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Elektrik - Goldcaps revisited


Henner (Henry) - 09.03.14 16:17
Titel: Goldcaps revisited
Goldcaps oder ihre zahllosen Varianten waren vor einigen Jahren ein heisses Thema. Da ich diese fuer ein neues Projekt einsetzen will, hier einige Fragen und Anmerkungen:
1. Ihr setzt die Dinger in Reihenschaltung ohne "Firlefanz" wie Querwiderstaende oder Z-Dioden ein. Wie hat sich das ueber Jahre hinweg bewaehrt? Die Datenblaetter aller Hersteller empfehlen solche Schutzmassnahmen. Entgegen mancher Aussagen hier enden nicht alle Kondensatoren beim Laden mit der gleichen Spannung:
Achtung - Theoriemodus an:
Ladung = mittlerer Strom x Zeit (oder noch hochgestochener das Integral Strom ueber Zeit)= Kapazitaet x Spannung.
In einer Reihenschaltung bekommen alle Kondensatoren die gleiche Ladung. Wenn die Kapazitaet unterschiedlich ist, enden sie mit verschiedener Spannung. Unterschiedliche Leckstroeme machen das nur noch schlimmer.
Theoriemodus wieder aus.
Falls es trotzdem ohne "Firlefanz" ueber Jahre hinweg funktioniert, kann es nur folgende Gruende haben:
a) Die Kapazitaetsunterschiede innerhalb einer Charge sind so gering, dass die Spannungsunterschiede gering bleiben.
b) Die Leckstroeme sind fast identisch und genuegen zum Ausgleich
c) Die Kondensatoren sind wesentlich spannungsfester als im Datenblatt angegeben. In der Tat laden Saalflieger die Gold-Caps bis zu 3,6V auf, ohne dass sie gleich abrauchen. Ich habe sowas auch mit meiner kleinen Diesellok experimentell gemacht; allerdings verlieren die Caps relativ rasch die Kapazitaet.
Deswegen meine Frage nach dem Langzeitverhalten.
2. Es gibt inzwischen kleine flache 5.5 V Typen mit geringem Innenwiderstand (5.5 V, 470mF, 45mOhm). Die flache Bauform koennete fuer einige Anwendungen interessant sein.
http://search.murata.co.jp/Ceramy/CatalogAction.do?sHinnm=?%EF%BF%BD&sNHinnm=DMF3Z5R5H474M3DTA0&sNhin_key=DMF3Z5R5H474M3DTA0&sLang=en&sParam=dmf
3. Nach der Formel fuer die Hintereinanderschaltung von Kondensatoren verringert sich die Kapazitaet mit der Anzahl der Elemente. Ich hatte immer Probleme, mir dies klarzumachen (die Formel luegt nicht), da der einzelne Gold-cap ja keine Kapazitaet verliert! Die Loesung liegt darin, dass die Formel annimmt, dass der einzelne Kondensator, der die Reihenschaltung ersetzt, die volle Spannung vertraegt. Das gibt rechnerisch (siehe oben) eben eine groessere Kapazitaet. Bei Gold-caps ist wie gesagt die Spannung begrenzt, aber trotz Reihenschaltung addiert sich der Energieinhalt der einzelnen Kondensatoren. Denkt mal drueber nach...
Regards
volkerS - 09.03.14 16:42
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Henry,
ich habe meinen Gold-Caps immer Ausgleichswiderstände spendiert, auch wenn ich sicher war, dass sie aus einer Fertigungscharge stammen. Kam allerdings selten vor, da ich meist 5,5V-Typen nutzte.
Volker
Pirat-Kapitan - 09.03.14 19:38
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Henry,
ich kann nur aus der Praxis berichten (Praxis ist, wenn es nach allen Regeln der Theorie nicht gehen darf, aber es trotzdem funktioniert).

