einmal getestet sein.

Hier die Berechnungs-Grundlagen als Erinnerung.

Die Länge einer Antenne wird wie die Wellenlänge mit der Einheit Lambda bezeichnet. Die Länge sollte stets ein geradzahliger Teiler des Lambda-Werts sein (1 ÷ 2, 1 ÷ 4, 1 ÷ 8, 1 ÷ 16, etc.).

Die Länge bzw. Wellenlänge Lambda (im Millimeter) entspricht c ÷ f.

c ist die Lichtgeschwindigkeit, hier angesetzt mit 299.792 km/s.
f ist die Funkfrequenz. Aber Achtung! Als Korinthenkacker kann ich schnell ausrechnen, dass etwa die Mitte des bei 40 MHz verfügbaren Spektrums schon ganz andere Werte ergibt als die Annahme "40 MHz" (40.825 MHz - Kanal 82).

Lambda = c ÷ f = 299.792 ÷ 40.8 = 7.347,8 mm - eine normale 40 Mhz-Antenne für Kanal 82 müsste also 7,35 Meter lang sein.

"Normale" 40 Mhz-Empfänger kommen daher mit Antennen daher, die auf Lambda ÷ 8 gekürzt sind (etwa 92 cm). Das ist immer noch ein bisschen viel für einen Einsatz in einen IIm-Waggon. Andere Kriterien sind mindestens ebenso wichtig: Die Antenne niemals parallel oder in der Nähe von Strom-führenden Leitungen verlegen (den Fehler habe ich bei meinem Fischerboot gemacht und bitter bereut), ein Stück horizontal verlegen (Litze) und eines möglichst vertikal (Draht), niemals aufrollen oder verknäulen.

Die Antenne sollte in eine Richtung "abgehen", die Servo- bzw. Regler-Kabel in die andere.

Nach einigem Getüftel habe ich mich für einen Ladegut-Einsatz für offene Güter- oder Arbeitswagen entschieden. Die Stabantenne stört mich dabei weniger als mich die gute Zugänglichkeit zum Akkuwechsel und der nicht nötige Wagenumbau freuen. Die Lokversorgungs-Zwillingslitze wird an einer Seite heraus geführt, die Stabantenne liegt diagonal entgegen gesetzt am anderen Ende.

Kommen wir zu den Akkus. Ich hatte zunächst mit Batterien geliebäugelt, wegen des seltenen Bedarfs - 99% des Jahres Akkupflege für zwei Mal fahren ist doof. Von fido kam die Anregung, Eneloop-Akkus zu benutzen. Da hätte es auch zwölf gebraucht, und damit viel Platz sowie Gewicht und einige Kosten. Die AA-Ausführung ist samt Ladegerät günstig bei Conrad zu haben (knapp 25,- Euro). Prinzipiell ist die Anregung gut.

Da ich eher Spannung als Kapazität brauche (siehe Testparcours oben), gibt es eine Alternative. Was mich bei den Eneloops stört: Ich brauche sie praktisch nie. Daher wäre ein Akku schick, den ich sowieso ständig benutze, und den ich im Bedarfsfall auch für den RC-Betrieb benutzen kann. Damit entfielen die Einwände wegen der Nutzung und nötigen Pflege.

Geeignete Opfer fanden sich in Form der Lithium-Ionen (LiIon) Akkus meiner DigiCam. Sie werden werksseitig mit 720 mAh bei 7,4 Volt (also Doppelzellen) angeboten, es gibt sie aber auch mit 1.100 mAh und allem Schnickschnack - und das für weniger als 7,- Euro. Ein passendes Ladegerät schlägt mit knapp 15,- Euro zu Buche. Die Teile sind leicht (51 Gramm) und klein (57 × 32,2 × 15,7 mm). Zwei davon in Serie ergeben mindestens 14,4, eher 14,8 Volt. Da die DigiCam regelmäßig benutzt wird, haben die Akkus auch 'was zu tun und halten daher länger als eingemottete Teile.

Relativ Hochstrom-fähig sind diese Akkus auch, und bei im Mittel 100 mA Entnahme kann da nicht viel anbrennen. Da ich drei solche Akkus mit 720 mAh habe, kann ich die Funktion vorab testen (und eine passende Akku-Box bauen).

Bleibt noch der Fahrtregler. Gut erscheint z.B. der Robbe Navy Control 535 R, der ab Werk schon 17 Volt abkann (und damit in der Praxis auch 21 Volt). Eine störende EMK-Bremse gibt's nicht, ebensowenig BEC, dafür aber eine hohe Taktfrequenz und allen anderen Schnickschnack.

Beste Grüße,
Terrassenbahner a.D. - 19.05.08 13:21
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Thomas,

Du solltest das Thema umbenennen. Zur Auswahl stünden:

"Eierlegende Wollmilchsau im Subminiaturformat", "Allstrom-Dampflok" oder "Dissertation: Dr. ing. (BBF)"

Aber Spass beiseite. Man kann nur staunen, was Du auf so kleinem Raum so alles unterbringst, und mit was für einer Hingabe zum technischen Detail. Was mir als vergleichsweise kleine Alternative zu den Servo-Steckern noch einfiele, wären diese Stecker, die man in PC-Gehäusen zum Anschluss von LEDs und Schaltern verwendet - bei den geringen Strömen dürfte es das doch tun. Die zweipolige Buchse misst etwa 1,5 x 4 mm.

Grüße,
Georg
theylmdl - 19.05.08 23:47
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Georg,

danke für die humorigen Worte - "Allstrom-Dampflok" finde ich besonders gut Winke .

Zitat:
Was mir als vergleichsweise kleine Alternative zu den Servo-Steckern noch einfiele

Die BEC- bzw. Stromversorgungsstecker haben den entscheidenden Vorteil, dass sie durch die Schrägen an den Gehäusen verpolungssicher sind und meist ganz ansehnliche Ströme übertragen können (was so ein BEC-System eben bietet, das geht bis zu > 1 Ampère). Die Stift- bzw. Buchsen-Abstände weichen kaum vom Standard-Rastermaß (RM) von 1/10-Zoll (2,54mm) ab, insofern nimmt sich das nicht so arg viel.

Eine Gehäuse-lose Konstruktion müsste mit drei Kontakten ausgeführt sein, z.B. - außen, + in der Mitte (wegen der Verpolsicherheit). Damit ist also auch nicht so arg viel gewonnen. Abgesehen davon möchte ich die beiden Einheiten (Lok und RC-Kit) gerne möglichst getrennt betrachten - beide sollen so universell sein wie irgend möglich.

Zu Deiner Beruhigung Winke : Mehr als digital, analog oder Akku wird's nicht geben. Ein Plan ganz anderer Art liegt auch noch in der Schublade, aber der kann erst Ende des Jahres getestet werden.

Beste Grüße,
fido - 20.05.08 09:13
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Mehr als digital, analog oder Akku wird's nicht geben.

Hi Thomas,

schon klar Winke Grinseteufel

Hast Du mal über eine Tesla-Dampfturbiene nachgedacht? Grins

Aber die BEC-Stecker sind wirklich eine gute Wahl. 1A trauche ich ihnen auch zu und die Teile sind robust, klein, verpolungssicher und lassen sich leicht stecken.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg beim Bau Deiner universellen Allstromlok.
Terrassenbahner a.D. - 20.05.08 19:23
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Ein Plan ganz anderer Art liegt auch noch in der Schublade,


Oh dear! Liege ich am Ende doch richtig mit meinem (bis jetzt im stillen Kämmerlein versteckten) Vorschlag, Du könntest doch eine stationäre Dampfmaschine (ob nun Turbo oder Kolben) samt Generator auf das Barmer-Fahrgestell stellen?

Lansam machst Du mir Angst... Winke

G.
theylmdl - 20.05.08 23:26
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Georg: Der "Plan" ist eher eine Idee, und außerdem nicht auf meinem Mist gewachsen. Da für einen Versuch jedoch noch allerlei Vorbedingungen getestet werden müssen, gibt's auch noch nichts zu gackern. Eher so zum Jahreswechsel.

Funkfernsteuerung (Teil 2, Planung)

Der angepeilte Robbe Navy Control 535 R-Fahrtregler ist sicher prima - er ist aber auch prima groß und kostet auch ein bisschen 'was. Angesichts der stets knappen Platzverhältnisse und der stets leeren Hobby-Kasse störten mich diese Punkte noch ein wenig, zumal ich kaum glaube, dass ich das Kit oft brauchen werde.

Der Zufall ließ mich heute über eine mir bisher unbekannte Gattung der Regler stolpern Winke , die es bei modellbau-regler.de gibt. Genauer gesagt meine ich den AS12/15RW BEC mit vorwärts / rückwärts-Funktion.

Der spart mir im Vergleich zum Robbe-Regler auch den externen BEC. Die Liste der Features liest sich sehr interessant. Eigentlich ist das Teil wie für mich gemalt, nur dass sich die Website über die Grenzwerte der variablen Taktfrequenz ausschweigt. Eine Nachfrage per Mail bei Frau Willing brachte schnell Klarheit - das finde ich schon 'mal gut. Die dünnen Kabel (nur 1mm²) und die kleine Gesamtgröße (36 × 30 × 9 mm) sind auch gut, weil sich dadurch unter anderem die Betriebssicherheit erhöht. Ich erkläre gleich, warum.

Im Bereich zwischen 0 und etwa 70% Knüppelausschlag taktet der Regler mit 18 kHz (!), dann schaltet er bis zum Schluss wegen der Effizienz auf 2,3 kHz herunter. Da lacht natürlich jeder Glockenankermotor und ich auch Winke . Bei 32,95 Euro lacht sogar meine Hobby-Börse aus Zwiebelleder.

In Folge konnte ich meinen Einbau-Plan für den Geisterwagen optimieren (nachdem ich eine Bestellung 'rausgeschickt hatte). Da ist er.



Den Empfänger habe ich in der Seitenansicht flach und nicht diagonal gestellt eingezeichnet (weil ich ein fauler Hund bin). Er braucht so viel Luft, weil er in Schaumstoff gelagert werden soll.

In der Aufsicht sind links die Schienen angedeutet. Die neigen als potenzielle induktive Schleife dazu, für Empfangskummer zu sorgen. Darum steht der waagerechte Teil der Antenne im 45°-Winkel dazu. Die Zwischenstücke können z.B. mit Säcken oder Schüttgut abgedeckt werden. Die Stabantenne (0,6mm-Draht) steckt in einer für den Transport abnehmbaren Schwelle für Meterspur. Die kleine Kugel oben schützt nicht nur die Augen Winke , sondern wirkt auch als Aufladungs-Hemmung.

Rechts - möglichst weit weg vom Empfänger - liegen die Akkus und der neu entdeckte Regler. Die Teile sollen - damit's ein bisschen netter aussieht - in Holzkisten getarnt werden. Mit dem Robbe-Regler hätte die rechte Kiste rund 32mm näher beim Empfänger liegen müssen - was nicht so schön ist.

Rechts in der Stirnansicht seht Ihr dunkel die "Begrenzungslinie für neuere Fahrzeuge bei Mittelstellung im geraden Gleis" aus der "Bauordnung für Bahnanlagen und Fahrzeuge der Schmalspurbahnen des allgemeinen Verkehrs" (1934) und größer / grau das NEM-Lichtraumprofil. Ihr seht, mit Lambda ÷ 32 haut's mit der Höhe gerade 'mal so hin.

Die Kiste mit dem Regler bekommt Lüftungs-Öffnungen. So arg wird das mit der Belastung aber nicht werden - weder über die Regelung, noch über BEC.

Je kürzer die Antenne wird, desto genauer muss die Länge stimmen, denke ich 'mal. Dabei sollte das Stückchen im Inneren des Empfängers bei der Berechnung nicht vergessen werden Winke .

Beste Grüße,
Stefan Kühne - 21.05.08 09:51
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo,

es ist immer wieder eine Wonne Deine Bastelleien zusehen, einfach klasse! Zu Deinem Geisterwagen kann ich allerdings etwas beisteuern. Wieso willst Du den Empfänger in Schaumstoff lagern, um ihn vor Erschütterungen zu schützen?
Ich fliege seit langem RC-Flugzeuge und da gibt es manchmal recht heftige Erschütterungen, z.B. wenn einem der Himmel ausgeht oder wenn man mal ein wenig hart landet, beim Starten vom Gras, etc. Ich befestige den Empfänger nur mit Klettband und hatte noch nie Probleme, dass ein Empfänger defekt war. Für Deine Lösung des Geisterwagens sollte auch eine einfache Klettverbidnung reichen und dann hast Du mehr Platz.

Gruß
Stefan
Sven Frank - 21.05.08 10:22
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Thomas,

eine Alternative zum Regler: http://www.cti-aichtal.de im Webshop der CTi Thor15.
Ich habe den Thor4 in meiner Diema, Regelverhalten ist gut, Failsave funktioniert ebenfalls bestens. Nur so als Vorschlag...
theylmdl - 21.05.08 11:42
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Stefan:

Ich bin nicht so erfahren in Fernsteuerungsdingen, habe aber immer wieder gelesen, dass die Empfänger Erschütterungs-frei gelagert werden müssen (auch wegen der Quarze). Das bisschen Schaumstoff tut mir nicht weh. Vielleicht finde ich irgendwo noch ein 3mm starkes Restchen.

Eher noch ein anderer Tipp: Bei solchen Dingen wie diesen Kisten achte ich darauf, dass die Maße einem geraden Vorbildmaß entsprechen. Das sind bei der Empfängerkiste 1,5 × 0,8 × 1,0 m. Solche Maße wirken im entsprechenden Umfeld plausibler als beliebige Größen.

@Sven:

Der Thor4 ist - wie viele andere Regler auch - nur bis 10 Zellen (12,2 V) zugelassen. Damit würde er wohl auch 14,4 V vertragen. Dabei wird aber das BEC als größter Wärmeentwickler im Regler zu heiß. Die Motorregelung selbst wird hochfrequent geschaltet, nicht geregelt, dabei fällt nicht so arg viel Wärme an - sonst könnten die Teilchen auch nicht so klein gebaut werden.

Zum Vergleich: Bei gekapptem BEC-Ausgang (rotes Kabel vom Empfängeranschluss = Plus) darf der AS12/15RW auch mit 16 V betrieben werden. Ich brauche - wie getestet - mindestens 14,4 Volt. Da sollte das BEC des AS12/15RW noch funktionieren, zumal ich den Betriebsstrom nur für den Empfänger brauche (und das ist herzlich wenig). Die Nennspannung der in Serie geschalteten LiIon-Akkus beträgt 14,8 V - zur Sicherheit könnte ich ja noch eine Standard-Diode zwischenschalten, dann liege ich genau bei 14,4 V = Pendant zu 12 Zellen.

Beste Grüße,
Sven Frank - 21.05.08 14:06
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Zitat:
Der Thor4 ist - wie viele andere Regler auch - nur bis 10 Zellen (12,2 V) zugelassen.


Deswegen sagte ich Thor-15. Ich habe den Thor 4 in der Diema, werde aber auf den Thor 15 wechseln.

Der Thor15HV darf sogar mit 24 Volt betrieben werden, hat dann aber kein BEC mehr. Bei 12 Volt (14,4 Volt bei vollen Zellen) hat er ein BEC.
theylmdl - 21.05.08 14:23
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Sven!

Oops, nicht gescheit gelesen...

Steht in der Anleitung zu Deinem Thor4-Regler zufällig drin, mit wieviel (k)Hz die Regler takten? Auf der Website habe ich leider nichts gefunden. So rund 1 kHz wäre schon ok, >= 3 kHz gut, >= 10 kHz super. Die 18 kHz des AS12/15RW finde ich besonders schick - die Umschaltung auf 2,3 kHz bei 70% Knüppelausschlag tut nicht weh, weil die Impulslänge da schon deutlich größer ist als die Pausen - da täten's wahrscheinlich auch 500 Hz. Ganz genau begründen kann ich's nicht, aber so aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass die Schwungmasse den Motor da in den Pausen auch entlastet.

Beste Grüße,
Sven Frank - 21.05.08 15:13
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Zitat:
Steht in der Anleitung zu Deinem Thor4-Regler zufällig drin, mit wieviel (k)Hz die Regler takten?


Leider nein, aber Helmut Marschall gibt gerne Auskunft per Mail oder Telefon. Der Thor15HV ist zumindest der einzige mir bekannte Regler dieser winzigen Baugröße, der 24 Volt und max. 50 Ampere abkann. Selbst wenn der fiepst, die Vorteile überwiegen (22 Euro, was will man da meckern), und per Dietz Micro XS wird das ja eh übertönt. Das Micro MS kann man m.W. auch per RC Anlage ansteuern, es wäre evtl. unter Zuhilfenahme eines Microempfängers mit Miniquarz (www.1zu87-modellbau.de) möglich die Kleine rein auf RC zu bauen. Würden die Akkus an die Stelle des Decoders passen...?
theylmdl - 21.05.08 15:42
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Sven!

Zitat:
Selbst wenn der fiepst, die Vorteile überwiegen (22 Euro, was will man da meckern)

Wenn der Motor deutlich hörbar fiept, kann die Frequenz nicht so dolle sein. Eher so 50 (typisch) bis 1.000 Hz. Ich frage noch einmal nach. Wenn der Faulhaber-Motor für 58,- Euronen leidet, sind die 22,- Euro kein Vorteil mehr Grins .

Zitat:
und per Dietz Micro XS wird das ja eh übertönt.

Leider nicht. Die Software des Micro XS hängt sich im Analog-Betrieb auf und ist erst nach einer längeren stromlosen Zeit wieder Kooperations-bereit. Darum habe ich das Teil auch für den Analog-Betrieb abziehbar gemacht, und den haben wir hier. Zu hören ist da sowieso nichts, laut Herrn Dietz allenfalls ein Knacken. Beim RC-Betrieb muss der also auch 'raus. Ich habe das auch 'mal mit der multiMaus und der ganz niedrigen Zimo-Frequenz getestet (nur kurz). Das Motor-Fiepen wird auch da nicht übertönt.

Zitat:
Das Micro MS

Für den habe ich leider nicht genug Platz - Du hast den Zwerg (die Lok) ja im FFM gesehen.

Die Kleine werde ich nicht auf nur-RC-Betrieb auslegen. Dadurch entstünden wieder neue Kosten und erheblicher Planungsaufwand. Wir reden hier nur über eine Ersatzlösung. Die muss sicher sein, darf aber nicht zuviel Geld oder Zeit kosten. Derzeit liege ich bei rund 115,- Euro plus noch etwas Porto inkl. allem außer Holz und ein paar Bastelmaterialien. Das finde ich noch tolerabel für ein Ticket zu Max' schöner Gartenbahn. Außerdem ist die Lösung auch für andere Triebfahrzeuge verwendbar - in der Lok aber nicht mehr.

Beste Grüße,
theylmdl - 22.05.08 16:31
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Sven!

Unterdes habe ich's von Helmut Marschall schriftlich Winke . Die Thor-Regler takten mit 1 kHz - das ist mir für einen Glockenankermotor zu wenig, wenn ich für 11,- Euro mehr 18 kHz mit BEC haben kann. Für einen Bühler-Motor und vergleichbare Typen ist das sicher okay.

Beste Grüße,
theylmdl - 26.05.08 23:50
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Inzwischen ist der Fahrtregler eingetrudelt. Testen kann ich ihn noch nicht, da mir noch ein passender Empfängerquarz fehlt und die Akkus noch nicht im Haus sind Winke . Zu diesem Thema gibt's also noch nichts zu gackern, außer dass die doch amtlich dicken Anschlusskabel des Reglers für meine Zwecke und aus Platzgründen deutlich dünner sein dürften. Die Lötstützpunkte bei den FETs sind wahre Monster, da renne ich lieber nicht 'ran (Foto folgt).

Statt dessen löse ich mit freundlicher Genehmigung des Ideen-Lieferanten die "vierte Dimension" der Steuerung auf. Die Idee klingt zunächst seltsam, dann aber plötzlich gar nicht mehr, und wenn ich viel Geld hätte, würde ich den schicken Regler gleich irgendwo anders verbauen oder höchstens testen.

Die vierte Antriebsvariante

Keine falschen Hoffnungen: Es ist kein Diesel-Generator, keine Dampfturbine oder sonst etwas, was nicht auch von einem Küchentisch-Bastler gebaut werden könnte. Es ist nicht einmal etwas ganz anderes, sondern nur eine Kombination zweier schon vorgestellter Betriebsarten.

Die Idee stammt von Thomas Engel. Sein Vorschlag:

Anstelle des RC-Kits könnte in den Geisterwagen ein DCC-Generator eingebaut werden, der über Funk angesteuert wird. Mal angenommen, dass die noch nicht verfügbare multiMAUSpro-Zentrale auch mit maximal 22,2 V (oder etwas "gebremst" mit 21,4 V) Gleichspannung/-strom angesteuert werden kann und Ihre eigene Betriebsstromaufnahme nicht zu hoch ist, dann wäre das Thema (wenn auch teuer) damit gegessen - z.B. mit drei doppelzelligen Li-Ion-Akkus. Das passt noch locker in einen gedeckten Güterwagen...

...will aber erst einmal getestet sein. Da das Innenleben der neuen - nun echten - Zentrale wahrscheinlich nur noch herzlich wenig mit der aktuellen Verteiler-/Booster-Kombination zu tun hat, brauche ich's damit gar nicht erst zu probieren.

Eine Alternative wäre die Entwicklung einer eigenen Funk-Schnittstelle zu der Zentrale von http://www.opendcc.org/ (anstelle eines PCs - wobei dann die PC-Schnittstellen beim Einbau entfallen könnten - oder die Entwicklung / Programmierung einer eigenen Lösung auf Basis eines PIC-Mikroprozessors - unsinnig).

Wo liegen eigentlich die Vorteile?


Und die Nachteile?


Die Idee an sich finde ich sehr gut, da sie einige zusätzliche Komponenten (z.B. die ganze RC-Anlage, Fahrtregler) und sonstiges Doppel-Gemoppel überflüssig macht und viele neue Möglichkeiten eröffnet. Darüber hinaus würden in meinem Fall (vgl. den Thread zum Elektrik-Konzept) nur Akkus und Steckverbinder zusätzlich benötigt - sonst nichts.

Danke an Thomas! Das fand ich eine sehr spannende Anregung.

Beste Grüße,
Daniel Hoß - 27.05.08 00:19
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hi Thomas!

Wollte mal nachfragen, ob ich das jetzt richtig verstanden habe:

Die Zentrale kommt in einen gedeckten Güterwagen, der entweder in einem Zugverband mitfährt und deine Lok direkt mit Strom und RC signal versorgt oder der Wagen wird an einer Laderampe o.ä. abgestellt und wird mit Kabeln (verdeckt?) mit der Anlage verbunden? Falls ich das richtig verstanden habe: Respekt!!! Ich habe jetzt ja mit vielem gerechnet – damit aber nicht!

Verwunderte Grüße,

Daniel
theylmdl - 27.05.08 09:30
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hi Daniel!

Ich nehme an, Du hast das richtig verstanden. In Deiner Zusammenfassung ist ein kleiner Fehler: Die Lok wird beim "mobilen" Betrieb mit dem DCC-Signal versorgt. Die Funk-Schnittstelle liegt vor der Zentrale bzw. ist bei Roco da eingebaut. Im stationären Betrieb wird der "Spezialwagen" über Kabel mit der Anlage verbunden.

Beste Grüße,
Thomas Engel - 27.05.08 10:24
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Winke Hallo Zusammen,

man kann sogar die Wagen mit der DCC Anlage verkabeln und die darin
verbauten DCC Komponenten (z.B. Beleuchtung, Zugschluß) wie gewohnt
verwenden - wenn die Akkukapazität reicht.

Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Brennender Teufel Thomas
Terrassenbahner a.D. - 27.05.08 23:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Und wieder ein Argument für den Einsatz von dem, was man in Nordamerika so treffend "power bricks" (wörtlich Kraft-Ziegel) nennt - externe Schaltnetzteile nämlich. Zumindest verstehe ich Deine Beschreibung so, dass sich diese Roco-Zentrale einerseits (im Gegesatz zu z.B. LGB-Zentralen) ohne Wechselstrom betreiben lässt und andererseits nicht (wie etwa das "kleine" Zimo-Teil) in Personalunion mit der Bedieneinheit auftritt? Das eröffnet dann natürlich auch ganz neue Modulkonzepte, die man einfach an zwei in Reihe geschaltete Auto"batterien" oder an ein Solar-Panel hängen könnte.

Und wenn dann auf dem nächsten Wagen noch ein sauber gepufferter Generator... Geschockt Verdrehter Teufel Geschockt bin schon still! Verlegen Verlegen

Georg
theylmdl - 28.05.08 00:13
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Georg!

Das ist genau der Knackpunkt:
ich hat folgendes geschrieben::
Mal angenommen, dass die noch nicht verfügbare multiMAUSpro-Zentrale auch mit maximal 22,2 V (oder etwas "gebremst" mit 21,4 V) Gleichspannung/-strom angesteuert werden kann...

Und das ist eben leider nur eine Möglichkeit von zweien. Solange nicht entweder Roco eine Information zum Thema 'rausrückt oder so eine Zentrale zwecks Versuch da ist, kann da nichts zu gesagt werden.

Deine zweite Annahme ist unterdes gesichert: Die Bedienteile sind ab der multiMAUSpro nur noch Bedienteile, egal ob über Funk oder Kabel angeschlossen. Die Zentrale beinhaltet die DCC-Signalerzeugung, dient als Weiche, hat einen Mini-Booster, die PC-Schnittstelle via USB und eben den Funk-Empfänger eingebaut. Das wird einem zumindest von Roco-Vertretern so erzählt.

Leider ist auch noch nicht klar, ob an Stelle der Funkmaus eine Kabel-multiMaus als erste oder einzige Maus angeschlossen sein darf - denn die (kann) ja auch ein DCC-Signal erzeugen, und das ist nicht unbedingt eine Aufgabe für Teamwork Winke .

Beste Grüße,
theylmdl - 09.06.08 00:09
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Die elektrischen Steckverbindungen (Teil 1)

Bevor ich zum dritten Teil des RC-Kits komme, noch einmal zur Lok. Der glückliche Zufall wollte es so, dass die zwei "Kabelschächte" im Antriebsblock oben noch nicht mit (geplanten) Leitungen "zugestopft" sind. In der Praxis fehlt gegen Ende aber meist doch noch irgend eine Strippe Winke . Daher werden - solange das geht - so viele Leitungen wie möglich durch diese Kanäle geführt. Das sind vier bis fünf. Damit ich das Fahrwerk nicht zerlegen muss, habe ich die RC-Leitung und zwei zusätzliche Litzen 0,14mm² eingezogen, und zwar über einen Draht, den ich vorher durch den Kanal "gesteuert" habe. Da wurden die vier Litzen angelötet und dann - vorsichtig, mit ziehen und schieben - durchgezogen.



Die Kanäle durften nicht viel größer werden, damit a) die Kabel nicht an der Schwungmasse scheuern und b), weil die Wasserdurchlässe (senkrecht) schon sehr nahe da dran sind. Auf dem Bild seht Ihr die vordere BEC-Buchse (dabei beziehe ich mich auf die Kontaktform, nicht das Gehäuse!) im versteckten und heraus geholten Zustand.

Als ich die Kabel dann hinten beim Hohlraum mit dem Decoder hatte, kamen gleich die nächsten Sorgen. So eine BEC-Steckverbindung bzw. deren Gehäuse-Kombination braucht nämlich mächtig viel Platz - für die interne Umschaltung kommen die Zwerge daher nicht in Frage oder nur die (äußerlich kleineren) Buchsenteile. Selbst damit konnte kaum ein gutes Plätzchen für die Anbringung gefunden werden.



Ich möchte diese Lösung benutzen:



Der Decoder-Ausgang, der RC-Anschluss und die Stromabnahme von den Schienen werden mit einer Pfostenleiste 5 × 2 verbunden. Die Belegung ist schematisch links gezeigt (doppelter Decoder-Ausgang, RC-Eingang, Schiene, nichts). Eine Buchse mit 3 × 2 Polen und einer Nase wegen der Verpolsicherheit kann darauf in drei Positionen gesteckt werden (Mitte und rechts).

Wird die Buchse noch weiter nach rechts aufgesteckt, hinge der Motor direkt an der Stromabnahme (bei abgeklemmtem Decoder). Wird sie noch weiter nach links aufgesteckt, sind Decoder-Eingang und -Ausgang verbunden. Das könnte bei geladenen GoldCaps unangenehme Seiteneffekte geben Winke , darum sollte das durch eine Wand verhindert werden.

An Stelle der BEC-Teile bin ich nun doch auf die von Jörg vorgeschlagenen Platinen-Steckverbinder im Rastermaß 2,54mm ausgewichen - allerdings in einer Ausführung mit vergoldeten Kontakten, die 3 A Strom übertragen darf. Die Buchsen haben sechs Kontaktfedern, und es braucht mächtig viel Kraft, um eine auch nur vierpolige Verbindung auseinander zu ziehen.

Wie auf dem Foto oben zu sehen ist, steht nicht allzu viel Platz zur Verfügung. Hinter der nicht abnehmbaren Bremsumlenkwelle dürfen keine starr mit dem Antriebsblock verbundenen Teile mehr liegen.

Dann musste ich mir ein paar ziemlich endgültige Gedanken zur Anordnung der zahlreichen Steckverbindungen im Heck der Lok machen. Zur Erinnerung: Ich möchte zu Wartungs- und Reparaturzwecken nicht unbedingt Dutzende von Kabeln ablöten müssen - evtl. sogar von Lötstützpunkten, die nicht erreichbar sind. Also musste auf Basis des alten Kabellaufplans (noch mit Elkos statt GoldCaps) ein Steckverbindungsplan angelegt werden. Das war keine ganz leichte Aufgabe, denn dabei gilt es allerlei räumliche und technische Fragen zu bedenken. Zur Erinnerung der Link zum letzten Lokschaltplan.


Der Plan der Steckverbindungen.

Die Kurzerklärung der Verbindungen:

Heute fand sich - endlich - etwas Zeit, um diese Pläne in die Tat umzusetzen. Leider habe ich es nicht ganz geschafft, also heißt es wieder auf Freizeit warten Traurig .

Zunächst einmal habe ich mir ein paar Gedanken über die wichtigste Verbindung von allen gemacht (Nr. 2). Der verfügbare Platz zwischen Rückwand des Lautsprechergehäuses und Feuerbüchsen-Rückwand ist nicht üppig, aber ausreichend. Um unten keinen Platz für Stecker zu verschwenden, habe ich mir eine Lösung einfallen lassen, bei der die ganze Steckverbindung in diesem Raum verschwindet. Da die Buchse später nicht gegengehalten werden kann, muss sie sehr stabil befestigt werden. Kleben wäre da gar keine gute Idee - bricht die Klebung, darf die Lok teilweise neu lackiert werden!

