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Umbau & Bausätze - Lorewagen für den Feldbahnbauzug


Kellerbahner - 03.06.06 20:47
Titel: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Hallo Buntbahner, speziell die Feldbahner-Gemeinde und Muttental-Freunde,

nach dem Bau des Fasswagens und dem daran anschließenden „wer hat das schönste Faß“ – Contests

(s. http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4813 ),

ist jetzt der zweite Feldbahnwagen, der Lorewagen, nach dem Vorbild im Gruben- und Feldbahnmuseum Muttental im Bau.
Mein Plan ist ja, aufgrund der Anregungen im Museum Muttental, einen kleinen Feldbahnbauzug auf Basis von LGB-Feldbahnwagen zu bauen.

Vorbildfotos findet man u. a. in diesen Beiträgen und Foto-Galerien:

http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4680

http://www.buntbahn.de/fotos/showgallery.php?thumb=1&cat=500&si=freddy&perpage=12&sort=2&stype=&ppuser

Und als Vorbild für die Lore folgende daraus ausgewählte Bilder:

Bauzug mit Lore (Kellerbahner)

von oben

Lorewagen FGM (Kellerbahner)

von der Seite

Verrostete Lore (Kellerbahner)

Vorbild für die Alterung

Grundlage für die Umgestaltung ist die bekannte Feldbahnlore aus Nürnberg:

Ausgangsmaterial (Kellerbahner)

Die Lore aus Nürnberg

Der Bau von Lorewagen ist von Thomas für die 26,7/30 mm Feldbahngemeinde absolut meisterlich beschrieben:

http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4907&highlight=

Für mich ist das unerreichbar hohe Modellbaukunst. Respekt Aber Ideale haben es eben so an sich, dass sie selten erreicht werden aber als Orientierung für den eigenen Weg dienen können.
Also habe ich mir, besonders nach der Diskussion um die Wertigkeit (hier: Maßstäblichkeit) von LGB-Loren ( http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4602&postdays=0&postorder=asc&start=0 ),
vorgenommen zumindest den mächtigen Plastikglanz des Ausgangsmaterials zu bearbeiten.

Um das zu erreichen habe ich mir vorgenommen die rote Plastiklore durch eine selbstgebaute zu ersetzen. Damit möchte ich die Wandstärke verringern, das Gewicht erhöhen, die Lorewände ggf. selbst zu biegen (Dellen durch Gebrauch !) und vor allem meine nicht vorhandenen Lötkünste zu testen ! Verlegen Verlegen Verlegen

Also ab in den Baumarkt um ein Messingblech, eine Blechschere und einen Lötkolben zu kaufen. Da keine Messingbleche da waren wurde es ein 0,5 mm dickes Kupferblech, was mir als Probierstück ausreichte. Dann versuche ich es halt mit Kupfer; auch gut. Verwirrt

Beim Lötkolben dachte ich mir 60 Watt wären heiß genug für die Aktion. Cool Bitte nicht so laut lachen !

Das praktische Ergebnis vor Ort:

Kupferblech schneiden (Kellerbahner)


Lore vorher nachher (Kellerbahner)


"Lötstation" (Kellerbahner)

die ersten Versuche zu löten

Das Anzeichnen, Schneiden und Biegen des Kupferblechs (über einem Besenstiel) ging überraschend gut. Hatte ich mir, im wahrsten Sinne des Wortes, schwerer vorgestellt.
Mit den Maßen und der V-Form war ich auch ganz zufrieden. Dann kam´s aber: An den 60 Watt Lötkolben habe ich mir zwar gut die Finger verbrannt aber sonst tat sich nichts in Punkto verlöten Überrascht . Das Lötzinn schmolz zwar schön am Kolben, legte ich aber nur als dicke Tropfen auf die Blechkanten.

Nachdem es nun um die Erfolgsquote 1:1 stand, wurde am darauffolgenden Wochenende aufgerüstet: eine Gasflasche, ein Flammrohr und Flußmittel. Damit betrat ich absolutes Löt-Neuland.
Jetzt wurde probiert: wie viel Lötzinn ist richtig ?, wie viel Flussmittel ?, wie heiß müssen die Bleche werden ?, wie schnell muß das Zinn drauf ? und wie lange darf dann noch die Flamme in der Nähe sein ?
Kleiner Blick in die Lötstube:

Lötplatz (Kellerbahner)


erster Versuch (Kellerbahner)


