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Dampf & Diesel - Feldbahn auf 10 1/4"


Largy - 09.10.16 19:19
Titel: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo Modellbahner,

Nachdem ich einige Beiträge schon über Jahre verfolge und seit kurzem endlich Zeit gefunden habe mein eigenes Projekt zu starten, möchte ich in diesem Beitrag über den Baufortschritt berichten.

Was bisher geschah:
Das Feldbahnfieber hatte mich bereits in der Kindeheit gepackt und bis zum heutigen Tag nicht losgelassen. Nach diversen anderen Modellbauprojekten in der Vergangenheit und Schaffung der Ressourcen konnte ich endlich mit dem Feldbahnprojekt beginnen. Unser Bauernhof mit reichlich Grund ermöglicht einen großen Maßstab und somit auch den funktionellen Einsatz der Bahn. Ich habe mich dann auf die 260mm Spur festgelegt, da ich mit dieser meine Ansprüche wohl am besten umsetzen kann.

Dann begann ich zu planen und konstruieren:


Hier eine Testschiene hergestellt aus Bestandsmaterialien um ein besseres Gefühl für den Maßstab zu bekommen.

Nach kurzer Zeit folgten dann auch schon diverse Teile für meine Feldbahnlok:


Hier die Laserschnittteile

Das Gestell für den Aufbau habe ich aus diversen Reststücken zusammengeschweißt:



Wenn man die Einzelkomponenten zusammenstellt, erhält man schon einen groben Überblick:




Ich hoffe, ich konnte euch mein Projekt näher bringen.

Bis demnächst!

Grüße,
Valentin
Stellwerkswärter - 10.10.16 17:47
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers

Ich beginne etwas "kleiner," nämlich mit einer Lore für 260mm.

Viel Spass bei deinem Projekt.

fg
Helmut
Largy - 12.10.16 13:12
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Helmut,

Vielen Dank!
Ja, eine Lore wird auch nicht lange auf sich warten lassen. Nur mit einer Lok kommt man ja nicht weit Winke

Grüße,
Valentin
Stellwerkswärter - 12.10.16 15:37
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers

Hast du schon eine Ahnung wie du deine Schienen machen wirst ?
Ich bin da noch ziemlich unschlüssig 40*20 U-Stahl, 25*12 Flachstahl...hmmmm
Richtiges Schienenprofil ist persönlich mir zu teuer.

40*20 U-Stahl = Biegemaschine. schöner, tragfähiger
25*12 Flachstahl oder ähnlich = Kammverfahren,einfacher zu bauen ,etwas zierlicher aber in etwa gleich schwer wie 40*20 U-Stahl Schienen.

Meine Gleisjoche ,3Meter lang sollten noch von 2 Mann tragbar sein da ich es im Wald benötige, allerdings ohne Lokbetrieb und muß wahrscheinlich immer abgebaut werden , zumindest teilweise.
Schauma mal was der Bürgermeister und die Jäger dazu sagen ( Wald im südl. Burgenland )

i was ned i was ned.

fg
Helmut
Largy - 12.10.16 19:48
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Ich verwende 30x12 Flachstahl als Schienenprofil. Habe viel getestet und herumgespielt. Das war für mich dann der beste Kompromiss.
Ich habe eine Rollmaschine fürs Biegen konstruiert, mit der ich mithilfe einer Schweiss- und Bohrschablone die Schienen herstellen kann. Diese muss aber noch gebaut werden.

Schienenlehre (Largy)

Hier sieht man eine Lehre für gerade Schienen in 3m und Kurven in unterschiedlichen Radien in 2m

Schienenrollger_t (Largy)

Mit diesem Rollgerät lassen sich die Schienen zu Kurven verarbeiten

Übrigens verläuft meine Bahn auch im südlichen Burgenland, nahe Königsdorf.

Lg,
Valentin
Largy - 15.10.16 19:46
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Grüß euch!

Jetzt gibt es wieder mal ein Update vom Baufortschritt:

Ich habe gleich begonnen einige Baugruppen zu fertigen.


Hier ist die Lagerhalterung zu erkennen, die später durch Gummipuffer gedämpft wird und am Fahrgestell auf und ab gleitet.


Dann folgte auch schon das Fahrgestell selbst. Durch die perfekt gelaserten Platten geht der Zusammenbau recht schnell voran. auch der Verzug durchs Schweißen hält sich in Grenzen.


Das Bedienpanel enthält alle elektrischen Geber und das Handrad.


Das ist die Steuerung für die Motordrehzahl und die Bremse. Man kann die 2 Bremszylinder erkennen, die dann später die Bremssättel ansteuern. Ein Poti dient zur Vorgabe der Motordrehzahl. Alles wird mittels Handrad auf einer Gewindespindel betätigt.


Hier habe ich testweise alles vorhandene montiert. Der Motor mit Generator sitzt auch schon an seinem Platz. Er wird den 400V Fahrmotor mittels Frequenzumrichter mit Strom versorgen.


Die Anhängekupplung wurde ebenfalls schon verschweißt, geschliffen und montiert. Durch das Schweißen mittels WIG ohne Materialzugabe hielt sich das Schleifen jedoch in Grenzen. Sie besteht aus 10mm Stahlplatten.

Grüße,
Valentin
Battli - 15.10.16 21:31
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hi Largy
Beeindruckend dein Arbeitstempo! Das wird ein gefaelliges kleines Loeckchen. Bin gespannt ueber die weiteren Schritte.
Cheers
Battli
Largy - 19.10.16 20:07
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Grüß Euch!

Danke für die Blumen! Ja, es geht schnell voran wenn man alles gut vorbereitet und keine ungewollten Probleme auftauchen. Leider komme ich meistens nur am Wochenende dazu was zu machen, da ich nicht immer vor Ort bin- und irgendwer muss ja auch das Geld verdienen was da rein fließt...

Weiter geht's mit dem Lackieren der Einzelteile. Die Lok soll dreifärbig lackiert werden. Das Fahrgestell wird rot, die Grundplatte schwarz und die Aufbauten sollen in einem speziellen Grünton lackiert werden.


Das Fahrgestell wird erst von unten lackiert und dann umgedreht.


alle Flanschlager mussten abgeklebt werden und je nach Verwendung in rot oder grün lackiert werden.


Sobald die Farbe getrocknet ist, wird der schon lackierte Bereich abgeklebt und die bereits verschweißte Rückwand in grün lackiert.


Nach dem Trocknen begann ich schon mit dem Zusammenbau einiger Komponenten. Hier sieht man die Vorderasche mit Kettenrad und Scheibenbremse. Die komplette Baugruppe wird dann in den Ausschnitt am Fahrgestell geschoben und mittels Haken befestigt.

Wenn alles getrocknet ist, folgt der weitere Zusammenbau und dann die hoffentlich erfolgreiche Probefahrt.

Grüße,
Valentin
Largy - 22.10.16 20:59
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo,

Heute konnte ich einen Meilenstein in diesem Projekt abschließen, aber erst mal zu dem was bis dahin geschah:


Stück für Stück wurde an das Fahrgestell geschraubt.


Anschließend wurde die Lok an den Haken genommen und von den Böcken gehoben.


Auf den Schienen platziert, schaut die ganze Sache schon nach was aus.


Die Bremsen wurden vorher schon entlüftet als die Achsen noch ausgebaut waren. Ich musste also nur mehr die Bremszylinder festschrauben und einstellen.


Der Motor mit Generator, sowie der Antriebsmotor wurden an ihren Platz gesetzt und verkabelt.


Das Bedienpanel wurde verdrahtet und zusammengeschraubt. Rechts neben dem Handrad befindet sich der Knopf zum Betätigen des Chokes, links das Zündschloss, der Starttaster, der Lichtschalter, der Fahrtrichtungsschalter und der Hupentaster.


Zum Schluss habe ich den Bleiakku angeschlossen. Nun stand einer Probefahrt nichts mehr im Weg. Die restlichen Anbauten und Verkleidungen werden erst nach der erfolgreich absolvierten Probefahrt montiert.


Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite. So musste ich meine 12m Testschiene nicht in der Tenne verlegen sondern konnte den Test vor dem Hof durchführen.

Hier ein Video der ersten Probefahrt:
https://youtu.be/1OsbMMrxCh0

Grüße,
Valentin
Maschinist - 24.10.16 15:56
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Mahlzeit Valentin,

Glückwunsch zur Probefahrt, das sieht schon sehr gut aus. Dein Tempo ist in der Tat beeindruckend.

Gruß Sven Sehr glücklich
Stellwerkswärter - 24.10.16 19:31
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers

1.Königsdorf. dürfte so 40-50 km von mir weg sein.(Litzelsdorf).

2. Deine Werkstatt ist beachtlich ( verfüge derzeit nur über eine selbstgebaute Drehbank und eine Tischbohmaschine).

3. Videogeschwindigkeit der Lok ist beachtlich, allerdings wie sieht es da mit der Zugkraft aus ?

4. Finde das 400V System interresant das hat bis jetzt denke ich noch nie jemand verbaut .
Bin allerdings meinerseits mit 24V aus 2 Batterien für eine geplante Lok auch zufrieden.

5. Die Lok schaut nicht schlecht aus, gibts da irgent ein Vorbild oder Freelance
Wenn ich mir die Engländer so anschaue denke ich mir oft die bauen nach keinen Vorbildern sonder eher das was sie brauchen können speziell in der 260mm Spur.

6. Meine Loren liegen noch in Teilen in einem Zimmer, der Dreher für meine Achsen macht sie mir nur so nebenbei und das dauert halt.

fg
helmut
Largy - 28.10.16 14:33
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

@Sven: Danke- die Probefahrt war echt ein Meilenstein. Zum Glück ist das Konzept aufgegangen.

@Helmut:

1. Ich bin ca. 25km von Litzelsdorf weg.

2. Ich habe die Wirtschaftskrise ausgenutzt und mir vor ein paar Jahren den Großteil der Maschinen gekauft. Der Rest ist jedes Jahr dazu gekommen. Aber es gibt auch Möglichkeiten mit einfachsten Mitteln zum Erfolg zu kommen- wünsche dir jedenfalls viel Erfolg bei deinem Projekt.

