0f mal Andersrum: Fahrzeugbau in 1:13,3 auf 45mm Spurweite

Selbstgebaute maßstäbliche Schienenfahrzeuge mit/ohne handelsüblichen Zurüstteilen

Moderator: fido

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rofra
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0f mal Andersrum: Fahrzeugbau in 1:13,3 auf 45mm Spurweite

Beitrag von rofra »

Seid gegrüßt,

nachdem ich zumindest Modellbahntechnisch in den letzten Jahren im Maßstab immer größer geworden bin, bin ich jetzt bei 1:13,3mm.... vll. auch 7/8th Scale (ich find das so schön :D ) angekommen. Auf der Suche nach dem perfekten Maßstab für Bahnen mit 600mm Vorbild habe ich mich dabei über 1:45 auf 13,3mm Gleisen, über 1f auf 18,75mm Gleisen nun zu eben diesen Monstermodellen hinreißen lassen. Eher durch Zufall bin ich dabei schon vor einiger Zeit auf die Loren von Modellbau Heyn gestoßen... Meine Modell sind im Regelfall zwar auch aus Holz, hier waren aber Nägel nicht nur als Deko sondern wirklich als "Bindemittel" im Einsatz... das musste ich mal Probieren. Dummerweise war ich sofort angefixt. Neben weiteren Heyn Modellen und dem ersten Versuch im kompletten Eigenbau (EMG O-Wagen Lenz "Standardtype" für 600mm;), kam als Antrieb erstmal eine Piko GE-25ton Lok ins Haus... oder besser in die Werkstatt und muss für wilde Experimente herhalten.

Dazu aber erst mehr im Laufe dieses vll. wunderschön werdenden Fadens. Heute soll es erstmal um einen Bausatz gehen, der hier zumindest schon zur Hälfte dokumentiert wurde. Einen Decauville Halbgepäckwagen der Fa. Gerd Neumann. Der dazugehörige Personenwagen wurde hier Vorgestellt:
viewtopic.php?t=13381&start=20

und hier nochmal gebaut: viewtopic.php?t=13605

Danke an beide fürs Bauen und Zeigen und an einen davon fürs Vertreiben! Eigentlich wollte ich auch so einen bauen, aber als mir Herr Neumann mitteilte das es auch einen Packwagen gibt, habe ich hier ungesehen zugeschlagen. Mangels Figuren in 1:13,x dürfte das Passagieraufkommen bei mir eh eher dürftig sein. Der Transportbedarf für Dinge, die schnell und trocken irgendwo hinmüssen, ist dagegen eigentlich vorhanden.

Starten wollte ich heute mit dem Rahmen, der bereitet(e) mir aber tatsächlich bisher das meiste Kopfzerbrechen (der Rahmen weniger, dafür mehr das, was dran kommt). Seit dem baut sich der Wagenkasten faktisch von selbst. Ich war schon beim Auspacken vom Inhalt und Umfang überrascht, nach 3/5 vom Wagenkasten bin ich auch ein Fan der Konstruktion. Das macht richtig Spaß

Am Anfang präsentiert einem sich ungefähr dieser Anblick: 2 Speichenradsätze (32mm?), optionale Trichterkupplung (zum Vgl. liegt eine Heyn Feldbahnkupplung daneben) und viel Holz bzw. div. Hölzer in unterschiedlichsten Verbünden und Formen. Auch damit ich den Zusammenbau des Rahmens richtig verstanden habe und richtig mache, ging es erstmal ans Lesen der oben verlinkten Beiträge. Generell lag ich nicht falsch. Etwas verwirrt hatten mich auch die vielen Messingrundprofile, deren Funktion sich aber auch schnell fand.

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Nach einem Kaffee und etwas entwirrung fing es dann so an, wie geplant.

Der Rahmen besteht aus (Bodenplatte) 2 gelaserten Außenträger und einem Messingteil mit Achshalter, dazwischen.