Die ersten Versuche waren ok. Die zu verbindenden Teile gleichmäßig erhitzt, das Flussmittel verteilt sich und stinkt ziemlich. Dann schnell das Zinn geschmolzen, dass sich durch das Flussmittel und die Hitze rasch selbst in die Spalten verteilte: noch nie gesehen, toll. Sehr glücklich Sehr glücklich
Die erste Lore war schnell fertig. Dann musste noch die Aufhängung dran. Die wurde aus Blechabschnitten gefaltet und an den Stirnseiten aufgelötet.
Das war dann das Waterloo: durch die Hitze für die Aufhängung schmolz „natürlich“ das schon die Stirnseiten verbindende Zinn und – encore une fois, sagt der Franzose. heiss Ärger
Dann, nach noch 2maligem Verlöten der Stirnseiten waren die Aufhängungen an beiden Seiten dran ... und noch ein Pfund Lötzinn mehr. Viel hilft eben viel. Die jetzt aufgebrachte Masse an Lötzinn macht das Gefährt noch um einiges schwerer ... Winke . Das vorläufige Endprodukt sieht bis jetzt jedenfalls so aus:

die erste ... (Kellerbahner)

... selbstgebaute Lore

Im Vergleich zur Ausgangsbasis war ich erst mal zufrieden es überhaupt hingekriegt zu haben. Applaus
Im Vergleich zum Vorbild war die Form der Stirnseiten vereinfacht, nämlich ein gerader Schnitt und die abgewinkelte Blechform an der Oberseite fehlte. Den Gedanken das Objekt noch mal aufzuschmelzen oder abgewinkelte Bleche auszuschneiden und anzulöten verwarf ich schnell. Dafür versuchte ich ob sich Polystryrol-Winkel von Evergreen mit Pola-Klebstoff einigermaßen fest mit Kupfer verkleben ließen. Das klappte an einem Probestück auch sehr gut und fest. Damit hatte ich an meiner ersten gelöteten Lore einiges gelernt:

Vergleich der Loren (Kellerbahner)


Hatte es mir schwieriger und langwieriger vorgestellt. Der Kniff ist es natürlich die Schnelligkeit bei gleichzeitig sparsamen Umgang mit Zinn hin zu bekommen und die Kunst dabei schon gelötete Stellen nicht wieder aufzuschmelzen.
Aber es hat auch Spaß gemacht. Also schnell beschlossen es mit dem noch genügend vorhandenem Übungs-Kupferblech noch einmal zu versuchen. Einen zweiten Lorewagen aus Nürnberg hatte ich ja auch schon und warum nicht so viel (Übungs-)Loren wie möglich aus dem vorhandenen Blech schneiden ...
Also nochmal genau das Vorbild-Bild betrachtet und zur Blechschere gegriffen:

weitere Loren ... (Kellerbahner)

... im Rohbau

Das Blech ergab noch 2 weitere, ähnlich große Loren und mit dem letzten Rest noch eine kleine. Die Stirnseiten wurden an den großen so geschnitten, dass sie über dem Seitenrand rausragen und nach dem Verlöten abgeschnitten werden konnten. Mindestens eine davon sollte dem Vorbild dann doch näher kommen. Aus der kleinen Lore soll eine total verbeulte und verrostete entstehen. So in der Art wie auf dem Vorbildfoto oben – zumindest was den Rostgrad angeht. Außerdem war diese Lore dann das Objekt die Steifigkeit und Biegefreundlichkeit des Materials (Kupfer) zu testen.
Die ausgeschnittenen Teile wurden dann hintereinander weg gelötet:

Die nächsten Loren (Kellerbahner)


Nach den Erfahrungen des ersten Löt-Events ging es jetzt merklich besser. Das heißt weniger Lötzinn und mehr, flächiger verteiltes Flussmittel, eine etwas heißere Flamme an den zu verbindenden Stellen, schnelleres Löten und noch schnelleres Entfernen der Flamme. Bei den Aufhängungen an den Stirnseiten noch vorsichtigeres Löten, das heißt öfters, mit dazwischenliegenden Abkühlpausen:

Lorengalerie (Kellerbahner)


Das Bild zeigt den Fortschritt beim Lötenlernen: die Nähte sind sauberer, weniger bergmännisch abzubauendes Zinn an den Verbindungsstellen, weniger Löt- gleich Rettungsaktionen insgesamt und dadurch geringere Oxidation des Kupfers.
Ist zwar noch weit, weit davon entfernt gegen andere, zum Beispiel oben erwähnte, Kunstwerke bestehen zu können aber für´s erste Mal ... Zustimmung

Da sind sie nun die ersten vier Loren – nicht schön aber selten:

Der Erstling (Kellerbahner)


An dieser, etwas verkorksten, Lore sollen die weiteren Schritte ausprobiert werden. Viel mehr kaputt machen geht nicht mehr – also das beste Übungsobjekt. Erster Schitt: wie bekomme ich die Winkelbleche hin ? Ohne das sie gleich wieder runterfallen !

