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Modellbautechniken - 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16


animus - 14.01.18 18:13
Titel: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo liebe Buntbahner,

Ich besitze seit längerem einen FDM-3D-Drucker. Die Druckqualität dieser Drucker (im unteren Preissegment) war bisher für den Modellbau eher nicht ausreichend. Seit einiger Zeit habe ich nun einen neuen 3D-Drucker mit deutlich besserer Qualität. Da dachte ich mir, warum nicht mal versuchen, eine Lokomotive für die Spur G anzufertigen?

- Als Vorbild wollte ich einen Akkuschlepper. Mit dem ASF-EL 16 fand ich direkt ein Vorbild, zu dem es sogar eine alte Broschüre inkl. "technischer Zeichnung" gab. (https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,4491952)


http://www.eisenbahndienstfahrzeuge.de/sammelsurium/asf/ASF20xxx/asf20xxx.htm

Dann mal "Flux" die Lok in Autodesk gezeichnet, Maßstab 1:23, Breite reduziert auf 1:29, um das kleine Lokchen an G-Spur anzupassen:

ASF EL 16 (Render) (animus)


Anschließend auf dem Drucker (Creality CR-10) in PLA ausgedruckt mit einer Schichtdicke von 0,15 mm. Die gesamte Druckzeit aller Teile betrug ca. 30 h.

IMG_5387 (animus)



Nun die erste Grundierung aufgebracht und eine Stellprobe mit einem Güterwagen:

IMG_5424 (animus)


Die Lok ist bewusst etwas schmaler als maßstäblich gedruckt, da die Schmalspurwagen (logischerweise) schmaler sind als Regelspurwagen. Die Lok sollte aber aber dazu passen und als kleiner Schlepper nicht breiter als die Wagen sein. Ich bin jedenfalls mit den Proportionen recht zufrieden.

Nach der Grundierung habe ich die Lok mit RAL 2000 (Gelborange) lackiert. Es hat etwa 5 Schichten gebraucht, um die Farbe deckend aufzutragen.

Nach der ersten Schicht:

IMG_5460 (animus)


Fertig lackiert, Trittstufen und Geländer angeklebt, Motor und Elektronik eingesetzt und siehe da: Sie bewegt sich doch!

IMG_5463 (animus)


Es fehlen noch die Fenstereinsätze und die Beschriftung.

Blick in die Elektronik. Für eine Spur G Lok ist es "drinnen" recht eng. Zur Beschwerung sind einige Stahlplatten eingeklebt.
IMG_5462 (animus)


Und noch ein weiteres Bild. Der Lack muss an einigen Stellen noch ausgebessert werden. Zusätzlich wird die Lok noch gealtert und einige Details ergänzt.

IMG_5465 (animus)


Ich denke, man kann mittlerweile mit einem Hobby-3D-Drucker durchaus komplette Modelle herstellen. Natürlich sollte man ein Vorbild wählen, das recht "einfach" zu drucken ist, das heißt nicht allzu viele kleine Details aufweist. Auch Nietenzähler werden eventuell nicht auf ihre Kosten kommen.

Achja: Die Datein finden sich auf:
https://www.thingiverse.com/thing:2735574

- Ich freue mich auf Kommentare!
rottenlok - 15.01.18 09:09
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Schade um die Arbeit, das Ding hat ja mit dem Vorbild gar nix mehr zu tun.

Gruß Thilo
animus - 15.01.18 09:37
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo,

störst du dich an der geschrumpften Breite? Ist halt ein Kompromiss.
Man kann natürlich einfach das Modell um den Faktor 29/23 breiter ausdrucken und hat Vorbild-Abmessungen.
Dann wäre das Modell allerdings breiter als die meisten (kleinen) LGB-Modelle.

Grüße
Floedo - 15.01.18 10:10
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Animus,

wenn Du Spaß am Bau des Fahrzeug hast, dann ist es OK. Allerdings hat Thilo Recht, dass der Charakter des Vorbilds irgendwie nicht so rüberkommt.

Ich finde die 3D-Drucktechnik sehr interessant und man kann sie gut beim Fahrzeugbau einsetzen, aber man sollte dies gut überlegt tun.

Du könntest z.B. das Dach aus einem Blechstück biegen, dann hast Du nicht dieses viel zu dick gedruckte Dach.

Gruß

Andreas
Jens - 15.01.18 12:47
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Animus

schönes Teil , aber auch ich muss Thilo und Andreas recht geben, beim Vorbild war der Akkuschlepper halt breiter.
Ich kenne allerdings nur die Regelspurvariante. Falls er aber im Schmalspurbereich eingesetzt worden ist , ist er bestimmt nicht schmaler gewesen.

meint jedenfalls

Jens
Schrauber - 15.01.18 13:11
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Jörg,

schön das Du uns an deinem Bauprojekt und Deinen damit verbundenen Erfahrungen im 3D-Druck teilhaben lässt.

Sorry, jetzt kommt das "aber" Winke

1. Sei Dir bitte bewußt, wo Du hier publizierst.
DIESES Forum befasst sich mit MASSSTÄBLICHEM SELBSTBAU.
dementsprechend können die Reaktionen ausfallen.

2. Was bitte ist gemeint mit :
Zitat:
warum nicht mal versuchen, eine Lokomotive für die Spur G anzufertigen?



3. Der im allgemeinen im LGB-Jargon weit verbreitete Irrglaube, es wäre ok, immer mal wieder ein Regelspurfahrzeug auf Schmalspur zu stellen, findet besonders hier wenig Anhänger. Nur um es mal sehr diplomatisch und behutsam auszudrücken.

4. Durch dieses Umspurprozedere und freimaßstäbliche Denken/ Umsetzen geht leider sehr viel vorbildgerechtes an dem ansonsten eigentlich sehr interessanten Fahrzeug verloren. Es wirkt sehr schnell spielzeughaft und erinnert auch irgendwie sonst an LGB. Wenn das Dein Plan, bzw. Ziel war, ok.
Andernfalls hätte deine Umsetzung noch etwas Potential Winke
Schon der oben erwähnte Tipp mit dem Blechdach klingt extrem sinnvoll/nützlich usw.
Evtl. solltest Du auch die Verwendung des unseligen, liebevoll "Flaschenöffner" genannten Augenschmauss noch einmal überdenken.
animus - 15.01.18 16:55
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo,

danke für eure Kommentare. Ich will gerne auf einige Punkte eingehen.

