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Modellbautechniken - Rund um Fotografie


fspg2 - 09.07.09 12:41
Titel: Rund um Fotografie
Guten Tag,
ich möchte hier in lockerer Folge hin und wieder ein paar Tipps rund um die Fotografie geben.
Dabei geht es mir oftmals um kleine Dinge, die ein Foto schon bei der Aufnahme besser aussehen lassen, wenn es bewusster gemacht würden.
Es geht nicht darum, den Rechner die Arbeit machen zu lassen, die meist gar nicht nötig gewesen wäre, wenn schon beim Fotografieren einige Dinge beachtet werden.

Genug der Vorworte!


Wie ist das folgende Bild entstanden?


Gegenlicht_am_Fenster_001a (fspg2)

Panasonic TZ-3 4,6mm (bei KB = 28mm) Kamerastandpunkt unterhalb der Hausoberkante, Kamera minimal nach unten geneigt - leicht stürzende Linien - aufgehellt und die störenden Bereiche freigestellt

Ich habe diese Aufnahme auf einem Fensterbrett bei bedecktem Himmelslicht gemacht. Weiße Papierbögen bilden einen sauberen Untergrund.


Gegenlicht_am_Fenster_001 (fspg2)

Panasonic TZ-3 4,6mm (bei KB = 28mm) Kamerastandpunkt unterhalb der Hausoberkante, Kamera minimal nach unten geneigt - leicht stürzende Linien - nicht aufgehellt

Kommt beim Gegenlicht gar noch die Sonne mit ins Spiel, kann man diese manchmal mit einsetzen (gegebenenfalls das Modell etwas drehen).


Gegenlicht_am_Fenster_002 (fspg2)

Panasonic TZ-3 4,6mm (bei KB = 28mm) Kamerastandpunkt oberhalb der Hausoberkante, Kamera leicht nach unten geneigt - stürzende Linien - nicht aufgehellt - mehr Gegenlicht (Sonnenstrahl) der Belichtungsautomat steuert dagegen, das Bild wird dunkle


Links vorne seht Ihr eine Aufhellpappe (gut eignet sich Styropor - dazu später mehr), um in die Fensterfront ein wenig heller werden zu lassen. Läßt sich bei der Kamera die Belichtungsautomatik nicht ausschalten, wird durch das viele Weiß und das Gegenlicht das eigentliche Motiv zu dunkel wieder gegeben!

In der Regel erfolgt in dem Bildbearbeitungsprogramm eine nachträgliche Aufhellung über Kontrast, Tonwertkorrektur, ...

Einen Weg, den ich in Photoshop gerne anwende, will ich hier vorstellen:
Die Hintergrundebene wird dupliziert und im Modus (!) NEGATIV MULTIPLIZIERT. Wenn das Ergebnis jetzt zu hell erscheint, wird die Deckkraft lediglich etwas reduziert.

Gegenlicht_am_Fenster_002b (fspg2)

Panasonic TZ-3 4,6mm (bei KB = 28mm) Kamerastandpunkt oberhalb der Hausoberkante, Kamera leicht nach unten geneigt - stürzende Linien - aufgehellt gegenüber Bild 2 in Photoshop

Gegebenfalls kann noch etwas die Farbe korrigiert werden.

Die nächsten vier Fotos zeigen jeweils die Originalversion aus der Kamera und die nach eben beschriebener Methode aufgehellte Variante. Die sonstigen Unterschiede könnt Ihr dem jeweiligen Bilduntertext entnehmen.


Gegenlicht_am_Fenster_003 (fspg2)

Panasonic TZ-3 4,6mm (bei KB = 28mm) Kamera nach unten geneigt - stürzende Liniennicht aufgehellt - Bild aber durch den Belichtungsautomaten deutlich dunkler als Bild 4, da im Vordergrund mehr weiß gemessen wurde

Gegenlicht_am_Fenster_003a (fspg2)

Panasonic TZ-3 4,6mm (bei KB = 28mm) Kamera nach unten geneigt - stürzende Linien - gegenüber Bild 3 aufgehellt

Gegenlicht_am_Fenster_004 (fspg2)

Panasonic TZ-3 4,6mm (bei KB = 28mm) Kamera nahezu senkrecht gehalten - fast keine stürzende Linien - nicht aufgehellt

Gegenlicht_am_Fenster_004a (fspg2)

Panasonic TZ-3 4,6mm (bei KB = 28mm) Kamera nahezu senkrecht gehalten - fast keine stürzende Linien - gegenüber Bild 4 aufgehellt

Das letzte Bild für heute ist mit eine Kamera mit Wechseloptik gemacht. Mit der langen Brennweite von 135mm (durch den kleinen Sensor ergibt sich hier die Wirkung gegenüber Kleinbild von 200mm) und fast senkrecht gehaltenen Kamera erscheinen alle Linien weniger dynamisch. Vergleicht die Ober- und Unterkanten des Gebäudes in den Aufnahmen 004a und 005! Diese perspektivische Wirkung könnt ihr nur durch den Kamerastandpunkt erzielen. Weiter weg, weniger dynamisch, das Bild wird kleiner. Die jetzt verwendete längere Brennweite 200mm gegenüber 28mm (immer auf KB bezogen) gibt das Motiv wieder Formatfüllend wieder.

Gegenlicht_am_Fenster_005 (fspg2)

Aufnahme mit 135mm Brennweite Canon 20D nahezu senkrecht gehalten um fast Parallele Linien zu bekommen

Ich hoffe es war ein wenig verständlich. Ich weiß nicht wo sich dieser Thread hin entwickeln wird. Wenn Ihr mögt beschreibt die Probleme oder Schwierigkeiten, mit denen Ihr fototechnisch zu kämpfen habt.
Vielleicht kommt dabei am Ende ein kleines "Nachschlagewerk" zustande.

P.S. Soll der Thread unter "Modellbautechniken" bleiben, oder soll er öffentlich gezeigt werden?

Edit: Tippfehler bereinigt!

Housefred - 09.07.09 13:31
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo,

danke für deinen ausführlichen Bericht und die Arbeit, die du damit hattest.

