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Lorewagen für den Feldbahnbauzug

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Kellerbahner
Buntbahner
Buntbahner


Anmeldungsdatum: 23.10.2005
Beiträge: 9739
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 03.06.06 20:47    Titel: Lorewagen für den Feldbahnbauzug Antworten mit Zitat

Hallo Buntbahner, speziell die Feldbahner-Gemeinde und Muttental-Freunde,

nach dem Bau des Fasswagens und dem daran anschließenden „wer hat das schönste Faß“ – Contests

(s. http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4813 ),

ist jetzt der zweite Feldbahnwagen, der Lorewagen, nach dem Vorbild im Gruben- und Feldbahnmuseum Muttental im Bau.
Mein Plan ist ja, aufgrund der Anregungen im Museum Muttental, einen kleinen Feldbahnbauzug auf Basis von LGB-Feldbahnwagen zu bauen.

Vorbildfotos findet man u. a. in diesen Beiträgen und Foto-Galerien:

http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4680

http://www.buntbahn.de/fotos/showgallery.php?thumb=1&cat=500&si=freddy&perpage=12&sort=2&stype=&ppuser

Und als Vorbild für die Lore folgende daraus ausgewählte Bilder:

Bauzug mit Lore (Kellerbahner)

von oben

Lorewagen FGM (Kellerbahner)

von der Seite

Verrostete Lore (Kellerbahner)

Vorbild für die Alterung

Grundlage für die Umgestaltung ist die bekannte Feldbahnlore aus Nürnberg:

Ausgangsmaterial (Kellerbahner)

Die Lore aus Nürnberg

Der Bau von Lorewagen ist von Thomas für die 26,7/30 mm Feldbahngemeinde absolut meisterlich beschrieben:

http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4907&highlight=

Für mich ist das unerreichbar hohe Modellbaukunst. Respekt Aber Ideale haben es eben so an sich, dass sie selten erreicht werden aber als Orientierung für den eigenen Weg dienen können.
Also habe ich mir, besonders nach der Diskussion um die Wertigkeit (hier: Maßstäblichkeit) von LGB-Loren ( http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4602&postdays=0&postorder=asc&start=0 ),
vorgenommen zumindest den mächtigen Plastikglanz des Ausgangsmaterials zu bearbeiten.

Um das zu erreichen habe ich mir vorgenommen die rote Plastiklore durch eine selbstgebaute zu ersetzen. Damit möchte ich die Wandstärke verringern, das Gewicht erhöhen, die Lorewände ggf. selbst zu biegen (Dellen durch Gebrauch !) und vor allem meine nicht vorhandenen Lötkünste zu testen ! Verlegen Verlegen Verlegen

Also ab in den Baumarkt um ein Messingblech, eine Blechschere und einen Lötkolben zu kaufen. Da keine Messingbleche da waren wurde es ein 0,5 mm dickes Kupferblech, was mir als Probierstück ausreichte. Dann versuche ich es halt mit Kupfer; auch gut. Verwirrt

Beim Lötkolben dachte ich mir 60 Watt wären heiß genug für die Aktion. Cool Bitte nicht so laut lachen !

Das praktische Ergebnis vor Ort:

Kupferblech schneiden (Kellerbahner)


Lore vorher nachher (Kellerbahner)


"Lötstation" (Kellerbahner)

die ersten Versuche zu löten

Das Anzeichnen, Schneiden und Biegen des Kupferblechs (über einem Besenstiel) ging überraschend gut. Hatte ich mir, im wahrsten Sinne des Wortes, schwerer vorgestellt.
Mit den Maßen und der V-Form war ich auch ganz zufrieden. Dann kam´s aber: An den 60 Watt Lötkolben habe ich mir zwar gut die Finger verbrannt aber sonst tat sich nichts in Punkto verlöten Überrascht . Das Lötzinn schmolz zwar schön am Kolben, legte ich aber nur als dicke Tropfen auf die Blechkanten.

