buntbahn.de

Fahrzeuge - Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13


Fozzibaermopped - 26.08.18 12:10
Titel: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Nachdem ich die ersten Wagen hier vorgestellt habe:
http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?t=13092&highlight=
Möchte ich bald mit dem Bau der Lokomotive weiter machen.
Nach einigen Recherchen habe ich mich für eine Avonside Heisler Lokomotive entschieden.
Inspiriert von Peter Angus und seiner Modelllokomotive ( https://www.16mm.org.uk/2011/06/01/mom2011-06/ ) und einigen Originalbildern, welche ich hier gefunden habe:
http://steam-locomotives-south-africa.blogspot.com/2015/04/miscellaneous-cane-tramway-images.html
habe ich mich wieder an den Rechner gesetzt und ein paar Linien gezogen.
Da ich keine gut ausgestattete Werkstatt habe, wird die Lokomotive mit Elektroantrieb ausgestattet. Ich möchte nicht gänzlich ausschließen später eine passende Dampfmaschine mit sammt Kesselanlage nachzurüsten, aber das ist Zukunftsmusik. Die Fahrgestelle und der Rahmen sollen dafür aber ausgelegt sein.
Ein paar Zahlen vorab:
- Spur 45mm => Maßstab 1/13 (Zum Umrechnen der Maße aus der alten Zeichnung:

benutze ich den Maßstab 1:13,55)
- Gewählter Raddurchmesser ø45mm (2Foot = 24" = 609,4mm; 609,4/13,55=44,9..., also passt gut zu den 45er Rädern).
ursprünglich wollte ich die Ozark Achsen mit ø44,4er Rädern nutzen, da sie schöne breite Laufflächen haben, aber diese gibt es leider nicht mehr. Daher nehme ich diese hier:
https://www.modell-werkstatt.de/radsatz-stahl-64mm-spur-45mm-durchmesser
und presse neue Achsen ein.
- Die Fahrgestelle sollen zum Rahmen hin vor und zurückschwenken können, damit die Lokomotive auch Rampen und Senken gut durchfahren kann.
- Außerdem sollen alle 4 Achsen wie bei den Feldbahnwagen einzeln gefedert sein, damit sie guten Kontakt zum Gleis haben. Dort hatte ich die Erfahreung gemacht, dass bei zu großer Ungenauigkeit der Fertigung und Verzug im material immer eins von 4 Rädern in der Luft stand und es so zu Entgleisungen kam.
- Die Übersetzung der Kardanwellen zur Radachse wird 1:20. Dafür verwende ich Schneckengetriebe Modul 0,75.
- Gelagert wird der Antrieb in PTFE Gleitbuchsen, diese haben ein sehr kleines StickSlip, so fährt der Zug schön sanft und ruckfrei an.
- Die Kardanwellen werde ich im einfachen Design ausführen mit Kreuzknochen in Schiebehülsen, so wie es bei den meisten modellautos der Fall ist (Siehe Beispielfoto):

Ach ja, zum Bau der Lokomotive werde ich hauptsächlich Stahlblech benutzen, das ist stabil und deutlich günstiger als Messing. Die Antriebsteile, Achsen, Räder usw. kosten schon ne Menge Schotter. Stahlbleche und Profile habe ich noch da. Die Drehgestellrahmen sowie der Hauptrahmen werden aus 2mm Blech gefertigt. Alle anderen Blechteile aus 1mm Blech. Zum Verbinden der tragenden teile verwende ich Winkelprofil 8x8x2 aus Stahl. Leider wird es nichts aus Nieten, das ist zu lange her als ich das zu letzt gemacht habe und mit dem Gewindeschneider kann ich besser umgehen. Daher benutze ich Modellbauschrauben mit flachem Sechskantkopf M2.
volkerS - 27.08.18 01:59
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo,
sehr interessant aussehende Lok, Echtdampf bei dieser Lok wird bestimmt eine Herausforderung.
Beim Nietsetzen hast du wahrscheinlich an Döpper und Setzer gedacht. Es gibt doch entsprechende Zangen von Artelier Burkhardt, Musche und anderen, die ein Kaltverpressen der Niete ermöglichen. Geht präzise und einfach. Oder du besorgst dir eine Kniehebelpresse. Wichtig ist nur, dass die Niet vorgeglüht sind.
Habe damit einen ganzen personentragenden 5-Zoll Wagenrahmen hergestellt.
Volker
Fozzibaermopped - 28.08.18 16:19
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ja diese Zangen kenne ich. Aber ob Zange oder Zieher/Schließermeißel, an einigen Stellen habe ich keinen Platz dafür. Z.B. hier wo die Platten der Drehgestelle mit den Winkelprofilen verbunden werden:

Da werde ich in die Winkelprofile M2 Gewinde schneiden und Modellbauschrauben mit kleinen, flachen Köpfen verbauen. Ich habe sogar schon einmal an diese Knupfer Nietkopfschrauben nachgedacht:
https://knupfer.info/shop/index.php/deutsch/catalog/product/gallery/id/504/image/1678/
Aber die kann man nur verwenden, wenn auf der anderen Seite eine Mutter gesetzt wird um die Schraube fest zu ziehen. Muttern bekomme ich da zwar gegengehalten, aber nicht gedreht. Und eine Schraube mit runden Kopf zu drehen ist etwas schwer...
Fozzibaermopped - 29.08.18 16:17
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
So langsam habe ich alles für den Antrieb zusammen. Sogar ein paar Gelenkwellen aus dem RC-Car Bereich habe ich gefunden, welche gut passen. Aber zwei Sachen machen mir noch zu schaffen.
Die Übertragung des Antriebsmomentes von der Gelenkwelle auf die Radachse erfolgt durch eine Schneckengetriebe. Dieses Schneckenrad wird verwendet:
http://www.maedler.de/Article/30031000
Die Achswelle ist ø6h8 (Normale Silberstahlwelle DIN174). Das Schneckenrad wollte ich mit der Reibahle aufbohren auf ø6H7. Die Nabe ist ø12mm. Also bleibt da noch eine Wandstärke von 3mm übrig. Meint ihr das reicht aus, um das Schneckenrad mit einer M3 Schraube auf die Welle zu klemmen? Ich finde das etwas heikel, weil da nur 1xd Gewindelänge bleibt in G-CuSn12...
Zweite Sache:
Ich habe die Radachsen von der Modellwerkstatt bekommen und ein Rad runtergezogen. Da sind Kunststoffbuchsen drin mit einer Innenbohrung ø5,4 (Die Buchsen sind außen ø10,7). Auf welches Maß sollte ich die Buchsen aufbohren, damit das Rad stramm genug auf der ø6h8 Welle aufgepresst wird und sich im betrieb nicht mehr löst? Außerdem war der Achssitz mit scharfkantigen Abdrücken versehen, damit sich die Buchse nicht drehen kann:



rhb fan - 29.08.18 17:54
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
M3 und 3mm sollten knapp reichen, ich würde zur Sicherheit eine kleine Fläche auf die Welle feilen oder fräsen, dann hast Du noch einen Formschluß dazu. Ev. auch mit Loctite Welle/Nabe verkleben. Wichtig ist die Schraube, keine spitze Madenschraube, sondern mit flächiger Auflage, ggf. auch ringförmig.

Gruß

Andreas
Fozzibaermopped - 29.08.18 18:51
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Fläche auf Welle mache ich. Loctite habe ich 620 da.

Was könnt Ihr mir zu den Rädern raten?
volkerS - 30.08.18 08:45
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo,
Standartgewinde M3 hat eine Steigung von 0,5mm. Damit hast du 6 Gewindegänge in 3mm Tiefe. Das reicht, Madenschraube sollte ein mit Ringschneide sein (DIN916).
Bohrung auf 5,95 reiben und Achse 6mm leicht rändeln. Die genauen Werte hängen aber von der Kunststoffsorte ab, da hilft nur probieren.
Volker
Henry (Henner) - 30.08.18 09:43
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Wenn Du nicht unbedingt Echtdampf und "Sparky" auf dem gleichen Gleis fahren lassen willst, wuerde ich die Kunststoffbuchsen durch Metall ersetzen. Dadurch bekommst Du einen "eierfreien" Lauf, der mit Kunststoff schwer zu erreichen ist.
Fozzibaermopped - 04.09.18 18:33
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hatte jetzt die Tage etwas Freizeit und da habe ich doch schon ein paar Teile gefertigt:

L-Profile 8x8x2 für die Radgestelle abgelengt und entgratet.

Radachsen abgestochen:

Schneckenräder-Bohrungen passend gedreht und Gewinde reingeschnitten:
ielleicht auch schon die Getriebegehäuse anfangen... mal sehen.

Habe noch eine Frage: Die Radachsen werden wie bei meinem Wagons einzeln gefedert. Dazu werden die Achsen in Messingwürfeln mit Längsnuten im Rahmenkasten geführt. Beim Echtdampffahren am Sonntag in Leverkusen habe ich bei einer Feldbahnlok gesehen, dass da noch so Führungsplatten eingeschraubt sind, womit man das Spiel der Federn einstellen kann. Ist das zwingend bei einer Lokomotive?
volkerS - 05.09.18 03:18
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Fozzibaermopped,
deine Frage beantworte ich mit einer Gegenfrage. Kennst du das genaue finale Gewicht deiner Lok und hast/kannst du die Federn der einzelnen Achslager berechnen? Ich behaupte: NEIN.
Du wirst nie um die Möglichkeit einer Einstellbarkeit der Federung kommen wenn du eine echte Federung realisieren willst.
Einzige Möglichkeit wäre du baust die ganze Lok und als letze Arbeit fertigst du die Federung an.
Volker
Fozzibaermopped - 05.09.18 16:34
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich glaube, ich habe mich nicht richtig ausgedrückt, sorry:
Ich möchte nicht die Federung einstellen. Sondern meine Frage bezog sich auf die Führungen, welche die Achslager hoch und runter führen (Beim Einfedern). Müssen diese Einstellbar sein? Hat das evtl mit der Koppestange zu tun?
Fozzibaermopped - 05.09.18 17:16
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ja und das Gewicht wird so bei 10kg liegen. Das kann ich leider erst ganz genau bestimmen, wenn die Konstruktion abgeschlossen ist. Bis jetzt habe ich nur die Drehgestelle und Teile des Rahmens und den Anfang des Führerstandes fertig und bin bei 4,38kg:



Es fehlen noch:
- Kesselatrappe (Diese wird den Motor enthalten)
- Anbauteile (Schornstein, Sanddom, Handläufe, Rohrleitungen usw.)
- Motoratrappe
- Fahrtenregler, Empfänger und Akku
- Antriebsteile (Vom Motor zur Antriebswelle, hier möchte auch aus
Geräuchgründen einen Beltdrive einsetzen)

Die Berechnung der Federn sind dann kein Problem für mich, das mache ich fast jeden Tag auf der Arbeit...
Fozzibaermopped - 10.09.18 13:10
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Am WE war ich wieder etwas fleißig:
Bleche angezeichnet...

ausgesägt...




Gerade gefräst...


Und erste Bleche sind fertig:


Bei den Seitenteilen hatte ich etwas Schwund... ein Blech musste ich drei Mal schneiden (Einmal hat die Stichsäge aufgesetzt, Sägeblatt und Blech krumm. Und einmal zu klein abgeschnitten).

Mit den rückseitigen Teilen geht es weiter, dann kann ich die Ausschnitte und Bohrungen machen.
Fozzibaermopped - 10.09.18 15:52
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Heute hatte ich ein Päckchen in der Post, DAAASSSS Buch der Bücher wurde geliefert:

und dann kam die Enttäuschung... meine Avonside Heisler Lokomotive ist dort nicht drin.
Ich hatte gehofft in dem Buch mehr Details zu finden. Hat eine ganze Stange Geld gekostet.Heulend

Ich muss wohl nach Literatur von Avonside schauen.
Ansonsten ist das Buch eine Wucht, da sind echt schöne Bilder und Skizzen drin.
So was findet man im Internet nicht.
rhb fan - 10.09.18 19:48
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Das findet man schon im Internet, gibts bei Amazon, ist aber schade, dass Deine Lok nicht aufgeführt ist. Da hilft nur weitersuchen.

https://www.amazon.com/Heisler-Locomotive-1891-1941-Benjamin-Kline/dp/B000TDEAHC

Gruß

Andreas
Fozzibaermopped - 10.09.18 20:11
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Das Buch gibt es im Internet, dort habe ich es auch gekauft. Ich meinte die Bilder und Zeichnungen...
Fozzibaermopped - 11.09.18 10:19
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich glaube mein Projekt scheitert am Gleisradius.
Unsere Gleise sind alle mit Kurvenradius 600mm.
Heute wollte ich die Gelenkwellenlängen anpassen. Habe beide Drehgestelle auf eine Gleisskizze mit einem Kreis R600 gestellt:


Da ist mir dann aufgefallen, das bei Achsabstand 78mm die Räder nicht mehr auf den Gleisen laufen (Markiert mit gelben Pfeil):


Die Räder haben ø45mm. Ich glaube die Radgröße, der Gleisradius, und der Achsabstand passen nicht zusammen.