Daher habe ich ein Stück Probeplatine mittels zwei 0,6 mm-Neusilber-Streifen auf dem Führerhausboden befestigt, und zwar so:



Rechts sind die zwei Stifte am Neusilberblech schon verlötet, links noch nicht. Bevor ich die Buchse eingelötet habe, habe ich erst einmal kräftig an der Brücke gezogen, gezerrt und gedrückt - da regt sich nichts mehr Sehr glücklich . Nach dem Einlöten der Buchse und der Aufteilung der Stecker in drei Gruppen sieht das Ganze überkopf so aus.



Die vier Pole links sind für die SUSI-Schnittstelle, die fünf hier nicht ganz eingesteckten gehen an den Decoder, und die drei sind für die Taktgeber und die Rückleitung +6 Volt vom Festspannungsregler (z.B. zum hinteren Spitzenlicht). Von oben gesehen sieht das so aus.



Die zweipolige Steckverbindung im Bildvordergrund - später nahe der Führerhaus-Rückwand - ist für das hintere Spitzenlicht. Die nötige Aussparung in das 2 mm starke Grundblech unter dem Führerhaus zu sägen und sie zu verfeilen, war nicht wirklich lustig - aber es hat geklappt.

Dann habe ich ein wenig über die Betriebsart-Steckverbindung nachgedacht bzw. die Befestigung der Stifte. Das ist nicht so einfach, weil die Stifte eben genau so gut befestigt sein müssen wie die Buchsen. Nachdem ich wegen Übermüdung eine Stunde weggeduselt bin, ist mir die Lösung gedämmert. Zwei zum "U" gebogene 1 mm-Drahtenden halten die Konstruktion am gewünschten Platz.



Die Stiftenden können außen erst verlötet und versäubert werden, wenn die Kabel "dran dürfen". Das dauert noch ein bisschen, denn mir fehlen noch zwei bis drei zweipolige und eine vierpolige Hilfsverbindung (Nr. 1) in diesem Bereich Traurig .

Insgesamt bin ich aber schon sehr zufrieden und überzeugt, dass es mir glücken wird, den Durchblick hinten zu erhalten (ohne bunte Kabelchen, die Feinde jedes ambitionierten Fotografen Winke ). Vor die zuletzt gezeigte Verbindung kann eventuell noch eine kleine Trennwand gebaut werden, damit sie nicht so auffällt.

Beste Grüße,
Max 25 Kmh - 09.06.08 00:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

also das Ticket zu meiner Gartenbahn ist Dir auf jeden Fall sicher! Alles würd ich an den Gleisen tun, damit die Lok drauf fahren kann. Freue mich schon sehr darauf. Zunächst aber mal wieder der Ausdruck ungläubigen Staunens in meinem Gesicht über Deine supersauber durchgeplante Installation. Also das ist es, was passiert, wenn Du eine richtig gute Lok baust. Soso. Viel Spaß und genug Zeit weiterhin wünscht

Max 25 Kmh.
theylmdl - 09.06.08 01:20
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Max!

Zitat:
Alles würd ich an den Gleisen tun, damit die Lok drauf fahren kann.

Danke für Deine freundlichen Worte! Die RC-Idee ist auch auf Chiaras Mist gewachsen, nachdem sie bei Dir ja schon die WN1 steuern durfte. Du brauchst daher nichts zu ändern, das wird schon funktionieren.

Zitat:
Freue mich schon sehr darauf.

Und ich erstmal... Winke . Leider lässt sich der Lieferant der Akkus, Ladegeräte und -schalen mächtig viel Zeit Traurig - und an den Oberbau der Lok ist noch lange nicht zu denken.

Zitat:
Also das ist es, was passiert, wenn Du eine richtig gute Lok baust.

Hehe - Du hast es ja gleich vermutet - auf Seite 1 des Threads. Das ist schon wieder zehn Monate her...

Beste Grüße,
Helmut Schmidt - 09.06.08 07:32
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

es ist dir sicher bekannt, dass es die 99 021 auch als Kartonmodell im Maßstab 1:25 gibt, hier entsteht gerade ein Baubericht.
theylmdl - 11.06.08 21:05
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Helmut!

Den Kartonbausatz von Modelik kannte ich schon. Ich würde das Modell - alles in allem - als sehr gut bezeichnen, wenn auch ein paar Kleinigkeiten nicht richtig sind. Ich werde versuchen, mit dem Autor in Kontakt zu kommen, am Ende hat der Informationen, die ich noch nicht kenne.

Was an dem Bausatz sicher nicht stimmt:


Beste Grüße und danke für die Hinweise -
theylmdl - 13.06.08 01:09
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Unterdes hat der Autor des Kartonbaubogens der 99 021 (Jan Kołodziej) Kontakt mit mir aufgenommen. Wir tun uns noch etwas schwer mit der Kommunikation, da er englisch und deutsch nicht gut versteht - aber deutlich besser als ich polnisch Grins . Ich hab's jetzt mit einer dreisprachigen Mail und "Automaten-Übersetzungen" probiert.

Hier sind - für die Kartonbaufreunde - weitere Bilder der papiernen 99 021. Ich finde das ein prima Modell: http://www.kartonwork.pl/forum/viewtopic.php?t=11772 . Den Thread hat der Sohn des Autos gestartet.

Klebrige Grüße,
theylmdl - 09.07.08 23:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Funkfernsteuerung (Teil 3, Praxis)

Am 29. Mai - lang ist's her - trafen die Teile von Herrn Conrad ein Winke . Dort hatte ich unter anderem den Empfängerquarz bestellt. Wie ich den in seinem Tütchen so anschaue, packt mich das Grübeln. "40.480 MHz" als Aufdruck? Huch - dabei hat Kanal 89 im 40 MHz-Band doch 40,925 MHz...?

Google brachte die Lösung. Die Empfänger-Quarze haben gegenüber den Sender-Quarzen ein Offset (eine Verschiebung) von minus 455 kHz. Also 40.480 + 455 = 40.925 kHz (bitte Punkte, Kommas, MHz und kHz beachten). Etwas verwirrend ist, dass auf manchen Empfänger-Quarzen die Sender- und auf manchen die echte Frequenz aufgedruckt ist. Die Prüfung fällt jedoch leicht: Die "echten" Empfängerquarz-Frequenzen liegen unterhalb der 40 Mhz-Senderfrequenzen.

Der auf eBay® geschossene und schnell gelieferte Empfänger (act Micro 6, alte Version) war mit einer Stabantenne benutzt worden und hatte eine professionell geflickte Lötstelle im Antennenkabel. Das war mir nun eher nichts. Darum habe ich furchtlos den Aufkleber abgezogen, der die Gehäusehälften zusammen hält - und auch, um die innere Länge der Antennenlitze (11,5 mm) bestimmen zu können. Das Gehäuse dient bei den Empfängern nur als mechanischer Schutz und ist sonst für nichts weiter gut - allenfalls als Träger für eine Beschriftung Winke .

So sieht der offene Empfänger aus:



Die 23 cm Gesamt-Antennenlänge für Lambda ÷ 32 habe ich schon berechnet. Also erst einmal ein hinreichend langes Experimental-Antennenkabel anlöten und eine Länge "x" ab Lötpunkt markieren, z.B. 5 cm. Zu Testzwecken genügt es, wenn nur Litze als Antenne da ist.


23 cm neue Litze 0,14 mm² - aus optischen Gründen schwarz und nicht in der 40 MHz-Kennfarbe grün - sind angelötet.


Schwupps, ist das Gehäuse wieder zu. Der kleine weiße Punkt links liegt bei 50 mm ab der Mitte des Antennen-Lötstützpunkts auf der Platine.

Dann war leider lange Zeit Pause. Das hatte einige Gründe. Was die Lok angeht, waren es zwei: Erstens fehlt mir noch eine wirklich gute Lösung für eine wegen des Fernsteuerungsbetriebs-Betriebs nötige Steckverbindung (ich habe schon etliche Stunden darüber nachgedacht). Zweitens konnte der Lieferant die Akkus und Ladeschalen nicht liefern - und das ziemlich lang. Heute trudelten sie jedoch ein, und zwar samt Ladegerät <freu>. Zur Erinnerung: Ich habe mich für Akkus entschieden, die ich auch in meiner DigiCam benutzen kann, denn so oft werde ich mit der kleinen 99 021 nicht per Funk unterwegs sein - und die LiIon-Akkus altern von alleine Traurig . Daher macht eine Zweitnutzung Sinn.

Die Lieferung war ein freudiger Anlass für einen zumindest kurzen Bastelspaß seit vielen Wochen.

Die Ladeschalen (Stück à knapp 4,- €) sollen zu Akku-Haltern umfunktioniert werden. Die hier noch erkennbare Windschnittigkeit ist dabei weniger gefragt Winke .


Eine zerlegte Ladeschale für einen Akku entsprechend Nikon EN-EL 1 (LiIon, 7,4V).

LiIon-Akkus erreichen zwar nicht die Leistung wie Lipo-Akkus, sind dafür aber auch nicht ganz so empfindlich - und sie benötigen keinen Balancer. In den Akkus ist eine Über- und Unterspannungssicherung sowie eine Thermo-Sicherung bei Überhitzung eingebaut. Diese zwei Zwerge bringen es in Serie auf eine Nennspannung von 14,8 Volt bei 1.100 mAh. Da die Lok ohne Rauchgenerator im schlimmsten Fall 250 mAh zieht, sollten da zwei bis drei Stunden Fahrtzeit drin sein. Sehr fein: Das Ladegerät kann auch über die Zigarettenanzünder-Buchse eines 12V-PKW betrieben werden. Ein entsprechendes Kabel liegt bei. Wer sich den Wikipedia-Artikel aus dem Link durchliest, wird sich denken können, dass ich mich über die Produktionsaufkleber "06/2008" gefreut habe.



Hocherfreut habe ich zur Säge und Feile gegriffen und den Luftwiderstands-Beiwert der ersten Ladeschale auf den einer spätgotischen Kathedrale reduziert Grins . Das ist hier mit einem Original-Nikon-Akku zu sehen.



Nun gilt es zwei der Halter möglichst Platz sparend so zusammen zu bauen, dass sie leicht unter einer Modell-Kiste versteckt werden können, bevorzugt mit dem Regler.

Beste Grüße,
theylmdl - 10.07.08 21:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Funkfernsteuerung (Teil 4, Praxis)

Hallo!

Heute ergab sich die Gelegenheit, zumindest den Versuchsaufbau zusammen zu stricken.

Als erstes habe ich die zweite Ladeschale bearbeitet und mit den Resten einen Test gemacht, ob der Kunststoff von UHU® plast spezial amtlich angelöst wird. Fazit: Er wird. Während das Gerät die neuen Akkus geladen hat (ich war's ja nicht Winke ), konnte ich die zwei Schalen daher mit Kabeln versehen und dann über Polystyrol-Reste verbinden.

Als Testmotor habe ich einen kleinen Faulhaber-Getriebemotor 2020A 012S genommen. Nach dem Ladevorgang habe ich an den Akkus in Serie (ohne Last) 15,2 Volt gemessen.

Bei der Programmierung des AS12/15RW BEC-Reglers habe ich mich ein bisschen schwer getan, weil ich auf Kanal 1 entsprechend meinen Zwecken (Boot, Lokomotive) einen "Gashebel" mit Rasterung habe. Im dritten Anlauf habe ich dann die richtige Mittelraste zwei Mal getroffen Grins , und drei kurze Zuckungen des Motors quittierten den Erfolg.

Der Nullpunkt des Reglers ist etwas zu "schmal". Aus der Entfernung könnte ich nicht feststellen, ob der Motor noch läuft oder nicht.

Dann habe ich eine Weile vor dem Tisch herumprobiert. Dabei ist der Regler nur wenig über handwarm geworden, ich würde schätzen, so etwa 28° C. Dadurch ermutigt, habe ich noch ein Standardservo angeschlossen. Dito: Der Regler bleibt kühl, das BEC tut sich noch leicht (kein Wunder - es ist für 2 A ausgelegt und wird mit dem Empfänger und dem Funktions-losen Servo nicht belastet).

Hier ein Anti-Bleiwüsten-Bildchen:


Der Kabelbinder ist nur für das Foto. Der zweite Akku wird gerade noch geladen.

Dann bin ich 'raus in den Garten für einen Reichweitentest. Dafür musste ich mir dann trotz Riesen-Ruderhorn eine Helferin suchen (was ich netter fand als ein Fernglas zu holen Winke ). Der Garten ist nicht groß genug, um die Grenzen zu erreichen - 26 Meter Entfernung waren kein Problem. Danach war der Regler weiter kaum mehr als handwarm. Für ein Boot mit nur einem leichtgängigen Ruderservo sollte das gar kein Thema sein und für die Lok ohne Servo schon gar nicht.

Die hohe Taktfrequenz ist absolut super. Der Motor ist angenehm leise (wie nicht anders zu erwarten). Aus etwa 2 m Entfernung höre ich ihn nicht mehr. Das gilt auch für mehr als 2/3 Gas (gedrosselte Taktfrequenz) - da sind die Impulsbreiten-Intervalle schon zu kurz, um noch zu stören. Das ist perfekt durchdacht.

Fazit: Die Idee mit dem RC-Kit klappt soweit gut. Jetzt gilt es das noch in die Endversion zu bringen und mit der Lok zu testen (was leider nicht so schnell geht, da die noch nicht verkabelt werden kann, auch nicht provisorisch).

Beste Grüße -
theylmdl - 08.01.09 23:09
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Hier war lange nichts mehr los. Seit Sommer letzten Jahres habe ich so allerlei anderes am Backen. Das hat nichts mit Modellbau zu tun. Heute hat es mich jedoch 'mal wieder zu dem zugemüllten Basteltisch gezogen.

Kupplungsfragen

Die 99 021 hatte im Original außen liegende Balancierhebel mit Spannschloss-Kupplungen. Beim Modell soll das harzlich anders sein, nämlich wohl außen liegenden Balancier-Hebeln, jedoch konventionell mit einem Haken rechts in Fahrtrichtung und der Kupplungsmimik an der Öse links.

Wie ich mir das so durchdachte, fiel mir auf, dass meine Balancierkupplung dafür keineswegs optimal ist, und das aus zwei Gründen. Erstens gibt es bei der Verbindung Haken oder Öse zu Lagerauge bei dem außen liegenden Balancier kein Vierkantrohr. Und eine stabile Verbindung zwischen den Gussteilen ist sehr zeitaufwendig.

Zweitens ist am Urmodell der Balancierkupplung in der gehabten Form noch allerlei redundantes Zeug dran, beispielsweise die Spindel (die viel Platz kostet). Daher habe ich zu einem altbekannten, schmutzigen Trick gegriffen und mir aus noch verbliebenen Gussteilen ein neues Urmodell gefummelt.


Probemontage der Teile für die außen liegende Balancier-Kupplung der 99 021. Vorne liegt (um 90 Grad gedreht) der Kreuzkopf, mit dem die Kupplung auf dem Pufferschaft gleitet.

Hier haben wie die Mimik - probehalber zusammengesteckt - aus einer anderen Perspektive.



Gut zu sehen: Zwischen Haken und Lagerauge bleibt nicht so sehr viel Platz. Von schräg oben sieht das so aus:


Der Haken steht etwas schief. Das lässt sich später am Gussteil korrigieren.

Nun hat diese Bauform einen kleinen gusstechnischen Nachteil. Die Trennungsebene ist beim Haken und der Kupplungshalterung gegenüber den Lageraugen nämlich um 90 Grad verdreht. Das muss nicht, kann aber beim Guss Kummer geben. Daher habe ich aus der Not eine Tugend gemacht, gleich noch einen Kupplungsbügel an den Lageraugen gewendet und das Ganze so zusammen gesetzt, dass beim Einformen und Wachsen ein 1,5mm-Stift gleichzeitig durch alle Augen gesteckt werden kann (die nun mit der Mittelachse parallel zur Trennungsebene liegen). Die Sache hat noch einen Vorteil: So kann die Kupplung nämlich aus Neusilber gegossen werden statt aus Messing.



Mal sehen, was der Gießer dazu meint. Ich meine, das sollte ohne Probleme klappen.

Da der Lötkolben ohnehin schon angeheizt war, habe ich auch gleich noch die Balancierhebel und den Kreuzkopf an einem Anguss befestigt. Die müssen schon deswegen einzeln sein, weil sie eine ganz andere Länge und Masse haben als die Kleinteile.



Mit dem Pufferkorb bin ich gedanklich noch nicht viel weiter. Ich drehe nun nochmal einen neuen Kern-Stift und schicke das Urmodell mit zum Gießer. Mal sehen, was der dazu meint.

Zum Schluss noch ein Vorbild-Foto dieser Puffer- und Kupplungsbauart (die Pufferkörbe stehen hier überkopf, und die Versteifungsbolzen an den Balancier-Hebeln fehlen).


Balancier-Kupplungen und Puffer zwischen einer Feldbahn-Dampflok und ihrem Tender im Frankfurter Feldbahn-Museum.

Beste Grüße und ein frohes Neues Jahr mit viel Bastelspaß -
Flachschieber - 08.01.09 23:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

freut mich wieder von Dir etwas gebastelt zu sehen. >freu< Wie immer allererste Sahne was Du da treibst.

Gute Besserung und Grüße,

Marco
fspg2 - 09.01.09 16:06
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,
nachdem ich mich an Deine ausführliche Berichterstattung "gewöhnt" hatte, dann auf einmal gar nichts mehr kam (Entzugserscheinung), konnte es zweierlei bedeuten: entweder Frust - verbunden mit Aufgabe (konnte ich mir bei Dir allerdings weniger vorstellen oder andererseits viel Arbeit, die Dir für das Hobby weniger Zeit ließ).
Umso schöner finde ich es, dass Du wieder Zeit gefunden hast, an Deiner kleinen Lok weiterzubauen.
Eine Frage habe ich zu Deiner Äußerung:
Zitat:
Die Sache hat noch einen Vorteil: So kann die Kupplung nämlich aus Neusilber gegossen werden statt aus Messing.

Es ist mir nicht ganz klar, warum es mit Messing nicht klappen sollte Frage
theylmdl - 09.01.09 16:41
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Frithjof!

Natürlich kann die Kupplung auch in Messing gegossen werden (wie bei der Ausführung mit innen liegendem Balancierhebel).

Neusilber und hartes Messing sind im Guss eventuell so spröde, dass die Augen des vorderen Bügels beim Wenden um 90 Grad brechen könnten. Neusilber ist gut, weil so Kratzer trotz vorheriger Brünierung weniger auffallen und die Kupplung deutlich mehr aushält als in weichem Messing. Das Aufbiegen und Zubiegen des Bügels klappt ganz bestimmt ohne Bruch Winke .

Beste Grüße,
Dithmarschen - 09.01.09 22:33
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,
freut mich dass du wieder an deinen Basteltisch gekommen bist.
Du weist ja das ich da so ein kleines Kupplungsproblem habe.

Alles gute zum weiteren Gelingen.

Gruß Bernd
theylmdl - 25.01.09 21:44
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Manche Dinge brauchen ein wenig mehr Zeit Winke . Hier ist die Rede von den Urmodellen für diesen Pufferkorb:



Des Puffers Kern

Dieser Kern bereitete mir schon lange Kummer. Mein Gießer hatte nach einem solchen gefragt, nachdem ich ihm so eine Skizze geschickt hatte.



Der Witz dabei ist die Trennungsebene. In Weissmetall hatte ich es ohne Kern schon mit nur mittelprächtigen Ergebnissen versucht. Ich möchte die Trennkante der Form gerne in der Ebene B-B haben (also in zwei Achsen parallel zur Pufferbohle und in der Mitte der Aufspannplatten). Dort lassen sich eventuell auftretende Formnaht-Reste aum leichtesten entfernen. In der herkömmlichen Ebene A-A fällt das bei den Seitenstreben sehr schwer.

Nun ist "Kern" leicht gesagt, wenn das Urmodell schon da ist. Meine erste und nahe liegende Überlegung war, so einen Kern in Weissmetall zu gießen. Denn ich habe ja schon die Weissmetall-Gussform. Mein Gießer versicherte mir am Telefon, dass er bei geringeren Temperaturen als der Schmelztemperatur des Weissmetalls vulkanisiert. Daran sollte es also nicht scheitern.

Also habe ich kürzlich an Trennmitteln aufgefahren, was Haus und Hof so zu bieten hatten, und die eine Formhälfte bei eingelegtem Urmodell mit Weissmetall ausgegossen. Das sah dann so aus...



...und klappte soweit ganz gut, ebenso wie das Ausformen (kein Wunder).



Dann begann jedoch eine leichte Stress-Situation. Zunächst einmal war es eine üble Gewaltaktion, den Einlegestift für den Pufferschaft wieder aus dem Weissmetall-Klumpen heraus zu bekommen. An der Spitze (aber nur dort) hatte er sich doch ein wenig verlötet. Ein beherzter Griff zu Schraubstock und Rohrzange brachte des Widerspenstigen Zähmung.

Die Streben selbst ließen sich praktisch von Hand ein wenig von dem Kern abhebeln. Aber raus wollte er nicht, anscheinend fühlte er sich ganz wohl in seinem Körbchen. Da half auch kein hämmern, dengeln, hebeln oder sonst was. Ich sah das Urmodell schon in der Tonne, legte es dann aber doch erst einmal beiseite, um statt des Werkzeugs das Gehirn zu bemühen. Das dauerte ein paar Tage Winke .

Heute fiel es mir wie Schuppen von den Augen, die richtige Vorgehensweise ein und kurz danach der gedankliche und physikalische Ballast in ein Auffangtuch. Das eingegossene Weissmetall hatte sich zwar nur leicht mit den Lotresten am Urmodell verbunden, hatte dabei aber das Lot in den Hohlkehlen an den vorderen Knicken der Korbstreben ausgeschmolzen. Dann war das Zeug in diese Nähte geflossen und hatte sich dort fest gekrallt Traurig .

Ich habe daher das Urmodell im Schraubstock eingespannt, Vorderseite nach oben, und dann ebenfalls von oben zartfühlend mit der Flamme erwärmt. Das führte zum gewünschten Ergebnis, der Kern liess sich ohne Verformungen auslösen. Das war allemal einen Schluck Bier oder zwei wert Grins .

Anschließend wurde der Kern etwas nachgearbeitet und das Urmodell neu gerichtet, verlötet und (teils) versäubert. Meine Messing-Schablone habe ich ja noch.


Die Bohrungen in der Schablone für die Aufspannstifte sorgen für eine halbwegs passable Ausrichtung.

Einen Schönheitspreis gewinne ich mit dem Kern nicht, und er sitzt auch nicht überall so richtig gut - dafür aber "saugschmatzend", will sagen, er lässt sich gar nicht so leicht vom Urmodell abheben.


Der getrennte Weissmetallkern mit dem Pufferkorb-Urmodell, davor der Einlegestift für die Pufferhülse.

Die fetten Stifte mit zwei Millimeter Durchmesser habe ich an den seitlichen Streben angesetzt, weil ich mir da im Bedarfsfall ein M2-Gewinde drauf schnitzen kann. Bei geschrumpftem Neusilber Winke sollte das kein Problem sein.


Der im Pufferkorb-Urmodell eingelegte Weissmetallkern. Vorne eingesteckt: der Formstift für den Pufferschaft.

Bei Gelegenheit werde ich den Pufferteller und den Korb auch noch an einen gemeinsamen Anguss setzen. Ich hoffe, der Gießer kommt damit so klar.

Beste Grüße,
ex10007 - 27.01.09 08:12
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Thomas,

danke für Deinen nächsten Exkurs in Sachen Gießtechnik und deren Feinheiten! Das hast Du wieder einmal ausführlich beschrieben, .....und mit super Bildern ergänzt!
Zum Schluss für mein Verständnis noch eine Frage: Warum eigentlich dieser Weißmetallkern? Gelingt es von der Physik her Deinem Gießer nur so, Pufferkörbe herzustellen? Und "lohnt" sich das denn für nur 1 Lok, oder hast Du schon einige Voranfragen für diese Körbe, fragt sich

J Augenrollen chen
theylmdl - 27.01.09 12:10
Titel: Meine Lok: 99 021 - Gussfragen
Hallo Jochen!

Danke für das Lob.

Theoretisch müsste das der Gießer auch ohne den Kern hinkriegen, wenn die Trennebene bei B-B liegt. Die Anfertigung der Form dafür ist dann jedoch wesentlich kniffliger. Wenn er mir sagt, dass ich einen Kern anfertigen soll, dann wird er schon wissen, warum. Er meint unter anderem auch, dass die Wachslinge damit viel einfacher auszuformen seien. Die sind ja das Hauptproblem, nicht der Metallguss. Kommt der Gießer nicht klar, versuche ich es selbst noch einmal mit einer neuen Form für Weissmetall.

Die Frage ist jetzt eher, wie sich der Gießer die Verankerung des Kerns in der einen Formhälfte vorstellt. Lose da 'rein werfen ist keine gute Idee Grins . Bei dem Stift hingegen gibt es keine Probleme, da genügt eine seitliche Kerbe am dickeren Teil. Ich werde ihm die Fotos schicken und dann 'mal nachfragen.

Kurz zum Verständnis: Der Gießer fertigt Wachsgüsse aus der Form, setzt die zu einem Gussbaum zusammen und bettet den in der Küvette in Formsand ein. Das Wachs wird dann ausgeschmolzen und das Metall gleichzeitig unter enormem Druck eingepresst (früher: geschleudert über Zentrifugalkraft, woher auch der Ausdruck "Schleuderguss" stammt).

Diese Pufferform ist ein gängiger Standardtyp. Das Frankfurter Feldbahn-Museum hat sie an vielen Fahrzeugen. Für meinen vierachsigen Schienenwagen wären die auch sehr geeignet, weil der so stark ausschwenkt. Bei einer Lokomotive finde ich einen Pufferkorb aus Neusilber besser als in Weissmetall (wegen der Stabilität).

Beste Grüße,
theylmdl - 02.02.09 01:26
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute ergab sich 'mal wieder ein wenig Bastelzeit (bei entsprechender Stimmung und Motivation). Daher habe ich mich weiter mit den noch ausstehenden Urmodellen für die kleine Lok befasst.

Des Puffers Kern, Teil 2 und Kleinkram

Vor einigen Tagen gelang es meinem Gießer und mir, in einer etwas längeren telefonischen Sitzung für wechselseitiges Verständnis zu sorgen. Unterstützt wurde die Aktion durch per Mail gesendete Skizzen und Fotos. Im ersten Schritt konnte ich klären, warum es mir auf die besagte Trennebene beim Puffer ankommt. Im zweiten konnte der Gießer mir erklären, worauf es ihm ankommt. Das war ein großer Fortschritt für mich, da das Einformverfahren bei ihm ganz anders läuft, als ich mir das vorgestellt hatte. Danach war es mir möglich, den Pufferkorbkern so mit einem Stift zu versehen, wie der Gießer es gerne hätte.

Sein Fazit "So wird das wohl klappen" motivierte mich dann vor drei Tagen und heute zu Besuchen beim Basteltisch.

In einem Posting habe ich schon 'mal erwähnt, dass ich ein fauler Hund bin. Ach ja - das war am 8. August 2007. Daran hat sich seitdem nichts geändert. Daher versuche ich alles, was mehr als einmal benötigt wird, als Urmodell für den Guss zu bauen (ohne dabei allzu viel Ehrgeiz zu entwickeln).

Daher habe ich mir eine kleine Liste "doofer" Teile gemacht. Eines davon ist der Auslass-Stutzen am Sanddom für die Sandfallrohre. Sie haben (geschätzt) eine Kröpfung von etwa 45 Grad. Rohre biegen - bäh...

So hat's in etwa geklappt. Zunächst habe ich mir ein Ende Messingrohr mit 2,5 mm Außendurchmesser und 0,5mm Wandstärke ausgeglüht. Da habe ich dann ein Ende 1,5 mm-Installations-Kupferdraht eingeschoben. Diese Kombination habe ich dann über einem im Schraubstock eingespannten Bohrer und mit allerlei anderen Hilfsmitteln gebogen (mit langen Überständen).



Dann habe ich zunächst vorsichtig rundum eine Seite des Rohrs abgesägt. Das ist die linke Seite im Bild. Ohne etliche Nachbiegearbeiten wollte der Kupferdraht da nicht 'raus, also habe ich den auch auf dieser Seite abgesägt. Dann habe ich mir eine kleine Lehre geratzt (Innendurchmesser 1,5mm), die auf das andere Ende des Kerns aufgeschoben und den Kern mit deren Hilfe und einem Hammer ein Stück heraus getrieben. Das Ergebnis ist auf dem letzten Bild dieser Posting zu sehen. In dem so entstandenen Sackloch kann nun ein Sandfallrohr mit 1,5 mm Durchmesser eingelötet werden.

Auf meiner Liste stand auch der Rauchkammertür-Verschluss. Der ist bei der 99 021 besonders unglücklich, weil die innere Welle mit dem Knebel extrem weit heraus ragt. Den Durchmesser des Handrads und des Rings sowie die Länge des Knebels hatte ich mir aus Vorbildfotos heraus gerechnet.

Zunächst habe ich mir einen Dorn gedreht und den mit 0,8 mm Durchmesser aufgebohrt (längs). Dann habe ich diesen Kern alle 90° im Teilapparat mit 0,5 mm Durchmesser aufgebohrt. Der Durchmesser des Kerns muss zu diesem Zeitpunkt noch größer sein als das gewünschte Ergebnis, weil sonst der größere Durchmesser des Zentrierbohrers "stört".

Nach dem Bohren der vier Löcher hin zur Mitte (wie klein doch 0,5 mm ist, wenn man fast 100 Mal soviele Jahre zählt Winke ) habe ich das Drehbankfutter wieder auf das Drehherz umgespannt und den gewünschten Durchmesser gedreht. Nach der Versäuberung wurde zunächst ein 0,5 mm-Messingdraht quer durch zwei Bohrungen eingesteckt. Dem folgten zwei Stummel in die zwei verbleibenden Bohrungen. Die ganze Mimik habe ich dann ohne Ausspannen im Futter mit dem 40 Watt-Kolben verlötet. Das Ergebnis ist auf dem folgenden Bild zu sehen.



