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Modellbautechniken - Räder selber drehen


Waldbahner a.D. - 25.10.05 11:54
Titel: Räder selber drehen
Hi Leutz,

anbei eine kleine Anleitung, wie man sich sehr einfach Scheibenräder und Radreifen selber drehen kann.



1. das Rundmaterial mit Durchmesser des Spurkranzes wird plan gedreht.

2. Der Support wird um ca 3° gedreht, um die Lauffläche im Winkel zu drehen. Dabei stelle ich den Drehstahl ebenfalls schräg, so daß ich gleich den Spurkranz mit ca 5-6° schräg drehen kann.

3. Für Scheibenräder reicht nun ein Loch für die Isolierbuchse aus Kunststoff. Für Radreifen sollte ca 1mm an der Lauffläche stehen bleiben. Das Rad wird dann entsprechend ausgebohrt und bei Scheibenrädern nach belieben noch ausgedreht.

4. Nach dem das Rad abgesägt oder abgestochen wurde wird es an der Lauffläche aufgespannt (Achtung. Radreifen nicht zerdrücken sonst holperts später) und der Spurkranz auf Maß herunter gedreht.

Anschließend wird der Spurkranz mit einer Feile noch abgerundet und das Rad mit Schleifleinen poliert. Für diesen Schritt verwende ich eine Aufnahme aus Rundmaterial, auf der ich den Radreifen/das Rad aufspannen kann.

Noch ein Tipp:

Ich erstelle immer mehrere Räder auf einmal, in dem ich für 4 Räder zwei Stück Rundmaterial nehme und an jedem Ende ein Rad fertige. In einer Werkzeugeinstellung werden dann alle Rohlinge bearbeitet, bevor der Drehstahl neu eingestellt wird. Dadurch wird die Lauffläche bei allen Rädern annähernd gleich. Wichtig ist dabei nur, daß das Werkstück immer gleich weit aus dem Backenfutter herraus ragt. Dies kann man z.b. mit meinem Winkel erreichen.

Gruß vom Gerd
Dampfcargo63 - 25.10.05 12:13
Titel: Re: Räder selber drehen
Hallo Gerd,
warum machst du es so umständlich? Ich habe zuerst den Rohling aussen auf Mass gedreht, gleich die gesamte Länge. Für die Lauffläche habe ich mir einen Drehmeissel mit der Spurkranzausrundung geschliffen.Der Oberschlitten wird auf Laufflächenneigung eingestellt. Dann wird mit einem Rad am Drehmeissel die Spurkranzneigung eingestellt und man kann in einem Zug fertigdrehen. Da stimmt es dann gleich.
Tschüß Rene'
Waldbahner a.D. - 25.10.05 12:21
Titel: Re: Räder selber drehen
Moin René

1. Weil ich keinen Drehmeisel derart anschleifen kann
2. Weil ich das nicht jedem zutraue
3. Weil ich mir das drehen der Radreifen in 5" angeeignet habe, wo du mit dieser Technik nicht weit kommst.

Aber gehen tut's so natürlich auch Winke

Gruß, Gerd
fido - 25.10.05 12:56
Titel: Re: Räder selber drehen
Hallo Gerd,

vielen Dank für den Tipp. Das werde ich auch mal probieren...
Waldbahner a.D. - 25.10.05 13:21
Titel: Re: Räder selber drehen
Hi Fido,

wünsche dir viel Erfolg dabei.

Hier meine Räder an der zukünftigen Maekja



Die Lauffläche hat 11mm Duchmesser, ist 3mm breit und der Spurkranz 1mm Hoch. Die Radscheiben sind aus Polystyrol auf paß gefräst und mit Loctite in die Radreifen eingepreßt worden.

Gruß, Gerd
Rolf G - 24.01.18 15:01
Titel: Re: Räder selber drehen
Hallo Gerd, hallo Rene`,

habe diesen schon ziemlich alten Titel hier gefunden und interessiere mich auch für das Thema: Metallräder für Spur G selber bauen / drehen.

Handwerklich / Basteln, zwar recht begabt, aber im Bereich Metallbearbeitung bin ich noch sehr unerfahren.

Ich hätte da an euch beiden Profis mal zwei Fragen...

1. Braucht man für dieses Vorhaben schon eine "Profi-Drehbank" oder tut es da auch eine kleine Tischdrehbank?
Wie z.B. eine Rothwerk, Dema, Holzmann, Optimum, Güde, usw..
Die haben alle so zwischen 350 und 450 Watt Motoren und wiegen zwischen 30 und 40 kg. ( Für mich wären solche Maschinchen auch deswegen interessant, weil ich für etwas größeres gar nicht den Platz habe. Und ich könnte sie bei Nichtgebrauch auch wieder verstauen.
Über die Maschinen gibt es recht unterschiedliche Kundenrezessionen.
Meistens zwar positiv, dass man mit den Dingern schon ganz vernünftig arbeiten kann, aber doch auch mal die eine oder andere negative Meinung.