Kann es sein, das ich da andere Radachsen/Räder brauche mit breiterer Lauffläche und schmalerer Spur?
Flachschieber - 11.09.18 10:20
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko

Hier ein Link zur Recherche des Deutschen Patent und Markenamtes:

https://depatisnet.dpma.de/DepatisNet/depatisnet?window=1&space=menu&content=treffer&action=pdf&docid=GB000000362017A&Cl=5&Bi=1&Ab=&De=1&Dr=7&Pts=&Pa=&We=&Sr=&Eam=&Cor=&Aa=&so=asc&sf=vn&firstdoc=5&NrFaxPages=15&pdfpage=1

Vielleicht helfen die Zeichnungen in der Patentschrift von Avonside weiter.... Winke

Es sind 15 Seiten die man mit dem Pfeil oben durchblättern kann. Leider funktioniert es nicht die Gesamtschrift als PDF herunterzuladen.

Beste Grüße,

Marco

Edit: Link editiert da dieser kein Permanentlink war[/url]
Fozzibaermopped - 11.09.18 10:34
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Flachschieber,

"Dem Stil von FBM folgend ohne Anrede und Grußformel obwohl ich auf solche Leute normal nicht antworte oder Mails beantworte" verstehe ich jetzt nicht...


Ich habe hier die Zeichnugen einer Decauville gefunden:



Die Lok hat noch mehr Achsabstand und größere Räder als die Avonside Heisler. Kann mir bitte Jemand sagen, ob diese Lok auf 600er Gleiskurven fahren kann?
Fozzibaermopped - 11.09.18 11:03
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Dieses Foto der Baunummer 1336 (Sie wurde für 610mm Spur gebaut):

habe ich mal vermessen und die Breite der Lauffläche mit ungefähr 87mm interpoliert.
In meinem Maßstab (1:13,55) ergäbe das eine Lauffläche von ca 6,4mm breite. Das ist natürlich deutlich breiter wie die Räder, welche ich hier habe.

Das werde ich mal ins CAD bringen und schauen, ob die Kurvengängigkeit auf R600 Kurven besser aussieht.

@Flachschieber: Bei den Patentschriften habe ich nichts brauchbares dazu gefunden. Lediglich die No. 482,828 zeigt ein Fahrgestell von oben. Aber da keine Maße oder Angaben zur Spurweite angegen ist, kann ich das nicht verwenden.
GNEUJR - 11.09.18 12:21
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Moin,

also meine erste Dampfe in 1:13 hat 75mm Achstand und 31mm Räder: Das geht zwar bei R1 (600mm), macht aber gar keinen Spaß. (Nur mit Schwung und Regler voll auf, Anfahren in der Kurve unmöglich)

Du solltest Deiner Lok auf jeden Fall eine Spurkranzschmiereinrichtung verpassen!

-> Einfacher: Vergiß R1/600mm für alles, was größer als ein KLEINER B-Kuppler ist. R600mm sind umgerechnet nur 8m Radius: Da wäre bei einer echten Feldbahn eine DL6 oder sowas das Zugpferd der Wahl.

In Deiner CAD-Ansicht sieht man auch schön warum man in (engen) Kurven eine Spurerweiterung braucht Grins

Viele Grüße

Gerd
Flachschieber - 11.09.18 12:39
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo lieber namenloser,

Wenn Du das nicht verstehest kann ich Dir leider nicht helfen. Bildrechte sind anscheinend auch ein Fremdwort...

Ne Quellenangabe sollte schon sein.

Das verlinkte Patent zeigt alles ausführlichst.

Beste Grüße,

MARCO
Fozzibaermopped - 11.09.18 12:53
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Gerd,

würden andere Radreifen das Problem beheben?
Schmalere Spur, breitere Lauffläche...
Da die Schienen schon vorhanden sind, möchte ich diese ungern austauschen.

Grüße
Mirko
Fozzibaermopped - 11.09.18 12:58
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Marco,

dieser Link https://depatisnet.dpma.de/DepatisNet/depatisnet?window=1&space=main&content=treffer&action=treffer&so=asc&sf=vn&firstdoc=1&selitem=GB000000362017A zeigt bei mir nur das:


Ich habe dort über die Einsteigersuche (Erfinder: Charles Heisler; Titel: Locomotive) die Patentbilder durchgeschaut, aber nichts brauchbares gefunden.

Und die Patentbilder im Heisler Buch sind ohne Referenzmaß.
GNEUJR - 11.09.18 13:23
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko,

zunächst meine herzlichsten Glückwünsche: Du hast das erste Mal (D)einen Namen in einem Post geschrieben. TOLL!

Bei Eisenbahnen (Loks und Wagen) ist das Radsatz-Innenmaß fest, ebenso die Spurweite der geraden Schiene, in (engen) Kurven wird die Spur erweitert. -Sicher kann man das ganze auch anders lösen, und gerade Feldbahnen hatten ja häufig echte "Walzen" um unfreiwillige Spurerweiterungen bei schlecht verlegten Gleisen ohne Entgleisung überleben zu können.

Bei Deinem Lokprojekt wird das bei R1 alles nix helfen: Verstelle mal die Räder, bis es passen würde und stelle die Lok dann auf ein gerades Gleis oder versuche mit dem Radsatzinnenmaß mal eine Weiche zu befahren...

Viele Grüße

Gerd
Fozzibaermopped - 11.09.18 14:38
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hat mir keine Ruhe gelassen, deshalb habe ich mir ein Probefahrgestell gebaut:


Dachlatte mit 6mm Nuten im Abstand 78mm.




Steht der Wagen auf dem geraden Gleis, hat er seitlich 1,5mm Spiel.
Auf dem Kurvengleis hat er seitlich ca. 1,0mm Spiel.

Lässt sich auch noch schieben, aber nur mit größerem Kraftaufwand, weil alles schwergängig geht. Zwischen Kurve und Geraden merkt man kaum eine Kraftunterschied, weil man stark drauf drücken muss, damit die Räder nicht rutschen.
Muss mal sehen, ob ich noch einen besseren Probewagen mit Kugellagern baue.

Bis dahin mache ich mir trotzdem mal gedanken um andere Räder, oder andere Gleise.

Das Blöde ist, ich habe hier ca. 40m Gleise. Die wollte ich schon benutzen, das war der Zündfunke für meine Idee einen eigenen Zug zu bauen Augenrollen
GNEUJR - 11.09.18 14:43
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Moin,

Zitat:
Das Blöde ist, ich habe hier ca. 40m Gleise. Die wollte ich schon benutzen, das war der Zündfunke für meine Idee einen eigenen Zug zu bauen Augenrollen


Zu 40m R1 Kurven (Das sind fast 10 Vollkreise!!) hast Du mein aufrichtiges Beileid! Aber Messing bringt auch ganz gute Quoten beim Altmetall.... Grins

Viele Grüße

Gerd
stth - 11.09.18 16:38
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Warum? Laschen ab, zerlegen, Profile hart zusammen löten, mit dem Gleisbiegewerkzeug auf den passenden Radius bringen, Schwellenbänder wieder aufziehen, zurechtsägen, Laschen wieder dran.

Ich habe von Bahnern gehört, die dafür sogar R1 gebraucht kaufen. Gibt es bestimmt auch ne Anleitung im www.

VG,
Stefan
Fozzibaermopped - 11.09.18 16:51
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Naja, von den 40m sind auch viele gerade Schienen dabei.
Fozzibaermopped - 11.09.18 17:21
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Habe aber noch etwas festgestellt: Die Räder/Kunststoffbuchsen habe ich mit der Reibahle aufgerieben. Das ist aber nicht der Weißheit letzter Schluss. Die Achsen gehen sehr schwer zusammen, lassen sich aber ganz leicht drehen. Der Versuch mit Loctite bringt nur maginal mehr Festigkeit.
Eine Buchse/Rad ist außerdem jetzt etwas am eiern.
Henry (Henner) - 11.09.18 19:25
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko,
einige Bemerkungen:
1. Das Wort "Heisler" fuer die Avonside Lok ist irrefuehrend. Wenn Du gesagt haettest, dass Du das Buch kaufen wolltest, haette ich Dir abgeraten (Ich habe das Buch auch, aber wegen der "echten" Heisler).
2. Ich hatte Dir vorgeschlagen, die Kunststoffbuchsen gegen Metall auszutauschen, da sonst die Raeder immer eiern (Rate mal, warum ich das weiss).
3. Meine Betsy (73mm Radstand/40mm Raddurchmesser) habe ich schon bei einer Ausstellung aus Spass durch 300mm(!) Radius gezwungen, aber Deine Lok wuerde auf 600mm ziemlich komisch aussehen (wie andere schon bemerkt haben).
Aber lass Dich von unserer Kritik nicht einschuechtern, wir wollen Dir nur helfen und ein wenig von unseren (teilweise bitteren) Erfahrungen teilen.
Regards
Fozzibaermopped - 11.09.18 20:40
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich weiß. Bin auch sehr dankbar für die Tips.

Wenn Du das Buch auch hast, dann meinst Du bestimmt das Bild auf Seite 86 oben (Wo die Feuerlose Lok an der Weiche nach links fährt).

Ich habe heute noch einmal einen Test gemacht. Die Nuten in der Dachlatte habe ich 0,1mm breiter gefräst und etwas Fett in die Nuten gegeben. Außerdem habe ich die Breite der Dachlatte von 40 auf 39,7 gefräst. Alles in allem rollt der Testwagen jetzt auch durch die engen Kurven.

Werde also den Kurs erst Mal weiter halten mit den Radachsen:
- Kunststoffbuchsen fliegen raus, die werde ich gegen Metallnaben ersetzen, welche mit Madenschrauben auf die Wellen geklemmt werden (Wie auch das Schneckenrad). So kann man auch die Spur etwas genauer justieren.
- Ist das Fahrgestell fertig, werden die Fahrtests mit Ballast und eigenem Antrieb zeigen, ob die Schienen so bleiben, ob ich sie etwas wieter auf biege, oder ganz neue besorge.

Mein nächstes problem wird auf jeden Fall die Fertigung der Getriebeteile und die Montage der Fahrgestelle sein. Material für die Getriebegehäuse habe ich doch nun Messing besorgt, das kann ich feiner bearbeiten. Alleine die Einhaltung des Achsabstandes von Schnecke zum Schneckenrad wird einiges an Genauigkeit erfordern.

Wenn Ihr Euch fragt, warum ich nicht wie im Original Kegelräder benutze, das kann ich beantworten:

Ich wollte einen starken Antrieb haben, der ein Tmax von 1Nm Drehmoment auf die Achsen bringt, das geht mit den Schneckengetriebe besser. Die eingesetzten Schnecken (M0,75; Z25) haben ein Tmax. von je 0,59Nm (Also 1,18 Nm zusammen). Ein entsprechendes Kegelradgetriebe hätte zu breit gebaut. und die Übersetzung von 1:25 kommt mir gelegen beim Antrieb mit dem Elektromotor. bei ca. 5000U/min an der Motorwelle sind das noch 200 U/min (3,33 U/sek.) an der Radachse.

