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Dampf & Diesel - Zahnradlok Wasseralfingen


Henry (Henner) - 30.03.18 18:57
Titel: Zahnradlok Wasseralfingen
Hi guys,
in den letzten Jahren war von mir nicht viel zu sehen; ich habe nach einer (erfolgreichen) Augenoperation die neu gewonnene Sehschaerfe dazu genutzt, alte HOm Projekte endlich fertigzustellen (https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=50&t=145389). Meine grosse Climax duempelt ein wenig dahin, sodass ich etwas Neues anfangen will. Seit Jahren schon schwebt mir als Projekt die Wasseralfinger Zahradlok vor; sie war in Meterspur und konnte sowohl im Zahnrad- als auch Adhaesionsbetrieb fahren. Ein Buch mit recht guten Zeichnungen gibt es hier: https://www.eurobuch.com/buch/isbn/3928786415.html. Dies wird ein gemuetlicher Bau werden Grins . Masstab wird 1:22,5, da ich vorhabe, wieder nach Deutschland zurueckzukehren. Selbstverstaendlich wird es Echtdampf. Erste Aufgabe war, die Zahnraeder zu entwerfen. Dazu wurde eine LGB Zahnstange besorgt, auf ein Stueck Gleis montiert und sorgfaeltig vermessen. Die Ergebnisse wurden in das Programm https://woodgears.ca/gear/ eingetragen und mehrfach iteriert, um Durchmesser/Zaehnezahl/Abstand moeglichst nahe an das Vorbild zu bringen. Das Programm hat den Vorteil, dass man praktisch alle wichtigen Parameter eines Zahnrads veraendern kann, also nicht nur "Normzahnraeder" berechnen. Das war hier wichtig, da einerseits ein Eingriff in die Zahnstange, andererseits ein vernuenftiges Kaemmen mit dem Antriebszahnrad notwendig war. Wir haben das bei meinem Freund Dennis ausgetueftelt und dann eine Probeverzahnung aus Plexiglas mit dem Laser geschnitten (Man hat's halt Grins ). So sieht das z.Zt. aus:



Ich konnte mir nicht verkneifen, das misslungene "Zahnrad" oben mit auf das Bild zu bringen. Der Laser war gegen den Anschlag gefahren.
Im naechsten Schritt werden die Zahnraeder aus Messing mit der CNC-Fraese ausgeschnitten (das Programm liefert dxf-Files). Ausserdem bin ich dabei, Raeder und Rahmen zu konstruieren.
Regards
Battli - 31.03.18 14:09
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hi Henry!
Schoen, dass du die Zahnraeder fuer die LGB Zahnstange neu erfindest. Es haben sich schon manche Modellmanufakturen buchstaeblich die Zaehne ausgebissen, bis das dann endlich geklappt hat. So wie du das vor hast ist es sehr genau - zu genau! Jegliche minimalste Abweichung etwa in Kurven, wird dir aufzeigen, wie es eben nicht geht! Daher mein gutgemeinter Hinweis: Orientiere dich an der Machart von LGB. Dann funktionierts - bestimmt! Ed (Ed's Gartenbahn) in Holland hat sich annaehernd daran gehalten. Auch das funktioniert. Aber mit den wirklichen Zahnraedern hat das natuerlich nicht mehr viel gemein.
Cheers
Battli
giovanni - 31.03.18 16:05
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

im SD Forum hättest du den Bau einer Kohle-Echtdampf-Zahnradlok verfolgen können. Es ist die BRB N° 6. Die Maschine läuft sehr gut. Das Zahnstangenrad kann nicht als Normzahnrad gebraucht werden. Deshalb habe ich das passende Normrad unmittelbar daneben eingebaut. Um event. Differenzen auszugleichen wird das Zahnstangenrad mittels Rutschkupplung angetrieben. Eine weitere schwerere Zahnradlok ist die HG 4/4. Die Loks sind zu sehen in der Foto-Galerie

Hans
20160702_173337_1467474474830_resized (giovanni)



DSC00854 (giovanni)

Flachschieber - 31.03.18 21:47
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

finde es klasse das Du die Wasseralfinger Lok baust. Ich hatte mich in der Theorie mit den Zahnrädern auch schon beschäftigt. Und ja, es ist kein Normzahnrad.

Heraus kam der Zahnradsatz der Wasseralfinger Lok den ich mal in Sperrholz mit einem 1mm VHM Fräser gefertigt habe um die Zahnradtheorie zu prüfen.



Der Zahneingriff passt perfekt:



Das hat mir auch niemand geglaubt das ich ein passendes Zahnrad gefertigt habe für die LGB Zahnstange. Aber es läuft ohne zu klemmen. Für mich passt das so und gut. Das LGB Rad hat übrigens genau den passenden Raddurchmurchmesser der Wasseralfinger Lok.

Werde Deinen Baubericht mit Spannung verfolgen.

Beste Grüße,

Marco
T 20 - 02.04.18 09:31
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,
Du hast uns ja schon oft mit neuen Konstruktionen überrascht.
Aber die Lok ist natürlich ein echter Hammer ! Ich freu mich sehr auf den Bericht
Grüße
Tobias
Henry (Henner) - 02.04.18 20:32
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Battli, Giovanni,
Eure Bedenken habe ich selbstverstaendlich sehr ernst genommen. Ich hatte schon im Vorfeld der Ueberlegungen verschiedene Zahnformen und "Modulgroessen" ausprobiert. Wir haben diese dann mit dem Laser ausgeschnitten und getestet siehe:



Das so entstandene Zahnrad hat weder von Zahnform noch Zahnabstand etwas mit einem Standardzahnrad gemein. In z-Richtung kann ich fast 1,5mm Toleranz ueberwinden. Da die Lok einen extrem kurzen Radstand hat, ist der Anstellwinkel in Kurven ziemlich klein ( Ich kann etwa 6°Richtungsabweichung tolerieren). Ich bin da eben etwas optimistischer und schliesse mich der Denk/Herangehensweise von Marco an. Mein "Plan B" ist der Vorschlag von Giovanni, zusaetzlich zu den Zahnraedern fuer die Uebertragung Zwischenwelle/Vortriebs-Zahnrad (nach seitlichem Verschieben) ein LGB -aehnliches Gebilde zu installieren. Aber ehrlich gesagt gefaellt mir diese Loesung ueberhaupt nicht, schon wegen der komischen Zahnform des LGBs. Aber all dies ist nicht endgueltig. Wenn es nicht klappt, werden Laser (Testrad) und CNC-Fraesmaschine angeworfen, um eine weitere Iteration auszuprobieren. Das dauert insgesamt vielleicht eine Stunde. Die Fraese meines Freundes Dennis ist uebrigens so genau, dass wir Passungen fraesen koennen. Jetzt geht's erstmal an die Konstruktion von Raedern und dem Rahmen.
@Tobias: Mal sehen, was daraus wird...
Regards
giovanni - 02.04.18 20:56
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

ich sehe deine Lösung. Um aber ganz sicher zu gehen keine Ueberraschung zu erleben gäbe es für mich eine Rutschkupplung. Die würde dann allfällige doch auftretende Differenzen auffangen.

Hans
DSC00986 (giovanni)

Henry (Henner) - 02.04.18 22:45
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hans,
ich werde die Rutschkupplung vorsehen. Ich hoffe, dass ich sie nicht brauche, da das Zahnrad nicht auf der Achswelle sitzt, sondern getrennt etwas hoeher angeordnet ist. Ich kann also den Raddurchmesser exakt dem Teilkreisdurchmesser des Zahnrads anpassen. Falls das nicht klappt, werde ich Deine Loesung einbauen.
Regards
Battli - 03.04.18 00:57
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry!
Ich wuensche dir mit deinem Projekt alles Gute und hoffe sehr, dass es dann "passt". Ich hatte einfach so meine Erfahrung im Hinterkopf - aber man macht ja Fortschritte (auch bei der Produktion).
Cheers
Battli
giovanni - 04.04.18 11:33
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

die Rutschkupplung hat bei mir eigentlich die Funktion die nicht zu umgehenden Differenzen bei Modulen die immer auf und abgebaut werden zu überbrücken bzw auszugleichen um nicht die Lok auf die Zähne aufsteigen zu lassen. Diesen Zweck hat sie bestens erfüllt.

Hans
Henry (Henner) - 06.04.18 19:00
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hans,
danke fuer den Tip. Ich werde das in der (endgueltigen) Konstruktion beruecksichtigen.Uebrigens bin ich gestern "Peer pressure" (Gruppenzwang?) gewichen und wir haben die Zahnraeder aus 3/16" (4,7mm) Messing ausgefraest. Die "grobe" Form wurde mit einem 1/16" (1,6mm) Fraeser ausgeschnitten, die Feinarbeit besorgte ein 1,2mm Fraeser. Waehrend der ganzen Prozedur haben alle Fraeser ueberlebt. Hier ein Bild waehrend der Arbeit:



und das fertige Produkt ohne jegliche Nachbearbeitung, in der Qualitaet von einem Kaufteil kaum zu unterscheiden:



Beide Zahnraeder kaemmen untereinander und mit der Zahnstange recht gut. Naechste Schritte sind die Rahmenwangen und die Raeder. Beides wird ebenfalls mit der CNC Fraese gemacht. Ich wollte eigentlich die Raeder in 3D drucken lassen, aber mein Freund Dennis hat mich ueberredet, diese auch zu fraesen.
Lustigerweise zeichne ich in metrisch; der G-code ist aber nachher zoellig.
Regards
fspg2 - 06.04.18 20:13
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,
womit hast Du die Messingplatte auf der Fräse geklebt ? Sieht aus wie Heißkleber.
Henry (Henner) - 06.04.18 20:34
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Frithjof,
ganz normaler Cyanoacrylatkleber. Wir haben nachher die Aluminiumplatte mit der Flamme vorsichtig erwaermt, bis sich die Zahnraeder abloesen liessen.
Regards
Henry (Henner) - 13.04.18 01:54
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Inzwischen habe ich den Rahmen konstruiert und wir haben "wie ueblich" mit dem Laser einen Testschnitt gemacht. Ehe wir das in Messing fraesen, kann ich noch Bohrungen, Befestigungen etc. ausprobieren:



Uebrigens, wenn jemand die Lok in "Plaste und Elaste" nachbauen will, kann er meine gelaserten Probestuecke haben. Das Gehaeuse wird irgendwann auch folgen. Bitte aber nur solche Buntbahner, die schon mal etwas gebaut haben...
Ich erwaehnte schon mal, dass der Laser ein 40W CO2 Geraet aus China fuer etwa 350$ incl. Versand ist. Hat sich inzwischen schon mehrfach bezahlt gemacht.
Regards
Henry (Henner) - 19.04.18 16:32
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Inzwischen habe ich auch die Radsaetze konstruiert:



Ich bin mir im Augenblick nicht schluessig, welche Fertigungsmethode ich waehlen soll:
- 3D Druck in Messing wuerde sehr teuer, auch wenn ich die Radreifen weglassen wuerde.
- 3D Druck in Wachs/Kunststoff und Giessen in Zamak
- Fraesen aus dem Vollen
Die dritte Alternative hatte ich eigentlich schon fast ausgeschlossen, bis ich diesen Thread sah: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=50&t=158979.
Ich werde mich mit dem Autor in Verbindung setzen, wie er das genau gemacht hat.
Regards
giovanni - 19.04.18 20:16
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

aus meiner Sicht kommt es drauf an was für dich im Vordergrund steht. Für mich ist es eindeutig die Funktionalität. Dabei ist die Form der Speichen, die Anzahl der Nieten etc. weitgehend egal. Das Gesamtbild muss aber absolut stimmig sein. Ich habe meine Gg Räder aus dutzenden in Gb ausgewählt.

Hans
Henry (Henner) - 21.04.18 17:03
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
giovanni hat folgendes geschrieben::
Henry,

aus meiner Sicht kommt es drauf an was für dich im Vordergrund steht. Für mich ist es eindeutig die Funktionalität. Dabei ist die Form der Speichen, die Anzahl der Nieten etc. weitgehend egal. Das Gesamtbild muss aber absolut stimmig sein. Ich habe meine Gg Räder aus dutzenden in Gb ausgewählt.

Hans

Hans,
kennst Du ausser Walsall https://www.walsallmodelindustries.co.uk/ noch andere Hersteller? Walsall hat keine Guesse, die ungefaehr passen wuerden.
Regards
Henry (Henner) - 29.04.18 20:58
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hi guys,
Ich hatte zunaechst nach kommerziellen Radguessen gesucht; auch die Quellen durchforstet, die mir Hans freundlicherweise hat zukommenlassen (http://www.markwoodwheels.co.uk/). Leider habe ich kein Rad gefunden, das annaehernd dem der Wasseralfinger Lok entspricht - entweder war der Durchmesser nicht passend oder die Anzahl der Speichen deutlich zu hoch. Wir haben uns dann entschlossen, ein Rad aus dem Vollen zu fraesen. Material ist ungehaerteter Praezisionsstahl. Da die Fraesmaschine meines Freundes noch keine automatisierte z-Achse hat, war eine Menge manueller Zustellungen notwendig. Aber nach einer Stunde hatten wir ein passables Rad. Das Photo zeigt das Ergebnis noch ohne jegliche Nacharbeit (z.B. Abrunden der Speichen). Die kleine Einkerbung am unteren Rand wird nach dem Ueberdrehen verschwinden.



Da unsere Werkstattrunde nicht in Arbeit ausarten soll (wir machen das ja zum Spass/zur Entspannung), werden wir wohl jede Woche ein Rad fraesen...
Regards
Henry (Henner) - 18.05.18 04:25
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hi guys,
mein Freund Dennis hat Ueberstunden gemacht und die restlichen Raeder gefraest. Heute haben wir dann mit einem Formstahl das Radprofil gedreht. Ausserdem habe ich gekapselte Kugellager bestellt, die sich schon bei meiner Betsy gut bewaehrt hatten:



Uebrigens, falls jemand Interesse an amerikanischen Art-Deco Stromliniendampfloks hat, schaut euch das neuste Werk meines Freundes Bill an: http://forums.mylargescale.com/18-live-steam/84593-hiawatha-f7.html
Dennis hatte auch hier seine Finger drin und ich steuere das 3D Modell der "Marker-lamps" bei. Also echter "Kommunismus".
Regards
giovanni - 19.05.18 08:10
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

sieht gut aus was du gemacht hast. Die Räder gefallen mir auch. 8 Speichen in dieser Anordnung ist vielleicht schon etwas seltener. Aber es kommt gut. Wie willst du heizen ? Ich bin jetzt nach dem Schramberg-Wochenende völlig auf Kohle.

gi
Henry (Henner) - 25.05.18 23:14
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hans,
diese Lok wird mit Butan gefeuert, fuer Kohle ist sie einfach zu klein. Meine Climax in 1:8 wird allerdings mit Festbrennstoff betrieben. Wir habe gerade den Kessel soweit fetiggestellt. Ich werde in Kuerze darueber in dem entspechenden Thread berichten.
Inzwischen haben wir (d.h. mein Freund Dennis mit mir als sprachgesteuerte z-Achse) die Rahmenteile (CNC-) gefraest und ich habe mit den Zylindern angefangen:



Die meisten Bohrungen sind schon an der anderen Seite angesenkt. Die zeige ich aber nicht, da wir dort einen kleinen "Unfall" hatten, der noch repariert werden muss Verlegen . Programme machen naemlich das, was man programmiert und nicht unbedingt das, was man will. Die Radspeichen sind immer noch nicht versaeubert. Die Zylinder sind mal nicht mit der CNC-Fraese entstanden, sondern ganz konventionell. Fuer die Rundung am unteren Ende des Zylinders habe ich einen alten Trick angewandt: Eine Stange (Durchmesser gleichgueltig) wird durch die Zylinderbohrung gesteckt und der Rohling in kleinen Schritten gedreht und dabei ueberfraest. Damit entsteht eine Reihe von kleinen Facetten, die sehr einfach mit Feile und Schleifpapier versaeubert werden koennen:



Auch die Bremsschuhe sind schon mal entstanden. Sie wurden mit dem Laser ausgeschnitten und auf einer Vorrichtung verklebt:



Ich muss es nochmal wiederholen: Der Laser (40W CO2 aus China fuer etwa 400€) war einer der besten Investitionen meines Freundes. Obwohl Experten dieses Geraet als "Spielzeug" abtun, ist es bei uns seit mehreren Jahren in Betrieb und liefert beste Ergebnisse.