Die zweite (Kellerbahner)


Die ist von den vier am besten gelungen: der Winkel der Stirnflächen passt am besten zum Vorbild. Die Nähte sind recht sauber. Die Eckwinkel passen ziemlich. Diese Lore sollte letztlich nahe am Vorbild liegen – also aufpassen, keine Fehler Schlaumeier

Die dritte (Kellerbahner)


Die wurde nicht ganz so ordentlich: eine Stirnfläche liegt zu tief in der Seitenfläche und die Geometrie der Lore ist etwas windschief. Also – die Back-up Lore.

Die kleine (Kellerbahner)


Wie beschrieben, soll das die alte, verbeulte und verrostete Lore werden. Also ein Übungsobjekt für´s Altern und Rosten.
Die Beulen hat sie schon. Dabei bemerkte ich, dass geglühtes Blech tatsächlich weicher wird als nicht erhitztes. Bisher habe ich davon nur gehört und gelesen. Aber jetzt ... begriffen Zustimmung . Denn das Biegen erfolgte durch herzhafte Griffe und vorsichtigen Druck.
Franz Stellmaszyk fragte ich in Hamm wie er denn seine Beulen in die Loren brachte – mit einem Heißluftfön und Zangen ! Das Ergebnis gefiel mir auf Bildern und auch in „Natura“ sehr gut ( http://www.miniatur-rekorde.de/feldbahn.html , http://www.miba.de/spezial/spezial/43/88.htm , http://www.miba.de/miba/02/08/76.htm ).

Mal sehen wie es schließlich aussieht wenn „die kleine, verbeulte“ fertig ist ...

Also wie so oft: es fing klein an und jetzt sind´s vier. Deshalb erst mal genug gelötet. Jetzt wird versäubert, gereinigt, grundiert ...

... Fortsetzung folgt.

Die (Löt-)Profis unter Euch mögen über diese erste Gehversuche laut lachen oder zumindest schmunzeln.Rollen vor lachen Rollen vor lachen Aber vielleicht traut sich jetzt jemand der vorher noch nie gelötet hat auch mal zum ersten Löten und - darüber zu berichten ... Verlegen

Grüße aus dem Bastel(Löt)keller !

Kellerbahner
Gleisbauer - 04.06.06 08:54
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Also wenn ich mich an meine ersten Lötversuche erinnere, kräuseln sich die Nackenhaare immer noch. Aber was Du bei den ersten Versuchen hingekriegt hast:respekt:
MfG Christoph
Kellerbahner - 04.06.06 18:35
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Hallo Christoph,

meinst Du wirklich ... Sehr glücklich ? Wie lange sind denn Deine ersten Versuche her und was waren das für welche ? Vielleicht auch Loren - als "alter Feldbahner" ??

Schöne Pfingsten nach Niedersachsen (?),

vom Kellerbahner


PS. Bei der letzten Fahrt auf der A 31 kamen wir in der Gegend um Papenburg an einem Torfabbau (Hespel oder so ähnlich) vorbei - mit Gleisanschluß ! Vermutlich eine Feldbahn. Kennst Du die ?
Gleisbauer - 04.06.06 21:46
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Hallo Kellerbahner, das waren Geländer ( Relingen ) an einem Graupnermodellboot mit einem ( wie ich heute weiß ) zu schwachem Lötkolben im zarten Alter von ca 12 Jahren- ich habs mit Heißkleber geklebt.
Meinst Du "Groß Hesepe"? Ich selber war noch nicht da, aber such mal den Thread über die Erdölbahn bei den Vorbildern- da steht auch was über das Torfwerk Klasmann.
MfG Christoph
Kellerbahner - 05.06.06 21:03
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Hallo Christoph,

genau: Groß Hesepe. Danke. Auch für den Hinweis auf den Thread Erdölbahn. Gerade gelesen - spannend was es da (hoffentlich) noch alles gibt.

