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Anlagenbau & Zubehör - Fachwerkkulisse Güntersberge


HSBAchim - 21.11.10 16:16
Titel: Fachwerkkulisse Güntersberge
Liebe Buntbahner,

was braucht der Modellbauer als hinteren Anlagenabschluss oder der Teppichbahner als Sichtschutz vor der Heizung? Genau. Eine schöne Hintergrundkulisse. So entstand bei mir die Idee, eine Fachwerkstraße in Halbreliefbauweise zu gestalten. Und alle NichtmodellbahnerInnen lieben solch eine Fachwerkszenerie natürlich auch als zeitgenössische Weihnachtsdeko für das Wohnzimmer. Grins

Das Vorbild

Das Vorbild für meine Fachwerkstraße habe ich in der kleinen Harzstadt Güntersberge gefunden. Google sei Dank stößt man bei der Internetrecherche immer wieder auf dieses hübsche Zwillingspärchen Güntersberger Fachwerkhäuser.

Das erste Haus

Das erste Haus, welches ich euch gerne vorstellen möchte, enstand bereits im letzten Winter. Das war dieser lange kalte eklige Winter, wenn ihr euch noch daran erinnern könnt. Da ich damals noch keine Digitalkamera hatte, gibt es leider keine Baufotos. So habe ich einmal den heutigen Stand fotografiert.

Hier sehen wir gerade 2 Einwohner Güntersberges bei ihrer täglichen Arbeit, das Rollmaterial am Laufen zu halten. Grins


Straßenansicht Fachwerkhaus

Der Aufbau der Fassade besteht aus Holzfaserplatten, die ich aus einem alten Kleiderschrank recycelt habe. Darauf habe ich mit Raketenstöcken das Fachwerk aufgeleimt. Die Ausfachung erfolgte mit Gips.

Das nächte Foto zeigt den Eingangsbereich in Vergrößerung.


Eingang

Tür, Fenster und Fensterläden habe ich mit der Laubsäge aus Sperrholz ausgesägt. Der Trittstein ist aus Fliesenfugenmörtel gegossen. Die Türklinke ist ein Stück Eisendraht auf Kupferblech gelötet.

So in der Vergrößerung fällt mir jetzt doch ins Auge, dass der Maler da ein wenig unsauber lackiert hat. Naja, ist halt wie überall: Gute Handwerker sind schwer zu bekommen.

Wenigstens die Geranien sind gut in Schuss.


Geranien

Die Blumenkästen habe ich aus Holzleisten gefeilt. Die Stängel der Geranien sind aus Islandmoos. Die Blüten sind kleine Schaumstoffstückchen, die ich mit verdünnter Abtönfarbe rot gefärbt habe. Und die Blätter habe ich aus bemaltem Papier mit dem Locher ausgestanzt. Vielleicht sollte ich das nächste mal Papier nehmen, welches schon die Grundfarbe grün hat, denn so in der Vergrößerung sieht man jetzt teilweise die weiß durchleuchtenden Schnittkanten.

Das Licht im Fenster ist übrigens nicht Pettersons Wohnzimmerlampe, sondern eine Spiegelung des Kamerablitzes. Sieht doch verblüffend echt aus, oder?

Gehen wir nun weiter nach oben Richtung Dach.


Dachrinne

Die Dachrinne habe ich aus 0,5 mm dickem Kupferblech geschmiedet. Die Rinneisen sind aus Eisendraht, den ich am Ende abgeplattet und umgebogen habe. Als Rundmaterial für das Fallrohr fielen mir große Zimmermannsnägel mit 4,4 mm Durchmesser in die Hände, die sich mit etwas Gewalt in Bögen biegen ließen.

Die Gardinen habe ich aus einem Petticot meiner Frau geschnippelt. Bei der kreativen Materialbeschaffung darf man eben nicht zimperlich sein. Fragt aber besser vorher nach, ob sie ihn noch braucht. Grins

Kommen wir nun zum Dach, welches aufgrund seiner relativen Größe in der Gesamtansicht ein markantes Bauteil ist.