Regards
Dampfpferd-alt - 27.05.18 08:39
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo!
Wenn Laufräder gesucht werden:
Bei AtelierMB gibt es Laufräder aus GG in verschiedenen Ausführungen und Speichenzahl.
Email:info@ateliermb.com
www.ateliermb.com
mfg
Norbert
Henry (Henner) - 02.06.18 00:22
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Eigentlich sollte das ein gemuetliches Projekt werden, aber zumindest zur Zeit wird daraus nichts Winke . Mein Freund Dennis fragt mich jeden zweiten Tag, ob ich schon neue Teile konstruiert habe, die wir dann an unserem Werkstatttag am Donnerstag fraesen koennen. So habe ich jetzt praktisch alle CNC-Teile fuer ein rollendes Chassis mit den dazugehoerigen Drehteilen wie Achsen, Buchsen etc. Einzig allein meine chinesischen Freunde von Ebay haben mir die falschen Kugellager geschickt (8mm aussen, 3mm innen anstatt 8mm aussen,5mm innen); also gibt es eben jetzt nur ein "Holperchassis" . Alle Achsen (5mm) sind nur gesteckt und sitzen zum Teil in 8mm grossen Bohrungen - das uebertrifft noch bei Weitem die beruehmte "Farmpassung". Aber man kann jetzt inzwischen schon erkennen, was es mal werden soll:



Bis die richtigen Kugellager kommen, werde ich an den Zylindern arbeiten und die relativ ungewoehnliche Gooch-Steuerung konstruieren. Wahrscheinlich werde ich aber erstmal eine supereinfache Steuerung einbauen, um die Funktion der Lok auf der Zahnstange zu pruefen (z.B. Rutschkupplung erforderlich?)

@Norbert: Bei AtelierMB hatte ich gleich am Anfang gesucht. Von dieser Firma stammen auch die Raeder fuer meine Climax. Allerdings hat die Zahnradlok keine Laufraeder, sondern Treibraeder ohne Gegengewichte.
Regards
giovanni - 02.06.18 22:54
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Ja Henry,

die Fortschritte gefallen mir richtig. Gespannt bin ich jetzt auf die Steuerung. Die Zylinder werden mit Isolation montiert ? Machst du Zyl.-Entwässerung ? Autom. oder manuell ?

Hans
Henry (Henner) - 06.06.18 19:11
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hans,
die Zylinder werden mit 4 Schrauben und Unterlagscheiben aus rostfreiem Stahl am Rahmen befestigt. Ich hoffe, das genuegt zur Isolation. Zylinderentwaesserung ist nach meiner Erfahrung bei einer so kleinen Lok - dazu mit Muschelschieber - nicht unbedingt notwendig. Falls erforderlich, werde ich automatische Ventile (die beruehmten mit der Kugel) einbauen. Uebrigens sind die richtigen Kugellager jetzt eingetroffen und eingebaut. Mit Hilfe von Beilagen an den Achslagern



konnte ich die Hoehe des Zahnrads so einstellen, dass es gerade noch ueber Schienenoberkante liegt - wichtig beim Ueberfahren von Weichen. Ein Vorteil dieser (Vorbild-)Konstruktion ist, dass das Zahnrad unabhaengig von den Treibraedern ist (ausgenommen natuerlich der identische Teilkreis/Raddurchmesser). Das Chassis laeuft hervorragend, auch auf der Zahnstange, eigentlich besser als ich gehofft hatte. Genuegend Spiel fuer Kurven etc. ist vorhanden.
Regards
Henry (Henner) - 26.06.18 20:21
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hier mal wieder ein Zwischenbericht. Uebrigens: Ueber 7000 Zugriffe, aber kaum Fragen/Bemerkungen. Stelle ich das Projekt im falschen Forum vor?
Die Gooch-Steuerung hat sich als ziemlich schwierig erwiesen, in erster Linie wegen des begrenzten Platzes. Die Steuerung selbst sieht so aus:



Das Hauptproblem ist, die vier Exzenter und das Antriebszahnrad unterzubringen und das Ganze leicht montierbar/demontierbar zu halten. Ausserdem wollte ich Kugellager fuer die Exzenter verwenden, da sich diese bei meinem Freund Bill sehr bewaehrt hatten. Bei meiner Betsy hatte ich Bronze auf Stahl verwendet, aber nach einigen Jahren Betrieb war die Bronze(!) voellig verschlissen. So sieht das jetzt aus:



Die inneren Exzenter sind mit dem Zahnrad verstiftet und werden mit Madenschrauben durch das Zahnrad festgeklemmt. Durch die Stifte ist ein exakter 90° Versatz garantiert. Sollte dennoch eine Feinjustierung noetig sein, kann ich die Treib/Bremsraeder etwas verstellen. Die aeusseren Exzenter haben eigene Madenschrauben und koennen beliebig verstellt werden.
Die Exzenter sind eigentlich Drehteile, aber wir haben sie mit der CNC-Fraese hergestellt. Der Grund war, dass alle Bohrungen und Passflaechen dadurch exakt festliegen. Passung und Aufreiben der Stiftbohrungen war kein Problem. Auf dem Bild sind erst 2 Kugellager eingebaut und alle Achsen sind noch provisorisch.



Ausserdem haben wir inzwischen die Kuppelstangen gefraest und mit Bronzebuchsen versehen. Die engueltige Montage dieser Stangen und der Kurbelzapfen muss noch warten, bis die Treibstangen eingebaut sind.



Das Chassis rollte auf der Zahnstange weg, da offenbar der Tisch nicht ganz eben stand Grins . Naechste Schritte sind die Treibstangen, Kolben und die diversen Bohrungen an den Zylindern.
Wer uebrigens die Nase etwas ruempft wegen der ueppigen Verwendung einer CNC-Fraese: Ich habe ca. 10 Loks verschiedener Baugroessen nur mit Laubsaege, Feilen und einer alten Unimat gebaut.
Nochwas: Koennte es sein, dass fruehere Versuche mit Zahnraedern fuer LGB daran gescheitert sind, dass die Zaehne mit einem Modulfraeser hergestellt wurden und nicht so unkonventionell durch Ausfraesen der Kontur?

Regards
giovanni - 26.06.18 22:04
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

mich interessiert dein Projekt, das vorweg. Ich habe aber schon einige Male angemahnt dass hier in diesem Forum in Sachen Dampf im Eigenbau so gut wie nichts läuft. Hier bewegen sich vor allem Leute auf der digitalen oder analogen Schiene. Ich selber poste hier schon lange nichts mehr zu diesem Thema

Hans
Dr.B - 27.06.18 07:00
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
[quote]Wer uebrigens die Nase etwas ruempft wegen der ueppigen Verwendung einer CNC-Fraese: Ich habe ca. 10 Loks verschiedener Baugroessen nur mit Laubsaege, Feilen und einer alten Unimat gebaut. [/quote]

Hallo Henry,
ganz tolle Arbeit, die Du da zeigst, und wer hat, der hat. Hätte ich 'ne CNC-Fräse würde die natürlich auch bevorzugt zum Einsatz kommen.
Bitte weiter berichten!
Grüße,
Reinhold
volkerS - 27.06.18 08:42
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,
ich glaube dass das Zahnrad-Problem mit der LGB-Zahnstange tatsächlich an einer falschen Zahnradgeometrie liegt. Betrachtet man sich die Zahnstange mal genauer, entspricht sie funktional dem System Marsh (Mount Washington Cog Railway) und bedingt dem System Riggenbach. Zahnräder mit Evolventenverzahnung funktionieren da kaum.
Im letzten Bild deiner Zahnradlok fällt mir die "seltsame" Stellung der Kuppelstange auf. Fehlt da die Kuppelstange auf der Rückseite?
Gruß
Volker
T 20 - 27.06.18 09:06
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

Du bist schon im richtigen Forum.Man muß hier nur einen Teil der
Forenmitglieder mehr auf Live Steam "konditionieren" behaupte ich Winke
Je öfter solche Beiträge kommen, desto mehr Reaktionen werden Live Steam
Loks erhalten.Ich werde auch in Zukunft dafür eine Lanze brechen , lass Dich
bitte nicht verunsichern. Was Du zeigst ist doch feinster Modellbau.
Genau von solchen Beiträgen lebt das Buntbahnforum.

Grüße
Tobias
Henry (Henner) - 27.06.18 18:50
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hans, Reinhold, Tobias,
ich werde natuerlich weiterberichten.
Volker,
Die Kuppelstangen stehen tatsaechlich in einem Winkel, da die Achse fuer das Treibzahnrad hoeher als die der Radachsen ist. Damit erreicht man zweierlei:
1. Die Spitzen des Treibzahnrads liegen oberhalb der Schienenoberkante, damit die Lok ueber Weichen fahren kann.
2. Teilkreisdurchmesser und Raddurchmesser sind exakt gleich.
Dadurch laeuft das Chassis auch so leicht.
Ich hoffe, ich kann den folgenden Scan zeigen, da die Quelle weit uber 100 Jahre alt ist:



Bei der Konstruktion des Zahnrads haben wir einen Normaleingriffswinkel (Pressure Angle) von nur 14° gewaehlt. Das ist ein guter Kompromiss zwischen LGB Zahnstange und Kaemmen mit dem Antriebsritzel. Wir hatten das ja vorher mit dem gelaserten Plexiglaszahnradpaar ausprobiert.
Regards
Z13 - 27.06.18 23:00
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

ich lese eifrig mit, ich baue ja auch Zahnradloks.

Du schreibst vom exakt gleichen Teilkreisdurchmesser und Raddurchmesser und dass dadurch alles so leicht läuft.
Das stimmt aber nur wenn das Zahnrad auch die richtige Zähnezahl hat, das habe ich teuer lernen müssen. 400 Sfr für 10 falsche Zahnräder, welche zwar schön liefen und den richtigen Teilkreisdurchmesser hatten, aber zu viel Zähne hatten und daher immer die Treibräder nachzogen.
Wichtig ist, dass das Zahnrad auf der Zahnstange möglichst den gleichen Weg zurück legt wie das Treibrad auf der Schiene, sonst hast Du immer einen Rollwiderstand.
Wenn Dein Zahnrad 30 Zähne hat sollte das Treibrad einen Abrollumfang von 108 mm oder einer Durchmesser von 34,4 mm haben. Glaub’s mir. 'Winke'

Viele Grüße
Manfred
Henry (Henner) - 28.06.18 01:51
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Z13 hat folgendes geschrieben::
Hallo Henry,

ich lese eifrig mit, ich baue ja auch Zahnradloks.

Du schreibst vom exakt gleichen Teilkreisdurchmesser und Raddurchmesser und dass dadurch alles so leicht läuft.
Das stimmt aber nur wenn das Zahnrad auch die richtige Zähnezahl hat, das habe ich teuer lernen müssen. 400 Sfr für 10 falsche Zahnräder, welche zwar schön liefen und den richtigen Teilkreisdurchmesser hatten, aber zu viel Zähne hatten und daher immer die Treibräder nachzogen.
Wichtig ist, dass das Zahnrad auf der Zahnstange möglichst den gleichen Weg zurück legt wie das Treibrad auf der Schiene, sonst hast Du immer einen Rollwiderstand.
Wenn Dein Zahnrad 30 Zähne hat sollte das Treibrad einen Abrollumfang von 108 mm oder einer Durchmesser von 34,4 mm haben. Glaub’s mir. 'Winke'
Viele Grüße
Manfred

Hallo Manfred,
rate mal, wieviele Zaehne mein Zahnrad hat und welchen Durchmesser die Treibraeder: 30 Zaehne und 34,4mm! Mir ist nicht ganz klar, wie Du auf den richtigen Teilkreisdurchmesser, aber die falsche Zaehnezahl kommst, da beide ueber den Modul bestimmt sind D(Teilkreisdurchmesser)=M(Modul)*z(Zaehnezahl)?
- Der "Modul" ist durch die LGB-Zahnstange festgelegt.
- Zaehnezahl/Modul (damit Teilkreis bzw. Abrollumfang) und moegliche dazu passende Treibraddurchmesser stehen alle in einem festen Verhaeltnis zueinander. Gluecklicherweise haben bei meiner Lok alle Parameter bis auf kleine Abweichungen gepasst, sodass durch mehrfache Iteration alles fast masstaeblich ist und trotzdem absolut sauber laeuft. Durch unsere unkonventionelle Fraestechnik hat mein Zahnrad nur 3$ (Messingmaterial) gekostet Grins .
Nochwas: Laut Hefti (Zahnradbahnen der Welt) ist das Vorbild Deiner Lok von der Schafbergbahn eine reine Zahnradbahn, d.h. die Tragraeder laufen lose mit. Du solltest da keine Probleme mit der Synchronisierung haben.
Regards
Henry (Henner) - 28.06.18 05:27
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Ich sehe gerade, dass die Broschuere ueber die Wasseralfinger Zahnradbahn (inklusive Zeichnungen) als kostenloses E-book von Google heruntergeladen werden kann:

https://books.google.com/books?id=qY7CgBgrGyUC&pg=PA7&lpg=PA7&dq=zahnradlok+wasseralfingen&source=bl&ots=se_BWCouuk&sig=Lb_xaibBlYCAK-2Bmo8YqsxWi0I&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiD77i6s_XbAhVMRa0KHQeLCs8Q6AEIRDAH#v=onepage&q=zahnradlok%20wasseralfingen&f=false
Henry (Henner) - 01.07.18 23:42
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Vielleicht sollte ich mal was dazu schreiben, warum ich gerade die Wasseralfinger Lok als Vorbild gewaehlt habe und wie meine Entwurfsueberlegungen waren:

Es gibt grundsaetzlich 2 Zahnradbahn-Kategorien, reine Zahnradbahnen und solche fuer gemischten Adhaesions/Zahnradbetrieb.

Reine Zahnradbahnen.
Diese muessen ueberall eine Zahnstange haben, da der Antrieb grundsaetzlich nur auf die Zahnstange wirkt. In diesem Fall koennen die Triebzahnraeder auf den gleichen Achsen sitzen wie die (losen) Tragraeder. Der unterschiedliche Abrolldurchmesser spielt hier keine Rolle, da sich Zahnrad und Tragrad (nicht angetrieben!) mit unterschiedlicher Drehzahl bewegen koennen.

Zahnradbahnen fuer Adhaesions- und Zahnradbetrieb.
Hier gibt es zwei Loesungen.
Verkuppelter Antrieb, d.h. eine Dampfmaschine/Motor eingebaut fuer beide Antriebssysteme.
Hierbei zitiere ich aus "Hefti":
"Maschinen mit direktem Antrieb:
Interessanterweise kann die einfachste Lösung,bei welcher das Triebzahnrad direkt auf der einen Adhäsionsachse aufgepresst wäre, nicht nachgewiesen werden. Vermutlich schied diese Anordnung deswegen aus, weil sich in diesem Fall die Teillinie der Zahnstange auf Schienenoberkante (SOK) hätte befinden müssen, und dabei das Antriebszahnrad die Schienen untergriffen hätte. Dies hätte bei den Weichen auf den Adhäsionsstrecken zu Spezialkonstruktionen geführt, welche nach Möglichkeit vermieden werden sollten."