Dann drehte es sich um den Kranz. Der sollte 1 mm Stärke haben. Nach ein paar Versuchen mit der Nachdehnung habe ich heraus gefunden, dass ein Bohrerschaft mit 4,5mm Durchmesser so etwa den gewünschten Durchmesser ergibt (nach dem Nachfedern). Den Anfang des Drahts habe ich einmal so um den Schaft gewickelt, dass ich Draht und Bohrer im Schraubstock einspannen konnte. Da folgten dann noch ein paar Wicklungen, immer mit leichtem Drall Richtung Windungs-Anfang.



Auf dem Foto ist gut zu erkennen, dass der erste und letzte Ring nichts taugen. Für das eigentliche Urmodell habe ich mir den dritten Ring von oben - nein, nicht abgezwickt, sondern mit einem ganz feinen Sägeblatt abgesägt. Dieses Stück bildet natürlich eine Spirale und muss daher zartfühlend mit zwei glatten Zangen gerichtet werden. Zur Verdeutlichung der Größe: Der Außendurchmesser dieses Rings liegt bei etwa sieben Millimetern.

Dann habe ich die Streben am Rad-Innenteil passend abgelängt und den Kranz nach und nach damit verlötet. Damit er nicht abfällt, habe ich nach der ersten Lötung die Hitze auf der jeweils abgewandten Seite mit einer Flachzange abgeführt.



Zu diesem Zeitpunkt war die ganze Geschichte immer noch zentrisch eingespannt. Daher war es auch leicht, die Außenkante des Rads bei rotierender Drehbank mit feinstem Schleifpapier zu glätten. Die Strebe vorne links im Bild wirkt ein wenig schief. Ähem, <schäm>.

Mehr als zwei weitere Teilchen gingen an diesem Abend nicht mehr. Auf dem letzten Bild mit dem bekannten "35 Zentimeter-Cent" ist ganz links das Schmierventil der Schieberkästen mit dem Sechskant-Anschluss der Schmierleitung zu sehen. Nummer zwei ist der dusslige Auslass-Stutzen des Sanddoms, Nummer drei das beschriebene Handrad und Nummer 4 (ganz rechts) der Knebel dazu (das war mit dem Verstiften ein ganz böses Gefrickel bei so geringen Materialstärken).



Drei bis vier "Brocken" fehlen jetzt noch, dann wird das Zeugs zum Gießer geschickt. Da hat sich in anderthalb Jahren doch einiges angesammelt wie zum Beispiel dieses schon angeschimmelte Kesselventil.



Beste Grüße,
theylmdl - 08.02.09 23:43
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

In den letzten Tagen habe ich ein wenig weiter an den noch fehlenden Teilen für die 99 021 gefrickelt. Dabei war teilweise weniger Fleiss als vielmehr Grips gefragt. ISDN-Nutzer mögen sich bitte ducken oder flugs die <ESC>-Taste drücken.

Weitere Urmodelle

Los ging's mit der Pfeife. Die ist genau wie der Rest der Lok Spielzeug-haft klein, wie sich gleich zeigen wird. Zunächst habe ich auf meinem ausgeschlabberten Drehbänkchen den Grundkörper gedreht (ähem, teils eher gefeilt). Der bekam oben eine zentrische 0,8 mm-Bohrung für den Ventilstößel. Auch den habe ich zunächst als Drehteil gebastelt. Das Widerlager mit der Stange entstand aus 0,5 mm-Blech. und wurde mitsamt dem Stößel verlötet. Das folgende Bild zeigt die Pfeife noch ohne Zugstange.



Ich bin von etwa 3% Gussschwund ausgegangen, darum ist die Pfeife ab Grundplatte 9,2 statt 8,9 mm hoch. Bei der Form (die auf den Vorbildfotos schlecht zu erkennen ist) habe ich mich an einer Darstellung bei Brosius & Kochs "Schule des Lokomotivführers", 1. Abteilung, orientiert. Die Größe ist auf den Fotos jedoch gut zu erkennen, und das ist doch ein wenig anders als beispielsweise bei LGB® oder Toytrain®.


Größenvergleich: verschlimmbesserte Toytrain®- und Eigenbau-Dampfpfeife.

Der Dampfdom hat neben den zwei Sicherheitsventilen (ursprünglich wohl Ramsbottom-Typen) noch ein drittes, mittiges Ventil. Da isses:



Da die Augen immer schlechter werden, benutze ich seit einiger Zeit ein Cent-Münzen mit mehr als 35 cm Durchmesser Grins .

Den bislang entstandenen Krempel (soweit er je Lok einmal gebraucht wird) habe ich dann kürzlich an einen Anguss gewurstelt. Das sieht so aus.



Heute ging es dann beschwingt weiter. Als erstes standen die Halter für die Federpaket-Enden mit den Ausgleichsgelenken auf dem Programm. Dafür habe ich zunächst aus einem 4 mm-Rundmaterial Vierkante mit 2,5 × 2,7 mm Kantenlänge gefeilt und dort eine Querbohrung von 1 mm Durchmesser angebracht. In den dann angefertigten Schlitz habe ich eine Scheibe (Drehteil) mitsamt einem Stift eingelötet. Der Anguss - der gleichzeitig als Anlötpunkt dient - wurde auf auch 1 mm Durchmesser abgedreht (genauer: 1,05 wegen des Gussschwunds). Das folgende Foto zeigt, wie ich Flansch und Möchtegern-Gewindestange fluchtend mit diesem Halter verbunden habe. Da der obere Stift (mit der Flanschbuchse) und der Halter eingespannt sind, könnte es mit der Flucht klappen Winke .



Dazu kam noch so allerlei Kleingelump aus der letzten Sitzung. Das sind alles recht Zeit-raubende Teilchen, darum soll's mir auf eine Gussform mehr oder weniger nicht ankommen.

Weiter ging es mit der Laternenfrage. Die ist nun ganz doof. Nachdem Dieter Schiede schon so hübsche und sehr Reichsbahn-ähnliche Laternen im Angebot hat, möchte ich die benutzen. So sehen sie aus:



Leider ist der Fuß dieser Laternen hinten aber nicht durchbrochen für den Halter, und der Umlauf-Halter ist gleich mit angegossen. Der fiel zunächst einmal der Säge und Feile zum Opfer. Ich hätte liebend gerne eine Lösung für die typischen Vierkant-Halter ersonnen. Nach mehreren Wochen Gegrübel habe ich das jedoch aufgegeben, sonst erlebe ich die Fertigstellung der kleinen Lok nicht mehr. Dummer Weise sind die Spitzenlichthalter der 99 021 auch noch anders als sonst. Kurzum, hier musste ich einen Kompromiss eingehen. Ich weiß aus Erfahrung mit unseren drei Dampfloks, dass die vorderen Spitzenlichter recht gefährdete Teile sind. Darum muss die Befestigung auch ziemlich stabil und verwindungssteif sein. Hier folgen Bilder der ersonnenen Lösung, die zumindest von der Seite her gesehen dem Vorbild ähnelt.







Nachdem ich den angegossenen Halter abgesägt hatte, habe ich hinten am Fuß einen Schlitz eingesägt. Da kann später die Nase der Halter eingelötet werden, was mit der kleinen Grundplatte zusammen hinreichend stabil sein dürfte. Der Durchbruch nach unten muss wegen der Aufnahme für die stehende Glühlampe frei bleiben.

Hinten muss der Halter etwas länger sein, weil die Rückseite der Laterne sonst die Führerhaus-Rückwand durchdringen würde Grins . Also musste ich dann doch zwei Urmodelle frickeln Traurig . Aber auch das war dank Kaffee, Geduld und Spucke irgendwann erledigt, und nach dem obligatorischen Geschrubbe mit der Spülmittel-getränkten Handbürste sah die neue Sammlung dann so aus.



Schön ist das alles nicht unbedingt, dafür aber nahezu fertig für die Reise zum Gießer.

Eine frohe Woche ohne Krisen wünscht -
Regelspur - 09.02.09 14:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

ich kann verstehen, was dass für eine frickelei ist. Ich mache gerade die Kleinteile (ca. 30 Teile) für mein Ramsbottom-Sicherheitsventil.

Winke Genau das ist Modellbau, der mir auch Spass macht.

Gruß Alfred
theylmdl - 09.02.09 23:52
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Alfred!

"Frickelei" ist genau der richtige Ausdruck. Erst bei den extrem vergrößerten Fotos sehe ich, wo der Uralt-Dreikantschaber überall noch einmal 'ran muss.

Das ist ein Tipp. Werden die Oberflächen verlöteter Teile nämlich mit so einem Schaber abgezogen, ergeben sie eine viel nettere Oberfläche. Das ist später auch bei den Gussteilen gut sichtbar.

Ich habe meinen aus einer alten Dreikant-Schlüsselfeile geschliffenen Schaber seit 25 Jahren im Gebrauch. In dieser Zeit wurden immerhin sechs Zentimeter Länge beim Nachschärfen abgeschliffen (!).

Beste Grüße,
Heinz - 10.02.09 18:16
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
moin Thomas,

möchte Dir doch mal mitteilen, dass mir permanent die Spucke wegbleibt,
wenn ich Deine Berichte lese - übrigens mit größtem Vernügen

viele Grüße
Heinz

bin ja sehr gespannt welche "Frickelei" doch noch kommt
ex10007 - 11.02.09 12:25
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Thomas,

Deine Filigrankunst begeistert mich immer wieder auf's neue, große Klasse. Und trotz der ausführlichen Baubeschreibung hätte ich da doch noch 'ne Frage, nachdem ich bei Dir( http://www.themt.de/mt-0180-cast-49.html ) geblättert habe: mit welchen Kosten rechnest Du denn so ungefähr, wenn man mal von dem oben abgebildeten Baum ausgeht Augenrollen ? Ich müsste für meine Tm 2/2 u.a. mind. 12 Lampen + Deckel herstellen, dafür reicht wohl 1 Urmodell nicht aus, oder? Und wo ich gerade beim Gießen bin: kannst Du absehen, wann die Balancier-Kupplung mal wieder aufgelegt wird?

Zu Deinem Dreikantschaber hätte ich eine Bitte: könntest Du den wohl einmal kurz mit einem Foto vorstellen? Ich frage mich nämlich, ob ich mit so einem Werkzeug die einzelnen Lamellen des nebenstehenden Bleches (0,5mm) bearbeiten könnte.

Tm 2/2 91 (ex10007)

Lüfteranordnung

Viele Grüße

Jochen
theylmdl - 11.02.09 13:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@Heinz: Vielen Dank für die Zustimmung.

Zitat:
bin ja sehr gespannt welche "Frickelei" doch noch kommt

Die Frage meiner Steckverbindung hinten im Rahmen ist nach wie vor ungeklärt. Daher werde ich jetzt zunächst ein wenig bauen, aber an anderen Stellen. Da gibt es auch genug zu "frickeln". Recht knifflig wird auch noch das Urmodell für das obere Ballastgewicht im Fahrwerksblock (weil da ein Schalter eingebettet werden muss und das Teil innen zwei Wasserkanäle mit 90°-Kröpfung braucht).

@Jochen: Vielen Dank für die Zustimmung.

Zitat:
mit welchen Kosten rechnest Du denn so ungefähr, wenn man mal von dem oben abgebildeten Baum ausgeht?

Da habe ich auch nur eine vage Vorstellung davon. So etwas hängt von vielen Faktoren ab - von der Art und Güte des Urmodells, vom Gießer, von der Komplexität und Größe der Teile, weniger vom Material (es sei denn, Du willst Lampen in Echtgold Grins ). Am besten ist es, wenn Du Dich vorab mit einem Gießer besprichst (idealer Weise mit einer bemaßten Skizze als Diskussionsgrundlage). Wenn alle Faktoren "stimmen", wirst Du von einem Guß meiner zuletzt gezeigten Urmodelle sicher nicht arm. Die Sache lohnt sich spätestens dann, wenn Du durch den Guss ein paar Stunden mehr Bastelzeit hast, statt Einzelteile in Serie von Hand zu fertigen.

Ob Du eine oder vier Lampen an das Urmodell setzt, musst Du selbst entscheiden. Ich würde als fauler Kerl wahrscheinlich höchstens zwei bauen und lieber mehr Teile gießen lassen. Mehr als vier am Urmodell halte ich nicht für pfiffig.

Hier ein Bild des Dreikantschabers, das hat wir schon 'mal ein paar Seiten zuvor:


Von links nach rechts: "Ich war 'mal eine Dreikant-Schlüsselfeile in voller Länge." - "Ich war 'mal eine Pinzette mit langen, gekröpften Spitzen." - "Mein Schaft war früher gerade." Winke

Zitat:
kannst Du absehen, wann die Balancier-Kupplung mal wieder aufgelegt wird?

Nein. Das würde ich allenfalls machen, wenn genug Interessensbekundungen zusammen kommen. Ich hab's ja noch nicht einmal geschafft, mir selbst auch nur eine dieser Kupplungen an einen meiner Wagen zu bauen.

Beste Grüße,
theylmdl - 16.02.09 01:39
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Vergangene Woche wanderte ein sorgfältig "stossgedämpftes" Paket zum Gießer. Das enthielt unter anderem diese Teilchen:


Balancierhebel und Kreuzkopf, Pufferkorb mit Kern, Kleinteile und Speiseventil für die 99 021, Rauchkammertür-Verschluss mit Knebel, die außen liegende Balancier-Kupplung und der Pufferteller.

Ebenfalls vergangene Woche und gestern ergab sich Gelegenheit für weitere "Frickelei", den

Bau der Dampfrohrverkleidungen

Nachdem hier im Buntbahn-Forum schon oft über das Drücken und Treiben von Nietkopf-Imitationen geschrieben wurde, habe ich vor etlichen Monaten auch etwas in der Richtung ersonnen. Das sollte jedoch ohne Maschine oder die Anfertigung spezieller Werkzeuge klappen, sprich: "Küchentisch-tauglich" sein. Also habe ich auf die Rückseiten der Bleche der Dampfrohrverkleidungen tief geätzte Löcher eingezeichnet, und zwar mit 0,5 Millimetern Durchmesser. Von den in der Näh-Abteilung der Kaufhäuser erhältlichen Druckknöpfen zum Nieten habe ich noch etliche Stempel und Unterlagen. Hier kam es mir auf eine Unterlage aus schlagzähem und recht harten Kunststoff an.

Das einzig weitere benötigte Werkzeug konnte leicht mit Hilfe von zwei Kleinbohrmaschinen angefertigt werden. In eine wurde ein abgebrochener 0,8 Millimeter-Bohrer eingespannt und in die andere eine rotierende Korundschleifscheibe (siehe letztes Bild in meinem letzten Beitrag ganz rechts). So habe ich mir einen leicht ausgerundeten Stift mit passendem Durchmesser geschliffen. Diesen "Stempel" habe ich dann mit einer Flachzange mit geriffelten Backen festgehalten und gefühlvoll mit dem 50 Gramm-Hämmerchen drauf gehauen - ohne das Blech auszuglühen.



Nach ein wenig Übung klappte das ganz passabel und ging flott von der Hand. Am Ende passte der Stempel so gut in die Senken, dass ich ihn da wieder heraus hebeln musste. Einige der Senken habe ich aus Versehen durchstossen. Das ist jedoch kein Problem, da die angrenzenden Bleche ohnehin von innen verlötet werden - das schliesst die winzigen Löchlein.

Und so sieht das Ergebnis aus (die Spektralfarben des Blechs stammen von der Lupe, durch die das Bild aufgenommen wurde):



Wir reden hier über höchstens 0,4 Millimeter Außendurchmesser. Die Nietköpfe sind auf den sehr guten Vorbild-Fotos von Carl Bellingrodt allenfalls an der Verformung des Blechs zu erkennen.

Leider habe ich mich an irgendeinem Punkt ein wenig verzeichnet oder verrechnet (wahrscheinlich ist es 'mal wieder die berühmte Blechstärke Unterschied). Deswegen passte besonders die linke Dampfrohrverkleidung nicht auf Anhieb, zum Glück jedoch nur am oberen Anschluss zur Rauchkammer:



Zum Vergleich der Nietköpfe: Die neu hinzu gekommenen Winkel an der Kessel- beziehungsweise Rauchkammerstütze haben 0,8 mm-Nietstifte, die Niete der Scharniere der Rauchkammertür 0,5 mm Durchmesser.

Off topic: Der Nietdraht an dem Anschluss-Flansch oben an der Rauchkammer wird den so lange sichern, bis die Schlotkrempe angefertigt und aufgelötet ist.

Das Wort des Modellbau-Jahrs 2009 lautet "Modellbau-Erotomane". Ihr wisst nicht, was das ist? Das ist ein Modellbauer, der auch dort Niete setzt, wo sie später nicht mehr sichtbar sein werden (weil er sich dann besser fühlt). So einer bin ich auch - hiermit "oute" ich mich.



Die inneren acht Niete (oben und unten, mit rechts und links also 32) an den Winkelverbindungen zwischen Rauchkammer und Kesselstütze sowie Kesselstütze und Rahmen werden später durch die Dampfrohr-Verkleidungen verdeckt sein. Ich kann aber besser schlafen, wenn sie da sind Grins . Die untere Reihe ist noch roh verlötet (da brauchte es dann doch mehr als 40 Watt am Lötkolben), die obere schon vorversäubert. Die Rauchkammer liegt hier noch lose auf.

Eine der schwierigsten Aufgaben bei so einem Eigenbau ist es, die Rauchkammer und den Kessel senkrecht auszurichten. Dank der präzisen Ätztechnik und den Künsten von Thomas Engel und seinem Galvanotechniker kann bei so einer Konstruktion jedoch nicht viel anbrennen. Andreas' Wasserstrahlteile passen auch perfekt, und so schätze ich nach einer geringen Anpassung der Teile die Winkeltoleranz auf deutlich weniger als ein Viertel alte Grad (ein Vollkreis = 360 Grad).



So eine Schräge liegt bequem in dem Bereich, der sich bei den Aufbauten wie dem Schlot noch korrigieren lässt.

Sehr fies war die Anbringung der Winkelschenkel für die obere, seitliche Verbindung zwischen Rauchkammer und Stütze. Ich möchte Euch hier keine Textkassette ins Ohr schieben und spare mir daher Details. Dafür vermittelt das letzte Bild schon einen ganz netten Eindruck der Front meiner kleinen Lok.

Aufmerksame Leser dieses Threads wissen, dass ich gesteigerten Wert auf die Montage und Demontage sowie die Trennung der Farben beim Lackieren lege. Darum füge ich noch ein Foto ein, auf dem die Hauptteile des letzten Fotos lose sind.



Freude von Action-Filmen kennen wahrscheinlich das genaue "Klack", mit dem die aus dem Köfferchen montierten Teile der Waffe des Agenten oder Übeltäters einrasten. Ganz so ist es hier nicht (darf es auch nicht wegen der noch fehlenden Lackschichten), sehr weit bin ich davon jedoch nicht entfernt. Will sagen: Bisher passt alles ganz wunderbar.

Beste Grüße und eine gute Woche -
Sumpf-Ratte - 16.02.09 11:37
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

wenn man die Genauigkeit von dem "Kleinkram" so sieht, traut man sich gar nicht mehr, sein Projekt vorzustellen.

Du baust Dir ein wunderbares Lökchen zusammen. Bin weiterhin auf Deine weiteren Baufortschritte gespannt.

Viele Grüsse aus dem verregneten Bonn

Wilfried
theylmdl - 16.02.09 13:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Wilfried!

Zitat:
traut man sich gar nicht mehr, sein Projekt vorzustellen.

Ich hoffe doch, dass das nicht ernst gemeint war - sonst stelle ich meinen Baubericht sofort ein Winke .

Noch ein wichtiger Nachtrag: Beim Treiben der Niete mit so einem Bohrerschaft muss unbedingt eine Schutzbrille getragen werden!

Beste Grüße,
theylmdl - 19.02.09 23:49
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

ISDN-Benutzer, bitte duckt Euch oder drückt die <ESC>-Taste, sobald Ihr den Text seht.

Bei einem kürzlichen Telefonat erklärte mir der Gießer, dass er keine Probleme bei den Urmodellen sieht. Das hebt die Stimmung schon 'mal erheblich.

Weniger erfreulich ist meine eigene Dämlichkeit. Wie schon geschrieben in einem Posting von 2008-02-18 - also vor genau einem Jahr - stimmte noch etwas nicht am Dampfdom-Mantel. Das war der Durchmesser. Also habe ich kürzlich einen neuen Mantel auf eine Ätzvorlage gezeichnet - und kurz darauf festgestellt, dass der Dom doch nicht so hoch war wie vermutet Traurig . Zum Glück konnte diese Panne in letzter Minute durch Änderung der Vorlage und einen neuen Strichfilm gemildert werden.

Dieser Tage standen jedoch noch andere Dinge auf dem Programm.

Kesselbau und Lautsprecher-Gehäuse

Das Thema "Rollen von Blech" hatten wir vor einem Jahr schon. Nun war ich aber doch gespannt, ob ich das auch mit dem Kessel der 99 021 hin bekommen würde. Dazu hatte ich auf die Vorlage für die Wasserstrahlteile in 0,8 mm-Messing schon äußere Formringe gezeichnet. Nach dem Verschleifen von deren inneren Kanten und dem Auslösen und Versäubern des Kesselmantels sah ich bald dies vor mir.


Der gerollte Mantel des Kessels ist vorbereitet und in die äußeren, wassergestrahlten Formringe eingespannt.

Die Distanzscheibe zwischen Rauchkammer und Kessel musste von Hand gefertigt werden. Beim Strahlen ist ein bisschen 'was schief gegangen.

Die Kesselspannbänder halten das Blech in Form. Nach dem Verlöten bleibt die Form an dieser Stelle halbwegs rund. Auf dem folgenden Bild ist eines der Ätzteile für die Kesselringe zu sehen. Das mittlere Band ist schon verlötet.



Dieses Foto beweist sehr schön, wie gut sich Andreas' Wasserstrahlteile und die Ätzteile von Thomas vertragen. Mit so geringen Spaltmaßen kann ich bequem leben.



Alles in allem klappte das mit dem gerollten Kessel recht gut. An dieser Stelle herzlichen Dank an Ralph Reppingen, denn von ihm kam per Telefon der goldene Tipp, es so zu versuchen. Auf dem folgenden Bild ist alles nur lose aufgestellt, lediglich bei der hinteren Stehwand mit den vielen Löchern für den Wohlklang musste ich provisorisch einen Lötpunkt setzen.



Es ist ein erhebender Moment, wenn das Dampflok-Modell plötzlich auch einen Rohbau-Kessel hat Winke .

Etwas später konnte auch das Gehäuse für den DIETZ-Lautsprecher verlötet werden. Es ist hier links im Bild zu sehen und wird später in der Imitation der Feuerbüchsen-Verkleidung im Führerhaus liegen.



Auf dem nächsten Bild seht Ihr die Naht des Kessels und den Mini-Lautsprecher DLS-EM von Dietz in seinem Kasten. Von hinten wird der Lautsprecher über einen vorgebogenen Blechstreifen an die vordere Öffnung gedrückt.







Der Streifen vorne im letzten Bild ist eine Art "Regalboden" zur Schallabschottung und wird später durch den angebrachten Kessel in seiner Verschluss-Position gesichert werden.

Bei Versuchen stellte sich heraus, dass der Lautsprecher mit dem Soundmodul microXS von DIETZ wesentlich besser klingt, wenn er aufrecht steht. Eine andere Wahl hätte ich jedoch aus Platzgründen ohnehin nicht gehabt. Hier seht Ihr die "Box" lose auf dem Grundblech der Aufbauten meiner kleinen Dampflok aufgelegt.



Auf dem letzten Bild für heute (ISDN-Nutzer, Ihr könnt aufatmen und die <Escape>-Taste wieder loslassen) ist zu sehen, dass die Sache bisher gut, aber nicht perfekt geklappt hat. Ohne sanften Druck sitzt der Kessel nicht ganz in der Fahrtrichtung, was sich am Spaltmaß zwischen Kessel und Lautsprechergehäuse gut zeigt.



Die Fehler liegen in einem Bereich, der sich auch ohne Werkzeug noch ausgleichen lässt. Es wäre mir jedoch bedeutend lieber, wenn dieser Übergang von sich aus nach dem Auflegen der Teile auf den Umlauf weg wäre.

Vorne am Rahmen fehlen noch die Füllstücke (Übergänge) zu den Dampfrohr-Verkleidungen. Das ist auf dem letzten Bild vorne bei den Zylinder-Aufnahmen zu erkennen.

Beste Grüße,
rau.mi - 20.02.09 10:22
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,
Dein Löklein ist einfach eine Augenweide. Und all die vielen Anregungen und Ideen aus Deinem Bericht!
Vielen Dank für die Mühe.

Schöne Grüße
rau.mi
Regelspur - 20.02.09 12:16
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

Winke wieder mal sehr gut der Bericht. Man kann immer wieder etwas daraus lernen. Zum Beispiel, dass mit den äusseren Halteringen am gerollten Kessel.

Ich wollte Schlauchschellen von Auto-Kühlerwasserschläuchen für meinen T3-Kessel verwenden und ein rundgedrehtes Holzteil für innen (würde danach wieder entfernt werden).

Winke Deine Lösung gefällt mir besser, da ich noch zur Verstärkung innen Ringe einlöte.

Gruß Alfred
Max H. - 20.02.09 12:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,
das sieht ja suuuuper aus! Große Zustimmung Große Zustimmung
Herzlichen Glückwunsch zum ersten zusammenkommen von Kessel und Fahrwerk.

Einfach edelster Modellbau.

Gruß, Max
theylmdl - 20.02.09 22:57
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@ rau.mi: Besten Dank für das Lob. Das kommt aus berufenem Munde, wie ich am HG 3/4-Thread sehe. Der heutige Kurbel-Bericht lässt auch keine Wünsche offen. Bei der Gewindebohrer-Panne habe ich mit Dir geseufzt - das kenne ich nur zu gut Traurig .

@ Alfred: dito was das Lob angeht. Bei der Rauchkammer habe ich auch eine Schlauchschelle benutzt und als Kern eine mit Malerkrepp umwickelte Kleinbild-Filmdose. Ich kann nur raten: Finger weg! Das Schloss der Schlauchschelle hat mir den Messingmantel irreparabel zerdrückt und die Schellen selbst sind alles, nur nicht rund.

Die Ringe - ob nun wassergestrahlt, geätzt, gefräst oder gedreht - haben noch einen Vorteil: Sie sind ohne umspannen verschiebbar. Es braucht nur zwei Spannringe, um den Kessel von der Mitte zu den Enden sauber, gerade und rund zu verlöten ("gerade und rund" ist gut, merke ich soeben Winke ).

Das gerollte Blech wird selbst bei sehr sorgfältiger Arbeit zunächst nicht wirklich rund sein. Die etwa 4 mm breite Überlappung an der Naht (einmal von oben und einmal von unten tief geätzt) sorgt nicht nur für eine stabile Naht (zumindest, wenn die Tiefätzungen vorab mit dem Glashaarpinsel blank gemacht wurden), sondern auch für einen "click"-Effekt. Der Kesselmantel ist aus 0,4 mm-Blech. Schon die 0,2 mm Tiefätzung genügen, damit sich der Mantel in den Ringen nach dem Andrücken selbst sichert. Ich habe ihn dazu nur mit den Fingern auseinander gedrückt.

Auch nach dem Zusammenbau hat der Kesselmantel hier und da noch Fehler. Die zeigen sich am deutlichsten in der Reflektion von Lampen (Licht). Ein Fehler von mir sind zum Beispiel zu große Flächen um die Einlötpunkte ohne die inneren Nuten am Blech. Da entsteht außen jeweils eine plane Fläche, was relativ unangenehm auffällt, aber noch "beigefeilt" werden kann.

Die (sinnvolle) Stabilisierung mit innen eingelöteten Ringen brauche ich nicht, weil die untere Hälfte des Kessels ein Ballastgewicht bekommen wird, das ich wahrscheinlich mit Epoxydharz einbetten werde. Da rührt sich dann gar nichts mehr. Dieser Ballast bringt es auf rund 37 cm³ Volumen und daher mit dem Blei von Tim Dicke auf etwa 390 Gramm.

Noch ein paar Hinweise. Die Distanzscheibe aus dem ersten Bild des letzten Postings sorgt für eine passable Grundausrichtung des verlöteten Kesselmantels mit der Rauchkammer in der Drehung. Der Trick für eine genauere Ausrichtung geht so.

Rechts und links im Mantelblech liegen auf genau halber Höhe (Schnittlinie mit der Kesselmitte) rechts und links die Bohrungen für die Stutzen der Speiseventile. Wird durch diese Löcher ein längeres Rundmaterial hindurch gesteckt, lässt sich der Kessel sehr genau über Abstandshalter zum oberen Abdeckblech des Rahmens justieren. Dabei ist es egal, dass dieses Blech weniger breit ist als der Durchmesser des Kessels, da am berühmten "freien Kesseldurchblick" genug Höhe für eine quer aufgelegte Platte bleibt. Wichtig sind eher zwei genau gleich hohe Abstandsklötzchen und zwei Blatt-Fühlerlehren Grins .

Zum Lautsprecher-Gehäuse: Die Brot-förmige Aussparung oben dient der Kabeldurchführung. Direkt davor wird eine mehrpolige Steckverbindung liegen. Über den "Regalboden" unten kann der Lautsprecher später nach unten heraus genommen werden. Im Grundblech unter dem Führerhaus ist eine entsprechend große Aussparung frei geätzt. Auf dem Bild der "Box" von hinten ist links die Durchführung für die Lautsprecher-Anschlusskabel zu erkennen. Diese Kabel werden ebenfalls durch den Einschub-Boden am Platz gehalten.

Die Löcher des "Lautsprecher-Gitters" werden nach der Lackierung von innen mit einem Stück luftigen Stoff abgeklebt werden. Dadurch fällt kein Licht mehr hindurch. Dreck und Staub können nicht mehr so leicht eindringen und das akustische Wohlbefinden stören. Die seitlichen Löcher werden später ohnehin nur aus ungewöhnlichen Perspektiven sichtbar sein, weil sie hinter den Kohlekästen liegen werden.

Beste Grüße,
squirrel4711 - 20.02.09 23:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

leider ist meine ESCAPE (Fluchttaste) kaputt und so musste ich mir Gott sei Dank die Bilder anschauen. Was ist das auf dem 4. Bild von oben ? Das Handmuster einer karnevalistischen Bonbonkanone ? Tätä, Tätä, Tätä !
Rainer
der jetzt ganz schnell manuell die Flucht antritt :
rechts, links, rechts, links, duck und fast weg.
Prima gemacht
rechts, links, rechts, links, duck, Hut ab und ganz weg.
theylmdl - 20.02.09 23:35
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Rainer!

Ich muss Dich enttäuschen. Mit dem Rohr werden nur olle Kamellen, keine Karamellen verschossen Winke .

