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Die NHE als Winterbahn

 
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windbergbahn
Buntbahner


Anmeldungsdatum: 12.02.2007
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 21.02.07 08:23    Titel: Die NHE als Winterbahn Antworten mit Zitat

Winterbahn

Der eine oder andere hat vielleicht Interesse, zu erfahren, wie die Winterlandschaft auf meiner letzte Woche hier gezeigten Anlage entstand.
Um es vorweg zu sagen: Einfacher als die Ausgestaltung einer Sommer- Anlage ist die Gestaltung einer Winteranlage keineswegs. Hinzu kommt der Umgang mit einer weitgehend unbekannten Materie, sowie der Umstand, dass die Modellbahn- Zubehörindustrie –zumal in dieser Baugröße- nicht allzuviel und angesichts der doch erheblichen zu gestaltenden Quadratmeter nur sündhaft teure Hilfestellung anzubieten hat. Alles Punkte, die zunächst eher abschrecken könnten, andererseits aber auch einen gewissen Reiz ausüben, etwas zu schaffen, was noch nicht so „üblich“ ist.
Neben diesem Punkt bietet eine Winteranlage allerdings in jeder Baugröße auch den ganz konkreten optischen Vorteil, dass Fahrzeuge, die ja wohl auf jeder Modellbahnanlage die Hauptsache sind, in einer weißen Umgebung viel deutlicher in Erscheinung treten als zwischen den sonst üblichen Sommer- „Tarn“farben.

Vorbereitungen
Zunächst müssen die im Rohbau fertigen Anlagenteile einigermaßen durchgestaltet werden: Mindestens alle Gebäude sollten vor Beginn der Einschnei- Phase schon an ihrem Platz stehen, bis hin zur Telefonzelle oder zur Diesel- Zapfsäule im Bw. Zurüstteile wie z.B. Handweichen- Stellhebel sollten ebenfalls schon eingebaut sein, während z.B. Verkehrsschilder, Straßenlampen, Bäume, also i.W. alles, was „unten rund“ ist und durch eine einfache Bohrung auch nachträglich noch in den Schnee eingebracht werden kann, noch Zeit haben.
Überflüssig zu erwähnen, dass Straßen auf jeden Fall schon mit Straßenpflaster ausgestattet sein müssen, wenn dies durch eine dünne Schneedecke oder auf einer „geräumten“ Straße erkennbar bleiben soll. Auch die Schienenflanken sollten schon braun bemalt sein.
Bei meiner Baumethode kann man sich zwar das mühsame Einschottern der Strecken weitgehend sparen, Weichen, insbesondere deren Zungenbereiche, sollten jedoch wenigstens fertig eingeschottert sein, da sie meist auch in Wirklichkeit freigeschaufelt, -gefegt und –geschmolzen werden und der Schotter sichtbar ist. Dort, wo sich der Schnee neben der Straße, neben der Strecke oder manchmal auch zwischen den Gleisen höher auftürmen soll, sollte zunächst mit Styropor oder PU- Schaumstücken aufgefüllt und in Form gebracht werden, um hier –auch aus Gewichtsgründen- nicht zu viel Moltofill als Schneematerial einsetzen zu müssen. Aber Achtung! Einschließlich der späteren Schneedecke sollte der Bereich zwischen den Schienen und unmittelbar daneben niemals höher sein als die Schienenoberkante. Selbst wenn der Zug noch durchkommt: beim späteren Schienenputzen ergeben sich an diesen Stellen sonst immer hässliche schwarze „Putzstreifen“!