Hier zur Verdeutlichung eine Zeichnung:



Wenn der Abrolldurchmesser (Teilkreis) des Zahnrads mit dem Treibraddurchmesser uebereinstimmt, kommt die Lok nicht mehr ueber Weichen (und passt auch nicht auf die LGB Zahnstange). Macht man den Teilkreis kleiner, rutschen die Treibraeder.
LGB macht es sich hier einfach und nimmt einen unterschiedlichen Abrolldurchmesser fuer Adhaesion/Zahnrad aus Kostengruenden in Kauf. Man handelt sich dabei aber rutschende Adhaesionsraeder und Zugkraftverluste ein.


Getrennter Antrieb.
Hier sind 2 Dampfmaschinen/Motore eingebaut, die Adhaesion und Zahnrad unabhaengig antreiben (z.B. die HG 4/4 von Hans, Baureihe 97 501). Auch hier koennen die Triebzahnraeder theoretisch auf den Achsen befestigt werden, muessen aber mit einer Geschwindigkeit unabhaengig von den Adhaesionsraedern laufen koennen. Es gab auch Loesungen mit einem Motor, wobei die unterschiedliche Geschwindigkeit von Zahnrad/Adhaesion durch ein Getriebe bewirkt wurde.

Ich wollte als Modell eine Lok, die gleichermassen gut auf normalen Schienen als auch Zahnstange laufen kann. Auch sollte sie nicht fuer extreme Steigungen (geneigter Kessel/Fuehrerhaus) ausgelegt sein, damit sie universell einsetzbar ist. Eine Untersetzung hilft bei einem Modell immer, die Geschwindigkeit zu zaehmen. Eine Lok mit doppeltem Triebwerk schied fuer mich aus, da sie mir zu kompliziert erschien. So kam ich auf die Wasseralfinger Lok, die all meine Forderungen in sich vereinigt.
- Verkuppeltes Triebwerk mit hoeherliegendem Zahnrad fuer leichten Lauf.
- Untersetzung 1:2
- nur ein Zylinderpaar notwendig.
- Vorbild hat 1m Spurweite fuer 1:22,5
- interessantes Aussehen...
Wie gesagt, das waren meine Kriterien fuer die Auswahl.

Noch eine Frage: Wo bekomme ich geschliffenes 2,5mm und 2mm rostfreies Stangenmaterial fuer meine Kolbenstangen/Ventilstangen. Hier in den USA gibt es das Material 303, das sich sehr gut zerspanen laesst. Leider bekomme ich es nicht im geschliffenen Zustand.

Regards
Z13 - 02.07.18 23:18
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

Du hast recht, die Schafbergbahn ist eine reine Zahnradbahn, nur meine Anlage besteht halt nicht nur aus Zahnradstrecke und um auch dort kurze Strecken fahren zu können brauche ich fest mit der Achse verbundene Räder.
Die Wahl des Vorbildes war bedingt durch den langjährigen Urlaubsort und die Vorstellung des Regners Lumber Jack. Dessen Triebwerk war hervorragend geeignet die die Diesel gefeuerte
SLM Lok Z13 der Schafbergbahn nachzubauen. Als Antriebs-Zahnrad verwende ich in dieser Lok seit Jahren ein Modul 1 Kunststoffzahnrad was sich bis heute ohne Probleme bewährt hat.



Nach langem Überlegen und Diskutieren mit einem Dampfspezialisten wagte ich mich dann an den Modell-Nachbau der kohlengefeuerten Z - Lok der Schafbergbahn.
Ohne Computerhilfe zeichnete und berechnete ich die Goch-Steuerung und natürlich auch die übrigen Teile. Da mehrere Kollegen auch den Wunsch nach so einer Lok äußerten habe ich alle selbstgefertigten Urformen giessen lassen, da mir das am einfachsten vorkam. Nur die Rahmen - und Gehäuseteile ließ ich CNC fräsen oder Lasern. Die Kessel kamen von Reppingen.

Für diese Loks habe ich mir dann Zahnräder in der Schweiz bestellt, welche hinten und vorne nicht passten, obwohl die Radgrößen genau genannt wurde. 400 Sfr. für die Katz.

Auf Kunsstoffzahnräder wollte ich hier bei dieser Lok nicht zugreifen, ging auch nicht wegen dem Platz.
Aus diesem Dilemma hat mir Friedl aus Wien geholfen. Er hat mir passende Zahnräder geschnitzt, welche den richtigen Durchmesser und die richtige Zähnezahl hatten.



Die erste der Lok’s für Kollegen ist ausgeliefert und fährt. Meine eigene erste Lok der Kleinserie ist seit Jahren, allerdings noch ohne Gehäuse und Lack, unterwegs.

Was ich / wir da über neue Zahnräder für LGB Zahnstangen gelernt haben kann man nicht mit Formeln belegen, da muss man etwas probieren und tüfteln oder mit den von dir angesprochenen Nachteilen leben.

Regner hat übrigens für die Achenseelok ein sehr gut abgestimmtes Zahnrad entworfen, wesentlich genauer als LGB.

Und nun wünsche ich Dir gutes Gelingen beim weiteren Bau der schönen Wasseralfinger Lok.

Es gibt übrigens noch ein Büchlein zur Bahn:

https://www.amazon.de/s/url=search-alias%3Daps&field-keywords=3927654299

Viele Grüße
Manfred
Dampfpferd-alt - 03.07.18 08:48
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Zahnradlokbauer!
In der Beschreibung der Wasseralfinger Lok ist eine "Gochsche Steuerung" eingebaut.Kann mir jemand sagen wo es eine Übersicht von Lokomotivsteuerungen (Buch)gibt.Habe in Wikipedia nichts gefunden.
Henner scheint einen guten Riecher für aussergewöhnliche Lokomotiven zu haben.
Gruss
Norbert
Razz
volkerS - 03.07.18 09:00
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Norbert,
für Steuerungen und ihre Dimensionierungen ist Valve Gear von Dockstadler das Programm. Da findest du noch mehr interessante und nahezu unbekannte Steuerungen. Ein Buch das "alle" Steuerungen zeigt kenne ich nicht.
Volker
Z13 - 03.07.18 12:29
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Norbert,

hier gibts einen Überblick:
http://www.zeno.org/Roell-1912/A/Steuerungen?hl=gooch


https://www.themt.de/org-0015-49.html


Viele Grüße
Manfred
Henry (Henner) - 03.07.18 17:01
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Nur ganz kurz. Ich will auf keinen Fall Manfreds wunderschoene Lok oder sein Design kritisieren, ganz im Gegenteil. Ausserdem: Eine Gooch-Steuerung "von Hand" zu entwerfen, erfordert eine sehr genaue Kenntnis der Kinematik. Alle Achtung! Ich habe im Augenblick mit der Steuerung ein paar Probleme, da ich Schieberweg und Exzenter dimensioniert hatte, ehe ich die ganze Steuerung konzipiert hatte.
Manfreds Link zu dem zweiten Buechlein ueber die Wasseralfinger Zanradbahn kam mir bekannt vor, nach etwas Suchen fand ich es in meinem Buecherschrank Verwirrt . Es zeigt aber gegenueber dem Google E-Buch nichts Neues bezueglich technischer Daten/Zeichnungen.
Die Achenseebahnlok ist aehnlich wie die Wasseralfinger Lok ein "verkuppeltes" Design mit den hochliegenden Zahnraedern. Ich wollte aber eine Lok, die auf normalen Gleisen nicht so "schraeg" aussieht und ausserdem nicht nur mit (Personen-) Vorstellwagen einsetzbar ist, deshalb diese Wahl.
@Norbert
Ich dachte eigentlich, dass ich den Link zum Dockstader-Programm angegeben hatte, aber habe es offensichtlich vergessen. Hier also der Link:

https://www.jf2.com/bcwrr/Dockstader-Valve-Gear.html

Regards
kastenlokker - 07.07.18 15:42
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hello Henry / Hallo Henner,

auch wenn ich kein solch begnadeter Feinmechaniker bin wie Du - oder gerade deshalb! - verfolge ich hier Deine Berichte immer mit größtem Interesse und Staunen darüber, was man alles möglich machen =realisieren kann!

So - das sollte "zwischendurch" einfach mal gesagt sein!! In Eure hoch fachmännische Diskussion mich einzumischen habe ich ja ohnehin keinerlei Veranlassung ... Winke

Deinem Projekt der Zahnradlok Wasseralfingen - wieder mal ein bemerkenswertes Vorhaben! - wünsche ich weiter gutes Gelingen!!

Servus aus Oberbayern, Thomas
Henry (Henner) - 09.07.18 20:05
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Thomas,
Der "begnadete" Feinmechaniker hat vor 30 Jahren krumme und schiefe unzeigbare Teile gefertigt. Inzwischen ist es etwas besser geworden, aber mit manchen Profis hier im Forum kann ich mich immer noch nicht messen.
Anyway: Das Chassis ist bis auf kosmetische Dinge (Sechskantschrauben, Bolzenimitate) soweit fertig:



Das Chassis laeuft recht gut, in dem kurzen Video ist die untere Schiene ein gebogenes Gleis LGB Radius 3. Es gibt kein Problem mit dem Kurvenlauf.
Uebrigens habe ich vor, spaeter bei Besuchen auf Anlagen ohne Zahnstange meine Kletterweiche zu benutzen, um aus einem bestehenden Gleis auszufaedeln und ein kurzes Modul anzuschliessen.
Regards
Henry (Henner) - 21.07.18 04:52
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Kleiner Zwischenbericht: Die Zylinder sind fertig. Alle Bohrungen/Gewinde/Kanaele sind angebracht und die Dichtungen mit dem Laser geschnitten:



Jetzt kommen die Kolben/Kolbenringe aus Viton und die Schieber/Schieberkastendeckel an die Reihe. Da der Einlauf in die Zahnstange manchmal etwas ruckartig verlaeuft, wenn Zahnstangen/Antriebsrad unguenstig stehen, habe ich mal eine Einfahrtsrampe gebaut. Der "Modul" dieses Stuecks ist etwas unterschiedlich zu der eigentlichen Zahnstange und wird gefedert eingebaut - wie beim Vorbild. Durch die leicht unterschiedliche Zahnteilung wird nach etwa der Haelfte der Strecke auf dieser Einfahrtrampe das Zahnrad synchronisiert. Eine Rutschkupplung sollte das Gleiche bewirken, koennte aber das kurzzeitige Zahn auf Zahn Problem auch nicht loesen. Mal sehen, ob die Vorbildloesung auch im Modell klappt.



Regards
Battli - 21.07.18 20:01
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Dear Henry
Erst muss ich als stetiger, bisher stiller Beobachter meine Begeisterung und Bewunderung an den Projekt bekunden. Congrats!
Beim Vorbild wird in der Zahnstangeneinfahrt zur Zahndistanz der Nonius 1:9 angewendet. Beim 10. Zahn laeuft das Zahnrad somit synchron. Auch sind die Zaehne kontinuierlich von 10% bis volle Hoehe angeordnet.
Viel Bastelglueck
Battli
Henry (Henner) - 25.07.18 05:30
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Battli,
Danke fuer Dein Interesse an dem Projekt.
Zur Zahnstangeneinfahrt:
Mit der Teilung habe ich mich an die Angaben in der Morlokschen Broschuere gehalten, d.h. Laenge und "Modulaenderung" entsprechen dem Original. Die Zahnhoehe variiert bei diesem sehr fruehzeitigen Projekt noch nicht so extrem wie bei spaeteren Entwicklungen. Ich war bis jetzt schlicht zu faul, die Zahnhoehe zu variieren. Ich will erstmal probieren, wie sich solch ein gefedertes System verhaelt. Die endgueltige Ausfuehrung mit ansteigenden Zahnhoehen wird dann aus Messing gefraest.
Uebrigens: Das Lasern dieser Einfahrt hat ca. 3min gedauert. Mein Freund hat aus reiner Freude noch 3 weitere Zahnstangen gelasert. Wenn jemand solche Dinger zum Probieren haben will, bitte melden.
Heute habe ich an den Kolben gearbeitet, morgen kommen vermutlich die O-Ring Nuten dran.
Regards
T 20 - 29.07.18 16:23
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

so einige werden sich gar nicht klar sein, wie klein die Lok ist.
Und da fängt die Kunst bei Echt Dampf ja oft erst richtig an !
Ich bin auch wieder begeistert und freue mich auf neues,
Grüßle
Tobias
Henry (Henner) - 15.09.18 01:44
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Ja Tobias, die Lok ist recht klein. Speziell der Kessel wird interessant. Aber mein Freund Bill hat da eine sehr gelungene Konstruktion mit "halbtrockener" Feuerbuechse und Keramikbrenner.
Es war in den letzten Wochen etwas still um diesen Baufaden. Ich war 4 Wochen lang in Deutschland, habe an der Einschulung meiner Enkeltochter in Berlin teilgenommen, "Modulor" von duennem Acryl ueber 1,5mm/2mm MDF leergekauft (alles Dinge, die man im Land der unbegrenzten Moeglichkeiten nicht bekommt) und mich mit metrischen kleinen rostfreien Sechskantschrauben und Gewindebohrern eingedeckt. Der Dampfspieler hat mir rostfreien Stahl fuer die Kolben/Schieberstangen besorgt. Natuerlich war das Alles sehr suspekt fuer die TSA (Transportation Security Administration). Nachdem auch der Jet-lag ueberwunden ist, geht es wieder an die Lok. Die Zylindergruppe ist jetzt endgueltig fertig:



und eingebaut sieht das so aus:



Die Schieber sind aus Rulon, die Kolbenringe Viton und die Dichtungen sind aus ABIL N 0,25mm/0,5mm, ein Material, das mir der Dampfspieler empfohlen hat und das sich hervorragend mit dem Laser schneiden laesst. Es sind noch keine Stopfbuchsen eingebaut, das mache ich dann nach dem Drucklufttest.

Ich hatte eigentlich vorgehabt, die Gooch-Steuerung in Deutschland zu entwerfen, aber daraus wurde nichts; das muss ich jetzt nachholen.
Regards
Henry (Henner) - 26.09.18 02:02
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Inzwischen habe ich die Gooch-Steuerung soweit entwickelt. Mit dem Dockstader-Programm habe ich die Geometrie bestimmt und dann die Teile in Alibre eingegeben, um Interferenzen etc. zu eliminieren. Hier ein Screenshot der Steuerung (Schwinge zum Test nur mit 3 Bohrungen fuer Vorwaerts/Rueckwaerts/Halt, Achsen nur angedeutet). Durch die kurze Baulaenge der Lok ist die Schieberstange (wie beim Vorbild) ueber einen Umlenkhebel angeschlossen:



Ausserdem noch ein Video in Vorwaerts/Halt/Rueckwaerts als Anhang. "Antrieb" mit dem Finger auf dem Touchscreen Sehr glücklich. Donnerstag werden wir dann wieder Teile fraesen.
Regards
Henry (Henner) - 28.09.18 05:55
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Die ersten Teile purzeln aus der Fraesmaschine:



Es ist immer wieder spannend, wenn sich ein CAD-Modell in Metall verwandelt und genauso aussieht, wie man sich das vorgestellt hat. Ich werde uebrigens an vielen Stellen kleine Kugellager (3x1x1) verwenden, um Spiel und Verschleiss zu minimieren. Dies hat sich bei den Steuerungen meines Freundes Bill sehr bewaehrt. Einige dieser Lager sind schon mal in eine Schwinge eingebaut. Die Bohrungen sind diesmal mit 0,05mm Untermass gefraest und dann aufgerieben. Material ist uebrigens leicht spanbarer Edelstahl (303 in den USA).
Regards
dampfspieler - 28.09.18 06:48
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin Henner,

die "Lageridee" ist sehr interessant. Wo ist der Aufhängepunkt der Schwinge geblieben? In der Animation scheint er unterhalb zu liegen.

Grüße Dietrich
giovanni - 28.09.18 10:42
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Dietrich,

du siehst das richtig. Aber ich glaube es gibt dort eine Zwischenplatte die dann die Befestigung übernimmt.