Alaaf und Helau vom Karnevalsmuffel
Max 25 Kmh - 20.02.09 23:55
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Langer,

wenn der Kessel auf das Fahrwerk gesetzt wird, nennt man das nicht Hochzeit? Wer hätte das gedacht, in Deinem Alter! Herzlichen Glückwunsch und Helaaf!

Bewundernde Grüße von einem

Max 25 Kmh,

der derzeit gar nichts auf die Beine bzw. Räder kriegt.
theylmdl - 23.02.09 00:31
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen!

Heute erzähle ich Euch etwas vom

Führerhaus (Teil 1)

Zunächst habe ich die vier Wände aus dem Ätzblech ausgelöst und die Kanten verfeilt. Dann wurde getestet, ob ich mich in den Maßen irgendwo verhauen hatte (so etwas soll's ja geben). Die erste Stellprobe ohne fremde Haltemittel versprach sorgenfreies Basteln. Bitte entschuldigt die mäßige Qualität der Schnappschüsse vom Basteltisch. Für bessere Fotos müsste ich erst Chiaras Tisch abräumen.



Die Kohlenkasten-Außenwände sind hier noch nicht abgewinkelt. Es ist pfiffig, zunächst alle plan aufbringbaren Teile jeder Wand fertig zu stellen und dann erst in die "3D-Ebene" zu wechseln. Praktisch heisst das, dass die Verbindungen der vier Wände erst ganz zum Schluss dran sind.
Das folgende Foto mit der eher kleinen Preiser-Figur bietet wieder einen Größen-Vergleich.



Wie Ihr seht, habe ich das mit dem Versatz der Kessellage fast richtig hingekriegt. Ganz perfekt ist sie jedoch noch nicht (trotz viel Gefummels).

Anschliessend habe angefangen, die Führerhaus-Rückwand auszustatten. Dabei ist mir ein ganz seltsames und bisher unbekanntes Phänomen begegnet. Mein 40 Watt-Lötkolben zeigte sich der Masse des Neusilberblechs teils nicht gewachsen. Also habe ich das 80 Watt-Teil angeworfen. Dieser Kolben entwickelte jedoch so viel Hitze, dass sich im planen Neusilberblech der Rückwand buchstäblich kleine dreidimensionale Beulen bildeten (durch die thermodynamische Ausdehnung). Diese hatten teils eine Höhe von bis zu einem halben Millimeter. Die inneren Spanten hat es um bis zu einem Millimeter verzogen (!).

Abhilfe schaffte lediglich eine ganz langsam zunehmende Erwärmung von einer Kante oder Ecke aus (oder ganz kurzes Erhitzen). Die Innenseite der Rückwand werde ich ein anderes Mal zeigen. Da wird es noch genug zu sehen geben.

Sehr neugierig war ich auf die Fensterrahmen und Scheibenhalter. Diese habe ich auf den 0,5 mm-Neusilber-Ätznutzen "gesetzt". Das Einlöten der Rahmenhälften am Führerhausblech war kein großes Thema und funktionierte prima. Dann ging es an die Scheibenhalter.

Pfiffige Naturen werden sich schon denken können, was nun kommt. Na klar, die Fenster sollen wie beim Original drehbar sein. Dazu habe ich Halbschalen ätzen lassen, in deren Rand jeweils am Ende bei 45 Grad ein 0,5 mm-Loch ist. Zwei Mal 0,25 mm Tiefätzung im inneren Bereich ergeben in der Summe 0,5 mm Spalt - genug, um beispielsweise Vivak®-Fensterglas oder eine entsprechend starke Folie einzusetzen. Mit Vivak® könnte es schwierig werden, weil die Angaben zur Materialstärke oft nicht recht stimmen. Das letzte 0,5 mm-Material, das ich gekauft habe, hatte fast 0,7 mm Stärke.

Das folgende Bild zeigt etwa, wie ich auf nur einer Halbschale der Scheibenhalter 0,5 mm-Stifte eingelötet habe. Auf der unteren Hälfte ist die Tiefätzung für die Scheibe ganz gut zu erkennen.



Nach (mit Ausnahme der Beulengeschichte) durchwegs erfreulichem Bastelspass sah ich dann heute dies vor mir:


Die geschlossenen Dreh-Fenster der Führerhaus-Rückwand.

Haltet Euch nicht zu lang mit den sichtbaren Passnuten unterhalb der Kröpfung auf. Die sechs Bohrungen drumherum sind die Aufnahmen für das hintere Nummernschild, das diese Verbindung verdecken wird. Wie Ihr seht oder auch nicht, sind die anderen sechs Lötstellen kaum zu erkennen.

Und tataaa! - schon sorgt eine frische Brise durch die offenen Fenster bei bescheidenen 25 km/h für einen sommerlich-entspannten Lokführer. Die noch zerlegbaren Halbschalen habe ich für das Foto mit einer Cutterklinge ein wenig auseinander gedrückt. Sie sind noch sehr gut trennbar. Auf dem Foto oben seht Ihr, dass nur an der äußeren Halbschale ein Stift angeätzt ist. Der wird in Rohren mit 1,3 mm Außendurchmesser und 0,2 mm Wandstärke geführt. Die innere Hälfte ist und bleibt lose.



Noch dürfen sich die Scheibenhalter ganz leicht drehen. Später jedoch nicht mehr, damit sie nicht bei der Fahrt ungewollt aufvibrieren.

Die Halbschalen können bei der Endmontage bequem verlötet werden (auch mit eingelegter Scheibe). Besser scheint es jedoch, diese wegen möglicher Kratzer auf den Scheiben lösbar zu kleben. Die Stifte sorgen ja stets für eine genaue Führung. Alle die Befestigungselemente einschliesslich der inneren Aufspannbleche (ja, die gibt es) liegen genau wie beim Original, soweit das auf den Fotos erkennbar ist.

Die vier Bohrungen links sind für die Wurfhebelbremse gedacht.

Beste Grüße,
Fuchs301 - 23.02.09 07:10
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

da ist Dir mit den Fenstern ja wieder eine Meisterleistung gelungen! Respekt Respekt

...aber noch eine Frage dazu: irgendwann wirst Du die Lok doch wohl lackieren...werden die Fensterhälften einzelnd lackiert und dann erst endgültig mit dem Glas verklebt?
fido - 23.02.09 09:08
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hi Langer,
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Mein 40 Watt-Lötkolben zeigte sich der Masse des Neusilberblechs teils nicht gewachsen.

Ha! Sagte ich doch, der ist zu schwach Winke

Ich machs teilweise mit Flamme und Lötkolben parallel: Wenn der mittelgroße Lötkolben nicht mehr reicht, bringe ich fix das Blech mit der Flamme auf Temparatur und löte dann mit dem Lötkolben fertig.

Inzwischen sind auch die Proportionen Deiner kleinen Lok gut zu erkennen. ich bin begeistert top
theylmdl - 23.02.09 11:17
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo,

Danke für Euer Lob!

@ Christian:
Die Scheibenhalter werden mit schwarz gespritzt. Dabei bleiben die Halbschalen zusammen gesteckt (mit einem kleinen Luftspalt). Die inneren Teile können relativ leicht abgezogen werden. Damit es auch innen im Scheibenspalt schön duster wird, kann ich den ja vorab brünieren.

Bei der Endmontage werden die Scheiben dann in die eine äußere Rahmenhälfte eingelegt, die innere Hälfte auf die äußere gesteckt und mit etwas Klebstoff oder Lack gesichert. Das sollte ohne Verrenkungen klappen, da das Dach der Lok abnehmbar sein wird.

@ fido:
okay, okay Winke . Ich schrieb ja schon bei einem anderen Abschnitt, dass ich ab und an zu "größerem" greife. Hier hatte der 80 Watt-Kolben eben zu viel punktuelle Hitze. Ich müsste mir allerdings auch 'mal eine neue Spitze für den 40 Watt-Kolben leisten.

Alternativ bietet sich bei solchen Teilen zum Löten der Gasofen an, so man einen hat. Da der sich zwar flott, aber nicht schlagartig aufheizt, klappt das sehr gut und ohne unregelmäßigen Verzug.

Beste Grüße,
theylmdl - 25.02.09 00:38
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

In der heutigen Folge meines 99 021-Blogs dreht es sich um die

Schlotkrempe (Teil 1)

Achtung ISDN-Nutzer: Bitte duckt Euch erneut!

Die Krempe muss angefertigt und angebracht werden, bevor der Dampfdom folgt oder gar die Glocke. Dieses Teil gehört zu den ganz üblen beim Lokomotivbau. Mit Marco (Flachschieber) gab es letztes Jahr (oder ist das schon länger her?) schon 'mal eine Diskussion dazu. Normaler Weise werden diese Teile im Modell gedrückt und nachbearbeitet. Diesmal wollte beziehungsweise musste ich es ein wenig anders machen. Auf geht's!

Zunächst habe ich mir aus 15 mm Rundmaterial einen gut 18 mm langen Nutzen mit 14 mm Außendurchmesser gedreht und den mit 8 mm aufgebohrt.



Meine uralte Unimat U3 ist schon eine sehr betagte Dame - sie hat sich damit etwas schwer getan. Ich denke, da steht demnächst eine Organspende an.

Dann habe ich vorne an der Stirnfläche einen Keil eingedreht - nicht zum Drücken, sondern um mir später Feilarbeit zu ersparen. An der Oberseite 11,6 mm von der Stirnfläche entfernt habe ich eine 4 mm breite Nut mit 10,3 mm Durchmesser eingestochen und den Ansatz auf 13 mm Durchmesser abgedreht.



Im nächsten Schritt habe ich bis auf 2,6 mm von der Stirnfläche den Übergang des Einstichs zu den 14 mm verrundet - erst vorgedreht (von Hand in zwei Dimensionen) und dann nachgedrechselt. Dann habe ich das Futter abgenommen und zunächst mit einer größeren Feile die Rundung zur Rauchkammer vorgearbeitet. Dabei habe ich mich an einer der Spannzangen des Futters orientiert.



Die Feinarbeit folgte dann mit Schleifpapier, das ich auf ein passendes Glasfläschchen aufgespannt habe. So ergab sich Gelegenheit zu diesem drolligen Foto, bei dem das Futter samt Krempen-Rohling auf der Rauchkammer balanciert. Was die kleine Lok nicht schon alles tragen musste - Backsteine, Drehbankfutter... Winke Bei dem Test zeigt sich ganz gut, ob die Ausrundung unten passt.



Jetzt kommt der Unterschied. Ich habe die Krempe unten nämlich nicht gedrückt, sondern mit einer Vogelzungen-Feile gefeilt und mit abgenudeltem 400er-Schleifpapier geglättet. Das geht hier gut, weil der untere Teil der Krempe nicht sehr ausladend ist. Zur Erinnerung: Der Übergang am Ende muss überall gleich stark sein, und von oben gesehen muss die Krempe kreisrund sein. Als das so halbwegs passte, was sich anhand der Licht-Spiegelung gut prüfen lässt, habe ich das Futter wieder aufgesetzt und sowohl den Flansch-Spalt wie auch den inneren Ansatz-Stutzen zu dem von Tobi meisterlich gedrehten Schlotoberteil gedreht.



Die Rundungen der Krempe stimmten zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ganz prima, ich habe aber dennoch schon abgestochen. So sieht das noch getrennte Paar aus:



Dann habe ich Krempe und Schlot mit der Flamme verlötet. Da haben wir die beiden, noch ohne den Aufspannring der Krempe, provisorisch auf die Rauchkammer gesetzt:



Wegen des Stutzens am Übergang wollte der Seuthe®-Dampfgenerator noch nicht so recht in sein Gehäuse. Der muss gut isoliert eingebaut werden, da die innere Metallhülse Potenzial führt. Die Lok selbst besteht ja fast nur aus durchwegs leitend verbundenem Metall, und da kann ein Potenzial auf dem Gehäuse böse Folgen haben.



Solange Strom noch irgendwie bezahlbar ist, muss ja nicht die Rundfeile gequält werden. Bequemer geht es mit einem Messingrohr, in das längs ein Schlitz gesägt wird. Da lässt sich dann gut ein Streifen Korund-Schleifpapier einklemmen und rollen, der so eine Art Schleifer bildet. Achtung: Bei dieser Konstruktion darf die Maschine erst in der Bohrung angestellt werden, sonst zerhaut es den Streifen durch die Zentrifugalkraft.



Bei der erneuten Anprobe sitzt die Krempe nicht richtig. Das liegt jedoch nur an den widerborstigen Litzen Winke . Ohne den eingesetzten Rauchentwickler macht es "saug" und "schmatz". Innen in der Krempe ist unten nach wie vor die 8 mm Bohrung. Da wird ein eingelötetes Stückchen Rohr für die genaue Lage sorgen, denn eben diesen Durchmesser hat das durchgeätzte Loch in der Rauchkammer oben.



Auf dem Bild ist sehr hübsch ein Nachteil dünner Kesselmäntel zu sehen. Ich habe mir nämlich versehentlich einen prima Knick in die Kesselverkleidung gedrückt (an der Tischkante). Zum Glück ließ sich der ebenso leicht auch wieder beidrücken (schwitz).

In der nächsten Folge zum Thema kommen dann die Anbringungs-Feinheiten (wovon es noch genug gibt).

Beste Grüße,
fst-tigrottino - 25.02.09 16:47
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Diese Methode mit dem Bohrzwerg inklusive Sandpapier - absolute Spitze, muss ich im geschützten Rahmen gleich ausprobieren!
herzlichen Dank.
theylmdl - 02.03.09 12:44
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Wäre ich Filmproduzent, würde ich die heutige Folge mit "the curse of the dome" oder deutsch "Der Fluch des Dampfdoms" betiteln. Da wir hier jedoch in einem moderaten Modellbahn-Theater sind, belasse ich es bei

Schlotkrempe (Teil 2), Dampfgenerator und Dampfdom
(das Grauen folgt zum Schluss Winke ).

Zunächst habe ich mir ein Stück Blech mit dem Durchmesser des inneren Krempenteils gearbeitet.



Gut zu erkennen: die Anzeichnungen für den Außendurchmesser und die Lage der Bohrungen für die Aufspann-Niete. Ganz rund darf dieses Teil nicht werden. An der später rechten und linken Seite braucht es ein wenig mehr, damit der Ring später von oben kreisrund aussieht.

Dann habe ich angefangen, den Flansch passend zur Rauchkammer zu wölben.



Vor dem Verlöten von Schlotkrempe und Ring mit der Rauchkammer habe ich die Teile mit einem provisorisch eingesteckten Messingrohr ausgerichtet. An der Markierung vorne an der Rauchkammer und am Abstand am oberen Schlotende ist zumindest in einer Ebene gut zu sehen, ob's passt. Bei der anderen hilft ein auf den Kesselringen aufgelegter Winkel (Prüfung auf parallele Linien zum Messingrohr).



Die Löcher für die Niete wurden dann bis durch den Rauchkammermantel gebohrt. Dann habe ich die Nietimitate eingelötet. Auf den Vorbildfotos sind rechts und links keine Nietköpfe zu erkennen. Das kam mir aber sehr seltsam vor, darum habe ich auch diese gesetzt.



Schlot und Krempe sind nicht ganz maßstäblich, damit der Seuthe®-Dampfgenerator Nr. 5 da noch bequem und ohne allzu viel Wärmeübergang hineinpasst. Die Abweichung ist jedoch verschmerzbar klein. Der Rauchentwickler ist mir wichtiger als die exakte Maßstäblichkeit, zumal der Gesamteindruck stimmt.

In den Dampfgenerator Nr. 5 ist unten eine Kerbe eingefeilt und ein 2 mm-Loch eingebohrt. Dieses Loch sollte schrittweise und sehr vorsichtig mit einem Stiftenklöbchen von Hand ausgeführt werden. Vorher muss der Generator gründlich in Spiritus entfettet werden. Mehr gibt es auf unserer Seite zum Thema Dampfgeneratore zu lesen.



Die ausgeglühten Messingrohre habe ich mit einem eingesteckten Blumenbindedraht aus Eisen gebogen. Das hat so halbwegs geklappt.



Das nächste Bild ist leider unscharf. Es zeigt die Stutzen zwischen Dampfdom als Ausgleichsbehälter und Dampfgenerator. Sie werden später über ein Stück Kabelisolierung verbunden werden.



Wichtig: Das im Generator eingeklebte Röhrchen führt elektrisches Potenzial (wie auch die innere Messinghülse des Raucheinsatzes). Beide müssen daher isoliert eingebaut werden!

Soweit war es allerdings zunächst noch nicht, da ja noch der Dampfdom fehlte. Jetzt kommt zunächst der Teil der Dramaturgie, bei der der Zuschauer in Sicherheit gewiegt wird Winke . Denn die Anbringung des waagerechten Schenkels der Dom-Aufspannkrempe war noch kein Thema.



Das Ausgleichsrohr wird über einen Rohrstutzen mit 3mm Durchmesser geführt. Hier ist der Ring schon aufgelötet.



Das erste "nanu?" entfuhr mir, als ich merkte, dass der Durchmesser des neu angefertigten Dampfdommantels schon wieder nicht ganz stimmte. Genauer gesagt: Der schon, nicht aber der des waagerechten Schenkels der Krempe Traurig . Nach dem Motto "eben reicht's mir" habe ich ohne zaudern, zögern oder zagen weiter gebastelt. Hier seht Ihr den verlöteten Mantel mit dem unteren Boden darin.



Frohgemut habe ich dann den senkrechten Teil der Krempe unten aufgelötet, was eben leider einen kleinen Spalt zum waagerechten Teil frei ließ. Dann folgte - angemessen unerwartet - der Horror-Effekt Grins .

An den Rohrstutzen und den Passstift kam ich nämlich mit meinen Lötkolben nicht so richtig dran. Was soll's, ich habe also malerisch Lötwasser und ein paar Schnipsel Lot verteilt, die Flamme angeworfen und den Boden von oben erhitzt. Das war ein böser Fehler, denn plötzlich machte es spratz!!! und der Mantel samt Boden und Ring sprang auf, und zwar oben mehr und unten weniger und außergewöhnlich schief.

Beim Versuch, den Krempel wieder gerade zu richten, hat's dann das dünne Mantelblech amtlich zerknautscht und zerdrückt. Da war die Freude groß und die Lautstärke meiner Flüche erheblich Winke . Damit das Forum jugendfrei bleibt, füge ich kein Foto des Opfers ein.

Nach langem Treiben, Rollen, Biegen, Drehen und Drücken erinnerte der Mantel wieder entfernt an einen zylindrischen Körper, der hinten entstandene Spalt war mittels Auftraglöten geschlossen. Ach so, ein Bier hat das auch gekostet.

Der untere Teil des Dampfdoms liegt tiefer als das innere Ende des Generators. Da sollte also kein Destillat ("Rauchöl") eingefüllt werden. Der Zusatztank braucht daher einen geeigneten (und dichten!) Zwischenboden. Den Hohlraum unter diesem Boden habe ich mit Blei gefüllt. Auf dem folgenden Bild sind das Ausgleichrohr mit dem Stutzen, Zwischenboden und Mantel verlötet sowie der senkrechte Teil der Dampfdomkrempe.



Am Spalt innen an der Krempe ist der blöde Maßfehler zu erkennen. Der ist nun nicht ganz sooo schlimm, da die Krempe ohnehin diagonal gefüllt wird.

So ein Behälter muss absolut dicht sein, denn das Destillat kriecht in jede noch so kleine Kapillare. Auch der Deckel muss dicht sein. Die Entlüftung erfolgt später durch als Sicherheitsventil getarnte Rohre.

Kommen wir zum Happy End. Auf dem letzten Bild ist das Stabilit Express für die Krempenausrundung frisch aufgetragen. Mit den Resten habe ich hier und da noch ein Löchlein oder einen Schlitz aufgefüllt (nicht nur am Dom). Wenn Stabilit Express gut ausgehärtet ist, lässt es sich sehr gut feilen und schleifen. Den Klebstoff habe ich in mehreren Schichten mit einem Draht aufgetragen.



Beste Grüße,
theylmdl - 04.03.09 21:32
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute fahre ich fort mit der Dom-Besichtigung, jedoch ohne Gruselgraus (FSK ab 6 Jahre).

Der Sanddom

Nachdem der Übergang der Dampfdomkrempenschenkel (nettes Wort) verfeilt war, konnte die Arbeit am Sanddom beginnen. Hier zunächst ein Bild besagter Krempe mit den Resten der von mir professionell eingedrückten Beule im Kesselmantel.



Die Vorgehensweise beim Sanddom war ähnlich. Zunächst folgte der auf dem Kesselmantel aufliegende Teil der Befestigung. Dieser Rahmen wird vorgebogen, über 1,5 mm-Stifte an die richtige Position gebracht und führt später das Sanddom-Gehäuse.



Auf dem folgenden Bild sind die Lotreste der Grundplatte weggeputzt. Vorne - leider etwas unscharf - die Teile des Sanddoms. Rechts seht Ihr - noch nicht ausgelöst - die Aufspannplatten der Stutzen für die Sandfallrohre.



Der sehr hübsche Hebel für die Klappen der Sandfallrohre ist mir leider im praktisch auflötbaren Zustand weg geklingelt Traurig . Nach Überwindung des Frusts und Abklopfen des Staubs von der Suche habe ich mir Gedanken über den Hohlraum im Sanddom gemacht. Für das Dampf-Destillat ist der Dom wegen Tieflage nicht zu gebrauchen, wohl aber für einen Zusatz-Ballast. 3,5 cm³ sind bei der kleinen Lok als Hohlraum nicht zu verachten.

Auf Silikon-Gepansche hatte ich jedoch keine Lust. Daher habe ich mir flugs eine Abwicklung aus 1 mm-Aluminiumblech gefertigt, die Ihr auf dem folgenden Bild mit dem fertigen Dampfdom (Heizerseite) seht. Die Biegenuten habe ich vorgraviert und mit einer Vierkantfeile vertieft. Das war eine Sache von etwa zehn Minuten.



Das Abwinkeln des Alublechs klappte ganz prima. Ein paar zartfühlende Schläge mit einem 200 Gramm-Hammer auf dem Amboss taten den Rest. Hier ist die Form in einer Zwinge eingespannt, damit sie beim Bleigießen hübsch dicht bleibt.



Nach Einsatz von Trennspray und Vorbereitung des Bleis von Tim Dicke auf dem Gasherd waren flugs zwei Guglhupf gebacken Grins . Das klappte mit der Aluform mehr als prima und dauerte alles in allem keine halbe Stunde. Auf dem folgenden Bild ist der mittlere Bleikuchen am "Gugl-Teil" schon verrundet (Blei feilen ist doof, schmiert so), der linke noch original.


Nein, ich habe nicht schief gefeilt. Schief ist der Guss oben, weil die Form nicht ganz gerade stand.

Die theoretisch möglichen 35 Gramm Gewicht habe ich wegen der verbleibenden Hohlräume leider nicht erreicht, aber 30 Gramm extra sind auch nett - zumal die den Ballast unten im Dampfdom nett ausgleichen. Die Dampflok wird wahrscheinlich am Schluss ohnehin mehr Gewicht auf der Vorderachse haben als hinten Traurig .

Den mit eingeklebtem Ballast versehenen Sanddom habe ich nicht auf den Kesselmantel gelötet, sondern mit Stabilit Express aufgeklebt. Beim Löten hätte es zwei potenzielle Gefahrenquellen gegeben. Erstens hätten die versäuberten Nähte des Doms mit viel weniger Masse als der Kesselmantel aufplatzen können. Zweitens bestünde dabei Gefahr, dass der Bleikern durch die Bohrungen für die Anschluss-Stutzen der Sandfallrohre ausfließt.

Bei Klebungen mit Stabilit warte ich mindestens 24 Stunden, ehe ich mit der Feile dran gehe. Die Haltbarkeit ist zwar schon nach knapp einer halben Stunde gut, aber durchgehärtet ist der Klebstoff da noch lange nicht. Feilen verschmieren ist auch mit Kleber doof, nicht nur mit Blei. Das nächste Bild zeigt den aufgeklebten Sanddom.



Das Bild ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich aus geätzten Blechen ohne Spachteln saubere Kanten bilden lassen. Das ist vor allem vorne im Bild unten gut zu erkennen. Die Blechstärke beträgt 0,4 Millimeter. Um dieses Ergebnis zu erreichen, sollten die Nasen für die Nuten ein wenig weiter vorstehen als eigentlich benötigt, bei 0,4 mm Blechstärke zum Beispiel 0,45 mm. Dann lassen sie sich besser beifeilen ohne Reste der seitlichen Anätzungen.

Der Griff der Klappe entstand aus einem Stück 0,8 mm-Draht mit einer aufgelöteten Scheibe aus einem Rohr. Die habe ich dann flacher geschliffen und oben mit einem Hohlfräser ausgerundet. Die Scharnier-Imitation ist auch nur 0,8 mm-Draht. Die Schlitze habe ich nach dem Auflöten des Drahts mit der Säge angebracht. Vielleicht war dieser Deckel auch wie bei anderen Loks ein rundes Teil. Das lässt sich aus den Vorbildfotos nicht recht erkennen.

Wird nicht gerade, sondern schräg auf die Lok geschaut, wirkt der Sanddom ungewohnt massiv. Die zwei Bellingrodt-Fotos zeigen die Lok fast gerade von der Lokführer- und Heizerseite. Da fällt das nicht so auf. Das Modell eröffnet eben neue Perspektiven Grins .

Zum Schluss für heute ein Foto der Silhouette des aktuellen Bauzustands analog zu dem einem der erwähnten Fotos, nur noch etwas gerader.



Der Abstand zwischen Kesselmantel und Fahrwerk wird später weniger groß aussehen, wenn der Durchblick erst einmal durch die Federpakete und die Umsteuerwelle verringert ist.

Beste Grüße,
Floedo - 05.03.09 05:55
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

wirklich absolut klasse wie die 99 021 baust und auch wie Du das hier dokumentierst.

Eine Frage habe ich allerdings doch noch: war das Gegengewicht der zweiten Achse nicht schwerer als das der ersten sein ? Dies würde doch bedeuten, dass es von der Seite gesehen größer sein müßte oder einfach dicker wäre und damit ein Stück mehr heraus stehen müßte (ich hoffe, das ist so verständlich forumuliert). Oder waren beide einfach gleich dimensioniert ?

Gruss

Andreas
theylmdl - 05.03.09 10:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Andreas!

Zitat:
war das Gegengewicht der zweiten Achse nicht schwerer als das der ersten

Das müsste es eigentlich, da hast Du Recht. Auf dem Foto der Lokführerseite ist besser als auf dem anderen zu erkennen, dass die Gegengewichte gleich groß waren. Es ist jedoch denkbar, dass ein Teil davon bei den Vorderrädern weniger tief gegossen war.

Danke für das Lob!

Beste Grüße,
theylmdl - 09.03.09 00:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute dreht es sich um den "lästigen" Kleinkram, beispielsweise

Kesselarmaturen (Teil 1) und Glocke (Teil 1)

Manche Dinge sind einfach schwer zu basteln und benötigen viel Zeit. Daher bevorzuge ich es, schneller voran zu kommen und solche Teilchen als abformbares und gießbares Urmodell zu bauen. Dazu gehören beispielsweise die Teile der Wasserstandsanzeige (das sind ja meist zwei, Schauglas und Prüfhähne).

Als notorisch fauler Hund habe ich nur einen Aufspannflansch für den Schauglashalter und einen Prüfhahn gebastelt - die Zwillinge soll der Gießer fertigen Grins .


An der rechten vorderen Mutter muss ich wohl noch ein wenig nacharbeiten.

Ich bin nicht nur faul, sondern auch dusslig. Darum habe ich den Halter für das Schauglas leider viel zu kurz abgestochen und musste unten ein Stück Blech anflicken. Hier sehr Ihr die Mimik von hinten mit den Verschraubungen aus 0,8 mm-Draht (in Sechskant-Form gefeilt) und mit aufgestecktem Anschlussflansch.



Von vorne sieht das - nach dem Abkröpfen der Angüsse und mitsamt einem Prüfhahn - so aus - das ist auch eher roh als schön.



Beim Schlabberhahn unterhalb des Wasserstands habe ich auf den dünnen Stutzen oberhalb der Überwurfwuffer verzichtet. Immerhin reden wir hier nur über winzige Teile am Feuerbüchsenmantel im Führerhaus, die später kaum noch betrachtet werden. Hier ist das Teil von schräg unten zu sehen.



Vor dem "Christbaum" - der Hauptarmatur oben auf dem Kesselende beziehungsweise Feuerbüchsenmantel - habe ich noch ein wenig Bammel. Vielen Dank an Alfred (Regelspur) und Thomas Engel für sachdienliche Hinweise zum Aufbau der Leitungen und Injektoren. Da diese Aufgabe allerlei Grips erfordert, habe ich mich zunächst der Glocke gewidmet.

Die wird ausnahmsweise kein Urmodell, und zwar deswegen, weil es anscheinend keines des bekannten Läutewerke von Robert Latowski in Breslau war. Besondere Rätsel gab mir der hintere Kringel oben auf dem Vorbildfoto auf. Alfred meinte schließlich so wie ich, dass das eine ausnahmsweise von oben wirkende Schmierleitung sein muss. Deren äußerer Verlauf ist auf dem Bellingrodt-Foto der Lokführerseite der 99 021 gut zu sehen. Irgendwo muss diese Schmierleitung durch den Glockenmantel gegangen sein. Auf der Heizerseite führt ein kräftiges Abdampfrohr nach unten Richtung Zylinder.

Zunächst habe ich mir einen Glocken-Rohling mit dem Stutzen gedreht und geschliffen. Den habe ich durchgehend mit zwei Millimeter Durchmesser aufgebohrt.


Das Rundmaterial im Dreibackenfutter - dies zum Größenvergleich - hat 15 Millimeter Durchmesser.

Nach dem Abstechen habe ich die Glocke gewendet eingespannt, den abgesägten Stutzen überdreht und das Innere der Glocke ein wenig ausgedrechselt. Achtung: Das ist keinesfalls zur Nachahmung empfohlen und sehr gefährlich! Der Grund für die gewagte Aktion: Die Glocke soll später aus gewöhnlichen Perspektiven hohl wirken.



Dann habe ich aus Rundmaterial zunächst den Halteflansch für den Klöppel ausgearbeitet. Dessen Stutzen wurde auf zwei Millimeter Durchmesser abgedreht und in den doch recht massiven Mantel eingelötet. Zwischen dem unteren Ring und dem oberen Ende der Glocke liegen 7,2 Millimeter.