3. Die Geschwindigkeit beträgt momentan ca. 12km/h. Das dürfte etwa 1/3 der möglichen Geschwindigkeit sein. Ich habe auf ein Getriebe verzichtet um mal zu testen, wie stark sie nur mit einer Kettenübersetzung ist. Ich kann das Getriebe jederzeit nachrüsten, sollte es notwendig sein.
Die Zugkraft kann ich noch nicht bestimmen. Es hat aber einen Grund, warum meine linke Hand im Video sich vorne festhält. Mich hätte es bei einer Probefahrt aufgrund der starken Beschleunigung beinahe hinten runtergehauen.
2,2kw elektrische Leistung, verhalten sich doch anders als ein vergleichbarer Verbrennungsmotor. Es dürfte also noch genug Reserve vorhanden sein. Die finale Einstellung des Frequenzumrichters ist auch noch nicht vollzogen.

4. Ich habe anfangs auch überlegt mit Batterien zu fahren, bin aber davon wieder abgekommen. Ich wollte einfach mal was anderes probieren und finde es auch nicht schlecht, wenn das Ding Wirbel macht. Vielleicht wird es in zukunft mal eine Akkulok geben...

5. Es gibt kein direktes Vorbild, jedoch habe ich versucht aus verschiedensten Vorbildern die Elemente zu verwenden, die mir gut gefallen.

6. Ich habe 15 Jahre gebraucht, bis ich anfangen konnte- gut Ding braucht Weile. Wichtig ist, dass du dran bleibst und ein Ziel vor Augen hast, dann wird auch was draus!

@alle:
Heute ist meine Stahllieferung gekommen. Damit steht einer gemütlichen Winterarbeit nichts mehr im Weg. Aus diesem Berg Stahl sollen die Schienen entstehen





Lg,
Valentin
Maschinist - 28.10.16 17:42
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Mahlzeit Valentin,

das ist ja mal ein ordentlicher Berg "Eisen" Ist das alles für den Gleisbau vorgesehen?

Gruß Sven
Largy - 28.10.16 19:31
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Sven,

Ja, so der Plan. Ist aber nur eine Teillieferung Grins
Der Rest sollte nächste Woche kommen, sind aber nur mehr ca 50 Stangen.

Alles zusammen sollte das dann 450m Gleis ergeben.

Grüße,
Valentin
Maschinist - 28.10.16 19:45
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Mahlzeit Valentin,

das ist ja gewaltig, hast du einen guten Lieferanten gefunden? Baust du weiterhin mit Flachstahlschienen und U-Profil-Schwellen oder werden aus dem U-Profil nun auch Schienen?

Gruß Sven
Largy - 28.10.16 20:19
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Sven,

Ich habe mich doch überzeugen lassen und nehme jetzt wie du auch das U-Profil. Die FE- Simulation spuckt auch doppelt so gute Werte aus. Ein realistischer Test hat das auch gezeigt; ich bin mit dem Traktor vergleichsweise über den Flachstahl und das U-Profil gefahren- das wird bei uns wohl öfter vorkommen. Das U-Profil war im Vorteil bei den horizontalen Kräften.

Die Schwellen sind wie vorher auch ein 50x25 U-Profil.

Wir haben in der Umgebung 3 große Stahllieferanten, die gerne gute Rabatte geben. Die Steiermark war schon immer das Eisenparadis Österreichs.

Ich habe auch gleich das Schienenbiegegerät konstruiert und bestellt. Die letzten Teile dafür kommen nächste Woche- dann geht's so richtig los.

Grüße,
Valentin
Maschinist - 30.10.16 20:35
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo Valentin,

das freut mich zu hören. Auch optisch macht das U-Profil mehr her. Mir fehlt bislang ein vernünftiger Lieferant vor Ort, daher kaufe ich vorrangig im Internet.
Ich freue mich nun schon auf deine Gleisbauberichte.

Gruß Sven
Largy - 31.10.16 18:39
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Grüß Euch!

An so einem verlängerten Wochenende geht einiges weiter.
Erstmal habe ich die Verkleidungen der Lok angeschraubt und den Auspuff auf die Seite verlegt.


Es fehlen hier nur mehr die Puffer, die sind aber noch beim Lackieren, da ich mit einer speziellen Technik eine Gussoberfläche erzeugen wollte, wie man am unteren Bild erkennen kann


Wenn die Puffe getrocknet sind, werden sie an die Lok montiert.


Ich habe lang überlegt, ob ich die Motorteile von gelb auf schwarz umlackieren soll, habe mich dafür entschieden und denke, dass es auch notwendig war...


Nachdem der Stahl ja den Weg zu mir gefunden hat, habe ich mich sofort daran gemacht, ein Joch zu schweißen. Mit Hilfe meiner Schablone geht zumindest das Schweißen sehr schnell. Das Schneiden der Stangen macht mir etwas Kopfzerbrechen. Trotz Kreissäge habe ich für 120 Stück Schwellen 3 Stunden benötigt.
Sven hat jedenfalls recht, optisch ist das U-Profil deutlich besser als ein Flachmaterial.


Schön langsam bekommen meine Nachbarn auch Wind von meinem Vorhaben und bekundeten bereits ihr Interesse an einer Mitfahrt nach Fertigstellung der Gleisanlage. Sie beauftragten deshalb einen Wagen, den ich natürlich sofort zu bauen begann. Hier das Biegen der Formrohre mit meiner Presse. https://www.youtube.com/watch?v=Rhi5zHYMi90


Die fertigen Biegeteile wurden dann zu einem Gestell verschweißt.


Danach habe ich noch zwei Scharniere zum Kippen des Oberteils angeschweißt


Die gehobelten Bretter wurden mittels Torbandschrauben am Gestell verschraubt. Ich habe hier gleich einen meiner Nachbarn zum Helfen eingeteilt.


Alles fertig verschweißt und verschraubt. Die Riegel am Fahrgestell dienen der Sicherung gegen ungewünschtes Abkippen. (Je nach Fahrgast auf die Position "auf" oder "zu" stellen Winke )


Ich muss dann noch die Ecken des Gestells etwas abrunden und alles lackieren.

Lg,
Valentin
Maschinist - 09.11.16 11:25
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Mahlzeit Valentin,

kannst du etwas mehr über die "Gusslackierung" erzählen? Das sieht sehr gut aus. Ich bin von den Fortschritten beeindruckt!

Gruß Sven
Largy - 11.11.16 19:45
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Sven,

die Lackiertechnik beruht auf dem Prinzip alles anders als ein guter Lackierer zu machen.
Ich habe erst mehrere dicke Schichten aus Füller aufgetragen, die ich vor dem weiteren Lackieren nicht ganz austrocknen ließ. Das bewirkt, dass der Füller etwas "saugfähig" ist und die Deckschicht schnell antrocknet.
Die Deckschicht besteht aus einer Kunstharzfarbe in 4:1 mit 3x mehr Verdünnung als angegeben. Wenn man dann den Luftdruck der Lackierpistole deutlich unter das Optimum reduziert erhält man diese Optik.
2-3x lackieren...

Inzwischen konnte ich das Schienenbiegegerät fertigstellen.




Der Test zeigte ein ganz gutes Ergebnis obwohl ich jetzt noch auf das Profil der Rollen verzichtet habe. Das kann ich aber jederzeit nachdrehen wenn es doch notwendig werden würde.


Die Stangen werden auch schon etwas weniger, dafür die Schwellen mehr. Es wird wohl noch einige Wochenenden dauern, bis ich alles geschnitten habe. Die Kreissägeblätter sind jedenfalls zurück vom Nachschleifen.


Frage an alle:

Hat von euch schon mal jemand die Situation gehabt die Gleise durch eine Pferdekoppel legen zu müssen und ein automatisches Gate eingebaut? Mir fehlt hier noch eine gute Lösungsmöglichkeit. Zur Zeit habe ich nur entweder ein motorbetriebenes Drehtor oder etwas Schrankenähnliches im Kopf, das durch einen Schalter auf der Schiene ausgelöst wird. Vielleicht gibt es von euch ja Inputs...

Hier die Situation:






LG,
Valentin
kartonbahner - 11.11.16 20:19
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Valentin,

dass ist ja mal wirklich eine interessante Fragestellung ... Geschockt Sehr glücklich

Wie wäre es mit einem sog. "Cattle-Grid" ...



... da laufen Huftiere eigentlich nicht drüber ... wird auch dort verwendet, wo Gleise einen Zaun kreuzen:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9e/Rail_cattle_guard.jpg/1920px-Rail_cattle_guard.jpg

https://de.wikipedia.org/wiki/Viehgitter

Freundliche Grüße nach Graz
Maschinist - 11.11.16 21:45
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Mahlzeit Valentin,

danke für die Information zur Lackiertechnik.

Ich würde die Empfehlen das Profil in die Biegerollen noch einzudrehen, damit du den Kontakt wirklich am Steg hast und nicht an den Flanschen. Dort entsteht sonst schnell ein Grat.

Gruß Sven
Largy - 20.11.16 17:43
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Vielen Dank für die Inputs, Gerald. Ja, so ein Cattle- Grid ist eine gute Lösung. Ich denke, das lässt sich auch leicht umsetzen und ist verlässlich. Sollte die Strecke nicht befahren werden, kann man immer noch das Stromband zusätzlich davor hängen.

@Sven: Ich wollte vorher noch einen Versuch ohne Profil machen, da die Rollen aus 42CrMo4 sind und sich das Eindrehen des Profils nicht unbedingt als einfachste Übung gestaltet. Aber du wirst natürlich recht haben- mit Profil erhält man ein deutlich besseres Ergebnis.

Die Serienfertigung der Gleisjoche ist voll im Gang. Zuerst werden die Geraden gefertigt, dann wird die Schablone umgestellt, sodass auch Kurven gefertigt werden können.



Zur Auflockerung habe ich eine Weiche zusammengeschweißt.