Der erste Schnee
Wie schon angedeutet, ist das Basismaterial für meinen Schnee Moltofill. Bei einer Spur II- Anlage sollte man schon größere Gebinde im Baumarkt kaufen, wenn auch von der ganzen Pracht ein nicht unerheblicher Teil eher wieder im Staubsauger verschwindet als mit der Anlage eine dauerhafte Verbindung einzugehen.
Doch bevor Moltofill zum Einsatz kommt, muss im ersten Arbeitsgang zunächst der ganze, mit Schnee zu bedeckende Bauabschnitt mit Gipsbinden ausgelegt werden. Diese sind in Apotheken oder preiswerter: in Sanitätshäusern, in unterschiedlichen Breiten käuflich zu erwerben. Auch der Modellbahn- Zubehörhandel bietet, ursprünglich für den Landschaftsunterbau bestimmt, derartiges Material an, wobei dasjenige Gewebe, das die unregelmäßigste Struktur aufweist, das geeignetere ist, da es später schon unter wenig Moltofill nicht mehr zu erkennen ist. Hier habe ich beste Erfahrungen mit dem auch preislich vernünftig gehandelten Gewebe von Noch gemacht, während das regelmäßigere Faller- Gewebe schwerer zu tarnen ist .
Die Gipsbinde wird eingermaßen passend zugeschnitten. Insbesondere für den Bereich zwischen den Gleisen muss sie in gleichmäßig breite Streifen geschnitten sein.
Nachdem alles passend ausgelegt ist, werden die Gipsbinden mit einem gut in einem 50:50 Wasser-/ Ponalgemisch genässten, dicken Flachpinsel befeuchtet und in Form gebracht. Zwischen den LGB- Schienen können sie sich dabei an den Schraubkopfimitationen der Kleineisen festhaken und liegen so seitlich gut im unteren Bereich der Schienenprofile an, ohne noch einen Blick auf den schotterlosen Untergrund zwischen den Schwellen freizugeben.
Zwischendurch wird auf das noch nasse Gewebe mit einem kleinen Küchensieb Moltofill aufgesiebt, das teilweise die Feuchtigkeit aufnimmt und eine Verbindung mit der Gipsbinde eingeht, deren Struktur jetzt nicht mehr zu erkennen ist. Gleich danach sollten aber Schienenköpfe und Spurrillen ein erstes Mal mit Spachtel, Lappen und Rubber gereinigt werden.
Nach dem Durchtrocknen der unter der Schicht versteckten Schwellen und den schotterlosen unsichtbaren Lücken dazwischen ergibt sich nun die gewünschte, leicht wellige Grundstruktur dieser ersten Haut.

Weiße Pracht
Leider ist Moltofill nach dem Durchtrocknen alles andere als schneeweiß und zu allem Überfluss auch ein beträchtlicher Teil des aufgesiebten Pulvers gar nicht festgeklebt, sodass im zweiten, sich jetzt anschließenden Arbeitsgang die ganze Chose mit weißer Farbe bearbeitet werden muss. Ich verwende Dispersionsfarbe („Alpinweiß“ o.ä.) aus dem Baumarkt. Die Farbe wird etwas mit dem schon beschriebenen Wasser-/ Leimgemisch verdünnt, bis sie leicht fließfähig ist und gleichfalls mit dem Flachpinsel aufgestrichen und aufgetupft werden kann. Dabei werden auch die bisher nicht festen Moltofill- Partikel aus dem ersten Arbeitsgang mit verklebt. Stellen, an denen das Gewebe trotzdem noch zu deutlich zu sehen ist, müssen nochmals mit Moltofill bestreut und anschließend mit der weißen Farbe „verrieben“ werden.
In die noch feuchte Oberfläche muss jetzt noch der typische Schneeglanz gezaubert werden: Hierzu wird sparsam, ebenfalls mit einem kleinen Puderzuckersieb Glasdiamantine aufgestreut. Man sollte hierfür nur Produkte verwenden, die nur Glaspartikel enthalten, keine silbernen oder gar farbigen Bestandteile. Die Illusion ist sonst unweigerlich dahin und alles wirkt nur noch kitschig! Die besten Erfahrungen habe ich mit Auhagen- und Heki Schneeglitzer gemacht. Da es sich ja nur um ein dünnes Überstreuen handelt, kann die Geldausgabe für dieses ursprünglich für HO gedachte Produkt auch bei einer großflächigen LGB- Anlage akzeptiert werden.
Mit einem feuchten Lappen sollten jetzt noch schnell, bevor alles zu fest angetrocknet ist, die Oberfläche der Schienen und auch die braun gestrichenen Schienenflanken, soweit sie unbeschneit sichtbar sein sollen, von der weißen Farbe befreit werden. Auch eventuelle Ausrutscher, z.B. weiße Farbspritzer an angrenzenden, eigentlich schneefreien Flächen können jetzt noch leicht mit einem feuchten Tuch entfernt werden.
Wichtig ist in dieser Phase besonders das Reinigen der Schienenoberfläche mit dem Rubber, damit hier keine Leimreste antrocknen, sowie das Freikratzen der Spurrillen, insbesondere in Radlenker- und Herzstückbereichen.
Nach dem Durchtrocknen wird das ganze Kunstwerk erst einmal gründlich abgesaugt. Sofern einige Stellen danach wieder unbefriedigend wirken, sei es, dass das Gewebe doch an einigen Stellen infolge der „guten Saugleistung“ wieder zu deutlich zu sehen ist oder manche Bereiche nicht weiß genug wirken, wird der jeweils notwendige Arbeitsschritt hier einfach noch einmal wiederholt.