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Bei dieser Sandwichbauweise sind die Außenträger mit jeweils anderen Passstellen bestückt, womit ich so nicht gerechnet hatte und was mich dementspr. aus dem Konzept gebracht hat. Die Messingträger sind erstmal nur eingelegt und werden durch Niete positioniert und befestigt.

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Damit konnte die erste Stellprobe zum Größenvergleich gemacht werden:

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Rechts der Vorbau meines PIKO Umbaus, links der angefangene Rahmen des EMW O-Wagens. Offensichtlich ist es in Frankreich nicht so windig wie in Pommern, denn der Höhenunterschied der Wagen ist beachtlcih. Auch wenn der - noch nicht ganz / etwas zu sehr - O-Wagen ca. 1-2mm zu tief liegt (zu schwache Federn) und der Aufbau 7mm zu niedrig ist, liegt er wesentlich tiefer als der hochbeinig wirkende Franzose. Und das trotz 35mm Radsätzen.

Auf der Basis ging es dann "eigentlich nur mal kurz zum gucken" mit dem Aufbau weiter. Hier sieht man das erste mal, dass es sich eigentlich "nur" um einen Halbgepäckwagen handelt. Den ganzen Bau hinüber kann man schön Probieren wie was wo am besten Passt und merkt dann wie sich alles ohne großes Gefummel fügt. Ein schön gemachter, durchdachter Bausatz. Ich musste - abseits der Bank unten - nicht fluchen :D

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Begeistern tut mich, neben der Ausführung des Bausatzes und der Knuffigkeit des Wagens, auch hier wieder, wie viel Raum in den Modellen ist. Das ist mir schon beim Bau meiner Lok aufgefallen, hier ist es noch krasser.

Etwas Ratlos lies mich aber die Mitgelieferte Inneneinrichtung zurück (ich hatte mit garkeiner gerechnet). Das passt irgendwie nicht:

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Zum einen fehlt mir min. 1 träger mit Holzlatten für die Sitzbänke (ich hab hier blos einen gefunden, mal gucken ob der Andere zuhause ist) um beide Wagenseiten mit Querbänken auszustatten; zum Anderen: selbst wenn ich den Zweiten finde, wäre mir die Bank zu kurz. Hier werde ich deshalb je Seite eine Sitzbank über die volle Querlänge des Abteils bauen.

Hier merkt man übrigens auch, dass es sich um eine Anpassung des Personenwagens mit durchgängiger Sitzbank handelt: Es fehlt das zweite Loch für die Bank...stützen/beine :D. Sowas ist mir aber hier richtig egal, auch wenn die Sitzbänke aber eben durch diese Löcher den Bretterboden fixieren (was auch 'ne slicke Lösung ist). Bisher musste ich generell wenig aufpassen, das was verrutscht oder schief wird. Alles fügt sich irgendwo, oder lässt sich einfachst an etwas ausrichten. Zusammen mit den sauber gearbeiteten Teilen, macht das echt Spaß.

Falls die beiden Themenersteller noch hier aktiv sind oder noch andere den Wagen gebaut haben: Anbei habe ich mal 2 Fragen bzw. eine Bitte und eine Frage.

Hat jemand Bilder vom Fahrwerk des Wagens inkl. der Anbauteile? Das würde sehr helfen. Bei einigen müsste ich Raten, bei anderen weiß ich garnicht weiter.

Außerdem sind mir 2 Bauteile garnicht klar:

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Um was handelt es sich bei den 8 großen Platten mit Loch? Und was sind das für 4 Rahmen im Rahmen, in der unteren Reihe, Mitte? Beides sind jetzt keine Unlösbaren Probleme, aber ich vermute, dass sie bereits gelöst wurden. (die Scharniere gehören nicht zum Bausatz)

Etwas Sorgen bereiten mir noch die Krümmungen/Biegungen am Wagenkasten und am Dach (besonders beim Oberlicht) aber insgesamt ist das schon verdammt geil und mein bisher größtes Modell überhaupt.

Mal gucken wie es weiter geht.









