Lokomotive der Dampfstraßenbahn Eltville-Schlangenbad (Spur IIm)

Selbstgebaute maßstäbliche Schienenfahrzeuge mit/ohne handelsüblichen Zurüstteilen

Moderator: fido

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Lienix
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Lokomotive der Dampfstraßenbahn Eltville-Schlangenbad (Spur IIm)

Beitrag von Lienix »

Hallo zusammen,

als Einstand möchte ich hier vom Bau meiner Trambahn-Dampflokomotive der Dampfstraßenbahn Eltville-Schlangenbad berichten. Diese Bahn wurde schon 1933 stillgelegt - dem entsprechend ist nur wenig Material verfügbar. Einige unscharfe Fotos - aber immerhin eine Werkszeichnung von Lok 5 aus der 2. Lieferserie sowie einige Skizzen.
Die meisten Fotos und einige Fahrzeugskizzen finden man in diesem Büchlein von Lothar Riedel: Die schmalspurige Dampfstraßenbahn Eltville-Schlangenbad. Eigenverlag Riedel, Mülheim (Ruhr) 2002.
https://www.eigenverlag-riedel.de/dampfstrassenbahn/

Weitere Infos siehe auch hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinbahn ... hlangenbad
https://web.archive.org/web/20180606153 ... /f-03.html

Diese Bahn lag in unserer Gegend, in der es früher relativ viele Dampfstraßenbahnen gab, von denen leider so gar nichts erhalten geblieben ist. Die meisten allerdings auf Normalspur - so wie die Frankfurter Waldbahn oder die Hanauer Kleinbahn. Der Gedanke war: es wäre doch schön, wenigstens einem dieser Bähnchen mal ein kleines Denkmal zu setzen - und sei es auch nur im Modell. Und der Fahrzeugpark der 1000 mm spurigen Dampftram im Rheingau war dankenswerterweise sehr überschaubar: 5 Kastenloks, 9 4-Achsige Herbrand-Personenwagen, 3 davon halboboffene Sommerwagen, Geschlossene und offene 4-achsige Güterwagen sowie 2 sehr kleine kurze Stückgutwagen, die als Gepäckwagen mitliefen, ein Postabteil war in einige der geschlossenen Reisezugwagen eingebaut (in die BCi).

Die Idee war eine eher einfache Umsetzung - d.h. es sollte das LGB-B Fahrwerk verwendet werden, was auch die Stainz besitzt. Hier ist der Radstand ca. 5 mm zu groß und der Raddurchmesser ca. 1,5 mm zu groß - aber was soll's - bei einer Dampfstraßenbahnlok sieht man sowieso nicht sehr viel vom Antrieb.

Also zuerst mal drauf los konstruiert:
Bild


(Fortsetzung folgt ...)

Viele Grüße, Matthias
Spureinser
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Re: Lokomotive der Dampfstraßenbahn Eltville-Schlangenbad (Spur IIm)

Beitrag von Spureinser »

Ei Gude Matthias ,

Die Strecke wurde aber nach kurzer Zeit wieder abgebaut , von der Bahntrasse findet man kaum noch was , weil dort die Bundesstraße verläuft .
Na dann bin ich mal gespannt wieder das umsetzt .

Gruß von Thomas aus den Taunusbergen
Ich fahre in Spur 1 , e + f , sowie R/C in 1:32 / MEC Idstein
Lienix
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Re: Lokomotive der Dampfstraßenbahn Eltville-Schlangenbad (Spur IIm)

Beitrag von Lienix »

Gude Thomas,

naja - kurze Zeit ist relativ. Die Strecke hat von 1895 bis 1933 - also 38 Jahre - existiert. OK - in Bezug auf die Existenz anderer Strecken war das kurz.
Es handelt sich hierbei übrigens um ein Gemeinschaftsprojekt mit einem anderen Modellbahnkollegen (aus dem Taunus!) - ich konstruiere die Lok und er den typischen Herbrand Personenwagen.

Dann mal zurück zurück zur Lok:
Es entstand zunächst die Version der zweiten Lieferserie mit Tonnendach - also Lok 4+5:
Bild

Hier der Kessel:
Bild

Die kürzlich aufgearbeitete Rur und die zahlreichen Bilder im Netz davon, haben es ermöglicht die fehlenden Details zu rekonstruieren - wie Rauchkammertür, Sandkästen, Dom, Regler, Sicherheitsventile und der große Hebel für die Steuerung. Auf den verwaschenen Originalbildern sieht man Hinweise, dass diese Teile bei der 5 auch vorhanden waren und wahrscheinlich gleich oder zumindest sehr ähnlich ausgesehen haben. Auch die Zeichnung liefert natürlich Hinweise.

Anders als auf der Zeichnung, hatten die Loks laut Fotos auch hintere Sandkästen - wie die Rur - und ein vorderer Sandkasten über der Rauchkammertür findet sich auch.

Dann war da noch eine Merkwürdigkeit: Die Rur hat eine Links-Steuerung - d.h. der Lokführer steht in Fahrtrichtung auf der linken Seite des Kessels. Laut der Originalbilder war das auf den Eltviller Loks genauso. Die Zeichnungen sagen jedoch das Gegenteil: hier sind Regler und Steuerung rechts eingezeichnet. Da Bilder ja nicht lügen können - habe ich es so wie bei der Rur umgesetzt.

Trotz vieler Ähnlichkeiten gibt es auch ein paar Unterschiede: die Rur hat einen 200 mm kleinerer Radstand, kleinere Raddurchmesser. Die Form der "Schürzen" ist etwas anders, und es gibt unter der Tür noch mal eine umlaufende Leiste während die Eltviller Loks bis unten glatte Seitenwände hatten. Außerdem hat die Rur 80 PS, die Eltviller Loks hatten 200 PS.

Wie die Rur besaßen auch diese Loks anfangs Dachkondensatoren, die aber anscheinend recht bald wieder entfernt wurden, so dass ich mich entschlossen habe, diese nicht nachzubauen (wäre auch recht kompliziert geworden).
Die Loks der ersten Lieferserie (1-3) besaßen die gleichen 2-lagiggen Kondensatoren wie die Rur - die nachgelieferten Loks 4+5 mit dem Tonnendach dagegen 1-lagige, mit dickeren Rohren und anderen Befestigungspunkten.

Letztlich habe ich mich dann entschlossen eine Lok der ersten Serie nachzubauen, weil nur von diesen Loks halbwegs brauchbare Aufnahmen des Daches existieren.

Bild

Insbesondere für die Konstruktion der nicht sichtbaren Teile - z.B. Verlauf von Rohrleitungen usw. - erhielt ich auch Hilfe von Leuten die sich mit der Aufarbeitung der Rur beschäftigt haben - an der Stelle noch mal ganz vielen Dank!


Viele Grüße, Matthias
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