[quote="Schrauber"]
2. Was bitte ist gemeint mit :
Zitat:
warum nicht mal versuchen, eine Lokomotive für die Spur G anzufertigen?


Ganz einfach: Ich wollte probieren, ob ich mit dem 3D Drucker (+CAD-Software) eine (für mich) ansprechende Lok selbst herstellen kann.

Schrauber hat folgendes geschrieben::

4. Durch dieses Umspurprozedere und freimaßstäbliche Denken/ Umsetzen geht leider sehr viel vorbildgerechtes an dem ansonsten eigentlich sehr interessanten Fahrzeug verloren. Es wirkt sehr schnell spielzeughaft und erinnert auch irgendwie sonst an LGB. Wenn das Dein Plan, bzw. Ziel war, ok.
Andernfalls hätte deine Umsetzung noch etwas Potential Winke

Diesen Satz hätte ich vielleicht als ersten Satz in meinem 1. Beitrag schreiben sollen. Primär ging es mir darum, ein "Modell" zu erstellen, was zur restlichen (LGB-) Ausrüstung passt.
Wenn man streng maßstäblich bauen will, geht das mit einem Regelspurvorbild natürlich nicht.
Schrauber hat folgendes geschrieben::

Schon der oben erwähnte Tipp mit dem Blechdach klingt extrem sinnvoll/nützlich usw.

Interessant, dass ihr genau das ansprecht. Ich hatte mich bewusst dafür entschieden, das Dach "zu dick" zu machen. Und zwar deswegen, weil bei den sonstigen "Lehmann"-Modellen die Dächer und andere Teile meiner Meinung nach ebenfalls zu dick sind (s. Punkt 4).
Natürlich kann man stattdessen ein Blech nehmen. Man könnte auch das Dach mit 0,5 mm oder 1 mm Stärke 3D-Drucken.

Alles in allem war mein Plan nicht ein streng maßstäbliches Modell, sondern ein zu LGB-Produkten passendes "Bastelprodukt". Somit bin ich in diesem (Unter-) Forum vielleicht nicht ganz richtig?
Regalbahner - 15.01.18 17:43
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Animus,

da will ich doch auch noch meinen Senf dazu geben Winke

animus hat folgendes geschrieben::
Somit bin ich in diesem (Unter-) Forum vielleicht nicht ganz richtig?


Die Antwort ist ein klares Jein Cool

Wenn dein Beitrag unter Fahrzeugen stehen bleibt,
passt er nicht zu unseren Forumszielen.

Unter Modellbautechniken könnte ich ihn mir allerdings doch ganz
interessant vorstellen, vorausgesetzt du zeigst uns noch ein par Einzelheiten.
Bei den preiswerten Druckern (Würstchenlegern) ist ja die Oberfläche immer das Problem
und dein Gehäuse schaut doch recht gut aus.

Hier wären dann einige Detailaufnahmen des Druckrohlings
sicher hilfreich und natürlich auch noch, wie und womit du die Oberflächen
genau weiter bearbeitest hast.
Grundieren tun wir ja wohl alle Winke

Viele Grüße
Christoph
animus - 15.01.18 20:31
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Regalbahner hat folgendes geschrieben::

Hier wären dann einige Detailaufnahmen des Druckrohlings
sicher hilfreich und natürlich auch noch, wie und womit du die Oberflächen
genau weiter bearbeitest hast.


Da kann ich gerne noch Informationen nachreichen. Bilder kann ich leider erst in ca. 2 Wochen machen.
An Nacharbeit musste ich zum Glück nicht viel machen, mein "Würstchenleger" hat recht saubere Oberflächen geliefert. Da hat sich in den letzten Jahren viel getan, mein erster Drucker (RepRap Mendel, Selbstbau, 700 Euro Materialpreis) hat im Vergleich zu meinem neuen (Creality CR-10, China, ab ca. 300 Euro) schreckliche Oberflächen geliefert, die sich für Modellbau kaum eigneten.
Es gibt natürlich in Z-Richtung eine kleine Rest-Rauheit je nach Schichtdicke. Ich habe die vertikalen Flächen daher mit feinem Schleifpapier leicht abgeschliffen - Nach dem Lackieren sieht man dann von den Schichten nichts mehr.

Die "Überhänge", also z.B. die Oberkanten der Fenster, muss man etwas gründlicher nacharbeiten, da der Drucker die ersten Schichten "in der Luft" druckt und diese daher unsauberer werden. Mit ein bisschen Schleifpapier ist aber auch das kein Problem. Wenn man besonders formtreu arbeiten will kann man an solchen Stellen 0,1-0,2 mm "Opfermaterial" einfügen, dass man dann abschleift.

Spachteln o.ä. ist je nach Druckqualität beim Übergang von nach dem Druck zusammengesetzten Teilen notwendig (Da sich beim Abkühlen der Kunststoff leicht verzieht). Das sieht man bei mir an der Vorder- und Rückseite oberhalb des "Flaschenöffners" - dort ist im Modell eine Kante sichtbar, die es im Original so nicht gibt. Da ich die Puffer usw. direkt in die Frontplatte integriert habe konnte ich an dieser Stelle auch nur schlecht nacharbeiten - Etwas, was Ich fürs nächste Modell vielleicht bedenken sollte.
arne012 - 15.01.18 23:04
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Lieber Animus,
da kannst du schleifen, wie du willst, das Dach ist: NO GO!
Die Proportionen des Gehäuses sind lächerlich!
Du musst dich entscheiden: Spur G oder Modellbau
Spass oder Bunt, so sieht es aus!
Nix für ungut,
Arne
animus - 16.01.18 07:41
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo,

Ich denke ich habe klar gemacht, was ich bezwecken wollte. Ich habe auch beschrieben warum ich was am Vorbild geändert habe. Ich werde für den nächsten Bericht dann in ein anderes Forum gehen.

Grüße
uwer - 16.01.18 12:11
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Animus,

da hat dich der Blitz der Erkenntnis glücklicherweise sehr schnell getroffen.
In einem der anderen Foren bist Du sicherlich besser aufgehoben, da man dort den Wert deiner Arbeit und die Mühe, es mit den anderen zu teilen, mehr zu schätzen weis.

Ich hätte gerne mehr über dein Projekt erfahren, aber nach den hier zu lesenden Kommentaren ist dir sicherlich die Lust auf weitere Beiträge vergangen.

