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Fahrzeuge - Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&V


Hydrostat - 15.09.13 20:31
Titel: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&V
Werte Forengenossen, -genossinnen und -genießer,

zum Thema Plettenberger Kleinbahn gehören neben Gleisanlagen natürlich auch Fahrzeuge und dabei insbesondere die Rollwagen. Rollfahrzeuge bilden im Modellbau – verglichen mit ihrer einstigen Verbreitung und Vielfalt - eine wenig im Detail beachtete Fahrzeuggattung, und die wenigen Modellangebote, die es gibt, sind oft nicht maßstabsgetreu. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte in 1:22,5 darin liegen, dass die Fahrzeuge nach wie vor mit unmaßstäblichen Radsätzen auf ebenso unmaßstäblichen Gleisanlagen laufen sollen und deswegen enge Radien, die beim Vorbild durchaus vorkamen, ironischerweise im Modell nicht durchfahren können. Ich möchte keine Grundsatzdiskussion anstoßen, aber es irritiert mich immer wieder, dass sich so wenige Ansätze analog zu 1, 0 oder H0 pur in der Baugröße 2 finden. Wen wundert’s bei solch maßlos übersteigertem Anspruchsdenken also, dass ich mir etwas selbst stricken wollte. Zunächst aber ein paar in die Vorbildthematik einführende Sätze von Wolf Groote:

„Neben einigen größeren Rollwagenherstellern wie der Dortmunder Firma Both & Tilmann entwickelte in den 1920er Jahren auch die an der Bahnstrecke der Hohenlimburger Kleinbahn - mit einem eigenen Anschlussgleis - im Nahmertal gelegene und weitgehend unbekannte Hohenlimburger Maschinenbauanstalt Boecker & Volkenborn GmbH eine eigene Rollwagenkonstruktion, die sich u.a. durch einen patentierten Bügelpendel für die Rahmenaufhängung und eine geschlossene Drehgestellkonstruktion auszeichnete. Beschrieben wurde die Konstruktion wie folgt:


Sammlung Wolf Dietrich Groote


Bei den von uns gebauten Rollwagen – Bauart B & V – erfolgt die Rahmenaufhängung mittels patentierter Bügelpendel mit Kugellagerungen aus Stahl. Bisher allgemein verwendete Tragbolzen mit kugelförmigen Köpfen haben den Nachteil, daß die nur seitlich auflagernde Kugelzone keilartig wirkt, einen großen Flächendruck erzeugt und dadurch die Bruchgefahr des zylindrischen Tragbolzenteiles am Übergang zur Kugel vergrößert. Bei Verstärkung des zylindrischen Bolzenteiles würde auch der Kugeldurchmesser und somit auch der vorgenannte Widerstand wachsen. Ebenso kann sich in den offenen Kugelpfannen die Schmiere schlecht halten.

Bei unserer Bügelpendel-Ausführung sind die Kugeln unabhängig von den Hängebügeln und bewegen sich in geschlossenen Kugelpfannen nach untenstehender Abbildung. Die Kugeldurchmesser können verhältnismäßig klein bemessen werden, Flächendruck und Widerstand werden entsprechend geringer. Die Schmiere hält sich besser in den Kugelpfannen. Infolge der Unabhängigkeit der Hängebügel von den Kugeln können erstere unbedingt betriebssicher bemessen werden. Die in den Rahmen-Querträgern fest gelagerten Drehgestell-Drehzapfen bewegen sich in Kugellagerungen der Drehgestelle, wodurch eine große Lebensdauer der Drehzapfen mit Zubehör und damit erhöhte Betriebssicherheit erreicht wird.

Die Achslager sitzen in besonderen Halteschuhen, wodurch ein leichter Aus- und Einbau derselben erzielt wird. Die Drehgestelle sind oben vollständig geschlossen, die oberen Deckplatten überdecken auch die Laufräder mit Bremseinrichtung und dienen somit gleichzeitig als Kotfangbleche. Trotz der geschlossenen Bauart sind die Teile, die dem Verschleiß ausgesetzt sind (Pendel-Tragbolzen mit Kugeln) leicht auszubauen. Die Schmierung ist leicht zu betätigen. Da keine Teile vorspringen, ist ein gefahrloseres Begehen möglich und eine große Betriebssicherheit beim Auffahren der Güterwagen gewährleistet. Die eingebauten Handspindelbremsen sind einfacher, zweckentsprechender, unbedingt zuverlässiger Bauart.
Luftdruck-Bremseinrichtungen lassen sich ohne Schwierigkeiten einbauen.

Mit Rollwagen „Bauart B & V“ können selbst kleinste Kurven (15 m Halbmesser) mit Sicherheit befahren werden.



Sammlung Wolf Dietrich Groote

Außer den an die HKB gelieferten Wagen sind auch entsprechende Fahrzeuge bei der Plettenberger Kleinbahn nachgewiesen. Der wesentliche Unterschied zwischen den Lieferungen an diese beiden Bahnen bestand darin, dass die HKB-Wagen bei einer Fahrbahnhöhe von 500 mm Längsträger aus Doppel-T-Profilen besaßen, während die 450 mm hohen Fahrzeuge für die PKB U-Träger hatten. Die an die HKB gelieferten Wagen sind durch entsprechende Wagenlisten alle bekannt. Eine besondere technische Neuerung stellte der Wagen Nr. 41² aus dem Jahr 1930 dar, in den als Achslager erstmalig Fischer-Rollenlager und Kupplungen mit Uerdinger Ringfedern eingebaut worden waren.


Sammlung Gerhard Moll

Eines dieser Fahrzeuge, der Wagen 46² von 1939 ist bei der Sauerländer Kleinbahn erhalten.

Die genaue Anzahl der nach Plettenberg gelieferten Wagen ließ sich bislang nicht ermitteln, aber die auf den Bildern erkennbaren Bauartunterschiede (genietet oder geschweißt) lassen in Verbindung mit den Angaben in den Geschäftsberichten der Bahn den Schluss zu, dass derartige Wagen noch bis 1959 beschafft worden sind.