Nachdem es nun um die Erfolgsquote 1:1 stand, wurde am darauffolgenden Wochenende aufgerüstet: eine Gasflasche, ein Flammrohr und Flußmittel. Damit betrat ich absolutes Löt-Neuland.
Jetzt wurde probiert: wie viel Lötzinn ist richtig ?, wie viel Flussmittel ?, wie heiß müssen die Bleche werden ?, wie schnell muß das Zinn drauf ? und wie lange darf dann noch die Flamme in der Nähe sein ?
Kleiner Blick in die Lötstube:

Lötplatz (Kellerbahner)


erster Versuch (Kellerbahner)


Die ersten Versuche waren ok. Die zu verbindenden Teile gleichmäßig erhitzt, das Flussmittel verteilt sich und stinkt ziemlich. Dann schnell das Zinn geschmolzen, dass sich durch das Flussmittel und die Hitze rasch selbst in die Spalten verteilte: noch nie gesehen, toll. Sehr glücklich Sehr glücklich
Die erste Lore war schnell fertig. Dann musste noch die Aufhängung dran. Die wurde aus Blechabschnitten gefaltet und an den Stirnseiten aufgelötet.
Das war dann das Waterloo: durch die Hitze für die Aufhängung schmolz „natürlich“ das schon die Stirnseiten verbindende Zinn und – encore une fois, sagt der Franzose. heiss Ärger
Dann, nach noch 2maligem Verlöten der Stirnseiten waren die Aufhängungen an beiden Seiten dran ... und noch ein Pfund Lötzinn mehr. Viel hilft eben viel. Die jetzt aufgebrachte Masse an Lötzinn macht das Gefährt noch um einiges schwerer ... Winke . Das vorläufige Endprodukt sieht bis jetzt jedenfalls so aus:

die erste ... (Kellerbahner)

... selbstgebaute Lore

Im Vergleich zur Ausgangsbasis war ich erst mal zufrieden es überhaupt hingekriegt zu haben. Applaus
Im Vergleich zum Vorbild war die Form der Stirnseiten vereinfacht, nämlich ein gerader Schnitt und die abgewinkelte Blechform an der Oberseite fehlte. Den Gedanken das Objekt noch mal aufzuschmelzen oder abgewinkelte Bleche auszuschneiden und anzulöten verwarf ich schnell. Dafür versuchte ich ob sich Polystryrol-Winkel von Evergreen mit Pola-Klebstoff einigermaßen fest mit Kupfer verkleben ließen. Das klappte an einem Probestück auch sehr gut und fest. Damit hatte ich an meiner ersten gelöteten Lore einiges gelernt:

Vergleich der Loren (Kellerbahner)


Hatte es mir schwieriger und langwieriger vorgestellt. Der Kniff ist es natürlich die Schnelligkeit bei gleichzeitig sparsamen Umgang mit Zinn hin zu bekommen und die Kunst dabei schon gelötete Stellen nicht wieder aufzuschmelzen.
Aber es hat auch Spaß gemacht. Also schnell beschlossen es mit dem noch genügend vorhandenem Übungs-Kupferblech noch einmal zu versuchen. Einen zweiten Lorewagen aus Nürnberg hatte ich ja auch schon und warum nicht so viel (Übungs-)Loren wie möglich aus dem vorhandenen Blech schneiden ...
Also nochmal genau das Vorbild-Bild betrachtet und zur Blechschere gegriffen:

weitere Loren ... (Kellerbahner)

... im Rohbau

Das Blech ergab noch 2 weitere, ähnlich große Loren und mit dem letzten Rest noch eine kleine. Die Stirnseiten wurden an den großen so geschnitten, dass sie über dem Seitenrand rausragen und nach dem Verlöten abgeschnitten werden konnten. Mindestens eine davon sollte dem Vorbild dann doch näher kommen. Aus der kleinen Lore soll eine total verbeulte und verrostete entstehen. So in der Art wie auf dem Vorbildfoto oben – zumindest was den Rostgrad angeht. Außerdem war diese Lore dann das Objekt die Steifigkeit und Biegefreundlichkeit des Materials (Kupfer) zu testen.
Die ausgeschnittenen Teile wurden dann hintereinander weg gelötet:

Die nächsten Loren (Kellerbahner)


Nach den Erfahrungen des ersten Löt-Events ging es jetzt merklich besser. Das heißt weniger Lötzinn und mehr, flächiger verteiltes Flussmittel, eine etwas heißere Flamme an den zu verbindenden Stellen, schnelleres Löten und noch schnelleres Entfernen der Flamme. Bei den Aufhängungen an den Stirnseiten noch vorsichtigeres Löten, das heißt öfters, mit dazwischenliegenden Abkühlpausen:

Lorengalerie (Kellerbahner)


Das Bild zeigt den Fortschritt beim Lötenlernen: die Nähte sind sauberer, weniger bergmännisch abzubauendes Zinn an den Verbindungsstellen, weniger Löt- gleich Rettungsaktionen insgesamt und dadurch geringere Oxidation des Kupfers.
Ist zwar noch weit, weit davon entfernt gegen andere, zum Beispiel oben erwähnte, Kunstwerke bestehen zu können aber für´s erste Mal ... Zustimmung

Da sind sie nun die ersten vier Loren – nicht schön aber selten:

Der Erstling (Kellerbahner)


An dieser, etwas verkorksten, Lore sollen die weiteren Schritte ausprobiert werden. Viel mehr kaputt machen geht nicht mehr – also das beste Übungsobjekt. Erster Schitt: wie bekomme ich die Winkelbleche hin ? Ohne das sie gleich wieder runterfallen !