Die Strecke im Innenhof habe ich zum Test der Weiche aufgebaut. Nach kurzer Nacharbeit ist diese hinreichend sicher und als Muster weiterer Exemplare verwendbar.



Grüße,
Valentin
Largy - 14.12.16 19:40
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Die letzten Wochenenden waren von der Gleisherstellung geprägt. Inzwischen sind alle Geraden gefertigt und die Schablone bereits auf die R4m Bögen eingestellt.


Die Joche sind direkt vor der Werkstatt gelagert und für die weitere Verwendung bereit.


Martin hat die 650km Anreise auf sich genommen und mich mit Rat und Tat letztes Wochenende unterstützt. Er hat auch seine Biegevorrichtung für die Lorenrahmen, die ja schon erfolgreich im Einsatz war, sowie seine Drehgestelle mitgenommen.


Nach kurzem Umbau auf meine Presse konnten wir mit dem Biegen der Lorenrahmen beginnen. www.youtube.com/watch?v=BRsO2S1phZU&feature=youtu.be


Martin hatte auch das Hilfsmittel zum Anzeichnen der Rahmenbreite mit. Die Überstände wurden mittels Kreissäge abgeschnitten.


Die fertigen Stücke wurden gepaart um die entstandene Abweichung der Längen zu kompensieren. Insgesamt enstanden 5 kurze und 2 lange Lorenrahmen, die allerdings noch verschweißt werden müssen.


Auf den Testschienen im Innenhof konnten wir dann Martins und meinen Wagen gemeinsam ausprobieren.


Am letzten Tag haben wir trotz Kreissägeblattbruch noch alle Schienen für die R4m Bögen schneiden und biegen können. Hier die Biegemaschine im Einsatz - Antrieb mit Blutdruck, da spart man sich das Heizen.

Zum Glück neigt sich der Jochbau dem Ende zu, es wird dann doch mit der Zeit etwas eintönig...

Danke an Martin für die Unterstützung und viel Erfolg bei der Umsetzung deiner Projekte!

Grüße,
Valentin
Stellwerkswärter - 19.12.16 12:37
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers

Wieso biegst du eigentlich nur einen 4m Radius für die Kurven ? Ich stell mir so um die 7,5 m Radius für die Hauptstrecke vor. Weichen ebenso .
Für Abstellgleise so um die 5 m.
Für den Wald bin ich mir noch nicht sicher welchen Radius ich benötigen werde.

Erster Radsatz ist nach "Monaten" bei mir eingetroffen, Habe mich allerdings irgentwo verrechnet und die Spurweite ist nur 258mm anstatt 259 mm.
Macht mir aber nix, werde den Achsabstand dafür etwas größer machen und beim nächsten Paar nochmals genauer nachrechnen. Die Räder heiß aufgezogen auf den 35mm Achsen schauen recht gut aus.

Es wird auch schon langsan Zeit, daß ich entlich eine Drehbank bekomme

fg
Helmut
Largy - 20.12.16 07:55
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Helmut,

Ich habe auch noch 6m Radius für die Hauptstrecke. Die Feldbahnen haben im Original auch recht enge Radien außerdem sind die Platzverhältnisse teilweise durch Bepflanzung etwas eng und fordern enge Radien. Soweit ich weiß hat Sven noch engere Radien, ich glaube 2,5m - das funktioniert auch noch.

Ich denke der Millimeter mehr Spurweite wird nicht ausschlaggebend sein. Dafür gibt's ja die Radbreite um das zu kompensieren Winke

Poste doch mal ein Bild, damit man sich was vorstellen kann!

LG,
Valentin
Stellwerkswärter - 20.12.16 11:51
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Valentin

Achsen 260 (Stellwerkswärter)


Schiene 40*20 U-Eisen einmal Stegbreite 3mm einmal 4 mm gibts im Handel allerdings nicht. 4mm wäre im Wald interresant.

Achsen 260/2 (Stellwerkswärter)


Die Achsen sind nicht schlecht grau lackiert, daß ist nur Korrosionsschutz für die blanken Flächen.



Die Spurkränze sind noch etwas zu hoch und kantig die Breite der Lauffläche ist für mich persönlich passend. Das bietet Reserven bei eventuell schlechter verlägten Gleisen im Wald . Eine Achse hat ca 11 Kg mit den Stehlagern.
Für einen tiefen Schwerpunkt "gg" . (35mm Rundmaterial war billger als das mit 30mm)
Das Lorengewicht wird mit Holzrahmen und variablen Aufsätzen (Holztransport,Kasten für Schüttgut usw) ca 50-60 Kg haben.

Das heiß Aufziehen der Räder auf die Achsen gefällt mir besser als die Befestigung mit Flansch, ist aber von privat fast nicht zu schaffen. Flüssigen Stickstoff -180 Grad oder mehr hat niemand zu Hause.
Nachteil, die Spurweite ist fix, bei Flanschmontage könnte man noch Bohrungen für zb. 184mm ,240mm anbringen

6m Radius für die Bögen der Hauptstrecke ist natürlich ok, da tut sich die Lok auch leichter.
Bei den Schienen würde ich gerne eine 3% Neigung einbauen wie bei den Großen, der Lauffläche der Räder angepasst. Die ganze Lauffläche des Rades liegt auf der Schiene auf.
Ich weis aber noch nicht wie. Bei den Geraden kein Problem in den Kurven und bei Weichen wird es da schon komplizierter.
Der Schienenbau ist noch mein Sorgenkind aber ich werde ja sehen wie es weitergeht.




fg
Helmut
Maschinist - 20.12.16 19:12
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Mahlzeit!

Die 4-m-Bögen sind für zweiachsige Fahrzeuge mit kurzem Achsstand völlig unkritisch, wie Valentin schon schrieb habe ich auch im Streckengleis zwei Bögen mit 2,5 m Halbmesser verbaut, weil es die Platzverhältnisse erfordern.

Gerade diese engen Bögen machen die Feldbahn als Transportmittel so interessant. Man kann eben um "jede Ecke" fahren. Die breiten Laufflächen vertragen durchaus 5 mm Spurerweiterung.

Was die Radsätze angeht, kann etwas mehr an Stabilität nicht von Nachteil sein. Wenn die Bahn einmal da ist, findet sich schon ausreichend schweres Ladegut. Das Aufschrumpfen ist durchaus was für den Hausgebrauch: sind die Toleranzfelder von Bohrung und Achsschenkel richtig gewählt, lässt sich die Paarung problemlos fügen. Alles was man dazu braucht, ist eine Herdplatte. Diese schafft es problemlos das Rad auf 250-275°C zu erwärmen. Die Welle wird bei Raumtemperatur gefügt. Das Abkühlen in flüssigem Stickstoff ist nicht notwendig, vielmehr ein anderes Fügeverfahren. Das wird dort angewendet, wo das Bauteil mit der Bohrung nicht wirtschaftlich erwärmt werden kann. Man spricht dann im Gegensatz zum Aufschrumpfen dann von Eindehnen.

Alternativ kann man die Radscheiben natürlich auch Aufpressen.

@Helmut: entscheidend ist nicht das Spurmaß, sondern der Abstand der Spurkranzrückenflächen zueinander. Nach der Norm 244,5 -246 mm.

Gruß Sven
Stellwerkswärter - 20.12.16 23:59
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Sven

Spurkranzrückenflächenabstand (welch langes Wort) lt. Norm ist finde ich nur bei Weichen und eventuell Zwangsschienen interressant sowie bei Fremdanlagen so man darauf fahren will.
Bei mir im Wald, keine Weichen,keine Spurhalter usw. nur fliegendes Gleis wäre es egal. Am Hof auch nur bedingt da ich die Gleisanlage ja anpassen würde.
Die Spurkränze haben noch "Fleisch" genug und ich werde sie bei Zeiten noch nacharbeiten derzeit 240mm Abstand.

Danke für den Hinweis, auf den Spurkrankrückenflächenabstand habe ich eigentlich gänzlich vergessen.

( Ich kann Normen nicht leiden gg )

Fg
helmut
jontek - 02.01.17 14:27
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Einfach ein Meisterstück. Winke
Largy - 11.01.17 19:17
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

@Helmut:
Schaut doch schon mal ganz gut aus! Ich habe auch positive Erfahrungen ohne Abkühlen der Welle gemacht. Wenn die Toleranzen richtig sind, kann man die Räder gut aufschrumpfen.

Die letzten Wochen waren geprägt von der Herstellung von Bögen und Weichen. Letztere haben dann doch insgesamt 3 volle Tage eingenommen.
Sämtliche Bögen wurden finalisiert und draußen zur weiteren Verwendung zwischengelagert.



Das Wetter ist momentan etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Glück wurde das meiste Material bereits geschnitten, sodass die Verarbeitung der Profile in der geheizten Werkstatt stattfinden konnte. Das eingefrorene Kühlmittel machte beim ein oder anderen notwendigen Schnitt Probleme. Auch das konnte mit der Heizkanone gelöst werden.



Als die Weichen fertiggestellt waren, wurde die Lok bei Schneefall aus der Werkstatt geholt um eine kurze Testfahrt zu wagen.



Nach dem Einspuren auf das Testgleis wurde die Lok gestartet und die Weiche auf ihre Funktion überprüft. Die Testfahrt verlief überraschend gut, es musste nichts nachgearbeitet werden. Mit der Annahme, dass die 7 anderen Weichen gleich gefertigt wurden, sollte es dann bei fertiger Anlage auch keine Probleme geben.



Für ein Video war es leider schon zu dunkel. Das wird aber nachgeholt.

LG,
Valentin
Stellwerkswärter - 13.01.17 13:30
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Valentin

"I wer narrisch"

Da warst du über die Feiertage aber sehr fleissig. ich werde im Frühjahr mit den ersten geraden Schienen beginnen. Kann ( darf ) in Wien nicht Schweißen!
Mit was schweißt du die Schienen , Inverter,Schutzgas ?? Inverter mit 130A oder 140 Amperre hätte ich.
Meine letzten Schweißversuche sind noch aus der Lehrzeit vo ca 43 jahren "gg"

fg
Helmut
Largy - 14.01.17 09:23
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Helmut,

Ich verwende ein Schutzgasschweißgerät mit 200A und Argon. Da ich etwas mehr Parameter zum Einstellen habe, kann ich mit relativ wenig Ampere gute Ergebnisse erzielen und den Wärmeeintrag und somit den Verzug gering halten.
Meine Schienen sind mit ca 130A geschweißt worden.