Gruß
Uwe
viereka - 16.01.18 13:09
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo,
nun ja... Ob er in einem der anderen Foren besser aufgehoben ist, ist fraglich. In einem zählt nur der Selbstbau, wenn man Kupfer nutzt, der Rest wird nicht großartig beachtet.
Eigentlich sollte ich mich ja hier nicht äußeren, bin schließlich als Nietenzähler verschrien, auch wenn ich die beim Zeichnen gezählten Niete des Vorbildes nicht immer exakt abbilde. Hinzu kommt noch der Begriff "G", der wie das Wort "stimmig" bei mir regelmäßig für sich kräuselnde Zehennägel sorgt.
Aber mich hat im ersten Beitrag die Ansage zu dem Wurstlegerdrucker interessiert. Ich mag die für den Modellbau nicht so sehr. Die Modelle sind oft genug noch gestreift. Nun, längs gestreift macht schlank aber bei den Modellen? Allerdings hat Animus geschrieben,dass er jetzt einen hochwertigeren "Wurstleger" nutzt und von einem solchen Drucker habe ich schon sehr gute annehmbare Drehgestellblenden gesehen, im Gegensatz zu Lokmodellen, die mit Bastelwurstlegern gefertigt wurden. Sein Drucker kann Nietnachbildungen! der kleineren Art.
Insofern finde ich diese Sache hier ausbaubar. Warum, wieso, weshalb der Lokerbauer das Dach so gemacht hat, warum die Breite nicht passt usw. hat er erklärt. Gut, muss man selber nicht nachmachen, aber ich denke eine Begründung ist doch in Ordnung, vielleicht wird das bei weiteren Modellen nicht so gemacht.
Aber die Diskussion ist auch wieder ein typisches Beispiel für die Lesekultur in Foren. Ich bin nicht davon überzeugt, dass arne alles gelesen hat, ansonsten hätte er sich seinen Dachbeitrag sparen können...das Thema wurde nämlich bereits behandelt und abgeklärt.
Und nachdem ich hier mal länger durch Abwesenheit glänzte, aber mitlas.
Ich bin überrascht, dass Schreiber sich negativ zum Modell äußeren, aber im Laufe der letzten Jahre selber nichts mehr gezeigt haben. Und ich denke daran, dass ich hier mal einen schweinchenroten T1 aus der BBF-Aktion gesehen habe, der sogar einen DB Keks hatte. Eigentlich auch ein absolutes "geht nicht " (heißt heute wohl "No go") aber der Erbauer hatte damals eine Erklärung dafür. Warum also kann man dann nicht die Erklärungen zu Dachstärke usw. selber auch akzeptieren.
In diesem Sinn:
Animus ( hast Du auch sowas wie einen Vornamen??) ...überzeuge mich (zeige uns), dass auch Wurstleger (die hochwertigen) gute Ergebnisse bringen können. Auch deshalb stimme ich dem Regalbahner zu. Wie gedruckt usw..
Man kann nur etwas lernen. Und vielleicht ergibt sich auch die Diskussion, dass 3-D-druck zwar super in Sachen Fertigungstechnologie ist, aber nicht unbedingt auf "Teufel komm raus" genutzt werden sollte. Manchmal frage ich mich schon, hat jemand die Gartenbahn als Hobby und braucht für die Realisierung seiner Wünsche den Drucker, oder ist die Gartenbahn Alibi dafür, dass man einen Drucker haben muss...

cu
Hans-Jürgen
Helmut Schmidt - 16.01.18 15:26
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Namenloser,

Zu mindestens hast du bewiesen, dass du Konstruieren und Drucken kannst.
Damit hast du schon mehr bewiesen wie mancher viel schreibender Buntbahner hier.

Jetzt sind wie alle nicht als Finescaler auf die Welt gekommen und ich im Übrigen auch nicht.

Die Frage ist doch einfach nur möchtest du Selbstbau betreiben und dich selbst dabei verbessern? Da kannst du hier im Forum sicher gute Anregungen und konstruktive Kritik erhalten.

Wenn du hier länger mitgelesen hast wirst du vielleicht festgestellt haben, dass es auf herausragende Leistung wenig oder besser gesagt, gar keine Resonanz gibt.

Es wurde auch festgestellt, dass zu Mindest- dein Druckergebnis sehr interessant ist.

Du könntest mit deinen Mitteln somit auch maßstäblichen Modellbau betreiben und damit mehr erreichen, wie mancher Buntbahner hier, denke doch bitte einmal darüber nach ob das nicht auch eine Variante für dich wäre.
Flachschieber - 16.01.18 18:45
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo zusammen,

ich find das gezeigte OK. Masstab hin oder her. Es zeigt das man mit der neuesten Generation von "Homedruckern" doch ganz gute Modelle bauen kann. Die Privatbahn im Garten könnte doch soch einen Sonderakkuschlepper in Auftrag gegeben haben. Winke

Etwas als NoGo zu verurteilen find ich übertrieben. Finde den Bericht für mich sehr informativ.

Beste Grüße,

Marco
furkabahn - 16.01.18 20:45
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo zusammen,

ich kann mich da nur anschließen, das was gebaut wird ist grausam, aber das wie ist sehr interessant. Wenn es um die Vorstellung des Modells geht ist der namenlose Kollege hier komplett falsch, aber für die Vorstellung der Technik der Umsetzung ist er hier sehr richtig. Und das Dach ist ein sehr schönes Beispiel was mit dem Drucker eben nicht geht, auch daraus kann man Erkenntnisse ziehen.

Aber auch die Plazierung des Beitrags im Fahrzeugforum weckt zu Recht nicht zu erfüllende Erwartungen, eventuell wäre das Gezeigte in Modellbautechniken besser aufgehoben.

Viele Grüße
Joachim
Regalbahner - 16.01.18 21:41
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Joachim,

furkabahn hat folgendes geschrieben::
Aber auch die Plazierung des Beitrags im Fahrzeugforum weckt zu Recht nicht zu erfüllende Erwartungen, eventuell wäre das Gezeigte in Modellbautechniken besser aufgehoben.


ich nehme das jetzt einfach mal als Stichwort und verschiebe
das Ganze auf die Modellbautechniken.
Alles Weitere werden wir sehen - hoffentlich Winke

Viele Grüße
Christoph
animus - 16.01.18 21:50
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Hans-Jürgen, Helmut, Marco, Uwe, die zahlreichen PN-Versender,

anscheinend habe ich da unbeabsichtigt und unbedarft einen "wunden Punkt" getroffen. Ich habe jetzt von der Bewertung "genial" bis "grausam" so ziemlich alles gehört.