Dachfenster


Die Dachkonstruktion besteht aus Sperrholz. Darauf habe ich streifenweise überlappend Wellpappe aufgeklebt.

Diese Wellpappe diente übrigens einmal als Stoßschutz für einen ziemlich grauseligen Keramik-Nippes, den ich von meiner Schwiegermutter geschenkt bekam. Ich wusste gleich, was ich mit beiden Teilen zu tun hatte. Und meine Schwiegermutter denkt bis heute, dass es dieser Keramikweihnachtsmann war, über den ich mich so sehr freute. Grins

Oh, ich glaube ich schweife zu sehr ab. Da diese Wellpappe jedoch nicht besonders druckfest ist, habe ich in die Hohlräume Stücke von Schaschlikspießen eingeleimt.

Die Dachausstiegsluke habe ich aus schwarzem Moosgummi, Plexiglas und grauer Pappe gebaut. Die Firststeine sind ebenfalls aus Pappe. Das gesamte Dach wurde dann mit Abtönfarbe angemalt und mit wässeriger schwarzer Tunke vorschriftsmäßig gealtert.

Schlussbetrachtung

Mit dem Bau dieses Fachwerkhauses war ich über mehrere Monate beschäftigt, und es hat mir die lange Winterzeit verkürzt. Auf den Detailfotos habe ich jetzt aber doch noch einige Punkte entdeckt, die mir nicht ganz so gut gelungen erscheinen:

So finde ich die Tür und die Fensterläden heute etwas grob gearbeitet, und der Tritt sollte auch noch ein wenig Patina erhalten. Und die Farbgebung des Sockels finde ich ebenfalls nicht optimal. Auch fehlen mir noch Briefkasten und Hausnummer, was aber noch nachgeholt wird.

Geht euch das eigentlich auch so? Immer wenn ein Objekt fertig ist, weiß man, was man nächstes Mal anders machen sollte. Aber baut ihr deswegen alles zweimal? Mich würde das langweilen, und so ist jeder Modellbau ein Prototypenbau, mit allen bekannten Unzulänglichkeiten.

So, das wars erst einmal für heute. Wenn euch dieser Artikel nicht total gelangweilt hat, dann geht es demnächst weiter mit dem Baubericht des zweiten Fachwerkhauses aus dem Vorbildfoto. Das ist nämlich meine diesjährige Winterarbeit.
Botanikus - 21.11.10 18:18
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hi Achim
Das Haus ist erste Sahne. Cool Cool Cool
Besonderst dein Dach finde ich super.
Da ich im Moment an meinem Dach arbeite und
ebenfalls Ziegel verwende ist das Schwer zu Toppen.
mfg
Herbert
Gordon Shamway - 21.11.10 20:17
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Nabend Achim,

ein feiens Häusel. Da freu ich mich auf mehr, ich bastel auch an meinen Gebäuden. Stehen Deine modell dann drausen ? Wie machst Du die Häuser Wetterfest. Für eine Innenanlage ist die Wellpappe fürs Dach ja super.
Für außen könnte ich mir vorstellen es mit einem dünnen GFK Harz zu tränken und dann die Farbe drauf.

Gruß Detlef
HSBAchim - 23.11.10 19:24
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Herbert,

deine Gebäude finde ich auch sehr gelungen. Deshalb wird dir dein Dach sicher keine Kopfschmerzen bereiten. Und Ausdauer hast du ja, wenn ich da an deine Schieferfassade denke.

Hallo Detlef,

meine Gebäude sind nicht wetterfest, da ich die Eisenbahnerei nur drinnen betreibe. Dadurch ist man in der Materialwahl relativ frei. Draußen würde ich weder Gips noch Pappe verwenden, egal mit welcher Konservierung.