Auf dem nächsten Bild ist der Klöppel, den ich ich aus ein Millimeter-Blech ausgesägt habe, schon samt der Schmierleitung (0,6 mm-Kupfer) eingelötet. Die groben Kratzer auf dem Foto stammen von Schleifpapier mit 400er Körnung. Das lässt sich sicher noch auspolieren. Es wäre sicher wegen der gröberen Oberfläche besser gewesen, den Glockenmantel in Weissmetall zu gießen. Ich bin aber auch dazu und zur Erstellung der Form zu faul Winke .



Hier ist die Glockenmechanik noch einmal von der Lokführerseite (in Fahrtrichtung rechts) aus zu sehen. Der Austrittspunkt für die Schmierleitung ist der einzig mögliche (wenn es denn so war). Deren Ende ist natürlich Mist, aber hier statisch sinnvoll, da sich Kupferdraht sehr leicht verbiegt.



Beste Grüße,
squirrel4711 - 09.03.09 01:17
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Nu aber Thomas,

nicht schwächeln ! Wo ist das Bild vom Wasserstand im Wasserstandsglas und die WAV Datei vom Sound der Glocke ?

Gruß
Rainer Winke
Regelspur - 09.03.09 09:49
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

feine Teile die Du da gebaut hast.

Wir hatten es ja schon am Telefon davon, wenn Du eine Lichtleitfaser oder einen Perlonfaden nimmst, dann kannst Du das Wasserstandsglas imitieren und Rainer ist teilbefriedigt.

Winke Wenn Du dann das Teil (Faden oder Faser) noch zu 1/3 aufbohrst, dann könnte es wie der Wasserstand aussehen.

Gruß Alfred
theylmdl - 09.03.09 10:31
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Rainer, hallo Alfred!

Ich muss Euch leider beide enttäuschen Traurig .

Den bisherigen Sound könnt Ihr Euch bei Dietz als MP3-Demo anhören (Menü Sounds -> Lieferliste -> Abschnitt micro -> 99-UNI. Ich lasse mir von Herrn Dietz dann noch Wassergluckern statt des Kupplungsgeräuschs aufspielen Grins .

Auf dem Bild des Wasserstands von vorne ist das nicht klar zu erkennen, aber die 1 mm-Stange läuft auch durch die Aussparung hindurch. Ich werde da später einfach meine Glasfarbe benutzen Grins .

Es hat ja noch gar keiner gemeckert, dass der Auslass des Prüfhahns nicht hohl ist! Nanu...? Winke

Beste Grüße,
Thomas Engel - 09.03.09 10:37
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Sehr glücklich Hallo Thomas,

auf der Glocke fehlt noch das erhabene Logo der Gießerei, die das Teil gefertigt hat...

Ansonsten wie immer umwerfende Arbeit, die Du da zeigst.

Grüßle

Brennender Teufel Thomas
Regelspur - 09.03.09 12:09
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

theylmdl hat folgendes geschrieben::
Es hat ja noch gar keiner gemeckert, dass der Auslass des Prüfhahns nicht hohl ist! Nanu...? Winke


Wenn einer meckert, dann soll er es erst mal besser machen.

Winke macht ja nichts, meine sind auch nicht hohl. Die Leitungen meiner Wasserprüfhähne enden im Ablauf-Sammelrohr.

Gruß Alfred
Kolbenfresser - 09.03.09 18:09
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas


Jedesmal wenn ich solche Bilder von dir sehe, bin ich etwas geschockt! Lachend Es geht mir dabei auch gar nicht gut, wenn ich an meine Lok denke.
Ich Frage mich jedesmal wie ich solche kleinen Teile hinbekommen soll. Da du ja deine Teile zusammen lötest, ist es für mich ein Rätsel, warum dir die Teile nicht wieder auseinander fallen.

Beim Prüfhan kann ich dir vielleicht weiterhelfen. Razz Razz
Wasserhahn WK (Kolbenfresser)



Ich freu mich schon darauf deine Lok im FFM zu sehen!! Wann ist denn der Termin ??

Klasse Arbeit, mach weiter so!!


Gruß

Roland
theylmdl - 09.03.09 21:56
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Roland!

Zitat:
Jedesmal wenn ich solche Bilder von dir sehe, bin ich etwas geschockt!

Ich auch, und zwar wegen meines Murks & Pfusch, der sich erst auf den vergrößerten Fotos so richtig deutlich zeigt Grins . Leider lässt meine Sehschärfe ständig weiter nach. Das ist wahrscheinlich eine Folge davon, dass ich überhaupt eine Brille trage Traurig .

Ich gehe 'mal davon aus, dass Dein Prüfhahn voll funktional ist. Da wüsste ich auch noch so etwa, wie der zu bauen wäre Grins . Die Arbeit ist einfach grossartig, so wie Deine Pumpe und alles andere. Danke für Dein Lob!

Der Modellbautag im Frankfurter Feldbahn-Museum wird am Sonntag, dem 3. Mai 2009, stattfinden. Ich poste das noch separat. Wie Du siehst, bin ich schon am Kampfbasteln Grins .

Zitat:
Da du ja deine Teile zusammen lötest, ist es für mich ein Rätsel, warum dir die Teile nicht wieder auseinander fallen.

Dafür gibt es allerlei Tricks.

Der letzte Fall ist besonders wichtig, denn wir möchten ja oft, dass Teile auch nach dem Löten beweglich bleiben. Hier das verfrühtes Beispiel im Bild.



Zu diesen Teilchen gab's im BBF sogar schon 'mal ein erfolgreich geknacktes "Rateschmal". Es ist hier das Schloss der Lokführertür. Dessen Gehäuse an das Türblech zu löten, ist in der Tat nicht ganz ohne. Auf dem Foto seht Ihr es noch provisorisch zur Anpassung des 0,5 mm-Federdrahts für die Sperrklinke aufgelegt. Verlötet wurde das Gehäuse über die Passnasen von außen am Türblech.

Das zweite Bild zeigt das aufgelötete Gehäuseblech. Die Klinke ist arg grob. Ich sollte da noch 0,2 mm herunter feilen und schleifen. Aber (<schwitz>) sie federt noch ganz ausgezeichnet und kraftvoll. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass das Schlossgehäuse 4,4 mm breit ist Grins .



Beste Grüße,
Kolbenfresser - 09.03.09 22:42
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas


Wenn ich diese 2 Bilder sehe bekomme ich schon wieder eine Gänsehaut!!!!!!!

Ein funktionierende Türschließe in dieser Größe zu bauen ist schon eine verrückte Idee! jump jump Applaus Applaus
Paß bloss auf das dir das keiner nach macht . Winke Grins


Einfach eine Klasse für sich!!!!




Gruß

Roland
Handi72 - 09.03.09 23:09
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallochen

Einfach nur klasse Respekt

So viel Geduld für dieses klein-Gefummel ist einfach lobenswert Sehr glücklich Sehr glücklich
Schrauber - 10.03.09 08:08
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Langer, Hallo Roland,

Zitat:
Wenn ich diese 2 Bilder sehe bekomme ich schon wieder eine Gänsehaut!!!!!!!

Ein funktionierende Türschließe in dieser Größe zu bauen ist schon eine verrückte Idee!
Paß bloss auf das dir das keiner nach macht .


Ich auch! Ich frage mich nämlich jedesmal wo der sehr geschätzte Herr Namensvetter bei der gegenwärtigen Finanzkrise immer diese riesen Centmünzen herbekommt. Vermutlich hat er Connections zur Frankfurter Münze und die gießen ihm da immer was aus Kupferschrott zusammen, damit sie keine Kurzarbeit machen müssen. Urmodelle zum Gießen bauen kann er ja, hat er ja schon ´paar mal bewiesen...
Frust aus... Winke Winke

Nee, nee, ich weiß schon weshalb ich zu den größeren Teilen wechsle, da verbrennt man sich wenigstens gleich die ganze Hand und nicht immer nur die Fingerkuppen... Winke
Na gut, also meinen absoluten Respekt hast Du!
Vom Können mal abgesehen, die Gedult muß man erst mal aufbringen.
Deine Lok ist ja alleine schon Motivationsschub genug, es diesmal nach FFM zu schaffen... Cool
Ich bedanke mich für die schönen Bilder inklus. Doku. Auch bei Roland.
Wenn ihr mal nicht mehr wisst, was ihr treibem sollt, könnt ihr euch ja bei den Japanern bewerben, die in den µ-Draht Löcher gebohrt und Innengewinde geschnitten haben... Irre

Bis dahin..
theylmdl - 10.03.09 15:33
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo, Freunde der 99 021!

Entspannt Euch wegen des Türschlosses. Das war nun sooo schwierig nicht. Selbst gebaut habe ich ja kaum etwas daran. Es sind Ätzteile aus 0,4 mm-Neusilber. Die sollten die meisten wohl abgesägt, abgekantet und eingelötet bekommen. Ich traue mich gar nicht, das zu sagen, ich hab's jedoch schon von Hand in 1:22,5 (zum Beispiel an der "alten" Plastik-99 021) und ohne Gehäuse auch schon in H0 gebaut (dann aber mit viel dünnerem Draht Grins ). Für die Türscharniere habe ich damals 0,8 mm-Rohr benutzt.

Jetzt habe ich jedoch für Euch eine echte
Sensation!

Ich habe eine noch existierende und gut erhaltene Schwesterlok der 99 021 gefunden. Sie steht in Westspanien im Eisenbahnmuseum in Ponferrada (León) und war noch bis 1970 im Betrieb, nachdem sie 1920 gebraucht für 27.456,30 Peseten gekauft wurde.

Lasst Euch von den Unterschieden und Umbauten nicht täuschen. Es ist ganz sicher eine fast baugleiche Maschine mit kleineren Abweichungen. Sie wurde laut dem Museum 1903 mit der Fabriknummer 138 von Freudenstein & Co. gebaut (die 99 021 hat die Nummer 194 und ist Baujahr 1904).

Die Wiedergaberechte habe ich (noch) nicht. Hier jedoch ein Link zu einem Foto der Nummer 22.

Danach ist es mir gleich noch geglückt, ein weiteres, noch viel besseres Foto der Lok in guter Auflösung von Frank Niepelt bei dem Fotoportal Panoramio zu finden (und woanders drei weitere, nicht so dolle Fotos). Frank Niepelt gibt als Fabriknummer 188 an, was möglich wäre, das angebliche Baujahr 1908 jedoch nicht (weil Freudenstein da schon drei Jahre mit O&K fusioniert war).

Dass die Kohlenkastenverlängerungen angeflickt sind, ist gut zu erkennen. Vielleicht mussten deswegen die Wassereinfüllstutzen nach vorne versetzt werden. Die Form des (sehr großen) Dampfdom-Mantels entspricht noch der ursprünglichen Ausführung der 99 021 und ist auf der Typenskizze der G.O.E. auch so eingezeichnet. Der vordere Pufferbohlen-Vorbau samt dem Umlaufblech dürfte auch nachträglich angebaut sein. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum die Rahmenwangen nicht gleich durchgegangen sein sollten.

Diese Fotos sind ein Geschenk des Himmels. Meine Vermutungen haben sich zwar weitgehend als richtig erwiesen, aber ein paar kleine Unterschiede gibt es bei den Originalteilen doch - gerade noch rechtzeitig, um sie zu berücksichtigen.

Ich bin ernsthaft am überlegen, ob ich mein Spanisch auffrische, ein Wörterbuch einpacke und einen Billigflug buche... Bedenkt bitte, dass es bei dem von mir betriebenen Aufriss darauf kaum noch ankommt. In dem Museum stehen noch etliche andere wunderbare Exponate, wie ich unterdes weiß. Hier ein Link zu einer 360°-Ansicht der Haupthalle des alten Bahnhofs.

Wenn meine Annahme stimmt - und das dürfte sicher der Fall sein - ist der Fund spektakulär. Der Witz ist, dass es keine Lieferlisten von Freudenstein & Co. mehr gibt, darum konnte diese Maschine bisher nicht mit der 99 021 in Verbindung gebracht werden. Für mich ist besonders gut, dass die Bilder die Lok in neuen Perspektiven zeigen. So ist zum Beispiel bei Frank Niepelt die originale Wurfhebelbremse zu erkennen. Auch gut: Die Waschluke vor der Führerhaus-Stirnwand vorne auf 45°. Wenn man weiß, dass da eine ist, ist sie auch auf den Bellingrodt-Fotos zu erkennen.

Heute Abend werde ich erst einmal versuchen, mit dem Museum in Kontakt zu kommen, und natürlich hoffe ich, dass sich Frank Niepelt bei mir meldet. Drückt bitte die Daumen. Profifotografen wie er machen oft mehr Bilder, als sie zeigen. Mit dem Exponat könnte beispielsweise die Anordnung der Kesselarmaturen ohne Zweifel bestimmt werden. Ansonsten bin ich sehr zufrieden, wie genau ich die Details geschätzt oder abgemessen habe.

Begeisterte Grüße trotz Grippe,
9960 - 10.03.09 16:58
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

theylmdl hat folgendes geschrieben::
Ich habe eine noch existierende und gut erhaltene Schwesterlok der 99 021 gefunden.

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Fund.

Da kann man nur wünschen: Pack die Badehose ein und ...
theylmdl hat folgendes geschrieben::
... einen Billigflug buche...


Dein Spanisch brauchst du nicht aufzufrischen, es geht auch mit "Händen und Füßen" (siehe auch: http://home.arcor.de/wupperbahn/Fotoalbum/Brazil/brazil.htm)

Gruß Waldemar
Homepage http://home.arcor.de/wupperbahn/
Terrassenbahner a.D. - 10.03.09 17:13
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Auch meinen Glückwunsch, Thomas!

Wie gut, dass es auf dieser Welt Regionen gibt, wo das ganze alte Zeug nie kriegs- oder ubahnbaubedingt zerstört oder verschrottet wurde. Siehe auch DFB und Vietnam.

Ceterum censeo, ab nach Hahn! Mr. O'Leary von Ryanair freut sich immer über zahlungsfähige, wenn auch -unwillige Kundschaft.

Konstatiert
der Georg


PS: gut, dass Du von den H0-Türschlössern gleich wieder abgelenkt hast - das hält man ja nicht aus, was Du da so treibst. Andere Leute (ich z.B.) sind schon froh, wenn sie mit den Messtoleranzen innerhalb der Bundesrepublik bleiben.

PPS: Wo ist eingentlich das dazugehörige Bartschloss samt Schlüssel, hm? Verdrehter Teufel
Volkmar - 10.03.09 17:30
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Ihr Suchenden und Findenden

Hier http://www.wefer.com/w5/pv/kloc22.htm kann man noch etwas mehr zu der Maschine lesen. Sie wurde zusammen mit einer anderen Freudenstein als Baulokomotive nach Alicante geliefert und hatte dann eine bewegte Geschichte (Pleite der Baufirma, Beschlagnahme durch den Fiskus, Weiterverkauf ...)

Ein lokführerseitiges Bild von 1971 ist hier, in der Mitte des Posting: http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?17,4137960 (seufz!!)

Ein Buch gibt es hier : http://www.monffcc.com/eng/book13.htm (hab ich nicht ...)

Gruss Volkmar
theylmdl - 11.03.09 00:58
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@ Georg:
Zitat:
Wo ist eigentlich das dazugehörige Bartschloss samt Schlüssel, hm?

Ich fürchte, das würde mir die Nachwelt kaum verzeihen, zumal es bei Bellingrodt ebenso wenig wie bei der Schwesterlok zu sehen ist.
Ihr mögt frotzeln, soviel Ihr wollt Winke . Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich die Kleinigkeit der funktionalen Klinke bisher nachgebildet habe.

@ Volkmar:
Herzlichen Dank für die Links. Damit dürfte dieser Thread wohl zur besten Auskunftsquelle für die 99 021 samt Geschwistern werden. Hätte ich das bloss schon vor zwei Jahren gewusst...

Es sieht so aus, als sei der Raddurchmesser bei dieser Nr. 22 der PV kleiner gewesen. Er liegt wohl bei 740 bis 750 mm statt 800 mm, wenn der Führerstandsboden gleich hoch war. Das Bild bei DSO (Drehscheibe online) von 1972 ist besonders gut. Anscheinend waren bei dieser Lok die Injektoren an den Seitenwänden des Führerhauses angebracht statt oben beim "Christbaum". Der Umbau der Kohlekästen hat wohl auch eine Änderung der Speisewasser-Entnahmerohre erfordert. Die Ähnlichkeit ist dennoch unverkennbar.

Sehr interessant ist bei dem DSO-Bild der Unterschied in der Höhe zu dem dahinter stehenden Wagen, genau passend zu dem der 99 021 (nur 2,8 Meter von der Schienenoberkante bis zur Dachoberkante in der Mitte).

Wie auch immer, nachdem der spanische Nachbar freundlicher Weise die Maschinenübersetzung verschlimmbessert hat, ist die E-Mail an das Museum vorhin 'rausgegangen.

Nach wie vor hocherfreute Grüße,
theylmdl - 12.03.09 23:23
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo, Freunde der 99 021!

Der Urheber des schönen Bilds bei Drehscheibe online, Detlef Schikorr, hat mir freundlicher Weise die Wiedergabe seines Fotos der PV 22 in Ponferrada (León) von 1972 gestattet.


Foto: © 1972 Detlef Schikorr, Link: Großbild (262 kB).

Da das Originalbild etwas zu groß war für das BBF, habe ich es ein wenig beschnitten und als Graustufen-PNG abgespeichert, um weitere Kompressionsverluste zu vermeiden.

Die freundliche Genehmigung sollte aber nicht die einzige Freude des Tags bleiben. Wenn der Postmann zweimal klingelt, bedeutet das normaler Weise die Annahme eines Pakets für die auswärts arbeitenden Nachbarn. Gestern "flatterte" hingegen mir selbst einiges gut verpackte Metall ins Haus: die neuen Gussteile für die 99 021 (und noch ein paar andere).

Der Gießer hat ausgezeichnete Arbeit geleistet. Die verbleibenden Kümmernisse sind mir zuzuschreiben. Urteilt selbst an Hand der in den kommenden Tagen folgenden Bilder. Heute geht es erstmal los mit der Vervollständigung der

Rauchkammer

Bei den Gussteilen waren unter anderem auch die Spitzenlichthalter. Den vorderen Halter mit seinen zwei Stiften vorne in den Einsatz der Rauchkammer-Stirnwand einzulöten, war noch keine große Herausforderung. Etwas mehr Grips erforderte schon das Auflöten der doch sehr massiven Laterne von Dieter Schiede, die ich hier schon einmal gezeigt habe.

Zum Glück leben meine Tochter und ich (beide große Freunde des Künstlerbedarfs) in nahezu vollkommener Gütertrennung. So fanden sich zwei gleiche Bleistiftspitzer mit genau passender Höhe, um die Rauchkammer-Stirnwand beim Lötvorgang zu halten.



Das Problem beim Löten dürfte klar sein. Die Rauchkammerteile sind aus 0,4 mm-Blech und haben kaum Masse. Die Laterne ist groß und schwer und bringt einiges Gewicht auf die Briefwaage. Also habe ich nach der Ausrichtung der Teile alles reichlich mit Lötwasser benetzt und zwei nicht zu kleine Schnipsel Lötdraht an passender Stelle (bei dem Schlitz) aufgelegt. Dann habe ich schön langsam die Laterne - und nur die - mit der Flamme erhitzt, bis das Lot floss. Da strahlte die Laterne schon so viel Hitze aus, dass es den Halter (und nur den) gleich "mitgerissen" hat.

Als nächstes musste ich innen an der Bohrung der Laterne für die Glühlampe und am Halter ein wenig nachfräsen, damit die von mir angepeilte 6,3 Volt-Glühlampe da gut von unten hinein passt. Glühlampe? Jawohl, meine Herrn. Ich bin ein erklärter Feind des ganzen Warmweiß-LED-Murks'. Ohne einen auch ausgeschaltet sichtbaren Glaskolben macht mir eine Petroleum-Funzel keinen Spaß, und bei Lichteffekten wie bei einer Gasentladungslampe schon gar nicht. Funzel! - nicht Scheinwerfer!

Das nächste Bild zeigt das definitiv komplizierteste Teil der ganzen Lok, den Halter für das vordere Nummernschild. Alleine die Berechnung (lang ist's her) hat einige Stunden gefressen. Die Montage stellte sich als sehr schwierig heraus. Immerhin sollten die sechs Bohrungen für die Aufnahme des Schilds in drei Ebenen genau stimmen. Auch die gerade Anbringung des Knebels und Rads für den Rauchkammertür-Verschluss darunter war nicht so ganz ohne.



Das Schild ist auch einen Tipp wert. Im Original waren die Reichsbahn (alt)-Schilder aus Messing gefräst. Im Modell werden sie meist geätzt. Das klappt aber nur bis zu bestimmten Materialstärken gut, hier sind es 0,3 Millimeter. Nach dem Tiefätzen bleiben also nur 0,15 mm Trägermaterial. Das ist - zurück gerechnet auf das Vorbild - zu wenig. Das Schild wird zu labil und sieht obendrein falsch aus. Daher habe ich das Ätzteil von Thomas Engel mit 0,3 mm-Blech unterfüttert. Hier sind zwei Seiten schon versäubert, zwei fehlen noch. Wichtig: Beim Verlöten darf kein Lot an die Ziffern gelangen, sie dürfen auch nicht mit der Bürste oder dem Glashaar-Radierer bearbeitet werden (oder nur ganz leicht). Sonst ist's leider Essig mit der Scharfkantigkeit.



Kommen wir zum nächsten Tipp. Die Airbrush-Pistole beziehungsweise Sprühdose hat einen großen Vorteil und einen großen Nachteil: Sie arbeitet mit hohem Druck. Daher kann es leicht geschehen, dass der Farbnebel nicht gleichmässig in jede Hinterschneidung eindringt und sie färbt. Bei dem Schild mit seinem Halter haben wir genau diesen Fall. Daher habe ich die gesamte Rauchkammerfront und das Schild hinten vor dem Verlöten mit Pariser Oxyd geschwärzt und bei der Gelegenheit auch gleich noch die Einschub-Bohrung für die Glühlampe unten am Spitzenlicht. Anbauteile wie der Rauchkammertürverschluss oder die Speiseventile sollen bei meiner Lok Messing-farben bleiben. Da war ich also vorsichtig. Und natürlich darf auch kein Brüniermittel an die Ziffern des Schilds geraten. Darum habe ich die Vorderseite sorgfältig mit Maler-Kreppklebeband abgeklebt, bevor ich geschwärzt habe. Langes Gebabbel, zwei Bilder:



Die Anbringung des Schilds war eine ganz üble Quälerei. Die Ziffern nach der Lackierung wieder blank zu bekommen, ist hingegen trivial - ich habe das schon getestet. Der aktuellste Tipp stammt von Thomas Engel. Nicht zu lang nach der Trocknung des Lacks die Oberflächen mit einem scharf gefeilten Stück Messingblech abziehen - das klappt besser und sieht besser aus als das Abschleifen oder Abziehen mit dem Dreikantschaber (es sei denn, dessen Schneiden sind völlig glatt, und das sind sie zumindest bei mir nur selten, trotz häufigem Abziehen).



Das große Loch für die Kabel der Glühlampe liegt nun - nahezu unsichtbar - hinter dem Schild. Das ist jedoch ein anderes Thema, das ich hier auch noch besprechen werde. Für heute langt es mit einem Bild des einen Speiseventils. Natürlich sind mir bums beide Sechskant-Verschluss-Schrauben für oben weg geklingelt Traurig . Ich habe sie also unverzagt von Hand neu gebaut. Wer möchte, kann sich am 3. Mai 2009 im Frankfurter Feldbahn-Museum davon überzeugen, dass das gut geklappt hat Grins . Nicht so gut geklappt hat der Guss der unteren Überwurf-Muttern. Da war ich beim Urmodell wohl zu mutig, an einer Seite hat es sie "ausgefressen". Wird die jedoch nach innen eingelötet, fällt es nicht auf.



Beste Grüße,
Thomas Z. - 13.03.09 17:04
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,
deine Lok sieht ganz hervorragend aus Respekt Respekt .
Tschüss
Lachend Thomas
Max 25 Kmh - 14.03.09 10:57
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Langer,

seit langem schau ich malwieder rein, der andere Thomas hat mich auf Deinen Fund aufmerksam gemacht: wirklich grandios! Natürlich MUßT Du eine Expedition unternehmen!

Und dann die Laterne. Die Schiede Lampen wirken z.B. an der WN 1 oder 11 sehr filigran, aber in der Umgebung Deiner Werke ist das umgekehrt! Der Lokschildhalter begeistert mich. Wenn Du, der Du alles schon in H0, rückwärts und auf Stöckelschuhen gebaut hast, schon sagst, das war kompliziert..... Das prinzip funktionaler Türen und -Verschlüsse durchzuhalten unterstütze ich jedenfalls voll und ganz.

Respektvolle Grüße vom

Max 25 Kmh.
theylmdl - 16.03.09 23:00
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@ Max 25 km/h: Danke für das erneute Lob. Es ist eine Hilfe, wenn man wie ich solche Details schon einmal kleiner oder überhaupt gebaut hat. In 1:22,5 gibt es neue Herausforderungen, vor allem die große Masse der Teile und überhaupt deren Größe. Ich bin jedenfalls froh, dass ich hier keine 0,2 mm-Bohrungen mehr machen muss wie bei den N- und Z-Urmodellen Grins . Bei den Scharnieren gebe ich Dir Recht, das geht in 1:22,5 noch ziemlich gut.

@ ISDN-Nutzer: Bitte duckt Euch 'mal wieder Traurig .

Zunächst ein kleiner Exkurs zu der Schwesterlok. Frank Niepelt hat sich freundlicher Weise bei mir gemeldet und 6 MegaPixel-Bilder des bekannten Fotos und des Fabrikschilds angeboten. Eine freundliche Mitarbeiterin des Museums in Ponferrada hat sich per Mail gemeldet. Die Mail ist in der von ihr bevorzugten Sprache verfasst Winke . Sie hat angeboten, selbst die gewünschten Bilder aufzunehmen. Ich habe also mein kümmerliches Spanisch zusammen gekratzt (lesen ist deutlich leichter für mich als schreiben oder sprechen), ein Wörterbuch gewetzt und ihr geantwortet. Es klemmt vor allem an Bildern der Führerstandseinrichtung und der Rückseite der Lok.

Hier zunächst einmal mit freundlicher Genehmigung das auf der Museums-Website veröffentlichte Foto der PV 22.


Foto: Museo del Ferrocarril, Ponferrada, León, España (Spanien).

Die Kohlenkasten-Verlängerungen sind wie der vordere Vorbau angeflickt. Wegen der Verlängerungen musste der Wassereinfüllstutzen umgesetzt werden. Die Rauchkammer ist vielleicht auch nicht original. Der Dampfdommantel entspricht noch der ursprünglichen Ausführung der 99 021 vor dem Umbau, die Bremse wurde (teilweise) geändert. Auf dem Bild von Frank Niepelt sind die nachträglich angebrachten Verschlussdeckel für die ehemaligen Eintritte der Speisewasserleitungen zu erkennen. Da bin ich nun aber doch froh, dass ich die Urmodelle für den "Christbaum" und die Dampfstrahlpumpen noch nicht gebaut habe Grins .

Trotz einer bösen Grippe und Erkältung konnte ich hier und da ein Stündchen basteln. Jetzt zahlt sich die gute Planung aus, denn die Arbeiten gehen ohne großen Aufwand von der Hand. Ich poste ein paar Fotos, sonst wird das arg viel auf einmal.

Federpakete und Zylinderentwässerung (Teil 1)

Montage der aus 0,4 mm-Messingblech geätzten Blattfedern und Bünde. Die Halter der Federn sind aus Messingguss und die Aufspannbolzen aus Neusilber gegossen (Schaft 0,8 mm). Links die noch losen Federblätter der Lokführerseite, rechts im Bild ein fertig montiertes Paket. Die "Wippen" unter den Aufspannmuttern sind aus 2 mm-Rohrhälften. Bei den Bolzen habe ich je Grundplatte vier Stück von der selben Stelle der Gussteile abgetrennt, dadurch sind je vier völlig gleich. Der geätzte und abgewinkelte Bund sitzt mächtig stramm. Eine Zange hat bei der Montage geholfen.



Im nächsten Bild der Lagerbock für die Umlenkwelle der Zylinderentwässerung und das fertig montierte Federpaket der Heizerseite der 99 021. Rechts (leider unscharf) der eine innere Lagerbock für die Hülse der Umsteuerungswelle. Es kann sein, dass die Lok diesen inneren Bock nur auf der Lokführerseite hatte. Ich brauche ihn aber auch links - aus Trennebenen-Gründen. In der Galerie der 99 021 findet sich noch ein Foto aus einer anderen Perspektive. Der Bock ist wieder ein schönes Beispiel dafür, was sich aus Ätzblechen und Draht für plastische Teile bauen lassen.



Allmählich "füllt" sich die kleine Lok mit Details. Die Kratzer am Schlot sind nicht so schlimm, wie sie hier wirken. Hier eine Gesamtansicht von der Seite.



Die Stellstange vom Führerhaus und die zum Umlenkhebel unten am Zylinder (vergleiche Alfreds Regelspur-T3) sind auf dem folgenden Bild provisorisch mit 0,5 mm-Drahtstückchen angebracht. Es ist immer wieder erstaunlich, wie stabil Neusilber-Teile im Vergleich zu Messing sind. Achtung: Die Lagerböcke für die Federpakete hatten im Original wahrscheinlich nur zwei statt vier Aufspannschrauben.



Die gegossenen Stutzen für die Sandfallrohre haben leider auch nicht ganz die rechte Form, wie ich aber erst seit ein paar Tagen weiß. Ich habe sie mit Sekundenkleber angebracht.



Der rechteckige Deckel des Doms müsste rund und ganz abnehmbar sein. Ich habe beschlossen, das nicht mehr zu ändern.

Die Umsteuerwelle habe ich auch schon eingebaut, samt dem langen, senkrechten Hebel für die Stellstange vom Bock im Führerhaus. Die 1,5 mm starke Welle habe ich vor dem Einbau vernickelt, sie soll später Stahl-farben bleiben. Der Hebel besteht aus tief geätzten 0,5 mm-Halbschalen. An den Lötstellen habe ich das erstaunlich harte Nickel abgefeilt. Wichtig: Diese Welle muss beweglich bleiben.



Das Galvanisieren dauert erschreckend lang. Mit dem Stängelchen waren Chiara und ich gut und gerne eine Viertelstunde beschäftigt. Die Farbe bekommt Ihr noch zu sehen. Es sieht einfach klasse aus - original wie öliger Stahl.

Matt-glänzende Grüße, hust und hatschi -
Regelspur - 17.03.09 12:18
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

theylmdl hat folgendes geschrieben::
Da bin ich nun aber doch froh, dass ich die Urmodelle für den "Christbaum" und die Dampfstrahlpumpen noch nicht gebaut habe Grins .