Die Originale lok hatte 610mm Räder. bei einer Geschwindigkeit von sagen wir 20 km/h sind das 5,56m/sek. also ca. 2,9 U/sek. Also liege ich mit 3,33 nur etwas höher wie im Original. Ich glaube auch nicht, das die Lokomotiven schneller als 20km/h gefahren sind. So kann ich den Motor noch um einiges runter regeln.
Desweiten kann ich mit dem Schneckengetriebe auf ein Zwischengetriebe verzichten, das würde störende Geräusche mit in den Antrieb bringen. Beim Kegelradgetrieb ist die Übersetzung so klein, das eine weitere Getriebstufe von nöten ist. Der Antrieb soll mit einem Bürstenmotor und einem CTI Hochfrequenzregler aufgebaut werden, so hat man kein Motorpiepen und keine Getriebesurren. Die Regler sind wirklich sehr gut und feinfühlig zu steuern, habe schon mehrere davon in Raupenmodellen eingesetzt.
Flachschieber - 12.09.18 14:05
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko,

Hab den Link korrigiert. Habe einen nicht permanentlink erwischt gehabt.Hoffe das der jetzige dann permanent ist Winke

Ich finde Dein Bauprojekt sehr interessant. Habe eine solche Lok in 32mm in einem englischen YouTube Film schon mal bewundert.

Weiter so, das wird schon werden. Mach evtl. die Flanken der Spurkränze etwas mehr angeschrägt. Dann reiben die Flanken nicht so stark an den Schienen.

Beste Grüße,

Marco
Lupo60 - 12.09.18 17:32
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirco,

zu Deinem Beitrag von gestern, bei dem Du den Kurvenlauf zeichnerisch untersuchst:

Die Zeichnung weist ein bisschen in die Irre. Wenn Du Dir die Räder in Draufsicht neben Deine Zeichnung vorstellst, wirst Du sehen, dass die gelben Pfeile an Stellen sitzen, an denen der Spurkranz ohnehin nicht mehr ins Gleis eintaucht.

Nur, uns Prinzip zu erklären: Der Radaufstandspunktist um 6.00 Uhr auf dem Ziffernblatt, und der Spurkranz liegt zwischen 5.00 und 7.00 Uhr hinter der Schiene. Wenn der gelbe Pfeil bei 4.00 Uhr liegt, passiert nichts.

Deswegen lässt sich das in einer anderen Darstellung erheblich besser und genauer klären: Du schneidest in der Zeichnung den Spurkranz genau in der Radaufstandsebene ab und löschst das ganze restliche Rad. Du bekommst dann, wenn Du von oben draufschaust eine längliche Ellipse, die zur Schiene hin ausgebaucht ist. So lange die Fahrkante frei von dieser Ellipse bleibt, ist es OK.

Wenn die Fahrkante die Ellipse schneidet, ist es doof. Aber in Deinem Fall sicherlich nicht sooo schlimm, wie es auf Deiner Zeichnung im Moment aussieht. Vielleicht ist da dann auch das Spurspiel Dein Freund ...

LG,
Wolfgang
Fozzibaermopped - 12.09.18 21:00
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Wolfgang,

danke für den Tip, Du hattest Recht:

Bin aber auch ein Depp, dass ich das nicht selbst erkannt habe.
Wunderte mich nur, das der Probewagen noch zwischen die Gleis gepasst hat und sich auch noch seitlich verschieben lies.

Hallo Marco,

nachdem ich nun einige Fahrtests mit dem Probewagen durchgeführt habe, wunderte ich mich über goldgelbe Finger. Die Flanken haben an der Schienenkante gerieben und der Messingstaub ist an den Flanken der Räder haften geblieben. Also da werde ich wirklich noch nachbessern müssen, sonst hobeln die Räder die Kurven schnell kaputt.

Bin erst Mal froh doch das die Räder passen. Jetzt muss ich mir Gedanken über das Design der Radnaben machen.
eisenbahn-fleischer - 12.09.18 22:11
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko,
ich gebe Dir mal einen Tip, lade Dir hier https://www.morop.org/index.php/de/nem-normen.html
mal die NEM 311 herunter. An Radsätzen auf 45 mm Gleis mit dem richtigen Profil und 2,2 mm Spurkranzhöhe wirst Du Deine Freude haben, diese laufen auch problemlos auf LGB oder Piko Gleismaterial und haben im Bogen wegen dem kleinen Spurkranz auch einen geringen Laufwiderstand! Alle unsere IIm Modelle haben Radsätze nach dieser Norm. Das Wichtigste ist natürlich eine hohe Oberflächengüte, das scheint bei Deinen Rädern nicht ganz der Fall zu sein, deswegen der Abrieb.
Gruß Wolfgang
Lupo60 - 12.09.18 22:18
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Fozzibaermopped hat folgendes geschrieben::
Bin aber auch ein Depp, dass ich das nicht selbst erkannt habe.


Bestimmt nicht Sehr glücklich .

Ich hatte da mal recht lange bei einer 2‘ C-Lok in Spur N geknobelt und bin dann irgendwann auf diesen Kniff gekommen. Ist nämlich auch weniger Zeichenaufwand, wenn man damit verschiedene Konfigurationen von verschieblichen Achsen, dreh und/oder schwenkbaren Drehgestellen usw durchprobiert.

Und mich freut es, auch mal spurübergreifend einen Tipp geben zu können. Ist mal ein kleiner Ausgleich für die vielen Anregungen, die ich hier so mitnehme.

Viel Erfolg noch bei Deiner Lok!

LG,
Wolfgang
Fozzibaermopped - 14.09.18 18:11
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Wolfgang,

in der NEM 311 steht die 45er Spur mit 2,2 Laufkranzhöhe nicht drin. Ich glaube, Du meintest die NEM340.

Meine Räder haben 3,0mm Spurkranzhöhe, da könnte man warhaftig noch was wegnehmen und glätten.
Die Räder sind außerdem mit einer schwarzen, sehr abrasiven Oberflächenbeschichtung versehen. Ich tippe auf KTL, weil es sehr kratzfest ist. Wenn die Radnaben da sind, kann ich sie mit einem Stück 6mm Welle in die Fräse einspannen und mit dem Läppband glätten. Dann sehe ich ja, ob sich das Kurvenverhalten bessert. Abdrehen kann ich dann auch. Da aber jetzt die Kunststoffbuchsen alle ausgepresst sind, kann ich sie nicht spannen, habe nur 6, 8, 16 und 20er Spannzangen.

Grüße
Mirko
Fozzibaermopped - 14.09.18 18:34
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ach ja, falls Jemand die 4 64mm Radachsen gebrauchen kann, die sind zu verschenken:
http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?t=13260&highlight=

Edit: Sind schon weg.
Fozzibaermopped - 19.09.18 17:52
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Heute sind die Gelenkwellen gkommen:


dampfspieler - 20.09.18 09:17
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Moin,

Zitat:
Heute sind die Gelenkwellen gkommen:

könntest Du mal bitte den Link zum Händler/shop veröffentlichen. Aktuell habe ich zwar gerade keinen Bedarf, aaaaaber ..... - das kann sich mitunter ziemlich kurzfristig ändern.

Vielen Dank im Voraus
Dietrich
Fozzibaermopped - 20.09.18 20:05
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich habe die Wellen in der Bucht gekauft:
https://www.ebay.de/itm/2x-Edelstahl-Antriebswellen-Getriebewelle-105mm-150mm-f%C3%BCr-D90-SCX10-RC-Crawler/272747890185?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&_trksid=p2060353.m2749.l2649
Gib in der Suche mal "Antriebswelle crawler" ein und schau Weltweit. In China findest Du verschiedene Ausführungen. Erst recht für die AXIAL AX10 und andere shafti's. Habe halt diese genommen, weil die von Haus aus schwarz sind der Preis geht auch in Ordnung. Aus meiner Erfahrung heraus (Hatt selbst mal einen AXIAL Crawler) weiß ich, dass diese Wellen nicht viel aushalten, also nichts im Vergleich mit den guten Wellen von MIP. Aber hier in der Modelleisenbahn sind auch nicht solche Lastspitzen zu erwarten, deshalb voll zu gebrauchen.
Ach ja, lasst Euch nicht von Überschrift "Edelstahl" in die Irre führen, die Dinger sind aus Baustahl. Lassen sich ganz easy bearbeiten, sind sehr gut magnetisch und rosten. Also keine Angst vor Passungskorrosion an den Wellen.
Ein Tip: Vorm Einbau einmal komplett zerlegen, entgraten, und schön fetten, dann gehen die Schiebestücke schön leicht. Ich nehme dafür Molykotefett.
Dampfpferd-alt - 21.09.18 11:23
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Fozzibaermopped!
Deine Werkstoffbezeichnungen gefallen mir nicht.Baustahl (St35) wird am Bau verarbeitet z.B.beim Betonieren um die Statik stabiler zu machen.Dieser Stahl
wird im Modellbau nicht verwendet,weil dieser für spanabhebende Bearbeitung
nicht geeignet ist.Bei Edelstahl verwende ich 1.4305.Dieser Stahl lässt sich gut
Fräsen und Drehen.Mit Einfetten habe ich Zweifel ob man dadurch Rosten verhindern kann.Bei Messing verwende ich hauptsächlich Ms58.Ms63 halbhart
für Bleche.Sehe mal bei "Wilmsmetall.de" nach.Dort sind die gängigen Werkstoffbezeichnungen aufgeführt.
mfg
Norbert
Fozzibaermopped - 21.09.18 16:49
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Norbert,

ich wollte doch nur sagen, das der Werkstoff dieser Wellen ein weicher S-Stahl (wahrscheinlich S235) ist. Da er leicht rostet und sehr leicht zu bearbeiten ist (Mit der Feile entgratet). Beim entgraten mit der Feile merkt man schon einen Unterschied zwischen S235 und rostfreiem Edelstahl.

Aber eine labortechnische Analyse zur Werkstoffsorte habe ich natürlich nicht anfertigen lassen. Dazu ist es mir persönlich egal, aus welchem Material die Chinesen diese Modellbauwellen fertigen.

Das Fetten soll nicht den Rost unterdrücken, sondern lässt die Gelenke und das Schiebestück deutlich leichter laufen.

Ich würde zu Hause fürs Hobby auch gerne nur 42CrMo4V benutzen, weil es für mich in Massen erhältlich ist (In der Firma werden jeden Tag Tonnen davon in den Ausschusscontainer geschmissen), aber der Werkstoff ist mir einfach zu hard. Und meine Fräse hat keine Kühlmittelanlage. Also baue ich gerne mit Baustählen und Messing.

Ach ja... die Bezeichnungen weich, halbhart, hart usw. sind nicht eindeutig und sollten deshalb nicht verwendet werden.
master of OM - 21.09.18 23:21
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Norbert,

Dir müssen Werkstoffbezeichnungen nicht gefallen. Du kritisierst die
Verwendung von Begriffen, bist in Deiner Ausführung aber selbst nicht korrekt.

1) Beim Betonieren verwendet man Betonstabstahl.
2) Mit dem Begriff Baustahl bezeichnet man unlegierte Stähle, die im Stahl-
und Maschinenbau verwendet werden.
3) Baustahl St35 usw. ist bereits veraltet, aktuell wird nur mehr "S" und der
Wert der Zugfestigkeit angegeben. In der Metallverarbeitung ist die Verwendung
der Werkstoffkurznamen gebräuchlich.
4) Baustähle kann man sogar gut mit HSS-Werkzeugen zerspanen.

Du verwendest legierten Stahl, dessen Zerspanbarkeit durch Zugabe von
Schwefel verbessert wurde. Man kann allerdings auch Automatenstahl
9 SMnPB 28 (1.0718) verwenden. Dieser Stahl wird nicht nur mit Schwefel,
sondern zusätzlich auch mit Blei legiert, um sowohl Zerspanbarkeit als auch
Oberflachengüte zu verbessern.

Abschließend noch eine Anmerkung meinerseits:

Konstruktive Kritik basiert nicht auf der Angabe persönlicher Vorlieben.

Schöne Grüße,

Gerhard
dampfspieler - 22.09.18 08:59
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Moin Jungs,

ich habe eine ganz dringende Bitte - könntet Ihr persönliche Befindlichkeiten bitte außerhalb des Forums therapieren? Das würde dem Informationsaustausch und Informationsgewinn doch sehr zu gute kommen - ist allerdings meine persönliche und von daher vollkommen unmaßgebliche Meinung.

Ich bin sehr an der Umsetzung der Avonside Heisler ins Modell interessiert, weil mich derartige Loks grundsätzlich interessieren und die dabei verwendeten Techniken heute nur noch mit Schwierigkeiten oder garnicht mehr angewendet werden können.