Zumindest scheinen Einige interessiert am Fortschritt zu sein, daher werde ich in diesem Thema in den nächsten Wochen noch die letzten Schritte bis zur Fertigstellung dokumentieren und soweit es mir möglich ist auf die Details beim Drucken eingehen. Ich freue mich, dass es doch einige gab, die hier im Forum oder per PN ihr Interesse am Projekt mitgeteilt haben.

Wie ich schon geschrieben habe, ist dies mein erstes Modell und natürlich lernt man bei jedem Schritt dazu (Einiges wurde ja schon angesprochen). Genau dieser Erfahrungsaustausch ist ja der Grund, warum ich das, was ich gemacht habe, mit euch teilen wollte.

Die Techniken zu perfektionieren und Irgendwann mal ein Modell herzustellen, das möglichst nah ans Vorbild kommt reizt mich natürlich, falls ich so ein Projekt angehe, weiß ich jetzt zumindest wo ich es veröffentlichen kann Winke

Grüße

- mein Name ist übrigens Toni
viereka - 16.01.18 22:35
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Tobi,

vor einiger Zeit hatten wir eine ähnliche Diskussion in einem anderen Forum. Damals haben wir den Druckerbesitzer gefragt, was er als kleinstmögliches Detail ausdrucken können. Eine Antwort ist er uns schuldig geblieben.
Um konkret zu werden.
Nietnachbildung:
1 mm Kopfdurchmesser 0,5 mm hoch ??
0,8 mm Kopfdurchmesser 0,4 mm hoch ??
Würde das Dein Drucker bringen und die Niete sauber auf die Flächen setzen?
Wie groß sind die Niete bei Deinem Fahrzeug ?
cu
Hans-Jürgen
Maestrale5 - 17.01.18 08:08
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Moin Hans-Jürgen,

das mit den druckbaren Detailgrößen hängt nicht nur von der Druckermechanik und -elektronik ab, sonder auch vom Programm, das die STL Datei erzeugt und wie sich der Export beeinflussen lässt.
Der nächste Punkt ist das Material. Martin erwähnte, dass er ein neues ABS Material verwendet, das noch mal bessere Oberflächen möglich macht.
Was mein Makerbot Replicator 2 (mit beheiztem Dauerdruckbett MTplus) für feine Detail mit PLA von German RepRap herstellen kann hast Du ja schon bei den Lüftergittern für verschiedene Triebwagen gesehen. Vielleicht kannst Du ja mal ein Bild vom verbauten und farbbehandelten Bauteil einstellen.
Einen weiteren Einfluss hat das Programm, dass die 3D Daten in Druckerbefehle umsetzt. Hier mache ich sehr gute Erfahrungen mit SIMPLIFY3D.

Grüße
Georg
viereka - 17.01.18 08:58
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Georg,
Ich habe immer noch ein Problem mit meiner Denkweise.
Wenn ich einen 0,5 mm hohen halbrunden Nietkopf drucken möchte, dann geht das doch mit einer Druckerauflösung (Schichthöhe) mit z.B. 0,1 mm recht schlecht. Es sind 5 Schichten, die aber auch noch an den Enden abgerundet sein müßten. Ich denke, mein STL Programm kann es nicht sein, das liefert ja auch noch Strukturen von 0,3 und kleiner, die die Stereolithografie dann druckt.
Interessant für mich, dass dieses Konvertierungsprogramm auch eine Rolle spielt, aber ich denke bestimmte technische Begrenzungen kann das Konvertierungsprogramm auch nicht ausgleichen. Allerdings wird dieses Programm bei den 100 Euro Basteldruckern wohl auch nur ne Bastelversion sein.
Ansonsten schreibst Du:

Zitat:
hast Du ja schon bei den Lüftergittern für verschiedene Triebwagen gesehen. Vielleicht kannst Du ja mal ein Bild vom verbauten und farbbehandelten Bauteil einstellen


Das ist schon viel schwieriger, als das Bauteil zu drucken....so gut wie alle liegen nämlich in Schubladen und beginnen sich vielleicht schon zu zersetzen...
Blöderweise habe ich das Bauteil nicht fotografiert.

cu
Hans-Jürgen

Nachtrag:
Ich habe in den Tiefen eines weiteren Modellbauforums noch ein Bild gefunden

L_ftungsgitter (viereka)
Teilmaße 26 x 7,9 mm

Das ist sowas von super geworden, aber ich denke Du stimmst mir zu, dass der Drucker bei dem Lüfter für den Langeooger Triebwagen schon leichte Probleme hatte.
Dort war das Maß 18 x 9 mm und die Fläche war in 4 Abschnitte unterteilt, auf denen jeweils 3 Lamellen waren.
animus - 17.01.18 09:40
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Hans-Jürgen,

die Nieten am Modell sind als Halbkugeln geformt mit einem Durchmesser von 0,8 mm und eine Höhe von 0,4 mm. Das hat, wie man sieht, ganz gut funktioniert.
(Wie geschrieben - Detailbilder folgen erst in 1,5 Wochen).




Die von dir angefragten Maße sind größer und sollten daher kein Problem sein.

Wichtig: Die Nieten sind an einer fast vertikalen Wand gedruckt. Bei einer Schichtstärke von 0,1 mm hat man also die Nieten in 8 einzelne Schichten aufgelöst.
Wenn man stattdessen die Nieten horizontal drucken würde, besteht dann die Niete nur aus 4 oder 5 Schichten. Die Rundung wird nicht so gut wiedergeben, da der oberste einzelne Punkt, den die Düse setzten kann, dem Düsendurchmesser (bei mir 0,4mm - es gibt auch dünnere) entspricht.