Vielleicht hängt man es an dieses Thema dran?

http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?t=5465&highlight=fotografie

Gruß
Matthias
rhb fan - 09.07.09 13:47
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo Frithjof,

Dein Bericht zeigt mal wieder, das Wichtigste beim Fotografieren ist der Kopf hinter der Kamera.......

Gruß,

Andreas
fspg2 - 15.07.09 16:20
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo,
ich bin des Öfteren gefragt worden, mit welcher Software ich meine Bilder bearbeite. Dazu gibt es schon berufsbedingt für mich nur eine Antwort. Winke Allerdings muss ich gestehen, dass sich nicht jeder ein Profi-Programm für mehrere 1000 Euro für sein Hobby leisten kann oder will.

Deshalb möchte ich Euch heute ein doch inzwischen sehr leistungsfähiges Programm empfehlen, dass es nicht nur für den Mac, sondern für den Pc und auch als portable Version (nur PC) gibt. Ebenso ist eine Linux-Version erhältlich. Das Schönste, es kostet nichts Ausruf Spenden sind allerdings erwünscht und jedem, der das Programm nicht nur mal gelegentlich probiert, auch nahe gelegt Ausruf Ausruf Ausruf

GIMP beherrscht inzwischen sogar Farbmanagement.

Hier gibt es die Versionen: Mac - PC - Pc mobil - linux

Wer sich einlesen möchte, hat die Möglichkeit, ein Handbuch herunterzuladen.
Ob einem die Oberfläche des Programmes gefällt oder nicht, zumindest kann ein Jeder nach ein wenig Einarbeitung günstig (Spende erwünscht!) die Qualität seiner Fotos verändern. Ich sage hier bewusst nicht verbessern, denn wenn man sein Werkzeug nicht richtig kennt, kann das Resultat auch einmal daneben gehen.


Ansonsten wünsche ich mir von Euch Bilder, die nicht so ganz die Qualität -wie Ihr sie Euch vorgestellt habt- haben, zusammen mit einem Übersichtsbild von Eurem "Aufbau". Ich würde dann versuchen, ein paar Tipps zu Beleuchtung und Aufbau zu geben.

@Matthias
Zitat:
danke für deinen ausführlichen Bericht und die Arbeit, die du damit hattest.

Gerne geschehen, allerdings wünsche ich mir doch ein feedback von Euch zu bekommen, ob ich weiterhin Zeit in diesen Beitrag stecken soll. Deshalb habe ich ganz oben eine Umfrage gestartet!

@Andreas
Zitat:
das Wichtigste beim Fotografieren ist der Kopf hinter der Kamera.......


Es ist in der Tat leichter, zu einem besseren Bildergebnis zu kommen, wenn einem schon vorher bewusst ist, was er mit der Kamera macht.
theylmdl - 15.07.09 18:52
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo!

Ich finde den Thread sehr gut. Da ich so ein bisschen 'was zum Thema bei Willy Kosak und Peter Sigling gelernt habe, bin ich nicht ganz unbeleckt. Ich habe auch schon 'mal einen kleinen Crash-Kurs hier vorgestellt:
Ausleuchtung von Modellfotos. Natürlich freue ich mich darauf, hier noch etwas zu lernen!

Ich denke bei Gelegenheit 'mal darüber nach, mit welchem Thema ich mich hier sinnvoll einbringen kann.

Beste Grüße,
fspg2 - 16.07.09 13:21
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo,
hier noch ein podcast zu gimp. Er wird zwar auf dem Mac präsentiert, ist aber mit den anderen Versionen gleich.

@Thomas
Zitat:
Ich denke bei Gelegenheit 'mal darüber nach, mit welchem Thema ich mich hier sinnvoll einbringen kann.

das freut mich Sehr glücklich
Ecthelion - 16.07.09 13:44
Titel: Re: Rund um Fotografie
Also ich halte mich nicht für ganz blöd, aber Gimp finde ich hoffnungslos unübersichtlich und kompliziert. Ich hab über eine Std erfolglos versucht einen simplen schwarzen Strich zu machen ... Also da hört meine Geduld dann irgendwann doch mal auf. Im Handbuch natürlich auf die Schnelle auch nichts gefunden und erst 200 Seiten lesen um einen Strich zu machen ist mir deutlich zu unökonomisch.

Aber die Tipps mit den Bildern finde ich gut! Danke!
Helmut Schmidt - 16.07.09 14:23
Titel: Re: Rund um Fotografie
Glück Auf Frithjof,

auch ich bin am überlegen wie ich mich einbringen kann.

Wobei es mir nicht nur alleine um das Bild geht, denn bei einem Video ist eine gute Ausleuchtung noch viel wichtiger, denn dort bin ich nicht in der Lage jedes einzelne Bild nach zu bearbeiten.

Natürlich steht hier bei uns das Bild im Vordergrund, nur bei dem was ich an animierten Funktionen derzeit gerade in meinem Projekt Klosterstollen baue, kommt die Funktion meiner Meinung nach erst durch s´das bewegte Bild richtig zur Geltung.
LOB Fan - 17.07.09 10:30
Titel: Re: Rund um Fotografie
Mahlzeit!

Unsere Fotos sind nicht immer so toll. Also weitermachen! Wir wollen noch dazu lernen. In diesem Sinne beste Grüße Ben & Paul
fspg2 - 17.07.09 16:11
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo,
das bisherige Umfrageergebnis mit 25% Beteiligungsbekundungen, freut mich. Es steckt schon ein wenig Arbeit darin, die Themen entsprechend aufzubereiten!

@Lens (Ecthelion)
Zitat:
Ich hab über eine Std erfolglos versucht einen simplen schwarzen Strich zu machen ...

Versuche es einmal auf einer neuen Ebene mit dem Pinselwerkzeug.
Zum Verständnis, Gimp ist ein Bildbearbeitungsprogramm, mit dem man schon ein paar Linien und Striche zeichnen kann. Hauptsächlich werden damit Bildinhalte verändert.
Während bei Vektor basierenden Programmen z.B. zwischen zwei Koordinaten eine Linie definiert wird, so ist es bei einem Pixel orientiertem Programm (wie hier) mit Hilfe von Zeichenwerkzeugen (Pinsel, Stift, Sprühpistole) möglich, zu malen. Benutzt Du ein Auswahlwerkzeug (Rechteckrahmen, Kreis, Oval, Lasso) so kannst Du die innen liegende Fläche über Farben/Einfärben (Menüleiste) mit jeder gewünschen Farbe versehen.