Ein befreundeter Maschinenschlosser meinte zwar, ich würde bei diesem Vorhaben schon bei einem Rad dabei "verhungern", weil solche Maschinen viel zu wenig Drehmoment hätten um in einer angemessenen Zeit solche Räder herstellen zu können. Er hat aber selber mit solchen Tischdrehmaschinen keine Erfahrung!

Was meint ihr dazu?

2. Welches Material nehmt ihr für die Herstellung solcher Räder her.
Reicht da normaler Edelstahl V2A aus?
Müssen dann ja Edelstahl-Rundstäbe sein, mit 40 mm Durchmesser, oder?
(weil die Spurkränze der Spur G-Räder ja meistens zwischen 36 und 37 mm haben und man solche Rundstäbe ja nur in 30, 40 , 50 mm, usw. bekommt)

Ist wohl schon lange nichts mehr über dieses Thema geschrieben worden.
Habe zumindest weit und breit nichts weiter mehr darüber gefunden.
Ich hoffe sehr, dass es da noch Antworten von euch dazu gibt.
Würde mich sehr freuen und mir sehr weiter helfen.

Vielen Dank schon mal für alle Antworten!
der Verrückte - 24.01.18 17:13
Titel: Re: Räder selber drehen
Hallo Rolf,
ich habe die Räder für den EDK auch selber gedreht. Deine Drehmaschine erscheint mir tatsächlich zu mickrig. Bei meiner 100 Kilo-Maschine isses schon grenzwertig. Habe da allerdings materialsparend jeweils zwei fette Baumarkt-U-Scheiben unterschiedlichen Aussendurchmessers weich aufeinander gelötet und fröhlich abgedreht. Vernickeln lassen kannste hinterher immernoch.
Bilder kann ich liefern, wenn Bedarf.
Gruss, Ole
DampfBahnFreak - 25.01.18 00:50
Titel: Re: Räder selber drehen
[quote="der Verrückte"]Hallo Rolf,
...
Bilder kann ich liefern, wenn Bedarf.
Gruss, Ole[/quote]

An Bildern besteht grundsätzlich immer Bedarf;
würde ich meinen Winke !

Dankeschön im Voraus!
Torsten Köhler - 25.01.18 11:25
Titel: Re: Räder selber drehen
Hallo

habe von diesen Radscheiben welche zur Verfügung
Durchmesser 26,7 mm
mit Spurkranz 30 mm
breite gesamt von Rad 6 mm
V2A Profil nach VEM gedreht

Rolf G - 25.01.18 15:14
Titel: Re: Räder selber drehen
Hallo Ole,

danke erst mal für deinen Tipp mit den fetten Unterlegscheiben.
Weiß aber ehrlich gesagt nicht, ob das wirklich was für mich wäre.
Aber zumindest mal eine Überlegung wert.
Ja mit der vielleicht zu mickrigen Drehbank...
Ich muss mal weitersehen und mich in meinem Freundes- / Bekanntenkreis umhören, ob da jemand so was ähnliches herum stehen hat, wo ich das Ganze mal ausprobieren könnte.

Aber es eilt nicht. Daher werde ich das Ganze ruhig angehen.
Rolf G - 25.01.18 15:19
Titel: Re: Räder selber drehen
Hallo Torsten,

auch vielen Dank für deine Antwort!

Ja, ...deine Räder sind für mein Vorhaben leider etwas zu klein.
Brauche am Spurkranz 36 bis 37 mm
und Durchmesser Lauffläche 31 bis 31,4 mm.

Aber deine Räder sehen super aus!
Und mit welcher Drehbank drehst du solche Räder??
Bist Du auch der Meinung, dass solche kleineren Tischdrehbänke für so was zu schwach sind?
der Verrückte - 25.01.18 16:38
Titel: Re: Räder selber drehen
Moin,
wichtig bei der Scheibenmethode ist der gleiche Innendurchmesser, da die beiden zur Herstellung der Zentrierlöcher(Bild) auf einen Dorn müssen. Da die Dinger verzinkt sind, müssen die vor dem löten blank geschliffen werden.



Viel Erfolg! Frage: wieviele Räder brauchste denn?
Gruss, Ole
Rolf G - 28.01.18 21:30
Titel: Re: Räder selber drehen
Hallo Ole,

ich fürchte viel zu viele, für diese Methode.

Bin gerade dabei, mit einem mir bekannten Lohndreher Kontakt aufzunehmen.
An den hatte ich bisher gar nicht gedacht.
Mal sehen, was der zu meinem Vorhaben meint.
Aber vielen Dank nochmal, für deine tollen Infos!