Henner,

eine schöne, saubere Arbeit die mir gefällt. Mit welchen Schnittgeschwindigkeiten arbeitet ihr bei diesem Mat. ?

Hans
Henry (Henner) - 28.09.18 19:22
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Dietrich, Hans,
Die Schwinge ist am oberen Angriffspunkt der Exzenterstange mit dieser zusammen gelagert. Die Haengeeisen (oder in diesem Fall besser "Steheisen", da sie von unten kommen) haben ja nur die Aufgabe, die Schwinge ungefaehr in der gleichen Hoehe zu halten. Ob ich sie nun mit einem kurzen Hebel in der Mitte anfasse oder mit einem laengeren oben, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ich spare mir mit dieser Konstruktion zusaetzliche Teile und nutze den knappen seitlichen Bauraum besser aus. Das leichte "Steinspringen" ist nicht so schlimm, da ein Kugellager den Verschleiss mindert. In der Alibre-Simulation funktioniert das ganz gut, ob die Lok spaeter zur "Roechelanna" wird, zeigt sich dann. Die gewaehlte Konstruktion habe ich bei einem Schweizer Raddampfer abgeschaut.
@Hans
Vorschub 3"/min (ca. 80mm/min), Drehzahl 3000U/min - schneller geht nicht, Fraeser mit 3 Schneiden, Hartmetall, Schnittiefe 0.02" (0,5mm), Fraeserdurchmesser 1/16" (1,6mm). Konstruktion natuerlich metrisch, aber mit einer zoellischen Maschine gefraest. Geht sehr gut, wenn man die Genauigkeit entsprechend hoch setzt (0.0001" = 0.00254mm).
Regards
giovanni - 28.09.18 22:44
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

ich hätte brennendes Interesse an der Materialbezeichnung (bitte recht genau )

Hans
Henry (Henner) - 28.09.18 23:52
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Bitteschoen:
http://www.pennstainless.com/stainless-grades/300-series-stainless-steel/303-stainless-steel/
dampfspieler - 29.09.18 07:48
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin Henner,

Zitat:
Die Schwinge ist am oberen Angriffspunkt der Exzenterstange mit dieser zusammen gelagert.

danke für die Erklärung. Ist doch immer wieder interessant, welche Lösungen verwirklicht werden.

Ich drücke Dir die Daumen
Dietrich
volkerS - 29.09.18 08:19
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo,
Edelstahl 303 = 1.4305 = X8CrNi18-9
Volker
Flachschieber - 29.09.18 10:12
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

bezüglich Stahl AISI 303 (1.4305). Gibt es den in den USA in Rechteckprofil oder Plattenform. Ich kenne diesen hier in D nur als Stangenrundmaterial. Teile fräs ich hin und wieder auch aus diesem Material. Es ist nur etwas aufwändig immer vom Rundmaterial zu fräsen. Teilweise behelfe ich mir indem ich aus 60mm Rundmaterial Ronden entsprechender Dicke drehe, aus denen ich dann Teile fräse. Die Ronde pratz ich auf oder nutze ein Backenfutter mit Aussenbacken auf dem Frästisch.

Deine Arbeiten gefallen mir jedenfalls sehr gut. So kleine Kugellager hab ich noch nicht gesehen. Hast Du dafür eine Bezugsquelle?

Beste Grüße,

Marco
giovanni - 29.09.18 11:10
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Danke Henry. Jetzt ist mir klar, ich kenne das Material ich bevorzuge aber schon seit Jahren Bronce. 1.4305 für eher wenige Teile auf der Werkzeugfräse da die cnc mit zu hohen Drehzahlen arbeitet.
Aber trotzdem, grosser Respekt vor deiner Arbeit.

Hans
fspg2 - 29.09.18 11:16
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin,

@Henry
Immer wieder gern verfolge ich Deine Beiträge Sehr glücklich

@Marco
Z.B.: https://ghw-modellbau.de/index.php?cPath=222_231_246
Henry (Henner) - 29.09.18 16:41
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Flachschieber hat folgendes geschrieben::
Hallo Henry,

bezüglich Stahl AISI 303 (1.4305). Gibt es den in den USA in Rechteckprofil oder Plattenform. ....
So kleine Kugellager hab ich noch nicht gesehen. Hast Du dafür eine Bezugsquelle?

Beste Grüße,

Marco

Marco,
Plattenmaterial etc. aus 303 z.B. hier:

https://www.onlinemetals.com/merchant.cfm?id=26&step=2&top_cat=1

Die Kugellager habe ich aus der Bucht. Frithjof hat Dir ja schon eine Bezugsquelle genannt. Und danke an Dich, Hans und Frithjof fuer das Lob!
Regards
Henry (Henner) - 06.10.18 00:05
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Die wesentlichen Teile der Gooch-Steuerung sind fertig und auf einer Seite schon mal montiert. Das Gesamtspiel bis nach dem Umlenkhebel ist <0,1mm, dank der Miniaturkugellager an den wesentlichen Stellen. Die Ankopplung der Schieberstange muss ich mir noch ueberlegen, bisher habe ich keine zuendende Idee. So sieht das nun aus:



Ich hoffe, in ein bis zwei Wochen mit Drucklufttests beginnen zu koennen, dann wird sich erweisen, ob die Steuerung funktioniert Verlegen
Regards
dampfspieler - 06.10.18 08:04
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin Henner,

Zitat:
... bisher habe ich keine zuendende Idee.

Du wirst schon was finden.

Wie ist de Schieberstange an ihrem hinteren Ende gelagert? Auf dem Bild sieht es so aus, als sei die in einem Stützlager, das auf der Kreuzkopfführung montiert ist geführt. In dem Fall wäre ein "Dreieck" zwischen Schieberstange und Antriebshebel möglicherweise ganz hilfreich um ein Verbiegen der Stange zu vermeiden.

Viele Grüße Dietrich
Henry (Henner) - 06.10.18 22:27
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Dietrich,
wir haben heute glaube ich eine Loesung gefunden. Ehe wir die Fraesmaschine anwerfen, werde ich einen einfachen Testaufbau machen.
Ausserdem hatte mein Freund Dennis heute eine Tuete mit Teilen dabei. Er baut fuer mich 3 Feldbahnloren nach den urspruenglichen Morlok-Zeichnungen, damit die Lok spaeter etwas zum Schieben hat!



Regards
Henry (Henner) - 07.10.18 22:21
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
So, der "begnadete" Feinmechaniker hat sich jetzt selber in die Ecke gepinselt. Meine Konstruktion zum Anlenken der Schieberstange funktioniert ueberhaupt nicht. Ich hatte schon Bedenken, ob das geht und deswegen einen Testaufbau gemacht:



Die eingekreisten Stellen sind mit Kugellagern versehen, der Rest ist starr. Die Schieberschubstange klemmt fuechterlich, da sie seitliche Kraefte aufnehmen muss. Also back to the drawing board Verlegen
Regards
giovanni - 07.10.18 22:32
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

die Schieberschubstange muss vor und hinter dem Mitnehmer gelagert sein dann geht das.

gi
dampfspieler - 08.10.18 08:32
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin Henner,

Zitat:

die Schieberschubstange muss vor und hinter dem Mitnehmer gelagert sein dann geht das.

genau auf diese Bemerkung von Hans wollte ich mit meiner Frage oben hinaus.

Um die Seitenkräfte aufnehmen zu können, muss "das Dreieck" zum Antrieb der Schieberschubstange auf langen Zapfen geführt werden, sonst wackelt das wie ein Lämmerschwanz. Das gleiche Problem hatte ich bei MARTIN auch. Ich schiebe mal Bilder nach, wie ich es da gelöst habe und wie es seit zwei Jahren im harten Einsatz funktioniert.

Grüße Dietrich
dampfspieler - 08.10.18 08:53
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin Henner,

hier nun die Bilder von meiner Lösung des Problems am MARTIN. Dort waren die Verbindungsbolzen zwischen Aufwerferhebel und Schwinge genau so kurz geführt, wie Du das gemacht hast, was dazu führte, dass da ein "Eigenleben" drin war, was eine ordentliche Dampfverteilung unmöglich gemacht hat.

Die entsprechenden Bilder findest Du in meinem Album.

Alter und neuer Bolzen im Vergleich. Der alte Bolzen war in der Schwinge nur durchgesteckt und konnte sich sowohl in der wie auch im Auge des Verbindungshebels zum Aufwerferhebel frei drehen. Die Bohrungen waren "eirig". Der beue Bolzen wird in der Schwinge eingeschraubt und sitzt fest.
PoP_W018kl (dampfspieler)


Neuer Bolzen in der Schwinge eingeschraubt.
PoP_W017kl (dampfspieler)


Hebel an Schwinge montiert.
PoP_W019kl (dampfspieler)


Heute würde ich noch etwas anders machen - in die Lagerbohrungen kämen separate Buchsen, die bei Verschleiß einfach zu wechseln wären. Da die gezeigte Lösung aber seit mittlerweile zwei Jahren zu meiner vollen Zufriedenheit funktioniert, werde ich es wohl so lassen. Als Schmiermittel verwende ich auch an dieser Stelle Zylinderöl Z1000, weil die Temperaturen im Betrieb (OVERTYPE-Dampfmaschine) dafür sorgen, dass die Viskosität des Öls passt (51,4 mm²/s bei 100 °C).

Hier noch mal der Ausschnitt aus der Seitenansicht der Lok, auf den ich mich oben bezog. Ich bin der Meinung, dass das hintere Ende der Schieberstange in einem Lagerbock geführt wird, der mittig auf der oberen Kreuzkopf-Gleitbahn montiert ist. In dem Fall könnte Deine Schieberstange vielleicht etwas zu kurz sein und Du müsstest sie neu machen.
3287Rack01_800_Ausschnitt (dampfspieler)



Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

Grüße Dietrich
giovanni - 08.10.18 09:40
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

so wie du die Schieberstange führst so funktionieren Schraubzwingen. Ich glaube bei Dietrich es richtig gesehen zu haben. Du benötigst ein Drehteil das in den Schieberkasten geschraubt wird und dann geschlitzt oder aufgefräst wird damit sich dort der Mitnehmer bewegen kann.

Hans
Henry (Henner) - 08.10.18 20:35
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hans, Dietrich,
danke fuer eure Ueberlegungen. Dass ich eine Schraubzwinge konstruiert hatte, hatte ich schon befuerchtet, deshalb der Testaufbau. Ich haette natuerlich mit einem Bericht warten koennen, bis ich eine Loesung haette, aber ich wollte halt auch mal einen Misserfolg zeigen. Die zweite Lagerung weiter vorne habe ich eigentlich verworfen, da ich sie am Rahmen befestigen muesste und damit Justierprobleme bekaeme. Die Loesung mit einer langen Schieberbuchse und einem Schlitz waere optimal, wuerde aber moeglicherweise zu klobig ausfallen. Die Schieberschubstange muss ich sowieso noch mal neu machen, da sie damals nur provisorisch aus normalem Stahl entstanden ist. Ich werde jetzt erstmal die Lagerung fuer die Schubstange verlaengern, was ich ohnehin machen wollte und dann sehen, ob das schon hilft. Vielleicht kann ich dort auch einen schmalen Schlitz einfraesen. Mal sehen...
volkerS - 09.10.18 10:41
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,
ich glaube dein Hauptproblem ergibt sich durch den Lagerpunkt der Richtungsumlenkung. Bei deinem Modell befindet er sich hinter dem Zylinder, auf der Zeichnung Richtung Zahnrad außerhalb des Zylinderbereichs. Dadurch entstehen weitaus geringere Querkräfte die zum Verkanten führen können. Ich würde die Schieberstange zusätzlich hinten in einer Buchse führen, die über einen Arm am Rahmen befestigt ist.
Volker
Henry (Henner) - 12.10.18 02:19
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Dank der Ueberlegungen von Dietrich/Hans/Volker habe ich die Fuehrung der Schieberstange nochmal ueberarbeitet. An den Schieberkasten habe ich ein Rohr hart angeloetet, nach dem Loeten auf 2mm gerieben und einen Schlitz gefraest. Die Schieberstange ist jetzt vor und nach der Anlenkung gefuehrt. Sieht zwar ein bischen klobig aus, aber die Funktion ist mir wichtig. Eventuell kann ich das Rohr noch ein bischen abdrehen. In der Schieberstange ist eine 1mm Querbohrung, durch die die Anlenkung geht. Dies habe ich mal provisorisch aufgebaut und es funktioniert recht gut:



Zum Anbringen der Querbohrung habe ich einen alten Trick angewandt, den vielleicht noch nicht jeder kennt. Um die genaue Mitte eines zylindrischen Teiles zu finden, klemmt man mit dem Zentrierbohrer ein duennes (gerades) Blech zwischen Bohrer und Rundmaterial. Bei einer Abweichung von der Mitte kippt das Blech auf die eine oder andere Seite. Bei einer 2mm Achse kann man so die Mitte auf 1/100mm genau bestimmen. Ich finde dieses Verfahren einfacher/besser, als mit einem Kantentaster zu arbeiten.



Ausserdem haben wir heute neue Umlenkhebel aus einem dickeren Material gefraest, sodass ich sie mit 2 Kugellagern mit Distanzstueck lagern kann. Damit ist ein (minimales) Verkanten ausgeschlossen und der Abstand zur Schieberstange wird kleiner, was den Winkel verkleinert.

Regards
giovanni - 12.10.18 10:12
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

genau so dachte ich das. Das Führungsrohr könntest du optisch noch ein wenig aufwerten. Von oben mit dem Zentrierbohrer eine kleine Oelerbohrung.

Hans
volkerS - 12.10.18 10:49
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,
ich würde in die Umlenkstange (parallel oberhalb des Rahmens) 2 Kugellager einsetzen und das obere Kugellager im Umlenkhebel entfernen und den Abstandsbolzen starr befestigen. Dann befinden sich die 2 möglichen Kippunkte in einer Ebene und ein Querstellen der Umlenkstange ist nicht möglich.
Henry (Henner) - 12.10.18 20:00
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
volkerS hat folgendes geschrieben::
Hallo Henner,
ich würde in die Umlenkstange (parallel oberhalb des Rahmens) 2 Kugellager einsetzen und das obere Kugellager im Umlenkhebel entfernen und den Abstandsbolzen starr befestigen. Dann befinden sich die 2 möglichen Kippunkte in einer Ebene und ein Querstellen der Umlenkstange ist nicht möglich.

