Zahnradlok Wasseralfingen

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Moderator: GNEUJR

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Z13
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Re: Zahnradlok Wasseralfingen

Beitrag von Z13 »

Hallo Henner,

nachdem Du ja schon die Loch-Lötplatte hast könnte Dir das hier helfen

https://www.fohrmann.com/de/loethaken.html

Viele Grüße
Manfred
....Zahn um Zahn den Berg hinauf....
dampfspieler
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Re: Löten kleiner Teile

Beitrag von dampfspieler »

Moin Henner,

die Frage, die Dich umtreibt, ist eher die, wie die kleinen Teile sicher zueinander fixiert werden können/sollen, so dass sie beim Lötvorgang die gewünschte Lage zueinander behalten.

Wegen der geringen Größe und des geringen Gewichts haben die nämlich die Tendenz, auf dem Lot aufzuschwimmen. Außerdem können sie oder die Lötunterlage und die Teile zur Fixierung wegen der geringen Masse schnell überhitzen.

Sinnvoll ist es daher, die Teile erst nach dem Lötvorgang auf das finale Maß/die endgültige Form zu bringen. Ich fand diesbezüglich die Gedanken und Beschreibung von Kozo Hiraoka ganz hilfreich, der die Teile oft miteinanger verschraubt/verstiftet, dann lötet und anschließend in Form bringt.

Hie ein paar Bilder von ein paar Bauteilen einer Reglerschieberbetätigung für eine stehende Twin.

Die Führung für den Reglerschieber-Hebel bestand aus insgesamt sieben Teilen. Die gelaserten Kulissen habe ich am geschwungenen Messingbogen mit zwei Kupfernieten fixiert und sie gleichzeitig miteinander mittels Schraube und Distanzstück geklemmt. Die Verstärkung am unteren Teil des Bogens bestehen aus zwei etwas übermaßigen Platten, die mit einem Messingbolzen an dem geklemmt wurden. Bogen, Ring und der Fortsatz kamen dann in eine extra gebaute Lötvorrichtung, die die Teile am Wandern hinderte. Das fertige Teil sieht so aus.

Bild


Hier der "Handgriff" am Reglerschieberhebel. Der Hebel hat eine Stärke von 5 mm, der Handgriff von 7 mm und bietet so die Möglichkeit, einen Schlitz einzufräsen, In dem der Hebel dann liegt und eingelötet werden kann. Durch die links und rechts vorhandenen Überstände ist die Stabilität der Verbindung so, dass ein Bruch im Betrieb eher auszuschließen ist.

Bild

Bild


Ich habe ganz normales Silberhartlot (2 mm Stab) und einen großen Brenner verwendet. Für kleinere Teile ist Silberlotpaste eine sinnvolle Möglichkeit. Ich verwende die von Bengs - Silberlotpaste zum hartlöten ..


Vom Vorgang selber und der Vorrichtung gibt es keine Bilder, diesbezüglich kannst Du bei Frithjof sehr gut Anregungen bekommen.

Ich hoffe mal, das hilft Dir etwas weiter
Dietrich
Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.
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Henner (Henry)
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Re: Zahnradlok Wasseralfingen

Beitrag von Henner (Henry) »

Danke für die vielen Tipps. Einige der Hilfsmittel werde ich mir zulegen. Ich hatte versucht, ohne eine Vorrichtung zu löten, solche Schnellschüsse rächen sich immer. Eine solche habe ich jetzt gebaut. Ausserdem habe ich Hartlötpaste bestellt. Wenn alles eingetrudelt ist, mache ich einen weiteren Versuch und berichte mit Bild.
Noch eine Frage: Was benützt ihr als "Hochtemperaturisolierpappe", um den Wärmeabfluss beim Klemmen zu verringern. Mein USA-Material ist verschollen :( .
Gruss
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Re: Zahnradlok Wasseralfingen

Beitrag von Henner (Henry) »

Wieder ein kleiner Meilenstein erreicht. Das (Dummy)-Sicherheitsventil vom Typ Salter ist fertig. Da unter dem Dom ein Nachspeiseventil liegt, musste es abnehmbar gestaltet werden. Ausserdem wurden die Zughaken befestigt. Hier der gegenwärtige Stand:

Bild

Bei dem Foto habe ich versucht, die Tiefenschärfe durch Focus-Stacking zu erhöhen. Für den Bau des Sicherheitsventils habe ich diesmal mehrere Hilfsmittel gebaut. Mit Hilfe einer Lötlehre liess sich der Hebel des Sicherheitsventils exakt mit dem dazugehörigen Ring verbinden. Die kleinen Stössel mussten geschlitzt werden, auch dazu hatte ich eine Vorrichtung gebaut:

Bild

Bild

und die fertigen Stössel (Die Gewinde sind wieder M1):

Bild

Das fertige Ventil, noch ohne Fangbügel:

Bild

Die Schrauben zwischen Stössel und Hebel sind M0,8 und die Gewindestange M1,0. Da ich in erster Linie ein Funktionsmodell und kein Vitrinenmodell bauen will, wird sich zeigen, ob das Salter-Ventil dem rauhen Gartenbahnbetrieb gewachsen sein wird. Als Nächstes kommen die Trittstufen am Führerhaus dran. Hier suche ich noch das geeignete Riffelblech. Update: In einer meiner Umzugskisten fand ich noch ein Stück 1:22,5 Riffelblech.
Gruss
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Re: Zahnradlok Wasseralfingen

Beitrag von T 20 »

Henner,

was für eine kleine Schönheit ! Nächstes Jahr ist geplant, die Zahnradbahn nach 6 Jahren "auszumotten".
Da hätte ich Dich sehr gerne dabei.
Willst Du auch von den kleinen Loren ein paar bauen, oder wird Dir das dann doch zuviel, wenn Dein Meisterstück
"zahnt" ?