Ich nehme GoldCaps in Reihenschaltung bis die erforderliche Spannungsfestigkeit erreicht ist. Früher hatte ich noch einen 7824 davor, inzwischen verzichte ich darauf. Das einzige, was neben den GoldCaps noch da ist, ist die Ladecshaltung (Ladewiderstand und Schottky-Diode) sowie ein Schalter zum Abschalten der GoldCaps für Programmierzwecke.
Z-Dioden und Ausgleichs-Widerstände an jedem GoldCap hatte ich nur bei meinem aller ersten Versuch, danach war mir das viel zu viel Aufwand. Bislang hat sich noch keine einzige GoldCapsschaltung bei mir beschwert.

Schöne Grüße
johannes
Andreas B - 10.03.14 00:35
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hi Henry
auch ich verwende schon länger Goldcaps in meinen Loks
genau so wie Fido hier eine Schaltung veröffentlicht hat.

Ich verbaue auch nur den Ladewiederstand (mit Sprerr-Diode) damit ich beim Einschalten der Anlage nicht die Zentrale zu sehr belaste.
Ein Schalter zum abschalten des Puffers ist bei manchen Zentralen zum Programieren erforderlich deshalb ist der bei mir auch drin.
Die Schaltung funtkioniert schon viele Jahre sehr, sehr gut!

In einigen geräumigeren Loks habe ich je 3 Stück Elkos 25V 22.000uF verbaut dieser Puffer ist deutlich schneller leer als die Goldcaps.

Beste Grüße
Andy
fido - 10.03.14 09:22
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hi,

ich habe die Schaltung mit einer Drossel ergänzt und verwende sie in fünf Loks seit vielen Jahren völlig ohne Probleme.

Die Drossel ist für das sichere Programmieren des Decoders nötig.
BR365 - 29.06.15 14:48
Titel: Re: Goldcaps revisited
Henry hat folgendes geschrieben::

3. Nach der Formel fuer die Hintereinanderschaltung von Kondensatoren verringert sich die Kapazitaet mit der Anzahl der Elemente. Ich hatte immer Probleme, mir dies klarzumachen (die Formel luegt nicht), da der einzelne Gold-cap ja keine Kapazitaet verliert! Die Loesung liegt darin, dass die Formel annimmt, dass der einzelne Kondensator, der die Reihenschaltung ersetzt, die volle Spannung vertraegt. Das gibt rechnerisch (siehe oben) eben eine groessere Kapazitaet. Bei Gold-caps ist wie gesagt die Spannung begrenzt, aber trotz Reihenschaltung addiert sich der Energieinhalt der einzelnen Kondensatoren. Denkt mal drueber nach...

OK, ich glaube, ich verstehe was Du meinst. Ein Elko mit 1F und 2,5V Nennspannung speichert maximal bei 2,5V Ladespannung E = 0,5 * C * U * U = 3,125 Ws.

Bei einer Reihenschaltung von 10 dieser Elkos wird dagegen bei 25V Ladespannung E = 0,5 * C * U * U = 31,25 Ws (C=0,1F, U=25V), also genau 10 x die Energie von einem Elko mit 1F an 2,5V.

Der Energiegehalt addiert sich, aber eben weil die mögliche Ladespannung sich mit jedem weiteren in Reihe geschalteten Elko addiert.

Lädt man die Reihenschaltung von 10 1F-Elkos mit 2,5V, so beträgt die gespeicherte Energie auch nur E = 0,5 * C * U * U = 0,3125 Ws (C=0,1F, U=2,5V), also 1/10 der in einem 1F-Elko bei 2,5V gespeicherten Energie.
BR365 - 05.06.17 16:04
Titel: Re: Goldcaps revisited
Moin Experten,
ich habe ein weiteres Ladepaket zusammengelötet. Um die HighCaps gegen Überladung zu schützen, habe ich dieses Mal jedem Elko eine Z-Diode spendiert.

Ich habe folgende Bauteile verwendet:
- 10 x 2,5V/1F HighCap
- 10 x 2,4V Z-Diode
- Schottky-Diode SB540
- Ladewiderstand 100 Ohm / 1W

Das Ergebnis ist jedoch im Vergleich zum vorherigen Ladepaket enttäuschend. Das Pufferpaket puffert nur wenige Sekunden, die Spannung fällt sofort sichtbar ab.