Eigentlich mehr durch Zufall ergab sich jüngst die Möglichkeit, das noch existierende Zeichnungsarchiv der Firma, die vor rd. zehn Jahren Insolvenz anmelden musste, nach Zeichnungen von diesen Fahrzeugen zu durchsuchen. Dies war allerdings im wahrsten Sinne des Wortes die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen – es galt, einen Bestand von mehr als 40.000 Zeichnungen, für die es kein Verzeichnis gab, das den Bestand erschlossen hätte, zu durchforsten. Eine Einstiegshilfe waren einige Zeichnungsnummern von den wenigen Blaupausen, die 1983 aus den Unterlagen der Hohenlimburger Kleinbahn hatten übernommen werden können. In insgesamt drei Anläufen wurde der Zeichnungsbestand durchgesehen und es konnten für insgesamt fünf Lieferungen die Konstruktionszeichnungen noch ausfindig gemacht und damit vor der Vernichtung gerettet werden. Der Archivbestand soll jetzt kurzfristig entsorgt werden, da keines der in Betracht gezogenen öffentlichen Archive wie das Westf. Wirtschaftsarchiv und das Westf. Industriemuseum sich in der Lage gesehen haben den Zeichnungsbestand zu übernehmen.“

Glücklicherweise konnten wir u. a. den kompletten Zeichnungssatz von 1927 eines an die Plettenberger Kleinbahn gelieferten genieteten Wagens retten, der unverändert bis zur Betriebseinstellung existiert haben dürfte, wie ein Foto aus den letzten Jahren der Bahn nahelegt. Eine Aufnahme unserer Archivsuche möchte ich nicht vorenthalten.



Es reizt natürlich, diesen komplett dokumentierten Wagen im Modell umzusetzen, zunächst interessierte mich aber ein Fahrzeug aus der letzten Lieferung an die PKB. Leider waren jedoch keine Zeichnungen zu den auf einigen Fotos zu erkennenden geschweißten, 8,70 m langen Rollwagen zu finden, wie ihn z.B. diese Aufnahme eines kleinen Entlademissgeschicks zeigt:


Sammlung Albrecht Kühne

Das legt die Vermutung nahe, dass diese Fahrzeuge unter Verwendung von Zulieferteilen von B&V und ggfls. eines Stahlbauers in den Werkstätten der Kleinbahn selbst gebaut wurden und unter den Nummern 26 und 28 eingereiht wurden. Aufschluss hätten vielleicht noch die Auftragsbücher von B & V liefern können, die jedoch aufgrund eines Wasserschadens in nicht mehr außer Gefahr für Leib und Leben nutzbarem Zustand waren und zwischenzeitlich entsorgt wurden.



Bei der Entwicklung des Modells der geschweißten Bauform, die mich wegen der einfacheren Umsetzbarkeit gegenüber einem genieteten Wagen und als das vermeintlich technisch und bezüglich der zeitlichen Einordnung in den letzten Betriebsjahren „Uninteressantere“ besonders interessiert, war ich also auf die vorhandenen Fotos in Verbindung mit den Konstruktionsmerkmalen der älteren, genieteten Bauformen angewiesen. Mein besonderes Anliegen galt hierbei der konsequent maßstäblichen Umsetzung – einschließlich des Fahrwerks und der besonderen Konstruktionsmerkmale.

Die Konstruktion des Modells ist mittlerweile abgeschlossen – abgesehen von der einen oder anderen Anpassung an fertigungstechnische Vorgaben. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Frithjof (fspg2) und Helmut Schmidt (dito), die mir durch ihre langjährige Erfahrung als Modellbauer und Fräskünstler wertvolle Hinweise zur Machbarkeit und Herangehensweise gegeben haben und mich auch beim laufenden Projekt unterstützen – und bei Wolf, ohne dessen teilweise schon Jahrzehnte zurückliegende Sammel-, Sichtungs- und Forschungsarbeit das Projekt in dieser Form nicht möglich wäre.

Ich zeige Euch als kleinen Vorgeschmack eine Gesamt- und eine Transparenzansicht des Wagens, bei der das Drehgestell besser erkennbar wird. Mal sehen, ob es nach all den großen Worten dann auch weiter geht ...





Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 14.02.14 19:55
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

zwischenzeitlich sind die ersten Teile für den Wagen eingetroffen - herzlichen Dank an dieser Stelle für die tolle Unterstützung hier aus dem Forum!

Ich möchte zunächst 5 Stück dieser kompromisslos maßstäblichen Wagen - einschließlich der Radsätze nach Originalprofil der PKB - bauen. Das geht auch nicht anders, da die Wagen aufgrund der geringen Ausschwenkwege des Drehgestells sonst keine vorbildgerecht engen Gleisbögen befahren könnten.

Falls jemand Interesse an einem solchen Fahrzeug hat, ließe sich die Serie um weitere 5 Stück aufstocken. Fragen dazu beantworte ich gerne per PN.

Die Längsträger, die beim Vorbild als Schweißkonstruktion ausgeführt sind, wurden aus Werkzeugstahl aus dem Vollen gefräst (Eisenbahn halt Sehr glücklich ):



Wie bereits oben erläutert waren die Rahmen als Schweißkonstruktion ausgeführt; es lagen keine U-Profile zugrunde und folglich gibt es auch keine konischen Schenkelflächen.



Die Wagennummer, ein MS-Ätzteil, ist in einer entsprechenden Tasche des Rahmens eingelötet. Nach ein paar Versuchen mit dem Widerstandslötgerät habe ich das dann lieber mit der Flamme gemacht, um das Ätzteil nicht durch Abbrand zu beschädigen.



Neben den Wagennummern sind auch der Hocker, Abdeck- und Schmutzfangbleche an den Drehgestellen sowie die Schutzkappen der Puffer als Ätzteile angelegt



Die Stege der stirnseitigen Querträger werden ebenfalls in vorbereitete Nuten eingesetzt und passen saugend.