Katzeklo
In den seltensten Fällen bleibt Schnee in den von uns auf einer Anlage dargestellten Bereichen so liegen, wie er gefallen ist. Wir wollen ja eine Eisenbahn- Landschaft darstellen und keine Einöde.
So ist es nötig, während der Trocknungsphase dort, wo es sinnvoll erscheint, z.B. im Bahnsteigbereich, Fußspuren zu imitieren. Diese Arbeit kann eine nicht anderweitig benötigte Figur übernehmen, deren Schuhe in den nicht mehr zu feuchten Farb-/ Moltofillauftrag gedrückt werden.
Eine wesentliche und umfangreiche Arbeit ist aber vor allem das Aufhäufeln von „geräumtem“ Schnee am Rande glatter Schneeflächen, sei es, dass ein Schneepflug den Schnee dorthin geworfen hat oder eifrig schaufelnde Preiserlein. Nebenbei dienen derartige Häufungen dazu, schwer zu gestaltende Übergänge, z.B. zwischen Schneeflächen und Häuserwänden, Zaun- Unterkanten oder um Laternen herum, zwischen verschneitem Gelände und vielleicht unverschneiten, weil überdachten Flächen abzumildern.
Hierbei hat sich vor allem bei mir die Verwendung von... Katzenstreu bewährt! Es ist ein Ausgangsmaterial, das im Gegensatz zu Steinschotter sehr leicht ist und in seiner Bröckeligkeit recht gut weggeschaufelte Schneeklumpen wiedergibt. Alternative Versuche mit im Gummibecher hartgewordenem Moltofill, das anschließend zerstampft wurde, brachten angesichts der großen notwendigen Menge nicht den gewünschten Erfolg.
Zunächst muss Moltofill so lange der oben beschriebenen Mischung aus Wasser, Leim und weißer Dispersionsfarbe zugegeben werden, bis eine pastöse Konsistenz entstanden ist, die in dieser Form schon zum Ausbessern oder Auffüllen von nicht so gut gelungenen Schneeflächen oder von Schneewehen o.ä. verwendet werden kann.
Nach der Einmischung von Katzenstreu entsteht aber zusätzlich eine klumpige Substanz, die sehr gut mit einem Löffel oder einem Miniaturspatel wie ihn Faller im Programm hat, an den entsprechenden Stellen der Anlage aufgehäufelt werden kann.
Ich habe hiermit ganze Schneepflugspuren links und rechts der Schiene gestaltet und selbstverständlich auch die Schneehaufen auf den Bahnsteigen oder neben den freigeschaufelten Weichenbereichen. Gegebenenfalls muss nach dem Durchrocknen nochmals mit unverdünnter weißer Dispersionsfarbe übergetupft werden, um die restlichen noch sichtbaren feinen Löcher in der Katzenstreu zu verschließen.
Natürlich sollte noch im feuchten Zustand auch hier Glasdiamantine aufgestreut werden. Eine leichte Alterung der Schneehaufen mit brauner, sehr wässriger Dispersion nach dem Durchtrocknen ist anzuraten, wenn etwas ältere oder dreckigere Schneehaufen dargestellt werden sollen.