Kann es sein, dass eine der z-Dioden zu früh durchschaltet?











Ich könnte nun auch alle Z-Dioden wieder entfernen und erneut testen. Oder ein weiteres Elkopaket anfertigen, Platz ist vorhanden.

In dem Schienenbus werkelt ein Esu LokSound V3.5 XL.

Gruß,
Moritz
volkerS - 05.06.17 18:32
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Moritz,
die Zener-Dioden sollten weniger das Problem sein. Diese haben zwar Leckströme, die sind aber unterhalb der Durchbruchspannung minimal. Du hast zwar keinen Schaltplan gezeigt, aber ich vermute du hast die SB540 so parallel zum Ladewiderstand geschaltet, dass die Anode an den Elkos angeschlossen ist. Kann es sein, dass dein Problem darin besteht, dass du das "Powerpack" falsch angeschlossen hast? Wo hast du am ESU Loksound 3.5 das Powerpack angeschlossen? Ich kenne keine vorgesehene Anschlußmöglichkeit.
Volker
BR365 - 05.06.17 19:19
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Volker,
genau, die Schottky ist parallel zum Ladewiderstand, so wie hier http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?t=1000&postdays=0&postorder=asc&highlight=zdiode&start=20 auch schon Mal beschrieben wurde.

Am LokSoumd 3.5 XL habe ich an GND und U+ das Elkopaket angeschlossen. Das funktioniert, aber eben nicht so lang, wie erwartet.

Oder möchte der LS 3.5 XL wie auch der LokPilot 3 nicht nur U+ sondern auch die interne 5V-Spannung gepuffert haben?

Gruß
Moritz
volkerS - 05.06.17 19:51
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Moritz,
wenn sich Ub+ vor der Erzeugung der 5V-Spannung befindet dann nein, da dann diese aus dem Powerpack versorgt wirdt. Anders sieht es aus, wenn Ub+ und 5V auf getrennten Wegen direkt aus der Gleisspannung erzeugt werden. Da könnte eine weitere SB540 zum Eingang des 5V-Reglers zum Erfolg führen.
Volker
Henner (Henry) - 05.06.17 20:18
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Moritz, Volker,
Die Z-Dioden fuer Spannungen unterhalb etwa 6V haben einen sehr "weichen" Knick. Da gehen die Leckstroeme schon mal in die 10..50mA, d.h. es kann moeglich sein, dass Deine Kette nicht richtig geladen wird. Miss mal die Spannung an Deinem Powerpack nach dem Widerstand. Die Doppelschichtkondensatoren (nicht Elkos), die Du gewaehlt hast, sind ein ganz guter Kompromiss zwischen Preis und Innenwiderstand (1Ohm, d.h. 10Ohm fuer die Kette). Allerdings kann Deine (Anfangs-)Spannung bei etwa 100mA Belastung um ca. insgesamt 1V zusammenbrechen, bei hoeherer Belastung entsprechend mehr. Ich wuerde mal die Z-Dioden weglassen. Mit 10 C's in Reihe solltest Du keine Probleme bekommen.
Regards
BR365 - 05.06.17 21:11
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Henry,
danke für die Erklärung, das wird wohl das Problem sein. Dann löte ich die Z-Dioden wieder ab und teste erneut. Da mit max. 18V gefahren wird, liegt die Ladespannung pro Elko mit 1,8V ja noch deutlich unter den 2,5V. Da sollte dann hoffentlich auch bei den Toleranzen der Elkos nichts passieren.

Gruß,
Moritz
fido - 06.06.17 14:07
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hi Moritz,

ich verbaue in den letzten Jahren meistens 10 Goldcaps á 2,5V und hatte auch bei 22V am Gleis noch keine Probleme mit den Goldcaps. Es fällt ja auch Spannung am Eingangs-Gleichrichter des Deoders ab.
BR365 - 06.06.17 21:44
Titel: Re: Goldcaps revisited
Danke auch Dir, Fido.