Grüße
Tobias
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Re: Zahnradlok Wasseralfingen

Beitrag von Henner (Henry) »

Tobias,
Danke für Dein (treues) Mitlesen. Vielen Dank für die Einladung. Bis nächstes Jahr sollte ich die Lok eigentlich (wieder) fahrfertig haben. Sie war jetzt ca. 2 Jahre ausser Betrieb. Einige Teile der inneren Steuerung werde ich nochmal überarbeiten (Loctite-Sicherungen durch Klemmscheiben ersetzen).
Kipploren wird es in der Tat geben. Mein Freund Dennis hat 3 Exemplare im Bau. Da er inzwischen über 80Jahre alt ist, geht es nur langsam voran. Alle Teile sind fertig und er ist jetzt am Zusammenbau.
Gruss
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Re: Zahnradlok Wasseralfingen

Beitrag von Henner (Henry) »

Dennis hat mir ein Foto der im Bau befindlichen Kippwagen geschickt:

Bild

Er hat alle Teile gefertigt und muss sie jetzt "nur" noch zusammenbauen.
Gruss
Henner (Henry)
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T 20
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Re: Zahnradlok Wasseralfingen

Beitrag von T 20 »

Henry,
danke für Deine Antwort.
DAS sind aber hübsche Loren, die passen, auch von der hohen Qualität natürlich hervorragend zu
Deiner "Kleinen".
Ja, da freue ich mich auf Euch "Beide" nächstes Jahr :wink:

gezahnte Grüße
Tobias
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Re: Zahnradlok Wasseralfingen

Beitrag von Henner (Henry) »

Ich wollte mich mal wieder melden. Vor einigen Wochen bekam ich den "Auftrag" meines ältesten Sohnes, für ihn eine kohlegefeuerte Echtdampflok aus einem Bausatz von Roundhouse und Riverdale zu bauen, da er aus beruflichen Gründen keine Zeit dazu hatte.

Bild

Dies ist jetzt abgeschlossen und ich kann mich wieder der Zahnradlok widmen. Ich habe inzwischen den Führerhausboden und die Trittstufen gefertigt (Das Führerhaus ist nur lose aufgelegt, deshalb etwas schief).

Bild

Zur Zeit habe ich die Lok zerlegt, da ich die Steuerung noch etwas verbessern will. Ausserdem werden leichte Korrosionsschäden beseitigt, die während des Transports von Kalifornien nach Deutschland entstanden sind. Die Lok wird Fernsteuerung erhalten, da sie immer nur relativ kurze Strecken zurücklegt und häufig die Richtung wechselt. Die Servos hatte ich schon installiert, aber keinen vernünftigen Platz für Batterie und Empfänger gefunden. Die Lösung wird jetzt ein Deltang Mikro Empfänger mit einer einzelnen Lipo Zelle sein. Servos, die bei dieser niedrigen Spannung noch arbeiten, habe ich bei Funduino gekauft. Ob sie was taugen, wird sich zeigen.
Gruss
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Re: Zahnradlok Wasseralfingen

Beitrag von Henner (Henry) »

So, die Fernsteuerung ist eingebaut und getestet. Wie gesagt, in der kleinen Lok ist sehr wenig Platz, aber durch die relativ kurzen Fahrstrecken war RC fuer mich wichtig. Ich musste einige neue Techniken erlernen wie z.B. CNC-Fräsen einer Verteilerleiterplatte und Crimpen von Steckverbindungen. Leider ist das Führerhaus jetzt komplett vollgestopft, aber damit muss ich leben. Ein Geisterwagen hätte mir auch nicht gefallen. Hier nun die Führerhausrückwand:

Bild

Links und rechts die beiden 3V-Servos, auf der Kunststoffplatte die Verteilerplatine, links oben der Mikro-Empfänger, links unten der Ein/Ausschalter mit Verlängerung und auf der Rückseite die Lipo-Zelle:

Bild

Auf Rollen läuft die Lok jetzt ganz ordentlich und die RC-Komponenten werden kaum warm. Ich hatte die Gooch Steuerung noch einmal etwas überarbeitet und neu eingestellt. Da ich keine Anlage mehr habe , muss ich provisorisch ein kleines Oval aufbauen, um zumindest einen Test im Adhäsionsbetrieb machen zu können. Im Grunde ist der Bau jetzt damit abgeschlossen; vielleicht ergänze ich noch einige Leitungen etc. und überlege, ob ich die Lok lackieren soll.

Bild

Das Bild ersetze ich gelegentlich noch durch ein Besseres (ohne schiefe Rollen und wieder mit Dummy-Salter-Sicherheitsventil)...

Gruss
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