Winke da bin ich aber mal gespannt, was für eine Bauart von Dampfstrahlpumpen die Lok hat und mit welchen Ventilen sie angesteuert wird.

Gruß Alfred
theylmdl - 17.03.09 15:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Alfred!

Dem Himmel sei Dank, dass ich auf die zweite Lok gestossen bin. Ich war der Meinung, dass die Mimik etwa so aussehen muss wie bei der Decauville (Lok Nr. 7) des Frankfurter Feldbahn-Museums (Bild Heizerseite - Bild Lokführerseite).

Das wäre jedoch ein bitterböser Fehler gewesen. Victoria Merayo García vom Museo del Ferrocarril in Ponferrada hat meine spanischen Ergüsse anscheinend prima verstanden und hat mir 15 Bilder in hoher Auflösung und hervorragender Qualität gemacht und geschickt - dafür muchas, muchas gracias! Wenn das 'mal kein prompter Service ist. Darunter sind auch Aufnahmen von der Seite, von vorne, von hinten (sogar fast gerade!) oder von der Wurfhebelbremse.

Hier ein extrem verkleinertes Beispielfoto:


Bild: Victoria Merayo García.

Gut zu sehen: Die Injektoren lagen doch nicht oben, sondern rechts und links vor den Führerstandstüren. Meinen putzigen Wasserstand kann ich in die Tonne kloppen (keine Panik, das werde ich nicht!). Hmhmm - wo waren bei der 99 021 die mindestens drei Fettpressen angebracht...? Einen neuen Feuerbüchsen-Mantel werde ich wohl auch ätzen lassen müssen, und auch gleich die Kohlenschütte links und die Ablage rechts Traurig . Schade, dass bei der Lok schon alle Leitungen abgeschnitten sind.

Und hier die traurigen Reste vom "Christbaum" der PV 22.


Bild: Victoria Merayo García.

Die Deckel, wo früher die Kesselspeiseleitungen durch liefen, sind hier von innen zu sehen. Die Sanderstange ist abgefallen, der Stellhebel am Sanddom fehlt unterdes ebenso wie bei meinem Modell Grins .

Falls jemand zufällig eine Zeichnung oder ein Foto so einer Anordnung im vollständigen Zustand hat, wäre ich nicht böse für eine Kopie Winke .

Beste Grüße,
theylmdl - 18.03.09 13:18
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen!

Mir sind da unterdes ein paar Bedenken gekommen, ob die Injektoren tatsächlich die originalen waren. Hier ein Bild des derzeit eingebauten auf der Heizerseite:


Bild: Victoria Merayo García.

Hier meine Gründe:

Nehmen wir 'mal an, dass die Hauptarmatur noch original ist. Dafür sprechen der einfache Pfeifenausgang oben und dass die seitlichen Flansche genau auf gleicher Höhe wie die Durchbrüche an der Führerhaus-Vorderwand liegen. Dann hätten meiner Meinung die Pumpen rechts und links an den Flanschen angebracht sein müssen.

Kann vielleicht einer der Vorbild-Kenner etwas zu meinen Vermutungen sagen? Leo war schon so nett gewesen und hat mir eine Sammlung diverser ähnlicher Konstruktionen zugeschickt (als Bilder Grins ).

Dann noch eine Frage. Auf dem zweiten Bild im letzten Posting ist rechts oberhalb des Sanderhebels ein Halter zu erkennen, der mit vier Schrauben an der Wand befestigt ist und vorne eine runde Hülse hat. Das Teil hatte die 99 021 auch. Wofür ist das gut gewesen?

Beste Grüße,
Volkmar - 18.03.09 14:37
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo,

was folgt sind alles Vermutungen und privatdetektivliche Schlussfolgerungen :

- Die Injektoren sind viel zu gross für Originalteile.

- Der Einbaustandort vor der Kohlenklappe ist absurd und für Streckenfahrten ungeeignet. Da die 22 bei der PV nur im Bw und im Bahnhof rangierte, spielte das wohl keine Rolle, es wurde wahrscheinlich gar keine Kohle gebunkert oder Eimerweise im Führerhaus.

- Ich würde beim Halter auf einen Lampenhalter tippen.
(falsch, Manometer wie in nachfolgendnen Antworten ist wohl richtig, Lampe würde kein Licht auf das Schauglas werfen)

Gruss Volkmar
edit : Kommentar zu Halter
theylmdl - 18.03.09 15:00
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Volkmar!

Deine Ausführungen zur Lage der Pumpen klingen vernünftig, ich sehe das ähnlich. Bei der Größe hätte ich keinen Kummer, es könnten zugekaufte Teile gewesen sein.

Zitat:
Ich würde beim Halter auf einen Lampenhalter tippen.

Ich habe schon überlegt, ob daran vielleicht das Manometer befestigt war (verschraubt). Für die Führerstandsfunzel gab es anscheinend unter dem Dach eine Anbringung an einer der Querspanten, jedenfalls hängt da noch irgendwelcher Krempel bei der PV 22.

Besten Dank für den detektivischen Beitrag -
Regelspur - 18.03.09 15:01
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

theylmdl hat folgendes geschrieben::
Dann noch eine Frage. Auf dem zweiten Bild im letzten Posting ist rechts oberhalb des Sanderhebels ein Halter zu erkennen, der mit vier Schrauben an der Wand befestigt ist und vorne eine runde Hülse hat. Das Teil hatte die 99 021 auch. Wofür ist das gut gewesen?


Winke vielleicht der Halter für den Dampfdruck-Manometer? Irgendwo muss er ja auch befestigt gewesen sein.

Bei der sächsischen IV K ist auch so ein Halter an der Vorderwand. Das Bild (Stehkessel) ist nicht so gut aber es könnte dort ein Manometer-Halter sein.

http://www.saechsische-schmalspurfahrzeuge.de/loks/ivk/technik/ivktech.htm

Gruß Alfred
Szole - 18.03.09 18:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hey Thomas

Ich sag einfach mal was Ich dazu denke.

Der Halter ist garantirt für das Manometer. Es sizt in der Regel so das Es sowohl von Heizer als auch von Lokfüher gut eingesehen werden kann, und das ist halt vorne mittig auf Augenhöhe. Eine Lampe würde meiner Meinung nach in dieser Höhe nur blenden, wenn man sie abdunkelt ist der Leuchteffeckt noch geringer als er schon von Haus aus ist Razz

Die Injektoren sind sicherlich irgendwann mal verlegt worden. Die Dinger arbeiten im Prinziep ja so das sie über teilkondesirenden Dampf ein Vakuom aufbauen (deswegen funktioniren die auch nicht wenn Sie oder das Wasser zu warm sind) und damit erstmal das Wasser aus dem Tank bis hoch zur Pumpe ziehen, um es von dort in den Kessel zu drücken. Dieses Saugen ist so eine Sache die von Lok zu Lok (und auch von Pumpe zu Pumpe) dramatisch wariren kann. Die eine Saugt wie der Teufel, vor der anderen Kapitulirt man irgendwann.
Aufjeden Fall kann man das umgehen indem man die Pupmen vertikal "dicht" an's Wasser sezt (bei einem Rahmentank also auf den Führerhausboden oder, noch besser, unter Selbigen. Dann müssen die Pumpen nur noch sehr wenig bzw. garnicht mehr saugen, da das Wasser von alleien reinläuft. Danach kann man nicht mehr ganz viel falsch machen Winke .

Hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen...

Ich bewunder dein Projekt überigens sehr! Das ist der Absolute WAHNSINN. Ich hätt nicht mal daran gedacht so fitzellige Teile wie die Falle der Tür nachzubilden und du baust die einfach.... Geschockt

Schöne Grüße Aus dem BW Mühlenstroth i.W.

Ole
theylmdl - 20.03.09 14:53
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@ Ole: Vielen Dank für Deine netten Worte und die Hinweise. Ich habe mir den Halter nochmal ganz groß angesehen. Das mit dem Manometer wird ziemlich sicher stimmen. Ich kehre erst einmal bei der Planung zu der Ausführung mit oben liegenden Injektoren zurück, bis ich eines besseren belehrt werde Grins .

Modellbahn basteln soll Spaß machen. Daher habe ich mir einen kleinen Ausflug gegönnt, statt an blöden Stellen weiter zu werkeln. Leider sind die folgenden Bilder wegen des Detailreichtums relativ "teuer". Darum füge ich hier teils Vorschaubilder mit Links auf die größeren Galeriebilder ein.

Steuerung links, Teil 2

Nach der Anbringung der Umsteuerwellen mit dem Haupthebel habe ich den Hebel mit einem Draht fixiert, den ich auf den Deckel des Rahmens aufgelötet habe. So konnte ich die montierte Wippe für die drei Hängeeisen der Steuerung auf der Heizerseite bequem ausrichten. Das geschah hier auf dem Blatt einer Fühlerlehre.


Link: größeres Bild.

Diese Wippe muss aus Demontagegründen abnehmbar bleiben und soll daher mit einem Splint gesichert werden.

Nachdem die Splintbohrung "saß" und der provisorische Splint aus 0,5 mm-Messingdraht ebenfalls, habe ich mich mit dem Bau der Exzenterscheiben und Exzenterstangen der Allan-Steuerung froh gemacht. Wie bei den Treib- und Kuppelstangen und der Kulisse kam die bewährte Sandwich-Technik zum Einsatz, hier schichtweise verlötete Neusilber-Ätzteile.



Der Einklinker oben rechts im Bild zeigt sehr schön die Absätze an Scheibe und Kurbel.

Das mit den Exzentern ist so eine Sache. Denn ob sie leicht laufen, lässt sich erst ermitteln, wenn die Kurbel auf dem Kurbelzapfen des Rads sitzt und alles andere schön gerade ist. So weit bin ich jedoch noch nicht.

Zunächst habe ich die Schieberschubstange mit dem Gelenk zu Schieberstange versehen. Die zusätzliche kleine Muffe vorne sorgt zwar für mehr Stabilität, war aber keine gute Idee: Jetzt hat die Stange zu wenig Luft Traurig .


Link: größeres Bild.

Auf dem Bild zu erkennen: die provisorisch eingesetzten Hängeeisen und der provisorische Splintstift für die Wippe. Der Halter für die Gleitbahnen der Schieberschubstange ist angebracht, aber noch nicht vollständig. Die Gleitbahnen selbst werden später aufgeklebt.

Für die folgenden Bilder habe die fast komplette Steuerung provisorisch angebracht, was ein übles Geduldsspiel war. Mit den Aussehen bin ich jedenfalls schon mal sehr zufrieden.


Link: größeres Bild.



Die Lagerpunkte habe ich (bisher) nahezu spielfrei ausgeführt. Leider hat die Gesamtkonstruktion dadurch noch einen Knick in der Längsachse. Die Exzenterkurbel hat einen leichten Drall nach außen hin. Das lässt sich sicher beheben, wenn die Lager endgültig montiert werden. Hier ein Bild aus der Perspektive eines Lokführers auf dem Nachbargleis, leider mit verrutschten Hängeeisen.


Link: größeres Bild.

Den kleinen Schmiertopf auf der oberen Kreuzkopf-Gleitbahn habe ich erst auf den Bildern aus Ponferrada entdeckt. Die 99 021 hatte den auch. Die zusätzlichen Halter für die äußeren Lager der Umsteuerwelle fehlen noch, ebenso zwei weitere Schmiergefäße (am Eingang der Schieberstangenhülse und auf dem Gleitbahnhalter für die Schieberschubstange).


Link: größeres Bild.

Beste Grüße,
Thomas Engel - 20.03.09 20:16
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::


Winke Hallo Thomas,

das Ergebnis ist Hervorragend - man kann gar nicht ermessen, wieviel Arbeit
insgesamt in diesem Modell-Lökchen steckt. Mit den Ergänzungen durch die
Bilder aus Spanien wird es zum Super-Spitzenmodell, wenn Du so weiter machst.

meint

Brennender Teufel Thomas
master of OM - 21.03.09 15:01
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

mir fehlen die Worte Ausruf Deine Arbeit ist "einfach" Modellbau vom Feinsten!

Die Berichte über den Baufortschritt an Deinem Modell faszinieren immer wieder
auf`s neue, und die eingestellten Bilder zeigen eindrucksvoll welche
Möglichkeiten Selbstbau in großen Spurweiten bietet.

Freue mich schon auf neue Bilder Winke

Schöne Grüße, Gerhard
theylmdl - 23.03.09 01:02
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen!

@ Thomas und Gerhard: Danke für Eure freundlichen Kommentare!

Ihr werdet es mir sicher nachsehen, wenn ich bei der immerhin zwei Jahre dauernden Planung meiner kleinen Lok hier und da einen Denkfehler gemacht habe. So einer und die Abhilfe wird in diesem Kapitel beschrieben:

Steuerung links, Teil 3

Erst vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass die äußeren Lagerhülsen der Umsteuerungswelle ein besonderes Problem darstellen. Denn der obere "Deckel" des Rahmens bzw. Wassertanks muss beim Modell abnehmbar bleiben. Die Halter für die Hülsen sind jedoch an den Rahmenwangen angebracht. Hier seht Ihr so ein Teil.



Die Lösung für das Problemchen erforderte einiges Grübeln. Die Hülse aus 2 mm-Rohr sollte mit der Welle verbunden bleiben, nicht jedoch mit dem Halter verbunden sein. Und im Betrieb darf sie sich nicht bewegen. Die Halter musste ich von Hand anfertigen, da nach den Fotos aus Ponferrada klar war, dass meine ursprüngliche Annahme zu deren Form nicht stimmte.

So habe ich den kleinen Konflikt behoben:



Das Geheimnis der Trennebene: zwei Schlitze - einer quer und einer längs - in der Lagerhülse der Umsteuerungswelle. So bleibt sie hübsch gerade und ist doch lose. Durch das etwas überbelichtete Bild ist das leider nur schlecht zu erkennen. Da das ein blöder Job ist, habe ich ihn gleich für beide Seiten erledigt und die wertvollen Hülsen mit einem dünnen, auf die Welle aufgelöteten Ring gegen Verlust gesichert. Auf dem letzten Bild seht Ihr auch die Bohrung für den Splint der Wippe der Hängeeisen der Allan-Steuerung.

Pufferexperimente

Dieser dämliche Puffer treibt mich noch in den Wahnsinn Traurig . Wie nicht anders erwartet, passte der nachträglich angefertigte Kern für die Gussform nicht so extraprima. Auf dem folgenden Bild ist im Hintergrund am Rohling zu erkennen, woran es krankt: am Übergang zur Mittelstrebe.



Umso erfreuter war ich über den Pufferteller. Kurz am Schaft in die Kleinbohrmaschine eingespannt, Schleifpapier dran gehalten und schwupps! - glatter als ein Kinderpopo. Das auf der Probemontage rechts im Bild ist kein Dreh-, sondern ein Neusilber-Gussteil.

Mit der Hülse sind weder der Gießer noch ich so richtig glücklich. Der eine Aufspannschaft ist mir beim Frickeln abgebrochen, was weniger schlimm ist. Aber die Nacharbeit an der Mittelstrebe und die Justierung haben doch ein wenig Zeit verschlungen.



Auf dem letzten Bild könnte Ihr die Gussnaht am Rand des Puffertellers erkennen. Wer damit nicht leben kann, sollte besser keine Modelle bauen Grins . Der Anguss ist so dünn (siehe Bild davor), dass ich ihn buchstäblich mit blossen Fingern abgezupft habe.

Bei der Probemontage ging es dann leider gleich kummervoll weiter. Die geplante Topffeder war zwar hübsch massstäblich, und im zweiten Anlauf klappte auf das Wickeln auch gut. Das 0,1 mm dünne Neusilber ist jedoch definitiv trotz Vordehnung zu weich. Es ist optimal für das Ausfedern (beim Anziehen angehängter Wagen). Aber bei Belastung auf Druck ist es zu schwach. Auf dem Bild ist der erste (missratene) Wickelversuch für die Feder zu sehen.



Darum habe ich für die Belastung auf Druck die gezeigte Feder aus Stahldraht eingebaut. 0,5 mm war zu hart, Messing zu wenig elastisch. Abhilfe schaffte der Rest einer A-Gitarrensaite aus einem 0,10"-Set, bei der die Wicklung abgedrillt wurde. Dieser Stahl stellte sich als optimal heraus, darf aber wegen der Rostgefahr keinesfalls brüniert werden.

Auch bei der geplanten Montage der Balancierhebel nach dem Auflöten des Pufferkorbs habe ich mich verhauen. Ein dämliches Zehntel Millimeter fehlte, um den unteren Teil durch den Pufferkorb zu fädeln Traurig . Abhilfe schaffte erst zartfühlendes Biegen des Gussteils.

Nach einigen Nerven-aufreibenden Versuchen sah ich dann aber doch den Puffer an der hier nur lose aufgesteckten Bohle vorne etwa so, wie ich ihn mir denke (noch ohne Kupplung).



Die Balancierhebel sind nur zusammen gesteckt und werden es auch bleiben. Gelötet werden muss da nichts, es sitzt alles auf Passung. Der provisorisch aufgelegte Deckel des Rahmens sitzt im Bild leider nicht richtig Winke . Die Teile musste ich vorab schwärzen, da sie wie der Schildhalter zu denen gehören, wo der Farbnebel nicht greift oder die Farbe abrieb-gefährdet ist. Die Funktion ist nun jedenfalls genau so, wie ich sie mir wünsche: weich ausfedern (was den Kupplungsvorgang erleichtert), hart einfedern (so gibt es vielleicht ein kleine Chance gegen solche Drachen wie fidos Ts 5, Stoffels "welche-von-beiden-ist-es-doch gleich" oder einen unerwarteten Prellbock).

Beste Grüße,
theylmdl - 23.03.09 23:17
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Heute gibt's nur eine Mini-Aktualisierung. Ich habe einer der neuen Kupplungen aus Neusilber für außen liegende Balancierhebel angebracht.



Abweichend vom Original mit Spannschlössern statt Spindeln und dem Haken in Fahrtrichtung vorne links habe ich beschlossen, eine konventionelle Kupplung anzubauen, mit dem Haken rechts wie zum Beispiel bei Fahrzeugen aus dem Harz oder bei der RhB. Es könnte ja sein, dass wir einmal zusammen Spielspaß haben wollen, und da möchte ich nicht unverkuppelt bleiben Grins .

Beste Grüße,
theylmdl - 27.03.09 23:55
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Die jüngste abgearbeitete Aufgabe ist

Der obere Teil des Antriebsblocks

Los ging's mit einer Aussparung im Antriebsblock und der rechten Rahmenwange für eine zweipolige Buchse. Wer hat mir bloß den Floh in's Ohr gesetzt, die Lok auch RC-tauglich zu machen...? Ach so, das war ja ich Grins . Die eingeklebte Buchse dient dazu, die zwei antiparallel geschalteten Diodenpaare vor dem Motor zu überbrücken, wenn nur (eher bescheidene) 14,4 Volt Spannung aus den Akkus zur Verfügung stehen. Ich habe mir eine Sorte mit gedrehten und vergoldeten Kontakte im Rastermaß 2,5 mm ausgeguckt.



Ursprünglich hatte ich mit einem gut kaschierten Schiebeschalter geliebäugelt, aber der hätte den Aufwand arg vergrößert und mehr Platz gebraucht.

Im folgenden Bild seht Ihr (ohne Rahmenwangen) die "offene" Steckbrücke, also die, die normaler Weise die Buchse tarnt und die Dioden nicht überbrückt. Die Dioden habe ich großzügig auf einer Möchtegern-SMD-Platine verteilt, in die ich die Leiterbahn-Unterbrechungen eingraviert habe. Es sind 1N400x-Typen, die bei maximal 250 mA Strom wahrscheinlich nicht abfackeln werden, aber wer weiß. Sicherheitshalber werde ich da später noch ein Alublech mit Wärmeleitpaste aufkleben.


Link: größeres Bild.

Das nächste Bild zeigt die Geschichte mehr von oben. Hinten der Lötstützpunkt für die nicht unterbrochene Leitung zum Motor, vorne der Stecker für Max' Garten Winke . Die Platine habe ich auf ein Stück 1 mm-Polystyrol aufgeklebt. Ich kann Euch flüstern, dass es nicht ganz trivial war, die Litzen in den schon vorhandenen Kabelkanal nach vorne und hinten einzufädeln. Hinten seht Ihr die zwei sehr schrägen Einlauf-Bohrungen. Damit ich später nicht Fisch und Fleisch verwechsle, habe ich rot isolierte Litze für den Pluspol des Motors und schwarze für den Minuspol benutzt.


Link: größeres Bild.

Selbstverständlich habe ich die Schaltung getestet. Wie erwartet läuft der Motor bei überbrückten Dioden mit einer 1,5 Volt-Batterie an und bei nicht überbrückten Dioden erst mit zwei solchen Batterien in Serie (3 Volt). Zur Erinnerung: Der Spannungsabfall von etwa 1,2 Volt sorgt für eine bessere Abstimmung des Fahrverhaltens im Digital- und Analog-Betrieb.

Das obere Ballastgewicht des Antriebsblocks

Nachdem der Guss des Gewichtchens für den Sanddom so nett in einer Aluform geklappt hatte, habe ich das Experiment gleich mit dem oberen Ballast für den Antriebsblock wiederholt. Auch das klappte auf Anhieb sehr gut <freu>, obwohl die Dengelei leider etwas zu schmal ausfiel. Auf dem folgenden Bild verdeckt einer der Gussrohlinge listig noch einen Fortschritt Winke . Ich habe das Teil am Stück gegossen, um mir den Bau von zwei Formen zu sparen (wo es doch ein Sägeschnitt tut).


Link: größeres Bild.

Die letzte gezeigte Neuerung für heute sind die Gegenkniee für die Wassereinfüllstutzen. Bis die halbwegs sauber da saßen, wo sie hin sollen, musste vorsichtig und nach und nach gefeilt und geschliffen werden. Bei der Anfertigung der Aussparungen im hinteren Ballastteil hatte ich nicht so ein glückliches Augenmaß. Zum Glück ist dieser Murks später nicht mehr zu sehen Grins .



Links im Bild - vorne bei der Lok - erkennt Ihr das rote Kabel, über das später der Motor-Unterbrechungsschalter verbunden wird. Die mit Schrumpfschlauch markierte Stelle kennzeichnet die Anschlusslage des Schalters. Tipp: Lasst solche Litzen stets weit länger stehen, als sie später gebraucht werden. Sonst steht Ihr bei einem Kabel- oder Lötstellenbruch dumm da.

Nachdem die Gewichte aufgeklebt waren, habe ich die Rahmendeckplatte und den Kessel im aktuellen Bauzustand auf das Fahrwerk gestülpt und den bisher gebauten Krempel auf die Waage gestellt. Das Ergebnis: beruhigende 1.250 Gramm ohne Kesselballast, wovon der Löwenanteil auf das Fahrwerk entfällt (tiefer Schwerpunkt) .

Als Wort zum Sonntag ein herzliches Dankeschön an die vielen treuen Leser dieses Threads und hilfsbereiten Buntbahner. Vorhin wurden die 100.000 Aufrufe erreicht <staun>.

Beste Grüße,
Kolbenfresser - 28.03.09 11:47
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas



Meinen Glückwunsch zu deinem Jubiläum! Respekt


Eine solche Platzverschwendung bin ich von dir gar nich gewohnt Razz Razz
Ausgerechnet der Elektronikteil nimmt soooo viel Platz in Anspruch. Winke

Wenn es so weiter geht wird sie ja bis zum FFM funktionsfähig sein, weiterhin viel Erfolg.


Gruß

Roland
Helmut Schmidt - 28.03.09 12:13
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Als Wort zum Sonntag ein herzliches Dankeschön an die vielen treuen Leser dieses Threads und hilfsbereiten Buntbahner. Vorhin wurden die 100.000 Aufrufe erreicht <staun>.

Beste Grüße,

Glück Auf Thomas,
auch von mir einen herzlichen Glückwunsch zu dem 100.000.
Ich bin ja auch immer wieder gern mit Klicks auf deine Beiträge beteiligt.

Mit SMD Bauteilen hättest du sicherlich noch etwas Platz, für einige zusätzliche Gramm Gewicht erhalten können.
theylmdl - 28.03.09 13:37
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Roland hat folgendes geschrieben::
Eine solche Platzverschwendung bin ich von dir gar nich gewohnt Razz Razz
Ausgerechnet der Elektronikteil nimmt soooo viel Platz in Anspruch. Winke

In die Lok kommt noch etliche andere Elektronik 'rein (GoldCaps, Festspannungsregler, und natürliche konventionelle Elektrik - Schalter, Stecker und Buchsen). In diesem Fall ist die "große" Aussparung von 20 × 30 × 9 mm kein Verlust. Ich werde ohnehin Probleme haben, das Gewicht halbwegs gleichmäßig auf beide Achsen zu verteilen. Derzeit habe ich vorne etwas zu viel.

Versuche haben ergeben, dass das Gewicht bei etwas über 1,5 kg optimal ist. Damit zieht die 99 021 gute 3 kg Anhängelast im R1 über eine 3%-Steigung (!). Bei weniger als 1,5 kg drehen die Räder beim Anfahren in der Steigung durch.

Alleine mit dem Kesselballast könnte ich noch einmal knapp 400 Gramm 'drauflegen. Damit läge ich ohne Führerhaus, Feuerbüchse, Glocke, Wurfhebelbremse, Leitungen etc. bei rund 1.650 Gramm, mit geschätzt bei etwa 1.900 Gramm. Darum mache ich mir also keine Sorgen.
Für die Tarierung könnte ich auch noch Hohlräume in den Kohlekästen (innen im Führerhaus) benutzen. Spätestens damit wären einiges über zwei Kilogramm machbar - das "schickt" für den Zwerg.

Roland hat folgendes geschrieben::
Wenn es so weiter geht wird sie ja bis zum FFM funktionsfähig sein

Provisorisch fahrfähig ist vielleicht drin Winke .

Beste Grüße und schönes Wochenende -
9960 - 28.03.09 15:22
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

theylmdl hat folgendes geschrieben::

<staun>.


wer solche Beiträge schreibt, muß sich nicht wundern wenn alle Welt deine Beiträge "verschlingt". Auch von meiner Seite einen herzlichen Glückwunsch zu den 100000.

Vielleicht erleben wir ja noch die 1.000.000 Yau

Gruss Waldemar
Homepage http://home.arcor.de/wupperbahn/
fspg2 - 28.03.09 15:46
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Thomas,
Zitat:
<staun>


... fast 100% Vorbild - 22,5% Verkleinerung - 330 Antworten - in den letzten knapp 16 Stunden über 350 Klicks - 1000x try and error - unzählbare Tipps und Tricks - ....

und dann nur "staun"?


Die Schallmauer von 100 000 sollten Dich nicht verwundern, sondern genauso freuu....uuuuen, wie uns oft ungläubigen Betrachter. Also auch von mir meinen herzlichen Glückwunsch Ausruf Sehr glücklich
theylmdl - 30.03.09 02:09
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Vielen Dank für Eure Zustimmung und klar, ich freue mich, dass der Beitrag zu meiner kleinen Lok gut ankommt! Ich hoffe vor allem, dass er möglichst viele Leser dazu ermutigt, es auch einmal zu probieren mit kniffligeren Aufgaben.

Dank einiger Gespräche mit freundlichen und hilfsbereiten Buntbahnern wie zum Beispiel Marco gehe ich nun davon aus, dass die Injektoren doch so ähnlich wie bei der Decauville des FFM angeordnet waren. Im Internet habe ich inzwischen ein sehr hoch aufgelöstes Bild einer solchen Konstruktion gefunden, die werde ich als Basis verwenden.

Viel konnte ich in den letzten Tagen nicht an dem Modell basteln. Der "drohende" Termin im Frankfurter Feldbahn-Museum am Sonntag, dem 3. Mai, spornt jedoch zu erhöhter nächtlicher Bastelaktivität an. Heute dreht es sich um

Glocke und Sicherheitsventile

Das mit der Glocke ist 'mal wieder so eine Sache. Genau genommen hatte das Gussteil im Original unten wohl einen Flansch mit Bohrungen für drei Aufspannbolzen oder -schrauben, davon eine in Längsachse vorne. Diesen Flansch habe ich mir geschenkt. In einiger Zeit werde ich meine Faulheit verfluchen.

Statt dessen habe ich den Aufspannflansch für die Rauchkammer (unten) von Hand geratzt, zwei 0,8 mm-Bolzenimitate eingelötet und dann in eine recht stramme Bohrung den Schaft der Glocke eingelötet. Wie zu lesen war, hatte ich deren Hauptdrehteil durchgehend mit 2 mm Durchmesser aufgebohrt. Daher brauchte es zunächst eine Reduzierhülse von 2 auf 1,5 mm und starke Nerven beim Einlöten der Hülse. Das klappte alles doch recht passabel.



Etwas Vorsicht war hier auch deswegen geboten, weil genau unter der Bohrung das Rohr für die Dampföl-Ausgleichsleitung zum Dampfdom führt. Die muss erstens frei bleiben samt Luft für den Verbindungsschlauch und darf zweitens natürlich nicht beschädigt werden. Meine Sorgen wegen des Stabilit Express an der Dampfdomkrempe in Nähe der Hitze erwiesen sich als unbegründet. Das Zeugs ist nicht zu beeindrucken.

Ursprünglich hatte die Lok Sicherheitsventile ähnlich der Ramsbottom-Bauweise mit einem großen "Widderhorn" für die Federn. Beim ersten Umbau (schätzungsweise 1924 oder 1925) wurden sie bei der 99 021 durch eine äußerlich einfachere Lösung ersetzt. Das muss etwa so ausgesehen haben wie bei der "Spreewald" (99 5633) entsprechend dem derzeitigen Zustand. Auch diese famose Lok hat den kleinen Hahn vor den Ventilen.

Über das richtige Löten wurde schon viel gesprochen und geschrieben, ich zeige hier, wie ich es gemacht habe. Nachdem ich die Ventile mit innen liegenden 1,5 mm-Rohren als Entlüftung und Überlauf für den Ausgleichstank des Dampfdestillats angefertigt hatte (ein Drehteil mit kreuzweisen Schlitzen oben, eines mit Sechskant-Abschluss unten, eine Auflagescheibe), wurden der Deckel des Dampfdoms mit Lötwasser benetzt, die Teile in die angesenkten Bohrungen gesteckt und kleine Lotschnipsel dazu geschoben. Letztere habe ich mit einem Cutter abgetrennt. So sieht's aus, und wie meist war das zu viel Lot Traurig :



Bei so einer Bauweise müsste oben noch ein kleiner Sechskant sein, und aus dem Röhrchen müsste ein Stückchen Stahlstange heraus gucken. Nun ja, ein Modell - vor allem ein funktionales - erfordert eben gewisse Kompromisse Winke . Dafür sieht das Gussteilchen des Hahns nett aus Grins . Der Griff ist hauchdünn und lässt sich noch leicht gerade richten. Bedenkt bitte, dass der Deckel des Dampfdoms nur 0,8 mm stark ist.