Zur Auffrischung kann ich dir dieses Dokument empfehlen:
http://www.isoarc.ch/download/pdf/MIG%20MAG%20Schweisskurs%20Unterlagen%202005.pdf

LG,
Valentin
Largy - 15.01.17 12:43
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Hier das Video der Testfahrt:

https://youtu.be/50qvAj8QOx0

Grüße,
Valentin
Largy - 04.02.17 17:43
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Heute melde ich mich wieder nach ein paar erfolgreichen Wochenenden an denen ich meinen Schotterwagen gebaut habe. Die Idee ist, mit diesem dann die Gleise zu schottern.

Ich begann mit den Rädern. Im Bild sind die einzelnen Komponenten zu erkennen. Als Vorbild diente ein originales Lorenrad. Ich entschied mich für die Schweißkonstruktion, da diese doch deutlich einfacher herzustellen geht als ein Rad, das aus dem Vollen gedreht wird. Eine Gussvariante wäre zwar schön, aber ist wohl nicht ganz leistbar.


Der Spurkranz und die innere Scheibe sind Laserteile. Die Lauffläche sowie die Nabe sind ein Präzisionsstahlrohr, die befräst und gedreht wurden.


Die Bauteile wurden mittels WIG Verfahren verschweißt.


Danach wurden die Passungen zur Welle gerieben und die Achse testhalber zusammengesteckt. Um die Umspurbarkeit auf 240mm zu gewährleisten wurde die Achse mit 4 Bohrungen ausgestattet.



Um einen schönen Rundlauf der Räder sicherzustellen, wurden diese direkt auf der Achse überdreht. Auch die Spurkränze wurden erst in diesem Abeitsschritt auf Maß gedreht. Da beim Schweißen kein Schweißzusatz verwendet wurde, gestaltete sich das Überdrehen recht einfach.


Der schon vor Weihnachten gefertige Lorenrahmen wurde anschließend um die Achsen und Lager ergänzt.


Die Mulde wurde zusammengeheftet und die Schieber mittels Rohrsegmenten hergestellt und probeweise in die Öffnungen gelegt.


Es folgte der komplette Zusammenbau des Wagens. Die 2 Hebel im Vordergrund sind zum Öffnen jeweils eines Schiebers gedacht und rasten in der geschlossenen Position ein um ein ungewolltes Auslösen zu verhindern. Zudem kann die Reibung der Wellen, die seitlich zur Schieberansteuerung führen, mittels Klemmbuchsen eingestellt werden um auch Zwischenstellungen zu ermöglichen.
Der Hebel im hinteren Bereich stellt das Ablenkblech. Mit dessen Hilfe kann nicht nur zwischen den Schienen geschottert werden, sondern auch neben den Schienen. Auch hier ist die Reibung variabel und somit jede Position einstellbar.


Das erste Mal auf meinem Testgleis im Innenhof. Die Kuppelbolzen sind bereits bestückt und warten angekuppelt zu werden.


Ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen, das volle Volumen mit Kieselsteinen zu füllen. Das war nicht nur der Test für den Schotterwagen, ich war auch gespannt, wie sich die Lok beim Ziehen verhalten würde. Diese zeigte sich aber wenig beeindruckt. Das Füllvolumen liegt bei ca 120 Litern, was einem Gewicht von ca 200kg entspricht. Der Wagen selbst wiegt etwa 90kg.


Hier ist das Ablenkblech gut zu erkennen. Der Test zeigt ein gutes Rieselverhalten- das war zum Zeitpunkt der Konstruktion nicht ganz klar.


Hier noch ein Video vom heutigen Testtag:
https://www.youtube.com/watch?v=wXZB_i2ylfM

Grüße,
Valentin
Largy - 19.02.17 18:32
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

der letzte Akt der Vorbereitungen für die Gleisverlegung ist vorbei. Es waren noch ein Werkstättenwagen und ein Wagen für den Schienentransport notwendig um die geplante Umsetzung der Schienenverlegung realisieren zu können.

Ich begann also wieder mit der Fertigung der Achsen. Das Ausgangsmaterial, also die Rohre, habe ich bereits mit einer größeren Bandsäge schneiden lassen. Der Spurkranz und die Scheibe sind Laserzuschnitte. Alles wurde auf der Drehbank überdreht. Dabei waren die Räder bereits auf der Welle fixiert worden.


Erst entstand der Werkzeugwagen. Hier sieht man den Schweißtrafo in der Mitte. Er kann direkt von der Lok mit Strom versorgt werden und dient zum Verschweißen von Teilen, die während der Schienenverlegung benötigt werden. Zur Ausrüstung gehören auch Hämmer, Schweißhelm, hydraulischer Wagenheber und Montiereisen.


Im vorderen Bereich befinden sich die Schienenverbinder und Unterlegbleche, sowie die Schrauben, Muttern und Sprengringe für das Verbinden der Joche.


Maschinenheber, Fetttopf mit Pinsel und Elekltroden sind ebenfalls mit an Board.


Dann entstanden die 2 Loren für den Schienentransport. Die Schienen werden mittels Rungen gegen seitliches Verrutschen gesichert. Die beiden Loren werden nur durch die Ladung miteinander verdbunden, außer bei einer Leerfahrt, dann werden sie mit einer Kette verbunden. Die Schwellen der Schienen rasten in den Träger ein und halten damit die Loren auf Distanz. Es können Gerade, Bögen und auch Weichen transportiert werden. Sollte ich die Loren für andere Zwecke benötigen, lassen sich die Aufleger einfach entfernen.


Da es das Wetter zuließ, fing ich auch schon an mein Baugleis zu verlegen. Es führt vom Innenhof durch das Eingangstor in den vorderen Bereich des Hofes, von wo aus das Verlegen der Schienen starten soll.




Die Strecke ist extrem steil- zum Glück muss ich voll beladen nur abwärts fahren. Hier tut sich die Lok schon etwas schwer. Ich habe momentan nur wenig Übersetzung durch den Kettentrieb, sodass der Elektromotor hier an seine Grenzen stößt. Eine zusätzliche Übersetzungsstufe sollte hier Abhilfe schaffen. Eventuell kann diese noch vor den Bauarbeiten eingebaut werden.


LG,
Valentin
m_genex - 20.02.17 11:09
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo Valentin,
schön, Deine Beiträge zu lesen und den Baufortschritt zu verfolgen. Vielen Dank. Und großes Kino, alles generalstabsmäßig durchdacht. Aber was ist das für ein wildes Tier auf dem letzten Bild neben dem Audi Winke? Herzliche Grüße, Martin.
Largy - 21.02.17 07:30
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Martin,

Danke für den Zuspruch! Auch wenn man selbst sehr viel tüffteln muss, ist es gut, dass es schon einige Bauberichte gibt und damit auch ähnliche Probleme, die gelöst werden mussten. Besonders Sven hat hier ja schon durch seine Berichte den ein oder anderen Weg geebnet. Danke auch an dieser Stelle für die Zusendung der Pufferkappen und Kuppelbolzen die bei ihm übrig waren!

Unser wildes Tier ist die Terrierdame Sunny, wobei nach den winterlichen Grabungsarbeiten könnte man durchaus auch unseren Maulwurf so nennen Winke

LG,
Valentin
Largy - 18.03.17 18:27
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Nachdem sich das Wetter am letzten Wochenende von der schönsten Seite gezeigt hat, wurde der Startschuss für die Gleisverlegung gegeben. Vorneweg aber noch der Einbau eines zusätzlichen Kettentriebes um die Kraft der Lokomotive zu erhöhen.

Die Kettenräder der ersten Stufe wurden auf der Achse der Lok gelagert. Die weiteren Stufen werden mittels Zwischenwelle realisiert. Man kann weiterhin jede Kette einzeln spannen. Die Untersetzung ist ca 3x so hoch wie vorher.


Die Trasse für die Gleise wurde ausgekoffert um das Niveau der Gleise auf die Höhe der Umgebung zu bringen. Hier der Bahnhofsbereich. Die Tenne im Hintergrund wird durchfahren. Zu diesem Zweck wurde der Beton entfernt.


Ich habe gleich die Gelegenheit genutzt um die Bewegungsflächen rund um den Hof zu schottern. Insgesamt wurden ca 600t Material bewegt.


Als alles verdichtet war, wurde auch durch die Schotterflächen die Trasse gezogen. Hier ist es besonders wichtig auf das richtige Niveau der Gleise zu achten.


Durch die Lastwagen, die über die Gleise fuhren, entstanden Gleise mit "richtiger Feldbahnoptik". Das Befahren wird an dieser Stelle zum Abenteuer.


Man sieht hier den Unterbau. Erst habe ich ein Vlies gegen Bewuchs und das Vermischen von Schotter und Erdreich gelegt. Dann wurden Ziegelsteine als Distanzhalter beigelegt. Allerdings hatte sich einer der Steine selbsständig gemacht. Die Auswirkung kann man hier ganz gut erkennen.


Hier ist der Bereich des ersten Cattle- Grids. Zwischen den Betonsteinen sinkt das Niveau des Schotters um ca 30cm ab- das ist hier aber schwer erkennbar. Später werden die Cattle-Grids, wie früher schon mal erwähnt, ausgeführt.


Die Zuschauer warten schon gespannt auf die Fertigstellung. Zur Zeit sind die Koppeln aufgrund der Bauarbeiten leider gesperrt...


Die erste Schotterschicht wurde mithilfe des Traktors und Kippmulde aufgetragen. Die finale Schicht wird dann mit dem Schotterwagen, den ich bereits vorgestellt habe, aufgebracht.


Morgen geht's weiter!