Sehr schön fand ich auch die Insider Beschreibungen von Lokfahrer Rühlermoor. So authentisch, daß man meint das Knattern des Diesels zu hören. Auch dafür - schönen Dank.

Zum Löten: bei Geländer (Relinge) triffst Du genau meine nächste Herausforderung ! Aufgrund der Anregung zum verbesserten Arbeitsschutz von rabe habe ich vor bei meiner kleine Bekohlungsanlage

http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4577

die Treppe mit einem Geländer auszustatten. Die Stützen habe ich vor zu löten - aber erst wenn die letzten Brandblasen abgeheilt sind.
Mal sehen, vielleichts wird´s auch Heißkleber. Winke

Gruß vom Kellerbahner
Gleisbauer - 05.06.06 21:24
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
@Kellerbahner, was meinst Du mit "Alter Feldbahner"? Gehe ich jetzt mit 24 schon hart auf die Rente zu oder was?
mfG Christoph
Maschinist - 05.06.06 22:43
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Mahlzeit!

Was bitte ist ein "Lorewagen" Frage

Aufzählung Eine Lore ist ein einfacher, schmalspuriger zumeist offener Transportwagen. Der Begriff ist vermutlich aus dem Englischen ("lowry")abgeleitet. Die Mehrzahl der Loren ist als Kippwagen ausgeführt. Die stählernen Kipploren sind als sog. Muldenkipper sogar genormt worden.
Daneben gibt es eine Vielzahl von speziellen Loren für unterschiedlichste Zwecken, oftmals mit einfachsten Mitteln im Eigenbau entstanden: Flach-, Stirnbord-, Kasten-, Drehschemel-,Faß-,Torf-, Gasflaschenloren usw.

Gruß Sven
Kellerbahner - 10.06.06 21:36
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
@ Gleisbauer,

keine Sorge "Alter Feldbahner" bezieht sich nicht auf Dein Lebensalter Verlegen ! Um im Stile von Sven zu antworten und frei nach Duden wird "Alter ..." umgangsprachlich verwendet einen langen Erfahrungszeitraum zu attestieren, die Verbundenheit zu einer Gruppe, meist Gleichgesinnte, hervorzuheben oder schlicht Anerkennung auszudrücken. Weitere Beispiele: alter Schwede, alter Haudegen.

Vom Alter her könnte ich Dein Vater sein aber ich denke Du hast mit Deinen 24 Lenzen deutlich mehr an Feldbahnerfahrung und -zugehörigkeit (siehe Deinste) als ich. Winke

@ Sven,

absolut Super Deine Definition von "Lore" jetzt wissen wir alle was das ist. Und dabei noch das Englisch aufpoliert. Danke Ausruf
Da es mit dem Thread Faßwagen so nett geklappt hat eine Sammlung von Fässern auszulösen - vielleicht diesmal mit Loren ?
Um "... speziellen Loren für unterschiedlichste Zwecken ..." mit Bildern zu belegen, hier der Verweis auf die Beiträge anderer Lorenfreunde:

http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4714

Gruß vom Kellerbahner
Gleisbauer - 10.06.06 21:42
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
@Kellerbahner, nah dann bin ich mit meinen 5-6 Jahren aktiver Feldbahnerfahrung ( zuerst "Wilde Erika" in Wörme, und dann Deinste ) ja beruhigt.
Christoph
P.S: bei Bedarf kann ich gerne mal versuchen die verschiedenen Muldenkippervarianten in Deinste abzulichten
Kellerbahner - 27.08.06 16:44
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Hallo Lorenfreunde,

nachdem die Lötaktion erst mal vorbei ist, wurden die Loren zwischenzeitlich von Flussmittel, Fett und Oxiden in Seifenwasser durch gründliches Abbürsten gereinigt.
Der nächste Schritt war die Anfertigung der Winkelbleche. Da ich die Lorenwände an ihrer Oberkante nicht rechtwinklig biegen konnte, nahm ich dafür Kunststoff-L-Profile (4x4 mm). An der ersten (Übungs-)Lore wurde ausprobiert, ob sich mit Pola-Kleber die Kunststoffwinkel an die Kupferoberfläche verkleben ließ.
Nachdem das an den Längseiten der Loren gut machen ließ:

Klebeversuche mit PS-Winkeln (Kellerbahner)


schnitt ich passende Stücke für alle Oberkanten der großen Loren aus. Das funktionierte wieder ganz gut:

Halbfertige Kanten oben (Kellerbahner)


Das Ergebnis in 3 Bildern:

