Bei der Neuzeichnung des GG124 Mosbach-Mudau 
aufgetretene Unstimmigkeiten und Fragen, 
Anmerkungen zu der Zeichnung

Fassung vom 2005-02-06

- Die Hhe der Rahmenlngstrger auf der Seidel-Zeichnung 
  ist zu niedrig. Wahrscheinlich waren es im Original 
  200-220mm. Um etwa diese Differenz liegt die Dachkante
  in der Seitenansicht zu niedrig (wenn die 3.100mm 
  ab SO stimmen). 
- Entweder in der Seitenansicht oder in der Stirnansicht ist 
  die Wlbung des Dachs falsch. Die Differenz betrgt 25%. 
  Ich neige zu der Annahme, dass vorwiegend die Stirnansicht 
  nicht stimmt; in der Zeichnung habe ich versucht, die 
  entsprechend allen Faktoren plausibelste Lsung zu finden. 
- Die Streben unter dem Dachberstand bei der Bhne sind 
  auf dem Foto wesentlich dnner als auf der Zeichnung. 
- Die Bretterteilung auf Zeichnung und Foto stimmen nicht 
  berein. 
- Die Nieten an den senkrechten Profilen der Seitenwnde 
  liegen im Foto genau auf Hhe der Fugen (anders als in 
  der Zeichnung). 
- Lage und Hhe der Seitenwandluken in der Zeichnung stimmen 
  nicht mit dem Foto berein. 
- Keines der Wagenkasten-Felder auf der Zeichnung hat das 
  gleiche Breitenma. 
- Es bleibt unklar, wo der Zeichner den Wagenkasten fr 
  das Ma der Wagenkastenlnge (9.700mm) anfangen lsst - 
  lt. Zeichnung auf etwa halber Tiefe der senkrechten 
  Profile der Stirnwnde, also auerhalb des Holzaufbaus. 
  Wird als richtige Stelle die Auenkante der Stirnwand-
  Bretter angenommen, blieben nur knapp 360mm Tiefe fr die 
  Bremser-Bhne - das ist eindeutig viel zu wenig. Was 
  stimmt da nicht? Ich vermute, dass der hlzerne Teil 
  des Wagenkastens nur etwa 9.600mm lang war. Das wrde 
  zumindest zur Zeichnung passen. Vermutlich meint der 
  Zeichner die Auenkanten der senkrechten Profile der 
  Stirnwnde - die wren dann aber mit 40-50mm schon zu 
  tief, und eingezeichnet sind sie noch viel tiefer 
  (wahrscheinlich hat der Zeichner nicht bedacht, dass 
  diese in der Seitenansicht teilweise hinter den Eckprofilen 
  verschwinden). Nimmt man einmal an, dass das stimmt, so 
  ergbe sich eine nutzbare Tiefe der Bremserbhne von 
  gut 400mm - das klingt schon plausibler und ist auch 
  ein von anderen Wagen her bekanntes Ma. 
- Bei den Breitenmaen hat der Zeichner anders angesetzt. 
  Dort gilt die Auenkante der Eckwinkel als Ma fr die 
  angegebenen 2.300mm. Das knnte passen und wre typisch. 
  Damit wre der Wagenkasten (Holz) auen 9.6002.240mm 
  breit. Bei 40mm-Brettern ergben sich 20,5m Ladeflche 
  und bei 45er Brettern 20,44m. 
- Die Breite und Lage der Trittstufe an der Bhne stimmen 
  in der Zeichnung nicht. Ich nehme an, die Trittstufe 
  war in der Tiefe der Bhne zentriert angebracht. 
- Die senkrechte Griffstange an dem Eckprofil bei der 
  Bremserbhne ist zu kurz. Der untere Anbringungspunkt 
  stimmt so halbwegs. 
- Die Lage der Drehgestelle und die Achsstnde sind nicht 
  ganz richtig eingezeichnet (Lage nach rechts verschoben, 
  Achsstnde zu lang). 
- Wei jemand, ob bei Mosbach-Mudau mit 650mm Puffermitten-
  Hhe gefahren wurde? Offiziell wre das entsprechend der 
  BS (Bauordnung fr Bahnanlagen und Fahrzeuge der 
  Schmalspurbahnen des allgemeinen Verkehrs, siehe 
  http://www.epoche2.de) das absolute Minimum; bei der 
  K.Bay.Sts.B. waren 750mm im unbeladenen Zustand das 
  Regelma. Bei dem jngsten GG124-Bild habe ich ca. 
  675mm Hhe grob berechnet. 
- Ich habe den Wagen brav mit 650mm Puffermitten-Hhe gezeichnet; 
  aber auf dem Foto ist die Pufferhlse komplett auf der 
  Pufferbohle zu sehen. Da stimmt meiner Meinung etwas nicht. 
  Alternativ-Vorschlge links im Bild als Detail. 
- Es waren bei dem Drehgestell im Bild wohl doch zwei 
  mal zwei Federn. Vergleiche den Diamond-Thread. 
- Die Achslagergehuse sind zu tief eingezeichnet. 
  Die Form der Achslager-Deckel in der Stirnansicht ist 
  evtl. falsch. Richtig: Von oben nach unten Richtung auen 
  abgeschrgt. 
- Es bleibt fraglich, ob wirklich beide Drehgestelle 
  gebremst waren. Bei der DB knnte das evtl. sein, aber 
  der Umbau-Aufwand ist enorm, und zur DRG-Zeit war es 
  wahrscheinlich (!) nur ein gebremstes Drehgestell. 
- Laut Bremskennzeichen hat der Wagen eine international 
  zugelassene Personenzugbremse (!).  
- Auf dem Foto ist nicht sicher zu erkennen, ob die 
  Handbremsspindel rechts oder links war; jedenfalls 
  lag sie in der Breite nicht da, wo sie eingezeichnet 
  ist. 
- Die Laufschiene fr die Tr ist auf dem Foto am Ende 
  typisch nach innen gebogen und nicht nach oben. 
- Kupplungshaken und -se sind in der Stirnansicht 
  asymmetrisch zur Mittellinie, was unwahrscheinlich ist. 
  Ebenso unwahrscheinlich ist, dass die inneren senkrechten 
  Streben der Stirnwnde genau auf Hhe der Kupplungsffnungen 
  gelegen haben sollen wie gezeichnet. Dann htte sie keine 
  die Senkrechte stabilisierende Funktion mehr gehabt,  
  da sie auf der nicht-Bhnen-Seite gar nicht htten mit 
  den Pufferbohlen verbunden werden knnen. Wahrscheinlich 
  ist, dass dem Zeichner die linke Kupplungsseite der 
  Stirnansicht wesentlich zu weit nach links "gerutscht" ist. 
- Ziemlich sicher hat sich der Zeichner in der Lage der 
  senkrechten Sprengwerks-Sttze verhauen. Auf dem GG125-Foto 
  ist leidlich zu erkennen, dass diese von unten am ueren 
  Rahmenlngstrger befestigt war und nicht dahinter. Das 
  macht auch Sinn, denn die Zugstangenhalter auen liegen 
  mittig unter den Rahmenlngstrgern. Der Beweis folgt auf 
  dem Fu: Auf dem Foto von Masche ist ganz deutlich zu 
  erkennen, dass die rechte Zugstange _vor_ dem Flacheisen 
  luft (auen), das die Trittstufe hlt. Das fhrt jedoch 
  zu einer problematischen Stelle an der anderen Seite der 
  Trittstufe, die ja nicht mittig zum Sprengwerk liegt. 
  Da passt die Stange mal gerade so ber die Biegung des 
  Halters - aber eben dann doch.  