Grüße,
Valentin
kartonbahner - 18.03.17 20:30
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Valentin,

Largy hat folgendes geschrieben::

Morgen geht's weiter!
Grüße,
Valentin


... da bin ich aber gespannt. Es macht mir richtig Spaß - wenn auch aus der Ferne - Deinen Fortschritten zuzuschauen! Sehr glücklich

Besonders gelungen finde ich Deinen Werkstattwagen ... ich überlege schon, ob man so etwas auch im Modell umsetzen könnte. Winke

Verwendest Du jetzt nur noch Schienen (vermutlich S7?) oder gibt es auch noch Strecken, wo Du auf Stahlprofilen fährst (oder sieht das auf den Fotos nur nach Schienen aus)? Und wie klein ist der engste Radius, den Du durchfährst bzw. durchfahren kannst? Könntest Du auch die Abmessungen Deiner Stahlprofile noch einmal nennen?

PS. Habe gerade weiter vorne gesehen, dass Dein Mindestradius wohl 4 m beträgt? Welche Abmessungen (nur so ganz grob Länge, Breite und Höhe sowie Achsstand) haben Deine Wagen und welchen Durchmesser haben die Räder (und die Kugellager) der Wagen?

Freundliche Grüße
Manuel P - 19.03.17 11:52
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Valentin,

echt genial was du da machst, ich denke das könnt mir auch gefallen, nur Platz und Maschinen reichen dafür (noch... Pfeifend ) nicht.
Aber schön langsam könnte ich ja beginnen von Eisenstadt aus Gleis zu verlegen...^^
Viel Erfolg beim weiteren Bau!

vlg
Manuel
Largy - 19.03.17 19:23
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

@Gerald: Ja, den Werkstattwagen habe ich schon des öfteren gebraucht, besonders wenn die Lok auf dem Baugleis entgleist. Wenn ich wieder Zeit habe baue ich meinen Speisewagen (Griller und Biertender). Grins
Ich verwende überall ein U40x20. Da das maßstäbliche S5 Profil nicht mehr produziert wird habe ich mich für das U- Profil entschieden.

Der kleinste Radius, der momentan zur Anwendung kommt, sind 4m. Es gibt dann noch Bögen mit 6m Radius. Für das großzügige Grundstück reicht das völlig aus. Ich denke, dass ich mit allen Wagen und der Lok auch auf 2,5m fahren könnte, habe es aber noch nicht probiert.

Meine Wagen sind zwischen 100cm und 150cm lang, zwischen 40cm und 55cm breit. Der Achsstand beträgt zwischen 40cm und 60cm. Ich verwende Räder mit einem Durchmesser zwischen 120mm und 140mm. Der Achsdurchmesser beträgt 30mm. Es wurden standard Flanschlager verwendet.

@Manuel: Wenn ich mal wieder Lust auf Schienen bauen habe, komme ich dir entgegen Winke

Hier mal wieder ein Foto vom Hügel gegenüber. Auf der linken Seite sieht man wie das Baugleis in die Hauptstrecke einmündet. Das Baugleis geht dann weiter in den Innenhof von wo aus die Joche zum Ort des Geschehens gebracht werden. Das Bild entstand heute Vormittag. Inzwischen habe ich die gesamte Strecke entlang des Bachs fertig und bin zur Kurve auf der rechten Grundstücksgrenze gelangt.



Die Mulde für das zweite Cattel- Grid wurde mit meinem Bagger ausgehoben und mit Vlies ausgelegt.


Dann kommen wieder die Betonsteine (bei uns heißen die Saugitter) als Auflager zur Anwendung. Die Mulde wird mit Kantkorn bedeckt.


Die Strecke entlang des Bachs hat noch ein paar ungewollte Haken und Unebenheiten drinnen. Diese werden dann nachträglich korrigiert.


Ich rechne mir immer vorher aus wieviel Gerade und Bögen benötigt werden. Danach stelle ich die Fuhr so zusammen, dass ich nur mehr ein Joch nach dem anderen von den Wagen ziehen muss.


Die Gleise sind stabil genug um die Lok ohne Stütze tragen zu können.


Hier noch der Link zu dem aktuellen Video der gesamten Strecke:
https://www.youtube.com/watch?v=hnwdBQdqQsI&t=6s

Grüße,
Valentin
kartonbahner - 20.03.17 10:29
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Valentin,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Sehr glücklich

Fährst Du mit dem PKW/dem Traktor tatsächlich an einigen Stellen direkt über die Schienen ... oder hast Du die Gleise z. B. im Bereich von Ein-/Ausfahrten "ebenerdig" verlegt, wie z. B. hier bei der Versorgungsbahn in Lainz? Wenn ja: Wie sieht das bei Dir aus?

Auf den "Speisewagen" bin ich natürlich gespannt ... Cool

Freundliche Grüße
Largy - 20.03.17 11:24
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Gerald,

Ich fahre momentan nur mit dem Traktor über die Baugleise. Die Zufahrt des Hofes wird dann von dem Hauptgleis gequert. Hier liegen die Gleise ebenerdig, so wie in deinem Bild zu sehen. Ich habe den Asphalt eingeschnitten, ausgekoffert und momentan Saugitter eingelegt, damit man auch mit dem PKW drüber fahren kann. Wenn die Gleise gelegt sind, wird alles einbetoniert und es schaut wie ein gewöhnlicher Bahnübergang aus.
Dann gibt es noch die Schotterflächen, die du auch auf einem der Bilder erkennen kannst. Hier werden die Gleise auch ebenerdig eingebettet und können somit ohne Probleme überfahren werden. Zwischen den Schienen werde ich Holzpfosten einlegen. Damit sollte ein Einbetonieren überflüssig werden. Ausnahmen werden die Weichen bilden. Die werde ich wahrscheinlich auch im Bereich der Schotterflächen einbetonieren müssen.

Man sieht im letzten Teil des Videos recht schön, dass schon einige Lastwagen über mein Baugleis gefahren sind und es richtig schön verbogen haben. Der Kopf der Schienen ist schon fast plan mit dem Erdreich...

LG,
Valentin
kartonbahner - 20.03.17 22:50
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Largy hat folgendes geschrieben::

Man sieht im letzten Teil des Videos recht schön, dass schon einige Lastwagen über mein Baugleis gefahren sind und es richtig schön verbogen haben. Der Kopf der Schienen ist schon fast plan mit dem Erdreich...

... stimmt (bei ca. 1:35min) Großes Grinsen ... ich hab's mir noch einmal angeschaut ...
Largy - 09.04.17 19:48
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

nach einem Wochenende Deutschlandurlaub habe ich nun dieses Wochenende wieder Zeit zum Weiterbauen gehabt. Im Urlaub in Neustadt a. Rbge. konnte ich einige Impressionen vom Original einfangen. Im angrenzenden Moor verläuft nach wie vor eine Torfbahn. Dort wurde ich auch vor rund 25 Jahren mit dem Feldbahnfieber infiziert.

Jetzt aber zum Fortschritt:

Die Bahn wird noch etwas skeptisch von Condor beäugt, wurde aber schlussendlich schnell akzeptiert.


Dennoch kann Sbotage nicht ganz verhindert werden- es verirrt sich hin und wieder mal ein Stein aufs Gleis. Vorher die Strecke abzugehen schadet nicht.


Bevor es im hinteren Bereich des Hofes durch die Tenne geht, wird das letzte Cattle- Grid platziert. Wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen sind, wird hier wieder die Koppel entstehen.


Dann folgt noch die Kreuzung mit der hinteren Einfahrt. Hier ist auch eine Kehrschleife vorgesehen, die dann an der Tenne vorbei führt.


Nach der Tenne folgt dann der Bahnhofsbereich parallel zur Straße. Das hintere Gleis, das von oben kommt, ist Teil der Kehrschleife.


Hier der fertige Bahnhofsbereich. Der teilweise ungleichmäßige Anstieg des Kehrschleifengleises wird dann später korrigiert. Leider sind die 40t Gleisschotter schon verarbeitet, sodass ich hier etwas sparen musste. Aber die nächste Lieferung kommt in ein paar Tagen.


Mit meinem Holzwagen wurden heute die Pflanzen ins Freie gebracht. Wozu so eine Eisenbahn doch gut sein kann...


Das Gleis in der Tenne wurde dann niveliert und zwischen den Schienen mit einem Flacheisen bestückt. Damit lässt sich dann das Gleis gut einbetonieren und anschließend mit allen Fahrzeugen überfahren. Man sieht hier auch schön die Abzweigung zu meinem Abstellgleis. In dem etwa 10m langen Gangbereich zwischen den Tennen werden dann Lok und Wagen abgestellt. Auch hier werden die Gleise im Beton eingelassen. Vorher muss aber noch das Erdreich abgezogen werden und die Gittermatten verlegt werden.


Grüße,
Valentin
Largy - 17.04.17 19:33
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Nach einem verlängertem, arbeitsreichen Osterwochenende melde ich mich mit dem aktuellen Stand der Dinge.

Es wurde aufgrund des angesagten Regens erst unter Dach mit den Betonarbeiten begonnen. Dazu wurde der kleine Steyr mit dem 1000l Tank bestückt, da sich in der Nähe des Schotters leider kein Wasseranschluss befindet.


Der alte Deutz treibt hier eine Wasserpumpe an mit der ich den Tank gut aus meinem Brunnen füllen kann.


Die Schalung habe ich schon vorbereitet gehabt und mit etwas Bauschaum abgedichtet. Im ersten Schritt wird erst mal bis zur Schienenunterkante betoniert, damit der Beton nicht in die Zwischenräume steigt und somit den Spurkranz heraus drückt. Der rechte Bereich der Tenne wird dann mit einem Betonmischwagen betoniert werden. Ich wollte die kritischen Bereiche aber vorher manuell betonieren. Ein Korrigieren nach dem Einbetonieren, ist ja bekanntlich nicht ganz so einfach.


Nachdem der Beton leicht angezogen hat, wird der Mittelbereich ausgefüllt.


Selbes Schema wird natürlich auch bei den Bahnübergängen durchgeführt.


Anschließend wurde die Strecke noch etwas eingerichtet und nachgeschottert. Der Schotterwagen leistete hier gute Dienste.