Obere Kanten gewinkelt (Kellerbahner)


Kanten im Detail (Kellerbahner)


Alle Winkel sind dran (Kellerbahner)


Die erste Lore erhielt nur Winkel an den Längsseiten. Die Stirnseiten sind bei dieser Lore nicht erhöht. Bei der 2ten und 3ten Lore wurden die Oberkanten, die Stirnflächen sind bei beiden erhöht, vollständig mit Winkelprofilen beklebt. Außerdem erhielten die 1te und 2te Lore an den Seitenflächen außen links und rechts je ein Winkelstück. Während die 3te an den Seitenwänden ein Kreuz aus Flachprofilen (5 mm Breite) bekam, so wie ich es in einem Lorenartikel in Garden Railways dargestellt ist. Die kleine, 4te Lore bekam keine Winkel. Sie soll ja später die alte, rostige, verbeulte sein. Dafür beklebt ich die Seitenflächen bei ihr mit 4 Längs- und 2 Querleisten. Die Lore 2 soll später dem Vorbild aus dem Muttental entsprechen ( http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4680 und http://www.buntbahn.de/fotos/showgallery.php?cat=7064&ppuser=1116 ). Das heißt die Gestaltung der Loren ist eine Mischung aus Nachbildung von Vorbildern und anderen gebastelten Loren und der Rest „frei Schnauze“, vornehmer: free-lance. Letztlich halt´ alles aus der Erinnerung oder wie ich mir´s vorstelle.
Alle Loren wurden nach dem völligen durchtrocknen des Klebstoffs dann noch mal zur Reinigung durch Seifenlauge gezogen und anschließend mit Haftgrundierung aus dem Baumarkt spritzgrundiert:

Grundierte Loren (Kellerbahner)


Nach der Grundierung kamen bei der „Kleinen“ schön die Beulen raus !
In einem Gartenbahn-Profi-Heft las ich einmal, das ein US-Gartenbahner einen Abschleppwagen mit Backpulver behandelte und so ausblühende Roststellen nachbildete. Das probierte ich bei den Loren auch aus. An die Stellen an denen ich später den Rost farblich nachbilden möchte wurde mit dem Pinsel verdünnter Weißleim aufgetragen und die noch feuchten Stellen mit Backpulver bestreut und getrocknet. Je nach „Rostgrad“ wiederholte ich das mehrfach. Besonders die 3te und die kleine Lore wurden so intensiv behandelt.
Ein Eindruck vom vorläufigen Endergebnis:

Verrostete Loren (Kellerbahner)


Roststelle im Detail (Kellerbahner)


Die „Roststellen“, d.h. die Backpulverkrusten sind nach dem Trocken des Leims ziemlich fest. Nur wenig Backpulver krümelt weg. Nach einem nochmaligen leichten Überzug aus der Spritzdose mit Grundierung krümelt jetzt nichts mehr. Wer die einzelnen Loren auf den noch unbearbeitet Fahrgestellen im Vergleich sehen will: siehe meine Loren-Fotogalerie.
Im nächsten Schritt wird dann die Bemalung und Alterung erfolgen. Muß´ mir nur noch überlegen wie ...
Besonders bei der Gestaltung der Roststellen bin ich gespannt, ob ich´s einigermaßen hin bekomme. Mal sehen ... Bilder folgen, wenn es soweit ist.

Eine technische Frage an die Loren- und Feldbahnfreaks bzw. –fachleute habe ich aber noch:

Weiß jemand wofür die Winkelprofile an den Seitenflächen der Loren sind ?
Zur Verstärkung ? Als Kantenschutz ?
Als Schutz / Verstärkung der Seitenflächen, dort wo die Fläche beim Abkippen auf den Rahmen trifft ?


Herzlichen Lorengruß vom Kellerbahner
theylmdl - 27.08.06 17:09
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Hallo!

Die Winkel am Seitenteil des Muldenmantels dienen - wie richtig vermutet - als Anschlag und Versteifung an der Stelle, an dem die gekippte Mulde auf den Rahmen auftrifft.



Dieses Bild - aus einem anderen Kontext, deswegen teils eingefärbt - lässt das links erkennen.

Beste Grüße,
Kellerbahner - 02.09.06 18:10
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Hallo Thomas,

vielen Dank für die Aufklärung und vor allem für die schöne Querschnitts-zeichnung ! Habe ich mir gleich abgespeichert. Vielleicht für spätere Loren ... ?