Von daher halte ich Fragen nach dem "Warum" und "Wie" für deutlich sinnvoller als das "Abarbeiten an einer Werkstoffbezeichnung". Um ersteres aber machen zu können, ist ein gewisses Maß von ... erforderlich.

Um aber zum Gegenstand des Berichtes zurück zu kommen. Die Verwendung von Modellbauzubehör aus anderen Sparten kann einem den Weg zu brauchbaren Ergebnissen durchaus erleichtern und verkürzen, es bleibt aber eine gewisse "Ferne" vom Vorbild.
Von daher halte ich einen Verweis auf folgende Bücher von Kozo Hiraoka für sinnvoll, in denen sich Vorschläge/Anleitungen für Bauteile mit größerer Vorbildnähe finden.
Building the Shay,
Building the new Shay und zuletzt
Building the Heisler.

Und nun freue ich mich auf weitere Fortschritte beim Baubericht.
Grüße Dietrich
master of OM - 22.09.18 10:12
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko,

als stiller Mitleser genieße ich Deine ausführlichen Bauberichte!
die Entstehung der Feldbahnwagen zu verfolgen war schon ein Genuß.

Die auswahl eines "exotischen" Vorbildes verspricht einen spannende
und interessante Umsetzung im Modell.

Ich freue mich schon auf die detailierten Berichte und anregenden Diskussionen.

Schöne grüße,

Gerhard
Fozzibaermopped - 22.09.18 10:12
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Dietrich,

ganz Deiner Meinung.

Ich weiß auch nicht, warum hier immer alles auf die Goldwaage gelegt wird.
Baustahl, oder St37 oder S235 ... das ist mir persönlich so was von Schnuppe.
Mir geht es in erster Linie darum zu sagen, hab das Teil aus Stahl gemacht, weich, rostend, magnetiscch, kalt, rauh und grau... und am Ende ist ein brauchbares Teil rausgekommen. Ich glaube nicht, das ich hier ein 3.2 Zeugnis für eine Modelllokomotive vorlegen muss.

Hauptsache ist doch, das der interessierte Leser dieses Berichtes mit dem Ergebnis zufrieden ist. Wenn nicht, bitte nicht mehr weiter mitlesen.

Zum Buch:
Im Nachhinein hätte ich besser Kozo's Buch anstatt das heisler Buch kaufen sollen. War vom Preis her fast das Gleiche.

Im Moment habe ich mit den kleinen Tücken zu kämpfen. Um so mehr Teile auf dem Tisch liegen, um so mehr kommen kleine Konstruktionsfehler zu Tage:
- Die Wellenbohrungen für die Gelenkwellen sind 5mm (Habe ich bei der Bestellung leider verpennt drauf zu achten). Die Schneckenwelle hat aber 4mm. Jetzt muss ich Reduzierhülsen (von ø4mm auf ø5mm) anfertigen.
- ich habe die Fahrgestelle so konstruiert, dass sie auch Neigungen im Gleis ausgleichen, sie können vor und zurück klappen (zB. Bodenwelle, Anfahrt zu einer Rampe). Dabei habe ich leider verpennt, dass die rückseitige Platte, wo die Gelenkwelle durch geht nach oben kommt und mit der Gelenkwelle kollidiert.
- usw.

Das sind alles kleine Tücken, welche im CAD für mich nicht sofort erkennbar sind und wo ich gezwungen bin während der Baufase die Konstruktion zu ändern.
Alles machbar, nervt aber und hält auf.

Mein jetziger Haken ist der:
Ich habe die Teile fürs Getriebegehäuse fertig gefräst und jetzt müssen die Lagerbohrungen für die Kugellager rein. Die Teile sind aus 4mm messing. Die Bohrungen sind mit dem Zentrierbohrer schon vorgebohrt. Aber der ø7,8mm Bohrer ist schlecht angeschliffen und verläuft beim Bohren. Jetzt bin ich auf der Suche nach einem vernünftigen Bohrer in ø7,8 und ø9,8mm (Zum Vorbohren für die Reibahle H7), der beim anbohren in die vorhandene Zentrierbohrungen nicht verläuft. Ich bin jetzt bei Hoffmann auf diesen Bohrer gestoßen:
https://www.hoffmann-group.com/DE/de/hom/Monozerspanung/HSS-Bohrer/CleverDrill-Spiralbohrer-HSS-N-unbeschichtet/p/114030-7,8
Jetzt meine Frage dazu: Laut Anwendertabelle (Weiter unten auf der Seite) steht, dass der Bohrer in ZuCn gut geeignet ist (Die 40 ist fett gedruckt). Was meint Ihr, ist der OK. Oder gibt es zum Bohren in Messing besser geeignete Bohrer die erschwinglich sind und nicht so viel verlaufen?
der Verrückte - 22.09.18 12:55
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Moin,
den Bohrer würde ich nicht nehmen. Der frisst sich förmlich rein ins Metall. Hat was mit dem Schneidwinkel zu tun.
Guck mal unter den Rollgewalzten bei "GW Werkzeuge".
Gruss, Ole
Fozzibaermopped - 22.09.18 15:52
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Rollgewalzte Bohrer sind flexibler, also besser für handgeführte Bohrmaschinen geeignet.
Mit dem Schneidenwinkel ist richtig, ich kann mich noch wage dran erinnern, dass der Meister in der Lehrwerkstatt gesagt hat, für Messing und Gusswerkstoffe schleift man den Bohrer stumpfer an (ich glaube es waren Schneidenwinkel 130°)
Mein Problem ist aber der ungleiche Anschliff an der Bohrerschneide.
Fozzibaermopped - 22.09.18 16:03
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich versuche es zu erklären Lachend
1 genaue Position angefahren
2 mit Zentrierbohrer vorgebohrt
3 Bohrerwechsel auf Vorbohrer (7,8mm), ohne die Position zu verändern
4 mit NICHT drehenden Bohrer die Zentrierbohrung mit leichtem Druck (nur mit dem Handvorschub) antippen. Der Bohrer wird von der einen Schneide nach rechts gedrückt.
5 Die Bohrspindel mit der Hand um 180° gedreht und die Zentrierbohrung wieder nur leicht angetippt. Jetzt drückt sich der Bohrer nach links.

Also sind die zwei Schneiden nicht gleich geychliffen.
Ich suche halt einen guten Bohrer, wo beide Schneiden gleich geschliffen sind und der Bohrer nicht zur Seite ausweicht, wenn er die Zentrierbohrung trifft.

Das zweite Problem ist der Durchmesser. Für die kleinen 8mm Lagersitze bohre ich mit einem 7,8mm Bohrer vor (für Reibahle 8H7). Das Material (Messing) ist aber nur 4mm dick. Der Bohrer “reißt“ sich förmlich dadurch.
Fozzibaermopped - 22.09.18 16:09
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hier mal Bilder des Problemteils:







Habe jetzt ein Teil fertig, aber das Lager sitzt um 0,3mm außerhalb der gewünschten Position.
der Verrückte - 22.09.18 17:34
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich hab da mal ne Frage: Wie befestigst Du die Lager?
Eine Lösung, um das Teil zu retten hätte ich auch.
Gruss, Ole
Henry (Henner) - 22.09.18 19:50
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Bei einer so grossen Bohrung ist es wahrscheinlich einfacher, mit ca. 6mm vorzubohren und dann mit einem Bohrkopf auf Reibahlengroesse aufzubohren:
https://www.ebay.de/itm/2-50-mm-Bohrkopf-Ausdrehkopf-mit-T-Schraubenschlussel-Shank-For-MT2-MT3-R8-Shan/222783294772?hash=item33deeb4d34:g:uo4AAOSw9vlaTtJN
der Verrückte - 22.09.18 20:06
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Also Henry,
einem, der nicht einen gut geschliffenen Bohrer kaufen will, willst Du den Bohrkopf unterjubeln?
Wir kennen ja nicht mal dessen Maschinenpark.
Hmm... Geschockt
Gruss, Ole
Fozzibaermopped - 22.09.18 22:21
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Der Reihe nach:
"Wie befestigst Du die Lager?" => Im gezeigten ersten Teil habe ich mit der H7 Reibahle gerieben, aber nicht die volle länge der Reibahle eingetaucht. Da ich noch im Anschnittbereich der Ahle geblieben bin, habe ich die Bohrung auf ø7,97mm gerieben. Da geht das Lager mit etwas Druck mit dem Daumen noch rein (Leichte Presspassung). Wenn ich ganz eintauche (ø8H7), dann ist das Lager zu locker und muss mit Loctite eingeklebt werden (Hatte ich im Probestück, daher tauche ich nicht mehr ganz ein... habe die Tiefe an der Reibahle mit einem Kabelbinder markiert). Durchrutschen kann es nicht, ist ein Bundlager.

"Bei einer so grossen Bohrung ist es wahrscheinlich einfacher, mit ca. 6mm vorzubohren und dann mit einem Bohrkopf auf Reibahlengroesse aufzubohren: " => Jetzt bin ich etwas verwirrt... wie soll ich in ein 8mm Loch mit einem Bohrkopf fertigen, der ab 12mm bohren kann (Boring diameter range:12mm to 100mm).

"einem, der nicht einen gut geschliffenen Bohrer kaufen will, willst Du den Bohrkopf unterjubeln?" => Kaufen will ich ja, weiß aber nicht welchen Bohrer.
Habe die zwei Bohrer ganz neu bei GHW gekauft... Fehler, die sind für solche filigranen Sachen wohl nicht geeignet. Eher fürs Grobe.

Wir kennen ja nicht mal dessen Maschinenpark. " => Meine Fräse ist eine 18 Jahre alte Bohrfräse von RC-Machines. Der Typ BBMTCO XZ15. Hat 1kW, MK3 Spindel, und 4 Übersetzungsstufen (Riementrieb mit 4 verschiedenen Riemenscheiben). Geschwindigkeiten ca. 400 - 1500U/min. Maße und Verfahrwege müsste ich morgen mal ausmessen. Ist nichts Dolles, funktioniert aber sein 18 jahren perfekt.
Henry (Henner) - 22.09.18 23:32
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Fozzibaermopped hat folgendes geschrieben::
Der Reihe nach:
..."Bei einer so grossen Bohrung ist es wahrscheinlich einfacher, mit ca. 6mm vorzubohren und dann mit einem Bohrkopf auf Reibahlengroesse aufzubohren: " => Jetzt bin ich etwas verwirrt... wie soll ich in ein 8mm Loch mit einem Bohrkopf fertigen, der ab 12mm bohren kann (Boring diameter range:12mm to 100mm).


Mit einem entsprechend zugeschliffenen Bohrstahl kann man noch wesentlich kleinere Loecher bohren. Ich mache das seit geraumer Zeit so.
Fozzibaermopped - 23.09.18 00:37
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Henry,

welchen Aufnahmeschaft muss man dazu haben? Meine Fräse hat MK3 mit M12.

Wie sieht Dein Bohrstahl aus?

Grüße
Mirko
Henry (Henner) - 23.09.18 05:02
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Mirko,
Achte darauf, dass der Bohrkopf mit einem MK3(?) Morsekonus fuer Deine Maschine kommt. Den Bohrstahl kannst Du selber herstellen. Er muss einen runden Schaft haben und in die Bohrung des Bohrkopfschlittens passen. Ich werde mal sehen, ob ich morgen ein Foto von meiner Anordnung machen kann.
volkerS - 23.09.18 09:47
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko,
ich bohre meine Löcher wenn möglich mit Fräsern (3 Schneiden mit Zentrumsschnitt), das geht sehr gut, wenn man sicherstellt, dass durch Kühlmittel die Späneabfuhr funktioniert.
Dass dein Lager nach dem Reiben mit Reibahle 8H7 durchfällt ist korrekt, H7 bedeutet ein positives Toleranzfeld, d.h. deine Bohrung ist nach dem Reiben >= 8mm. Du benötigst für solche Arbeiten eine Reibahle die sich am Tolernzfeld des Kugellagers orientiert. Deine Methode ist suboptimal, weil deine Bohrung jetzt eher ein Kegel ist.
Volker
Fozzibaermopped - 23.09.18 17:58
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Henry,

meine Fräse hat keinen automatischen Vorschub an der Borspindel, kann man so einen Ausdrehkopf auch manuell mit der Kurbel nachstellen, oder ist automatischer Vorschub pflicht? Ist die Drehzahl min. 400 U/min Ok, oder ist das zu schnell?