Zum Schluss wurde noch das übliche Verkehrszeichen montiert.


Es folgten noch einige Komplettierungen der Strecke und dann stand einer ersten Probefahrt auf der Hauptstrecke nichts mehr im Wege.

Was ich letztes Mal noch vergessen hatte zu erwähnen war, dass ich beim Bergabfahren immer Notabschaltungen des Frequenzumrichters bekam. Das ist durch den generatorischen Betrieb des Motors zu begründen, besonders dann wenn schwerere Wagen die Lok beschleunigen wollen. Die Spannung im Zwischenkreis stieg auf über 800V und löste diese Notabschaltung aus. Um auch beim Bergabfahren die gewünschte Motorbremswirkung zu haben, baute ich einen Bremschopper ein, der die Zwischenkreisspannung auf 725V begrenzt und die Leistung über einen Widerstand abbaut. Jetzt reagiert die Lok auf jede kleinste Bewegung des Handrades- auch beim Abwärtsfahren. Ein sicheres Anhalten auch ohne mechanische Bremsen ist nun problemlos möglich.

Hier nun das Video von der ersten Rundumfahrt mit anschließendem Befahren der oberen Kehrschleife. Die untere Kehrschleife ist noch nicht fertig. Das sollte aber nächstes Wochenende soweit sein.

https://youtu.be/LTYtZ52BwcQ


Grüße,
Valentin
m_genex - 18.04.17 09:14
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo Valentin,
sehr schön, besonders das Video. Da möchte man gleich gern mitfahren. Viele Grüße, Martin.
kartonbahner - 18.04.17 10:09
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Valentin,

es ist ein echtes Vergnügen, hier Deinen Baufortschritten zuzuschauen.

Die Pferde sind ja auch relativ entspannt, wenn Du an ihnen vorbeifährst. Ich bin gespannt, ob die cattle grids zuverlässig funktionieren!

Und was wird Dein nächstes Projekt, wenn Du den Streckenausbau abgeschlossen hast - der Bau des "Speisewagens" ... oder gar der Bau einer Akkulok (die Du weiter vorn in diesem Thread mal erwähnt hattest?

Freundliche Grüße
Stellwerkswärter - 18.04.17 15:30
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Valentin

Video: 01:57
Aufschneiden einer falsch gestellten Weiche.
lt. Dienstvorschrift Abzug vom Fahr und Stellwerksdienst bis zu Klärung des Vorfalles.

Lachend Lachend

Video 01:23
Du arbeites mit Weichenkeilen, ist eine gute Idee.

fg
Helmut
Sandfluss - 18.04.17 15:48
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo Valentin

Also dieses Forum wird immer unheimlicher. Von Dir zur 1:1-Bahn ist es bloss noch ein kleiner Schritt. Ich frage mich, wo das noch endet.
Das Schild am Bahnübergang zeigt eigentlich den nächsten Schritt an: Bau und Betrieb einer Echtdampf-Lokomotive...javascript:emoticon('Sehr glücklich')

Gruss, Peter
Largy - 18.04.17 19:33
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

@Helmut: Zum Glück blieb der wirkliche Vorfall unentdeckt. Schau dir mal bei 04:00 an wie ich mit viel Schwung über eine gekeilte Weiche fahre Winke
Ich verwende momentan Keile oder besser gesagt Steine Augenrollen zum Weichen stellen. Die Stellhebel werden die nächste Arbeit nachdem die Strecke fertig ist und ich genau weiß wo sie hinmüssen.

@Martin: Du bist natürlich gern auf eine Runde eingeladen, wenn du mal in der Nähe bist. Grins

@Peter: Du kannst wohl Gedanken lesen- eine Echtdampflok ist für den nächsten Winter in Planung. Mal sehen, wie sich das realisieren lässt.

@Gerald: Ja, die Cattle Grids lassen die Sache spannend werden. Momentan ist das ständige Abhängen der Federn beim Passieren ziemlich mühsam. Das kommt gleich nach den Stellhebeln der Weichen dran. Über den Sommer werde ich nur kleinere Projekte verfolgen und Verbesserungen machen. Die Akkulok würde mich auch reizen, aber erst mal eins nach dem anderen...

Grüße,
Valentin
Stellwerkswärter - 19.04.17 14:19
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Valentin

Video 04:00


Da war ich von der Gummiachsfederung der Lok so fasziniert das mir dein hopperla glatt entgangen ist.
Ich denke ich komme in 100 Jahren nicht soweit wie du in einem Jahr
Traurig


fg
Helmut
Largy - 23.04.17 19:56
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

@Helmut: Bei mir hat's ja auch 15 Jahre gedauert, dafür geht's mit dem Aufbau schneller voran Winke

Dieses Wochenende konnte ich alle Gleise fertig verlegen und auch schon die meisten Weichenstellhebel montieren.

Hier eine Spezialausführung mit Umlenkung. Da ich beim Durchfahren der Tenne natürlich das Tor öffnen muss und der Hebel nicht hinter dem Tor sein sollte, war eine Verlegung an einen zugänglichen Ort notwendig.


Zudem dient der Hebel auch als Torhalter. Er wird wahrscheinlich eher selten in Ablenkung gestellt sein, daher bietet es sich an.


Die drei Weichenstellhebel im Bahnhofsbereich.


Die Abzweigung beim Apfelbaum führt einerseits rund um den Küchengarten und andererseits gerade hinter den Hof zum Holzstoß und zur Hintertür der Werkstatt. Sollte eine Reparatur notwendig sein ermöglicht das große Tor dann die Manipulation mittels Werkstättenkran in die Werkstatt und ich muss micht mehr wie früher mit dem Traktor ausrücken.


Hier ist der untere Teil der Kehrschleife um den Garten. Die Strecke neben der Holzhütte ist das steilste Stück des gesamten Streckenverlaufs...


...aber sicherlich auch der schönste Bereich wenn der Wein erst mal austreibt.
Es gab früher doch einige Betriebe, die die Trauben mittels Feldbahn transportiert haben. Ich denke, dass werde ich im Herbst wieder aufleben lassen.


Grüße,
Valentin
m_genex - 23.04.17 21:36
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
"Es gab früher doch einige Betriebe, die die Trauben mittels Feldbahn transportiert haben. Ich denke, dass werde ich im Herbst wieder aufleben lassen."
... und den Wein mit einem Feldbahn-Fasswagen Winke. Viele Grüße, Martin.
Stellwerkswärter - 10.05.17 19:47
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Largy

Zur Herstellung der Schwellen:

Metallkreissäge oder Bandsäge ist hier die Frage?

Irgentwie finde ich eine Bandsäge gemütlicher. Zeit habe ich ja seit 1.5 im Ruhestand.
Preislich ist der Unterschied auch nicht so groß, und irgent etwas zum Metalschneiden außer einer Flex, Handbügelsäge habe ich auch nicht
Das Buget erlaubt mir noch einen Einkauf zu tätigen.

was meinst du ?

fg
helmut
Largy - 10.05.17 20:09
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Helmut,

Gratuliere zum Ruhestand!

Die Frage habe ich mir auch gestellt. Die Metallkreissäge ist deutlich schneller als eine kleine Bandsäge. Meiner Meinung macht eine Bandsäge nur dann Sinn, wenn man mehrere Profile gleichzeitig schneiden kann. Die kostet aber natürlich ein Vielfaches.

Ich habe eine kleine Bandsäge und die Metallkreissäge und würde immer alles mit der Kreissäge schneiden was Schienen und Schwellen betrifft.

Schau mal auf willhaben, da gibt es Metallkreissägen zum "Saufuttern". Die bringt man so schnell nicht um und kosten nicht viel- eine neue ist hier meines Erachtens nicht notwendig. Was sich auf jeden Fall bezahlt macht, ist eine gute Schmierung und ein beschichtetes Sägeblatt mit ca. 200 Zähnen.

LG,
Valentin
Stellwerkswärter - 13.05.17 17:04
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Valentin

Schwellenfrage

U-Eisen gibts auch in der Dimension 50/25/3 das müßte doch hervorragend für Schwellen geeignet sein. Meiner Meinung nach besser als 50/25/5 die Gewichtsersparnis bei 5 Schwellen auf 2,5 m wären fast 4 Kg bei einem Gleisjoch.
2,5 m Gleisjochlänge würden genau in meinen Anhänger passen ( ohne Verbindungslaschen. ) bei ca. 20 kg statt 24 kg könnte man fast von Einmannjochen reden.
Bei überfahrbaren Streckenteilen könnte man ja trotzdem die stärkere Dimension nehmen.
was meinst du dazu ?

Fg Helmut
(derzeit auf Kur in Bad Gastein )
Largy - 13.05.17 19:55
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Helmut,

Ich denke auch, dass das funktionieren sollte. Für mobile Zwecke ist das Gewicht sicherlich ein Thema. Die Anforderung hatte ich nicht. Nachdem die Schwellen doch immer Kontakt mit dem Boden haben, wollte ich genug Reserve gegen Durchrostung haben. Von der Steifigkeit ist mein Profil sicherlich für normale Anwendung überdimensioniert. Nachdem aber Traktoren usw. über das Gleis fahren, bin ich auf Nummer sicher gegangen. Am Freitag habe ich die Bodenplatte in der Tenne betoniert. Der Mischwagen ist beladen über meine Gleise gefahren ohne dass nachher eine Verformung feststellbar war.

Bedenke, dass es die Profile meistens in 6m Länge gibt. Deswegen habe ich 3m Geraden und 2m Bögen gemacht. Bei 2,5m Jochlänge wäre der Verschnitt doch etwas viel...

LG,
Valentin
Stellwerkswärter - 16.05.17 11:54
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Valentin

Hast du in den Kurven eigentlich eine Spurerweiterung gemacht, oder immer Spurweite 260mm?
Eine Schwellenlänge von 500 mm sollte auch passen denke ich. Somit hätte ich den ersten Fixpunkt. Die Schwellen 50*20*3*500, Schwellenabstand
ca. 25-30 cm für Hof und Wald. Wo ich bei den Schienen drüberfahren muß wird der Unterbau verstärkt, eventuell die Schwellen enger gesetzt.