Volker,
so habe ich es vorgesehen. Deshalb auch ein neuer (dickerer) Kipphebel.
Regards
Henry (Henner) - 19.10.18 02:03
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Die Gooch Steuerung d.h. die Anlenkung der Schieberstange habe ich nochmal ueberarbeitet. An einigen Stellen des Umlenkhebels und des rueckwaertsgerichteten Hebels sind jetzt doppelte Kugellager mit einem Distanzstueck dazwischen eingebaut. Das Ganze funktioniert nun ohne Klemmen und fast unmerkbarem Spiel. Ich werde jetzt die Teile anbauen, die zum Drucklufttest erforderlich sind. Auch fehlt ja noch der Aufwurfhebel, aber da sehe ich keine Probleme:



Die Flachschieber sind nach System "Dietrich" geklemmt, da ich erstens Probleme hatte, ein M1,6 Gewinde auf die Edelstahlstange zu schneiden und zweitens so die Einstellung der Schieberstellung einfacher wird.
Die etwas klobigen Teile verschwinden im Rahmen; vielleicht werde ich da noch ein bischen "verschlanken".
Regards
giovanni - 20.10.18 09:36
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Ja Henry,

genau so dachte ich das. Für mich fehlt noch die Oelbohrung für die Schieberstange. Aber warum ist der Schieber selbst so gross ? Sitzt der Schieber dort spielfrei ohne zu klemmen ? Weiterhin Erfolg wünscht

gi
Henry (Henner) - 21.10.18 04:30
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hans,
das mit der Oelbohrung muss ich mir noch ueberlegen, da das Rohr eine recht geringe Wandstaerke hat und ich es nicht deformieren will. Die Stange wird ja ausserdem auch von innerhalb des Schieberkastens geschmiert. Was den Schieber selbst betrifft, die Lok ist sehr klein und damit muss ich den Schieber so konstruieren, dass rundherum noch ein wenig Dichtflaeche bleibt:



Er hat Spiel in z-Richtung, um bei Kondensatbildung abheben zu koennen.
Regards
Henry (Henner) - 23.10.18 01:03
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Auch wenn ich euch auf den Wecker falle: Heute habe ich eine Stellprobe mit allen Teilen (ausgenommen einiger Abstandsstuecke) gemacht. Sehr eng, aber alles hat gepasst. Kritisch war die Lage der "Steheisen" zum Antriebszahnrad, die Flucht der Exzenterstangen und der Abstand Schwinghebelachse/Zahnrad:



Es hat sich ausgezahlt, die gesamte Steuerung samt Zylinder in Alibre virtuell zu montieren. Jetzt noch einige Kleinteile und ich kann das komplette Chassis mit Druckluft laufen lassen.
Regards
volkerS - 23.10.18 08:18
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,
interessant, dass du die Führungen des "Kreuzkopfes" als Kleinteile bezeichnest.
Bin schon auf die ersten Videos gespannt.
Volker
Battli - 23.10.18 10:08
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hi Henner
Der mit dem Wecker ist gut, wenn man ins Innere deiner Neukonstruktion schaut, koennte man meinen...
Mir fallen die Augen fast aus - so was Schoenes, Mechanisches sieht man selten. Ich bewundere deine Faehigkeiten und mache mir gedanken ueber einen Selbstbau. Obwohl nicht der Zweilinkshaenderfraktion zugehoerig, werde ich mich wohl kaum an so filigrane Teile wagen. Das was du uns zeigst ist schon hoehere Klasse!
Cheers
Battli
Henry (Henner) - 31.10.18 00:26
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Die ersten Tests mit Luft sind erfolgreich verlaufen. Die Lok klettert wie eine Gemse (oder Bergziege?). Ich konnte die Luft gar nicht so weit drosseln, dass die Geschwindigkeit einigermassen masstaeblich war, da sonst in meinem Mini-Kompressor die Schlaeuche abgingen. Aber immerhin laeuft die Lok.
@Volker: Die Kreuzkopffuehrung bei einer solch kleinen Lok ist nur Dekoration. Meine Betsy ist ebenso gebaut und hat jetzt nach 10 Jahren Betrieb noch keinen Verschleiss an der Zylinder-Stopfbuchse.
Ich hoffe, das Video ist spielbar. Die Windows-eigenen Programme hatten keine Probleme, mein VLC-Player kam damit nicht zurecht. Leider laesst die Forensoftware keine mp4 Files zu.
Als Naechstes das Gestaenge zur Umsteuerung.
Regards
volkerS - 31.10.18 06:36
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,
Bergziege???
Eher doch eine Rennziege. Zumindest nach dem Video.
Mache doch an den Zuluftschlauch einen Abzweig mit Schalldämpfer,
ähnlich wie ein Bypass Speisepumpe, dann solltest du auch langsame Fahrten hinbekommen.
Volker
PS: Video konnte problemlos unter Win7Pro öffnet werden.
giovanni - 31.10.18 09:40
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

ja sie läuft. Das ist doch schon ein Erfolg. Die ganze Wahrheit kommt aber erst bei wirklicher Langsamfahrt. Aber ich hoffe dass auch das zum Erfolg wird.

Hans
dampfspieler - 31.10.18 10:07
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin Henner,

das freut mich außerordentlich, dass Du diesen Erfolg erringen konntest und eine gute Grundlage für die weitere Arbeit hast. So "richtig interessant" wird es aber wirklich erst mit Dampf, wie ich aus eigener bitterer Erfahrung weiß.

Übrigens danke für die freundliche Erwähnung.
Zitat:
Die Flachschieber sind nach "System Dietrich" geklemmt

Wobei ich freimütig zugeben will, dass es meine Interpretation einer Lösung aus einer englischen Modellbauzeitschrift aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist, die in mehreren meiner Dampfmaschinen (Lokomotiven, stationären, Kfz) erfolgreich eingesetzt wird.

Ich habe mir das Video "gesaugt" und kann es mit der aktuellen Version des VLC-Media Players für LINUX problemlos abspielen.

Das werde ich wohl noch ein paar mal machen - immer in der Hoffnung, dass es mir hilft, hier schnell heraus zu kommen.

20181030_172158_publ (dampfspieler)


Viele Grüße
Dietrich
Regalbahner - 31.10.18 11:59
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin moin,

Zitat:
Die Windows-eigenen Programme hatten keine Probleme, mein VLC-Player kam damit nicht zurecht.

Das wird wohl ein Rechte- bzw. Codecproblem des VLC unter W ... sein Winke
Mein VLC unter Ubuntu spielt das Video problemlos ab.

@ Dietrich, gute Besserung Ausruf

Viele Grüße
Christoph
Henry (Henner) - 31.10.18 18:45
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Volker, Hans, Dietrich, Christoph,
danke fuer eure Kommentare. Nach Neuinstallierung von VLC kam der Player wieder mit dem Video klar (Ich hatte bisher nie Probleme mit Windows Movie Maker -> wmv File ->VLC). Ueber das Langsamfahren mache ich mir keinen Kopf, da Alles sehr leicht laeuft und ich das engueltige Einstellen der Exzenter/Schieberschubstangen vornehmen werde, wenn ich das Umsteuerungsgestaenge gebaut/installiert habe. Interessant uebrigens, dass der gleiche kleine (Farbspritz-)Kompressor nicht ausreichte, die DeWinton eines Freundes in 1:13 zum Laufen zu bewegen, obwohl diese sehr sauber gebaut ist.
@Dietrich: Schoen, dass Du wieder zu Hause bist (Private WhatsApp Meldung).
Regards
Henry (Henner) - 17.11.18 01:35
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Das Chassis ist jetzt endgueltig fertig. Das letzte Stueck des Puzzels war die Umsteuerung. Der Steuerstangenhebel musste gebogen werden, damit er nicht am Kessel anschlaegt. Der Platz ist jetzt bis zum letzten Kubikmillimeter ausgereizt. Ich muss sagen, dass diese Lok bisher das Komplexeste ist, das ich jemals gebaut habe, inklusive meiner HOm Modelle:



Inzwischen haben wir den Kessel abgelaengt und mal ein Fuehrerhausmodell mit dem Laser geschnitten. Man kann jetzt so ungefaehr ahnen, was da mal draus werden soll.



Fuer das Kesseldesign habe ich mich mit meinem Freund Bill unterhalten. Urspruenglich wollte ich eine halbtrockene Fuerbuechse mit einem Keramikbrenner verwenden, aber vom Platz und auch vom Wasservorrat her wird das nicht klappen. Auf der anderen Seite hat der Kessel ziemlich genau die Abmessungen der Accucraft Ruby, so dass ich mich an deren Design anlehnen werde: Poker-Burner und ein zentrales Flammrohr. Die Ruby macht genuegend Dampf auch mit den grossen 1/2" (12,7mm) Zylindern, sodass ich mit 10mm Durchmesser wohl keine Probleme haben werde.
Regards
giovanni - 17.11.18 15:28
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

super was du geschaffen hast. Ja es geht schon Richtung Standuhren ! Platz ist da nicht viel. Das erinnert mich an meine BRB 6 Aber sieht doch sehr gut aus. Nun hoffe ich dass der Kessel auch ein Erfolg wird.

Hans
Henry (Henner) - 24.11.18 19:11
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hier nun der erste Entwurf des Kessels. Aehnlich Accucraft Ruby: Einfaches Flammrohr, 2 Einloetbuchsen, Endscheiben stumpf geloetet. Rauchkammer vielleicht als Ansetzteil. Eventuell gibt es noch eine Buchse fuer den Wasserstand. Man beachte die Sekundaerluftzufuhr unter dem Schornstein. Ist fuer Gasfeuerung ziemlich wichtig.



Material fuer die Endscheiben und Bronze fuer die Buchsen bekomme ich hoffentlich heute. Eventuell werde ich das Chassis probehalber mit einem elektrisch geheizten Testkessel (eine Spende fuer unsere EDH-Gruppe) mal mit Dampf versorgen.
Regards
Lupo60 - 25.11.18 11:38
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,

nachdem ich bisher in stummer Bewunderung Deine feinmechanischen Künste bei dieser Lok verfolgt habe, doch mal eine Frage zur Sekundärluft unter dem Schornstein:

Wofür ist sie denn wichtig und warum insbesondere bei Gasfeuerung? Mein Verständnisproblem dazu: Wenn sie den Zug durch den Schornstein verstärken soll, müsste sie doch bei Brennstoffen wie z.B. Kohle, die angefacht werden müssen noch wichtiger sein. Und wenn sie als Luftzufuhr für den Brenner dient, sitzt sie doch am falschen Ende? Mit Sicherheit weißt Du ganz genau, was Du da tust - bloß - ich komm nicht drauf!

Viele Grüße und weiter viel Erfolg bei dem schönen Projekt

Wolfgang
giovanni - 25.11.18 14:55
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Ja Wolfgang,

da bin ich auch gespannt auf die Antwort. Klar ist, beim Kohlekessel muss die Rauchkammer absolut dicht sein. Aber bei Gas sehe ich beide. Jene die unten offen sind und jene die mehr oder weniger zu sind. Aber warum wichtig ?

gi
Battli - 25.11.18 19:03
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Bei meiner Clymax war die Rauchkammer urspruenglich geschlossen. Um den Brenner zu starten, m usste die Rauchkammertuer geoeffnet werden. Nach dem Schliessen der Rauchkammertuer, gab der Brenner oder die angesogene Luft durch den Kamin einen unangenehmen Pfeiffton von sich, der lange anhielt, bis der Kessel warm war. Diesen Umstand wollte ich veraendert haben. Durch die Oeffnung unten in der Rauchkammer, konnte genuegend Luft fuer die Verbrennung eindringen und ein Start durch Einziehen der Flamme durch den Schlot wurde moeglich. Die Rauchkammertuer blieb von da an geschlossen. Das Pfeifen verschwand. Spaeter wurde diese Oeffnung noch erweitert, seither sind auch keine Aussaetze am Brenner mehr beobachtet worden. Vielleicht ist das die Erklaerung dazu?
Cheers
Battli
Sandfluss - 26.11.18 14:53
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry
Mit grossem Interesse verfolge ich als Zahnrad-Liebhaber Deinen Baubeschrieb zur Wasseralfinger Zahnradlok. Kürzlich bin ich wieder einmal an der Denkmallok der Steinbruchbahn in Ostermundigen vorbeispaziert. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es sich bei der Lokomotive Elfe um eine "Schwesterlok" Deiner Maschine handeln könnte. Ich habe gestern ein paar Bilder geknipst.

Elfe_2_R (Sandfluss)



Elfe_R (Sandfluss)



Elfe_Schild_R (Sandfluss)


Bei der "Elfe" handelt es sich allerdings um eine Normalspurlok für gemischten Adhäsions- und Zahnradantrieb.. Wie auf dem Lokschild angegeben stammt sie aus der Werkstatt von Riggenbach aus dem Jahre 1876. LüP wird mit 6 m 80 angegeben, Treibraddurchmesser mit 800 mm, Zahnraddurchmesser ebenfalls mit 800 mm, Zylinderdurchmesser mit 300 mm. Höchstgeschwindigkeit 15 km/h. Die Gesamtlänge der Steinbruchbahn war 1400 m, wovon 480 m Zahnradstrecke (max. Steigung 10 Prozent).

Freundliche Grüsse
Peter
Henry (Henner) - 26.11.18 20:10
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Peter,
danke fuer die Bilder. Die Elfe (Normalspur) scheint wie die Wasseralfinger Lok 1876 gebaut worden zu sein. Warum man aber bei der Schmalspurlok die Gooch-Steuerung verwendet und dazu noch nach innen verlegt hat, laesst sich heute nicht mehr nachvollziehen.

Mit meiner Bemerkung bezueglich der Oeffnung in der Rauchkammer unterhalb des Kamins war ich etwas zu ungenau. Der Ausschnitt dient nicht der Zufuehrung von Sekundaerluft, sondern vermindert einen Gegendruck des Brenners. Poker Burner (Flammrohrbrenner?) reagieren sehr empfindlich auf einen solchen Gegendruck. Battli hat beschrieben, wie der Ausschnitt die Funktion seines Brenners verbessert hat. Ein Freund hat versucht, ein Flammrohr mit angesetztem 90Grad Winkel zu bauen, aber der Brenner wollte nicht zuenden/stabil brennen. Erst als er den Winkel durch ein T-Stueck ersetzte, klappte es. Speziell bei Loks mit relativ kleinem Schornsteinquerschnitt braucht man diese Oeffnung. Selbst bei Keramikbrennern hat mein Freund Bill die Oeffnungen anbringen muessen. Alkohol und Kohle benoetigen eine dichte Rauchkammer, da ein aktiver Zug notwendig ist. Gasbrenner ziehen alle Verbrennungsluft an der Duese und wollen dann eine moeglichst freie Ausstroemung.
Regards
volkerS - 26.11.18 22:31
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Peter,
wenn man sich die Bilder ansieht muss man sich die Frage stellen, ist das wirklich eine Zahnradlok? Bei Henners Lok liegt das Zahnrad für die Zahnstange mittig zwischen den Rädern. Bei der "Elfe" ist zwar dort auch ein Zahnrad zu sehen, dies liegt aber so weit über der Schiene dass die Zahnstange im Betrieb eher ein Hindernis gewesen sein muss. Sollte sich das Zahnrad für die Zahnstange auf der Treibradachse befinden, kann es nicht erkennen, dann stimmen bei gleichen Durchmessern die Umlaufgeschwindigkeiten nicht. Wenn du beim Zahnraddurchmesser den Teilkreis meinst, dann kann die Lok keine normale Weiche im Adhäsionsbereich befahren, da das Zahnrad unter die Schienenoberkante ragt.
Hast du da weitere Infos.
Gruß
Volker
Z13 - 26.11.18 23:14
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo,

um die Diskussion etwas zu erweitern schaut Euch mal die nachfolgenden (schlechten) Bilder an. Wie es aussieht gab sehr wohl hochliegende Zahnstangen.


P1040474 (Z13)



P1040475 (Z13)



P1040476 (Z13)


Bin auf die Deutungen gespannt.

Viele Grüße
Manfred
Lupo60 - 26.11.18 23:21
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry (Henner) hat folgendes geschrieben::
... Gasbrenner ziehen alle Verbrennungsluft an der Duese und wollen dann eine moeglichst freie Ausstroemung.
Regards



Hallo Henner,

eigentlich logisch. Vielen Dank für die Erklärung!