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rofra
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Re: 0f mal Andersrum: Fahrzeugbau in 1:13,3 auf 45mm Spurweite

Beitrag von rofra »

Nach den kleinen (naja das sind auch schon ganz schöne Brocken) Heynschen Wägelchen, kommt das meinem Geschmack doch schon wesentlich näher.

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Das wird super (und nicht über die Lok lachen! Sie ist nicht schön aber funktioniert und ist so eine Art Versuchskaninchen. Die hat innerere Werte...).

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Die Bilder entstanden nach dem Verkleben und antrocknen des Wagenkastens, sodass ich ihn beim nächsten mal in Form bringen kann. Ich bin gespann.
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GNEUJR
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Re: 0f mal Andersrum: Fahrzeugbau in 1:13,3 auf 45mm Spurweite

Beitrag von GNEUJR »

Moin,

ich bin diese Woche im Urlaub, ich schreibe Dir was, wenn ich zurück bin.

Viele rüße
Gerd
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rofra
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Re: 0f mal Andersrum: Fahrzeugbau in 1:13,3 auf 45mm Spurweite

Beitrag von rofra »

Bitte Urlaub machen, ich komme eh immer erst zum Wochenende in die Werkstatt :) Zumal ich genug Ausweichprojekte habe (Gleisbau fiel mir jetzt wieder auf z. B.), ich bin bei sowas nur immer sehr neugierig und dann manchmal erstmal nicht zu stoppen.

Grüße aus Berlin
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Re: 0f mal Andersrum: Fahrzeugbau in 1:13,3 auf 45mm Spurweite

Beitrag von GNEUJR »

So, ein paar Erklärungen:

Die vier "Rahmen" werden die Achslager. Jeweils drei Teile nebeneinander in den Rahmen, dann über den Achsstummel und das Lager im Messingträger

Die kleinen, langen "Lappen" sind die Stützen der Blattfedern und liegen über dem Rahmen.

Die großen Platten sind "Rohmaterial" zum Auffüllen des Bereichs zwischen den Rahmenwangen um dort die Kupplungen befestigen zu können. - Dafür gibt es keine fertige Lösung, weil jeder sein eingenes Süppchen kochen wollte: Feste Kupplungen, oder schwenkbare Kupplungen an einer Deichsel: WIe auch immer Du es lösen möchtest.

Auf dem Bild habe ich jetzt ein bißchen was markiert:

250823_unknown_parts_explained (GNEUJR)
Bild

Viel Spaß beim weiteren Bau!

Viele Grüße aus Plön

Gerd
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rofra
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Re: 0f mal Andersrum: Fahrzeugbau in 1:13,3 auf 45mm Spurweite

Beitrag von rofra »

Guten Morgen,

nah so halb war ich schon auf dem richtigen Weg, aber gerade weil die Kupplung ja irgendwie ran muss und zumindest am Rahmenende eine Art Aufnahme dafür da ist, wäre ich nicht darauf gekommen, dass die Platten da noch mit reinspielen.
Generell ist die gesamte Kupplungsproblamtik noch da (wie in jedem Maßstab), an dem Punkt bin ich aber schlichtweg noch nicht, weil ich auch mit meiner bisherigen Kupplungslösung eher semizufrieden bin.

Bei kleineren Modellen würde ich im Rahmen Gewicht unterbringen. Bei 7/8 (fast) bin ich aber da noch unsicher. Ich bin erst seit März/April dabei und das Ganze ist ein völlig neue Welt.

Die restliche Beschreibung könnte tatsächlich helfen - es ist früh um 6 und der erste Kaffee ist noch nicht durch, da bin ich noch unsicher- ich muss nochmal beides zusammen legen (meine Werkstatt ist 50km von hier entfernt und im Regelfall bin ich nur am WE da), dann klappt da sicherlich auch die Transferleistung zu 100%.

Aber an der Stelle gleichmal vielen Dank für den Bausatz. Der macht wirklich Spaß. Auch vielen Dank für die Unterstützung und noch einen angenehmen Urlaub!
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