Zur Oberflächengestaltung verwende ich am liebsten wasserlösliche Acryllacke und Abtönfarben. Den Gips streiche ich mit Tiefengrund LF, damit er nicht mehr so kreidet.
Gordon Shamway - 23.11.10 20:27
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Achim,

da stehen Dir ja alle möglichkeiten zur verfügung. Bei uns im Garten sollten wir wenigstens so bauen das es in der Saison draußen stehen kann.
Aber schön weiter Bilder einstelle und erleutern, Beim Hausbau lerne ich immer gern dazu.

Gruß Detlef
HSBAchim - 23.11.10 20:48
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Liebe Buntbahner,

dieses war der erste Streich, und der zweite folgt sogleich.

Baubericht - Das zweite Haus

Grundlage der Fachwerkwand ist eine Hartfaserplatte aus einem alten Kleiderschrank. Da das Obergeschoss ein wenig auskragt, habe ich hier eine zweite Platte aufgedoppelt. Auf dieser Grundplatte habe ich danach die Zeichnung erstellt.


Bauzeichnung für das zweite Haus

Als nächstes wird die Fachwerkkonstruktion aus Raketenstöcken erstellt.


Fachwerkkonstuktion

Das Fachwerk besteht aus 166 Einzelteilen, wenn ich mich nicht verzählt habe. Grins Diese müssen ausgemessen, zugerichtet und aufgeleimt werden. Danach habe ich die Balken plangeschliffen und mit grauer Acrylfarbe gestrichen, da dieses nach dem Gipsen weitaus schwieriger ist.


Fachwerkdetail

In die Gefache habe ich kleine Reststücke der Hartfaserplatte eingeleimt. Dadurch spare ich Gips und Gewicht. Außerdem ist die Verzahnung des Gipses mit dem Holz besser gewährleistet.
So vorbereitet erfolgt als nächstes die Ausfachung mit Gips.


Gipsausfachung

Gips und seine verschiedenen Darreichungsformen waren ja hier im Forum schon öfters Thema wilder Diskussionen, deshalb möchte ich hier mal meine Gipsauswahl beschreiben:

Also, ich bin da rein in den nächstbesten Baumarkt und habe dort den billigsten Gips im 5 kg Sack gekauft, den ich gefunden habe. Modell- und Hobbygips stand darauf. Wahrscheinlich ist dieser ökologisch völlig korrekt als Abfallprodukt in der Kohleverstromung entstanden. Näheres dazu kann man hier nachlesen: Grins REA-Gips

Das fand ich mal ganz Aufschlussreich.

So, das wars erstmal wieder für heute.
HSBAchim - 27.11.10 20:21
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Liebe Buntbahner,

Während der Gips noch trocknet, habe ich aus alten Spanplatten das Hinterhaus errichtet.


Hinterhaus

Nicht schön, aber stabil und einigermaßen gerade sollte es sein. Grins Die Tiefe beträgt 15 cm.

Die Fassade muss noch von den Gipsresten gereinigt werden. Damit sollte man nicht zu lange warten, da der Gips sonst zu hart wird. Ich benutze zum Reinigen Schraubendreher, Spachtel und Zahnbürste. Aber bitte eine alte Zahnbürste nehmen, oder die von eurer Frau. Winke

Dabei lässt es sich leider nicht vermeiden, dass ein Teil der Farbe von den Balken ebenfalls wieder abgekratzt wird. So muss ich die Farbe am Ende wieder nachmalern. Die Gipsausfachungen werden zum Schluss noch mit Tiefengrund LF gestrichen, damit der Gips nicht mehr kreidet.

Nach der Reinigung wird die Fassade an das Hinterhaus montiert.


Gips gesäubert

Das nächste Bauteil ist die Eingangstreppe. Diese habe ich in einer einfachen Holzform aus Fugengrau gegossen. So hat sie gleich die richtige Betonfarbe. Sie wird ebenfalls mit Tiefengrund versiegelt.


Eingangstreppe

Nachdem die Treppe eingebaut ist, wird der Haussockel mit Fugengrau modelliert.


Mauersockel

Damit ich dabei das Fachwerk nicht wieder versaue, habe ich es mit Malerklebeband geschützt.