-> Kurzum: Nieten: 0,8mm Durchmesser funktioniert mit dem CR-10. Am besten vertikal drucken.
Maestrale5 - 17.01.18 09:42
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Hans-Jürgen,

0,5 mm wären bei einer Schichthöhe von 0,1 mm 5 Schichten. Die Kanten jeder Schicht sind sowieso nach oben etwas abgerundet. Das gibt die Physik nicht anders her. Bei dem T44 Lüfter hätten die Nieten Maßstäblich 0,4 mm Durchmesser haben sollen und wären dann 0,4 mm hoch gewesen. Außerdem hatte ich damals noch nicht SIMPLIFY3D und konnte mit dem Materialrückzug noch nicht so spielen, wie das jetzt möglich ist.
Für so feine Details wäre auch ein zweiter Druckkopf mit feinerer Düse z.B. 0,2 mm anstatt 0,4 mm Hilfreich. Auch bei diesen Werten sieht man wo uns die Physik begrenzt.
Schon auf mittelguten Vorbildfotos kann ich die Kanten der Nieten nicht erkennen. Beim Ausdruck braucht es dann schon ein Makroobjektiv, um die Detail so Scharf darzustellen, dass man da noch die 0,5 mm hohen und 1 mm durchmessenden Nieten erkennt, wenn da auch noch etwas Farbe drauf ist.
Nächste Woche habe ich mir fest vorgenommen den Vorbau meiner V20 Spur 2 Lok zu lackieren. Dann mach ich mal ein Foto solcher Nietdrucke.

Einen Punkt hatte ich noch vergessen. Das funktioniert bei so kleinen Details nur, wenn das Bauteil flach auf dem Druckbett liegt und die Nietköpfe in Z-Richtung zeigen.

Grüße
Georg
viereka - 17.01.18 11:24
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo
@Georg,
das mag ja sein, dass man die Abgrenzung der Nietköpfe nicht sieht, aber wir wollen doch jetzt nicht in Gummibahnermanier verfallen nach dem Motto:
"Aus einer gewissen Entfernung sehe ich sowieso keine Details mehr, also können die gleich weggelassen werden ".
Theoretisch könnte man dann ganze Modelle weglassen, da man aus 3km Entfernung die auch nicht mehr sieht. Verlegen Verlegen

@Beide
Ich danke Euch für Eure Erläuterungen. Das mit der Berücksichtigung der Druckrichtung und der daraus entstehenden Qualität fand ich besonders interessant.
@Toni
Mal theoretisch: Bei welcher Nietgröße würde dein Drucker (jetzt) passen und wieweit könntest Du unter Umständen noch runter gehen wenn die Düse noch kleiner wird ? (Ich hoffe ich habe das richtig kapiert). Georg könnte mit 0,2 mm Düse, ging da auch noch weniger ?

cu
Hans-Jürgen
Lupo60 - 17.01.18 12:10
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
viereka hat folgendes geschrieben::
Hallo Tobi,

vor einiger Zeit hatten wir eine ähnliche Diskussion in einem anderen Forum. Damals haben wir den Druckerbesitzer gefragt, was er als kleinstmögliches Detail ausdrucken können. Eine Antwort ist er uns schuldig geblieben.
Um konkret zu werden.
Nietnachbildung:
1 mm Kopfdurchmesser 0,5 mm hoch ??
0,8 mm Kopfdurchmesser 0,4 mm hoch ??
Würde das Dein Drucker bringen und die Niete sauber auf die Flächen setzen?
Wie groß sind die Niete bei Deinem Fahrzeug ?
cu
Hans-Jürgen


Hallo Hans-Jürgen,

vielleicht kann ich Animus' Antwort noch ein bisschen ergänzen. Ich konstruiere und baue gerade eine 23m-Einheitsdrehscheibe, allerdings in Spur N. Und habe auch schon recht erfolgversprechende Versuche mit Speichenrädern für einen sächsischen Rollwagen gemacht. Da kommen mir die Abmessungen, die Du genannt hast, eher recht grob vor.

Nach meiner bisherigen Erfahrung ist es, wenn die Teile ein Relief haben, am günstigsten, dieses horizontal zu drucken. So ist es kein Problem, mit einer 0,25 er Düse einen Fensterrahmen mit quadratischem Sprossenquerschnitt 0,3 mm liegend zu drucken (3 Schichten à 0,1 mm). Senkrecht stehend kann man das getrost vergessen.

Ich persönlich bin damit absolut zufrieden. 0,3 mm in Spur N entsprechen knapp 5 cm. Feiner kriege ich's auch mit Ätzen nicht hin und Faller & Co. liefern auch nichts besseres.

Die von Dir angefragten Nietgrößen wären somit per se kein Problem. Aaaaber: Der Drucker baut natürlich "Treppchen". Er hätte bei der 0,5 mm hohen Niete genau 5 Schichten, um den halbkreisförmigen Kopfquerschnitt nachzubilden. Ich könnte mit meinem Drucker jetzt runter auf 0,04 mm Schichtdicke und käme dann auf 12 Schichten. Und hätte vielleicht berechtigten Anlass zur Hoffnung, dass sich das dann mit dem Anstrich zu einer runden Form verkleistert. Habe ich noch nicht probiert - es gibt in meiner Modellwelt wenige Nietköpfe mit 160 mm Durchmesser ... Lachend

Einen Vorteil bietet dieses Verfahren, liegende Reliefs zu drucken noch: Der Schichtaufbau bleibt unsichtbar.

Daher meine Frage an animus: Hast Du Dein Vehikel eiegntlich tatsächlich an einem Stück gedruckt oder besteht es aus zusammengebauten, ebenen Teilen? Ich finde es drucktechnisch sehr gelungen!

Viele Grüße,
Wolfgang
viereka - 17.01.18 12:46
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Wolfgang,
Frage
0,25 er Düse und Du willst damit 3 Schichten mit je 0,1 mm drucken. Kommt aus der 0,25 mm Düse nicht ein "Strang" mit 0,25 mm Durchmesser raus? Wie ergibt sich dann eine Schicht mit 0,1 mm Höhe ?

Und wenn Du auf 0,04 mm Schichtstärke runter gehen könntest, dann beeindruckt mich das schon. Aber das ist dann sicher kein Billig-Bastel-Drucker mehr, oder ?

cu
Hans-Jürgen
Maestrale5 - 17.01.18 13:03
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Hans-Jürgen,

die Schichtdicke ist immer in Z-Richtung. Man kann auch mit einer 0,4 mm Düse 0,2 mm breite Stränge 0,1 mm hoch drucken. Die Druckhöhe wird von der Tischspindel eingestellt. Je nach Genauigkeit der Spindel, der Steigung und der Anzahl der Schritte des Schrittmotors pro Umdrehung kann man eben 0,05; 0,1 oder z.B. 0,2 mm Schichthöhen drucken.
Je höher die Schicht, desto mehr Material muss durch die Düse gepresst werden bzw. die X- und Y-Bewegungsgeschwindigkeit reduziert werden. Hier gibt es eben wie beim Fräsen physikalische Faktoren, die ein besseres oder schlechteres Ergebnis zeigen.
Bei immer geringeren Schichthöhen muss man dann auch noch den Faktor Zeit berücksichtigen.