Feinarbeit
Nach Abschluss dieses zweiten Durchganges beginnt die Feingestaltung:
So müssen Hausdächer, Straßen und Fahrzeuge eingeschneit, Bäume und Büsche „beweißt“ (das ist das winterliche Gegenstück von „begrünt“) werden. Auch die Straßen- und Bahnhofslaternen, Zaunoberflächen und Brückenkonstruktionen können einen weißen Überzug vertragen. Last not least sollte auch eine winterliche Hintergrundkulisse für das richtige „Feeling" sorgen:
Bei Hausdächern und Straßen sind die oben beschriebenen Prozeduren ähnlich gut anwendbar. Bei lediglich dünnen Schneeauflagen kann man sogar auf die Gipsbinden- Unterlage verzichten und gleich das Leim-/ Wasser-/ Moltofill-/ Farbgemisch auftupfen. Da man leider kaum „schneefallähnlich“ tupfen kann, empfiehlt sich aber in jedem Fall ein leichtes Abstreuen der noch feuchten Flächen mit Moltofill, ein anschließendes erneutes Übertupfen des durchgetrockneten Auftrags mit weißer Farbe und danach das Abstreuen mit Glasdiamantin.
Für das Aufbringen von Schnee auf schmalen Flächen wie Mauersimsen oder Brückenträgern eignet sich sehr gut eine Sahnespritze (aber bitte neu im Haushaltswarengeschäft kaufen und nicht die aus der Küche verwenden). In die Hülle wird das Moltofill- Gemisch mit einem Löffel eingefüllt und vorne die kleinste Düse aufgeschraubt. Ohne große Schmiererei lässt sich so die herausgedrückte „Wurst“ auch in kompliziertere Ecken drücken und kann dort mit dem Spatel gut ausmodelliert werden.
Flächen, von denen der Schnee schon abgerutscht ist, zerfahren wurde oder –z.B. um Schornsteine herum- abgeschmolzen ist, müssen vor Beginn der Prozedur mit an den Seiten unregelmäßig gerissenem Maler- Abklebeband abgedeckt werden.
Nicht vergessen werden sollte, dass Straßen Reifenspuren aufweisen müssen. Eine gut profilierte LKW- Achse von einem billigen Kinderspielzeug kann hier gute Dienste leisten. Am Rand der Straße liegen dann wieder die Katzenstreu- Schneehaufen während der seitlich der Reifenspuren aufgehäufte Schnee mit einer größeren Düse aus der Sahnespritze aufgetragen, mit einer Löffelkante entlang der eigentlichen Reifenspuren etwas „zerrieben“ und danach ggf. noch leicht bräunlich eingefärbt werden sollte.
Höhepunkt der Feinarbeit ist aber das Anbringen von Eiszapfen an Regenrinnen oder allen anderen denkbaren Überhängen, wobei man allerdings nicht übertreiben sollte. Die besten „plastischen Plastik- Eiszapfen“ fertigt Faller in HO für sein Winterset. Da sowohl ihre für HO eher übertriebene Größe wie auch die dem Winterset beiliegende Gesamtmenge unter dem genannten Gesichtspunkt der sparsamen Platzierung völlig für eine Großbahn- Anlage ausreichen, kann dies Set für unseren Zweck uneingeschränkt empfohlen werden, selbst wenn der Rest des Packungsinhalts eher unnötig erscheint.

Fahrzeuge und Figuren
Die bei der Landschaftsgestaltung praktizierte Einschnei- Methode gilt prinzipiell auch so für Fahrzeuge: Während Autos partiell durchaus einen etwas dickeren Schneeauftrag, zumal, wenn sie „geparkt“ sind, vertragen können, sollten Eisenbahnfahrzeuge aber eher sparsam behandelt werden. Zum Einen verträgt sich eine umfangreiche Form des „Weathering“ kaum mit den Wünschen der meisten Besitzer nach Werterhaltung der doch sehr teuren Fahrzeugmodelle. Zum Anderen handelt es sich auch beim Vorbild meist um Betriebsfahrzeuge, die ständig bewegt werden und so nur in Ausnahmefällen stark zugeschneit werden.
Dies sollte man insbesondere bei Dampflokomotiven beherzigen, an denen sich infolge ihrer Eigenwärme höchstens im Bahnräumerbereich, ab und zu auch einmal auf dem Kohlenkasten oder Teilen des Führerhausdaches der Schnee hält. Eine fahrende, weiß eingeschneite Dampflok wirkt nicht nur kitschig, sondern meist auch in höchstem Maße unglaubwürdig!
Diese kleineren Schneeauflagen werden dafür auch nicht ganz so umfangreich aufgebracht wie dies bei größeren Flächen der Fall ist, sondern das angerührte Gemisch wird mit einem kleineren, mittelharten Pinsel auf die entsprechenden Stellen aufgepinselt und getupft. In manchen Fällen, so zum Beispiel zwischen Zaunlatten oder in den Zwischenräumen von Brückengeländern reicht durchaus manchmal auch ein einfacher Farbtupfer mit weißer Farbe. Dies kann in solchen kleinflächigen Fällen auch ein Tupfer Humbrol oder Heizkörper- Farbe sein.
Derartige Farben benutze ich übrigens auch noch zu einem anderen Zweck: Sie versiegeln vom Untergrund durchfärbende Flecke, die z.B. von einer früheren Filzstift- Markierung auf der Holztrasse oder von rostenden Schienennagel- Köpfen herrühren und machen diese kleinen, aber auffälligen Unglücke schnell ungeschehen.
Ein anfangs von mir unterschätztes Problem waren die passenden Figuren. Das Angebot von Menschlein mit passender Winter- oder wenigstens Wetterkleidung –noch dazu (unpassende Mode fällt in dieser Baugröße schon sehr auf) in epochengerechter Ausführung- ist doch mehr als spärlich zu nennen! So musste manche Figur halt mit dem Rücken zum Betrachter aufgestellt werden, um den aufgeknöpften Mantel zu verbergen, oder auch mal Riemchensandalen mit schwarzer Farbe in Winterstiefel umlackiert werden. Hier wird auch heute noch von mir ständig weitergesucht... .