250cm ist für ein Gleisjoch wirklich ungünstig...hmmm, aus den Restln könnte man Ausgleichsstücke machen ( wie bei der Klenbahn) aber so viele wird man auch nicht brauchen. 300cm ist sicher besser.

Fg
Helmut
Largy - 17.05.17 11:43
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus Helmut,

Ja, ich habe eine Spurerweiterung von ca 5mm gemacht. Wichtig ist, dass du beim Verlegen dann darauf achtest, dass die Profilinnenseiten bei Stößen zwischen Geraden und Bögen plan sind. Sonst kommt es leicht zu Entgleisungen. Sollten sich die Profile nicht von selbst in Position bringen, habe ich mit einer Maschinenwinde nachgeholfen und die Geraden etwas gespreizt.

LG,
Valentin
Largy - 17.06.17 18:12
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

nach einiger Zeit gibt es jetzt wieder ein Update. Die letzten Wochen habe ich hauptäschlich für Details aufgewendet. Dort und da waren gehäuft Entgleisungen feststellbar. Der Verzug vom Schweißen einiger Weichen hatte auch Probleme verursacht. Die große Runde funktioniert jetzt schon recht gut- fast alle Abschnitte können mit Höchstgeschwindigkeit durchfahren werden.


Zuerst wurden alle drei Cattle- Grids fertiggestellt. Die Versuche mit den Pferden zeigten, dass die Abschreckung so groß ist, dass sie nicht einmal in die Nähe gehen. Die Grabungsarbeiten haben den Boden natürlich etwas verändert. Die Auswirkungen sind durch nicht abfließendes Wasser in der Vertiefung des Übergangs erkennbar.


Bevor das Gras angeseht wurde, habe ich die Anschlüsse des Terrains an die Bahntrasse abgezogen. Die Unebenheiten und teilweise notwendigen Einschnitte um den Gefälleausgleich realisieren zu können, sind nun Geschichte.


Hinter dem Haus zweigt das Gleis zur Werkstatt ab. Es liegt aber momentan nur provisorisch auf Schotter.


Der restliche Bereich der hinteren Tenne wurde mittels Lieferbeton betoniert. Leider mussten aufgrund der schlechten Zugängigkeit die 6m³ Beton mit Schubkarren an Ort und Stelle gebracht werden. Das war aber auch innerhalb 50 Minuten Dank 2 Helfer erledigt.


Der Bereich zwischen den Schienen wurde dann später mit der Mischmaschine betoniert.


Der starke Wind kam wie gerufen, so konnte ich mit den geknickten Bäumen den Rungenwagen beladen und die Lok mal wieder auf ihre Leistungsfähigkeit testen. Auch das steilste Teilstück im hinteren Bereich des Hofes konnte die Lok nicht in die Knie zwingen. Was man allerdings sofort merkt, ist der Bewuchs in Gleisnähe. Beim Überfahren solcher Stellen kann es durchaus passieren, dass man korrigierend eingreifen muss, sonst würde die Lok schleudern.


Der unbeladene Wagen vor dem Rungenwagen machte widererwarten aber keine Probleme bei der Testfahrt. Er blieb dank der Korrekturen des Gleisbetts immer auf Schiene.


Eine zufällig vorbeifliegende Drohne machte diese Bilder. Man kann schön das gesamte Ausmaß erkennen. Die braunen Flecken werden auch bald wieder mit Gras bewachsen sein. Spätestens nächstes Jahr wird sich die Bahn schön in die Umgebung eingliedern.


Auf der Rückseite des Hofes kann man noch den Betonschotterhaufen erkennen, sowie unterhalb die Reste des Gleisschotters, den ich mir für Korrekturen aufbehalten habe.

Grüße,
Valentin
der Verrückte - 17.06.17 19:12
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
...zufällig vorbei fliegende Drohne... Lachend
Ja wenn man denn einen grossen Garten hat...
Mal dran gedacht, die Grundstücke auf der anderen Strassenseite mit ans Netz zu binden?
Ick bin einigermassen beeindruckt. Weiter so!
Gruss, Ole
kartonbahner - 17.06.17 20:58
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sers Valentin,

Largy hat folgendes geschrieben::
... Zuerst wurden alle drei Cattle- Grids fertiggestellt. Die Versuche mit den Pferden zeigten, dass die Abschreckung so groß ist, dass sie nicht einmal in die Nähe gehen ...


... es freut mich zu lesen, dass die Lösung mit den Cattle Grids funktioniert ... Sehr glücklich

Eine Bitte hätt' ich noch: Könntest Du mir die Höhe des Rahmens Deiner Lok nennen?

Freundliche Grüße nach AT
Largy - 18.06.17 08:38
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

@Ole: Mein Nachbar ist von der Konkurrenz- Taxiunternehmer. Der Anschluss da rüber wird einiges an Überzeugungsarbeit kosten Winke

@Gerald:
Ich hab dir eine Zeichnung mit den wichtigesten Maßen reingestellt...


Grüße,
Valentin
kartonbahner - 18.06.17 14:29
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Largy hat folgendes geschrieben::

@Gerald:
Ich hab dir eine Zeichnung mit den wichtigesten Maßen reingestellt...


... 1.000 Dank ... Cool
Kellerbahner - 18.06.17 18:59
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo Valentin,

den Fortschritten und Aktionen auf Deiner Großbaustelle schaue ich ja nur staunend zu: einfach grandios lupe bin dafür Respekt .

Aber Deine ausführlichen Berichte mit Bildern und Filmen - das ist zudem noch besonders (gut) Ausruf


In Deinem letzten Beitrag (17.6.) sind natürlich die Copterbilder (es war doch hoffentlich nicht doch eine Drohne des österreichischen Militärs Winke Winke Frage ) einfach nur genial - da gehst Du jetzt richtig in die 3te Dimension Geschockt .


Aber besonders gelungen finde ich zudem (wieder) das 6te Bild:




Aufzählung Perfekter (gestaffelter) Hintergrund, reale Komposition, die Strecke in die ´Natur´ eingebunden, mit dem Traktorgespann eine ´Fortsetzung´ zu vermuten ... Schlaumeier


Und dann noch die ´Fuhre´ selbst: die Baumstämme - und was für welche Ausruf


Da ist das Gewicht der Ladung richtig zu spüren, die Länge derselben und auch der Zweck und Funktion des ´Pakets´ selbst: Stämme, Ketten, Auflagen, stabile Rungenwagen.


Da freue (nicht nur) ich mich auf weitere Berichte, Bilder und Filme von Dir Sehr glücklich .


Gruß vom

Kellerbahner
Largy - 12.07.17 19:16
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Danke an den Kellerbahner für die netten Worte! Du hast das ganz gut analysiert- das Foto ist nicht zufällig so entstanden. Es hätte zum einen auch vor 40 Jahren aufgenommen sein können und zum anderen habe ich, wie du schon erwähnt hast, besonders auf die Integration in die Landschaft geachtet. Die Natur leistet ihren Beitrag in Form von Gras und Vegetation, sodass fast alle Spuren des Umbaus Geschichte sind.

Nachdem mich mein Lieferant für Normteile leider sitzen hat lassen und ich in meiner Urlaubswoche leider nicht die Fortschritte machen kann, die ich mir gedacht habe, gibt es schon mal ein paar Bilder von den Einzelteilen. Vielleicht hat ja schon jemand eine Idee, was das werden könnte...









Grüße,
Valentin
kartonbahner - 12.07.17 19:46
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Largy hat folgendes geschrieben::
... Vielleicht hat ja schon jemand eine Idee, was das werden könnte...


Der Speisewagen (Grill und Biertender) vielleicht? Nicht, dass ich da etwas Entsprechendes erkennen würde, sondern weil Du den (weiter vorn im Thread) erwähnt hast ... Augenrollen

Freundliche Grüße
maxrani - 13.07.17 14:15
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
e veramente un sogno per ogni appassionato!!!
Largy - 13.07.17 20:21
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Der Speisewagen ist es nicht...
...aber mit foglenden Bildern wird es einfach:







Grüße,
Valentin
Battli - 13.07.17 20:26
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Ach so..!
Sehr glücklich Verdrehter Teufel Augenrollen
Das wird ja was
meint
Battli
kartonbahner - 13.07.17 20:30
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
... jetzt erkenn' ich es auch ... Lachend ... kann man "damit" auch auf einer so schmalen Spurweite fahren Frage (weil der Schwerpunkt wohl höher liegt, als bei der Lok - oder?)
Frédéric - 13.07.17 22:06
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Das wird entweder ein Tempolimit oder überhöhte Kurven nach sich ziehen... Lachend
Largy - 14.07.17 08:25
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Der Schwerpunkt wird sicherlich höher sein als bei der Lok. Ich habe aber versucht sehr viel Masse im unteren Bereich zu generieren. Die Lagerböcke sind sehr massiv und auch die Räder sind aus dem Vollen gedreht. Das müsste eine Masse von 120kg bis zur Bodenplatte ergeben. Die Federung wird auch ihren Beitrag leisten und so hoffe ich, dass das funktioniert.

Die Besonderheit ist ein Zweiganggetriebe, um auch für die Steigungen gerüstet zu sein. Ich könnte mir vorstellen, dass man ganz schön pumpen muss, wenns bergauf geht. Zumindest bergauf kann ich sicher auf ein Tempolimit verzichten Winke

Für das Bergabfahren ist auch eine Bremse vorgesehen.






Grüße,
Valentin
kartonbahner - 14.07.17 09:35
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
... sehr cooool ... Cool
volkerS - 14.07.17 10:42
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo,
wir haben im Verein so etwas für 7,25 Zoll. Funktioniert ebenso problemlos.
Volker
Largy - 15.07.17 20:51
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Heute habe ich größere Fortschritte machen können, da die Normteile endlich den Weg zu mir gefunden haben. Ich finalisierte erst die Antriebsachse:



Man sieht hier recht schön das Zweiganggetriebe. Die Kettenräder sind jeweils auf 2 Kugellagern gelagert und nicht mir der Keilwelle verbunden. Sie sind mit den Klauen verpresst und verschweißt. Die Gegenstücke der Klauen sitzen auf einer Keilnabe die auf der Welle hin und her gleiten kann. Damit lassen sich 2 Gänge auf einer Welle realisieren. Das linke Rad ist auf die Keilwelle gepresst, das rechte Rad habe ich Zwecks Reparaturfreundlichkeit mit einer Spannbuchse auf der Welle befestigt.