Auf dem folgenden Bild hat der "Mundbläser" (mein Uralt-Flammlötgerät) schon seine Wirkung gezeigt (wenig Hitze, langsam erwärmen, bis das Lot gut geflossen ist). An der Glocke seht Ihr die Abdampfleitung, die unten vorbildwidrig durch einen kleinen Halter an der Dampfrohrverkleidung gesichert wird.



Erwähnte ich schon, dass Kleinvieh auch Mist macht...? Nein? Na dann...

Diese Abdampfleitung sieht hübsch anschmiegsam aus. Bis sie das aber war, ging etliche Zeit ins Land. Das ist ein 1,5 mm-Rohr mit etwa 0,3 mm Wandung. Ein 0,8 mm-Draht passt da also bequem hinein. Ein einzelnes Stück Draht wäre aber nicht das Richtige gewesen. Oben brauchte ich ein Stummelchen für die Passung am Flansch der Glocke und unten ein Stück, das das untere Ende frei ließ, aber den Bereich bis zum Kessel stabil hält. Ich bin ganz stolz, dass ich vor bald drei Jahren genau die passende Aussparung im "Kotflügel" des linken Vorderrads vorgesehen habe Grins .

Allmählich sieht das Modell dem Vorbild immer ähnlicher. Daher erlaube ich mir noch einen etwas genaueren Blick auf den aktuellen Zustand.



Beste Grüße,
theylmdl - 31.03.09 22:59
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Nachdem es ab dem 1. April LGB® in Nürnberg auch offiziell nicht mehr geben wird, wende ich mich wie gewünscht dem Eigenbau zu. Eure Sorgen um das Lebendgewicht meiner kleinen Lok haben mich neugierig gemacht. "Grau ist alle Theorie", darum stand zunächst eine kleine Zwischenübung auf der Liste, nämlich

Der Kesselballast

Silikon ist schön - nämlich schön teuer. Alublech ist auch schön. Schön glatt und schön günstig Winke . Daher habe erst ich mein Nupfen-geplagtes Hirn angeworfen und mir dann diese Badewanne gebastelt:



Die langen Streben sind die Handtuchablage, die Seifenschale fehlt noch Winke . So habe ich mir auch gleich das Drechseln eines Urmodells geschenkt. Die Wanne aus 0,5 mm-Blech selbst habe ich kurz und knapp von Hand gebogen. Die Stirnwände aus 1 mm-Blech halten sie relativ hübsch in Form.

Nach dem Auftrag des Trennmittels habe ich die noch vorhandene Menge Bleilegierung geschmolzen und die Wanne damit gefüllt, was genau ausreichte (glücklicher Zufall das Winke ). Kurz nach dem Guss konnte ich kleine Zunderreste an der Oberfläche mit einem Zahnstocher "abschaben", sprich, zum Rand der Wanne und darüber hinaus schieben.

Es dauert mächtig lange, ehe so ein Brocken ausgekühlt ist. Bei 76 mm Länge und etwa 35 mm Durchmesser ergeben sich rund 37 cm³ Volumen für den halben Zylinder. Theoretisch reicht das für 390 Gramm. Unten - wo es wichtiger ist - sah die Oberfläche recht gut aus.



Oben ist sie leider etwas eingefallen, was bei so massiven Teilen beim Abkühlen typisch ist. Ein Bild schenke ich mir, denkt Euch die Oberfläche des Monds dazu.

Die Waage verriet mir hocherfreuliche 398 Gramm. Das liegt daran, dass der Guss ein paar Zehntel Millimeter zu hoch geworden ist. Ein bisschen 'was davon werde ich vielleicht noch opfern müssen, da auf dem Ballast die Gold Caps und der Festspannungsregler befestigt werden sollen (und noch eine kleine Schaltung, wenn's geht).

Spannender war die Frage, ob der Ballast denn überhaupt in den Kessel passt. Das tut er - und wie auch gleich!



Mit Glocke und vorderer Laterne bringt die kleine Lok jetzt 1.715 Gramm auf die Waage, also schon mehr, als ich mindestens brauche, und etwa so viel wie manche "Stainz" von LGB® (die liegen so zwischen 1,7 und 2,0 kg). Zum Vergleich: Meine alte Plastik-99 021 wiegt 2.070 Gramm und hat eine sehr respektable Zugkraft, was vor allem der Dreipunktlagerung zu verdanken ist.

Für ein zweites Ballastgewicht bin ich auf eine freundliche Spende ausgewichen, nämlich auf einen vorhandenen Überschuss von Silvester-Bleigiess-Sets. Die Dinger habe ich bis auf zwei geplündert. Leider fehlten dann noch etwa 90 Gramm, also habe ich ein wenig 4072-Material von Tim Dicke dazu geschmuggelt. Da ich keine Ahnung habe, was für eine Legierung das Silvesterblei hatte, war ich auf das Gewichtsergebnis gespannt. Durch die Beimengung des üblichen Weissmetalls kamen "nur" 360 Gramm dabei heraus, was sich aber an anderer Stelle noch leicht ausgleichen lässt. Außerdem hat der zweite Guss annähernd die richtige Höhe und eine schönere Oberfläche oben (die Rundung aus der Aluform nimmt sich nichts, da sehen beide Gewichte okay aus).

Ich möchte das Kesselgewicht nach hinten herausziehbar lassen. Das hat den Vorteil, dass damit auch die darauf verbaute Elektronik heraus gezogen werden kann und ich die Steckverbindung zur Feuerbüchse (oben) darauf befestigen kann. Im Kessel herum "schlabbern" darf es natürlich nicht. Daher habe ich an später nur sehr schlecht einsehbaren Stellen hinter den Kohlekästen zwei Bohrungen für Schrauben angebracht. Die M2-Gewinde habe ich recht lang in den Ballast geschnitten, weil so feine Gewinde sonst in Blei nicht halten.



Senkkopfschrauben dürfen das nicht sein, weil so viel Blei im Fall eines Unfalls sehr wohl tief geätztes 0,4 mm-Messingblech zerhauen kann.

Wie berechnet und erwartet passen die Gold Caps mit 1 Farad und 2,5 Volt bequem in fünfer-Paketen in die obere Hälfte. Danke nochmal an fido für den sanften Druck, doch noch einmal nach ein wenig Platz zu suchen! So sollen die Elkos angeordnet werden (in zwei Packs hintereinander):



Dann habe ich diese Pakete zusammen gesetzt. Es wurde hier schon oft erwähnt, aber sicher ist sicher: Vor dem Verlöten müssen alle Kondensatoren ganz entladen sein, sonst ist späterer Kummer vorprogrammiert. Das habe ich mit einem Widerstand zwischen den Polen erledigt (hoffentlich Winke ). Spaß beiseite, ich habe natürlich noch ein wenig nachgemessen.

Dieses Zusammenlöten der Gold Caps ist einer der typischen Jobs, die zum Hudeln verleiten. Das ist ja wohl kein Thema, zweimal fünf Kondensatoren verlöten! Denkste. Es ist nicht so trivial. Daher habe ich mir aus Polystyrol-Resten eine durchaus triviale Löthilfe gebastelt, die die Burschen in Reih' und Glied bringt bzw. hält. Hier seht Ihr die Lehre mit vier lose eingelegten EDLC-Kondensatoren (für englisch "Electrochemical Double Layer Capacitor"). So heißen die Kerlchen offiziell, "Gold Cap" oder "UltraCaps" sind Produktnamen. Deutsch habe ich auch im Angebot: Doppelschicht-Kondensatoren.



So ein Kondensator hat 8,3 mm Durchmesser bei 22 mm Länge.

Nach der Lötaktion habe ich die Teile mit einer Trennschicht aus 0,5 mm-Polystyrol miteinander verklebt, um das Paket vorab zu stabilisieren. Im folgenden Bild seht Ihr vorne die offenen Anschlüsse. Leider habe ich nach wie vor in der Dampflok nur sehr wenig Platz. Zwölf GoldCaps (was eigentlich sicherer wäre) kann ich nur sehr schwer unterbringen. Da die Lok kaum auf Veranstaltungen unterwegs sein wird, nehme ich in Kauf, ein sensibles Messgerät mitzuschleppen (statt den Platz zu verschwenden). Ein DCC-Signal über 22 Volt ist dann eben tabu.



Zu meinem Feierabendglück fehlte nur noch ein Bildchen des Pakets am geplanten Anbringungsort. Hier ist es:



Wie Ihr seht, geht es da noch luftig genug zu, um allerlei Kabel vorbei zu führen (was auch nötig sein wird). Vor dem Paket liegt beispielsweise noch eine sechspolige Steckverbindung.

Vorne auf dem Ballast muss noch der letzte meiner Kurzschluss- und Überstrom-festen Motorola-Spannungsregler untergebracht werden. Dreck... wo liegt hier eine Glimmerscheibe herum? Der Ladewiderstand für die Gold Caps wird an anderer Stelle angebracht, wo ich die 5 Watt-Type mit Wärmeleitpaste hübsch kühl halten kann.

Zu der weiteren Elektronik-Schaltung, die noch da vorne hin soll, komme ich in einem anderen Posting. Für heute habe ich genug geschwafelt Winke .

Beste Grüße,
theylmdl - 03.04.09 14:50
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo, Freunde der 99 021!

Heute werde ich Euch eine Elektrik-Kassette ins Ohr schieben Sehr glücklich .

Der Schalter für den Dampfgenerator

Ein "Dampffähnchen" bei elektrisch betriebenen Modellen ist nett, hat aber zwei potenzielle Nachteile. Wie squirrel4711 andernorts angemerkt hat, sollten die "Rauchentwickler" - genau genommen, Destillierer - nur in gut belüfteten Räumen oder besser im Freien verwendet werden. Die verbreiteten Paraffine sollten nicht eingeatmet werden. Zweitens brauchen die Teile mächtig Strom. Der steht eventuell nicht immer zur Verfügung. Daher sollte wie bei unseren anderen Dampfloks der Dampfgenerator auch analog ausschaltbar sein.

Das beste Plätzchen für den Schalter ist bei meiner kleinen Lok die Rauchkammerstütze. Im folgenden Bild seht Ihr den Schiebeschalter am gewünschten Platz.



Die Stütze kann jetzt ohne Schrauben nicht mehr richtig aufliegen, weil die kleine Eigenbau-Federplatte aus Neusilber den Schalter mit sanftem Druck unten hält. Ähem... wie wird der Schalter denn betätigt?

Das funktioniert über den kleinen Knubbel vorne links an der Stirnwand der Kesselstütze. Der ist auf einen listig um den Knebel des Schiebeschalters gebogenen Draht gelötet, der an der Rückwand der Stütze einen ebensolchen Knubbel hat. Durch vor- oder zurückschieben des Drahts (etwa 3,5 mm) wird der Hebel mitgenommen. Vorteil: Der Schalter kann jederzeit nach unten heraus genommen und ersetzt werden.

Festspannungsregler und Ladeschaltung

Den Festspannungsregler (7806, 1 Ampère, 6 Volt, Kurzschluss-fest und mit Thermo-Sicherung) hatte ich schon vorab mit zwei low ESR-Elkos à 10 µF und einer im Grund überflüssigen Beruhigungspille 100 nF bestückt. Danke an kuro für den Tipp mit den Elkos! Ist ja schon etwas her Winke . Den Test mit Rauch und Licht hat der Regler schon bestanden.

Eine Glimmerscheibe habe ich zwar nicht hier gefunden, wohl aber ein defektes PC-Netzteil. Von einem der Monster-Kühlkörper habe ich die Wärmeleitfolie ausgebaut. Darauf wurde dann (beidseitig mit Wärmeleitpaste) der Regler gesetzt und mit Hülse, Beilegscheibe und Schraube gesichert. Bitte beachten: Die Fahne dieser Regler führt Masse! Wärmeleitpaste ist ein blödes Zeugs... Wer sie schon 'mal benutzt hat, weiß, warum. Sie verteilt sich überall und ist nur schwer zu entfernen.



Das Gold Cap-Paket habe ich mit Sekundenkleber befestigt.

Zu meiner großen Freude blieb auf dem Ballast noch genug Platz für die Ladeschaltung. Auf dem folgenden Bild ist die Schaltung zusammen gesetzt. Die Alu-Schelle (mit Wärmeleitpaste) drückt den 5 Watt / 100 Ohm-Widerstand (mit Wärmeleitpaste) auf den Ballast aus Blei. Darüber seht Ihr die Schottky-Diode BYV 2100 und über dem Regler die eigentlich auch redundante Freilaufdiode für den Festspannungsregler. Nach diesen Anbauten brachte die Konstruktion glatte 50 Gramm mehr auf die Waage als zuvor, sodass ich nun bei 1.765 Gramm liege (öh - ich meine die Lok, ich habe noch ein wenig mehr zu bieten Winke ).



Zunächst stand der Test an, ob die ganze Mimik locker in den kleinen Kessel passt. Tut sie - und vorne in der Rauchkammer geht es noch hübsch luftig zu. Die Dellen in der Rauchkammer lassen sich noch leicht richten. In deren Mitte oben seht Ihr das Rohr vom Ausgleichstank für das Dampfdestillat.



Dann wurde das Labornetzgerät gezückt oder eher gehievt (da es schwer ist Winke ). Als erste Testlast diente mir eine der späteren Glühlampen mit 6,3 Volt und etwa 40 mA. Bevor ich das Netzteil angeworfen habe, folgte die obligatorische Sichtprüfung und Durchgangsmessung mit einem simplen Vielfachmessgerät.

Im ersten Test habe ich 6,9 Volt auf den Eingang gelegt. Der Ladestromstoß lag bei etwa 60 mA, nach knapp 10 Sekunden war der Ladestrom auf 10 mA abgesunken. Das brachte natürlich noch keine dolle Nachlaufzeit, etwa 15 Sekunden.

Bei 16,5 Volt war der Einschaltstrom kaum höher und der Hauptteil der Ladung nach knapp 20 Sekunden erledigt. Da brannte die Glühlampe schon ganz nett lang nach, bevor sie merklich dunkler wurde.

Bei genau 20 Volt gab's dann doch 140 mA Einschaltstromstoß. Ihr seht, so etwas kann sich bei mehreren Fahrzeugen summieren. Der Abfall bis auf 10 mA Ladestrom dauerte nun schon knapp 30 Sekunden, wobei die Ladekurve zunächst sehr schnell abfällt. Dafür betrug die Leuchtdauer der Glühlampe fast 60 Sekunden, ehe sie sichtbar dunkler wurde. Zwischen den Tests habe ich die Gold Caps direkt am Paket entladen (also nicht über die Diode).

Mit Sound, Dampfgenerator, Decoder und Motor könnte die Kapazität für zwei bis drei Sekunden Überbrückungszeit reichen, eventuell etwas mehr. Die Praxis wird's zeigen. Den Strombedarf vom Sound habe ich noch nicht gemessen, der Rest ist bekannt. Danach braucht der Motor im Mittel etwa 140 bis 150 mA, der Generator (heiß) 260 mA und eine Stirnlampe 40 mA (dito die eingeschaltete Führerstandsbeleuchtung). Damit liegen wir bei knapp 500 mA. 480 mA ÷ 40 mA der Test-Glühlampe = 12, 60 Sekunden ÷ 12 = 5. Mehr wird's es also auf keinen Fall. Ohne Rauch, weiter ohne Sound, sieht's freundlicher aus: 220 mA ÷ 40 mA = 5,5. 55 Sekunden ÷ 5,5 = 10 Sekunden. Das ist dann allerdings schon sehr lang. Ich vermute, dass die Doppelschicht-Kondensatoren bei höherer Last früher in die Kniee gehen Winke .

Ich habe aber noch etwas auf Lager:

Die "Bremse" für den Dampfgenerator

Echtdampfer und Vorbildfreunde kennen das. Beim Anheizen, Anfahren und in Steigungen qualmt die Dampflok sehr schön (und natürlich bei Kälte oder Tannenzapfen auf dem Rost Grins ), bei normaler Streckenfahrt mit mittlerer Last ist jedoch außer bei Kälte nur wenig zu sehen. Daran erinnerte ich mich kürzlich. Und so fiel mir auf, dass ich genau das bei meiner kleinen Lok nicht steuern kann. Das fand ich weniger schick.

Der glückliche Zufall will es so, dass ich noch einen Funktionsausgang (FA4) an meinem Decoder frei habe. Die Dampfgeneratoren Nr. 5 von Seuthe® und die (fast) Zwillinge von LGB® (die 5 Volt-Version, auch von Seuthe produziert) haben eine Nennspannung von 4,5 bis 6 Volt. Aus Erfahrung weiß ich, dass sich bei 4,5 Volt noch nicht viel regt, der Generator aber nicht kalt wird.

Daher habe ich mir einen Transistor-Schalter mit einem pnp-Transistor BC327/40 (Volt) ersonnen und gebastelt. Der wird als Schalter betrieben und überbrückt (eingeschaltet) zwei dem Generator vorgeschaltete Standarddioden 1N400x. Der Zimo-Decoder MX64H wird so programmiert, dass FA4 im Analog-Betrieb eingeschaltet ist. Zum besseren Verständnis hier der aktualisierte Schaltplan der kleinen Lok.



Die fragliche Schaltung ist ganz rechts unten. Ideal ist das alles nicht, denn die Berechnung des Basis-Widerstands ist wegen der sehr fließenden Spannungen und Ströme kaum vernünftig möglich, selbst wenn der Verstärkungsfaktor des Transistors bei gesättigtem Betrieb bekannt ist. Der Wert müsste irgendwo zwischen 260 Ohm und 1,5 kOhm liegen. Ich habe mich für einen ersten Versuch mit 820 Ohm entschieden, wenn's daneben geht, ist das auch nicht schlimm.

Vorne am Kesselballast ist noch reichlich Platz, vor allem in Längsrichtung. Daher habe ich meinen Printentwurf für die Lochraster-Experimentierplatine auf stehende Bauteile ausgelegt, um Platz zu sparen (@ Roland: diesmal doch - aber SMD gibt's immer noch nicht Winke ). Hier mein grobes Scribble für das eben-nicht PCB (printed board circuit) und die Bestückung. Der Anschluss "RG" steht für "Rauch-Generator", hier dessen Plus-Anschluss (einen Pluspol hat er ja nicht).



Da es schon spät wurde, habe ich diese Schaltung vor dem Einbau nur grob getestet. Sie schaltet korrekt von 4,8 auf 6 Volt um (zumindest ohne Last). Da sie auch ohne Demontage der Lok leicht abzubauen und zu ersetzen ist, werde ich mir bis zur Endmontage nicht mehr viel Gedanken dazu machen. Der Rest findet sich später.

In der Praxis soll das (digital) so laufen. Solange die Lok angeheizt wird und beim Losfahren, ist F4 eingeschaltet und überbrückt die Vorschaltdioden. Sobald die Soll-Geschwindigkeit erreicht ist, wird F4 ausgeschaltet. Der "Rauchentwickler" bleibt warm genug, um schnell wieder zu qualmen, wird aber kaum mehr als ein winziges Fähnchen produzieren. Kurz vor der nächsten Anfahrt wird F4 wieder betätigt (oder bei einer Steigung).

Die Probeplatine habe ich mit einer Abstandsscheibe auf die vordere Stirnwand des Ballasts geschraubt. Für das folgende Bild habe ich das (etwas schief Traurig ) eingeschubst. Wie Ihr seht, sind die drei Lötaugen der Schaltungsanschlüsse und der Stützpunkt für Masse (für den Dampfentwickler) von vorne noch gut erreichbar.



Bearbeitet, weil ich ein Bild einzubinden vergessen hatte Traurig .

Beste Grüße,
timme - 03.04.09 17:11
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

theylmdl hat folgendes geschrieben::
Wie squirrel4711 andernorts angemerkt hat, sollten die "Rauchentwickler" - genau genommen, Destillierer - nur in gut belüfteten Räumen oder besser im Freien verwendet werden. Die verbreiteten Paraffine sollten nicht eingeatmet werden.


Sooooo dramatisch ist das nun auch wieder nicht. Sicher reagieren einige Leute mit gereizten Atemwegen auf das Paraffin, aber den meisten macht das nichts aus.
Wäre dem so, könnte man in den Diskotheken nicht mit "Nebelmaschinen" arbeiten. Und was wären Lichteffekte ohne Nebel Frage
Das Nebelfluid sollte ja in etwa das gleiche Zeug sein, wie das, was wir für unsere Dampfentwickler verwenden.


Deine Arbeit finde ich mal wieder prima. Da kann man nur staunen!

Grüße, Tim
fspg2 - 03.04.09 17:23
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Tim,

Zitat:
Da kann man nur staunen!


Bei mir ist "Staunen" der erste Schritt zu nachmachen wollen ... zumindest probieren Ausruf
theylmdl - 03.04.09 22:57
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Tim!

Im Lauf einiger Jahre habe ich squirrel4711 als sehr bewanderten Naturwissenschaftler (besonders Chemiker) kennen gelernt, der neben einer gehörigen Prise Humor eben auch viel Sachkenntnis mitbringt. Hier findet sich sein (schon zurück haltendes) Original-Statement zum Thema. Interessant ist auch der übernachste Beitrag.

Du kannst es ja halten, wie Du möchtest. Für mich ist ein gut gemeinter Hinweis genau das - ein gut gemeinter Hinweis. Den Nebelmaschinen bin ich ein wenig nachgegangen, konnte aber nicht erkennen, dass es da Analogien geben muss. Wie ich so etwas zuhause halte, ist ein Thema - aber was ich in einem öffentlich einsehbaren Forum empfehle, eine andere. Da bin ich gerne auf der sicheren Seite Winke .

@ Frithjof:
Zitat:
Bei mir ist "Staunen" der erste Schritt zu nachmachen wollen ... zumindest probieren Ausruf

Fein, genau so ist es gemeint. Das ist alles kein Hexenwerk und erfordert vor allem eines: Geduld, vor allem vor dem Basteln Winke .

Beste Grüße,
timme - 04.04.09 02:54
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Nabend,

Nachtschicht ist vorüber. Zeit für das Hobby, wenn auch nur per geschrieben Wortes.

Natürlich ist die Bauerei der kleinen Lok von Thomas für meinen Vater und mich nicht nur als bestaunendswertes Objekt von Bedeutung. Wir werden mittelfristig auf jeden Fall auch eine Dampflok selbst zusammenzimmern. Und diese Lok, namentlich eine Hohenzollern für den Spreewald, soll ganz sicher etwas werden, auf das wir stolz sein können. Zuvor haben wir allerdings noch allerlei andere Projekte (vor allem auch um zu üben).

Rauchfluid:
Das Gelumpe, welches ich für meine Muggen nutze, hört auf den Namen "eurolite Smoke-Fluid 'P' - Langanhaltend dunstiges Nebelfluid!". Für den Gebrauch in Modellloks eignet es sich zwar nicht, da es zu dünn ist (es gibt auch "härtere" Sorten, aber nur im 5l Kanister), grundsätzlich ist es aber das Selbe.

Die Gefahrenhinweise auf dem Kanister:


Grundsätzlich ist es also richtig, daß das Zeug nicht unbedenklich ist, aber bei der geringen Menge, die so eine mickriger Dampferzeuger einer Lok, im Vergleich zu einer 1000W und mehr Nebelmaschine, produziert, sollte man schon an den Grundsatz denken: "Die Dosis macht das Gift".
Nur weil ich ab und an im Hobbyraum und jedes Jahr zu Weihnachten um den Baum mit Dampf fahre, wird sicher niemand einen schwerwiegenden körperlichen Schaden davon tragen.
Die Technojünger sollten da schon mehr aufpassen, wenngleich ihr Problem wahrscheinlich eher die Leber und das Gehirn aufgrund von Alkohol und Drogen sind. Cool

Beste Grüße, Tim
Regelspur - 04.04.09 10:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

theylmdl hat folgendes geschrieben::
Das ist alles kein Hexenwerk und erfordert vor allem eines: Geduld, vor allem vor dem Basteln Winke .


Winke wenn ich mir Deine Baubeschreibung so ansehe, dann ja wohl auch beim Schreiben.

top Denn es soll ja auch alles Hand und Fuss haben was da steht und auch für etwas ungeübte nachvollziehbar sein. Das alles beinhaltet dieser Bericht.

Ich weiß, dass Forum lebt von solchen Berichten wie z.B. diesem. Wenn ich mal ganz viel Zeit habe, dann raffe ich mich mal auf und versuche auch einen Bericht vom Bau meiner T3 zu schreiben. Er wird aber nicht so umfangreich ausfallen wie Deiner, denn vor lauter bauen mache ich oftmals keine Bilder.

Gruß Alfred
Harzbahnfreund - 04.04.09 12:25
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

Gratulation zu Deiner Lok 99 021.

Ich bewundere immer Deine ungeheure Detailtreue, mit der Du die kleinsten
Details an der Lok anfertigst.
Sicherlich hast Du aber auch die Möglichkeiten, wie z.B. Messing selbst zu ätzen, was nicht jedem so gegeben ist.
Ich habe auch schon drei Harzbahnloks selbst aufgebaut, aber meist musste ich immer aus irgendwelchen Gründen, sei es fehlende Werkzeugmaschinen oder noch nicht ausgeprägte Fertigkeiten, ein Detail so herzustellen wie man es im Kopf gerne möchte, aber es in der Praxis eben anders ausfällt.

So gehörst Du sicherlich zu den Spitzenmodellbauern hier im Forum und die Messlatte, die Qualität Deiner Modelle zu erreichen, ist hoch gesteckt.

So wünsche ich Dir weiter viel Erfolg bis zur Fertigstellung Deines Modells.

Bewundernde Grüße

Volker
theylmdl - 04.04.09 13:23
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Volker hat folgendes geschrieben::
Sicherlich hast Du aber auch die Möglichkeiten, wie z.B. Messing selbst zu ätzen, was nicht jedem so gegeben ist.

Ich ätze selbst so gut wie nie, und wenn, dann eher Platinen als Messing. Ich zeichne die Vorlagen und schicke sie digital per Mail an Thomas Engel, der sie dann verfilmt und ätzt. Außer ein paar Teilen aus Weissmetall und Blei lasse ich meine Urmodelle beim Gießer abformen und gießen. Das kostet beides natürlich ein bisschen 'was, spart aber doch viel Zeit. Die Edelstahl-Radreifen stammen aus einer Buntbahner-Aktion und waren damit auch bezahlbar.

Zitat:
fehlende Werkzeugmaschinen

Ich gebe zu, dass ich für einige Teile mein ausgeschlabbertes Uralt-Drehbänkchen (Unimat 3, 25 Jahre alt) mit Vertikaleinrichtung gebraucht habe. Ansonsten gibt's hier außer zwei Kleinbohrmaschinen statt einer nichts besonderes - der Rest ist mit Handwerkzeugen gebaut. Das heißt, doch: Ich habe noch eine sehr gute Unimat SL, aber die benutze ich nur, wenn's wirklich sein muss. Für die 99 021 habe ich sie noch nicht angeworfen. Wichtiger war der PC - ohne den wär's sehr schwierig geworden.

Was für mich nicht (gut) zu machen war, haben freundliche und hilfsbereite Buntbahner angefertigt, so zum Beispiel Flachschieber (Marco) die Radsterne, Roland (Kolbenfresser) die Schwungmassen, Helmut Schmidt die Aufspannklötze am Kolbenstangenrohr oder Tobi den Schlot. Die Wasserstrahlteile hat Andreas angefertigt. Bommel hat die Taktgeber-Magnete beigesteuert, fido Messing-Rundmaterial und Gold Caps im Tausch. Viele andere haben mir mit sehr guten Tipps an kniffligen Punkten geholfen, beispielsweise kuro, Ralph Reppingen, Thomas Engel und Alfred (Regelspur). Dafür allen nochmals herzlichen Dank! Ohne diese kollegiale Hilfe wäre es irgendwie auch gegangen, aber sicher nicht so gut und vor allem nicht so "schnell". Mit etwas Glück wird die Lok Ende des Jahres fertig gestellt. Und es wäre eventuell deutlich teurer geworden. Die Buntbahn-Gemeinschaft ist wirklich klasse.

Danke für Deine Anerkennung! So etwas tut immer gut und motiviert. Denn bei allem Bastelspaß gibt es leider oft auch blöde Rückschläge (wovon ja schon die Rede war Winke ). Da kommt dann die erwähnte Geduld ins Spiel. Die kann man lernen, es ist jedoch ein harter Weg. Ihr kennt alle wirklich gut gemachte Modelle. Das ist dann noch ein anderes Kaliber, wenn ich beispielsweise korrekt nachgebildete Splinte und so etwas sehe. Das tu' ich meinen alten Augen und schwachen Nerven aber nicht mehr an.

@ Tim: Danke für die ergänzenden Hinweise.

@ Alfred: Die Fotos, das Schreiben der Beiträge und die Fehlerkorrektur erfordern auch einige Zeit, da hast Du Recht. Das ist die Förderung des Selbstbaus und den Vorteil der Kommunikation und Motivation aber allemal wert und mein Dankeschön für die Hilfsbereitschaft Winke .

Beste Grüße,
Thomas Engel - 05.04.09 15:48
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Dafür allen nochmals herzlichen Dank!
... Die Buntbahn-Gemeinschaft ist wirklich klasse.


Winke Hallo Thomas,

das kann ich mit meinen Erfahrungen im BBF nur unterstreichen. Als "Aktiver"
bekommt man meist mehr zurück, als man dem BBF gibt.

Ach, ich bin gestern an einem Läutewerk vorbeigekommen und habe es gleich
für Dich fotografiert, leider war es schon sehr dunkel und wir hatten nur die
"Knipskiste" mit:

Läutewerk (Thomas Engel)


Ich mag an der Zusammenarbeit im BBF die meist vorhandene Ruhe und
Zwanglosigkeit. Dies funktioniert besser als "Du musst aber mal ..."

meint

Brennender Teufel Thomas
theylmdl - 06.04.09 00:45
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

@ Thomas: Danke für die Fotos vom Latowski-Läutewerk. Ein gutes Foto davon findet sich auch bei der deutschen Wikipedia. Die 99 021 hatte aber eine andere Glocke.