Aber nun bin ich doch stutzig geworden. Habe ich doch in diversen Beiträgen auf anderen Seiten gelesen, dass sich der LokSound V3.5 XL angeblich gar nicht puffern lässt bzw. zusätzlich die Pufferschaltung auch für die 5V-Spannung benötigt, die man an den Lötpads an der Unterseite anschließen muss.

Meine Versuche zeigten jedoch eine Pufferwirkung, wenn auch schwächer als erwartet, was ich aber eher auf die z-Dioden zurückführe.

Ich werde daher wie folgt vorgehen:
1. z-Dioden entfernen und erneut testen.
2. ggf. Zusätzlich die 5V-Spannung puffern mit einem Elko oder 3x2.5V HighCaps.

Gruß
Moritz
Henner (Henry) - 06.06.17 22:32
Titel: Re: Goldcaps revisited
Ich kenne diesen Decoder nicht, aber im Normalbetrieb bekommt er seine gesamte Energie ueber die Schienen. Wenn Du hinter dem Brueckengleichrichter pufferst, sollte das ausreichen (sofern nicht ein zweiter Gleichrichter fuer 5V eingebaut ist, was ich bezweifele). Uebrigens etwas OT: Ich sehe, Du baust das in einen WEG Triebwagen ein. Ich habe sowas in HOm (ebenfalls mit Pufferkondensayoren) in der Mache: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=50&t=145389
Regards
BR365 - 07.06.17 07:43
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Henry,
der T34 ist nicht meiner, sondern gehört meinem Nachbarn, der hier im Buntbahn-Forum auch angemeldet ist. Ein tolles Handarbeitsmodell.

Deiner sieht auch schon gut aus, ich bin auf die Bilder gespannt, wenn er mal fertig lackiert ist.

Noch eine Frage zu Deinem Decoder: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?p=1641373&sid=c9fb706482493171cb7965962477483c#p1641373

Wieso schließt Du den Decoder über einen 33 Ohm Widerstand an die Gleisspannung an? Mit 0,5W dürfte der erstens zu schwach sein und zweitens die Stromaufnahme des Decoders zu stark begrenzen.

Gruß,
Moritz
Henner (Henry) - 07.06.17 18:15
Titel: Re: Goldcaps revisited
BR365 hat folgendes geschrieben::
Hallo Henry,
...Wieso schließt Du den Decoder über einen 33 Ohm Widerstand an die Gleisspannung an? Mit 0,5W dürfte der erstens zu schwach sein und zweitens die Stromaufnahme des Decoders zu stark begrenzen.

Gruß,
Moritz

Moritz,
der Decoder arbeitet mit 3V, d.h. ich muss ca. 10V "vernichten". Die Stromaufnahme der Faulhabermotore, die ich hier verwende, liegt bei etwa 30..40mA. Der Widerstand wird selbst im Dauerbetrieb gerade mal handwarm. Der Rest der Verlustleistung wird in dem Spannungsregler "verbraten". Als ich den Decoder 2008 entwickelte, musste ich einen Kompromiss zwischen Arbeitsspannung des damals verwendeten Mikroprozessors (>2,7V) und der Spannungsfestigkeit der Doppelschichtkondensatoren finden. Die Kondensatoren habe ich etwas ausserhalb der Spezifikation mit 3V betrieben (Saalflieger laden sie bis 3,6V auf!). Heute koennte man das wesentlich entspannter sehen, da es Kondensatoren gibt, die bis 3V arbeiten und Prozessoren, die bis 1,8V herunter funktionieren.
Das Ganze war damals fuer eine HOe Roco Feldbahnlok gedacht als Antwort zu einer Aussage, dass die Dinger nicht zu einem vernuenftigen Betrieb geeignet sind...
Regards
coloradorailroad - 08.06.17 01:06
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Moritz,

der 3.5 möchte definitiv auch die 5V extra gepuffert haben.
Etwa 1/3 bis halbe Kapazität des "Leistungs"kondensators ist zu empfehlen.
Oder von diesem per Spannungsregler abzweigen.