Jetzt weiß ich wieder etwas worauf zu achten ist lupe ! Gehe gleich mal in den Bastelkeller und prüfe bei den Loren aus Nürnberg, ob der Winkel auf die Kante des Rahmens trifft. Ich vermute nicht, es ist wohl eher die obere Kante der Lore.

Die Zeichnung war wohl Bestandteil Deines Selbstbau-Lorenprojekts ? Da ich schon mit 26,7 mm liebäugle, komme ich vielleicht mal drauf zurück sollte es sie noch geben. Zur Zeit traue ich mich noch nicht an so Kunstwerke ran und mache erst die großen Loren fertig.

Dank und Gruß vom

Kellerbahner
Kellerbahner - 28.10.06 21:26
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Hallo Bunt- und Lorenbahner,

nach dem Grundieren und dem teilweise „Verrosten“ der Loren mit Backpulver kommt jetzt Farbe ins Spiel. Da es 4 verschiedene Lorenmuster sind sollen die Loren sich auch farblich bzw. im Rostgrad unterscheiden. Auch möchte ich bei den Loren unterschiedliche Methoden und Lacktypen verwenden.
Nach dem Motto „die Kleinsten zuerst“ fing ich mit der Kleinen (Nr. 4) an. Rostgrundierung aus dem Baumarkt wurde aus der Spraydose aufgebracht:

Rostgrund (Kellerbahner)


Mir fiel keine bessere Halterung ein um die Lorenaussen und –innenflächen zu lackieren Cool . Anschließend kommen dann mit dem Pinsel braune „Buntlack“flecke aus der Dose auf den Rostgrund, um anzufangen unterschiedliche Rosttöne wiederzugeben.

vorbereitet zum weiterrosten (Kellerbahner)


Die nächste Lore ist Nr. 3. Sie ist größer als Nr. 4 und weniger verrostet. Diese soll grün lackiert aber stark verrostet sein. Die grüne Farbe kommt aus einem kleinen Humbrol-Döschen und ergibt eine stark glänzende, langsam trocknende Lackschicht. Deshalb sind auch die Stirnflächen noch unlackiert:

die grüne 3te (Kellerbahner)


Wie ich an manchen Stellen den Glanz breche und die Oberfläche teilweise matt verwittert aussehen lasse, muß ich mir noch überlegen und nachlesen gruebel Lesen . Falls jemand Tipps dazu hat ... gerne !

Nun aber zu den mir wichtigsten Loren, von der eine die im Feldbahnmuseum Muttental vorhandene nachbilden ( http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4680
) und den zweiten Wagen zum kleinen Feldbahnzug geben soll ( http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4813 ). Die Farbwahl war jetzt nicht mehr frei: der grau-blaue Eindruck sollte getroffen werden. Also – selber mischen ! Bisher verwendete ich die lösemittelhaltigen Airbrushfarben von Revell. Jetzt probierte ich zum ersten Mal die wasserverdünnbaren Farben, um damit Erfahrungen zu sammeln. Weiß, Schwarz, einen guten Schuß Blau und ein Spürchen Gelb mixte ich solange bis eine aufgemalte Probe den richtigen Ton traf.
Dann noch eine Premiere für mich: Airbrush-Lackieren mit diesen wasserverdünnbaren Farben. Da kein Kompressor und teurer „Luftgriffel“ zur Verfügung stand (Weihnachten kommt ja noch Winke ) musste ich es mit meiner Billig-Ausrüstung (Anfängerpackung von Revell mit Druckgasdose Verlegen ) hinbekommen. Das Hauptproblem war die richtige Spritzviskosität einzustellen. Aber das ist mir nichts Unbekanntes und deshalb hatte ich genügend Vorrat an Farbe für mehrere Ansätze mit unterschiedlicher Viskosität vorbereitet. Aber dann ging´s los:

Zuerst innen:

Innenlackierung (Kellerbahner)


Dann aussen:

Außenlackierung (Kellerbahner)


Der Farbauftrag war, gerade wegen dem geringen Druck und dem großen Düsendurchmesser, ziemlich satt und damit naß – also wie im Lackierer-Lehrbuch. Die Trockenzeit war im Vergleich zu den mir schon bekannten lösemittelhaltigen Farben extrem lange – Wasser eben. Aber das Finish gefiel mir gut Sehr glücklich :

Lore 2 (Kellerbahner)


Lore 1 (Kellerbahner)