Im nächsten Bild sieht man den fertigen Sockel, den ich mit wässriger schwarzer Farbe gealtert habe.


Sockel fertig gealtert

Leider ist mit dem Klebeband auch wieder etwas Farbe von den Balken mit heruntergekommen. Also nochmal ausbessern. Traurig
Botanikus - 29.11.10 20:14
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hi Achim
Dein Fachwerk ist eine Augenweite Cool Cool Cool
da Steckt eine Menge Arbeit dahinter.
Ich hätte für mein Geschmack das Fachwerk in schwarz
gestrichen.
Bringt einfach mehr Kontrast.
mfg
herbert
nafets - 01.12.10 08:34
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Achim,

Fachwerkhäuser finde ich einfach genial und Deine Fachwerkfront sieht richtig klasse aus, bin schon gespannt wie es weiter geht.
Hoffe das ich in den nächsten Jahren auch endlich mal dazu komme ein paar Fachwerkhäuschen zu bauen!


VG
Stefan
pitbull - 01.12.10 12:23
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Dennerwotter, Herr Kollege!
Endlich mal einer, der
-nicht "Halbrelief" sagt (ein Relief ist erhaben aus einem Hintergrund herausgearbeitet),
-den niedersächsischen Fachwerkstil recht gut trifft (sonst gibt es ja nur schwäbisches Einheitsfachwerk),
-die Fachwerkbalken nicht vor den Putz legt (das war die Spezialität des braunen Fachwerk- Imitators Hans "Reichsbaumeister der HJ" Dustmann) und
-keine neckischen Schpielerenne einbaut wie Löcher im Dach, übergroße Werbeschilder, Rotlicht- Kitsch usw.etc.pp. usf- daran müßten wir uns doch eigentlich schon sattgesehen haben...
Holzwurm - 01.12.10 13:53
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Vielleicht lässt sich das noch ändern
Fachwerk (Holzwurm)


Gruss Reiner
HSBAchim - 01.12.10 19:23
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hi Buntbahners,

das freut mich aber sehr, dass mein Baubericht auf so viel Interesse stößt. Vielen Dank für eure wohlwollenden Rückmeldungen. Es ist immer motivierender, wenn man nicht nur Selbstgespräche führt.

Die Aufteilung des Fachwerks habe ich mir einfach von einem Originalfoto abgeschaut. Deshalb sollten eigentlich keine gravierenden konstruktiven Mängel sichtbar sein. Ist denn ein Zimmermann mit Altbauerfahrung unter uns? Und Reiner, dein Einwand mit dem offensichtlich zu hohen Türdurchgang zeigt mir deine gute Beobachtungsgabe. Ich kann dich aber beruhigen, da kommt noch ein Oberlicht rein. Die Türen in den alten Fachwerkhäusern waren sicher niedriger als unsere heutigen 2-Meter Türen, zumindest sieht es auf dem Foto so aus.

Rechtzeitig vor dem einbrechenden Winter haben die Zimmerleute ihre Arbeit beendet. So habe ich gleich die zu dieser Jahreszeit seltene Sonne für eine Außenaufnahme genutzt.


Giebel mit Bodendeckelschalung

Den linken Giebel habe ich mit einer Bodendeckelschalung verkleidet, da dieses Haus den linken Abschluss meiner Häuserzeile bilden soll, und der Giebel damit sichtbar bleibt.

Demnächst geht es weiter hier.
HSBAchim - 03.12.10 20:43
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
N'Abend Buntbahner,

auf der Suche nach historischen Baumaterialien für meine Fachwerkhaussanierung ist mir dieses gebrauchte Dachfenster ins Auge gefallen. Da habe ich mir doch gleich 2 davon organisiert. Grins


Dachfenster

Das war heute meine kleine Nachmittagsbastelei am Schreibtisch.
HSBAchim - 08.12.10 20:54
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Liebe Buntbahner,

nachdem die Grobmotoriker ihre Gewerke beendet haben, ist nun der Tischler auf der Baustelle angekommen.