Die zweite (Kellerbahner)


Die ist von den vier am besten gelungen: der Winkel der Stirnflächen passt am besten zum Vorbild. Die Nähte sind recht sauber. Die Eckwinkel passen ziemlich. Diese Lore sollte letztlich nahe am Vorbild liegen – also aufpassen, keine Fehler Schlaumeier

Die dritte (Kellerbahner)


Die wurde nicht ganz so ordentlich: eine Stirnfläche liegt zu tief in der Seitenfläche und die Geometrie der Lore ist etwas windschief. Also – die Back-up Lore.

Die kleine (Kellerbahner)


Wie beschrieben, soll das die alte, verbeulte und verrostete Lore werden. Also ein Übungsobjekt für´s Altern und Rosten.
Die Beulen hat sie schon. Dabei bemerkte ich, dass geglühtes Blech tatsächlich weicher wird als nicht erhitztes. Bisher habe ich davon nur gehört und gelesen. Aber jetzt ... begriffen Zustimmung . Denn das Biegen erfolgte durch herzhafte Griffe und vorsichtigen Druck.
Franz Stellmaszyk fragte ich in Hamm wie er denn seine Beulen in die Loren brachte – mit einem Heißluftfön und Zangen ! Das Ergebnis gefiel mir auf Bildern und auch in „Natura“ sehr gut ( http://www.miniatur-rekorde.de/feldbahn.html , http://www.miba.de/spezial/spezial/43/88.htm , http://www.miba.de/miba/02/08/76.htm ).

Mal sehen wie es schließlich aussieht wenn „die kleine, verbeulte“ fertig ist ...

Also wie so oft: es fing klein an und jetzt sind´s vier. Deshalb erst mal genug gelötet. Jetzt wird versäubert, gereinigt, grundiert ...

... Fortsetzung folgt.

Die (Löt-)Profis unter Euch mögen über diese erste Gehversuche laut lachen oder zumindest schmunzeln.Rollen vor lachen Rollen vor lachen Aber vielleicht traut sich jetzt jemand der vorher noch nie gelötet hat auch mal zum ersten Löten und - darüber zu berichten ... Verlegen

Grüße aus dem Bastel(Löt)keller !

Kellerbahner

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BeitragVerfasst am: 04.06.06 08:54    Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug Antworten mit Zitat

Also wenn ich mich an meine ersten Lötversuche erinnere, kräuseln sich die Nackenhaare immer noch. Aber was Du bei den ersten Versuchen hingekriegt hast:respekt:
MfG Christoph

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BeitragVerfasst am: 04.06.06 18:35    Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug Antworten mit Zitat

Hallo Christoph,

meinst Du wirklich ... Sehr glücklich ? Wie lange sind denn Deine ersten Versuche her und was waren das für welche ? Vielleicht auch Loren - als "alter Feldbahner" ??

Schöne Pfingsten nach Niedersachsen (?),

vom Kellerbahner


PS. Bei der letzten Fahrt auf der A 31 kamen wir in der Gegend um Papenburg an einem Torfabbau (Hespel oder so ähnlich) vorbei - mit Gleisanschluß ! Vermutlich eine Feldbahn. Kennst Du die ?

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Gleisbauer
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BeitragVerfasst am: 04.06.06 21:46    Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug Antworten mit Zitat

Hallo Kellerbahner, das waren Geländer ( Relingen ) an einem Graupnermodellboot mit einem ( wie ich heute weiß ) zu schwachem Lötkolben im zarten Alter von ca 12 Jahren- ich habs mit Heißkleber geklebt.
Meinst Du "Groß Hesepe"? Ich selber war noch nicht da, aber such mal den Thread über die Erdölbahn bei den Vorbildern- da steht auch was über das Torfwerk Klasmann.
MfG Christoph

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BeitragVerfasst am: 05.06.06 21:03    Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug Antworten mit Zitat

Hallo Christoph,

genau: Groß Hesepe. Danke. Auch für den Hinweis auf den Thread Erdölbahn. Gerade gelesen - spannend was es da (hoffentlich) noch alles gibt.