LG,
Wolfgang
Henry (Henner) - 26.11.18 23:58
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Also laut "Hefti"("Zahnradbahnen der Welt" - die Zahnradbahnbibel) hatten beide Loks eine Zahnteilung von 100mm, die Zahnstange lag bei der Lok aus Ostermundingen 217mm ueber Schienenoberkante (SOK), waehrend es bei Wasseralfingen nur 120mm waren. Deshalb liegt das Zahnrad bei der von Peter gezeigten Lok deutlich hoeher und die Kuppelstangen sind staerker geknickt. Die Perspektive laesst das Zahnrad noch hoeher erscheinen. Ansonsten ist das Antriebsschema beider Loks laut "Hefti" identisch. Die Hoehe der Zahnstange ueber SOK spielt eigentlich keine Rolle, solange die Spitzen des Triebzahnrads ueber SOK liegen, damit die Lok ueber Weichen kommt. Teilkreis des Zahnrads und Treibraddurchmesser muessen natuerlich immer identisch sein.
Regards
volkerS - 27.11.18 05:58
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,
wenn die Zahnstange höher liegt wäre dies eine Erklärung. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass auf dem zweiten Bild die Kurbel das Zahnrad komplett verdeckt. Damit muss dieses Zahnrad kleiner sein als der Raddurchmesser, was ja nicht sein darf.
Eine Antwort könnte sein, dass die Lok gar kein Zahnrad mehr hat. Ausgebaut, da die Lok nur noch Adhäsionsstrecken befuhr. Dies gab es ja öfters. Das sichtbare Zahnrad gehört zum "Getriebe" also dem Antrieb von Treibwelle zu Antriebswelle Zahnstangenzahnrad. Platz wäre im Rahmen vorhanden und mechanisch wäre diese Lösung auch besser, da man Evolventenverzahnung nutzen könnte und nicht die Verzahnungsform für Zahnstange incl. der Vorteil der geringeren Verschmutzung.
Vielleicht kann ja Peter noch mal dazu mit Bildern eine Antwort liefern. Lokansicht von vorn, Nahaufnahme Antrieb.
Volker
Henry (Henner) - 27.11.18 18:35
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Wenn man das Photo und Manfreds Zeichnung vergleicht, scheint es als ob die Zahnteilung enger als 100mm ist. Diese sehr fruehen Maschinen hatten vermutlich keine getrennten Zahnraeder fuer Untersetzung und Zahnstange. Da die Elfe schon kurz nach 1900 an die Maschinenfabrik von Roll verkauft wurde, wo sie bis 1942 in Betrieb war, ist es durchaus moeglich, dass dort neue Zahnraeder eingebaut wurden (http://www.bahnzauber-europa.at/eisenba_32.htm).
Auf jeden Fall waeren weitere Photos von Peter hilfreich.
Regards
Sandfluss - 27.11.18 22:26
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Guten Abend
Na, dann weiss ich ja, wohin mein nächster Sonntagsspaziergang hingehen soll...'Sehr glücklich'
Ich werde versuchen, weitere, aussagekräftigere Bilder zu machen.
Was den Zahnradantrieb betrifft, bin ich mir allerdings nicht sicher, ob da noch das Original drin steckt. Wie Henner berichtete, wurde die Lok an Von Roll verkauft, wo sie im Werksbetrieb als Rangierlok diente und da wurde sicher kein Zahnradantrieb benötigt. So wurde jedenfalls beim "Gnom", der ersten Zahnradlok der Steinbruchbahn, der Zahnradteil ausgebaut. Gnom steht jetzt im Verkehrshaus in Luzern, betriebsfähig restauriert. Bei der Steinbruchbahn handelt es sich übrigens um die erste Zahnradbahn in Europa, sie wurde noch vor der Rigi-Bahn in Betrieb genommen, damit aber die Ehre der ersten Zahnradbahn in Europa der Rigi-Bahn zuteil wurde, fand die offizielle Einweihung erst ein paar Monate nach der RB-Einweihung statt.
Freundliche Grüsse, Peter
Henry (Henner) - 28.11.18 21:10
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Nochmal zum Thema Ausschnitt in der Rauchkammer bei Flammrohrbrennern. Ich habe mich mit Dave Watkins ( https://www.16mm.org.uk/resources/drawings/locomotives/) in Verbindung gesetzt. Er verwendet diese Oeffnung bei all seinen Konstruktionen. Seine Gruende:
1. Verminderter Gegendruck - wie gehabt.
2. Kein Vakuum durch den Abdampf (laesst die Flamme abreissen). Dies in krassem Gegensatz zu Kohle/Alkohol.
3. Abfluss von Kondensat. Er hatte einen Fall, wo Kondensat in das Flammrohr eindrang und die Flamme ausloeschte.
Regards
Sandfluss - 02.12.18 18:24
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Guten Tag
Bei strömendem Regen, Sonntagsklamotten hin oder her, bin ich unter die Lok gekrochen und habe weitere Bilder geschossen, wie versprochen.
Also, des Rätsels Lösung betreffend des Zahnradantriebes: dieser wurde seinerzeit, als die Steinbruchbahn eingestellt und die Lok als Verschublok an die Eisenwerke der Von Roll verkauft wurde, ausgebaut. Somit blieben nur die Zahnräder, welche die beiden Blindwellen miteinander verbinden (hoffentlich verwende ich da die richtigen Fachausdrücke).

Elfe_3_R (Sandfluss)



Elfe_4_R (Sandfluss)


Elfe_5_R (Sandfluss)



Elfe_6_R (Sandfluss)



Elfe_7_R (Sandfluss)


Beim Vorstellwagen handelt es sich nicht um einen Originalwagen der Steinbruchbahn, sondern um einen typenähnlichen Wagen aus den 1870er Jahren.

Freundliche Grüsse, Peter
Flachschieber - 02.12.18 19:29
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Peter,

tolle Einblicke in die Zahnraddampflok. Ich vermute das das Zahnradpaar damals komplett getauscht wurde. Bei gleichem Achsabstand könnte das Abtriebszahnrad auch grösser gewesen sein und das Antriebszahnrad kleiner. Oder das Abtriebszahnrad in der Mitte und rechts und links danneben die Untersetzenden. FÜr letzteres spricht, das die Welle eingefräste Nuten in einem Bereich besitzt in dem heute kein Zahnrad mehr montiert ist.

Alles sehr spannend.

Beste Grüße,

Marco
Henry (Henner) - 02.12.18 19:46
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Peter,
vielen Dank fuer Deine hochinteressanten Bilder. Ich koennte mir allerdings vorstellen, dass die Lok noch die urspruenglichen Zahnraeder besitzt. Hefti gibt zwar die Zahnteilung fuer Ostermundingen mit 100mm an, aber alle anderen fruehen (Werks-)Zahnradbahnen hatten 80mm Teilung (Steinbruch Laufen, Maschinenfabrik Rueti - spaeter auf 100mm geaendert, Wasseralfingen). Ostermundingen hatte dann vermutlich ebenfalls 80mm Teilung. In Deinen Photos zaehle ich ca. 32 Zaehne. Mit einem Zahnrad(teilkreis)durchmesser von 796mm (laut Hefti) komme ich bei dieser Teilung von 80mm auf etwa 31..32 Zaehne. Auch die Hoehe des Zahnrads ueber Schienenoberkante sieht nicht zu schlecht aus. Gewissheit koennte der Vergleich mit der restaurierten "Gnom" bringen, die den gleichen Zahnraddurchmesser hatte.
Auf alle Faelle ein interessantes eisenbahnarchaeologisches Raetsel. Nochmals danke fuer Deine Muehe!
Regards
Henry (Henner) - 02.12.18 19:58
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Flachschieber hat folgendes geschrieben::
Hallo Peter,

tolle Einblicke in die Zahnraddampflok. Ich vermute das das Zahnradpaar damals komplett getauscht wurde. Bei gleichem Achsabstand könnte das Abtriebszahnrad auch grösser gewesen sein und das Antriebszahnrad kleiner. Oder das Abtriebszahnrad in der Mitte und rechts und links danneben die Untersetzenden. FÜr letzteres spricht, das die Welle eingefräste Nuten in einem Bereich besitzt in dem heute kein Zahnrad mehr montiert ist.

Alles sehr spannend.

Beste Grüße,

Marco

Marco,
dies war auch mein erster Gedanke. Allerdings hatten diese fruehen Zahnradloks keine getrennten Zahnraeder fuer Antrieb und Zahnstange. Die Teilung/Durchmesser des Zahnrads und Hoehe ueber SOK koennte Klarheit bringen. Falls die Lok doch getrennte Zahnraeder hatte, koennte es sein, dass sie nach Ausbau des Zahnstangenzahnrads in die Mitte verlegt wurden.
Regards
Z13 - 02.12.18 23:32
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo zusammen,

wenn die Zahnstange unter dem Wagen die original Höhe hat, dann passt doch alles zusammen, oder ? gruebel

Viele Grüße
Manfred
Flachschieber - 02.12.18 23:51
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Manfred,

stimmt. Das könnte schon passen. Ist mir gar nicht aufgefallen, das das Denkmalgleis vorne unterm Wagen eine Zahnstange hat.Ja in der Tat das könnte passen.

Äh Peter stell doch die Lok mal vorneaufs Gleis, und den Wagen nach hinten Lachend Mal schauen ob das passt. Razz

Beste Grüße,

Marco
Sandfluss - 04.12.18 22:33
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Marco
Also das Buntbahnforum ist ja bunt, aber ich befürchte, dass ich es für die Gemeindeverwaltung von O'mundigen doch allzu bunt treiben würde beim Verschieben der Lok.
Ich schlage vor, dass wir das weitere Vorgehen erst mal bei einem Bier in Schramberg besprechen sollten...
Bis dann, Peter Lachend
Henry (Henner) - 10.12.18 22:34
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
So, jetzt mal wieder ein wenig Hardware. Ich habe inzwischen den Kessel fertig konstruiert und die Teile hergestellt. Ich bin dabei nach dem KISS-Prinzip (keep it simple, stupid) vorgegangen. Einen keramischen Brenner haette ich nur schwer in der kleinen Lok unterbringen koennen und die Ausfuehrung mit zentralem Flammrohr hat bei meiner Guinness und Betsy genuegend Leistung gebracht, um mit relativ geringer Geschwindigkeit und ueberschaubaren Lasten durch die Gegend zu fahren. Eine Schnittzeichnung hatte ich schon vorher gezeigt, hier also nun die fertigen Teile vor dem Loeten:



Die Endscheiben sind nicht geboerdelt, da nach Tests der Australier praktisch die gleiche Festigkeit erreicht wird. Deren Testkessel haben sich bei etwa 1000PSi (etwa 70 bar) zu einem amerikanischen Football verformt, aber die Endscheiben haben sich nicht geloest. Betriebsdruck fuer diesen Kessel ca. 2..3 bar.

Regards
Henry (Henner) - 18.12.18 01:33
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Heute mal etwas Off-Topic. Ich habe zu einem sehr guenstigen Preis ($5) einen amerikanischen Bohrerkasten bekommen. Das System, nach dem die Bohrer angeordnet sind, habe ich bis heute nicht verstanden:



Links sind Bohrer von 1/16" bis 1/2" mit 1/64" steigend angeordnet. Also 4/64" = 1/16", 5/64", dann 6/64" = 3/32", wobei natuerlich die gekuerzten Brueche angegeben sind. Fuer diese Brueche (Fractions) gibt es den Witz, dass 17/16 aller Amerikaner nicht bruchrechnen koennen Sehr glücklich .

Hinten sind die "Number-drills" von 1..60, wobei "1" der Groesste ist und "60" der Kleinste. Der Durchmesser ist zwar monoton fallend, aber nicht equidistant. Unter den Zahlen sind die Durchmesser in dezimalen inch angegeben, z.B. 0,140 fuer den Nr. 28 Bohrer. Rechts gibt es dann noch die Buchstabenbohrer von A..Z mit "Z" dem Groessten. Welchen Durchmesser die haben, muss man in einer Tabelle nachsehen. In einer amerikanischen Werkstatt kommt man ohne ein Tabellenwerk nicht aus. Auf meine Frage, warum dieses Kuddelmuddel, die Antwort: Ist einfach nicht so langweilig....
Allerdings finde ich immer wieder Bohrer, die einen guten Vorbohrer fuer (metrische) Reibahlen abgeben.
Regards
volkerS - 18.12.18 08:18
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,
interessanter Bohrerkasten (von der Anordnung). Aber 5$ für diese Menge, das kann doch nur Schrott sein, oder wie erklärt sich der Preis?
Gruß
Volker
Henry (Henner) - 18.12.18 16:03
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Volker,
der Kasten stammt von einer Werkstattaufloesung und ich musste einige Bohrer ergaenzen. Daher der Schnaeppchenpreis.
eXact Modellbau - 19.12.18 10:18
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin
Es gibt in den USA neben fractional- auch number- und letter-drills. Die Verwendung ergibt sich aus dem "Machinist Handbook", das dort jeder Zerspaner besitzt.

Bei den number drills steht aber die Größe in decimal darunter. Das sind Tausendstel Inch.

Das ist halt historisch begründet, und wird nur noch in den USA verwendet.
Henry (Henner) - 20.12.18 22:22
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Gestern habe ich den Kessel geloetet. Obwohl etwas ausser Uebung, gelang das recht gut. Der erste Test (Luft mit geringem Ueberdruck unter Wasser) hat keine Undichtigkeiten gezeigt. Ich nehme an, dass der Wasserdrucktest mit doppeltem Druck auch gelingt, zumal alle Loetstellen ordentlich aussehen:



Jetzt geht es an den Brenner. Es wird ein rohrfoermiger Schlitzbrenner werden, wie ich sie bei Betsy und Guinness verwendet habe.

@Larry: Hast Du meinen Beitrag ueber Bohrer genau gelesen und in meinem Profil nachgeschaut, wo ich seit ca. 20 Jahren lebe/arbeite Winke ?

Regards
folkwang - 21.12.18 12:31
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Zitat:
Fuer diese Brueche (Fractions) gibt es den Witz, dass 17/16 aller Amerikaner nicht bruchrechnen koennen

Das sind ja 106,25% - erstaunlich Sehr glücklich
Henry (Henner) - 28.12.18 02:32
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Der naechste Schritt war der Bau des Brenners. Ich habe mich mit den Dimensionen an die meiner frueheren Loks gehalten. Mal sehen, ob die Dampferzeugung aehnlich gut ist. Ich habe zunaechst ein 3D Modell "gebaut" und dann danach die Teile gefertigt. Es ist immer wieder spannend, wenn das fertige Produkt dem Modell aehnlich sieht:



Interessant war die Einbringung der Schlitze. Ich habe das auf meiner Sherline-Fraesmaschine gemacht. Da ich mir nicht sicher war, ob das Rohr auch zuverlaessig im Maschinenschraubstock gehalten wird - es war gerade zur Haelfte eingespannt - habe ich eine "hochprofessionelle" Niederhaltung verwendet; das eingeklemmte Stueck Holz zwischen dem Fraeskopf und dem Rohr. Aber Alles ging gut:



Jetzt kommen Duesenstock und Gasduese an die Reihe.
Regards
der Verrückte - 28.12.18 19:23
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin,
japp! Immer riskant, ein hohles Teil einzuspannen, ohne es zu zerdrücken.
Glückwunsch, dass alles gut gegangen ist.
Sieht gut aus. Auch wenn ich von Echtdampf fast Null praktische Erfahrung habe.
Man schaut gerne weiter zu.
Gruss, Ole Winke
Henry (Henner) - 01.01.19 19:52
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Ole,
danke fuer den Zuspruch. Ich glaube, irgendwann mal wird Dich auch der Echtdampfbazillus befallen.

Inzwischen habe ich den Brenner/Kessel mit einem Gastank meiner Betsy getestet und es hat auf Anhieb geklappt: Eine saubere blaue Flamme und keine komischen Geraeusche. Ich baue den Brenner so ein, dass die Flamme nach unten zeigt. Die Gasduese hat 0,2mm Durchmesser. Ich mache uebrigens die Duesen selbst. Dazu habe ich dieses feine Maschinchen:



Es ist eine Boley-Leinen von 1949 mit allem nur erdenklichen Zubehoer. Ein Freund hat sie aus dem Sperrmuell gerettet und mir geschenkt. Sie war fast ungebraucht. Mit zwei von Sherline erhaeltlichen Adaptern kann ich sogar Backenfutter und Spannzangen zwischen beiden Maschinen tauschen.
Hier das Bohren der 0,2mm Duese:



Das Geheimnis ist eine praezise Zentrierbohrung, moeglichst hohe Geschwindigkeit, eine Bohrtiefe von etwa 0,5mm und Zugabe von Schneidoel.