@ Helmut
Zitat:
Wobei es mir nicht nur alleine um das Bild geht, denn bei einem Video ist eine gute Ausleuchtung noch viel wichtiger, denn dort bin ich nicht in der Lage jedes einzelne Bild nach zu bearbeiten.


Bei einem Standbild ist im Gegensatz zu einem Video das Auge immer auf dem Motiv und es fallen Beleuchtungsfehler meist viel negativer auf. Bei einem Film gibt es auch Ton, Bewegung, ... was die Aufmerksamkeit des Betrachters ebenfalls beansprucht. Das soll aber nicht heißen, dass ein Video schlechter ausgeleuchtet sein sollte, als ein Standbild. Auch wenn man die Leistung der heutigen kleinen Digitalen betrachtet, staunt man nicht schlecht, was sie sogar in recht dunklen Ecken noch an Details hervorholen.

@Ben & Paul
Zitat:
Unsere Fotos sind nicht immer so toll.


Sind es Innen-, Aussen -, Blitzlicht-, Gegenlicht-, Makro-, .....-Aufnahmen, die nicht so toll sind?


@Alle

Es würde mich schon interessieren, welche Art von Tipps bei Euch auf Interesse stoßen.
theylmdl - 17.07.09 17:47
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo!

Bevor ich mich zum Thema "Fotografie" auslasse, erst einmal ein paar Worte zum Thema Bildbearbeitungs-Software.

Mit GIMP bin ich auch nie warm geworden. Hat man das Programm erstmal so halbwegs im Griff, ist es gut. Die Bedienung ist jedoch umständlich und erfordert einige Einarbeitungszeit. Letzteres gilt auch für die PhotoShop-Versionen. PC-Benutzer werden sich eventuell mit der "Mac-Denke" schwer tun. Photoshop ist natürlich der unangefochtene König, jedoch durchaus nicht frei von ganz blöden Fehlern.

Es gibt noch einige Alternativen, so zum Beispiel Corel Photo Paint. Das mag ich auch nicht so richtig.

Passend zu mir als altem Knochen bevorzuge und liebe ich eine uralte Software, deren neue und völlig überfrachtete Versionen heute noch günstig zu haben sind: Paint Shop Pro, ehemals von JASC und heute von Corel. Die aktuelle Version ist "X2". Zu haben sind auch noch 10 und 11. Typisch für die "featuritis" sind da schon Unmengen von uneinheitlichen Symbolleisten und Einsteigerhilfen.

Wer nach "Paint Shop Pro" googelt, findet einen Link, bei dem sich das Programm (170 MB Traurig ) kostenlos herunter laden lässt (noch) bei Chip Online. Ich hab's mir angesehen und find's grausig. 228 MB Installation sind heutzutage ja wohl okay.

Meine Version hat die Nummer 4.12 bzw. 4.14 - vom Dezember 1996 Razz . Schon die Release 6.2 habe ich wieder deinstalliert, weil mir das zu viel Schnickschnack war. PSP 4 ist angenehm schlank und schnell. Alle Fotos, die hier von mir im BBF zu sehen sind, sind damit nachbearbeitet, zumindest zugeschnitten. Die Rastergrafiken - beispielsweise aus den Bauanleitungen - sind auch damit erstellt.

Wer das Glück hat, so einen ollen Schinken zu schießen (je kleiner die Versionsnummer, desto besser!), sollte es tun. Das Programm ist ab 4.x 32bittig, läuft aber nur unter Windoof Winke . Es bietet eigentlich alles, was für Einsteiger nötig sein könnte, und noch einiges dazu, beispielsweise selbst definierte Filter (was schon ein gerüttelt Maß an KnowHow voraussetzt!). Seltsam, dabei kommt das Programm mit 4,5 MB Installationsdaten aus...

Ich weiß ein bisschen, wovon ich rede, da ich selbst schon 'mal eine Bildbearbeitung programmiert habe - die ist leider nie ganz fertig geworden.

Beste Grüße,
fido - 17.07.09 19:58
Titel: Re: Rund um Fotografie
Gimp Ausruf top gut Yau
Regalbahner - 17.07.09 20:10
Titel: Re: Rund um Fotografie
fido hat folgendes geschrieben::
Gimp Ausruf top gut Yau


Da kann ich mich nur anschließen Ausruf Winke Sehr glücklich Sehr glücklich Sehr glücklich

Viele Grüße
Christoph
theylmdl - 17.07.09 20:34
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo!

Gut gebrüllt, Ihr Linux-Benutzer!

Beste Grüße,
kartonbahner - 17.07.09 20:40
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo Buntbahner,

theylmdl hat folgendes geschrieben::
Passend zu mir als altem Knochen bevorzuge und liebe ich eine uralte Software, deren neue und völlig überfrachtete Versionen heute noch günstig zu haben sind: Paint Shop Pro, ehemals von JASC und heute von Corel. Die aktuelle Version ist "X2". Zu haben sind auch noch 10 und 11. Typisch für die "featuritis" sind da schon Unmengen von uneinheitlichen Symbolleisten und Einsteigerhilfen.


... in diesem Zusammenhang würde ich auch noch PhotoImpact nennen - früher von ULEAD vertrieben - keine Ahnung, wer diesen Anbieter geschluckt hat (vermutlich COREL). Ich nutze Version 5, spätere Versionen gibt es hier und da für deutlich niedrige ein-/zweistellige Beträge ...