Wenn die Pufferung der 5 V zu klein ist, merkt man das am plötzlichen Abschalten des Motors, ansonsten geht der Motor nur langsam in der Drehzahl runter.

Gruß
Wolfgang
Henner (Henry) - 08.06.17 02:43
Titel: Re: Goldcaps revisited
Kann jemand die Eingangsschaltung des LokSound V3.5 XL(Gleis -> Motorbruecke, bzw. Prozessor ) skizzieren?
Regards
davis - 08.06.17 07:34
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Moritz,
jetzt habe ich doch mal ein Problem. Ich verwende seit Jahren mit bestem Erfolg fidos Schaltung mit Green-Caps 3,3F , 2,5V allerdings mit Lenz, Uhlenbrock oder Zimo- Decodern. Letztes Jahr habe ich mir die Kiss 99 6001 geleistet aus Mangel an Selbstbauvermögen, die nun den ESU XL 4.0 verbaut hat mit dem integrierten "Power Pack". Die Eigenschaften im Auslauf reichen nicht im Entferntesten an den Selbstbau C- Block heran. Kiss erzählt mir leider nicht, wie ich die Lok öffnen muss, ohne zu viel zu demontieren, um an den Decoder zu gelangen aber letztlich werde ich es doch tun müssen, um einen zusätzlichen Puffer einzubauen. Wie sind denn bei ESU die beiden Kondensatoren intern aufgeschaltet? Puffern sie nur 5V und kann man problemlos einen Puffer an die Zwischenkreisspannung (20V und Masse) legen?
Beste Grüße
davis
volkerS - 08.06.17 08:45
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Davis,
hast du schon einmal mit CV113 gespielt? Lt. Bedienungsanleitung Seite 30 aktuelle Ausgabe (14.09.16) hat dies Einfluss auf die Auslaufeigenschaften. Es soll, gleiche Seite, auch keine Möglichkeit des Anschlusses eines externen Powerpacks geben. Wenn überhaupt, dann musst du ein zusätzliches Powerpack an Zwischenkreisspannung/Masse anschließen.
Zum Öffnen der Lok kann ich leider keine Infos geben.
Volker
davis - 08.06.17 15:16
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Volker,
natürlich, von Haus aus ist in cv 113 150 programmiert, das sind ca. 2,45s,
ich habe auf 255 (Maximalwert) = ca.4,2s erhöht, es tut sich wenig. Über normal verschmutzte Gleisabschnitte, die mein B- Kuppler (Stainz- Fahrwerk ohne Haftreifen) mit o.a. C-Puffer ohne Probleme fährt, stottert die sonst wunderschöne Ballerina dahin.
Die Beschreibung sagt aus, dass eine weitere Pufferung nicht erforderlich bzw. vorgesehen wäre. Es heißt aber nicht, dass es nicht möglich ist. Deshalb meine Frage nach einschlägigen Erfahrungen.
VG
davis
volkerS - 08.06.17 15:56
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Davis,
möglicherweise liegt das Problem gar nicht am Decoder. Prüfe doch mal die Stromabnahme der Lok. Wenn diese zu ständigen Aussetzern neigt, dann kann der Powerpack kaum Laden bzw. ist ständig am Überbrücken. Hatte ein ähnliches Problem durch die besch... Ausführung der Stromabnahme am LGB-Krokodil
Im Zweifelsfall mal die Lok aufgebockt, nachdem du sie geöffnet hast, direkt an den Gleisanschlüssen des Decoder versorgen. Wenn du dann die Spannung trennst siehst du genau wie gut die Pufferung ist.
Volker
coloradorailroad - 08.06.17 22:14
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo,

der XL4 kann auch an U+ und GND zusätzlich gepuffert werden. Die Abschaltzeit in CV 113 ist dabei weiterhin aktiv.