Zuweilen ist der Selbstbau einer Modell-Dampflok ein bisschen wie ein "Adventure Game", also ein Abenteuer-Computerspiel - und zwar nicht ein Jump'n'Run, sondern die Sorte, wo nur relativ komplizierte und lange Umwege zum Ziel führen. So einem Umweg musste ich nehmen bei der Anbringung der

Speisewasser-Rohre

Um diese Rohre nämlich richtig ausrichten und anbringen zu können, wird die richtig positionierte Führerhaus-Stirnwand benötigt. Damit die aber dort steht und bleibt, wo sie hin soll, braucht es mindestens eine Seitenwand. Um die aber anzubringen, müssen erst die Fenster der Stirnwand angebracht sein. Und wenn die angebracht wird, muss auch gleich der dazu gehörige Kohlekasten montiert werden. Und wenn... Ich lasse es jetzt gut sein, okay, okay.

Zunächst einmal habe ich die mangels Vorbild-Info falsch gesetzten Durchbrüche für die Speiserohre im Ätzblech verschlossen und neue Löcher gebohrt, je 7,2 mm von der Mitte entfernt und in gleicher Höhe. Dann habe ich die Fensterrahmen und Scheibenrahmen angebracht. Das habe ich schon 'mal an der Rückwand beschrieben und kann's mir daher hier schenken. Geklappt hat das ebenso gut oder schlecht. Vielleicht noch ein Hinweis dazu. Im Modell drehen sich die Fenster genau verkehrt herum. Was bei mir der Anschlag ist, ist im Original der Riegel. Alles andere hätte die Bedienung praktisch unmöglich gemacht oder das Aussehen verfälscht. Geschlossen und um 90° gedreht ist kein Unterschied zum Vorbild zu sehen.

Dann habe ich Stirn- und Seitenwand grob mit der Bodenplatte verlötet. So sah das aus:



Auf dem Bild sehr Ihr übrigens den "Knubbel" für den Rauchgenerator-Schalter im heraus gezogenen Zustand (= "aus").

Ich bin zuweilen ein echter Blödmanns-Gehilfe. Die Außenwand des Kohlekastens hätte ich natürlich vor dem Auflöten der Seitenwand biegen müssen Traurig . Ich tröste mich und Euch mit einem Mini-Tipp. Korund-Schleifscheiben könnt Ihr auch verkehrt herum aufspannen (Schleifseite Richtung Futter der Kleinbohrmaschine). Damit kommt Ihr zuweilen auch an sonst nicht oder nur schwer erreichbare Stellen.



Auf dem folgenden Bild seht Ihr den teils eingeschriebenen, teils aufliegenden Boden des rechten Kohlekastens mit seinen innen liegenden Biegenuten. Beide Teile sind aus 0,4 mm-Blech.



Seiten- und Stirnwand zu verlöten, hat prima geklappt. Das sah richtig gut aus! Und zwar solange, bis ich Kummer mit dem innen liegenden Eckwinkel bekam. Ich hätt's besser wissen sollen... Nachdem er nicht so recht passte, hätte ich seine Schenkel zersägen und anpassen sollen. Was mache ich fauler Hund? Ich habe mir gedacht, das klappt schon, und Pustekuchen! Beim Einlöten der Niete - was ein übles Gefrickel war - hat's mir die schöne Lötkante auseinander gedrückt <zensiert, FSK ab 49>. Irgendwie habe ich das Klump dann doch zusammen bekommen, wenn auch nicht so schön. Dafür hat's umso netter mit dem Oberteil und dem selbst geratzten Deckel des rechten Kohlekastens geklappt. Das folgende Bild zeigt beide lose aufgelegt zwecks Anprobe.



Zu meiner großen Freude passt der DIETZ-Soundchip microXS samt Aufsteckbuchse wie geplant noch gut durch die Öffnung (er kommt allerdings in den anderen Kohlekasten, was sich nichts nimmt). Die Klappen sollen beweglich sein, was wiederum heißt, dass sie erst bei der Endmontage eingesetzt werden dürfen.

Hier bekommt der Lokführer gerade frische Luft (Fenster offen, Scheibenhalter nicht ganz zusammen gesteckt) und die Lok frisches Futter (Kohleklappe offen):



Hier seht Ihr Deckel und Klappe lose ausgestreut. Die Scharnier-Hülsen sind aus 1 mm-Rohr, die abgewinkelten Bolzen werden später unter den Bohrungen des Deckels abgekröpft. Die hübsche Sicke gegen Regenwasser ist aus 0,4 mm-Messingblech.



Nachdem ich den Deckel und ein paar weitere Nietimitate verlötet und versäubert hatte, konnte ich mich endlich der eigentlichen Aufgabe widmen, den Speisewasser-Rohren. Da war's allerdings schon recht spät geworden Sehr glücklich . Das auf der Lokführer-Seite habe ich mit voller Absicht abweichend vom Original gebogen (was trotzdem sehr lange dauerte!). Die Jungs bei Freudenstein & Co. in Berlin Tempelhof haben dieses Rohr 1904 nämlich zu lang abgelängt, sodass sein tiefster Punkt nicht beim Entwässerungshahn unter dem Speiseventil liegt, sondern ganz weit hinten. Diesen offenkundigen Murks möchte ich mir - Vorbild hin oder her - nicht ständig ansehen müssen. Darum läuft meine Leitung Richtung Führerhaus so wie links beim Vorbild auch etwas nach oben. Der kleine Hahn ist ein Gussteil und gerader angebracht als im Original Winke .



Dieses Teil zu biegen, war eine ziemlich fiese Aufgabe, und es hat ziemlich lange gedauert. Von steil oben ist der Grund dafür besser zu erkennen - die vielen Ebenen, die genau stimmen müssen. Hinter dem Kohlekasten habe ich das 1,3 mm-Rundmaterial mit einem Lötpunkt gesichert.



Das Rohr zum Speiseventil auf der Heizerseite hat hinten in Vorbild und Modell eine etwas andere Kröpfung. Das hängt mit dem Verlauf der Stellstange für die Zylinderentwässerung und ein paar anderen Details zusammen. Ohne Kohlekasten seht Ihr vor diesem Potemkin'schen Dorf, ähem, Führerhaus, auch den Lötpunkt am Kesselmantel für die Leitung, knapp oberhalb der Bohrung für die linke Schraube des Kessel-Ballasts.



Im nächsten Schritt kann es nun an die Schmierleitungen, die Leitung zum Hilfsbläser und die Sandfallrohre samt Flanschen gehen. Dann fehlt nicht mehr so sehr viel am Kessel, eigentlich nur noch der Hebel am Sanddom und die zwei Waschluken hinten am Kesselmantel <freu>.

Beste Grüße und eine schöne Woche,
Terrassenbahner a.D. - 06.04.09 21:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Potemkin hin, Dorf her, der Blick auf die endgültigen Proportionen ist sehr erhellend - und war doch sicher auch für Dich ein erhebender Moment. Und schon erstaunlich, wie schnell sich das ganze dann doch (nach jahrelanger Planung und Vorarbeit) zusammenfügt. Wie immer sehr beeindruckend!

Sagt
der Georg
lokmarv - 06.04.09 22:46
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Lieber Thomas,

den vollsten Respekt und die größte modellbahnerische Anerkennung, die ich als Dilettant für Deine Lok aussprechen kann. Meine größte Sorge: Das Gesamtkunstwerk macht in Richtung Frankfurt derart schnelle Fortschritte, dass ich befürchten muss, demnächst voll unter dem "kalten Truthahn" leiden zu müssen!!! !!! !!!

Man darf es ja nicht sagen - aber ich hoffe insgeheim (sicher aber vergebens Traurig ), dass Dir beim Cockpit ein Planungsfehler unterlaufen ist Winke .

Gruß Martin
theylmdl - 06.04.09 23:56
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen!

Georg hat folgendes geschrieben::
der Blick auf die endgültigen Proportionen ist sehr erhellend - und war doch sicher auch für Dich ein erhebender Moment.

Ja und nein. Eher nein Traurig . So zeigen mir zum Beispiel das erste und letzte Foto meines letzten Postings, dass das Federpaket rechts noch schepp sitzt. Ich bin mir auch nicht so ganz sicher, ob die Anbringung der Stirn- und Seitenwand rechts jetzt schon so eine gute Idee war. Vergiss' bitte nicht, dass ich seit bald drei Jahren fast jeden Tag die Originalfotos anschaue Winke . Die 99 021 und ich sind ein bisschen wie ein nicht ganz taufrisches Ehepaar, zumal das ja schon mein zweites Modell davon ist.

Martin hat folgendes geschrieben::
Das Gesamtkunstwerk macht in Richtung Frankfurt derart schnelle Fortschritte, dass ich befürchten muss, demnächst voll unter dem "kalten Truthahn" leiden zu müssen!

Es heißt richtig "cool down" und nicht "cold turkey" Grins . Einen hochgradig dämlichen Fehler bei der Planung habe ich vorgestern noch entdeckt, der sich zum Glück leicht beheben lässt, aber doch für ein paar Momente Schreck und Frust sorgte, zumal es mir dadurch leicht einiges hätte zerhauen können. Das beschreibe ich gesondert, damit die Spannung schön oben bleibt Sehr glücklich . Im Cockpit - ähem, meinst Du den Führerstand (anders als bei Wikipedia angegeben reden wir nur über 25 km/h)? - gibt es auch dies und jenes zu kritteln, aber alles bisher nicht so schlimm. So ein Modell alleine von Grund auf zu konstruieren, birgt eben allerlei Risiken. Auf jeden Fall ist es beim Bau wichtig und gut, dass sich die Hauptteile bequem zerlegen und zusammen setzen lassen. Das wird vor der Endmontage bestimmt ein paar hundert Mal gebraucht, ein paar Dutzend habe ich schon hinter mir Traurig .

Ich gebe Euch beiden Recht, dass es nun sehr spannend wird mit den Fortschritten. Zum Glück habe ich ja meine Tochter, sonst könnte ich mich glatt neu verlieben, wenn ich das Trumm so zwei Meter vor mir im Halbdunkel stehen sehe Winke . Zum Glück ist Chiara nicht eifersüchtig. Die kleine Lok ist eine echte Schönheit. Ich mag sie vor allem wegen der sehr ausgewogenen Proportionen und der klaren Linien.

Beste Grüße,
theylmdl - 10.04.09 21:25
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo, Freunde der 99 021!

Bevor ich mich österlichen Freuden widme, kläre ich Euch zunächst über einen meiner Fehler auf.

Wie schon verschiedentlich erwähnt, bin ich sehr an einer einfachen Montage und Demontage der Teile meiner kleinen Lok interessiert. An so einem Punkt ist mir ein wirklich dämlicher, zum Glück aber ungefährlicher Denkfehler unterlaufen. Die ganze Konstruktion wird von sechs Schrauben zusammen gehalten. Zwei M3-Schrauben und -Muttern verbinden hinten den Decoder-Halter, den Antriebsblock, die 2 mm-Grundplatte am Modell-Rahmen, die 0,4 mm-Bodenplatte des Führerhauses und die Feuerbüchsen-Konstruktion. Zwei M2-Schauben halten vorne den Antriebsblock hinter den Zylindern am äußeren Modell-Rahmen. Und die zwei Bundschrauben vorne sollen Modell-Fahrwerk, Deckplatte des Modellrahmens und Kesselstütze zusammen halten.

Tja... dafür braucht es natürlich ein Widerlager am Modellrahmen, und just das habe ich glatt vergessen. Beim ersten Versuch, die Lok am Kessel vorne anzuheben, wäre sie mir fast auf den Werkstattboden geknallt <schwitz>. Da war zum Glück leicht Abhilfe zu schaffen. Flugs zwei Nuten in den Rahmen gefeilt, ein 0,8 mm-Blech angepasst, die Bohrungslage über den Deckel übertragen, bohren, versäubern, einlöten, versäubern. Na ja. War wohl nichts mit "flugs".



Da ich den ganzen Krempel dafür ohnehin zerlegen musste, habe ich gleich auch noch die hintere Pufferhülse samt Balancier-Hebeln aufbereitet und eingelötet. Die schicke Federstange wie vorne kommt da leider nicht in Frage, weil der Platz hinten ohnehin sehr beengt ist. Also musste ich mir erst einmal Gedanken über eine gescheite Topffeder machen Traurig .

Im zweiten Anlauf klappte auch das. 0,2 mm Neusilber sind gut, die Länge stimmte, die Federkraft passt auch (in beide Richtungen). Hier seht Ihr die angebrachte Hülse ohne Teller, Schaft oder Feder.



Dann kam ein ganz böser Punkt. Ich darf noch einmal an meine einfühlsamen Worte zum Thema "Geduld" erinnern Winke . Als ich nämlich die vorderen Bundschrauben einsetzte und anzog, hob sich das Kesselteil hinten fröhlich um gut einen Millimeter vom Bodenblech ab.

Mäusedreck! Details erspare ich Euch. Es hat fast drei Stunden gedauert, bis ich das so im Griff hatte, dass es passte.

Umso erfreuter habe ich mich dann neuen Herausforderungen gestellt. Da standen zunächst die Leitung zum Hilfsbläser und die Schmierleitung zum Schieberkasten der Heizerseite auf dem Programm. Erstere habe ich mit Bedacht aus sehr weichem Messingdraht gebogen, damit sie hübsche Dellen bekommt, letztere mit ebensoviel Bedacht aus sehr hartem und federnden Draht. Ihr werdet gleich sehen, warum.

Das hat auch wieder zwei Stündchen gedauert, bis die Burschen so saßen, wie sie sollten. Ganz perfekt hat das nicht geklappt. Aufmerksame Beobachter werden nicht nur in der Stellung der Stellstange für die Zylinderentwässerung Unterschiede zum Vorbild erkennen.

Ein kniffliger Punkt dabei ist dieser. Die Schmierleitungen zum Schieberkasten sind am Kesselaufbau befestigt. Daher darf das Gussteil für das Schmierventil nicht am Deckel des Schieberkastens befestigt werden, sondern muss durch Federkraft ausgerichtet und gehalten werden.



Auf dem Bild passt das noch nicht so extraprima (siehe Fuß des Ventils), aber das kriegen wir noch gerade Grins . Heute halte ich die vor-österliche Spannung bis zum Schlussbild hübsch oben, damit hier keiner abspringt.

Nachdem die Leitungen nun "saßen", mussten sie gesichert werden. Das ist schon wieder einer der unsicheren Punkte. Auf den Vorbildfotos der 99 021 ist auf der Heizerseite auch bei bestem Willen nur ein Überwurfblech am hinteren Ende des Sanddoms zu erkennen. Das habe ich aus 0,2 mm-Neusilberblech mit einer Zange über zwei Stummeln 1 mm-Draht gebogen.



Das abgebildete Teil habe ich wegen der mittleren Delle verworfen und ein neues gefummelt.

Okay, ich spanne Euch nicht länger auf die Folter. So sieht die Geschichte auf der Heizerseite nun aus. Aus österlichen Gründen habe ich auch provisorisch die Stellstange der Zylinderentwässerung eingehängt und die Rauchkammerfront samt Schild und Laterne eingesetzt.



Ein paar Kleinigkeiten fehlen da noch, zum Beispiel der Schmiertopf auf dem Schieberstangenrohr, aber nichts dramatisches. Auf dem Foto seht Ihr auch schon das linke Sandfallrohr. Ob ich nun Schienenschleifer einbaue oder nicht, werde ich erst nach ausgiebigen Tests auf sehr schmutzigen Schienen entscheiden.

Das Sandfallrohr ist wirklich ein Rohr, und zwar eines mit etwa 0,2 mm Wandung und 1,5 mm Außendurchmesser. Was noch fehlte, waren die Aufspannflansche dafür. Dafür habe ich zunächst zwei 0,3 mm-Messingbleche miteinander verlötet und dann gemeinsam gebohrt, für das Rohr aber zunächst nur mit 1 mm Durchmesser.



Wie Ihr auf dieser Makrofotografie erkennen könnt, sitzt die Bohrung für das Hauptrohr nicht ganz mittig Traurig . Kein Problem! Etwas mit einer feinen Echappement-Feile in die richtige Richtung feilen und das dann aufreiben - schon passt's.

Tipp: Wenn Ihr so winzige Teile aus dem "Vollen" arbeitet, dann sägt eine Seite nach der anderen aus und verfeilt erst einmal die. Dann gibt es nämlich nur wenig Gefahr, dass Euch die Teilchen weg klingeln. Für die vierte Seite dreht Ihr Euch eine Rundfeile in die mittlere Bohrung, so lässt sich das winzige Teil gut halten und nachbearbeiten.



Auf dem Bild seht Ihr versilberten Ketteldraht als Einschub für das Sandfallrohr mit 1,5 mm Durchmesser, das vorgebogene Rohr, eine winzige Echappement-Rundfeile, den Anschlussflansch und eine 1 Cent-Münze als Größenvergleich. Drei Seiten des Flansches sind schon halbwegs glatt, die vierte fehlt noch.
Auf dem letzten Bild für heute sind Sandfallrohr und Flansch zwar schon am Stutzen des Sanddoms angelötet, die Möchtegern-Bolzen aus 0,5 mm-Draht sind jedoch noch nicht versäubert. Auf dem Bild seht Ihr auch den unterdes mit Nieten versehenen Halter für die Kesselleitungen. Der Sanddom-Deckel ist Murks. Er müsste rund und leicht gewölbt sein Traurig .



Frohe Oster-Basteltage -
Fuchs301 - 10.04.09 22:14
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas,

Du schreibst, dass Du auf einfache Montierbarkeit bzw. Demontierbarkeit achtest. Daher meine Frage:
Wenn Du jetzt schon Leitungen vom Kessel zum Rahmen und den Zylindern legst, kann Du dann zukünftig auch noch den Kessel vom Rahmen abbauen?

Ansonsten bewundere ich Deine perfekte Bauausführung und vor allem Deine Geduld, Dich über einen so langen Zeitraum zum Bau des Modell zu motivieren. Meist hat man ja, während man sich mit so einem Langfristprojekt beschäftigt, wieder andere Ideen und man schweift dann zu anderen Projekten ab...
theylmdl - 10.04.09 22:43
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Christian!

Zitat:
Du schreibst, dass Du auf einfache Montierbarkeit bzw. Demontierbarkeit achtest. Daher meine Frage:
Wenn Du jetzt schon Leitungen vom Kessel zum Rahmen und den Zylindern legst, kann Du dann zukünftig auch noch den Kessel vom Rahmen abbauen?

O ja. Die Kesselleitungen enden an der Führerhaus-Stirnwand in Stummeln. Um den Übergang Kessel zu Führerhaus zu trennen, müssen die zwei hinteren Schrauben gelöst werden. Dann kann das Führerhaus um etwa 0,6 mm angehoben und von den Paßnasen nach hinten abgezogen werden. Vorher muss ein Bolzen am Umlenkhebel der Umsteuerung entfernt werden.

Auf das Problem der Schmierventile an den Schieberkästen bin ich im letzten Beitrag eingegangen. Das gezeigte Gussteil ist nicht mit dem Schieberkastendeckel verbunden, sondern nur mit der Leitung vom Kessel. Diese Leitung drückt es leicht federnd in seine Bohrung.

Wenn die vorderen zwei Bundschrauben im Rahmen gelöst werden (und das Führerhaus um etwa 1 mm nach hinten gerückt ist), kann der Kessel mit allen angebauten Teilen samt der Kesselstütze und den Dampfrohrverkleidungen nach oben abgezogen werden (zum Beispiel einschließlich der Sandfallrohre). Das klappt prima. Sobald dieses Teil ab ist, kann der Deckel des Rahmens mit den Federpaketen etc. um knapp einen Millimeter nach vorne gezogen und dann auch abgenommen werden, sofern die Steuerung an den Wippen ausgehängt wurde. Dadurch werden auch die Schalter für den Dampfgenerator und den Motor, die Vorschaltdioden und deren Überbrückungsstecker zugänglich.

Soll der Antriebsblock bei abgenommenen Steuerungsstangen auch heraus genommen werden, müssen noch zwei weitere Schrauben unter den Zylinderhaltern gelöst werden. Das war's Grins . Bis auf eine noch ungeklärte Stelle werden alle elektrischen Verbindungen steckbar sein. Zur Zerlegung der Lok brauchst Du nur einen Schraubendreher, eine Pinzette und ruhige Finger.

Beste Grüße und danke für Dein Lob!
Gleisbauer - 26.04.09 15:30
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin,
eher zufällig bin ich heute ins VVM Aumühle gekommen, und stolperte da (nein, natürlich nicht über die verschollene 99 021 Winke ) aber immerhin über eine T3, die von Freudenstein gebaut wurde. Also schnell nen Zollstock geliehen und mit dem Handy ein Foto vom Fabrikschild gemacht. Thomas, ich hoffe, Du kannst damit was anfangen.
Freudensteinschild1 (Gleisbauer)



Freudensteinschild2 (Gleisbauer)


MfG Christoph
theylmdl - 26.04.09 16:15
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Christoph!

Vielen Dank für Deine Fotos. 89 ist eine mächtig frühe Nummer... Die 99 021 (Baujahr 1904) hatte die Fabriknummer 194 und die Lok in Ponferrada (Baujahr 1903) 138.

Das Fabrikschild der 99 021 war Rauten-förmig, etwa so:



...und das der PV 22 oval. Daher nützen mir die Infos leider nicht so viel für das Projekt, aber im Kontext sind sie sehr interessant!

Leider bin ich schon lange nicht mehr dazu gekommen, an der Lok weiter zu basteln. Das mit "fahrfähig" zum Modellbautag im Frankfurter Feldbahnmuseum wird wohl leider auch nicht mehr klappen.

Schönen Restsonntag,
Gleisbauer - 26.04.09 16:29
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Thomas,
theylmdl hat folgendes geschrieben::

Leider bin ich schon lange nicht mehr dazu gekommen, an der Lok weiter zu basteln. Das mit "fahrfähig" zum Modellbautag im Frankfurter Feldbahnmuseum wird wohl leider auch nicht mehr klappen.
zumindest deswegen würde ich mir an Deiner Stelle keine Sorgen machen, ich kann gar nicht kommen Winke
Aber rechteckige, ovale und rautenförmige Fabrikschilder innerhalb von 2 Jahren (1902- 1904) hintereinander weg ist schon heftig, war sich da die Grafikabteilung (die damals wohl noch anders hieß) nicht einig oder sollte man das Baujahr schon an der Form des Fabrikschildes ablesen können?

Übrigens machte die T3 in Aumühle im Vorbeigehen noch einen recht originalen Eindruck.
Ebenfalls einen schönen Restsonntag (hoffentlich verziehen sich die Sekundenkleberdämpfe bald Heulend )
MfG Christoph
theylmdl - 02.05.09 00:52
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo zusammen!

Es ist natürlich sehr verführerisch, zum Termin im Frankfurter Feldbahn-Museum noch möglichst viel weiter zu bauen.

Gerade an so einem Punkt ist jedoch Vorsicht geboten. Schneller Murks bleibt lange Mist Grins . Und darauf habe ich nach so langer Zeit und als so alter Knochen keine Lust.

Ein bisschen 'was konnte ich heute jedoch noch einstweilig oder richtig anbringen. Ich hoffe darauf, dass ich morgen Nacht zumindest noch provisorisch die Führerhaus-Rückwand werde anbringen können, weil das auf Fotos doch deutlich netter aussieht. Sehr schick fände ich natürlich, wenn ich es noch schaffen würde, die Steuerung links anzuheften. Mit "fahren" wird's leider nichts, aber die Räder lassen sich gut über die Schwungmasse drehen. Die heraus schauenden Kabel konnte ich halbwegs gut verstecken.

Gut' Ding will Weile haben. Diese Redensart ist nur zu wahr. Die Anbringung der hinteren Kupplung und das erneute zusammen Stecken der Balancierhebel-Hälften haben mich alleine fast eine Stunde Zeit gekostet Traurig .

Andererseits, wenn ich so an den Zustand der kleinen 99 021 vor einem Jahr im FFM denke, habe ich schon ganz nette Fortschritte gemacht.


Bild: fido.

Etwas mehr als ein Jahr später war ich dann schon an diesem Punkt, was doch ein großer Unterschied ist.



Wer Fragen zum Bau oder anderer Art hat, ist am Sonntag in Frankfurt am Main herzlich willkommen, sie mir zu stellen. Ich werde versuchen, sie so gut wie möglich zu beantworten, und einige noch nicht angebrachte und weitere schon vormontierte Teile mitbringen (wie zum Beispiel die Tür mit dem Schloss).

Beste Grüße,
theylmdl - 04.05.09 21:31
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Die schonungslose Wahrheit über meinen Murks ist nun auch im Bild verewigt, und zwar durch die Fotos von squirrel4711 (Rainer) im Posting zum Modellbautag 2009 im Frankfurter Feldbahn-Museum am 3. Mai. Aua! Grins

Ich führe zu meiner Verteidigung nur an, dass ich mit der kleinen Lok irgendwann einmal spielen möchte. Ich erkenne durchaus noch manchen Handlungsbedarf und die Notwendigkeit zu Nachbesserung sowie mehr Sorgfalt und Disziplin. Die Furcht vor Rainers "Photonenreaktionskonservator" (Zitat: Rainer) war also durchaus berechtigt. Etwas unfair fand ich, dass er gleich mit drei solchen Geheimwaffen angetreten ist, vom einfachen Volk "Fotoapparat" genannt Razz .

Besonders aufschlussreich fand ich dieses Bild. Daraus kann ich gleich vier Sachen lernen.


Klick - mach' mich groß! Bild: squirrel4711 alias Rainer.


Die Sache relativiert sich natürlich geringfügig, wenn die Lok mit "normalem" Abstand betrachtet wird Grins .



Beste Grüße,
Sven Frank - 04.05.09 21:59
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Moin Thomas,

Zitat:
25 Jahre alte und völlig ausgeschlabberte Drehbänkchen sind Mist.

Die Rauhtiefe würde ich nicht unbedingt auf die Maschine schieben, sondern auf die Spitze des darin eingespannten Drehmeißels. Schleife den mal vorne etwas rund (eben per Hand mit einer Korundfeile einen Hauch von Radius) und ziehe ihn auf einem Ölstein gut ab.
Außerdem kommt es noch auf´s Messing an, ist das wirklich MS 58 (oder CuZnPb2 um die neue Bezeichnung zu verwenden)? Wenn das nämlich MS 63 ist, dann sieht das, auch auf einer neuen Maschine gedreht, immer so aus.
fido - 04.05.09 22:16
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hi Langer,

das ist natürlich höchst dramatisch. Allerdings wird die Grundierung und die Farbe feine Kratzer überdecken und daher würde ich mir an Deiner Stelle nur den Kopf über tiefere Riefen zerbrechen.

Mach doch mal eine Probelackierung dieses Drehteils - dann hast Du mehr Klarheit.
theylmdl - 04.05.09 22:51
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Sagt 'mal -

habt Ihr versehentlich die Ironie in meinem Beitrag überlesen...? War wohl gut versteckt, da muss ja auch immer ein Körnchen Wahrheit drin sein, damit es wirkt Winke

Die Sicherheitsventile und der Sperrhahn auf dem Dampfdom bleiben Messing-farben und werden nicht lackiert (oder nur mit einer letzten Schicht Klarlack). Meine Tochter mit bekannt guten Adleraugen hat sich das heute auch 30 Zentimeter Entfernung angesehen und konnte beim besten Willen weder Riefen noch Körnung erkennen. Über Rainers Fotos hat sie erst gestaunt und dann gelacht wegen der extremen Vergrößerung. Der körnige Hahn ist über alles 5,5 Millimeter hoch. Der Griff des Hahns, der "sich nicht schliessen lässt", hat weniger als 0,3 Millimeter Stärke.

Kurzum: Das ist alles - zumindest für mich - kein Thema. Mit dem scheppen Federpaket (was ich aber selbst schon schrieb) hat Rainer Recht, das muss auf jeden Fall noch gerichtet werden.

Ansonsten hat Rainer die Fotos natürlich als gelungenen Streich gemacht, weil ich vor Monaten schon meine Bedenken wegen seiner Fotos angemeldet hatte. Da hat ihn eben der Ehrgeiz gepackt, Pfusch gnadenlos aufzudecken Razz . Ihr habt ja beide das selbe gesehen wie er auch und nichts gesagt. War das nur Rücksicht oder sollte es Euch gar nicht aufgefallen sein...? Winke Rainer und ich haben im FFM noch darüber gefrozzelt.

Entspannte Grüße,
fido - 04.05.09 23:07
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
theylmdl hat folgendes geschrieben::
Sagt 'mal -

habt Ihr versehentlich die Ironie in meinem Beitrag überlesen...?

Hi Langer,

also bitte! Wir nehmen Deine Sorgen und Probleme bierernst und leisten Dir seelischen wie auch technischen Beistand.

Zitat:
Die Sicherheitsventile und der Sperrhahn auf dem Dampfdom bleiben Messing-farben und werden nicht lackiert (oder nur mit einer letzten Schicht Klarlack).

Ah, dann könntest Du sie doch messingfarben lackieren...
squirrel4711 - 04.05.09 23:23
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Jungs,

nun lasst doch mal den armen Thomas in Ruhe sonst gibt's 'was rostfreies auf die Augen. Verdrehter Teufel Lachend

Gruß
Rainer
Kolbenfresser - 06.08.09 08:37
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Guten Morgen Thomas



Wie gehts eigentlich deiner Lok????
Wir wollen mal wieder die neuesten Baufortschritte lesen. Winke



Gruß

Roland
Leo - 06.08.09 09:23
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Rischtisch!!!
Gruß
Klaus
theylmdl - 06.08.09 20:36
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo!

Zitat:
Wir wollen mal wieder die neuesten Baufortschritte lesen.

Tut mir leid. Sehen würde ich da auch gerne 'was, aber seit der Ausstellung im FFM habe ich nichts mehr an der kleinen Lok gemacht. Außer der Schrott-Verwitterung gibt's leider gar nichts neues aus dem Modellbau-Bereich.

Bitte geduldet Euch, bis mich 'mal wieder unbändige Bastellust, gepaart mit Gelegenheit, ergibt Winke .

Danke für das Interesse und beste Grüße,
eXact Modellbau - 10.11.09 09:51
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Thomas

Es ist wieder Bastelzeit und Deine Fans warten. Winke

Nicht dass wir Dich irgendwie drängen wollen... Aber bitte
theylmdl - 15.11.09 20:38
Titel: Re: Meine Lok: 99 021
Hallo Larry!

Danke für Dein nettes Posting. Ich fürchte, da wird's so schnell nicht weiter gehen. Ich habe derzeit alles möglich um die Ohren, wovon leider nichts mit Modellbau oder Modellbahn zu tun hat. Ich schätze grob, dass es frühestens nächstes Frühjahr weiter gehen kann, wenn überhaupt so "bald".

Beste Grüße, Thomas

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