EDIT: @Thomas ... Ich sehe gerade (gegoogled), dass die aktuelle Version "X3" heißt - gibt es da einen Zusammenhang zwischen PaintShopPro und PhotoImpact ... ? Nachdenklich
Ecthelion - 17.07.09 21:32
Titel: Re: Rund um Fotografie
Danke für die Tipps, aber ich werde wohl bei meinem CAD bleiben, bei Bildern grad mal an den Farben und an Helligkeiten/Kontrast herumpfuschen und den Rest einfach Designern überlassen. Man kann nicht alles können Winke Poster mache ich bei Bedarf eh mit QaurksXPress^^

@ Frithjof: Der Tipp hilft leider nicht weiter, wenn man den Strich in der aktuellen Ebene braucht und sich das Programm wehement weigert. Aber trotzdem Danke!
squirrel4711 - 20.07.09 13:44
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo Zusammen,

die richtige und sinnvolle Nutzung eines Fotobearbeitungsprogrammes erfordert einen erheblichen Lernaufwand. Ich habe vor Jahren mal mit Photo Impact begonnen und bin, trotz anderweitiger Möglichkeiten (PS 2, Paint Shop Pro, etc.) bei diesem Programm (z. Zt. Version XL) "hängen geblieben". Gründe zur damaligen Wahl waren u. a. damals der Preis für den Erwerb der Nutzungslizenz (29,95 DM).

Heute gibt es u.a. die Version 12 als kostenlosen Download(Shareware) zum testen. Im Detail führt die Adobe Photoshop Software (Version PS2) m. E. zu besseren Ergebnissen. Der Zeitaufwand zur Erzielung dieser Ergebnisse ist bei mir aber etwa 10 fach größer. Auch der finanzielle Aufwand für Linzenzerwerb und Lizenzupdates ist für PS wesentlich größer.

Vorteil der Photo Impact Lösung ist u.a. die an Windoofs angelehnte Benutzerphilosophie -- das erleichtert die Lernphase für die Nutzer der Winzigweich Produkte. Für den Bildbearbeitungsprogrammanfänger mit klassischen PCs ein kleiner Vorteil. Photoshop oder Gimp Nutzer aus der Mac oder Linux Ecke sollten allerdings nicht unbedingt wechseln.

Gruß
Rainer
fspg2 - 21.07.09 22:00
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo,
immer wieder sehen wir Fotos im Forum, bei denen die eigentliche Schärfe zwar im Bild vorhanden ist, aber nicht da, wo sie gewünscht ist - oftmals im Nahbereich anzutreffen.

ohne_Makroeinstellung-Hintergrung_scharf (fspg2)



Der Unterschied bei meinen beiden Fotos war ganz einfach. Im oberen Bild hatte ich an der Kamera keine Makrofunktion eingeschaltet. So schaffte es der Fokus nicht, den vorderen Mauerbereich in die Messung zu integrieren.


Makroeinstellung-Nahbereich_scharf (fspg2)


Unten war der Drehknopf an der Kamera auf das Makro-Symbol (oftmals eine Blume) gedreht und dadurch der Nahbereich zusätzlich in den fokussierbaren Weg integriert. Dadurch ist die Kamera kaum merklich länger am Scharfstellen, denn es muss jetzt von Unendlich bis oftmals wenige Zentimeter vorm Motiv der gesamte Bereich fokussiert werden.
Da ich oftmals gerade dicht am Motiv fotografiere, "spricht" meine Kamera immer durch die Blume Winke

Viele Kameras bieten zudem die Möglichkeit mit Hilfe der eingeblendeten Fokussierhilfe-Felder einen Bereich scharf zustellen, indem der Auslöser ein klein wenig gedrückt und die Kamera so in den gewünschten Bildausschnitt gedreht wird. Jetzt wird vollständig ausgelöst. Auch hier bitte nicht mit heftigen Bewegungen drücken, sondern gleichmäßig und die Kamera dabei ruhig halten.

Wie Wilfried heute schrieb:
Zitat:
Ich werde mich auch ein wenig über meine Digicam schlau machen. Möglicherweise gibt es ja auch dort noch mir unbekannte Möglichkeiten.


gute Idee Lachend Winke Idee Die kleinen Digicams bieten oftmals weitaus mehr Möglichkeiten, als wir tatsächlich benutzen.
Auch wie jedes andere Werkzeug, sollten wir eine Kamera bewusst handbaben.... auch wenn es manchmal mühsam ist, ein Handbuch zu lesen.

Aufzählung Hier noch ein wenig zur Funktionsweise des Autofokus einer Kamera.
squirrel4711 - 21.07.09 22:50
Titel: Re: Rund um Fotografie
Im Zusammenhang mit der Unschärfe gibt es des öfteren auch in diesem Forum Bilder zu sehen die digitalen Matsch zeigen. Das eigentliche Objekt ist zwar erkennbar droht aber sich quasi im nächsten Moment "aufzulösen". Häufiger Fehlerquelle dieser Art von Aufnahmen ist, dass der Nutzer die Qualitäten der benutzten Kamera schlichtweg überfordert. Wenn im Handbuch ein Nahbereich von 1m angegeben ist, wird man (oder die Fukusierautomatik) Aufnahmen aus 0,9m Abstand schlechthin nicht scharf eingestellt bekommen -- ausser bei diversen Marketingabteilungen gelten allgemein immer noch die Regeln der Physik und Optik.

Hintergrund dieser unerlaubten Annäherungsversuche an das Objekt ist oft der Wunsch eine möglichst große Abbildung des Objektes zu erhalten. Für Bilder die hier im BBF gezeigt werden (800 * 600 Pixel = 0,48 Megapixel) bietet es sich an den Abstand eher größer als erlaubt zu wählen und dann z.B.mit dem in Windows enthaltenen Paint den entsprechenden Ausschnitt zu wählen. Dann wird die Abbildung auch scharf und erinnert nicht an verkochten Gemüsebrei. Die digitalen Kameras haben in der Regel seit Produktionsjahr 1998 eine Mindestauflösung von 1,3 Megapixeln und die Bilder für's BBF sind somit per Ausschnitt ohne Auflösungsverlust und Detailverlust darstellbar.

Scharfe, schöne Bilder wünscht
Rainer
fspg2 - 22.07.09 13:36
Titel: Re: Rund um Fotografie
Guten Tag,

ein Sensor, der in den meisten kleinen Digitalkameras heutzutage verwendet wird, hat auf jedem Pixel einen Farbfilter aufgedampft. Dabei werden abwechselnd Rot, Grün und Blau verwendet, wobei Grün oftmals mengenmäßig doppelt vorhanden ist, um dem natürlichem Empfinden des Menschen entgegen zu kommen.