Sehr schön fand ich auch die Insider Beschreibungen von Lokfahrer Rühlermoor. So authentisch, daß man meint das Knattern des Diesels zu hören. Auch dafür - schönen Dank.

Zum Löten: bei Geländer (Relinge) triffst Du genau meine nächste Herausforderung ! Aufgrund der Anregung zum verbesserten Arbeitsschutz von rabe habe ich vor bei meiner kleine Bekohlungsanlage

http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4577

die Treppe mit einem Geländer auszustatten. Die Stützen habe ich vor zu löten - aber erst wenn die letzten Brandblasen abgeheilt sind.
Mal sehen, vielleichts wird´s auch Heißkleber. Winke

Gruß vom Kellerbahner

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Gleisbauer
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Anmeldungsdatum: 14.04.2006
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BeitragVerfasst am: 05.06.06 21:24    Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug Antworten mit Zitat

@Kellerbahner, was meinst Du mit "Alter Feldbahner"? Gehe ich jetzt mit 24 schon hart auf die Rente zu oder was?
mfG Christoph

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Anmeldungsdatum: 04.09.2003
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BeitragVerfasst am: 05.06.06 22:43    Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug Antworten mit Zitat

Mahlzeit!

Was bitte ist ein "Lorewagen" Frage

Aufzählung Eine Lore ist ein einfacher, schmalspuriger zumeist offener Transportwagen. Der Begriff ist vermutlich aus dem Englischen ("lowry")abgeleitet. Die Mehrzahl der Loren ist als Kippwagen ausgeführt. Die stählernen Kipploren sind als sog. Muldenkipper sogar genormt worden.
Daneben gibt es eine Vielzahl von speziellen Loren für unterschiedlichste Zwecken, oftmals mit einfachsten Mitteln im Eigenbau entstanden: Flach-, Stirnbord-, Kasten-, Drehschemel-,Faß-,Torf-, Gasflaschenloren usw.

Gruß Sven
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Anmeldungsdatum: 23.10.2005
Beiträge: 9739
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BeitragVerfasst am: 10.06.06 21:36    Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug Antworten mit Zitat

@ Gleisbauer,

keine Sorge "Alter Feldbahner" bezieht sich nicht auf Dein Lebensalter Verlegen ! Um im Stile von Sven zu antworten und frei nach Duden wird "Alter ..." umgangsprachlich verwendet einen langen Erfahrungszeitraum zu attestieren, die Verbundenheit zu einer Gruppe, meist Gleichgesinnte, hervorzuheben oder schlicht Anerkennung auszudrücken. Weitere Beispiele: alter Schwede, alter Haudegen.

Vom Alter her könnte ich Dein Vater sein aber ich denke Du hast mit Deinen 24 Lenzen deutlich mehr an Feldbahnerfahrung und -zugehörigkeit (siehe Deinste) als ich. Winke

@ Sven,

absolut Super Deine Definition von "Lore" jetzt wissen wir alle was das ist. Und dabei noch das Englisch aufpoliert. Danke Ausruf
Da es mit dem Thread Faßwagen so nett geklappt hat eine Sammlung von Fässern auszulösen - vielleicht diesmal mit Loren ?
Um "... speziellen Loren für unterschiedlichste Zwecken ..." mit Bildern zu belegen, hier der Verweis auf die Beiträge anderer Lorenfreunde:

http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4714

Gruß vom Kellerbahner

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Gleisbauer
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Anmeldungsdatum: 14.04.2006
Beiträge: 1398
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BeitragVerfasst am: 10.06.06 21:42    Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug Antworten mit Zitat

@Kellerbahner, nah dann bin ich mit meinen 5-6 Jahren aktiver Feldbahnerfahrung ( zuerst "Wilde Erika" in Wörme, und dann Deinste ) ja beruhigt.
Christoph
P.S: bei Bedarf kann ich gerne mal versuchen die verschiedenen Muldenkippervarianten in Deinste abzulichten

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Anmeldungsdatum: 23.10.2005
Beiträge: 9739
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BeitragVerfasst am: 27.08.06 16:44    Titel: Re: Lorewagen für den Feldbahnbauzug Antworten mit Zitat