Um dem Lack genügend Zeit zum Trocknen zu geben, kamen jetzt die Fahrgestelle dran. Zuerst wurden, wie üblich (s. auch Beitrag und Bestätigung von Paule bei dem von ihm in Hildesheim entdeckten Wagen: http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4813
) die LGB Fahrgestelle von den Stirnplatten befreit:

bearbeitetes Fahrgestell (Kellerbahner)


Danach die Link und Pin Kupplungen angebracht, die Kunststoffräder gegen solche aus Stahl getauscht und die grundierten Gestelle und Räder mit schwarzgrauer Dispersionsfarbe gestrichen und unterschiedlich stark gealtert:

gealterte Fahrgestelle (Kellerbahner)


Beim linken Gestell versuchte ich eine Alterung mit der oben beschriebenen High-tech Airbrush-Ausrüstung, beim rechten traditionell mit Pinsel.
Die Räder wurden dann an den Laufflächen vom Lack befreit:

Fahrgestell und Räder (Kellerbahner)


Die ersten zwei Fahrgestelle sind damit für die Loren 1 und 2 fertig Zustimmung :

die ersten beiden Fahrgestelle (Kellerbahner)


Als nächstes kommen diese Loren selbst mit der Alterung dran. Damit möchte ich mir aber noch ein bisschen Zeit lassen und langsam an die Sache ran gehen - es soll doch möglichst dem Vorbild ähneln lupe .

Deshalb weiteres demnächst.


Gruß vom Kellerbahner
penzing1140 - 01.12.06 16:03
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Lötproben sehen ganz gut aus. Nachdem ich auch schon viel mit feinster flamme gelötet habe hier ein hinweis: verwendet doch lot mit unterschiedlicher schmelz-temperatur. sowas gibt es, zumindest hier in wien 23. allerdings hatten die zuletzt verlangt, dass ich um mindestens 250 € lot und ähnliches kaufe, da hätte ich dann für die nächsten 50 jahre genug
mfg
jowagner-at
+++
Kellerbahner - 03.12.06 21:11
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Hallo jowagner,

Danke, bin halt noch Anfänger in Sachen Löten. Verlegen Verlegen Das mit "kleinster Flamme" weiß ich nicht so recht. Für mich war sie schon ganz schön groß aber dafür hatte sie Power Brennender Teufel . Denke, da gibt es noch kleinere, bei Goldschmieden, glaube ich ?
Danke auch für den Hinweis auf Lote mit unterschiedlicher Temperatur. Gelesen habe ich auch schon davon gruebel . Ich schau mal was Thomas auf seinen Seiten darüber schreibt. Probiert habe ich das noch nicht und wüßte auch nicht auf Anhieb wo die zu bekommen sind. 250 € wären auch mir zuviel. Bin zur Zeit schon froh, wenn´s mit dem normalen (?) Bastlerlot (?) einigermaßen aussieht Sehr glücklich Sehr glücklich .
Kleine Kostprobe gefällig - ganz aktuell:

http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4577

Zitat:
Nachdem ich auch schon viel mit feinster flamme gelötet habe


Zeig´ doch mal was von Deinen Künsten ... bin dafür

Gruß nach Wien,

Kellerbahner
Kellerbahner - 10.02.07 22:40
Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug
Hallo Lorenfreunde,

heute das Ergebnis von einigen Alterungsmalstunden. Die ersten beiden Loren sollen auf ihrem feldbahngrauen Grundanstrich einen unterschiedlichen Verrostungszustand zeigen. Die Lore mit den kreuzförmig angebrachten Verstärkungsstreben sollte stärker verrostet werden und nebenbei als Übungsobjekt für die andere Lore dienen, die ich ähnlich dem Vorbild aus dem Feldbahnmuseum Muttental ( http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4680 )
mit nur leichtem Rostgrad versehen wollte.

Also ran an die Erste, die Übungslore. Für einen Rost“hauch“ wurde mit dem Airbrush zuerst ein Hauch Braun lackiert. Mit viel Luft sollte so wenig wie möglich Farbe drauf. Das gelang zwar einigermaßen aber in der Nähe sieht man die einzelnen Tropfen Verlegen – Tribut an meinen Anfänger-Airbrush (Saugprinzip, Luft aus der Dose und Zerstäubung durch Zerreißen des Lacks an der oberen Kante des Saugrohrs). Also bei der anderen noch mehr aufpassen.