Bayerpatternfilter (fspg2)


Die obige Abbildung zeigt nur einen Ausschnitt von 4 Pixel x 4 Pixeln. Bei einer 6 Megapixelkamera haben wir z.B. eine Anordnung von 3000 Pixel x 2000 Pixel und jetzt das Beste: diese Pixel liegen auf einer Fläche von (je nach Sensorhersteller und Sensorgröße verschieden) nur wenigen Quadratmillimetern .
Je kleiner aber die Pixelgröße (die im Mikrometerbereich liegt) und je kleiner die Sensorfläche, um so mehr Probleme sind zu bewältigen. Dieses versuchen die Kamerahersteller mit unterschiedlichem Erfolg zu meistern.
Die daraus resultierenden Probleme, wie z.B. Rauschen und teils geringere Empfindlichkeit, sind neben einem oftmals zu geringen Auflösungsvermögen der Optik mit zu berücksichtigen, wenn wir uns heute eine neue Kamera kaufen wollen. Was nutzt ein Sensor der doppelt so viele kleine Details wiedergeben könnte, wenn durch den Flaschenhals Optik nur ein Teil der Informationen wirklich ankommt?
Es gilt, den Verwendungszweck zu bedenken. Die Eierlegendewollmilchsau gibt es nicht.
Für die meisten Bilder, die wir heute machen, reichen 6 Megapixel voll aus. Lieber das Modell mit der besseren Optik und dafür nicht die teurere Mehr-"Besser"-Megapixelvariante!

Wie ist jetzt die Kamera in der Lage mit nur den drei Farben RGB nahezu das gesamte sichtbare Farbspektrum wieder zu geben?

Additives-Farbsystem (fspg2)



Sowohl die Fernseher, Scanner, Monitore und unsere Digitalkameras arbeiten mit diesen so genannten additiven Grundfarben Rot - Grün - Blau .

Wenn man jetzt unsere Grafik ansehen, erkennen wir insgesamt nur 6 Farben Rot - Grün - Blau - Yellow (Grün + Rot) - Magenta (Rot + Blau) und Cyan (blau + grün), sowie weiß und schwarz.

Unsere bunte Welt hat aber sicherlich ein paar mehr Farben, als nur diese Acht! Durch die Möglichkeit unterschiedliche Helligkeitsstufen an jedem Sensorpixel individuell auszulesen, ermöglicht es uns echt-farbig zu fotografieren!
Am Anfang des farbigen digitalen Zeitalters war man in der Lage an jedem Pixel 256 Hellikeitsstufen zu erfassen.
Wenn wir jetzt 256 x 256 x 256 Pixel mit einander multiplizieren, so erhalten wir rund 16,7 Mio. Farbnuancierungen - und das reicht aus, unsere sichtbare Welt zu zeigen. 256 sind 8bit = 1byte. Mit Hilfe eines bytes kann ich eine Farbe, einen Ton, eine Zahl oder einen Buchstaben im binären System - mit dem der Computer eben arbeitet (Strom fließt oder kein Strom fließt - ja oder nein - an oder aus - 1 oder 0) darstellen.

Heutige Sensoren sind allerdings im Mittel- und Highend-Bereich in der Lage nicht nur diese 8bit pro Farbe = 24bit darzustellen. Wenn z.B. eine solche Kamera bis zu 16bit = 65536 Helligkeitsstufen pro Rot - Grün - Blau-Farbe sensormäßig erfassen kann, dient es lediglich der besseren Differenzierung in den hellen, mittleren und dunkleren Bereichen eines Bildes. Die meisten Monitore und der Offsetdruck benötigen eh nur 8bit, d.h. nach einer professionellen Bildbearbeitung im sogenannten Raw-Modus (16bit pro Farbe = 48bit) gespeicherter Bilder, habe ich sogar in scheinbar unterbelichteten Bereichen am Ende saubere Detailtrennungen, die ich bei 8bit (jpg kann nur 8bit!) niemals hätte erzielen können.

Aber das braucht uns hier nicht zu interessieren, denn je mehr Informationen ein Bild enthält, um so größer der Speicherbedarf.
Für ein Forumsbild, das ja schnell geladen werden soll, müssen wir nach einem Mittelweg suchen.
Vorausgesetzt unser Bild ist gut ausgeleuchtet, das heißt nicht nur von vorne hell gemacht mit dem aufgesteckten Blitz, so soll es alle wichtigen Details mit guter Schärfe enthalten. Dazu muss es die Farben sauber zeigen und durch die jpg-Speicherung (dazu später in einem weiteren Beitrag mehr) möglichst nicht allzu viele Feinheiten verlieren.

Eine kleine Ergänzung zu Rainer:
Zitat:
Für Bilder die hier im BBF gezeigt werden (800 * 600 Pixel = 0,48 Megapixel)

Die Abmessungen von 800 Pixel x 600 Pixel ergeben eine Fläche von 480 000 Pixeln (gleich0,48 Megapixel). Das sagt aber noch nichts über die tatsächliche Dateigröße aus.

Wenn wir uns noch einmal den Sensor mit seinem Bayerpattern-Mosaik erinnern, so hat jeder Pixel nur eine Farbinformation vom Motiv, entweder rot oder grün oder blau.

Mosaikbild (fspg2)


Dieses simulierte Mosaik ist zur Verdeutlichung viel zu groß!

Benötigt aber werden von jeder Stelle alle drei RGB-Informationen für jeden Pixel!!! Nach der Belichtung verarbeitet eine Software das Bild und interpoliert durch Vergleich der Nachbarpixel die vermutlich richtigen Farbinformationen. Dadurch hat jede farbige Datei eine dreifache Größe der vorhandenen Abmessung.


Die folgenden drei Bilder zeigen die Verhältnisse.

Groessenvergleich_RGB (fspg2)



Groessenvergleich_Graustufen (fspg2)


Beim Graustufenbild hat ja jeder Pixel nur eine graue "Farbinformation" und hat dadurch tatsächlich gleiche Größe. Die leicht abweichende Zahl (468,8 kb) liegt an der internen Zählweise. Während wir mit 1000 = 1kilo rechnen, wird intern mit 1024 gezählt (468,8kb /1000 * 1024 = 480kb) .