Die Fenster auf dem Vorbildfoto haben mir nicht zugesagt, da sie zu sehr nach Plastik aus dem Baumarkt aussehen. Und auch die aufgesetzten Rolladenkästen passen nicht zu einer fachgerechten Altbausanierung.

So hat der Tischler eine Maßanfertigung der Fenster aus Holz vorgenommen.


Fensterlieferung

Maßanfertigung ist hierbei wörtlich zu nehmen, da Zimmerleute wohl ein anderes Verständnis von Messtoleranz haben. Winke

Die Haustür hat durch das Oberlicht eine lichte Durchgangshöhe von 83 mm, was hoffentlich altbaugerecht ist. Die Fenster sind die Augen eines Hauses, und in meinem Fall sind diese blau.


Fenster eingebaut

Ebenso wie die Fenster, so ist auch die Haustür aus 2 mm starkem Sperrholz entstanden. Dieses läßt sich sehr gut mit Laubsäge, Feile und Sandpapier am Küchentisch verarbeiten.


Haustür

Ich finde, der Tischler hat sich sein Bier am Ende seines Arbeitstages redlich verdient. Oder was meint ihr?
HSBAchim - 14.12.10 17:25
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Liebe Buntbahner,

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Und mühsam war meine Spenglerarbeit in der Tat. Ich hoffe, man sieht nicht allzu sehr, dass ich die Metallverarbeitung und insbesondere das Löten hasse. Heulend


Dachrinne mit Fallrohr

Aber dafür ist diese Dachrinne auch in reinstem Selbstbau entstanden und war äußerst preisgünstig. Grins

Falls Interesse besteht, kann ich ja noch mehr darüber in einem extra Thread berichten.

Es tut sich also noch was auf Pettersons Baustelle.
Harzbahnfreund - 14.12.10 17:56
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Achim,

ist gut geworden, die Dachrinne. Berichte ruhig mal, wie Du die angefertigt hast.

Freundliche Grüße

Volker
nafets - 14.12.10 20:11
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Achim,

mir gefällte die Regenrinne mit Fallrohr sehr gut, bin schon auf Deine genauere Berichterstattung darüber gespannt.

Vorweihnachtliche Grüße
naftes
kh_riefer - 15.12.10 11:06
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
HSBAchim hat folgendes geschrieben::
da Zimmerleute wohl ein anderes Verständnis von Messtoleranz haben. Winke

Das ist durchaus zunftgerecht: Die kleinste Maßeinheit im Zimmerergewerk ist das so genannte "Zimmermannshaar". Es hat einen Durchmesser von genau einem Zoll. Falls gerade kein Zollstock zur Hand ist, wird ersatzweise eine Daumenbreite angehalten.

Karl Heinz
arne012 - 15.12.10 15:41
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo,
bitte ein Tread zur Dachrinnenherstellung!
Gruß,
Arne
HSBAchim - 15.12.10 20:42
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Freunde des Fachwerks,

wie ihr seht, lerne ich ständig dazu: Schreibt man einen Beitrag und erklärt alles ganz genau, dann hat man viele stille Leser, aber bekommt keine Rückmeldung. Aus pädagogischen Gründen hatte ich ja diesmal die Herstellung meiner Dachrinne im Dunkeln gelassen, was promt zu ein paar Rückmeldungen führte. Winke

Übrigens, ich bin KEIN Lehrer. Aber sollten vielleicht ein paar Lehrer unter euch sein, dann probiert diese didaktische Technik doch morgen einfach mal in eurer Klasse aus. Ihr werdet verblüfft sein. Grins

In der Zwischenzeit habe ich da mal was vorbereitet und meinen Baubericht für die Dachrinne an der entsprechenden Stelle eingestellt.
Rudolf - 16.12.10 07:34
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Moie Achim,

Deinen Baubericht zur Dachrinnenherstellung habe ich gelesen. Sehr gut und humorvoll gemacht.