Hallo Lorenfreunde,

nachdem die Lötaktion erst mal vorbei ist, wurden die Loren zwischenzeitlich von Flussmittel, Fett und Oxiden in Seifenwasser durch gründliches Abbürsten gereinigt.
Der nächste Schritt war die Anfertigung der Winkelbleche. Da ich die Lorenwände an ihrer Oberkante nicht rechtwinklig biegen konnte, nahm ich dafür Kunststoff-L-Profile (4x4 mm). An der ersten (Übungs-)Lore wurde ausprobiert, ob sich mit Pola-Kleber die Kunststoffwinkel an die Kupferoberfläche verkleben ließ.
Nachdem das an den Längseiten der Loren gut machen ließ:

Klebeversuche mit PS-Winkeln (Kellerbahner)


schnitt ich passende Stücke für alle Oberkanten der großen Loren aus. Das funktionierte wieder ganz gut:

Halbfertige Kanten oben (Kellerbahner)


Das Ergebnis in 3 Bildern:

Obere Kanten gewinkelt (Kellerbahner)


Kanten im Detail (Kellerbahner)


Alle Winkel sind dran (Kellerbahner)


Die erste Lore erhielt nur Winkel an den Längsseiten. Die Stirnseiten sind bei dieser Lore nicht erhöht. Bei der 2ten und 3ten Lore wurden die Oberkanten, die Stirnflächen sind bei beiden erhöht, vollständig mit Winkelprofilen beklebt. Außerdem erhielten die 1te und 2te Lore an den Seitenflächen außen links und rechts je ein Winkelstück. Während die 3te an den Seitenwänden ein Kreuz aus Flachprofilen (5 mm Breite) bekam, so wie ich es in einem Lorenartikel in Garden Railways dargestellt ist. Die kleine, 4te Lore bekam keine Winkel. Sie soll ja später die alte, rostige, verbeulte sein. Dafür beklebt ich die Seitenflächen bei ihr mit 4 Längs- und 2 Querleisten. Die Lore 2 soll später dem Vorbild aus dem Muttental entsprechen ( http://www.buntbahn.de/phpBB2/viewtopic.php?t=4680 und http://www.buntbahn.de/fotos/showgallery.php?cat=7064&ppuser=1116 ). Das heißt die Gestaltung der Loren ist eine Mischung aus Nachbildung von Vorbildern und anderen gebastelten Loren und der Rest „frei Schnauze“, vornehmer: free-lance. Letztlich halt´ alles aus der Erinnerung oder wie ich mir´s vorstelle.
Alle Loren wurden nach dem völligen durchtrocknen des Klebstoffs dann noch mal zur Reinigung durch Seifenlauge gezogen und anschließend mit Haftgrundierung aus dem Baumarkt spritzgrundiert:

Grundierte Loren (Kellerbahner)


Nach der Grundierung kamen bei der „Kleinen“ schön die Beulen raus !
In einem Gartenbahn-Profi-Heft las ich einmal, das ein US-Gartenbahner einen Abschleppwagen mit Backpulver behandelte und so ausblühende Roststellen nachbildete. Das probierte ich bei den Loren auch aus. An die Stellen an denen ich später den Rost farblich nachbilden möchte wurde mit dem Pinsel verdünnter Weißleim aufgetragen und die noch feuchten Stellen mit Backpulver bestreut und getrocknet. Je nach „Rostgrad“ wiederholte ich das mehrfach. Besonders die 3te und die kleine Lore wurden so intensiv behandelt.
Ein Eindruck vom vorläufigen Endergebnis:

Verrostete Loren (Kellerbahner)


Roststelle im Detail (Kellerbahner)


Die „Roststellen“, d.h. die Backpulverkrusten sind nach dem Trocken des Leims ziemlich fest. Nur wenig Backpulver krümelt weg. Nach einem nochmaligen leichten Überzug aus der Spritzdose mit Grundierung krümelt jetzt nichts mehr. Wer die einzelnen Loren auf den noch unbearbeitet Fahrgestellen im Vergleich sehen will: siehe meine Loren-Fotogalerie.
Im nächsten Schritt wird dann die Bemalung und Alterung erfolgen. Muß´ mir nur noch überlegen wie ...
Besonders bei der Gestaltung der Roststellen bin ich gespannt, ob ich´s einigermaßen hin bekomme. Mal sehen ... Bilder folgen, wenn es soweit ist.

Eine technische Frage an die Loren- und Feldbahnfreaks bzw. –fachleute habe ich aber noch:

Weiß jemand wofür die Winkelprofile an den Seitenflächen der Loren sind ?
Zur Verstärkung ? Als Kantenschutz ?
Als Schutz / Verstärkung der Seitenflächen, dort wo die Fläche beim Abkippen auf den Rahmen trifft ?


Herzlichen Lorengruß vom Kellerbahner

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