Die nächsten Frästeile bilden Ober- und Untergurt des Querträgers und haben für die Aufnahme des Stegs eine Nut sowie Einfräsungen für die Abkantungen. Die Pufferführung wird ein Gussteil, das in das Gesamtpaket eingelötet wird.



Die Drehgestelle bestehen aus einigen Frästeilen (hier nur die Hauptgruppe) sowie einem Kern, der wasserstrahlgeschnitten wird.



Durch das Drehgestell läuft der rahmenseitige Querträger hindurch, der aus Hassler-Profilen und Frästeilen zusammengesetzt und mit dem Rahmen mit M 0,8 Schrauben verbunden wird.



Im Drehgestell liegt ein wesentliches Bauteil für die vorbildgetreue Umsetzung der Bügelpendelaufhängung. Dieses Kugelgelenk ermöglicht dem Drehzapfen freie Beweglichkeit auch in der Vertikalen.



Zuletzt noch ein Blick auf die Bohrungen für die verstellbaren Festlegekeile.



Schönen Gruß
Volker
Henner (Henry) - 14.02.14 21:31
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Volker,
wie ich Dich kenne, wird das Fahrzeug besser den Zeichnungen entsprechen als das Original Sehr glücklich . Interessant auch, dass im Katalog der Rollwagen als Rollbock bezeichnet wird! Meine Freunde hier auf dieser Seite des Teiches haben das Umspurungsproblem wie ueblich sehr pragmatisch/billig geloest: Der Wagenkasten wird mit einer Hebevorrichtung angehoben und die Drehgestelle getauscht. Fertig! Aber ich wollte eigentlich nicht von Deinem hervorragenden Modellbau ablenken.
Regards
Helmut Schmidt - 19.02.14 13:24
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

mir gefällt es besonders gut, das du dich genau an das Vorbild hältst und nicht dauernd nach Kompromissen suchst,wie du es anders machen könntest.

Auch wenn ich bei diesem Modell nicht mitgewirkt habe, verfolge ich deinen Baubericht mit großem Interesse.

Bitte berichte auch weiter und lass dich durch so etwas nicht entmutigen, mich wird es freuen.

Nur das mit dem Popcorn habe ich nicht verstanden, denn wenn ich deine Beiträge, lese brauche ich kein Popcorn.
volkerS - 19.02.14 14:23
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Rocky Horror Picture Show
Hydrostat - 20.05.14 17:52
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

die ersten Gussteile sind da:



Und nach dem Entgraten im Einzelnen hier das Handbremsrad:



das Schuhteil des Radvorlegers:



und der Kupplungsstößel:



Ich hatte auch schon die Achslager und die Aufhängungen für die Bügelpendel; die sind aber zum Härten nochmal zurückgegangen. Die Pufferdurchführung hatte einen Ausformungsfehler und kommt auch nochmal neu. Mehr dazu demnächst.

Dann kann's ja hier bald weitergehen Winke .

Schönen Gruß,
Volker
maxvolker - 21.05.14 18:40
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hydrostat hat folgendes geschrieben::
Hallo zusammen,

die ersten Gussteile sind da:



Hallo Volker,

bei wem läßt Du jetzt gießen?
Die Teile sehen richtig gut aus!
Mein Gießer des Vertrauens ist ja in Rente und will auch nichts mehr machen Traurig

Gruß
Holger
Hydrostat - 23.05.14 09:02
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Holger,

Du hast eine PN Winke .

Gruß,
Volker
Hydrostat - 12.06.14 20:25
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

mit den Kupplungsteilen geht's weiter. Die Pufferwellen haben zunächst M2 Gewinde erhalten. Das ist etwas schwierig, da das weiche Gussmaterial beim Schneiden zum Verdrehen neigt. Hat hier jemand Erfahrungen mit gedruckten und gegossenen Gewinden?





Auf die Gewinde kommt eine hohe Modellbaumutter mit Splint.





Helmut hat mir freundlicherweise angeboten, die Teile in einer Lehre zu bohren, doch das ging gründlich schief. Die Lehre nutzt den Vierkant und den Stößel zur Führung. Die Gewinde sind aber nicht exakt zentrisch geschnitten und so können die Bohrungen auch nicht mittig werden - und was noch schlimmer war: beim Eintauchen des Bohrers in das Gussmaterial sind die Bohrer reihenweise abgrissen. Es hat auch nichts geholfen, die Muttern mit Sekundenkleber auf der Welle zu fixieren.

Ich habe mir dann die Muttern manuell angezeichnet und angekörnt und zunächst frei Hand von zwei Seiten bis knapp auf die Welle gebohrt, um beidseitig einigermaßen zentrische Löcher zu bekommen. Kurzes Erwärmen mit der Flamme lässt den Sekundenkleber verdunsten und ich konnte dann die Muttern herausdrehen und die "vorgekörnte" Welle durchbohren. Trotzdem immer noch 1 Bohrer auf drei Wellen ...

Umso besser ging es dann mit den Splinten. Auch hier kam Helmut wieder mit einer genialen Lösung "um die Ecke". In ein Messingplättchen hat er mir zwei 0,25 mm tiefe Nuten gefräst und an deren Ende jeweils eine 0,5 mm Bohrung eingebracht.





Dort lässt sich ein etwas vorgebogener 0,5 mm Messingdraht einstecken ...





... und mit ein paar vorsichtigen Hammerschlägen auf die Rückseite saugend einlegen.





Die Drähte lassen sich dann auf der Schleifplatte bündig zur Platte herunterschleifen ...





... und sehen dann so aus:





Dann muss man sie nur noch um einen im Schraubstock eingespannten abgebrochenen 0,5 mm Bohrer biegen (davon habe ich jetzt reichlich Lachend )





Am Schaft noch zusammendrücken, die winkligen Teile mit dem watenfreien Seitenschneider abtrennen -





dann kann man den fertigen Splint einbauen.