Grüße
Georg
animus - 17.01.18 13:11
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
viereka hat folgendes geschrieben::
Hallo Wolfgang,
Frage
0,25 er Düse und Du willst damit 3 Schichten mit je 0,1 mm drucken. Kommt aus der 0,25 mm Düse nicht ein "Strang" mit 0,25 mm Durchmesser raus? Wie ergibt sich dann eine Schicht mit 0,1 mm Höhe ?

Und wenn Du auf 0,04 mm Schichtstärke runter gehen könntest, dann beeindruckt mich das schon. Aber das ist dann sicher kein Billig-Bastel-Drucker mehr, oder ?

Vielleicht kann ich da einspringen:
Die Breite des Druckfadens wird durch die Düse bestimmt. Die Höhe dadurch, wie hoch über dem Druckbett bzw. den bereits gedruckten Schichten der Druckkopf positioniert wird. Der Druckkopf "legt" also streng genommen keine Wurst hin sonst "presst" in etwa ein Rechteck (mit mehr oder weniger) stark abgerundeten Ecken auf das Druckbett bzw. bereits gedruckte.

Tatsächlich beträgt die minimale empfohlene Schichthöhe für meinen CR-10 für 290 Euro 0,04 mm, probiert habe ich das allerdings noch nicht.

zur anderen Frage: Das Modell besteht aus 3 Hauptteilen (Dach, oberes Gehäuse, unterer Teil, s. Link bei thingiverse) - Die Wände sind daher zum großen Teil senkrecht gedruckt.

Zur Nietengröße: Das käme mal auf einen Versuch an. Ich könnte am Wochenende mal einen Versuche starten, bei dem ich Nietenköpfe von 0,4mm-0,8mm Durchmesser vertikal und horizontal drucke. Mal sehen was besser gelingt.

Grüße
viereka - 17.01.18 13:46
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Ihr Drucker,
wieder etwas gelernt. Danke für die Erklärungen.
Vielleicht werde ich ja auch noch Fan von diesen Druckern Geschockt Geschockt bzw. lasse meine Modelle verstärkter mit diesem Druckverfahren machen.


Wäre beim Nietversuch ein Test von 0,3 bis 0,5 mm drin ???
Sehr glücklich Sehr glücklich

cu
Hans-Jürgen
Helmut Schmidt - 17.01.18 14:00
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Toni,

vielen Dank für das Zeigen und wenn du schon einen Test machst, gäbe es auch die Möglichkeit Wandstärken mit zu testen?
animus - 17.01.18 14:00
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
viereka hat folgendes geschrieben::

Wäre beim Nietversuch ein Test von 0,3 bis 0,5 mm drin ???
Sehr glücklich Sehr glücklich


Da ich nur eine 0,4mm-Düse besitze, kann ich horzontal keine kleineren Details als 0,4 mm drucken, an einer vertikalen Wand kann ich ja einfach mal bei 0,2 mm beginnen .... Mal sehen was der Drucker tut, viel mehr als ein kleiner Knubbel ist das dann halt auch nicht Winke
Lupo60 - 17.01.18 14:11
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
viereka hat folgendes geschrieben::
Hallo Wolfgang,
Frage
0,25 er Düse und Du willst damit 3 Schichten mit je 0,1 mm drucken. Kommt aus der 0,25 mm Düse nicht ein "Strang" mit 0,25 mm Durchmesser raus? Wie ergibt sich dann eine Schicht mit 0,1 mm Höhe ?

Und wenn Du auf 0,04 mm Schichtstärke runter gehen könntest, dann beeindruckt mich das schon. Aber das ist dann sicher kein Billig-Bastel-Drucker mehr, oder ?

cu
Hans-Jürgen


Hallo Hans-Jürgen,

ist so, wie meine Vorredner sagen: das "Würstchen" wird mit der Düse noch auf die Unterlage oder die vorige Schicht draufgebügelt. Deswegen wird die Schicht auch relativ glatt, dafür krieg ich mit der 0,25er Düse aber auch nicht feiner hin als 0,3 mm Würstchenbreite.

Ich vermute sehr stark, bin aber der Software noch nicht auf die Schliche gekommen, dass auch der Materialnachschub durch die Slicing-Software (Cura) entsprechend reguliert wird. Ich schau mal, dass ich in den nächsten Tagen ein paar Bilder mache und einstelle.

Der Drucker selbst ist ein Ultimaker 2+, den ich mir letztes Jahr zugelegt habe. Nicht mehr die ganz unterste Bastelkategorie, aber ich denke, noch verkraftbar. Klar, es gibt Drucker für 1/6 des Preises, aber wenn ich damit nichts für meinen Bedarf drucken kann, kann ich mir auch dieses Geld sparen.

Mein Hobbysparschwein humpelt zwar noch ein bisschen und hat noch ein paar Narben, aber die verblassen nun langsam auch. Es wurde neulich sogar schon wieder bei einem ersten Ausflug in einem Modellbahnladen gesehen Lachend

Schöne Grüße,
Wolfgang
viereka - 17.01.18 14:43
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Wolfgang,
Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass der Strang, der aus der Düse kommt voll auf die vorherige Schicht aufgelegt wird. Dass durch geringe Höhenunterschiede der Strang plattgedrückt wird ist mir nicht in den Sinn gekommen. Über die Rundungen an den Enden muss man bei kleinen Druckhöhen nicht reden.
Mich interessieren Deine Beispiele deshalb, weil ich unbedingt für H0 noch einen EDK 6 haben möchte. Mit Stereolithografie würden die Feinheiten sehr gut rauskommen, aber ich traue dem Material nicht soviel zu (Nachdem ich sogar große Gartenbahntriebwagenköpfe aus dem Material zerbrochen habe...).
ABS würde mir dafür gefallen, aber das was ich bisher in Foren von diesen Druckern gesehen habe (oder was man mir mal als Probe gedruckt hat) konnte mich noch nicht überzeugen.