Hallo Volker,

ich habe Spannzangen für ø6mm und ø8mm Fräser. Wenn ich mit ø8mm Fräser bohre, dann ist die Bohrung zu groß. Oder meinst du ø6mm bohren? Womit bohrst Du dann weiter auf bis 7,8mm? Nimmst Du dann auch einen Ausdrehkkopf?

Grüße
Mirko
Fozzibaermopped - 23.09.18 18:04
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Das ist übrigens meine Fräse.


der Verrückte - 23.09.18 18:13
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Oh,
ein etwas älteres Modell. Deswegen hab ich die nicht gefunden. Macht aber nüscht. Kann ja trotzdem präzise arbeiten. Winke
Ja denn bohr denn halt uff acht und kleb die Dinger ein. Bitte nicht immer alles verkomplizieren. Augenrollen
Gruss Bier
volkerS - 23.09.18 18:31
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirco,
Fräser gibt es in 0,1mm Stufung, auch als gestufte Fräser. D.h. Schaft- und Schneidenbereich haben unterschiedliche Durchmesser. Allerdings können Spannzangen können meist bis zu 0,5mm unter Nennmaß spannen. Einfach mal mit einem Bohrer testen.
Volker
Fozzibaermopped - 23.09.18 18:52
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Wie Ole schon sagt, nichts verkomplizieren...
Diese "Schei... Teile" halten mich nur auf, werde nachher bohren und schauen wie es wird. Habe noch ne Flasche loctite 648 da, im Notfall klebe ich die Lager ein und feddisch.
Henry (Henner) - 23.09.18 19:47
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Also: Was Volker sagt, ist natuerlich theoretisch richtig. Aber ich nehme ebenfalls H7 Reibahlen fuer Presspassungen und reibe nicht ganz durch. Der Vorteil der leicht konischen Bohrungen ist, dass man das einzupressende Teil schon mal von Hand einsetzen und dann mit einer kleinen Presse auf Anschlag bringen kann. Bisher habe ich noch keine Nachteile dieses Verfahrens bei den im Modellbau ueblichen Durchmessern gesehen. Bei 5" mag das anders aussehen. Als Amateur kann ich mir keinen kompletten Reibahlensatz in allen moeglichen Passungen leisten.
Wenn ich einen geeigneten Fraeser habe, nehme ich den natuerlich auch fuer Vorbohrungen. Aber ansonsten ist der Bohrkopf mein bester Freund:



Mit diesem Stahl kann ich bis herunter auf 6mm Durchmesser bohren. Und ja, Handvorschub funktioniert.
400 U/min ist Ok.
Regards
Fozzibaermopped - 24.09.18 18:49
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Wie erwarten ... total Mist gebaut:

Habe die Teile übereinander gespannt und unten drunter ein Stück Messing.
Alle 4 auf einmal durchgebohrt (Mit Bohrer ø7,Cool. Bohrer vorher mit dem Abziehstein etwas "gestumpft". Das ging soweit gut, der Bohrer hat sich nicht mehr durchs Material gerissen. Aber, dadurch, das in allen 4 teilen die Zenrierbohrungen schon drin waren, ist der Bohrer etwas hin und her gewandert.

Ergebnis: Die Bohrungen sind zwar alle exakt an der gleichen Position, also gut für die getriebwellenausrichtung, aber die Bohrungen sin alle ø8,01 bis ø8,03mm. Der Bohrer hat sich von einer Zentrierbohrung zur anderen geworfen.

Naja, habe die Lager mit Loctite 648 eingeklebt und über Nacht aushärten lassen. Eben mit dem Bleistift dagegen gedrückt, sind fest!



Bei den Getriebeseitenplatten werde ich es aber anders machen. Da werde ich die Teile nicht vorher mit dem Zentrierbohrer anbohren, sondern nur das erste Teil oben. Muss auch erst mal schauen, ob der ø9,8er Bohrer auch so unterschiedlich angeschliffen ist wie der ø7,8er.
Fozzibaermopped - 25.09.18 17:42
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich habe Fragen zu den Ausdrehköpfen. Hier in der Bucht habe ich diesen gesehen:

https://www.ebay.de/itm/2-Bohrkopf-Ausdrehkopf-MK3-50-mm-Morse-Taper-mit-T-Schraubenschl%C3%BCssel-Shank/322756785705
Ist ein Chinateil das weiß ich, aber taugt der für den normalen Modellbaubereich, oder besser Finger von lassen?

Und zweite Frage: Sind diese China-Bohrstangen brauchbar:
https://www.ebay.de/itm/382547823861
Wenn nicht, was sollte man besser nehmen?
der Verrückte - 25.09.18 18:33
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Moin,
das sieht erstmal gut aus. Für die paar Löcher in Messing garantiert brauchbar. Und so teuer nicht. Ich sage: kaufen.
Nach oben ist immer alles offen.
Ich habe mal einen Bohrkopf selber gebaut. Der musste nur zwei Löcher von 55 auf 60 aufbohren. Ging um eine Gabel für einen Baggergreifer.
Und das auf einer zwei Tonnen schweren, vorschubgetriebenen russischen Bohrmaschine. Umliegende Werkstätten hatten keine Kapazitäten. Musste man sich also selber was einfallen lassen. Winke
Gruss, Ole
Fozzibaermopped - 25.09.18 18:49
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Und die Bohrstangen, kann man die nehmen, oder besser was anderes?
der Verrückte - 25.09.18 18:59
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Andere Bohrstangen sehen auch nicht anders aus. Hartmetallplatte ist aufgelötet. Alles gut. Sag ich jetzt einfach mal so.
Wie gesagt, Du willst nur Messing bearbeiten.
Ich hab im Moment viel grössere Sorgen: festgebackene Gewindereste (12,9) aus einem Alugehäuse entfernen. Und das seltene Teil soll nicht beschädigt werden. Augenrollen
Also kaufen!
Gruss
Fozzibaermopped - 25.09.18 20:40
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Naja, ich woll auch Stahl und Alu bearbeiten. Ich baue eigendlich hauptsächlich mit Stahl.
Fozzibaermopped - 26.09.18 20:49
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Heute die letzten Getriebeteile gebohrt:




Dieses Mal hat alles gut geklappt, der Vorbohrer (ø9,Cool war gleichmäßig angeschliffen. Alle 4 Teile übereinander gespannt und unten drunter ein Stück Messing. Alle 4 in einem durchgebohrt. Die vorbohrungen waren ø9,85 - ø9,93.
Mit der Reibahle wieder nur so weit eingetaucht, bis das Lager mit festen Fingerdruck reinging. Morgen noch Gewinde schneiden, dann werden die Achsgetriebe montiert. Will versuchen die Getriebe mit Hylomar M dicht zu bekommen, dann mache ich dickes Getriebeöl (SAE90) mit Molykotezusatz rein, das bekommt den Schneckengetrieben recht gut. Wenn es nicht klappt, werde ich Molykotefett rein machen, das wird auch funktionieren.
Fozzibaermopped - 26.09.18 20:52
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Habe mir übrigens den Ausbohrkopf gekauft, muss mir nur noch passende Bohrwerkzeuge besorgen, dann werde ich mal üben.
Fozzibaermopped - 01.10.18 20:34
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
So, alle Teile vom Getriebegehäuse sind fertig. Langlöcher zum einstellen vom Achsabstand sind gefräst, M2 Gewinde für Boden und Deckel (Soll ja Öl- bzw. Fett- dicht sein) sind auch drin:


Weiter gehts mit der Montage der Getriebegehäuse und Radachsen.
Freue mich schon auf die Lieferung der Radnaben.

Am WE will ich die Einzelteile der Achsfederungen anfangen, mal sehen ob ich genug Zeit bekomme.
Fozzibaermopped - 03.10.18 13:54
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Erstes getriebegehäuse vormontiert:



Und funtioniert:
https://www.youtube.com/watch?v=AxcEqhYMONs&feature=youtu.be

Werde die Messingplatten mit Hylomar M bestreichen und verschrauben. Dann sollte das Getriebe auch Öldicht sein. Problem könnten noch die Kugellager sein, die haben nur Deckscheiben, keine Dichtscheiben. Sehe ich dann aber. Im Notfall kann ich noch Simmerringe einsetzen, dann wirds dicht.
volkerS - 03.10.18 19:51
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirco,
kauf schon mal Simmerringe, es kommt Öl durch die Kugellager. Dauert zwar etwas, da das Öl erst das Getriebefett in den Kugellagern unterwandern muss aber es kommt. Ich würde die inneren Deckscheiben entfernen, die Kugellager auswaschen und sowohl Getriebe als auch Kugellager im Ölbad laufen lassen.
Volker
der Verrückte - 03.10.18 20:33
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Moin,
warum eigentlich nicht nur Fett?
Kann ja sein, dass es ja nach einer kleinen Ewigkeit auch "durchschwitzt", aber... Hmm... Nachdenklich
Sieht aber schon mal gut aus.
Gruss, Ole
Fozzibaermopped - 03.10.18 20:46
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Mal noch ne Frage zum einstellen der Getrieberäder:
Beim RC-Car (einfache Stirnzahnräder) verwendet man immer ein Stück dünnes Papier, welches zwischen die Zahnräder geklemmt wird und hinterher wieder rausgenommen wird. Kann man das bei einem Schneckenradsatz genau so machen, oder gibt es da andere Möglichkeiten?

Frage nur deshalb, weil Mädler für den Wellenabstand ein Maß 13,62mm angibt. Das Maß kann ich so genau nicht einstellen. Habe in die Seitenteile Langlöcher gefräst, so kann ich ±0,5mm einstellen, aber ich kann nicht von Welle zu Welle 13,62mm messen.

Deshalb die Frage, ob der Papiertrick hier auch funktioniert?

Wenn der Achsabstand eingestellt ist (Und die seitlichen M2 Halteschrauben angezogen sind), wollte ich oben und untern drüberfräsen, damit eine plane Auflagefläche für Boden und Deckel entsteht (Sonst wird das Gehäuse nicht richtig dicht. Aus diesem Grund sind die zwei teile wo die Schneckenwelle drin steckt oben und unten noch 1mm länger als die Seitenteile.
Lupo60 - 03.10.18 21:16
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirco,

das Getriebe soll ja nichts präzise positionieren, sondern nur antreiben. Von daher ist eigentlich nur wichtig, dass überhaupt ein Zahnflankenspiel vorhanden ist. Wenn‘s 1/10 mm mehr ist, tut das auch niemandem weh.

Zur Schmierung: Ist Einbaulage so, wie im Foto gezeigt, also Schnecke nach oben, Schneckenrad nach unten? Wenn ich richtig liege, dann dürfte ja die Drehzahl so gering sein, dass da kaum Öl von der Verzahnung herumspritzt. Wäre also die Frage, ob an den Lagern der Schneckenwelle überhaupt irgendwelches Öl ankommt. Aber zu den Lagern der Zahnradwelle kommt Dir die Brühe raus.

Deshalb folgende Idee: Schau mal, ob Du irgendwo ein Getriebefließfett (Konsistenzklasse 00 oder 000) bekommst. Davon so viel ins Getriebegehäuse, dass die Verzahnung unten komplett eintaucht. Das, was von den Zähnen nach oben mitgenommen wird, reicht auf jeden Fall, um die Verzahnung zu schmieren. Und im Getriebe spritzt nichts herum. Das heißt, Du kannst die Lager so lassen, wie sie sind.

LG,
Wolfgang
Fozzibaermopped - 03.10.18 22:31
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ok, werde die Welle mit etwas Spiel einstellen. Vielleicht geht es mit der alten Papiermethode. Kann ja mit Zeitungspapier anfangen, das ist etwas dünner.

Zur Schmierung: Ich denke Fett reicht aus. Öl währe halt noch besser, aber es ist ja kein Formel 1 Rennwagen mit High-Tech-Antrieb, wo es auf das letzte Quentchen Performance ankommt. Übrigens, da die Lager innen sitzen, könnte ich jederzeit Dichtringe von außen auf die Wellen schieben und in die Lagersitze drücken, dann könnte ich immer noch mit Öl experimentieren.