Groessenvergleich_S_W (fspg2)


Die Strichumsetzung hat ja nur noch weiß und schwarz als Information und entsprechend die kleinste Größe.


Soweit zur tatsächlichen Dateigröße, die sich von der jeweiligen Speichergröße auf der Festplatte aber noch deutlich unterscheidet. Doch dazu in einer weiteren Beitrag mehr!


Wer sich etwas weiter über Sensortechnik informieren möchte, kann hier weiter lesen.
Auch gut zu wissen: "Wieviele Pixel braucht der Forianer" Frage
Die Zukunft mit neuem Mosaikfilter gibt es von Kodak?
theylmdl - 22.07.09 14:06
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo Frithjof!

Da fehlt zwischen RGB und Graustufen noch die 8Bit-Version mit 256 Farben, die als PNG-Datei besonders für farbige Strichzeichnungen wesentlich besser ist als ein Echtfarb-JPG oder so etwas.

Die Bildtiefe-Fragen habe ich hier schon 'mal vorgekaut: Bilder für das Forum vorbereiten und hochladen (wenn auch nicht mit so schicken Beispielen Winke ).

Beste Grüße,
fspg2 - 22.07.09 14:42
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo Thomas,
Dankeschön für den Hinweis! Das spart Arbeit Winke

Zitat:
Soweit zur tatsächlichen Dateigröße, die sich von der jeweiligen Speichergröße auf der Festplatte aber noch deutlich unterscheidet. Doch dazu in einer weiteren Beitrag mehr!


Die drei Bildbeispiele haben noch nichts mit dem Speicherformat zu tun, sondern sollten lediglich die unterschiedliche Dateigrößen von RGB-, Graustufen- und S/W-Strich-Bildern vergleichen.

Ich wollte zwar später noch auf die unterschiedlichen möglichen und für uns sinnvollen Speicherformate der jeweiligen Bilder schreiben, sehe aber in Deinem link ist es ja schon geschehen Ausruf Wieder Zeit für andere Themen Lachend
Jörg - 26.07.09 22:57
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo Frithjof,
ja bitte Tipps zum Fotografieren kann ich immer gebrauchen.

http://spannwerk.buntbahn.de/fotos/showphoto.php/photo/1516

ohne Stativ wirds halt manchmal unscharf, nur hier habe ich bewußt mit der Schärfe gespielt.

bis bald
jörg
fspg2 - 06.08.09 12:11
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo Jörg,
ich komme urlaubsbedingt erst jetzt dazu, Dir zu antworten. Erst einmal schönen Dank, dass Du Deine Bilder zur Verfügung stellst. Es geht mir bei meinen Kommentaren nicht darum Deine Bilder zu verreißen, sondern ich möchte ein paar Anregungen geben, so dass die nächsten Aufnahmen vielleicht noch einen Deut das besser herüberbingen, was Du beabsichtigt hattest!

Du schriebst:
Zitat:
ohne Stativ wirds halt manchmal unscharf


Wenn ich durch die längere Belichtungszeit in die Gefahr der Verwackelung komme, nehme ich das Stativ oder stütze die Kamera ab. Dazu reicht oftmals ein untergelegtes Buch, ein Glas oder eine Tasse – also irgend etwas, das meine „zitternde“ Hand unterstützt. Genauso wichtig ist es, den Auslöser ruhig zu drücken.

Zitat:
nur hier habe ich bewußt mit der Schärfe gespielt.


Nehmen wir einmal eines von Deinen Bildbeispielen:



Wenn wir mit unserer Lesegewohnheit das Bild von links nach rechts überfliegen, so ist in im linken Drittel ein Werkstattbereich zu erkennen, der etwas in Dunklen liegt, während es weiter rechts immer heller und unschärfer wird.
Wo bleibt unser Auge hängen Frage Frage
Ja, im zu hellen Bereich, der allerdings durch seine Unschärfe und ausbrechenden Lichtern nicht wirklich gut erkennbar ist. Der schärfere Balken, der im Bereich des „Goldenen Schnittes“ liegt, geht dadurch etwas unter.

Der „Goldener Schnitt" ist, kurz gesagt, das Verhältnis von Strecken, bei denen die kurze zur langen Seite sich so verhält, wie die lange Seite zur Summe aus kurzer und langer Seite. a : b wie b : (a+b) Schon verwirrt Frage Hier wird der Goldenen Schnitt etwas spielerischer erklärt.


Betrachtet einmal die beiden folgenden Bilder daraufhin, wo Ihr zuerst hinschaut Ausruf

Die Füchsin ist auf dem ersten Bild in der Bildmitte angeordnet, sowohl durch die Schärfe als auch den Standpunkt gleich zu erkennen. Durch die mittige Anordnung wirkt ein Motiv aber oft weniger spannend (es gibt durchaus Ausnahmen).

goldener_Schnitt_1 (fspg2)


Während oben das umgebende Gestrüpp die Konzentration von der Füchsin ablenkt, bleibt im unteren Ausschnitt der Blick auf dem Gesicht des Tieres hängen.

goldener_Schnitt_2 (fspg2)


Die vier Kreuzungen der Hilfslinien markieren die möglichen vier Punkte des "Goldenen Schnittes".

Wenn Ihr darauf hin einmal bewusst Bilder z.B. in Zeitungen betrachtet, werdet Ihr oftmals den bildwichtigen Bereich in der Nähe eines dieser vier Punkte finden. Wenn zusätzlich dann auch das Licht und die Schärfe diese Stelle hilfreich hervorheben, kommt das Bild richtig rüber.

Im zweiten Bildbeispiel von Jörg liegen der Ausschnitt und die Schärfe schon besser:



...nur die Gesamthelligkeit könnte etwas dunkler sein. Mit zusammen gekniffenen Augen lässt sich im Vorfeld das Motiv schon erahnen, wie es später erscheint.