Schönen Gruß,
Volker
Hendric - 12.06.14 22:11
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker

Supergenial deine Splinte. Danke für den Bautipp
Flachschieber - 12.06.14 23:09
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

vielen Dank für den genialen Tipp.

Beste Grüße,

Marco
Masinka - 13.06.14 08:22
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker!
Zum Deine Frage, Meienen Freund Jan, Besucher Schenkslengfenderer Treff Spur II, giesst ab Schrauben und Mutter M 1 voll funktionsfaehig.Schade, das die Frage ist erst jetzt gekommen, konnte Ich Dir persoenliche Treff mit Freund vermitteln.Ich koennte diesmal nach Schenklengsfeld nicht kommen.Jedenfalls frage ich Jan auf genaue erfahrungen mit Giessen solche Teile.
Gruesst Herzlich
Vladimír
Hydrostat - 13.06.14 08:47
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Hendric, Marco und Vladimir,

gerne! - ich geb's an Helmut weiter Winke.

Vladimir, ja, das interessiert mich sehr. Ich bin gespannt, was Jan dazu zu sagen hat.

Schönen Gruß,
Volker
Henner (Henry) - 26.06.14 18:39
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Volker,
Eure Splint-Herstellung ist genial. Danke fuers Zeigen! Ein kleiner Tip fuers Bohren: Ich hatte immer Probleme mit 0.15mm Bohrern zum Herstellen von Gasduesen. Sie brachen an der Spitze. Weiches Messing war am Schlimmsten. Seitdem ich Schneidoel verwende, habe ich keinen Bohrer mehr abgebrochen.
Regards
Hydrostat - 02.07.14 13:14
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen!

Henry hat folgendes geschrieben::
Seitdem ich Schneidoel verwende, habe ich keinen Bohrer mehr abgebrochen.Regards

Vielen Dank, Henry, jetzt geht's bedeutend besser ... allerdings habe ich die Gussteile diesesmal zusätzlich auch härten lassen:

Da wäre zum Einen das Achslager,



bei dem der Anguss auf der Auflagefläche lag,



und zum Anderen die Teile für die Bügelpendelaufhängung; hier das obere Bauteil, das seitlich am Drehgestell liegt:



Die Kugelpfanne im Bolzen ist das Auflager für das Bügelpendel:



Das ist das untere Gegenstück, das im Rahmenquerträger verbaut wird und in das ebenfalls ein Bolzen mit Kugelpfanne eingesetzt wird. Der Wagen "hängt" also tatsächlich am Drehgestell.






Frithjof fräst (neben etlichen anderen Teilen) die Bügelpendel für mich, in die Nietenschrauben mit halbkugeligem Kopf als Gegenstücke zu den Pfannen eingesetzt werden. Vielen Dank, Frithjof - auch dass ich Deine folgenden drei Aunahmen verwenden darf!







Ich habe derweil mit dem Verlöten der Drehgestelle angefangen. Gut zu erkennen sind die länglichen Schlitze, unterhalb deren die Bügelpendel liegen werden. Die Drehgestelle erhalten einen wasserstrahlgeschnittenen Kern, der dann auch die sichtbaren Seitenwände bildet und die obere Aufhängung (das zuerst beschriebene Gussteil) aufnimmt.



Die Schmutzfangbleche und das mittlere quadratische Abdeckblech sind mit Bolzenimitationen Schlüsselweite 0,8 mm ausstaffiert.



Die Kleinteile sind mit dem Widerstandslöter montiert, das kleine Abdeckblech aber mit der Flamme, da sich das Widerstandslöten m.E. für gleichmäßige flächige Verlötungen nicht eignet. Beim zweiten Drehgestell hat's dann auch ohne Verzug geklappt Winke .




Schönen Gruß,
Volker
Peter_T1958 - 09.07.14 22:07
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker

Ich habe mich nun doch hier registrieren lassen, weil ich erstens endlich mal auf Deutsch in einem Forum schreiben kann und zweitens, weil ich spüre, dass die Metamorphose zum Modelleisenbahner nicht mehr weit ist Winke

Was deine Gussteile anbelangt, läuft mir schlicht das Wasser im Munde zusammen. Insbesondere das Achslager macht sprachlos!!! Das ist Modellbau auf höchstem Niveau - gratuliere!

P.S. Die Wagennummern hast du als Ätzteile ausgelegt. Habe ich dich schon mal gefragt, ob du dies selbst bewerkstelligst?
fspg2 - 09.07.14 23:35
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Peter,

schön, dass Du den Weg zu uns hier gefunden hast Winke

Deine Beiträge bei finescalerr haben mich begeistert.

http://www.finescalerr.com/smf/index.php?topic=1976.0

Ich finde, dass Du uns hier ebenfalls Dein Projekt vorstellen solltest, auch wenn Deine "Metamorphose zum Modelleisenbahner" erst in den Startlöchern steht.
Mit Deiner Ausdauer und Liebe zum Detail kannst Du uns nur bereichern Ausruf

Viele Grüße
Frithjof
Helmut Schmidt - 10.07.14 07:15
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Peter,

Herzlich Willkommen und wenn wir dir bei der Metamorphose behilflich sein können, herzlich gern.
giovanni - 10.07.14 11:38
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

auch als Echtdampfer bin ich von den Gussteilen begeistert. Dürfte ich dich bitten vielleicht ab und zu eine Münze (oder ähnliches) als Grössenvergleich dazuzulegen damit ich abschätzen kann ob Gussteile für mich in Frage kämen. Besten Dank.

gi
Hydrostat - 10.07.14 20:41
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
P.S. Die Wagennummern hast du als Ätzteile ausgelegt. Habe ich dich schon mal gefragt, ob du dies selbst bewerkstelligst?