Empfehlenswert ist ein Ladewiderstand von mindestens 100 Ohm.
Zusätzlich sollte eine allpolige Trennung per Schalter eingebaut werden.

Es ist auch möglich, den Ladestrom des Puffers nicht über den Decoder zu leiten, sondern direkt über einen Graetz von der Schiene abzunehmen.

Und, wichtig, abhängig von der Kapazität des Zusatzpuffers und der Abenteuerlichkeit der Verkabelung der sonstigen Komponenten kann es sein, dass die Überlastabschaltung des Decoders nicht mehr immer einwandfrei anspricht.

Gruß
Wolfgang
BR365 - 09.06.17 09:09
Titel: Re: Goldcaps revisited
coloradorailroad hat folgendes geschrieben::
Hallo Moritz,

der 3.5 möchte definitiv auch die 5V extra gepuffert haben.
Etwa 1/3 bis halbe Kapazität des "Leistungs"kondensators ist zu empfehlen.
Oder von diesem per Spannungsregler abzweigen.

Wenn die Pufferung der 5 V zu klein ist, merkt man das am plötzlichen Abschalten des Motors, ansonsten geht der Motor nur langsam in der Drehzahl runter.


Ja, da werde ich um einen zweiten Elko nicht drumherum kommen, wobei die Pufferung so auch schon ganz OK war. Also werde ich zum einen die z-Dioden entfernen und zusätzlich die 5V-Schiene puffern.

Gruß,
Moritz
Pirat-Kapitan - 09.06.17 22:22
Titel: Re: Goldcaps revisited
BR365 hat folgendes geschrieben::
Am LokSoumd 3.5 XL habe ich an GND und U+ das Elkopaket angeschlossen. Das funktioniert, aber eben nicht so lang, wie erwartet.

Oder möchte der LS 3.5 XL wie auch der LokPilot 3 nicht nur U+ sondern auch die interne 5V-Spannung gepuffert haben?

Gruß
Moritz

Moin Moritz,
beim ESU Loksound 3.5 XL bitte auch die interne Spannung puffern.
Wenn Du dazu eine Maling brauchst, mail mir. ich schraube dann mal meine BR218 auf.

Schöne Grüße
Johannes
Henner (Henry) - 12.06.17 21:07
Titel: Re: Goldcaps revisited
Pirat-Kapitan hat folgendes geschrieben::
BR365 hat folgendes geschrieben::
Am LokSoumd 3.5 XL habe ich an GND und U+ das Elkopaket angeschlossen. Das funktioniert, aber eben nicht so lang, wie erwartet.

Oder möchte der LS 3.5 XL wie auch der LokPilot 3 nicht nur U+ sondern auch die interne 5V-Spannung gepuffert haben?

Gruß
Moritz

Moin Moritz,
beim ESU Loksound 3.5 XL bitte auch die interne Spannung puffern.
Wenn Du dazu eine Maling brauchst, mail mir. ich schraube dann mal meine BR218 auf.

Schöne Grüße
Johannes

Mir ist nicht ganz klar, warum die 5V gepuffert werden. Meiner Meinung nach macht es mehr Sinn, die Spannung vor dem 5V Regler zu puffern, da damit ein weitaus hoeherer Spannungshub moeglich ist. Dabei gibt es zumindest fuer mich folgende Moeglichkeiten:

1. Der 5V Spannungsregler haengt mit am Brueckengleichrichter fuer die Motoren. Dann puffert ein einziges Kondensatorpaket beide Systeme.
2. Der 5V Spannungsregler wird von einem getrennten Brueckengleichrichter versorgt. Dann muss diese Spannung natuerlich getrennt gepuffert werden.
3. Der 5V Spannungsregler ist mit einer Diode von der uebrigen Stromversorgung entkoppelt. Auch in diesem Fall genuegt ein Kondensatorpaket aus Doppelschichtkondensatoren. Elkos koennen zwar den Prozessor puffern, aber nicht den Motor, waehrend Supercaps beides koennen.
4. Eine mir unbekannte Konstellation....