Werkstatt_2b (fspg2)

Bild von Jörg-Maria Linke verändert Ausruf Winke

So lenken Details im unscharfen und dunklen Bereich nicht vom Rest ab. Man erkennt noch den Rest von der Werkstatt.
Schon bei der Aufnahme gibt es an den meisten Kameras die Möglichkeit der + oder - Korrektur. Wenn schon so starke Helligkeitsunterschiede im Motiv vorhanden sind, sollte die hellste Stelle im Bild nach Möglichkeit immer noch eine gewisse Zeichnung aufweisen und nicht nur einfach im Ausdruck das Papierweiß durchlassen. Wenn nun durch eine Minus-Korrektur alles dunkler belichtet wird, sollten Bereiche, die jetzt zu dunkel erscheinen ein wenig aufgehellt werden. Dazu können Styropor, Heizkörperreflexfolien aus dem Baumarkt 50cm x 50cm, kleine Spiegel, usw. eingesetzt werden. Ist die Aufnahme zu hell fotografiert, kann man zwar nachdunkeln, jedoch werden die Stellen ohne Bildinformation in den hellen Bereichen nur schmutzig grau erscheinen, so wie im unteren Beispiel von Jörg. Es ist die Nachbearbeitung oftmals nur die zweitbeste Lösung. Weitaus besser ist es, schon bei der Motivwahl auf den richtigen Ausschnitt, das Licht, die Schärfe... zu achten.

Vergleichen wir noch zwei weitere Bilder von Jörg:



und

,

Mit dem unteren Bild wirst Du sicherlich glücklicher sein.
Wieder die Frage, wohin unserer Blick wandert?

Bild oben: rote Flasche vorn, kurz auf der scharfen Tür und Werkstattbereich, dann in den hellen Hintergrund (weiß/rot), die grüne Lok, rechts die scharfe Tür.
Ich bin durch die unterschiedlichen Helligkeits- und Schärfebereiche mit dem Auge am wandern.

Bild unten: durch den unscharfen Türflügel werde ich regelrecht auf das scharfe Holzregal geleitet. Soweit o.k. Leider ist hier im Hintergrund nach wie vor der weiß-rote Bereich sehr stark ablenkend, so dass mein Blick nicht im Schärfebereich hängenbleibt. Auch hier helfen im Vorfeld die zugekniffenen Augen, um so besser die Helligkeitsverteilung wahrzunehmen.
Wenn Ihr auf solche Kleinigkeiten schon vor der Aufnahme achtet, sollten durchaus noch aussagekräftigere Bilder von Euren Objekten machbar sein.
Oftmals sehen wir Bilder, bei den die ganze Werkstatt im Hintergrund zwar unscharf, aber so hell ist, dass das eigentlich zu zeigende Bauteil, auf das Ihr ja zu Recht stolz seid, regelrecht im Schatten steht.

Stellt Euch die Frage während der Aufnahme: "Was will ich mit diesem Bild zeigen? ...und somit auch: "Was will ich nicht unbedingt zeigen!"

Zumindest sollten wir unsere "Fotomodelle" positiv darstellen. Dabei führen wir hinter der Kamera Regie. Was ich nicht zeigen will und auch nicht bildwichtig ist, bleibt weg!
Meist sind es nur ein paar Kleinigkeiten, die nicht bewusst wahrgenommen das Bild stören Ausruf Winke
So hätte ich z.B. versucht die beiden Lampen (wenn sie schon im Bild sind, sollen sie doch auch ihr schönes Licht zeigen) im Schuppen - wenn möglich - leuchten zu lassen und die beiden hinteren Tor soweit geschlossen, dass rot-weiß nicht mehr stört. Die Lok, ein paar Zentimeter weiter nach vorne in den Schärfebereich gezogen, hätte neben dem Regal unter den Lampen sicherlich noch besser aussehen können.

Es ist hinterher immer leichter, Fehler im Bild zu sehen, da wir auf einer zweidimensionalen Fläche mit dem Auge in Ruhe alle Stellen vergleichen können. Bei der Aufnahme sind wir in der dreidimensionalen Umgebung von so vielen Dingen abgelenkt, so dass viele der angesprochenen Sachen nicht wahrgenommen werden - solange ich sie mir nicht bewusst mache.

In diesem Sinne wünsche ich mir und Euch nicht nur bewusst schöne Modelle, sondern in Zukunft auch noch viele bewusst schöne Bilder davon zu sehen Lachend
fido - 06.08.09 12:37
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo Frithjof,

vielen Dank für Deine hervorragenden Tipps!

fspg2 hat folgendes geschrieben::
Wenn ich durch die längere Belichtungszeit in die Gefahr der Verwackelung komme, nehme ich das Stativ oder stütze die Kamera ab.

So ist es.

Man sollte bei allen Fotos in Innenräumen und bei allen Fotos mit stark geschlossener Blende (für große Tiefenschärfe) die Kamera weder in der Hand halten noch ohne Stativ per Hand auslösen!

Wer kein Stativ besitzt, legt die Kamera am besten auf Büchern oder anderen Unterlagen ab. Auslösen sollte man über einen Fernauslöser am Kabel oder über den Timer in der Kamera (sollte auch jede günstige Kamera haben).

Läßt man die Kamera kurz ruhen und löst dann aus, ist das Thema "Verwackeln" gegessen. Sitzt der Fokus richtig, ist jedes Bild ein Treffer.

Besitzer von Spiegelreflexkameras sollten auf jeden Fall einen Fernauslöser verwenden (die Zusatzkosten sind gering) und die Spiegelvorauslösung aktivieren. In diesem Fall klappt der Spiegel beim ersten Auslösen nach oben und erst wenn die Erschütterung abgeklungen ist, löst man aus und macht das Foto.

Berücksichtigt man die Tipps in dieser Diskussion, sinkt der Ausschuss an schlechten und unscharfen Fotos ganz deutlich.

Besitzt man zusätzlich eine gute Kamera mit einem sehr guten Objektiv, erhält man auch pixelscharfe Fotos, die man bis zur 1:1 Ansicht vergrößern kann.

Hier ein Beispiel bei ca. 3-4 facher Vergrößerung:




PS: Sehr gute Kameras gibts auch schon für kleines Geld, wenn man frühere Spitzenmodelle kauft, die bereits seit einigen Jahren von neueren Modellen abgelöst werden.

Mit 4-6 scharfen Megapixeln in Kombination mit einem hochwertigen Objektiv lassen sich hervorragende Bilder machen und bis A4 vergrößern.