... und hallo Peter, auch von mir ein ganz herzliches Willkommen hier im Forum! Auch ich bin gerne bereit, Deine Metamorphose zu befördern. Wenn's nicht dazu kommt - auch egal. Ich finde Deinen Modellbau auch ohne das Thema Eisenbahn absolut bemerkens- und zeigens(!)wert.

Um Deine Frage zu beantworten: Nein und nein Sehr glücklich . Dazu fehlen mir die räumlichen Voraussetzungen. Ich lasse die Teile nach meinen Zeichnungen ätzen. Da gibt es etliche Anbieter, ich kann Dir aber per PN gerne jemanden empfehlen.

giovanni hat folgendes geschrieben::
Hallo Volker,

auch als Echtdampfer bin ich von den Gussteilen begeistert. Dürfte ich dich bitten vielleicht ab und zu eine Münze (oder ähnliches) als Grössenvergleich dazuzulegen damit ich abschätzen kann ob Gussteile für mich in Frage kämen. Besten Dank.

gi


Vielen Dank, Hans, ich schäme mich ja schon fast, weil ich hier nur noch zugelieferte Teile zeige ... aber auch zum Messingfeinguss fehlen mir die Voraussetzungen Sehr glücklich. Die Bilder mit der Münze liefere ich gerne gelegentlich nach. So lange musst Du mal zu Vergleichszwecken mit diesen Arbeiterhänden Vorlieb nehmen:



So winzig sind die Teile aber nicht; das Achslager ist ca. 20 mm lang.


Schönen Gruß,
Volker
Peter_T1958 - 10.07.14 21:37
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hydrostat hat folgendes geschrieben::
Hallo zusammen,
Ich lasse die Teile nach meinen Zeichnungen ätzen. Da gibt es etliche Anbieter, ich kann Dir aber per PN gerne jemanden empfehlen.
Volker


Gerne. Bis anhin liess ich bei Sae**** aetzen - mit hervorragenden Ergebnissen bis zu den kleinsten Details, wie hier an einem schon etwas älteren Bauteil zu sehen ist.



Grosser Vorteil: Es wird beidseitig geätzt! Einziger Nachteil: Das geforderte Format war so gross (200x300mm), dass sich kleine Aufträge für ein paar Teile zwischendurch schlicht nicht lohnten. Andere Anbieter wiederum liefern nicht in die Schweiz.

Liebe Grüsse, Peter

P.S. Das war's schon. Ich möchte keinesfalls deinen Beitrag "hijacken"...
fspg2 - 31.08.14 12:35
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

heute kam ich dazu, die Löcher in Deine Bügelpendel zu bohren.

Dazu habe ich eine kleine Bohrhilfe gefräst, damit alle Teile das Loch an der gleichen Position bekommen.

Der Bügelpendel ist 3mm dick und soll an beiden Stirnseiten mittig ein 2mm Loch erhalten.


Buegelpendel_bohren_01 (fspg2)



Das kleine Teil wird in die zusammengesteckten Halbschalen geschoben und im Schraubstock eingespannt. Es dient nur zum einmaligen Zentrieren des 2mm-Bohrers.


Buegelpendel_bohren_02 (fspg2)



Danach kommen alle Bügelpendel an die Reihe - einspannen, Loch bohren, zweites Ende und zweites Loch.


Buegelpendel_bohren_03 (fspg2)



Buegelpendel_bohren_04 (fspg2)


Der Koffer ist gepackt.... und geht auf die Reise zu Dir Winke

Vorbereitungzeit ca. 1 Stunde (Zeichnung erstellen und die Bohrschablone fräsen) - bohren aller Löcher gut 10 Minuten. Ergebnis siehe unten


Buegelpendel_bohren_05 (fspg2)

Hydrostat - 10.09.14 11:01
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

weiter geht's mit den Bügelpendeln, an denen auch beim Vorbild der Fahrzeugrahmen an den Drehgestellen hängt. Frithjofs Koffer kam wohlbehalten bei mir an Sehr glücklich . Leider fehlten beim Bohrungsdurchmesser noch eine 1 und ein Komma, aber der nächste Koffer ließ nicht lange auf sich warten. In die Bohrungen werden M1,2-Halbrundkopfschrauben eingesetzt, die zunächst so weit abgelängt wurden, dass sie sich von innen durch die Öffnungen in die Bohrungen schieben lassen. Die Halbrundkopfschrauben sind zwar nicht wirklich komplett halbrund, aber eine bessere Lösung haben wir (Frithjof, Helmut und ich) nicht gefunden.



Mit einer in der dritten Hand eingespannten Pinzette lassen sich die Teile passgenau verlöten.



Die Halbkugel bildet das Gegenstück zum oberen und unteren Tragbolzen,



die eine entsprechende halbkugelige Pfanne aufweisen; hier das obere, zum Drehgestell gehörende Bauteil.



Wie geplant hängt das Bügelpendel genau geführt, aber mit entsprechendem Spiel für den Seitenausschlag auf dem Bolzen.



Da nach einer Münze zum Vergleich gefragt wurde: Voilá.



Schönen Gruß
Volker
Helmut Schmidt - 10.09.14 11:29
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,
hallo Frithjof,

schön das jetzt alles so gut zusammen passt.
Peter_T1958 - 10.09.14 21:55
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Ok, ok! Das sieht, milde ausgedrückt, ziemlich professionell aus. Da komme ich mir mit meinem eigenen Plastik-Gefummel doch wie in der Regionalliga vor Grins

Ernsthaft: Auch nach dem Betrachten deiner Zeichnungen, kann ich mir die ganze Aufhängung noch nicht so richtig zusammenreimen. Dass der Fahrzeugrahmen an/in den Drehgestellen hängt, ist noch nachvollziehbar; das mit dem Spiel für den Seitenausschlag auch. Was ich mich aber frage, ist, ob hier (Pfeil) noch ein Gewinde draufkommt, damit der Bügel nicht von der Pfanne springt. Oder wie ist der, wenn überhaupt, sonst fixiert?


gruss, Peter
Hydrostat - 22.09.14 19:46
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Peter,

vielen Dank für Dein Interesse - bitte entschuldige, dass ich Dich so lange auf Antwort habe warten lassen.

Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
Ok, ok! Das sieht, milde ausgedrückt, ziemlich professionell aus. Da komme ich mir mit meinem eigenen Plastik-Gefummel doch wie in der Regionalliga vor Grins

So ein Quatsch. Schweizer oder deutsche Regionalliga? Lachend

Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
Ernsthaft: Auch nach dem Betrachten deiner Zeichnungen, kann ich mir die ganze Aufhängung noch nicht so richtig zusammenreimen. Dass der Fahrzeugrahmen an/in den Drehgestellen hängt, ist noch nachvollziehbar; das mit dem Spiel für den Seitenausschlag auch. Was ich mich aber frage, ist, ob hier (Pfeil) noch ein Gewinde draufkommt, damit der Bügel nicht von der Pfanne springt. Oder wie ist der, wenn überhaupt, sonst fixiert?

Ich habe hier mal einige Teile ausgeblendet, damit der Aufbau besser sichtbar ist.



Das Gussteil wird in einen wasserstrahlgeschnittenen Kern eingesetzt (von dem später lediglich die Seitenflächen sichtbar sind; Ober- und Unterseite sind mit den bereits weiter vorne gezeigten Blechen abgedeckt), der dem Drehgestell zusätzliches Gewicht verleiht. Im Kern sind längliche Aussparungen, in denen sich das Pendel bewegen, nicht aber seitlich abrutschen kann.

Das untere Gegenstück am Rahmenquerträger bildet dieses Gussteil,



mit dem das Bügelpendel über einen eingesetzten Bolzen analog zur oberen Aufhängung beweglich verbunden wird. Auch dieses Gussteil hat eine dem Kern entsprechende Öffnung, in dem sich das Pendel bewegen, aber nicht abrutschen kann; hier nochmal mit Pendel dargestellt:



Schönen Gruß,
Volker
Peter_T1958 - 22.09.14 21:14
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker

Hmm, weiss jetzt nicht genau in wessen Regionalliga der hier spielt ... Winke



Ja, und danke für die neuen Grafiken, jetzt habe ich's verstanden. Eine sehr komplexe Konstruktion! Dass man für einen solchen Bau auch über die entsprechenden Unterlagen verfügen muss, kann ich jetzt gut verstehen.
Tolles Projekt - ich freue mich auf jedes Update!

Gruss,
Peter
volkerS - 24.09.14 19:32
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,
wäre die Verwendung von Messing Niet nicht eine Alternative zu deinen Schrauben in den Hängebügeln?
Nachdem ich ich diese Hängekonstruktion ja anfangs auch nicht verstanden habe, blicke ich ank deiner Zeichnungen jetzt etwas durch.
Letzten Sonntag konnte ich in Bruchhausen-Vilsen den unten gezeigten Rollwagen photographieren der eine gewisse Ähnlichkeit mit deinem Projekt hat.
Kennt jemand die Herkunft? Ich konnte kein Typenschild finden.
Pendel1 (volkerS)

Das Pendel ist allerdings um 90° gedreht eingebaut.
Rollwagen1 (volkerS)

Volker
Hydrostat - 24.09.14 19:46
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

ich meine mich zu erinnern, dass der Kopfdurchmesser der marktüblichen Niete nicht passte und die auch meist nicht ganz halbkugelig geformt sind. Deswegen die Schrauben. Ist ja auch wurscht, da sie ja nicht eingeschraubt, sondern gelötet wurden.

Der Hersteller der Rollwagen mit den Betriebsnummern 177 und 178 ist laut DEV-Website die Maschinenfabrik Deutschland in Dortmund gewesen. Da gab's wohl gewisse Anleihen bei Boecker&Volkenborn ... immerhin sitzt das Pendel um 90° gedreht Winke .

Schönen Gruß,
Volker
fspg2 - 10.10.14 19:01
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

ich erlaube mir einmal, etwas zu ergänzen.
Nachdem ich nun die wasserstrahlgeschnittenen Drehzapfenhaltestücke von einem Kollegen bekommen hatte, wurden die 8mm dicken Platten zuerst auf das Endmass von 7mm Stärke abgefräst.
Alle jetzt sichtbaren Löcher und die Kontur wurden mit einem 0,4mm dicken Wasserstrahl geschnitten.

Anschließend mussten seitlich diverse Löcher gebohrt werden.


Drehzapfenhaltestueck_01 (fspg2)



Dazu fräste ich mir zwei Schuhe, die ich von oben über die Drehzapfenhaltestücke schob.


Drehzapfenhaltestueck_02 (fspg2)



Im Minischraubstock konnte ich so sehr schnell die richtigen Positionen für die zu bohrenden Löcher ermitteln.


Drehzapfenhaltestueck_03 (fspg2)



Drehzapfenhaltestueck_04 (fspg2)



Danach bekamen alle Patten mit einem 5mm Fräser ein 1,9mm tiefes Loch gebohrt.


Drehzapfenhaltestueck_05 (fspg2)



Drehzapfenhaltestueck_06 (fspg2)



Drehzapfenhaltestueck_07 (fspg2)

Hydrostat - 14.10.14 08:32
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

gestern erhielt ich den ersten Schwung der gebohrten und sogar bereits gestrahlten Drehzapfenhaltestücke; wir nennen sie hier der Einfachheit halber mal Kerne. Danke, Frithjof! Die Schnittgenauigkeit ist selbst bei den 0,6 mm Durchschüssen sehr hoch, auf geraden Flächen sind aber Schneidspuren erkennbar, wie man auf diesem Bild von Frithjof gut erkennen kann:

Drehzapfenhaltestueck_04 (fspg2)


Hier nochmal am gestrahlten Stück:



Die möchte ich auf den Sichtflächen nicht haben: Die Riefen ließen sich problemlos auf einem Schleifklotz wegnehmen.