Du schreibst: "Schreibt man einen Beitrag und erklärt alles ganz genau, dann hat man viele stille Leser, aber bekommt keine Rückmeldung." Das kann ich bestätigen!

Du schreibst ferner: "Aus pädagogischen Gründen hatte ich ja diesmal die Herstellung meiner Dachrinne im Dunkeln gelassen, was promt zu ein paar Rückmeldungen führte." Stimmt in Deinem Fall zwar auch, lässt sich leider aber nicht verallgemeinern. Diesbezügliche Gesetzmäßigkeiten konnte ich bisher leider nicht entdecken. gruebel

Wie dem auch sei. Ich wünsche Dir weiterhin frohes Schaffen und mir die Fortführung Deiner Berichte. bin dafür
HSBAchim - 16.12.10 19:21
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Rudolf,

gerade als Novize hier im Forum brauche ich am Anfang ein wenig feedback. Sonst kann ich ja garnicht beurteilen, ob euch meine Berichte langweilen, oder ob ihr sie gerne lest. Deswegen danke ich besonders dir für deine Beurteilung, gerade weil du selbst schon sehr viel Bauerfahrung hast.

So, die nächsten Handwerker vor Ort sind die Dachdecker. Diese müssen ungefähr 1093 Dachziegel Geschockt verarbeiten. Es kann also noch ein wenig dauern, bis ich über weitere Baufortschritte berichten kann.
HSBAchim - 28.12.10 20:07
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Liebe Buntbahner,

Weihnachten ist vorbei und jeder hat das bekommen, was er verdient: Die Kinder das Spielzeug und ich viel freie Zeit zum Basteln. Grins Wie ich diese genutzt habe, könnt ihr in meinem Beitrag zur Herstellung von Dachziegeln nachlesen.


Fertige Dachdeckung
Botanikus - 28.12.10 20:20
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Achim
Dein Dach sieht super aus.
Das ist echte Handarbeit und es hat sich gelohnt.
Ich zähle meine Schieferschindeln schon lange nicht mehr.
mfg
Herbert
nafets - 29.12.10 19:28
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Achim,

Glückwunsch und Respekt
ist sehr schön geworden das Dach und auch der Herstellungsbericht ist klasse.
Da kann man nur neidisch werden.

LG & guten Rutsch
nafets/Stefan
HSBAchim - 08.01.11 15:08
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Buntbahner,

der Frühling ist bei uns kurzfristig eingekehrt, und so habe ich das Fotowetter für eine Außenaufnahme genutzt.


Doppelhaus

Briefkästen und Hausnummern sind montiert, und so betrachte ich meine Doppelhäuser erst einmal als abgeschlossen.

Ich habe dabei vieles über Fachwerkkonstruktion, Spenglerarbeiten, Dachziegel und Anschlussdetails gelernt. Auch meine Fotodokumente werden lagsam besser. So war der Eigenbau auch für mich sehr lehrreich. Das kann ich euch auch nur empfehlen.

Ich danke euch für die treue Leserschaft und die vielen wohlwollenden Kommentare.
Botanikus - 08.01.11 18:11
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Achim
Das ganze ist eine Augenschmaus.
Machst du jetzt eine Pause oder
wie geht es weiter? Nachdenklich Nachdenklich
mfg
Herbert
HSBAchim - 09.01.11 19:26
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Herbert,

Vielen Dank. Ja und ja. Die Häuserzeile soll natürlich noch länger werden. Aber Fließbandarbeit finde ich langweilig. So werde ich wohl zwischendurch erst mal was anderes basteln.

Neben mir sitzt gerade meine Frau und hat vorgeschlagen, erst mal den gewünschten Schrank für meine Tochter zu bauen. Da kann man schwer nein sagen. Augenrollen
Gordon Shamway - 09.01.11 20:26
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Nabend Achim,

feine Häuser die Du da baust. hatte ich schon mal geschrieben. Was mich interessiert, wie groß ist die Grundfläche momentan für die Gebäude.
Da bist Du wohl in der glücklichen Lage ein Winterquartier für die Häuser zu haben ? Wäre schade wenn so schöne Bauten zu schnell verwittern.
Die Methode mit den Dachrinnen werde ich wohl mal ausprobieren, das gefällt mir richtig gut.