Jetzt wird im Bau erstmal eine Pause eintreten, da ich Kesselbefestigung, Lage von Gastank/Oeler/Regler festlegen und die Teile konstruieren muss. Als Gasregler werde ich den gleichen Typ verwenden, der sich bei meiner Guinness bewaehrt hat. Leider habe ich damals "Napkin-CAD" verwendet und die Skizzen nachher weggeworfen, sodass ich das Teil nochmals neu vermessen/zeichnen muss.

Ein Gutes Neues Jahr euch Allen,
eXact Modellbau - 02.01.19 08:35
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry

Gesundes neues Jahr!

Das Backenfutter solltest Du nur im Notfall benutzen. Die Spindellagerung wird es Dir danken. Wenn die Teile in die Spannzange passen, nimm lieber diese.
Dr.B - 02.01.19 08:50
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
......eine Boley-Leinen von 1949 mit allem nur erdenklichen Zubehoer. Ein Freund hat sie aus dem Sperrmuell gerettet und mir geschenkt. Sie war fast ungebraucht.

Hallo Henner,
das war Dein größter Glückstag, da hat Dein Freund es gut mit Dir gemeint.
Gratulation zum "auf Anhieb" funktionierenden Kessel. Bin auf Weiteres gespannt.
"Gutes Neues"
Reinhold
Henry (Henner) - 11.01.19 00:20
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Kleiner Zwischenbericht. Die Kesselauflagen wurden gefraest, am Chassis verschraubt und der Kessel unter Verwendung von Teflonstreifen zur Isolierung befestigt. Falls die Rauchkammer zu heiss wird, werde ich auf ein hitzefesteres Material zurueckgreifen. Aber bisher hat das mit dem Teflon immer geklappt:



Im Vordergrund die Anfaenge des Gastanks und das Gasventil. Der Tank bekommt noch einen Stehbolzen. Das Ventil habe ich diesmal so konstruiert, dass die Ventilnadel nicht aus Unaufmerksamkeit komplett herausgeschraubt werden kann (Ist mir mal passiert; ergibt einen tollen Flammenwerfer).

@Larry: Ihr lasst mir auch nichts durchgehen Winke . Das Bild mit der Drehbank ist nicht mehr aktuell, natuerlich bohre ich die Duesen in einer Spannzange. Dazu lasse ich zunaechst das Einschraubgewinde weg, um sauber spannen zu koennen und schneide es erst nach dem Bohren der Duese.

@Reinhold: Ich konnte damals vor Aufregung/Freude zwei Tage nicht schlafen, so hat mich die kleine Drehbank fasziniert.

Ebenfalls ein gutes Neues Jahr an Alle!

Regards
Henry (Henner) - 22.01.19 21:20
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
In den letzten beiden Wochen ist beim eigentlichen Bau nicht viel passiert, aber hinter den Kulissen tat sich einiges:
Dennis' Fraesmaschine hatte nach dem Tausch der Parallelkarte ploetzlich ein Eigenleben entwickelt, d.h. sie fuhr ploetzlich von selbst los, was einige Fraeser/Bohrer/Teile kostete. Ich habe ihm darauf hin mit einem Arduino eine Eingabe entwickelt, die ueber einen Taster und USB/Tastaturemulation das Start/Stop-Signal an die Fraesmaschine lieferte. Damit funktionierte wieder Alles bestens.
Ich hatte ausserdem das Glueck, mit zwei Herren in Kontakt zu kommen, die beide die Zahnradbahn gut kennen. Ich werde sogar Bilder bekommen. Vielleicht bekomme ich die Erlaubnis, sie hier einzustellen. Wenn ich mehr weiss, berichte ich davon.

Mit meinem Gastank tue ich mich etwas schwer. Ich hatte zwei Entwuerfe konstruiert, einen runden und einen quaderfoermigen Tank:



Obwohl der runde Tank eigentlich besser ist, werde ich die quaderfoermige Version bauen, da sie besser in den Rahmen passt. Aus 1,5mm Messing gefertigt und hartgeloetet, sollte der Tank auch dem Druck standhalten (Meine Guinness hat einen aehnlichen Tank).
Regards
Henry (Henner) - 02.02.19 04:15
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Die Gasversorgung mit Tank, Gasventil und Brennerduese ist fertig. Die Duese kann herausgenommen und gereinigt werden, indem die Ueberwurfmutter am Ventil geloest und der Duesenhalter gedreht wird. So weit ist alles dicht und fertig fuer ein Probeheizen (mit etwas Wasser im Kessel Sehr glücklich ):



Der Tank besteht aus zwei U-foermig gebogenen Messingstreifen aus 1/16" (1,6mm) Messing und ist hartgeloetet. Ganz ohne CNC diesmal Winke .
Als Naechstes kommt die Verrohrung des Frischdampfs. Ich muss noch etwas darueber nachdenken, wie ich Oeler/Regler anordne. Normalerweise wird der Oeler zwischen den Zylindern plaziert, aber bei dieser Lok kommt man an die Stelle nicht heran.
Henry (Henner) - 14.02.19 22:40
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Wieder ein Stueckchen weiter. Der Dampfverteiler war recht schwierig zu entwerfen. Bei der echten Lok sitzt der Regler im vorderen Dom, aber ich haette dort keinen Oeler mehr untergebracht. Jetzt sitzt Alles im Verteiler, auch der Regler, der an ein Rohr nach vorne angeschlossen wird. Dieses Dampfrohr ist mir eigentlich zu lang, aber die Accucraft Ruby hat ein noch laengeres Rohr und laeuft recht gut. Hier Design und Wirklichkeit:



und



Naechste Schritte: Regler/Oeler/Sicherheitsventil. Was heisst uebrigens "Dead Leg Lubricator" (Ein Oeler mit nur einem Anschluss) auf Deutsch?
Demnaechst werde ich Bilder vom Vorbild und einem hervorragenden Modell zeigen, das vor etwa 8 Jahren entstanden ist. Einwilligung der Autoren ist vorhanden.
Regards
Henry (Henner) - 27.02.19 02:14
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Ehe ich weitere Fortschritte an meiner Lok vorstelle, hier jetzt die versprochene Geschichte ueber das erste Modell, das von dieser Maschine gebaut wurde. Durch Suchen nach mehr Information ueber das Vorbild gelangte ich an die WEB-Seite des Bundes fuer Heimatpflege in Wasseralfingen:
http://www.aalen-tourismus.de/wasseralfingen-im-koenigreich-wuerttemberg.102753.255.htm
Ueber eine dort gefundene Adresse kam ich in Kontakt mit dem Vorsitzenden des Bundes Herrn Burkhard Michalsky. Herr Michalsky interessiert sich sehr fuer die Zahnradbahn und Modellbau. Unter anderem hat er ein Modell im Masstab 1:22,5 in seinem Museum, das vor einigen Jahren von Herrn Staemmele gebaut wurde. Herr Michalsky war so freundlich, ein Scan des Zuges fuer mich anzufertigen und die Lok von Herrn Staemmele zu photographieren. Beide Herren haben mir die Erlaubnis gegeben, die Bilder hier zu veroeffentlichen. Zunaechst das Bild der Vorbildlok mit den geschobenen Kipploren kurz vor Einfahrt in die Zahnstange:



Das Modell von Herrn Staemmele ist ohne Antrieb, aber mit funktionsfaehiger Gooch-Steuerung. Die Raeder sind modifizierte Teile von Regner und die Zahnstange hat den Modul 1. Herr Staemmele kannte zu diesem Zeitpunkt die LGB Zahnstange nicht. Hier also sein Modell:



Das Triebwerk mit den "Backenbremsen":

[url]

Das Innere des Fuehrerhauses:



und zum Schluss noch einer der Kippwagen:



Ich nehme an, dass die Erzbrocken auf dem Wagen aus der urspruenglichen Erzgrube stammen Grins .

Laut Herrn Staemmele scheint es sogar einen Personenwagen fuer innerbetriebliche Zwecke gegeben zu haben. Hier sein Modell:



Falls ihr mal in die Naehe von Aalen kommen solltet (auf dem Weg zum Haertsfeld?), kann der Zug im Heimatmuseum von Wasseralfingen (inzwischen ein Ortsteil von Aalen) bewundert werden.

Regards
giovanni - 27.02.19 10:24
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

denke bitte daran dass der Wasserstand beeinflusst werden könnte durch die versch. Anschlüsse. Schlimmstenfalls zieht es sogar Wasser mit in die Zylinder. Deshalb bevorzugen wir den Wasserstand allein anzubauen.

Hans
Schrauber - 27.02.19 11:06
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

in einem der früheren Beiträge hattest du gefragt:
Zitat:
Was heisst uebrigens "Dead Leg Lubricator" (Ein Oeler mit nur einem Anschluss) auf Deutsch?


Ich glaube, was meinst sind die sogenannten Verdrängungsöler?

Die waren eigentlich bei kleineren Echtdampfmodellen (Spur2 u.ä.) zumindest früher sehr üblich. Wahrscheinlich, weil in dieser Baugröße (außer bei Roland Völlig unschuldig lupe Respekt ) eine entsprechend funktionale Ölpumpe doch ein ziemliches Gefrickel gewesen wäre. Der Verdrängungsöler funktioniert da ja eher genial einfach.

Ansonsten bin ich natürlich ein (stiller) begeisterter Bewunderer euerer Werke. gut
eXact Modellbau - 27.02.19 11:10
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Moin
Interessant, dass die Kuppelachsen keine Gegengewichte haben.
Battli - 27.02.19 12:12
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Ich meine, die Geschwindigkeit der Massenverschiebung ist so gering, dass ein Ausgleich nicht notwendig ist. Der Zahnradantrieb ist mindestens doppelt so schnell, da ist die Masse heftiger in Bewegung, also Gegengewicht.
Meint
Battli
Henry (Henner) - 27.02.19 17:56
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
giovanni hat folgendes geschrieben::
Hallo Henry,

denke bitte daran dass der Wasserstand beeinflusst werden könnte durch die versch. Anschlüsse. Schlimmstenfalls zieht es sogar Wasser mit in die Zylinder. Deshalb bevorzugen wir den Wasserstand allein anzubauen.

Hans

Hallo Hans,
danke fuer den Hinweis. Hatte ich nicht bedacht. Wenn es so nicht klappt, kuerze ich den Verteiler und loete eine weitere Buchse in den Kessel.

@Tomas: Beide Oelertypen (ein- oder zwei Anschluesse) sind Verdraengungsoeler, siehe http://forums.mylargescale.com/18-live-steam/187-informative-threads-index.html. Im Englischen heissen sie Dead Leg und Passthrough. Offenbar gibt es im Deutschen da keinen spezielle Ausdruck.

Keine Kommentare zu Herrn Staemmeles Modell?
Regards
Major Tom - 03.03.19 11:20
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner & Hobbykollegen,

die Modelle von Herrn Stämmele sind feine Handwerksarbeiten und gefallen mir sehr gut.
Nicht nur die Lok sondern auch die Lore begeistert mich.

Jeder der Modelle dieser Güte baut , der weiß wieviel Arbeit darin steckt.
Danke für das Zeigen!

Bitte berichtet weiter,
THX

mfG,
Dieter
Henry (Henner) - 05.03.19 00:51
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Inzwischen habe ich die Kesselarmaturen fertiggestellt: Verteiler, Regler, Wasserstand, Sicherheitsventil und (Dead-Leg-)Oeler. Der Manometer ist aus England. Der Reglerhandgriff ist aus schwarzem Rosenholz.



Ich habe mal provisorische Anschluesse an die Zylinder gemacht, damit ich die Funktion testen kann. Falls - wie Hans befuerchtet - der Wasserstand durch den danebenliegenden Regler zu stark beeinflusst wird, werde ich den Verteiler kuerzen und eine gesonderte Buchse in den Kessel loeten. Mit dem Raendeln muss ich noch ueben Traurig .
volkerS - 05.03.19 10:35
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,
ich hätte eher Angst, dass ich das Wasserstandsglas beschädige oder mir daran die Finger verbrenne, wenn der Regler geschlossen wird.
Dass deine Rändelung so grob ist liegt eher an dem Werkzeug als an dir. Wenn beide Rändelungen mit dem gleichen Werkzeug hergestellt wurden war es wahrscheinlich ein 2-Rad Rändelwerkzeug. Versuch es mal mit einem 1-Rad Rändelwerkzeug, dafür gibt es auch Rautenformräder.
Volker
Dr.B - 05.03.19 12:30
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,
in meiner Lehrzeit hieß das noch kordeln, später kreuzrändeln. Hat bei mir nie richtig geklappt Verlegen
Der Wasserstand wird Dir warscheinlich Probleme machen, so wie Hans schon bemerkt hat. Übrigens, so einen Einbahnstraßenöler habe ich auch gerade verbaut, und er funktioniert, wieder erwarten, einwandfrei.
Alles Gute,
Reinhold
Henry (Henner) - 16.03.19 00:09
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Volker,
aus einer anderen Perspektive sieht man, dass zwischen dem Griff fuer den Regler und dem Wasserstand noch genuegend Platz ist.
Inzwischen arbeite ich mich weiter mit der Verrohrung nach vorne. Ein Problem war, dass ich im vorderen Dom das Wassereinfuellventil unterbringen wollte, gleichzeitig aber auch die Verzweigung der Frischdampfrohre zu den Zylindern. Dennis und ich haben je eine Loesung erarbeitet, wobei Dennis "gewonnen" hat. Allerdings erforderte seine Loesung den Einsatz seiner CNC-Fraese und ausserdem blieb fuer mich das ziemlich diffizile Hartloeten des winzigen (Deckel-)Teils uebrig. Diffizil deswegen, da die Wandstaerke nur etwa 0,5mm ist und man schnell mal die Schmelztemperatur des Messings ueberschreiten kann. Aber es hat alles geklappt dank Lupe und abgedunkeltem Zimmer. Hier das Design:



und die Wirklichkeit (noch unverputzt):



Das Einfuellventil ist auch schon fertig. Es hat eine Einschnuerung, damit ich die Verzweigung montieren kann. Morgen werden wir einen Test mit dem wassergefuellten Kessel und Druckluft machen, um zu sehen, ob das mit dem Wasserstandsglas funktioniert (Ich glaube inzwischen nicht mehr daran).
Danach geht es an die beiden Rohre (mit Verschraubung) zwischen "Donut" und Schieberkasten.
Regards
Henry (Henner) - 30.03.19 18:02
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Die Verrohrung fuer den Frischdampf ist fertig:



Auf dem Dom sitzt das Wassernachfuellventil und der Dampf wird in einem Ringkanal um das Ventil herumgeleitet. Alle Teile der Verrohrung sind hartgeloetet. Dies war ein ziemlich nervenaufreibendes Unterfangen, da das Lot alle Spalte fuellen musste, aber nicht in Gewinde, Dichtflaechen oder Rohre laufen durfte. Ich habe solche Flaechen entweder mit "Tipp-Ex" (in USA -> Wite-Out - kein Tippfehler, wirklich ohne "h") oder einem Bleistiftstrich (an den Rohrenden) abgedeckt. Ausserdem war es schwierig, die kleinen Teile - besonders das Messing - nicht zu ueberhitzen. Ein wichtiger Punkt dabei war, alle Bohrungen anzufasen, damit keine Grate den Fluss des Silberlots behindern. Die Rohre bekommen noch eine Isolation, auch damit sie etwas fuelliger werden.
Als Naechstes kommen die Abdampfrohre zwischen den Zylindern dran.
Ausserdem habe ich mich entschlossen, die Lok mit Fernsteuerung auszuruesten. Der Grund dafuer ist, dass dieses Gefaehrt keine - Anheizen/im Kreis fahren lassen/mit einer Flasche Bier im Liegestuhl beobachten - Lok ist, sondern relativ kurze Wege mit haeufigem Umsteuern zuruecklegt.
Regards
Henry (Henner) - 07.04.19 02:17
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Die Abdampfleitungen sind ebenfalls fertig. Ich wollte zunaechst zwei Rohre Y-foermig zusammenloeten, aber dann ging der Gaul mit mir durch und ich konstruierte eine "Rube Goldberg" (https://en.wikipedia.org/wiki/Rube_Goldberg) Loesung: Zwei Halbschalen mit eingefraester Halbrundnut, zwischen die die Rohre geklemmt werden. Die Wahrheit ist, wir wollten unseren neuen Halbrundfraeser und die Gravierfunktion des CAD-Programms ausprobieren. Es hat ganz gut geklappt:



Naechster Schritt: Einbau der Servos. Die Haltewinkel sind schon fertig und montiert. Jetzt fehlt noch das Uebertragungsgestaenge. Ob die Servos bei der Naehe zum Kessel lange mitspielen, wird sich zeigen. Aber sie haben ja nur $3 gekostet.