Regards
volkerS - 12.06.17 22:52
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Henry,
deinen Punkt 2 hatte ich ja schon in meinem Beitrag vom 5.6. als Möglichkeit vermutet. Dann sollte es aber theoretisch möglich sein über eine weitere Schottkydiode aus einem zentralen Powerpack vor dem 5-Voltregler zu puffern.
Volker
Henner (Henry) - 12.06.17 23:01
Titel: Re: Goldcaps revisited
volkerS hat folgendes geschrieben::
Hallo Henry,
deinen Punkt 2 hatte ich ja schon in meinem Beitrag vom 5.6. als Möglichkeit vermutet. Dann sollte es aber theoretisch möglich sein über eine weitere Schottkydiode aus einem zentralen Powerpack vor dem 5-Voltregler zu puffern.
Volker

Volker,
Du hast voellig recht. Sorry, hatte es "verdraengt". Aber vielleicht kann jemand zwingend erklaeren, warum man zwei Pufferbloecke mit entsprechendem Volumen/Preis braucht...
Regards
coloradorailroad - 12.06.17 23:44
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Henry,
ganz einfach:
unbedingt brauchen nicht, man kann auch vom "großen" Puffer die 5 V abzweigen.
Wahrscheinlich aber deswegen, weil die getrennten Anschlüsse relativ unkompliziert abzugreifen sind. Ich persönlich hätte jedenfalls keine Lust mehr, bei einem alten 3.5 noch große Untersuchungen zu starten.
Gruß
Wolfgang
Pirat-Kapitan - 13.06.17 14:16
Titel: Re: Goldcaps revisited
[quote="Henry"Aber vielleicht kann jemand zwingend erklaeren, warum man zwei Pufferbloecke mit entsprechendem Volumen/Preis braucht...[/quote]
Moin,
vielleicht, weil es so in der Beschreibung steht und eigenes Nachdenken / Testen unter Einbindung auch der nicht-monetären Kosten absolut unwirtschaftlich ist?
Der Puffer für den inneren Kreis kostet unter 1 EUR, der für den äußeren Kreis unter 6 EUR. Wo soll ich da noch sinnvoll an einer preislichen Optimierung rumdenken?

Schöne Grüße
Johannes
Henner (Henry) - 13.06.17 22:24
Titel: Re: Goldcaps revisited
Iss ja gut, ihr habt recht Winke
coloradorailroad - 14.06.17 01:08
Titel: Re: Goldcaps revisited
Grins
vor über 6 Jahren habe ich das schon so gemacht:

https://youtu.be/AthunMwX9sI

Liebe Grüße
Wolfgang
BR365 - 21.06.17 08:00
Titel: Re: Goldcaps revisited
Für die 5V Spannung müsste doch so ein kleiner GoldCap völlig ausreichend sein, oder?

Gold-Cap Kondensator 0.22 F 5.5 V

220.000µF sind ja nicht ganz wenig und die Steuerelektronik dürfte ja auch nicht so hohe Ströme ziehen.
jack - 21.06.17 16:47
Titel: Re: Goldcaps revisited
Zitat:
Für die 5V Spannung müsste doch so ein kleiner GoldCap völlig ausreichend sein, oder?

Das kommt darauf an.

C = F x V
C = A x s

Wenn die Steuer-Elektronik zwischen 4,5 und 5,5V arbeiten kann, ergibt das
1 Volt Spannungsdifferenz.

Eingesetzt ergibt das:

0,22 C = A x s

Die Elektronik kann für 10s 22mA ziehen, oder 44mA für 5s (natürlich rein
rechnerisch, praktisch wird's bestimmt weniger).