Büsche und Bäume
Ein besonderes Kapitel sind noch die Bäume und Büsche. Leider gibt es bis auf den heutigen Tag im Großbahn- Maßstab keine halbwegs gut gestalteten, annähernd maßstäblichen und dabei auch in größeren Stückzahlen erschwinglichen Bäume. Es ist, als herrschten hier immer noch die industriellen Simpel- Techniken der fünfziger Jahre vor. Flaschenbürsten, wohin man sieht! Dabei gibt es heute doch so filigrane Großserien- Spritztechnik. Z.B. die Aquaristik mit ihren künstlichen Wasserpflanzen oder der Kunstblumenmarkt machen es doch vor, dass technisch viel mehr machbar wäre, als das, was auf dem Modellbahnsektor gerade im Großbahnbereich heute geboten wird.
So traf es sich gut, dass ich vor einiger Zeit einige abgestorbene Myrtenbüsche und ein paar Dekorations- Wurzelhölzer in einem Blumenladen „abstauben“ konnte. Nach dem Abfallen der Blätter –bei den letzten musste noch etwas „nachgeholfen“ werden- kamen wunderschöne unbelaubte Baumformen heraus.
Diese wurden mit weißer Marabu- Sprühfarbe zunächst einmal von oben (Schneefallrichtung!) kräftig eingenebelt und dann, wo nötig mit dem beschriebenen Moltofill- Gemisch an den Astoberseiten eingepinselt. Heraus kamen herrlich bereifte bzw. eingeschneite Winterbüsche und –bäume. Für feineres Buschwerk kann aber wenigstens auch das im Modellbahn- Handel erhältliche Seemoos unbelaubt und weiß übergenebelt verwendet werden, was wenigstens ein kleiner Lichtblick ist.
Die im Mittelgebirge so zahlreich vorhandenen Tannen lassen sich zur Zeit aber leider nur mit Hilfe der „Flaschenbürsten“ der verschiedenen Hersteller nachbilden. Wenigstens sollte man Produkte mit einer dichten Begrünung (z.B. Heki) wählen, die allerdings auch fast doppelt so teuer und damit nicht nur angesichts der gebotenen dürftigen Ausführung eigentlich schon wieder unakzeptabel für die Ausgestaltung einer größeren Anlage sind. Aber was bleibt denn übrig, als sich seufzend in sein Schicksal zu fügen. Das Warten auf die nächste, die nächste, die nächste Messe...?
Die Oberflächen der Äste der Tannen werden rundherum mit Hilfe eines breiten, etwas weicheren Pinsels mit dem nunmehr schon altbekannten Moltofill- Gemisch von oben nach unten (!) satt überstrichen und sofort mit Glasdiamantin überstreut. Danach sollten sie in ein vorbereitetes, mit Löchern versehenes Brett gesteckt werden und dann bis zur völligen Trocknung in Ruhe gelassen werden.