Z.B. die Nikon Coolpix 5700 gibts in der Bucht schon für um die EUR 100,-. Bei dieser Kamera kann man manuell den Fokus wählen und viele sinnvolle Einstellungen für gute Fotos nutzen.
theylmdl - 06.08.09 15:59
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo!

Frithjof hat folgendes geschrieben::
Genauso wichtig ist es, den Auslöser ruhig zu drücken.

Ich ergänze noch drei Punkte.

Erstens: Den Auslöser langsam durchdrücken, auch bei Schnappschüssen niemals hastig - das ist fast schon eine Garantie für Verwacklungsunschärfe. Legt Euch bei Schnappschüssen lieber bei halb gedrücktem Auslöser (Bereitschaft, Autofokus) "auf die Lauer" und "schießt" im richtigen Moment - bei bewegten Motiven besser kurz davor - Euer Bild.

Zweitens: Es ist nicht immer möglich, die Kamera irgendwo anzulehnen (Pfosten) oder aufzulegen. Es gibt jedoch einen kleinen, altbekannten Trick. Atmet tief ein und dann langsam ganz aus, und genau, wenn Ihr fertig ausgeatmet habt, löst Ihr aus. Das hilft - aber nur, wenn es noch genug Licht gibt.

Drittens: Greift die Kamera möglichst so, dass Eure Hände in zwei verschiedenen Winkeln anfassen, also nicht beide gerade von der Seite. Beispiel: Die rechte Hand greift wegen des Auslösers von oben nach unten, bei der linken liegt der Daumen an der Seite oder hinten. Das verringert die Gefahr des "Verreissens" in einer der Ebenen.

Beste Grüße,
Jörg - 07.08.09 21:02
Titel: Re: Rund um Fotografie
Hallo Frithjof

"Es geht mir bei meinen Kommentaren nicht darum Deine Bilder zu verreißen, sondern ich möchte ein paar Anregungen geben, so dass die nächsten Aufnahmen vielleicht noch einen Deut das besser herüberbingen, was Du beabsichtigt hattest!"

Hey alles klar, dafür habe ich die Bilder eingestellt, beleidigt könnte man nur sein wenn Du schreibst "schönes Bild" Grins.

Stative habe ich übrigens: 1 Bohnensackstativ, ein Bindfadenstativ und ein Videostativ die reichen erstmal aus. Wenn ich mich entschieden habe was ich wirklich Fotografieren will hole ich mir erst ein passendes Objektiv und danach das passende Stativ.

bis bald
jörg
fspg2 - 04.01.10 08:19
Titel: Re: Rund um Fotografie
Moin,

nach langer Zeit gibt es heute mal wieder einen kleinen Tipp.

Vielleicht habt Ihr auch den Wunsch, ein Teil sowohl von oben, als auch von der Unterseite abzubilden - möglichst gleichzeitig natürlich. Zum Beispiel wollt Ihr Eurer selbst gebauten Lok einmal unter´s Kleid schauen, aber keine zwei Aufnahmen machen.

Ich habe im folgenden Bild zwar keine Lok fotografiert, aber es sollte bei der Gesamtansicht auch der Stellmechanismus gezeigt werden.


Alter_Lagerschuppen_298 (fspg2)



Vor einer weißen Wand im Abstand von gut einem Meter stehen auf einem Tisch zwei gleich hohe Diakästen senkrecht. Es gehen z.B. auch Bücher oder Ähnliches. Darauf liegt eine Glasscheibe (bitte vorher putzen!) aus einem alten Bilderrahmen. Die Tischoberfläche hatte ich mit ein paar Blättern Schreibmaschinenpapier bedeckt.
Ausgeleuchtet wurde das Motiv mit zwei Halogenstrahlern, die ich so auf den Hintergrund gerichtet hatte, dass kein direktes Licht mehr auf das Motiv fiel. Sie stehen rechts und links seitlich etwa im gleichen Abstand, wie die Diakästen von der Wand entfernt. Eine Pergaminfolie (es geht auch Butterbrotpapier - evtl. mehrere Bögen zu einer größeren Fläche zusammenkleben) vor der Lampe streute das Licht etwas weicher. Dabei muß man nur aufpassen, dass genügend Abstand zwischen diesem Papier und der Birne besteht, damit Ihr nicht plötzlich im Rauch und Gestank und mehr ... steht Ausruf Ausruf
Von vorne links hellte eine 50cm x 50cm silberne Heizkörper-Reflexionsplatte (aus dem Baumarkt) das Motiv auf.


Glasplatte_Original (fspg2)



Das erste Testbild fiel noch etwas zu dunkel aus. Die zweite Belichtung wurde mit der + Korrektur an der Kamera um etwa 1 Blendenstufe aufgehellt. Da müsst Ihr verschiedene Stufen selber ausprobieren! Durch diese Überbelichtung mit der Kamera werden sowohl die etwas unterbelichteten Stellen im Motiv, als auch alle Weißtöne "gepuscht".


Glasplatte_ok (fspg2)



Am Ende war die Hinterkante der Glasscheibe nicht mehr sichtbar und ich konnte auch unter der Messingplatte die Details in der Spiegelung erkennen.
Henry (Henner) - 20.09.18 04:59
Titel: Re: Rund um Fotografie
Der Thread ist zwar schon uralt, aber kann jemand mal was zu "focus stacking" sagen. Das scheint das uralte Problem der zu kleinen Tiefenschaerfe zu loesen, das gerade beim Fotografieren von Modellen wichtig waere.
Regards
fspg2 - 20.09.18 08:07
Titel: Re: Rund um Fotografie
Moin Henry,

nachdem ich anfangs Stacking-Aufnahmen selber mit Photoshop mühsam zusammen gebaut habe, lernte ich eine (damals noch viel, viel günstigere) Software kennen, mit der ich zu den gewünschten Bildergebnis komme. Eine 30-Tage-Demoversion ist verfügbar. (Ich bin nicht verwandt, verschwägert,... mit dieser Firma!)

Bevor ich jetzt einen Roman schreibe... es gibt im Netz viele gute Erklärungen, wie man mit Photoshop (ab CS 4) arbeiten kann, z.B. hier, Videoclips... und alternative Vergleiche.

Viel Erfolg.... und zeige dann doch demnächst bitte mal Deine neuen „Tiefen“ Winke

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