Und wenn ich so etwas hier https://shop.hermann3d.de/product_info.php?info=p35_stromabnehmerhaube-mit-antenne-set.html von einem Hersteller sehe, dann graust es mich etwas...
Allerdings habe ich eben auch schon feine Drehgestellblenden gesehen...mit dieser hier besprochenen Druckerart. (allerdings eben der höheren Preisklasse)
cu
Hans-Jürgen

PS
ich wünsche Deinem Hobbysparschwein wieder gute Besserung Sehr glücklich
Sandbahner - 17.01.18 17:49
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Druckerfans und alle die es werden wollen Winke
Nach mittlerweile fast 2 Jahren 3D Druckerei (und ca 5 Jahre Shapewayskunde) konnte ich mit verschiedenen Würstchenlegern diverse Erfahrungen sammeln.
Selbst mit Chinabilligdruckern, die man natürlich entsprechend "aufmotzen" muß oder kann, lassen sich zumindest in größeren Maßstäben ( bei mir zB 1:13,3) ganz passable Ergebnisse erzielen.
Man sollte aber nicht vergessen, einfach eine Lok drucken, Räder drunter und ab auf's Gleis, sind reine Wunschvorstellungen.
Auch bei 3D Druckmodellen ist Nacharbeit angesagt.

Hier als Beispiel einige Weichenstellhebel und eine Stockwinde.
Die Druckteile wurden mit Glasfaserradierer, Aceton und Sandpapier bearbeitet.
Anschließend mit Primer behandelt (Ich drucke nur ABS und die Behandlung mit Primer verbessert die Oberflächenqualität ohne die Details allzusehr in Mitleidenschaft zu ziehen)
Nach der Grundierung mit Zinkspray kam Raischähbrüh zum Einsatz.
Eine andere Anwendung für 3D Druck ist der Bau von Getrieben.

Hier zum Beispiel der Blindwellenantrieb für eine NS2f oder

für eine NS1a.
Natürlich lassen sich auch ganze Loks drucken, nach meinen Erfahrungen am Besten in Einzelteile zerlegt, um optimale Druckergebnisse zu erzielen.

Hier eine Diema DL6 nach der Oberflächenbehandlung mit Primer.

fertig zum Grundieren.
(Habe mal die große Bildauflösung gewählt, ich habe ja nichts zu verstecken)

Die (fast) fertige Lok.
Eine weitere Einsatzmöglichkeit für 3D Drucker bietet sich bei Modellen in Mischbauweise:

Die Rahmenteile der HF Unterwagen sind gefräst, die Zurüstteile gedruckt.

Es ist mir schon klar, daß man damit keinen Superdupernietenzählendensupermodellbauer hinter dem Ofen hervor locken kann, man hat aber immer noch die Möglichkeit, sich zu verbessern Winke
Meiner Meinung steht der Einsatz von 3D Druckern im Modellbaubereich erst am Anfang.
..und es macht unheimlich Spaß, wenn aus der Theorie (CAD Zeichnung) Praxis (Druckteil) wird.

MfG

Ronald
animus - 21.01.18 17:17
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo zusammen,

ich hatte ja versprochen einen "Nietennachbildungstest" anzufertigen.

Das ist mein erstelltes Test-Model https://www.thingiverse.com/thing:2764348

Darin habe ich Nietenköpfe in der horizontalen (1; 0,8 ; 0,7 ; 0,6 ; 0,5; 0,4) mm und in der vertikalen (0,2 ; 0,3 ; 0,4 ; 0,5 ; 0,6 ; 0,7 ; 0,8 ; 1 mm).

Zunächst einmal musste ich feststellen dass die 3D-Drucksoftware Cura aufgrund meines Düsendurchmessers von 0,4 mm die Nieten <0,5 mm "verschluckt" (Im Bild sind die "Würste", die vom Drucker gelegt werden soll, dargestellt):



Als Schichthöhe für den Druck habe ich 40µm (0,04 mm) eingestellt. Das war mein erster Test mit dieser Schichthöhe und es gut funktioniert. Die Druckzeit betrug etwas über 1 h.

Hier die Bilder vom Ausdruck (die kleinen Nieten sind sehr schwierig zu fotografieren ohne Makro-Objektiv).





Ich habe das Bauteil nochmal gedreht, damit man die horizontal gedruckten Nieten sieht:



Mein Fazit: meiner Meinung nach sind die Nieten vertikal gedruckt tatsächlich sauberer geworden. Wenn man kleinere Nieten als 0,6 mm Durchmesser (1,5 facher Düsendurchmesser) drucken will, sollte man sich eine kleinere Düse kaufen ... oder das Bauteil mit Lasersintern oder ähnlichem herstellen lassen.
viereka - 21.01.18 17:51
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Animus,

Danke für den Test. Zunächst erstmal finde ich es toll, dass Du wie versprochen den Test gemacht hast. Das ist heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich wenn ich daran denke, was in Foren so geschrieben und versprochen (und dann nicht gehalten) wird.
Klar ist auch, dass diese gedruckten Bauteile sich immer recht schlecht fotografieren lassen. Aber ich meine das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Eine Schichthöhe von 0,04 mm ist schon super, aber eben auch die dann benötigte Zeit.
Ich denke die Möglichkeit solch kleiner Schichtstärke ist auch Deinem höherwertigerem Drucker zuzuordnen.
Danke für die aufgewendete Zeit und Mühe, sowie für die "Materialverschwendung".
cu
Hans-Jürgen
Regalbahner - 22.01.18 09:09
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Moin moin zusammen,

um nochmal auf das eigentliche Thema den Akkuschlepper EL16
zurück zu kommen,
und um den Toni mit seinem Vorbild auch etwas zu "entlasten";
ich habe eben im Buch Feld- und Grubenbahnen der DDR
auf Seite 60 entdeckt,
dass es im VEB Stahl- und Walzwerk Brandenburg (Havel)
einige auf 750 mm umgespurte EL16 gegeben hat.

Es könnte dann also theoretisch auch eine nachträglich schmaler
gemachte Version gegeben haben, obwohl dies sicher nicht
gleichmäßig bei allen Breitenmaßen geschehen wäre.

Ich will damit sagen, mit etwas Phantasie könnte man doch noch ein
glaubwürdiges Modell aus dieser Geschichte machen Winke

Viele Grüße
Christoph
Floedo - 22.01.18 10:24
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Animus,

ich finde es klasse, dass Du hier Dein Ergebnis mit den gedruckten Nieten zeigst.