Gruß Detlef
Botanikus - 09.01.11 20:44
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Achim
Ja Ja das mit der Fließbandarbeit muss ich dir Recht geben.
Als meine Kinder klein waren, hatte ich nie Zeit für mein
Hobby.
Habe damals für meine zwei Jungens ein Doppelbett gebaut.
Und jetzt sind sie groß und ich habe viele
Baustellen auf einmal und da gibt es keine Langeweile.
Viel Spaß mit dem Schrank.
mfg
Herbert
UPW - 10.01.11 20:26
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo,

seit mitte Dezember grübel ich, wie Dein Dachdecker-Trupp die 1093 Dachziegel verteilt hat. 1093 ist nämlich eine Primzahl, und so windschief sieht das Ergebnis doch gar nicht aus ...

Meine Hochachtung, und viel Modellbauspass in 2011 wünscht

Uwe P.
HSBAchim - 10.01.11 20:36
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Hallo Detlef,

Der gemeine Buntbahner ist doch ein schizophrenes Wesen: Die Einen stellen ihre Häuser in den Garten und versuchen so wie du, die Verwitterung zu verlangsamen. Dann gibt es aber andererseits noch die Indoor-Bahner, die genau das Gegenteil tun. Ich zähle mich als Teppichbahner zu der zweiten Sorte.

Dafür habe ich aber tatsächlich ein Platzproblem. Meine Fachwerkkulisse ist jetzt gut 105x20x42 cm (Breite, Tiefe, Höhe) groß. Da sie aber zu schade für eine Zwischenlagerung auf dem Dachboden ist, steht sie als Deko im Wohnzimmer auf der Anrichte. Und da ist durchaus noch ein wenig Platz, wenn du verstehst was ich meine. Verstecken

Die Dachrinne würde ich an deiner Stelle aber lackieren, da sie draußen ansonsten ziemlich schnell verrostet.

Hallo Uwe,

65 X 17 - 12 ist des Rätsels Lösung.

Ich freue mich, wenn ich mit meinem Bericht den Einen oder Anderen der Leser zu Eigenbauten motivieren kann. Ich bin da auch Autodidakt und habe mir die Konstruktionsdetails aus dem Internet ergoogelt. Und viel ausprobiert. Dümmer und ungeschickter wird man dabei sicher nicht. Und teures Werkzeug und Material bedarf es oft auch nicht. Nur ein wenig Beobachtungsgabe und ganz viel Zeit. Dafür wird man am Ende entschädigt mit etwas Individuellem, das selbst Nicht-Eisenbahner in Staunen versetzt. Also fohes Schaffen.
Gordon Shamway - 10.01.11 21:30
Titel: Re: Fachwerkkulisse Güntersberge
Nabend Achim,

so eine Anrichte hätten bestimmt viele gern und wie regelst Du das mit der Herrin der Anrichte ??? Nimmst Du Sie dafür öfters mit ins Belohnungszimmer ?!
Nee mal Spaß beiseite, die Probleme haben wir alle in der Baugröße. ich mußte mich ja auch schon ein wenig von dem Gedanken lösen das alles im freien Überwintern kann. Sobald mann feiner Detaieren möchte geht es los. Ich werde wohl auf lange Sicht das gleiche wie viele andere Großbahner tun und die Gebäude wenigstens im Winter nicht dem Wetter aussetzen.
Bis auf die Burg die soll ja ein wenig Patina bekommen und vieleicht noch ein etwas verschönert werden.
Bei den Dachrinnen dachte ich an Alubleche, da sollte ich noch was passendes finden. Die Fallrohre hast Du ja auch aus Alurund gemacht.
Da meine Werkstatt unbeheizt ist habe ich drinnen nur ein paar Paletten zusammengezimmert und mit Kisten beladen.

Dann frohes Basteln
Detlef

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