Dann folgte der Zusammenbau aller Komponenten bis schlussendlich eine Testfahrt erfolgen konnte



Die Kettenspannung erfolgt durch Verschieben der Kurbelwelle. Durch die Fähigkeit der Stehlager auch seitliche Verschiebungen kompensieren zu können, lassen sich beide Ketten somit gleich spannen- natürlich auf Kosten der Parallelität der Kurbelwelle. In diesem Fall sind es aber nur 2mm Unterschied.



Hier der Link zur Testfahrt: https://www.youtube.com/watch?v=5gsFMwQKbVk
Das war übrigens der 2. Gang und eine mittlere Steigung und zugleich der Beweis, dass es mit der Spurweite funktioniert und laut Volker ja auch noch kleiner möglich ist...

Nach dem Verlust eines halben Fingernagels machte ich mich dann wieder leicht lediert ans Werk die erkanten Mängel zu beheben. Durch eine zu schnelle Änderung der Konstruktion stimmte die Bodenfreiheit nicht. Diese war um einige mm zu gering. Das war aber schnell behoben und es folgten die Arbeiten an der Bremsanlage.

Hier noch Bilder von einem Schwertransport am letzten Wochenende:



Das Steilstück der Anlage:


Grüße,
Valentin
volkerS - 16.07.17 01:23
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo Valentin,
eleganter wäre es wenn du bei korrekt montierter Kurbelwelle die dann lockere Kette oder gleich beide mit Rollring Kettenspannern http://www.roll-ring.com/ versehen würdest.
Diese genialen Teile erfordern absolut keine mechanischen Veränderungen an deiner Konstruktion.
Volker
Largy - 16.07.17 18:40
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Danke, Volker, für den Tipp. Das war mir bis jetzt nicht bekannt. Ist echt ein tolles System und in jedem Fall die elegantere Lösung.

Am letzten Tag meiner Urlaubswoche habe ich Bremse aud Aufbau finalisiert.
Der Bremshebel auf der rechten Seite sitzt direkt auf der hinteren Bremswelle mit der auch die Bremsklötze ausgelenkt werden. Die Bremsklötze habe ich mit meiner CNC- Fräse aus einem Fichtenpfosten gefräst. Später sollen dort andere Hölzer verwendet werden.



Mit montierter Bodenplatte steht man gleich viel besser und bekommt auch mehr Kraft auf die Wippe.



Jetzt fehlt noch der Ganghebel und ein paar Kleinigkeiten, dann sollte alles fertig sein und auch ordnungsgemäß funktionieren.

Grüße,
Valentin
Largy - 13.10.17 20:38
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Servus,

Pünktlich zum einjährigen Jubiläum möchte ich gern ein Update geben.

Es hat sich wenig "Sichtbares" getan in letzter Zeit. Ich war aber immer fleißig am Verbessern der Strecke, was mich allein einige Wochen gekostet hat, und kann nun alle Strecken ohne Entgleisen befahren. Besonders die steilen und zugleich kurvigen Abschnitte hatten es in sich.

Zudem habe ich die Draisine noch überarbeitet und um einen Ganghebel und die Bremsen ergänzt.


Der Ganghebel kann in 3 Stellungen gebracht werden. Mit dem ersten Gang tut man sich besonders im Einmannbetrieb leichter. Sonst kann eigentlich immer auf die Zweite geschaltet werden.


Die Bremsklötze sind Frästeile und wurden noch einmal aus einem häretern Holz hergestellt. Die Bremswirkung ist mit 4 Stück perfekt.


Jetzt fehlt noch der Anstrich und das Projekt kann als abgeschlossen betrachtet werden.

Alles in allem bin ich doch sehr zufrieden mit der Jahresleistung. Kurz zusammengefasst wurden mehr als 8 Tonnen Stahl verarbeitet und insgesamt 80kg Draht bzw Zusatzwerkstoff verschweißt, was auch eine satte Stromnachzahlung ergeben hat Grins
Vielleicht auch noch interessant ist, dass ich insgesamt über 300 Tonnen Schotter und 500m² Vlies verarbeitet habe.
Die Arbeitsstunden und das Finanzielle will ich mal unerwähnt lassen...

Danke, an dieser Stelle, an alle, die mich mit Rat und Tat unterstützt haben und somit wertvolle Beiträge geleiset haben!

Hier noch ein Video das Anfang September entstand. Das war zugleich der Dauertest für die Lok. Meine Kumpels haben mir einen Besuch abgestattet und sind stundenlang ohne Unterbrechung gefahren.
In dieser Jahreszeit sieht der Wein besonders schön aus, sodass sich eine Fahrt durch die untere Kehrschleife bezahlt macht.

https://www.youtube.com/watch?v=aYMHu08zBT4

Grüße,
Valentin
Largy - 04.08.19 20:18
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Grüß Euch,

Ich wollte nach der langen Zeit wieder einmal ein Update posten. In der Zwischenzeit musste unser Gemüsegarten einer Drehscheibe samt Lokschuppen weichen. Die Story dazu:


Hier sieht man den Ausgangszustand. Es musste also alles raus und auf Niveau gebracht werden.


Die Betonumrandung wurde mit dem Bagger entfernt und die Erde abgetragen um ein Schotterbett zu ermöglichen.


Bei Schlechtwetter wurde dann immer in der Werkstatt an der Bühne gearbeitet. Durch die CAD Zeichnung konnten die Formrohre genau abgelängt werden.


Testweise wurde dann die Bühne in die fertig betonierte und gemauerte Grube gesetzt. Hier fehlt noch die Schiene um Umfang auf der dann die 4 Räder laufen.


Es folgten dann die Schotterarbeiten und der Aufbau des Lokschuppens. Da alles aus dem Winkel ist, war die Konstruktion und der Aufbau etwas anspruchsvoll.


Zum Schluss noch die Türen montiert und den Lichtmast mit Nachrichtendienst aufgestellt. Um auch etwas aufs Budget zu achten, wurde das Dach mit Trapezblech gedeckt. Der Zuschnitt auf die Form war wieder eine Herausforderung.


Dann folgte der Probebetrieb mit Lok und Personenwagen. Alles funktionierte wie gewünscht.


Die alten Werstattlampen mit E40 Gewinde wurden auch noch an 2 Masten montiert und geben im Dunklen ein schönes Licht.


Hier der Blick von oben. Es musste natürlich auch eine Kreuzung eingebaut werden, wenn man die Möglichkeit schon hat. Dazu wurde das Werkstattgleis aufgetrennt und ist ab sofort nur mehr von der Drehscheibe aus zu erreichen. Das Gleis ganz links wird dann noch verlängert und mündet wieder in die Hauptstrecke ein.


Es folgte noch die Montage der Beplankung und der Motorabdeckung.


Hier der Anblick auf die fertige Anlage.


und hier bei Nacht...

Das Video ist vom ersten Mal in Betrieb nehmen:
https://www.youtube.com/watch?v=OY2i_2JCDIk

Grüße,
Valentin
GBMEGGTAL - 04.08.19 22:00
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo Valentin

Einfach Super was du da hinzauberst Respekt
Vielen Dank das du uns mit Fotos teilhaben lässt und freuen uns auf noch viele weiter Updates von dir.

Könnte schon ein Vorbild für einen Nachbau im Modell sein gruebel

Gruss Sigi
volkerS - 05.08.19 06:48
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo Valentin,
hat es sich in den zurückliegenden 9 Monaten bewährt, dass die Drehscheibe nur einseitig eine Veriegelung besitzt? Oder kann deine Drehscheibe nur <180° Turns wegen der Spannungsversorgung?
Volker
Schrauber - 05.08.19 07:57
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Hallo Valentin,

erst mal fetten Respekt für deine Arbeit Respekt und das du uns hier teilhaben lässt.

Das sieht alles sehr gut durchdacht, solide und sehr funktional ausgeführt aus gut

Ich hätte noch eine Frage, wie genau hast Du den "Königstuhl" ausgeführt? Da würde mich auf jeden Fall die mechanische Lösung, aber auch die Elektrik interessieren?

Vielen Dank schon mal im Voraus,
Largy - 05.08.19 09:58
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Grüß euch,

vielen Dank!

Die Übertragung der elektrischen Energie erfolgt über einen Schleifringübertrager, der in der Mitte des Königstuhls sitzt. Daher sind uneingeschränkte Drehungen möglich.

Die Verriegelung ist nur einseitig auf der Bühne ausgeführt. Durch eine Verriegelungsplatte (auf dem Bild noch nicht sichtbar) jeweils 180° zu den abgehenden Gleisen wird eine Verriegelung in jeder relevanten Position ermöglicht. Dadurch kann man Wagen und Lokomotiven auch wenden.

Der Königstuhl ist ein Rohr mit 70mm Durchmesser das unten gegen eine Platte ausgesteift ist, die dann mit der Betonplatte verschraubt ist. Die Bühne gleitet über ein größeres Rohr auf dem Rohr des Königstuhls. Darin befindet sich der Übertrager mit Abdichtung. Das Ganze ist mit Schmiernippeln geschmiert. Auf dem Königstuhl kommt aber so gut wie keine Bealstung, da die Kraft über die Räder auf die Schiene am Umfang abgeführt wird. Er dient also nur zur Zentrierung.

LG,
Valentin
eXact Modellbau - 05.08.19 10:29
Titel: Re: Feldbahn auf 10 1/4"
Sehr sehr schön! Zustimmung

Die Ausgaben dürftest Du bald wieder drin haben, wenn Du die Kinder der Nachbarschaft zum Karusselfahren bringst. Cool

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