Na - und dann wollte ich natürlich wissen, ob alles passt, und habe die Teile probeweise mal mit den Ober- und Unterseiten und den Achslagern verschraubt und das Kugelgelenk für den Drehzapfen eingesetzt.





Auf der Oberseite werden noch Abdeckhauben über den Bügelpendeln ergänzt. Abgesehen von einem Halter für die Bremsspindel an einer Stirnseite sind die "festen" Teile des Drehgestells dann erstmal vollständig. Dann kommen nur noch die Radsätze und die Bremsanlage Winke .



So exakt die CNC-gefertigten Teile ausfallen, so unvorhersagbar sind die Gussteile, wenn es um den Zehntel-Bereich geht. Da spielen vor Allem Schrumpfung und Formtrennung eine Rolle. Zum Glück passt aber alles.

Viele Grüße
Volker
Peter_T1958 - 14.10.14 12:05
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker und Frithjof (und natürlich auch Helmut mit seiner Grubenlok)

Ich warte immer sehnsüchtig auf eure Updates um (Zitat aus dem Finescale Forum): "... if only to blown away by the latest German micro engineering".Geschockt
Ich muss mich natürlich angesichts dieser Bilder auch in Acht nehmen, um nicht frustriert den Basteltisch zu verlassen; dann aber überwiegt die Begeisterung und der Ansporn, aus den eigenen Möglichkeiten noch mehr herauszuholen.

Und ihr tragt viel zu meiner Metamorphose zum Modelleisenbahner bei - danke!

Peter
Hydrostat - 30.10.14 20:33
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
Ich muss mich natürlich angesichts dieser Bilder auch in Acht nehmen, um nicht frustriert den Basteltisch zu verlassen; dann aber überwiegt die Begeisterung und der Ansporn, aus den eigenen Möglichkeiten noch mehr herauszuholen. Und ihr tragt viel zu meiner Metamorphose zum Modelleisenbahner bei - danke! Peter


Peter, ohne die Hilfe Anderer könnte ich das Meiste gar nicht machen. Und das mit der Metamorphose höre ich gerne - wobei ich Dein eisenbahnfernes Projekt ja umwerfend finde. Was gibt es da eigentlich für Fortschritte (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl)?

Heute kamen die Achsen und Radreifen aus Fremdfertigung an:







Das Urmodell für die Radkerne ist bereits seit einiger Zeit beim Gießer; ich habe leider kein besseres Bild; das hier wird dem Urmodell nicht gerecht. Wer glaubt, am hinteren Umfang Pickel zu erkennen, glaubt richtig. Das sind Reste vom Stützmaterial, das hier nicht entfernt werden musste, da die Teile ohnehin überdreht werden müssen.



Die Montage wird eine Herausforderung. Die Messinggusskerne werden überdreht und in den Radreifen eingepresst und dann die Achsen mit Kunststoffbuchsen montiert. Da die Achsen innengelagert sind und keine geteilten Lager haben, muss das Einpressen also mit aufgesteckten Lagern erfolgen. Die Achsen dürfen im Drehgestell nur 2/10 Seitenspiel haben, damit sie nicht am Rahmen anlaufen und einen Kurzschluss verursachen. Die Position der Achslager auf dem Blech ist ja auch vorgegeben. Ob das mit den Gussteilen mal alles gutgeht?

Schönen Gruß
Volker
volkerS - 31.10.14 11:10
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,
das Einpressen der Radsterne dürfte das geringste Problem sein, eher der exakte Rundlauf in den Isolierbuchsen sowie der Überstand im Radinneren, damit die Isolierbuchsen auch die Zentrierung der Achsen an den Lagerböcken vornehmen.
Anstelle des Überstandes könnte man auch Isolierscheiben verwenden.
Ist eine isolierte Montage untermaßiger Radsterne in den Radreifen eventuell eine Alternative zu den Isolierbuchsen? Macht man ja auch bei Speichenrädern bei Dampflokomotiven.
Volker
Hydrostat - 31.10.14 14:09
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

die Isolierbuchsen dienen später gleichzeitig auch als Abstandstück gegenüber dem Radlager. Ich hatte mich übrigens vertan. Zwichen Radscheibe und Rahmen sind etwas über 5/10 Platz. Angesichts der doppelten Führung durch die Verdickung in Wellenmitte und die Isolierbuchsen außen bin ich zuversichtlich, dass das auch dauerhaft machbar ist. Distanzscheiben vorzusehen ist aber sicher keine schlechte Idee, allein schon deswegen, weil die Gussteile nie 100% identisch sind.

Schönen Volkergruß,
Volker
Hydrostat - 17.12.14 21:41
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

mittlerweile sind die restlichen MS-Gussteile eingetroffen: Zunächst die oberen Tragbolzen der Bügelpendel ...




... und dann die Radscheiben,



die zur Montage allseits überdreht und in die Radreifen eingepresst werden. Aber das verschieben wir mal auf nächstes Jahr Sehr glücklich .

Nachdem ich in der Bucht sehr günstige Reibahlen mit Sondermaß 3,02 H7 gefunden hatte, konnte die erste Probemontage einer Achse erfolgen:



Ich habe keine Bedenken, dass es mit dem geringen Abstand der Radreifen zum Rahmen Probleme geben wird. Die Achse sitzt so schon nahezu spielfrei zwischen den Lagern.



Schönen Gruß,
Volker
Hydrostat - 22.01.15 20:35
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

weiter ging es hier mit einigen Fleißarbeiten.