Morgen werde ich die Schneckenwelle fertig machen (habe die Schnecken eben mit Loctite auf die Wellen geklebt). Wenn der Kleber morgen trocken ist, muss ich noch die Stiftbohrungen machen, dann kann ich die Getriebe zusammenbauen (mit Hylomar M) und fertigstellen.
Lupo60 - 04.10.18 22:45
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Fozzibaermopped hat folgendes geschrieben::
Öl währe halt noch besser, ...


Nö. Nicht automatisch. Fett ist letztenendes auch Öl, allerdings in einem Verdicker gebunden, der das Öl an Ort und Stelle hält, aber selbst nicht zur Schmierung beiträgt. Mal flapsig gesprochen: Öl und Fett verhält sich zueinander so wie Milch und Pudding. (Fett wird auch so ähnlich gemacht wie Pudding, nicht ganz so lecker halt ...)

Eine Fettschmierung ist immer einfacher als eine Ölschmierung. Die Strategie ist beim Kugellager etwa so, dass das Fett von den Kugeln beiseite gedrängt wird, aber in unmittelbarer Nähe bleibt, so dass das in geringer Menge austretende Grundöl die Laufbahnen schmiert. Daraus ergibt sich, dass man Lager keinesfalls überschmieren sollte. Fertig gefettet gekaufte Lager haben einen Füllgrad von ca. 30 % und das reicht für ein Lagerleben).

Das geht bei Lagern prima, und es macht durchaus Sinn, wenn das Fett etwa wie steif geschlagene Sahne da stehen bleibt, wo es die Kugeln hingeschoben haben. Die üblichen Schmierfette für Wälzlager haben die Konstistenzklasse 2 (Stichworte zum Googeln: NLGI, Walkpenetration).

Bei Verzahnungen kann es etwas anders aussehen. Was aus dem Zahneingriff rausgedrängt wurde ist möglicherweise zu weit weg, um die Zahnoberfläche noch zu benetzen. Insbesondere, wenn man noch ein besonders hochwertiges und teueres Hochtemperaturfett nimmt, das erst jenseits 80°C überhaupt Grundöl abgibt.

Deshalb nimmt man hier lieber ein weicheres Fett mit geringerer Konsistenz, z.B. 00, das bei Stillstand des Getriebes wieder zusammenläuft und dafür sorgt, dass die Oberflächen nicht trocken bleiben. Diese Fließfett entspricht dann eher der Puddingsoße als dem Pudding.

LG,
Wolfgang
Fozzibaermopped - 05.10.18 16:14
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich hatte an SAE90 mit Molykotezusatz gedacht. Davon habe ich noch 3 Liter da (Kommt bei meiner "Mega-Guzzi" in den Endantrieb).
Fozzibaermopped - 07.10.18 19:39
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hier geht es weiter mit den Radnaben:

So sehen sie aus:


Vorbohren fürs Gewindebohren:




und eingepresst in die Räder:



Fozzibaermopped - 10.10.18 18:49
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Zur Montage der Drehgestelle wollte ich doch noch mal probieren, wie es mit der Nieterei mit mir steht. Also zwei Stücke Restblech genommen und rummgenietet. Aber das Ergebnis gefällt mir gar nicht, seht selbst:









Werde doch wie ursprünglich geplant/gezeichnet bei Schrauben bleiben.
volkerS - 11.10.18 09:30
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo,
dass deine Niet so aussehen, liegt an 2 Punkten.
1. Werkzeug unpassend für den Nietkopf, mit dem richtigen Werkzeug gibt es diesen Ring um den Niet nicht.
2. Nietschaftlänge falsch. Der Überstand aus dem der Nietkopf geformt wird muss 1,5 x Schaftdurchmesser sein. Nicht mehr und nicht weniger.
Und ganz wichtig, die Bohrlöcher müssen exakt zum Nietschaftdurchmesser passen. Also nicht 3,1mm Bohrung für 3mm Niet sondern 3mm, andernfalls staucht sich der Schaft im Bohrloch und der Überstand ist zu gering für einen schöngeformten Kopf.
Habe gerade mit einem Kollegen über 500 3mm Stahl Niet bei einem Tender für eine Dampflok 1:4,2 verarbeitet. Murks gab es nur wenn obige Punkte nicht beachtet wurden.
Und man sollte bei Stahl darauf achten, dass es weichgeglühte Niet sind.
Volker
Fozzibaermopped - 11.10.18 09:49
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Volker,

Bohrer ist 2,0mm, Niete gingen saugend rein. Überstand 3mm.
Nietwerkzeug 2 nagelneue Nietkopfsetzer von Rennsteig (Einen für oben und einen für unten):
https://www.rennsteig.com/de/produkte/metallverarbeitung/128-nietkopfsetzer
Niete sind Messing. Aber vielleicht liegt es am glühen, habe sie vorher nicht geglüht.
Werde noch mal versuchen und berichten.

Grüße
Mirko
giovanni - 11.10.18 10:11
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko,

die Fehler sind ja bereits aufgezeigt. Ich verstehe aber nicht ganz warum du beidseitig einen Kopf ausformen willst. Wenn der Nietkopf sichtbar und schön ist dann reicht das doch. Rückseitig kannst du doch die Niete nur etwas stauchen bei richtiger Länge. Das reicht doch.

Gi
Maestrale5 - 11.10.18 10:16
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Hans,

es gibt doch tatsächlich Menschen, die wollen Nieten nicht nur als Deko, sondern als Verbindungselement.

Grüße
Georg
giovanni - 11.10.18 10:26
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Georg,

ich verstehe nicht ganz was du meinst.
Fozzibaermopped - 11.10.18 12:40
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Giovanni,

da, wo die Pufferplatte am Drehgestell befestigt ist, sieht man die Nieten von vorne und hinten. Ich wollte sie von beiden Seiten schön haben.

Die "Nietprobe" ist super fest, da wackelt nichts, sieht aber total schei... aus.

Ich habe vor vielen jahren in der Lehrwerkstatt solche Nieten gesetzt, allerdings waren die viel größer (ø6 , ø8 und mehr) und aus Stahl. Da ging es gut, allerdings sind diese kleinen Messingnieten in ø2 schon eine andere Hausnummer, was Optik angeht.

Ich werde es noch einmal am Probestück mit geglühten Nieten versuchen, wenn das dann auch nichts wird, dann bleibe ich bei Schrauben.
dampfspieler - 11.10.18 13:00
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Moin Mirko,

ich zitiere mal meinen alten Lehrmeister "Nieten ist eine handwerkliche Tätigkeit und um es zu können, muss man üben!" - er war Sudetendeutscher und überaus wortkarg. Höchste Form des Lobes war "brav" - es war also durchaus schwierig - mit den Arbeiten und ihm sowieso, obwohl er eine Seele von Mensch war.
Bis Du vom Ergebnis Deiner Arbeit überzeugt bist, wird es deutlich mehr Versuche brauchen - als Trost gemeint Winke Winke .

Zum Vorgang selber schau doch mal hier - Nietvorgang.

Das "Fehlerbild" auf dem zweiten Bild lässt auf schrägen Ansatz des Werkzeuges schließen. Von daher wäre eine "Zange", bei der beide Werkzeuge geführt werden für den finalen Arbeitsschritt wohl ganz sinnvoll.

So, genug "zwei Cent".
Viel Erfolg Dietrich
giovanni - 11.10.18 13:50
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Mirko,

klar jetzt weiss ich warum. Ich selber setze meine Nieten mit der Nietzange von Burkhard.

gi
Davaaser - 11.10.18 23:40
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko,

weshalb müssen es Messingnieten sein, ich verwende für solche
Sachen Kupfernieten, lassen sich prima von Hand mit einer Nietzange
verpressen.

Grüsse,
Ernst
Fozzibaermopped - 19.10.18 13:34
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Heute habe ich das erste der zwei Getriebe montiert:


Der Deckel an der Unterseite mit Ölablassschraube:


Außerdem habe ich einen 6mm Wellendichtring montiert. Leider hat sich das Drehmoment an der Antriebsseite deutlich erhöht:



Bin nun am Überlegen, ob ich die Ringe einsetzten soll oder nicht. Alle Teile sind mit Spiralstiften positioniert und mit Schrauben verschraubt (Also kann nichts verrutschen unter Einwirkung des Antriebsmomentes). Dazwischen ist alles mit Hylomar M gedichtet. Ein Einsatz mit Getriebeöl steht also eigendlich nichts im Weg.
Aber wenn an den Dichtringen jetzt enorm Leistung verloren geht, dann ist das nicht so prall nix weiss bin etwas ratlos...
Weiß Jemand, ob sich die Dichtlippen der Ringe noch einschleifen... Wird das dann leichter gehen, wenn der Antrieb "eingefahren" ist?
volkerS - 19.10.18 14:36
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo,
wenn das Getriebe mit Öl gefüllt ist, dann wird mit der Dauer auch die Reibung an den Dichtringen abnehmen. Generell sollte man Wellen immer einölen, bevor man sie durch die Dichtringe schiebt. Dabei immer an der Welle eine Fase anbringen sonst kann es sein, dass schon bei der Montage die Dichtung irreversibel beschädigt wird.
Volker
PS: Was ist das für ein Wellenmaterial? Die Oberfläche sieht extrem rau aus (im Vergleich zu den Schraubenköpfen) und ist so möglicherweise von der Oberfläche ungeeignet für die Wellendichtung. Solltest du die Welle abgedreht haben tausche sie gegen Silberstahl passenden Durchmessers.
Fozzibaermopped - 19.10.18 17:58
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Volker,

ja, auf dem Bild sehen die Wellen komisch aus. Kommt vom Zoom der Tablet-Kamera. Die sind aber glatt. Habe Silberstahlwelle DIN175 vom Mädler genommen:
http://www.maedler.de/product/1643/1126/1177/silberstahl-din-175-geschliffen-und-poliert
Bei der montage habe ich Motor-Öl an die Dichtlippe geschmiert. Aber die gehen sehr stramm drauf. Habe mal die Dichtringe vermessen. Sind außen ø10,2 und Innen ø5,4. Die Bohrung ist 10H7 und die Welle h9. Wird also ganz gut "gequetscht". Der ging auch echt stramm in den Sitz.
Lupo60 - 28.10.18 21:59
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko,

Mit 0,6 mm Überdeckung zwischen Dichtlippe und Welle reibt‘s natürlich wie blöde. Der Dichtring sieht auf dem Foto auch irgendwie komisch aus. So, als würde nicht nur die Dichtlipe, sondern die ganze Innenkontur an der Welle anliegen.

Wenn ich hier mal schaue, haben die normalen Wellendichtringe für 6 mm Welle auch ganz andere Abmessungen.

Bist Du sicher, dass Du die richtige Dichtung genommen hast? Nicht, dass das irgend ein Abstreifring für einen Hydraulikkolben oder sowas ist ...

LG,
Wolfgang
Fozzibaermopped - 29.10.18 06:26
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Wolfgang,

ich habe diese Ringe gekauft:
https://www.ebay.de/itm/1-Wellendichtring-Simmerring-NBR-6x10x2-6-10-2mm-A-OF-WAO-DAO-TRK-CD/370976670462?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&_trksid=p2060353.m2749.l2649

Die kleinen Ringe für die Schneckenwelle diese:
https://www.ebay.de/itm/1-Wellendichtring-Simmerring-NBR-4x8x2-4-8-2-mm-A-OF-WAO-DAO-VG-TRK/282111280154?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&_trksid=p2060353.m2749.l2649

Die kleinen 4mm Ringe fallen leider von alleine aus dem Gehäuse, der Sitz ist nicht tief genug und die Schneckenwelle hat axial etwas Spiel. Sobald sich die Drehrichtung ändert, schiebt sich die Welle in die andere Richtung.
Da die Ringe mir zu spack an den Wellen sind, habe ich mich nun doch zur schmierung mit Fett entschlossen und dazu eine Tube Mannol MANNOL Fließfett Li-EP00/000 gekauft. Also fliegen die Ringe wieder raus.
Fozzibaermopped - 01.11.18 20:57
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Die Ringe haben sich nach ein paar Tagen so fest an die Wellen gebacken, das man die Eingangswelle nicht mehr mit den Fingern drehen konnte. Musste sie mit einer Klinge und einem Seitenschneider "zerstörend" aus den Getriebegehäusen "schnitzen". Die 4mm Ringe gingen Gott sei Dank leichter aus dem Gehäuse, da der Sitz nicht so tief war. Aber bin jetzt froh, dass die DInger endlich zusammen sind:


Wenn man die zwei Getriebe in der Hand hällt, bekommt man langsam ein Gefühl dafür, was das doch für ein Brocken von Lokomotive wird. Nicht nur die Größe ist beeindruckend, sondern das Gewicht ist nicht ohne... wie abgebildet zusammen 575g!!!