Auch wenn der eigentliche Akkuschlepper unterschiedliche Meinungen provoziert hat, so ist doch daraus eine sehr interessante Diskussion entstanden.

Durch sachliche Kritik hast Du die Chance Deine Ergebnissse zu verbessern und Du wirst schnell merken, dass das viel Freude bringt. Lobhuddelleien - wie sie anscheinend die Kernkompetenz in humorvollen Foren sind - bringen niemanden weiter.

Gruß

Andreas
Helmut Schmidt - 22.01.18 11:41
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Toni,

danke für das Zeigen. Ich habe inzwischen einmal im WWW Berichte über deinen CR 10 gelesen und das klingt doch sehr vielversprechend. Das was du mit den Nieten gezeigt hast, bestätigt dieses auch.

Bleibt noch die Wandstärke, die es als noch akzeptabel dünn zu drucken möglich ist. Darüber habe ich im WWW leider nichts gefunden.
Lupo60 - 22.01.18 11:46
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Animus,

auch von meiner Seite ein Dankeschön für den Test und die Bilder! Ich finde, die Nieten sind doch richtig gut geworden.

Zu den von mir versprochenen Bildern: Verlegen Leider kam am Wochenende alles anders als gedacht ... nichts schlimmes, aber mit Basteln war eben nichts. Ich liefere es noch nach.

LG,
Wolfgang
animus - 25.01.18 21:09
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Wolfgang, Helmut, Andreas, Christoph,Hans-Jürgen,

vielen Dank für euer Interesse! Ich würde gerne auf einige Kommentare eingehen.

Helmut: Ich kann den Drucker bisher nur empfehlen. Preis/Leistung ist sicherlich top. Ich habe aber keinen direkten Vergleich zu z.B. einem Ultimaker.
Zur Wandstärke: Die "Wurst" ist 0,4 mm dick und das ist auch die minimale Wandstärke beim hochkant drucken. Das druckt der Drucker auch zuverlässig, obs für Modelle etc. stabil genug ist, steht auf einem anderen Blatt.
Wenn man "platt" druckt kann man auch noch dünner drucken - aber das ist für den Modellbau eher uninteressant.
Ich denke ab ca. 1 mm hat man eine ausreichende Stabilität - Kommt natürlich drauf an, was man damit vorhat.

Wolfgang: Nur keine Hektik, ist ja schließlich ein Hobby Winke Ich werde auch erst am Wochenende dazu kommen, den ASF weiterzubauen.

Andreas: Ich bin da gedanklich bei dir - sachliche Kritik hilft mir natürlich. Ich würde, wenn ich die Lok nochmal konstruieren würde, sicherlich einige der angesprochenen Punkte verbessern.

Christoph: Das ist ja klasse die Information, vielen Dank für die Recherche. Ich hatte bisher nur gelesen, dass auch ASF's für Häfen o.ä. mit geänderter Übersetzung (zum Rangieren von Wagen nehme ich an) ausgeliefert wurden. Ich denke auch nicht, dass die ASF abseits der Umsprung großartig verändert wurde. Jedenfalls ist diese Info für meine Idee für eine Modulanlage (Industriebahn 1000mm auf sehr kleinem Raum) sehr willkommen, hier möchte ich das Modell nämlich mit einsetzen.
viereka - 25.01.18 22:25
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo,
Zitat:
Andreas: Ich bin da gedanklich bei dir - sachliche Kritik hilft mir natürlich. Ich würde, wenn ich die Lok nochmal konstruieren würde, sicherlich einige der angesprochenen Punkte verbessern


Genau so sollte es sein, auch wenn vielleicht Kritik kommt. Obwohl Du den Schlepper ja in dem anderen Forum ( wo man doch so freundlich ist) vorgestellt hast, gab es bis heute noch nicht eine Reaktion auf Deine Vorstellung. Ich hoffe wenigstens Du hast hinter den Kulissen eine Antwort auf Deine Fragen bekommen, wie denn der Interessent solch einen Schlepper haben möchte. Nur freundliche Aufnahme und dann ignorieren ist auch nicht der Bringer...

Zur Wandstärke.
Ich habe bei einer der gedruckten Loks, die ich in einer anderen Diskussion hier vorgestellt habe, mal eine Wandstärke von 0,7 mm ausprobiert. Weiter runter darf man bei dem Druckverfahren nicht, dass "verbietet" der Dienstleister. Dieses Dach ist schon recht filigran geworden und für eine 2. Lok wurde es im Inneren des Führerhauses verstärkt, damit es nicht so zerbrechlich und empfindlich ist.
Für eine kürzlich gedruckte Lok habe ich dann gleich als "Dach" eine 0,5 mm Messingplatte genutzt. Dieses Dach muss nämlich seitlich nur 5 mm herausragen und da befürchte ich bei Kunststoff einen falschen Handgriff und schon bricht da etwas (von dem Dach Sehr glücklich )
Ansonsten FD

Frohes Drucken
cu
hans-Jürgen
Lupo60 - 27.01.18 23:52
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo zusammen,

jetzt habe ich fleißig ein paar Bilder gemacht, bin aber anscheinend zu doof, sie von der Foto-Galerie aus hier in einen Beitrag einzubinden.


Sie sind aber auch hier zu finden:

http://www.herimo.de/Board/viewtopic.php?f=17&t=4239&p=38334#p38334

und noch ein paar mehr, die hier maßstabsbedingt off-Topic wären. Ich werde dann aber auch nochmal den "Animus'schen Nietentest" machen, und bis dahin werde ich das hoffentlich auch mit den Bildern hier begriffen haben.

Viele Grüße,
Wolfgang
animus - 28.01.18 12:36
Titel: Re: 3D-Druck: Akkuschlepper ASF EL 16
Hallo Buntbahner,

ich habe nun die versprochenen Bilder vom Rohling gemacht. Ich denke Sie sprechen im Wesentlichen für sich.











Und mittlerweile bin ich mit der Lok auch so gut wie fertig. Ich bin sicher nicht der Meister im Altern usw. aber für den ersten Versuch, eine Lok zu bauen, bin ich für meine Ansprüche erst einmal zufrieden. Ich habe beim Bau einiges gelernt und weiß beim nächsten Projekt, was ich noch verbessern kann.









Grüße,

Toni

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