Schöne Grüße aus dem sonnigen Clausthal
Jack
BR365 - 21.06.17 23:04
Titel: Re: Goldcaps revisited
Na 5 Sekunden wäre eigentlich schon gut ausreichend, würde ich mal sagen, 10 Sekunden schon Luxus!
Henner (Henry) - 22.06.17 00:17
Titel: Re: Goldcaps revisited
jack hat folgendes geschrieben::
Zitat:
Für die 5V Spannung müsste doch so ein kleiner GoldCap völlig ausreichend sein, oder?

Das kommt darauf an.

C = F x V
C = A x s

Wenn die Steuer-Elektronik zwischen 4,5 und 5,5V arbeiten kann, ergibt das
1 Volt Spannungsdifferenz.

Eingesetzt ergibt das:

0,22 C = A x s

Die Elektronik kann für 10s 22mA ziehen, oder 44mA für 5s (natürlich rein
rechnerisch, praktisch wird's bestimmt weniger).

Schöne Grüße aus dem sonnigen Clausthal
Jack

Dies ist genau der Grund, warum ich auf der 5V Pufferung herumgeritten bin. In der Praxis wird der Spannungshub sogar noch kleiner sein, da die 5V mit ziemlicher Sicherheit stabilisiert und damit auf 5,0V festgelegt sind, waehrend der Reset des Prozessors bei z.B. 4,75V liegen kann. Ich glaube, diese Doppelpufferungsidee stammt aus einer Zeit, als noch Elkos zum Puffern verwendet wurden und der "Motorelko" sehr schnell leer wurde und damit auch dem Prozessor den Saft genommen hatte. Da der Prozessor weit weniger Strom zieht, kann er mit einer eigenen Pufferung laenger "ueberleben". Wenn man vor dem Spannungsregler puffert, hat man einige Volt fuer die Ueberbrueckung. Ich glaube immer noch, eine vernuenftige Pufferung fuer Motor/Prozessor mit einer Bank Doppelschichtkondensatoren ("Gold Caps") ist die bessere Loesung. Es scheint bei Moritz ja geklappt zu haben, nur hatte er nicht genug Saft in seinen Kondensatoren...
Regards
Pirat-Kapitan - 22.06.17 09:08
Titel: Re: Goldcaps revisited
Moin,
meine alten ESU Loksound XL (also die Version 1) kommen moch mit nur 1 Pufferkreis aus. Da habe ich nie Probleme mit der Pufferung gehabt, 1,40m Auslauf bei Reisegeschwindigkeit reichen mir. 60.000 myF Elko.
Leider hat ESU bei dem Versionwechsel der Loksounddecoder neben dem erforderlichen Lokprpgrammer (der für Loksound Version 1 geht nicht für Version 3 und 4) auch die Pufferung auf das 2-Kreis System geändert. Aber man muss ja nicht alle Unsinnigkeiten der Firmen mitmachen, zum Glück gibt es qualitativ gleichwertige Alternativen.

Schöne Grüße
Johannes
Henner (Henry) - 21.01.18 22:19
Titel: Re: Goldcaps revisited
Mal wieder was Neues zum Thema Doppelschichtkondensatoren. Es gibt einen brandneuen Typ: https://www.mouser.com/ProductDetail/581-SCCQ12E105SRB?r=581-SCCQ12E105SRB, der jetzt eine Spannungsfestigkeit von 3V hat. Innenwiderstand 240mOhm, Durchmesser 6,3mm und 12mm Laenge. Mit 6 Kondensatoren in Reihe kommt man auf ueber 18V und von der Groesse her sollten sie in jedem Fahrzeug unterzubringen sein.
Regards
BR365 - 27.01.18 10:16
Titel: Re: Goldcaps revisited
Hallo Henry,
danke für den Hinweis. Ich würde aber schon 8 Stück empfehlen, um auf 24V zu kommen. In Anbetracht der Toleranz (-10%/+30%) und der Haltbarkeit in Abhängigkeit von der Spannung liegt man da auf der sichereren Seite.

1A ist der Maximalstrom, sollte man auch bedenken. Da muss ich Mal vergleichen, was meine bisher verwendeten Typen als Maximalstrom angegeben hatten.

Gruß
Moritz

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