Spekulationen in der Zeichnung

- Lage und Befestigung der Handbremsspindel
- Die Breite der Tr-Trittsufe wurde mit 1.700mm angenommen.
- Die Breite der Bhnen-Trisstufe wurde mit 300mm angenommen.
- Es wurde angenommen, dass die Handbremsspindel entgegen 
  der Zeichnung in Fahrtrichtung rechts lag. Dafr spricht 
  das Foto des zum XX umgebauten Wagen. Warum sollten sich 
  die Wangerooger die Mhe gemacht habe, die Bremsanlage 
  umzubauen? 
- Dachwlbung und damit Gesamthhe des Dachs (ist etwas 
  steiler und damit hher als bei der Zeichnung). 
- Auf Wangerooge hatte der ex GG125 einen runden Pufferteller. 
- Die obersten, ausgerundeten Bretter der Stirnwnde waren 
  wahrscheinlich ein Teil, und das darunter liegende Brett 
  (anders als in der Neuzeichnung) hher.
- Der Abstand der ueren, senkrechten Strebe des Bhnengelnders 
  zum Rand der Pufferbohle.
- Die Hhe der Bremsklotz-Mitte. _Meist_ lag diese bei 
  Diamond-Drehgestellen unterhalb der Achsmitte (aus 
  Platzgrnden). 
- Ich will nicht mit letzter Sicherheit ausschlieen, dass 
  der Wagen auf der Bhnenseite ein bergangsblech hatte oder 
  zumindest am Gelnder zwischen den inneren Streben (und nur 
  dort) ein querlaufendes Brett. 
- Das Fachwerk der Drehgestelle ist mit Vorsicht zu genieen. 

Anmerkungen zur Zeichnung

- Ich habe nicht die blasseste Idee, wie die Handbremszugstange 
  bei einem in Wagenmitte liegenden Bremszylinder am Drehgestell 
  vorbei dorthin gefhrt werden sollte. Meines Wissens haben 
  Diamond-Drehgestelle mit Druckluftbremse den Bremszylinder 
  direkt an einem Halter am Drehgestell. 
- Links wurden die (wie ich finde plausibleren) Varianten 
  mit einer Pufferhhe von 700 und 750mm im unbeladenen Zustand 
  als Detail eingefgt. 

Tipps fr Bauinteressenten

- Wenn ein Modell nur handgebremst sein soll, sollte nur das 
  Bhnen-seitige Gestell gebremst sein. Auch mssen dann die 
  beiden Bremsgehnge gegeneinander gespiegelt werden 
  ( http://www.themt.de/org-0350-49.htm#dmnd ). Mir ist kein 
  Wagen mit zwei gebremsten Diamond-Drehgestellen bekannt. 
  Selbst die 38t-Regiekohlenwagen der K.Bay.Sts.B. (OOtmu) 
  hatten nur eine gebremstes Gestell. 
- Das Fahrwerk muss direkt hinter den ueren Lngstrgern weitere 
  Lngstrger mit den Aufnahmen fr den Querbalken der Drehgestell-
  Aufnahme gehabt haben, da deren Befestigungen auf dem Foto nicht 
  zu sehen ist. 

Thomas Hey'l
(theylmdl)