Gruß
Rolf
Jost45 - 12.08.18 16:28
Titel: Re: Räder selber drehen
Hallo Rolf, hallo Buntbahner

Hier etwas verspätet meine Lösung zum Selbstbau (drehen) von Rädern:
Radsterne aus 5 mm Messing (MS58) mit der Eigenbau-CNC-Fräse gefräst (ging sehr gut).

Lokradteile (Jost45)


Radreifen aus Inox-Flachstahl 1.4301, 60 x 5 mm sind trocken gefräst. Besser wäre 1.4305 gewesen (Automatenstahl), gibt es hier leider nicht als Flachprofil). Beim Fräsen gabs Probleme mit der Hitze. Die Holz-Opferplatte und der Fräser litten stark unter der Hitze. Die Lösung brachte eine «Opferplatte» aus Stahl, hier konnte sich die punktuelle Wärme gut ableiten resp. verteilen und der Fräser hat überlebt.

Radreifen (Jost45)


Radsterne und Radreifen werden mit Loctite 638 (Fügen Welle-Nabe) auf einer planen Unterlage verklebt.
Zur eigentlichen Bearbeitung kommen die Rohlinge auf einen Dorn wo sie zentriert und mit einer Schraube fixiert werden. Die notwendige Feinbearbeitung der Lauffläche und des Spurkranzes erfolgt mit einer Optimum D 210x400 Vario 0.75 kW. Für diese Arbeit reicht die Drehbank allemal.

Vorlaufräder (Jost45)


Ich hoffe, dass ich auch so spät noch helfen konnte.

Gruss aus dem sonnigen Mettauertal (CH).

Jörg
Stopfbüchse67 - 05.10.18 16:32
Titel: Re: Räder selber drehen
Hoi Jost,

das ist ein sehr interessanter Ansatz zur Herstellung von Radreifenrohlingen!
Daran habe ich noch gar nicht gedacht.
Meist hat man ja nicht das Glück dass sich ein einigermassen passendes Rohr oder passender Hohlstab aus Rostfrei (egal ob 1.4301 oder 1.4305 ) findet, so das man, auch mit wirklichen Profimaschinen, recht mühsam erst ein Haufen Späne machen muss.

Aber 1.4301 trocken bearbeiten!! Geschockt Geschockt Du bist ja wohl ein schöner Maschinen- und Werkzeugquäler! Winke
Rostfreie Stähle haben übrigens eine recht unschöne Eigenschaft die da ist, dass sich über einer gewissen Temparatur die Zerspanungseigenschaften drastisch verschlechtern.

Grüsse aus dem auch sonnigen Höhtal

Florian
Jost45 - 06.01.19 22:23
Titel: Re: Räder selber drehen
Hallo Buntbahner

Nach drei Monaten Gleisbau («Gleisbau Code 200» im Schienendampfforum) bin ich wieder mit den Rädern beschäftigt. Die Messing-Radsterne wurden mit Loctide 638 in die gefrästen Reifenrohlinge eingeklebt. Die grossen rohen Räder wurden auf einem Alu-Dorn befestigt. Der grosse Alu-Dorn leitet die am Reifen durch das Drehen entstehende Wärme ab. Der Reifen muss am Dorn aufliegen da er an sich mit dem Radstern (wegen dem Klebstoff) isoliert verbunden ist! Beim Bearbeiten eines Rades mit dem kleinen Messingdorn (für die Laufräder) hat sich der Klebstoff infolge der Hitze im Reifen gelöst und muss noch überarbeitet werden.

Geklebt und überdreht (Jost45)


Die Räder sind nach NEM 310 und NEM 311 bearbeitet

Hallo Florian

Als Maschinen- und Werkzeugquäler fühle ich mich gar nicht. Meine CNC-Fräse habe ich mit dem Ziel gebaut auch rostfreie Radreifen trocken fräsen zu können. Der erste für Trockenfräsung gekaufte Fräser ist beim Fräsen des ersten Radreifens schon «verglüht» da mir der Lieferant falsche Angaben (Schnittgeschwindigkeit, Vorschub und Einstichtiefe) gemacht hat. Der zweite Fräser ist beim dritten Radreifen ausgestiegen da die Wärme im restlichen Flachstahl nicht genügend abgeleitet wurde. Beim Aufspannen des Inox-Flachstahls auf eine Stahlunterlage gings mit dem dritten Fräser bei den restlichen vier Reifen einwandfrei.

Du hast schon recht, beim Bearbeiten von Inox-Stahl ist die entstehende Wärme das Hauptproblem. Wenn man die Wärme gut ableitet oder auch in Etappen arbeitet geht das Fräsen und Drehen gut.

Gruss, Jörg

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