Regards
volkerS - 07.04.19 12:52
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,
klemmen die beiden Halbschalen die 3 Abdampfrohre nur und ist dann die Fläche dicht oder oder werden alle 5 Teile bei der Montage verlötet?
Volker
Henry (Henner) - 11.04.19 01:53
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Volker,
die Halbschalen klemmen nur, da ich das Ganze demontierbar halten will. Da der Druck im Abdampf sehr gering ist und Leckagen auch keinen grossen Schaden anrichten sollten, lasse ich das erstmal so. Falls es Probleme gibt, kann ich immer noch mit Permatex (https://www.permatex.com/products/gasketing/gasket-makers/permatex-sensor-safe-high-temp-rtv-silicone-gasket/) dichten. Dieses Material hat sich bei uns sehr bewaehrt.
Die Servos sind inzwischen montiert, das Betaetigungsgestaenge fehlt noch (der Kessel ist gerade nur lose aufgesetzt):



Der Bau wird jetzt allerdings bis zum Ende des Monats unterbrochen, da ich Besuch von meiner 7-jaehrigen Enkeltochter bekomme und wir zusammen mit ihren Eltern die Bay Area unsicher machen wollen. Unter anderem sind Besuche bei zwei Dampftreffen geplant.

Regards
Henry (Henner) - 04.05.19 04:50
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Mein Besuch ist (leider) wieder abgereist. Ich hatte viel Spass mit meiner Enkeltochter, die sich sogar fuer meine Modelle und meinen "Maschinenpark" interessierte:



Wir haben auch angefangen, einen Dinosaurier-Wagen fuer ihre Forney zu bauen. Aber jetzt geht es wieder mit der Zahnradlok weiter. Alle Funktionsteile sind fertig und eingebaut. Beide Servos sind angelinkt. Zur Zeit fertige ich noch einige Adapter, um beide Zylinder getrennt optimieren zu koennen. Danach wird Alles nochmal nachgestellt und dann kann ich das Modell unter Dampf testen!



Falls Alles klappt, geht es dann an die Detaillierung.
Regards
Henry (Henner) - 17.05.19 21:49
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt Traurig . Beim endgueltigen Einstellen fiel mir auf, dass die Steuerung fuer einen Zylinder "schlackerig" war. Es stellte sich heraus, dass sich einige Schrauben gelockert hatten. Offensichtlich hatte ich vergessen, sie beim Zusammenbau mit Loctite zu sichern. Deshalb habe ich die ganze Lok nochmal auseinandergenommen, um alle Gelenke zu pruefen. So sieht das nun aus:



Regards
giovanni - 18.05.19 09:59
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

ich begreife zwar nicht warum sich eine angezogene Schraube lösen soll aber wenn es sein muss dann vorsichtig und minimal. Was mir mehr auffällt sind die Billigservos. Ob du mit diesen glücklich wirst ? Jedenfalls hoffe ich auf gutes Gelingen.

Hans
Henry (Henner) - 18.05.19 19:36
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hans,
Ich hatte offenbar die Schrauben auf einer Seite nicht richtig festgezogen und ausserdem vergessen, sie mit Loctite zu sichern. Das wird jetzt nachgeholt. Die Servos sind provisorisch und stammen von einem anderen Projekt. Ich will erstmal sehen, wie warm sie in der Naehe des Kessels werden, ehe ich teurere Servos "verbrate". Bei $3/Stueck kann ich einen Ausfall verschmerzen.
Regards
Henry (Henner) - 30.05.19 04:29
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
So, alle Schrauben sind wieder fest und gesichert. Jetzt konnte ich die Steuerung endgueltig einstellen. Die Gooch-Steuerung ist relativ eklig zu optimieren, da die relative Stellung der Exzenter nicht nur das Timing beeinflusst, sondern auch Ueberdeckung und Voreilung. In gewisser Weise spielt auch der Vorwaertsexzenter in die Funktion des Rueckwaertsexzenters. Eine Heusingersteuerung ist da wesentlich einfacher, da die einzelnen Funktionen besser entkoppelt sind. Um mir die Arbeit zu erleichtern, haben wir Plexiglasabdeckungen fuer die Schieberkaesten mit dem Laser ausgeschnitten, um die Bewegung des Schiebers mitverfolgen zu koennen. Diese werden natuerlich nach dem Einstellen mit Luft wieder getauscht:



Ausserdem hatte ich mir Adapter gebaut, mit denen ich jeden Zylinder einzeln einstellen und dann die Funktion beider Zylinder ueberpruefen kann. Dabei bin ich so vorgegangen, dass jeder Zylinder moeglichst sauber alleine die "Schwungscheibe" bewegen kann.:



Links oben der Sender, rechts der Empfaenger, auf dem Tablett diverse Adapter zum Kompressor. Ich habe inzwischen eine Einstellung, bei der die Dampfmaschine - mit Luft - in beide Richtungen gut laeuft.
Inzwischen habe ich auch den Kessel das erste Mal angeheizt. An einigen Stellen musste ich Dichtungen nachziehen/austauschen. Die Gasduese scheint verstopft zu sein, da die Flamme etwas schwaechlich ist. Das Optimieren der Feuerung wird meine Beschaeftigung der naechsten Tage sein.
Regards
giovanni - 30.05.19 09:26
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Henry,

ein grosser Schritt weiter. Genau so ist mein Vorgehen auch. Läuft sie nämlich als Einzylinder ist anzunehmen dass sie auch als Zweizylinder gut läuft. Die Idee der Plexi-Deckel ist gut nur scheute ich den Aufwand. Aber trotzdem super. Ja so kleine komplexe Maschinen sind anspruchvoll. Aber die Mühe lohnt sich. Ich habe das erlebt mit meiner Brienzer-Lok. Wünsche dir weiterhin viel Erfolg.

Hans
Henry (Henner) - 04.06.19 00:52
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Die Gasduese aus meiner Resteschachtel war wohl nicht so gut. Ich habe deshalb 4 neue Duesen hergestellt (noch nicht verputzt). Eine Bohrung mit 2,7mm geht bis ca. 0,4mm vor die Stirnseite, damit der nervenaufreibende "Durchstich" mit dem 0,2mm Bohrer nur noch eine duenne Wand vor sich hat. Aber Alles ging gut, der Bohrer lebt noch:



Mal sehen, wie die Dampfentwicklung jetzt aussieht. Ich pruefe die Qualitaet der Duesen immer damit, dass ich sie von einer Entfernung zwischen 30 und 40mm auf eine Wasserflaeche blasen lasse. Wenn Alles richtig ist, entsteht eine kreisrunde Vertiefung auf dem Wasser, die zudem noch zentrisch zur Duese sein muss.

P.S. Mit der neuen Duese macht der Kessel jetzt kraeftig Dampf. Aber nun raecht sich meine Fehlkonstruktion mit dem Wasserstand. Ich habe eine schoene Dampfstrahlpumpe gebaut Traurig . Also muss ich den Verteiler abaendern und eine gesonderte Buchse fuer den Wasserstand herstellen/einloeten.
Regards
Henry (Henner) - 07.06.19 03:01
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Mein boo-boo mit dem Wasserstand ist repariert. Ich musste zum Glueck nur eine Buchse drehen/einloeten, ein Adapterstueck herstellen und den Verteiler kuerzen. Das Adapterstueck hat oben ein Halbrund:



Ich wollte urspruenglich einen Bolzen mit Gewinde drehen und dann den Halbrund auf der Fraesmaschine herstellen. Das hat aber nicht geklappt, da entweder die Einspannflaechen zu klein oder der Bolzen vom Fraeser in die falsche Richtung wieder aufgedreht werden wuerde. Ich habe dann so etwas aehnliches wie Steffel gemacht, naemlich einen "Handshaper", allerdings in radialer Richtung. Ich habe das Teil mit dem Bolzen in das Backenfutter gespannt und dann von Hand das Futter um 180° hin- und hergedreht und bei jedem Zyklus um etwa 0.2mm zugestellt. Nach ca. 20min hatte ich einen schoenen Halbrund.
Der Kessel ist jetzt wieder komplett bestueckt und fertig fuer den naechsten Dampftest. Wenn das erfolgreich ist, kommt der Test der kompletten Lok:



Regards
Kolbenfresser - 07.06.19 06:46
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry

Ist links vom Wasserstand der Öler?
Auf dem Bild kann ich jetzt nicht richtig erkennen wo du den WS angeschlossen hast. Ich sehe ja das es eng zu geht.

Gruß
Roland
Henry (Henner) - 07.06.19 20:01
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Roland,
hier die Lage des Oelers in der Dampfleitung direkt nach dem Regler:



Der Oeler hat mir ziemliche Kopfschmerzen bereitet. Eigentlich sollte der Regler im vorderen Dom sitzen, aber in der Lok ist vorne absolut kein Platz mehr fuer den Oeler. Deswegen der (faule) Kompromiss mit den beiden Aggregaten im Fuehrerhaus.
Regards
Kolbenfresser - 07.06.19 22:41
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry

Der Öler sitzt wirklich an einer gefährlichen Stelle.
Hast du schon überlegt, ihn vorne zwischen die Zylinder zu setzen?

gruß

Roland
Henry (Henner) - 07.06.19 23:29
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Kolbenfresser hat folgendes geschrieben::
Hallo Henry

Der Öler sitzt wirklich an einer gefährlichen Stelle.
Hast du schon überlegt, ihn vorne zwischen die Zylinder zu setzen?

gruß

Roland

Roland,
warum ist die Stelle Deiner Meinung nach "gefaehrlich"? Falls die Gefahr besteht, Oel in den Kessel zurueckzusaugen, passiert das auch, wenn der Oeler naeher an den Zylindern sitzt, da das Volumen der Dampfleitung sehr gering ist. Oder gibt es einen anderen Grund? Die Lage des Oelers zwischen den Zylindern waere auch mein bevorzugter Einbau gewesen (wie z.B. bei meiner Betsy), leider ist bei dieser Lok absolut kein Platz wegen der Umkehrstangen der Gooch-Steuerung. Ausserdem ist der Rahmen nach vorne bis zum Kessel geschlossen und die Frischdampfleitungen kommen von oben vom Dom. Im Dom wird ein Oeler nicht funktionieren, da er zu heiss wird. Wie gesagt, ich habe mit meinen Freunden lange diskutiert, wo ich Oeler/Regler unterbringen kann.
Regards
Henry (Henner) - 13.06.19 03:00
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Der erste Test unter Dampf war erfolgreich:
Testlauf ca. 10min bei 35°C Aussentemperatur
- Druck von ca. 30PSi (ca. 2bar) wird problemlos gehalten
- Alles dicht
- Rahmen wird nur lauwarm
- Servos werden ebenfalls kaum warm
- Der Rulon-Flachschieber scheint dicht zu sein.
- Reglerservo muss noch ein "Dach" bekommen, da der Oeler direkt darueber sitzt.
- Gastank wird durch die kurze Leitung zum Duesenstock gerade richtig gewaermt
- Die relativ lange Dampfleitung bereitet keine Probleme
- Der "Einbahnstrassenoeler" funktioniert
- Die Steuerung hat sich nicht "zerlegt"
- Ganz langsam und rueckwaerts habe ich noch nicht getestet.
Regards
Henry (Henner) - 15.06.19 23:57
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Gestern habe ich die Lok erfolgreich auf Rollen getestet und daraufhin beschlossen, ganz auf die Schnelle eine Zahnradstrecke zu bauen. Diese umgeht eine Adhaesionsstrecke, die wegen Baufaelligkeit einer Bruecke (Termiten!) stillgelegt werden musste. Die Erbauer haben ohne Ruecksicht die Ersatzstrecke ueber die unbenutzten Gleise gelegt. Die neue Strecke zweigt mit einer Kletterweiche aus der alten aus (siehe unten rechts):



Hier die Lok. Der Tender ist provisorisch und enthaelt die Fernsteuerung, die natuerlich spaeter im Fuehrerhaus verschwindet:



Hinter der Lok noch die stillgelegten Gleise.
Es gibt auch ein Video:
https://youtu.be/UCfgIR5gCZQ

Regards
Z13 - 16.06.19 00:09
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner,

ganz große Klasse, Bravo !! top top top top top

Freue mich auf die Fertigstellung.

Grüße
Manfred
Kellerbahner - 16.06.19 10:43
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry (Henner),

ich gehöre zwar nicht zur Echtdampffraktion schließe mich aber Manfred an.

Was Du in 15 Monaten geschafft hast ist beeindruckend …

… und sie fährt Ausruf

Was in einem Video eben am besten zum Ausdruck kommt, inklusive der Umgebungsbedingungen, und der dort ansässigen gefräßigen Bewohner Winke .


Weiterhin good luck and have fun, wünscht Dir der

Kellerbahner
master of OM - 16.06.19 11:40
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henry,

jetzt konntest Du nicht mehr abwarten... die Lok muß zum Gleistest Winke !

Ich verfolge Deine Projekte, schon die "Guinness" ist ein feinmechanischer leckerbissen,
mit großer Begeisterung. Da ich mich nicht mit Echtdampf beschäftige, beschränke
ich großteils auf mitlesen, meistens staunend Ausruf

Weiterhin gutes gelingen, und viel Spaß beim Modellbau Sehr glücklich

Schöne Grüße, Gerhard
Sandfluss - 16.06.19 18:34
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Hallo Henner

Ein Leckerbissen für einen Life Steam Zahnradbahner wie mich! Herzliche Gratulation zu Deiner Lok. Nun kann ich mir vorstellen, wie seinerzeit die Steinbruchbahn in Ostermundigen den Hang hinaufgekraxelt ist.

Freundliche Grüsse, Peter
Henry (Henner) - 17.06.19 05:01
Titel: Re: Zahnradlok Wasseralfingen
Guys,
vielen Dank fuer die ermunternden Worte.
@Manfred
Ich freue mich besonders ueber Deinen Zuspruch als jemand, der durch ein aehnliches Abenteuer mit schlussendlich hervorragendem Ergebnis gegangen ist.
@Kellerbahner
Danke fuer die Blumen, aber in unserer Gruppe bin ich der langsamste Erbauer. Mein Freund Bill Allen "haut" in einem ziemlich regelmaessigen Rhythmus von ca. 4 Monaten (!) solche atemberaubenden (Echtdampf-) Schoenheiten raus wie diese - "from scratch":



Da kann ich nur neidvoll zugucken...
@Gerhard
Ehe ich mit den Details anfange, wollte ich sehen, ob das Ding ueberhaupt laeuft (offenbar ja Sehr glücklich)
@Peter
Warte mal ab, bis mein Freund Dennis die Kippwagen gebaut hat.

Morgen werde ich nochmal einige Belastungstests machen und dann geht es an die "optischen" Dinge, bei denen ich dann nicht mehr so viel Ruecksicht auf Funktionalitaet legen muss.
P.S. Belastungstest: Die Steigung betraegt ca. 30% und die Lok zog eine Anhaengelast von ca. 1,4kg ohne Probleme. Mehr wollte ich der (Plastik-)Zahnstange nicht zumuten.
Regards

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