Die Rostflecken, man erinnere sich: Backpulver Winke , erhielten einen Überzug Rostfarbe mit dem Pinsel. Auch die „geschweißten“ Kanten der Verstärkungsstreben wurden ordentlich verrostet:

Kantenrost (Kellerbahner)


Im weiteren wurden mit trockenem Pinsel verschiedene andere Farben übereinander gemalt. Immer schön ungleichmäßig. Danach dasselbe Verfahren nur trocken: mit verschiedenen Erd-, Braun-, Rot- und Rostpulverfarben, die Schattierungen nachstellen.
Das Ergebnis:

Rost auch innen (Kellerbahner)


die andere Seite (Kellerbahner)


Und nach jedem Schritt, das heißt jeder Arbeitspause an der ersten Lore, wird vorsichtig die zweite, die „weniger verrostete“, bearbeitet. Zuerst der möglichst feine Überzug mit dem Airbrush:

die FGM Lore (Kellerbahner)


Und wieder an der Kanten anschließend etwas mehr mit dem trockenen Pinsel nacharbeiten. Und, im Vergleich zum Vorbild, auch besondere Stellen darstellen. So die „Linie“ in der Lore wo wahrscheinlich die graue Grundierung durch Ausbeulen aufgerissen ist und jetzt schon der Rost runterläuft. Kennt man ja von manchen älteren, oft besonders gekennzeichneten Automobilen (... „bis das der TÜV und scheidet“ Traurig ):

vorsichtig verrosten (Kellerbahner)


Um das Ausbleichen („Kreiden“) des grauen Anstrichs darzustellen wird, nach den bunten Pulveraktionen, dann noch unterschiedlich satt einpinseln mit weißer und hellgrauer Pulverfarbe. Da, zumindest bei meinen Farben, die Helligkeit nach der Klarlackierung abnimmt („anlösen“) und der Airbrush auch einen Großteil der Pulverfarben wegbläst, wurde mutig gepudert Cool . Von unten sieht´s so aus:

Kreidung (Kellerbahner)


Vor dem Klarlackieren der Loren wird an einem kleinen Abfallstück Messingblech die graue Grundierung aufgepinselt und dann mit lösemittelhaltigem Mattklarlack überlackiert. Ergebnis: ca. 10 Helligkeitseinheiten dunkler und blauer – also für die Tonne Heulend ! Mit dem lösemittelhaltigen Klarlack würden die hellgrauen Loren zu stahlblauen – was vielleicht auch nett aussieht aber nichts mit den Vorbildern zu tun hat.
Also noch eine Premiere in meiner Lackierbude: wasserverdünnbarer Klarlack. Und siehe da, so wie es im Lehrbuch für Lackierer nachzulesen ist: das Probestück wurde nur noch um 2 bis 3 Einheiten dunkler – aber jetzt akzeptabel.
Also noch ein bisschen weißen Puder mehr, das meiste fliegt ja sowieso durch den Luftdruck beim Lackieren weg, und den vorbereiteten, vorher probelackierten, Klarlack satt drauf:

Klarlackieren (wvd.) (Kellerbahner)


Die Manschette sollte zum einen verhindern alles einzusauen aber vor allem keinen Spritznebel auf die Seitenflächen kommen zu lassen.
In der Zeit wo der Wasserklarlack trocknete, was mindestens 1 Tag dauert, kamen die Fahrgestelle zum Klarlackieren. Diesmal konventionell, da sie ruhig dunkler werden konnten – und man die aufgenebelten Tropfen der Rostfarben dann nicht so leicht entdeckt.

Et voila – Lore Nummer 2, die stark verrostetet Übungslore:

die fertige Übungslore (Kellerbahner)


Und die Lore Nummer 1, die dem Vorbild nahe kommen soll:

die fertige FGM Lore (Kellerbahner)


Von oben sieht es so aus:

Loren im Vergleich (Kellerbahner)


Und im Vergleich zum Vorbildfoto so:

2 von 3 des Feldbahnbauzugs (Kellerbahner)


Lorewagen FGM (Kellerbahner)

von der Seite

Damit ist ein Etappenziel erreicht: der kleine Feldbahnzug aus dem Muttental hat seinen zweiten Wagen bekommen Sehr glücklich Sehr glücklich Sehr glücklich .
Der nächste wird das große Faß ...
Mit den anderen beiden Loren geht es auch noch weiter aber jetzt ist erst mal genug gealtert, jetzt können wieder grobere Arbeiten einen Ausgleich bieten.

Fortsetzung folgt wenn es was Neues zu den Loren 3 und 4 gibt.

Froher Lorengruß vom

Kellerbahner

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