Weiter geht es mit den Achslagern und den Drehgestellgehäusen... ich werde berichten.
Fozzibaermopped - 10.12.18 10:12
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Welche Anlaufscheiben eignen sich gut für Trockenbetrieb zwischen Stahlnabe der Räder und Messingachslager. Sie sollen das axiale Wandern der Radachsen im Fahrwerk verhindern. Bohrung ø6mm (Radachse) und Dicke 0,4 - 0,5mm. Außenø 10mm.
Kann ich da normale Passscheiben (DIN988) nehmen und leicht fetten, oder besser Kunststoff (zB. von IGUS).


eXact Modellbau - 10.12.18 10:54
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
evtl. Teflonfolie. Da könnte man sich Anlaufscheiben mit einem passenden Locheisen herstellen.
Lupo60 - 10.12.18 11:01
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Mirko,

wenn Du die Achslager ohnehin als Gleitlager ausführst, würde sich doch m.E. die Verwendung von Bundbuchsen anbieten:

https://www.norelem.de/de/de/Produkte/Produkt%C3%BCbersicht/Systeme-Komponenten-Maschinenbau-Anlagenbau/Kupplungen-Starre-Kupplungen-Konus-Spannringe-Wellengelenke-Schnellsteckkupplungen-Lager/Gleitlager/Gleitlager-Sinterbronze-mit-Bund.html

Gibts auch in anderten Ausführungen, z. B. als beschichtete Blechteile. Die Lösung hätte den Charme, dass damit auch gleich die Achslagerbuchsen axial fixiert sind.

LG,
Wolfgang
Fozzibaermopped - 10.12.18 12:42
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ja, das geht mit den Bundbuchsen. Problem ist nur welche zu finden, die 8mm außen sind. Die gezeichneten Buchsen ohne Bund habe ich noch von einem früheren Projekt übrig... deshalb habe ich die da rein gepflanzt.
volkerS - 10.12.18 13:08
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo,
ich verwende in 5-Zoll Passscheiben.
Volker
Henry (Henner) - 10.12.18 22:50
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Meine Loks haben alle simple Messingscheiben. Bei den geringen Anforderungen genuegen die vollauf. Jedenfalls habe ich nach ca. 10 Jahren Betrieb beim Generalueberholen keinen Verschleiss gesehen.
Regards
Fozzibaermopped - 13.12.18 09:41
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Habe die Sache noch mal komplett analysiert:
- Da die Radnaben aus Baustahl sind und die Achslagergehäuse aus Messing wollte ich die eigentlich direkt zusammen laufen lassen (Messing und Baustahl leicht gefettet ist ne gute Reibpaarung). Aber der Spalt ist pro Seite ca. 0,5mm, dass ergibt dann doch ±0,5mm Axialspiel.
- Die Version mit den Bundbuchsen scheidet leider aus, der Bund ist bei allen handelsüblichen Buchsen mind. 1mm dick, das ist zu breit. Ich müsste alle Radnaben noch einmal auspressen und abdrehen. Die Naben hat mir ein Forenmitglied angefertigt (Habe selbst keine Drehbank). Deshalb bleiben die so.
- Anlaufscheiben von IGUS oder anderen Herstellern sind auch mind. 1 bis 1,5mm stark, scheidet aus dem gleichen Grund aus. Wenn ich die Achslagergehäuse auf der Radseite um 0,5mm weiter abfräse bleibt nur 0,5mm Material für die Führung stehen (Da, wo das Achslagergehäuse im Stahlrahmen hoch und runterfedert). Das ist mir dann doch zu Wenig.
- Die Version mit den Passscheiben passt da am besten ins Konzept, die sind in 0,1mm Schritten zu kaufen.
- Messingscheiben in 0,5mm gibt es nicht zu kaufen, die müsste ich aus 0,5mm Blech anfertigen. Damit die dann plan sind bedarf es erheblichen Aufwand... lass ich mal lieber, bin schon jetzt etwas hinter meinem Zeitplan.

Also bleiben nur die Zwei Möglichkeiten:
1. Passcheiben leicht gefettet
2. Den Stahlrahmen je Seite 0,5mm breiter machen, damit ich Bundbuchsen verbauen kann.

Werde die Konstruktion noch mal komplett überdenken und mich dann entscheiden. Die Rahmenbleche sind schon alle fertig geschnitten und gefräst, aber noch nicht gebohrt, also ist die Rahmenbreite noch anpassbar.
Grund der Verzögerung: Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich den Rahmen doch vernieten soll. Ich habe einige Zeit mit Stöbern im Internet verbracht. Hier habe ich noch einen Ansatz für leichtes vernieten gefunden:

http://savannah-blog.de/archives/70-Tooltime-und-Randboegen-Hoehenleitwerk-schleifen-3-Sunden.html

Da Verwendet der Modellbauer einen Knippex Zangenschlüssel mit Nieteinsätzen. Die Nieten (Nieten AN470 AD-3-3) sind aus Aluminium im ø3mm mit der Länge 3mm. Die Frage, welche für mich noch offen ist, bekommt man mit so einer Zange genug Kraft auf den Nietkopf, um auch Messingnieten im zu setzen? So eine Zange kostet jetzt nicht die Welt, aber da müssen dann auch noch Nieteinsätze angefertigt werden usw.
Mist, ich bin sehr unentschlossen, weil ich mich schwer daran tue Sachen auszuprobieren, welche ich noch nicht gemacht habe (So eine Art mechanisches Lampenfieber).

Diese Nietzangen von http://www.ateliermb.ch scheinen ja gut zu funktionieren, sind aber am Nietkopf zu breit, damit komme ich nicht in die Ecken vom Laufwerkrahmen.

Schöne Lösung währen Nietwerkzeuge, welche an einem Schraubstock fest sind. Den hochkannt angeschraubt... wäre eine schöne Nietpresse.
volkerS - 13.12.18 09:48
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Fozzibaermopped,
diesen Zangenschlüssel gibt/gab es von Jürgen Musche (WDEF) mit Einsätzen für 2mm und 3mm Niet.
Ich habe damit einen kompletten Stahlrahmen für 5-Zoll mit 2mm Stahlniet (weichgeglüht) gebaut. Geht absolut problemlos. Bei Aluniet weiß die Zange wahrscheinlich gar nicht wohin mit der Kraft. Speziell für schwer erreichbare Stellen habe ich mir Distanzstücke gedreht, damit man in den Tiefen von U-Profilen auch arbeiten kann.
Volker
Fozzibaermopped - 13.12.18 11:56
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich habe mir eben noch mal die Arbeit gemacht und habe eine Adaption für die Nietwerkzeuge am Schraubstock montiert. Kraft war mehr als genug dar, aber das Ergebnis ist bescheiden gesagt "totale Scheiße". Ich lasse es mit den Nieten! Werde die komplette Lokomotive verschrauben!

Bin halt etwas enttäuscht, weil etwas wieder nicht so funktioniert, wie ich es haben will!!! Traurig
volkerS - 13.12.18 14:13
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Fozzibaermopped,
was hat denn nicht funktioniert? Beim Nietsetzen muss man üben, üben und nochmals üben.
Fehler sind:
falscher Nietkopfhalter (passt nicht zum Nietkopf),
Nietkopfhalter und Döpper stehen nicht exakt senkrecht zum Blech (dann entstehen Druckstellen neben dem Niet),
Bohrung für Niet zu groß (dann staucht sich der Schaft im Bohrloch, ich bohre für 2mm-Niet 2mm, und der resultierende Überstand ist zu gering für den zu formenden Nietkopf),
Überstand Nietschaft zu gering oder zu lang. Faustformel: 1,5 x Schaftdurchmesser = Überstand.
Zeige doch mal Bilder deines Missgeschicks.
Volker
Fozzibaermopped - 13.12.18 17:26
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Volker,

ich glaube, es passt nichts so richtig:
- ich habe zwei gleiche Werkzeuge von Rennsteig https://www.amazon.de/gp/product/B005UKNVS8/ref=oh_aui_search_detailpage?ie=UTF8&psc=1
Aber laut dem Bild hier:
http://www.kappeln-eschmidt.de/seiten/1926-10-a/niete-1.jpg
muss der Gegenhalter unten eine etwas kürzere Kallotte haben. Also stimmen die Werkzeuge schon nicht.
Die Formel 1,5 x d habe ich benutzt, aber wenn der Gegenhalter schon eine zu tiefe Kallotte hat, ist klar, dass sich der Kopf nicht voll ausformen kann.
- Die Werkzeuge bekomme ich auch nicht richtig in Achse im Schraubstock gespannt. Habe mir heute zwei provisorische Backen gebaut, worin die zwei Dorne stecken. Aber alles ist sehr wackellig.
- Die Rennsteig Dorne sind außerdem noch zu breit für die L-Profile vom Gestellrahmen. Da komme ich nicht in die Ecken.

Deshalb wird geschraubt und gut iss!

Habe aber inzwischen das Problem mit der Lagerung gelöst. Ich habe die Achslagergehäuse so abgeändert, dass Bundbuchsen reinpassen. Diese habe ich heute in der Bucht gefunden:
https://www.ebay.de/itm/10-Gleitlager-0604-6-x-8-12-x-4-mm-wartungsfrei-mit-Bund/152167020141?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&_trksid=p2060353.m2749.l2649

Hatte heute Morgen noch einen Denkfehler: Die Nut für die Führung der Achslagergehäuse im Rahmen muss nach außen (Richtung Koppelstangen) verschoben werden, dann ist die Führungslasche innen 1,5 und nicht 0,5mm.
und der Spalt zwischen Radnabe und Achslagergehäuse wächst auf 1mm je Seite. Passt also.

Aber eine Frage dazu habe ich noch: Bei den Feldbahnwagen habe ich die Achsen so eingestellt, dass sie locker 0,5 -1mm Axialspiel haben (Wegen der Holzrahmen, die arbeiten etwas je nach Klima). Wieviel Axialspiel sollte ich für eine so große und schwere Lokomotive aus Stahl zulassen? Gerade dann, wenn die Achsen in gefederten Achslagergehäusen aufgehängt sind?
volkerS - 14.12.18 04:42
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Fozzibaermopped,
dein Misserfolg erklärt sich durch falsche Werkzeug/Niet-Kombination.
Du verwendest Niet Typ AN470, diese haben einen flachen Kopf, typisch für Flugzeuge. Die Werkzeuge sind für Niet DIN660, diese haben einen Rundkopf.
Außerdem sind die Werkzeuge Döpper, als Kopfformer. Als Gegenhalter nur bedingt geeignet, geht aber. Der größte Fehler ist den Döpper, wie er geliefert wird, in einen Schraubstock einzuspannen und als Gegenhalter zu nutzen. Er wird sich immer zwischen den Backen seitlich bewegen und so Druckringe neben dem Niet verursachen, da er nicht senkrecht zur Blechoberfläche steht. Ich habe meinen Gegenhalter hinten 30mm abgedreht und eine dicke Scheibe aufgepresst, so stützt er sich auf den Backen ab und ist etwa 25mm zwischen den Backen geklemmt und kann nicht kippeln sowie am Kopf als Gegenhalter modifiziert.
Volker
Edit: Seitenspiel zwischen den Achslager gegen Null, wenn die Achse waagrecht im Rahmen steht. Wenn ein Achslager einfedert müssen beide Achslager sich querstellen und vergrößern automatisch den Abstand. Wichtig ist, dass die Achslager ballig ausgeführt sind.
Fozzibaermopped - 14.12.18 10:40
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Volker,

das war ein Missverständniss mit den Nieten: Ich verwende nicht Aluniete AN470. Diese Niete werden auf der Seite http://savannah-blog.de/archives/70-Tooltime-und-Randboegen-Hoehenleitwerk-schleifen-3-Sunden.html zum Bau eines Metallflugzeugs verwendet. Die Seite hatte ich nur verlinkt um diese "Knippex-Zangenlösung" zu zeigen.
Für meine Nietversuche habe ich Messingniete mit Rundkopf nach DIN660 verwendet.