Hintergründiges
Nirgends tritt der Mangel an passendem Modell- Winterzubehör aber so deutlich zu Tage wie bei den Hintergrundkulissen. Lediglich die Firma MZZ und JoWi liefern einige wenige Kulissenteile, von denen die von MZZ zu allem Überfluss auch noch ein eher für die Schweiz typisches Städtchen zeigen und mühsam optisch an meine Harzer Verhältnisse angepasst werden mussten. Aber selbst diese Mühe ist bei etwa 30 nötigen Kulissenmetern nur ein Tropfen auf den heißen Stein. So habe ich zunächst einen normalen blauen Hintergrund von der Rolle aus dem Deko- Bedarf aufgezogen und bin nochmals tief seufzend und mit Hingabe an ein z.Zt. unabänderliches Schicksal dazu übergegangen, beharrlich aus MZZ- Sommerlandschaften Winterkulissen zu erstellen. So muss ich wenigstens nicht alles –mit fraglichem Erfolg- selbst malen.
Hochsommerliche Kleinstadtpanoramen oder Mittelgebirgsansichten werden so mit Hilfe von weißer, unverdünnter Dispersionsfarbe und guten Pinseln in einem viel Zeit verschlingenden Prozess „eingeschneit“.
Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass unpassende Elemente wie z.B. Laubbäume oder die blühende Pracht aus Blumenkästen herausgeschnitten, überklebt oder übermalt werden.
Die fertigen „Originale“ können danach ggf. noch in einem Copyshop in der für die endgültige Gestaltung benötigten Menge farbkopiert werden, was natürlich nicht billiger ist, als der Kauf der Original MZZ-Drucke, aber wenigstens die Übermal-Arbeiten spart.
Mal sehen, eventuell setze ich mich doch eines schönen Wintertages in mein Auto, fahre ins Sauerland oder in den Harz, fotografiere von einem Aussichtspunkt die schneebedeckten Berge rundum, scanne die Bilder später ein und lasse sie auf Normalpapier ausdrucken. Aber vielleicht nimmt mir ja doch noch eine Modellbahn- Zubehörfirma professionell diese Arbeit ab?

Ausblick
Die Beschäftigung mit dem Thema einer Winteranlage bereitete mir eigentlich recht viel Freude. Die sich jedesmal nach getaner Arbeit darbietende ungewohnte neue Optik ist doch ein Augenschmaus besonderer Art, wenn auch nicht alle Betrachter hierbei das gleiche positive Gefühl empfinden, sondern manche eher zum Frösteln neigen.
Leider habe ich noch keine Erfahrungen, wie sich das Älterwerden der Farben, wie sich Verstaubungen langfristig auswirken. Nach mittlerweile 3 Jahren Betrieb bin ich aber optimistisch, dass es möglich sein wird, ähnlich wie bei Wohnungsrenovierungen, Vergilbungen mit einem Neuauftrag von verdünnter weißer Dispersion an den wichtigsten sichtbaren Stellen (und einem erneuten anschließenden Abstreuen mit Glasdiamantin) zu übertünchen um diesen Prozess ausreichend zu verzögern. Auch Sommeranlagen benötigen ja schließlich von Zeit zu Zeit Auffrischungen.

windbergbahn







Winter_1 (windbergbahn)



Winter_2 (windbergbahn)



Winter_3 (windbergbahn)



Winter_4 (windbergbahn)



Winter_5 (windbergbahn)



Winter 6 (windbergbahn)

Vom Schneepflug zur Seite gedrückter Schnee wird durch Anhäufeln von in einen Moltofill/Leim/Farbe-Brei getränktem Katzenstreu- Streifen angedeutet
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Lokalbahner
Buntbahner


Anmeldungsdatum: 06.05.2003
Beiträge: 83

BeitragVerfasst am: 02.03.07 13:02    Titel: Re: Die NHE als Winterbahn Antworten mit Zitat

Hallo windbergbahn(er),

erst mal Respekt für das gelungene Konzept und die vorbildliche Umsetzung des Konzeptes.
Unter anderem bin ich besonders von den bearbeiteten Hintergrundkulissen von MZZ beeindruckt.
Zu den Kulissen habe ich eine Frage:
Sehe ich es richtig, dass es sich um HO-Kulissen handelt? Wurden diese (im Copyshop) vergrößert? Oder meint der Beschauer das nur, da sie optisch sehr geschickt plaziert sind?
Danke für jeden Hinweis zu meiner Fragestellung.

_________________
Mit Gruß & Ruß
Manfred, der Lokalbahner
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windbergbahn
Buntbahner


Anmeldungsdatum: 12.02.2007
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 03.03.07 16:02    Titel: Re: Die NHE als Winterbahn Antworten mit Zitat

Hallo Manfred,
die meisten Kulissen sind in der Tat HO-Kulissen, die NICHT vergrößert wurden. Das ist auch gar nicht nötig, wenn es sich um weiter zurück liegende Gebaude/Landschaften handeln soll. Lediglich die direkt am Gleis liegenden Bauten sollten schon in etwa dem Großbahn- Maßstab entsprechen. MZZ hatte vor einiger Zeit einige Karton-Leporellos im Programm, auf denen sich auch Hausfassaden im großen Maßstab befanden. Die habe ich für 2-3 Gebäude im direkten Bereich meines Bahnhofs benutzt. Mehr davon siehst du in meinen anderen Berichten, die ich in der Sektion Fahrzeug-Umbauten des Buntbahn-Forums eingestellt habe.
windbergbahn
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