Zu den Lagern:
Habe jetzt Bundbuchsen geordert. Die sind kurz (Nur 4mm lang). Da sollte etwas Winkelversatz in der Lagerung drin sein.
Werde also das Axialspiel gegen Null bringen.

Gruß
Mirko
volkerS - 14.12.18 12:26
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Fozzibaermopped,
ich glaube ich habe mich falsch ausgedrückt.
Die Bundbuchse sollte so lang wie möglich die Achse lagern.
Mit Achslager ballig meinte ich, dass der seitliche Schlitz des Achslagergehäuses der die Rahmenwange umgreift bikonkav geformt sein muss. Nur so kann sich das Achslager bei einseitigem Einfedern der Achse schräg stellen. Der Schlitz sollte mittig nahezu Null Spiel zur Lagerführung haben, an den Enden ca. 0,6mm Spiel.
Volker
Fozzibaermopped - 14.12.18 13:09
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ah Ok, jetzt habe ich es verstanden. Ja, das macht Sinn. Du meinst die Führungsschlitze so ausführen:



Das muss ich dann mit der Hand etwas nacharbeiten. Ich habe sonst keine Möglichkeit das so zu fräsen (Habe keine CNC-Steuerung). Bei den Feldbahnwagen hat das auch einigermaßen funktioniert (Hab ich mit einer kleinen Schlüsselfeile rund gemacht) . Ich habe hier pro Rad einen Federweg von 3mm, das ist nicht viel.
Ich wollte die Lagerbuchsen mit einer Länge von 8mm haben. Gibt es auch bei Norelem, aber da muss man für 8 Lagerbuchsen einen saftigen Mindermengenzuschlag zahlen. Die Buchsen aus der Bucht gehen auch, die sind 4mm. Bei ca. 10kg Lokomotivgewicht komme ich so auf eine Flächenpressung von ca. 0,52N/mm². Damit die Lager nicht die ganze Zeit auf Kantenpressung laufen, werde ich von der Außenseite noch die vorhandenen Buchsen (L=Cool einpressen, da ergibt dann eine Gesamtflächenpressung von 0,17 N/mm²:


volkerS - 14.12.18 13:17
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Fozzibaermopped,
genau das habe ich gemeint.
Tip bei Einkäufen, ruhig schauen, was größere Mengen kosten. Bei manchen Lieferanten kosten manchmal mehr Teile weniger als die Menge die man tatsächlich benötigt.
Volker
Dampfpferd-alt - 14.12.18 17:14
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Fozzibaermoped!
Wie ist der Name deines CAD Programms?
Sind mit diesem in der 2D Ableitung auch Schnittdarstellungen möglich?

mfg
Norbert
Fozzibaermopped - 14.12.18 20:24
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Norbert,

ich benutze SolidWorks täglich an der Arbeit, damit ist (fast) alles möglich.

Grüße
Mirko
Fozzibaermopped - 21.12.18 11:34
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Die Achslagergehäuse sind gebohrt:



deises Mal habe ich einen 7,8mm Kurzbohrer direk mit einer 8mm Spannzange in die Frässpindel gespannt, so verläuft der Bohrer nicht so stark:


Das Ergebnis ist gut, die Bohrungen schwanken zwischen ø7,81 und ø7,84.

Jetzt nur noch ø8H7 reiben und die Führungsnuten und Federsitze reinfräsen, dann sind die auch fertig.

P.S.: Den Bohrer habe ich hier gekauft:
https://www.amazon.de/gp/product/B00VATIUT8/ref=oh_aui_detailpage_o01_s00?ie=UTF8&psc=1
Die spitze ist gut symmetrisch geschliffen, so verläuft der nicht so stark und man kann sich den Zentrierbohrer sparen. Und für den Preis kann man nicht meckern.
volkerS - 21.12.18 12:19
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Fozzibaermoped,
deine Lager sehen schon mal gut aus. Allerdings befürchte ich, wenn du nach dem Reiben der Bohrung auf 8H7 fertig bist, die Lager in die Tonne "kloppst".
Die Bohrung wird zwischen 8,00 und 8,015 mm liegen, tendenziell eher am oberen Ende. 8H6 wäre die bessere Wahl. Hängt aber auch von der Toleranzklasse der Wellen ab.
Volker
Fozzibaermopped - 21.12.18 14:02
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich habe wie beim letzten Mal einen Kabelbinder um die Reibahle gestrippt und von beiden Seiten gerieben. So ist die Bohrung zwar etwas konisch von beiden Seiten, aber ich habe ø7,95 - 8 mm.
volkerS - 21.12.18 15:45
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo,
dann bist du innerhalb des Anschnittkegels geblieben. Deine Bohrung ist dann ähnlich einem Hyperboloid. Dann trägt das Lager nur ziemlich genau mittig die Achse. Dies führt zu einer erheblichen Flächenpressung mit einhergehendem Verschleiß.
Volker
Dampfpferd-alt - 21.12.18 18:26
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Fozzibaermopped!
Zum Reiben von Passungen möchte ich Dir einen Tipp geben.Wenn ich weichen
Werkstoff wie Messing bearbeite setze ich eine Zentrierbohrung.Dann bohre
ich wie in deinem Fall nicht Durchm.7,8 sondern 7,5.Der Bohrer bohrt immer
etwas grösser so dass zum Reiben noch Material vorhanden ist.Wenn der Bohrer nur gering aus der Mitte geschliffen ist, dann ist zum Reiben kein Material mehr da.Die Bohring ist dann 8,1. Zentrieren deshalb, weil der Bohrer beim Ansetzen etwas hin und herwandert das aber nicht zu sehen ist.Ich habe dann die Sicherheit, dass die Bohrung zentrisch und Passgenau ist.Mit der Reibahle ganz durchfahren.
mfg
Norbert
Henry (Henner) - 21.12.18 18:33
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Volker,
Deine Ueberlegungen sind sicher richtig fuer 5" und 7 1/4". Bei den kleineren Massstaeben sind Abrieb etc. fast zu vernachlaessigen. Meine Achsbohrungen (wenn nicht kugelgelagert) sind alle H7 gerieben und die normalen Silberstahlachsen laufen darin ohne Probleme. Manchmal muss man sie ein wenig einarbeiten (drehen und hin- und herschieben), bis sie optimal laufen. Presspassungen mache ich auch meist, in dem ich nur den konischen Teil der Reibahle verwende und die Teile dann in der Presse zusammendruecke. Reibahlen fuer jeden Durchmesser/Passung kann ich mir als Amateur nicht leisten. Anstatt balliger Fuehrungen der Achslager genuegen bei unseren Modellen etwas breitere gerade Nuten. Meine Loks sind alle nach diesen "pragmatischen" Baugrundsaetzen entstanden und die Aelteste ist nun ueber 20 Jahre alt, ohne dass Achslager oder Presspassungen Verschleisserscheinungen zeigen. Das passiert eher an Exzentern oder Kolbenringen. Ein bekannter Dampfbahner hat mal gesagt, dass Dampfloks leicht "schlackrig" sein muessen, um gut zu laufen - nicht krumm und schief, nur mit etwas Spiel.

@Norbert: Was hast Du fuer Bohrer? Ich musste noch nie 7,5mm fuer eine 8mm Reibahle vorbohren. Die Ahle wuerde nicht mal anfangen, zu schneiden. 7,8mm ist meine Standardgroesse.
Regards
Fozzibaermopped - 21.12.18 19:16
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Kommando zurück: Habe eben versucht die Buchsen einzupressen, das war zu eng. Wenn mann die so reindrückt (Geht sehr schwer), dann geht die Welle nicht mehr durch!
Habe alle Gehäuse nun doch mit der kompletten Reibahle durchgerieben. Jetzt gehen die Buchsen zwar immer noch schwer rein (Musste sie mit dem Schraubstock einpressen), aber die Achsen gehen "saugend" durch und lassen sich mit leichtem Widerstand mit den Fingern drehen (Die werden sich erst mal etwas einlaufen müssen). Warscheinlich sind die Buchsen ungenau gefertigt (Schlitz zu klein, etc...) . Jetzt muss ich aber erstmal schluss machen, Familie will Weihnachten mit mir feiern, also geht es mit dem Hobby erst nach den Feiertagen weiter.
Dampfpferd-alt - 21.12.18 20:04
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Henner!
Ich bohre meine Löcher für Passungen immer 0,5mm kleiner.Habe in der Vergangenheit das Problem gehabt,dass in der Passung Riefen vom Bohren
waren.Beim Reiben mit Zugabe von Öl habe ich überhaupt keine Probleme.
Da ich Bohrer von einer Kassette mit Abstufung von 1,0 1,5 2,0 2,5... bis 10mm
verwende muss ich keine zusätzliche Bohrer kaufen.Die Reibahle nimmt das locker.
Warum dann extra Bohrer kaufen.Einen 7,8mm Bohrer von Hand mittig schleifen
ist wohl etwas gewagt.Dann habe ich Riefen in der Bohrung was ich nicht will.
In der Lehre wurde mir das auch gesagt, aber Probieren geht über Studieren.
mfg
Norbert
Fozzibaermopped - 21.12.18 20:11
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Ich habe den 7,8er Bohrer genommen, weil der gerade noch mit einer 8er Spannzange gespannt werden kann. Hatte neulich Probleme mit einem langen Bohrer, welcher auch noch "nichtmittig" geschliffen war. Da hat mir auch die Vorbohrung mit dem Zentrierbohrer nichts gebracht. Mit diesem Kurzbohrer in der Spannzange hat es ohne Zentrierbohrer sehr gut geklappt. Und Material zum Reiben war noch da.
Henry (Henner) - 21.12.18 21:48
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Wundert mich nicht, da 0,2mm empfohlen werden:
https://www.hhw.de/uploads/schnittdaten/Grundlagen_Reiben.pdf. Ich musste ausserdem noch nie einen 7,8mm Bohrer nachschleifen, da er ausschliesslich fuer das Vorbohren dient. Verwendet ihr diese Bohrer auch, um den Gartenzaun zu reparieren?
Regards
volkerS - 22.12.18 05:11
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Hallo Henner,
natürlich herschen bei einem Modell für 45mm andere Kräfte als bei 5- oder 7,25-Zoll. Unstrittig dürfte aber sein, dass bei einer Bohrung die von beiden Seiten mit einer Reibahle nur in deren Anschnittbereich bearbeitet wird diese die Form eines Doppelkegels hat. Und da gibt es nur einen Punkt an dem sich Welle und Lager im Betriebszustand berühren.
Volker
eXact Modellbau - 22.12.18 11:33
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
Moin

Wenn ich mehrere gleiche Teile im Schraubstock spanne, lege ich immer ein Stück Pappe dahinter. Man kann auch einen Alu-Draht nehmen. Das hat zwei Funktionen: Zum Ersten werden Dickenunterschiede ausgeglichen und alle Teile werden gleich fest gespannt. Und zum Zweiten werden die Teile nicht vom Aufkippen der losen Backe beeinflusst.

H7 sollte für eine Achse okay sein.
Henry (Henner) - 25.12.18 20:54
Titel: Re: Bau einer Avonside Heisler Renishaw in 1:13
volkerS hat folgendes geschrieben::
Hallo Henner,
natürlich herschen bei einem Modell für 45mm andere Kräfte als bei 5- oder 7,25-Zoll. Unstrittig dürfte aber sein, dass bei einer Bohrung die von beiden Seiten mit einer Reibahle nur in deren Anschnittbereich bearbeitet wird diese die Form eines Doppelkegels hat. Und da gibt es nur einen Punkt an dem sich Welle und Lager im Betriebszustand berühren.
Volker

Ohne jetzt den Thread unseres Namenlosen weiter zu zerreden: Es ging mir darum, dass man mit H7 (siehe auch Beitrag von Larry) gute Achslager reiben und auch zur Not eine Presspassung (moeglicherweise mit Loctite-Unterstuetzung) realisieren kann. Eine Loesung mit Anreiben von beiden Seiten finde ich auch nicht gut.
Regards

Druckversion von buntbahn.de - - Modellbahn-Forum für maßstäblichen Selbstbau