Kopfzerbrechen bereiteten mir noch die Achslager. Da sie nicht geteilt sind, müssen sie bei der Montage der Radsätze gleich mit verbaut werden. Das setzt voraus, dass sie so weit aufgerieben werden, dass sie nicht nur lose aufgesteckt sondern auch im Drehgestell verschraubt leicht laufen. Eine echte Herausforderung angesichts der Tatsache, dass die Gussteile nie hundertprozentig gleich ausfallen. Ich hatte bei der ersten Charge Achslager den Anguss bündig abgeschnitten und dann die Auflagefläche auf dem Schleifklotz leidlich plangeschliffen. Das wird aber erstens nie wirklich plan und zweitens gibt es geringfügige Abweichungen beim Abtrag. Bei der zweiten Serie habe ich das anders gemacht. Zunächst wurden die Lager mit der Reibahle 3,02H7 manuell aufgerieben. Das ergibt einen leichtlaufenden Sitz auf der Achse, wegen der beschriebenen Ungenauigkeiten war mir das aber nicht genug. Deswegen habe ich die Reibahle nochmal in die langsamstlaufende Bohrmaschine gespannt und die Achslager mit den Fingern geführt ein weiteres Mal "pendelnd" aufgerieben, um etwas mehr Spiel zu erhalten. Zu guter Letzt habe ich dann nochmal je vier Lager gleichzeitig in einem Aluwinkel gleichmäßig anliegend durchgerieben, um Seiten- und Höhenversatz nahezu ausschließen zu können. Man merkt ja dann schon beim Reiben, ob noch viel Material abgetragen wird.



Dann habe ich den Anguss abgesägt ...



... und die Reste minimal als Hohlkehle in die Fläche hinein weggeschliffen.



Das Lager wird dann anschließend auf dem Schleifklotz soweit angeschliffen, dass die verbleibenden Auflageflächen gerade eben anfangen zu glänzen. Es sei dahingestellt, ob diese Methode "genauer" wird, zumindest gewährleistet sie aber eine ebene Auflagefläche.



Auch auf die Gefahr hin, die alten Hasen zu langweilen - für den Einen oder Anderen ist vielleicht der Hinweis noch ganz brauchbar, dass sich Gussteile in den seltensten Fällen ohne weitere Bearbeitung verbauen lassen. Beim Achslager gab es beispielsweise einen Formfehler, der im Bereich einer Befestigungsbohrung einen Knubbel produzierte.



Der musste erstmal mit der Schleifscheibe entfernt werden. Frithjof bringt dann als nächstes in einer entsprechenden Vorrichtung die vier Bohrungen ein, die genau zu den gefrästen Drehgestellteilen passen müssen.



Nicht weiter tragisch, wenn man einen Wagen baut, bei 44 Achsen oder 88 Achslagern artet das dann aber in Arbeit aus Sehr glücklich .



Nachdem Frithjof mich mit den nächsten Frästeilen versorgt hatte hallo , konnte es auch am Rahmen weitergehen. Der hat mittlerweile sein Bodenblech mit dem Arbeitsplatz des Bremsers erhalten. Die Tränenbleche sind Ätzteile aus 0,5 mm Blech, die Frithjof nach Zeichnung mit den benötigten Fasen und Bohrungen versehen hat. Die U-Profile greifen mit kleinen Zungen in entsprechende Aussparungen am Rahmen. Die hätte ich auch für die Tränenbleche vorsehen sollen, aber es geht auch so.



Der Bremsersitz ist ebenfalls ein gekantetes Ätzteil, in das Schraubenimitationen (Zapfendurchmesser 0,4 mm) und an den seitlichen Versteifungsblechen zusätzlich Mutternimitationen eingelötet sind. Zuerst werden die Schraubenimitationen mit dem Widerstandslöter (Zange) in die Sitzfläche und die Bodenauflagefächen des Sitzes sowie in die Auflagefläche der Verstrebung eingelötet. Ich habe dazu Lötpaste und zusätzlich etwas Flussmittel S39 verwendet. Die Lötpaste darf ruhig einen kleinen Klumpen bilden, sonst verzinnt sie die Teile nur hauchdünn und sie brechen dann leicht wieder ab. Sitz und Streben können jetzt in die Bodenplatte gesteckt werden und mit dem Widerstandslöter verlötet werden. Ich habe hier auch die Pinzette verwendet, werde das aber das nächste Mal mit dem Kohlestab machen, da die Platte viel Wärme abführt. Hier muss auch zusätzliches Lot zugegeben werden, da die Vertiefungen des Tränenblechs viel Zinn aufnehmen.



Das Bodenblech wird dann an die beiden U-Profile gelötet; der bereits vormontierte Rahmen dient dabei als Lehre. Die Rahmenwangen lassen sich weit genug aufdrücken, um die Zungen in die Taschen einzufädeln. Anschließend habe ich dann die U-Profile an die Rahmen gelötet. Das geht mit dem Widerstandslöter auf höchster Stufe sehr gut und punktgenau. Auf dem Stahl entsteht - anders als beim Messing - etwas Einbrand durch die Kohleelektrode, der verschliffen wird und spätestens nach dem Strahlen nicht mehr zu sehen sein wird.



Zuletzt wird das Bodenblech von der Rückseite mit den Rahmenwangen verlötet. Da es dort ja keine Tasche gibt, habe ich eine Lotkehle entstehen lassen. Das ist auf dem Bild nicht gut zu erkennen; die vermeintlichen dunklen Fehlstellen sind keine. Nichtsdestotrotz ist das Übungssache, da das Lot gerne auch auf die andere Seite fließt und dort dann mit Entlötlitze wieder weggenommen werden muss.



Dann ging's mit den "Wiegebalken" weiter, mit denen der Rahmen via Bügelpendel am Drehgestell hängt.



Auch hierzu mussten die Gussteile aufwändig bearbeitet werden. Die geschlossene Seite der Bügelpendellagerböcke war für den Guss etwas zu dünn geraten, weswegen der Gießer dort etwas Material aufgespachtelt hat. Das musste wieder plan heruntergenommen werden, was Frithjof dankenswerterweise auf der Fräse gemacht hat. Ich habe dann die an die U-Profile anliegenden Außenflächen auf Sollmaß geschliffen und im Hohlraum der Lagerböcke mit einem kleinen Fräser Messingperlen entfernt, die durch eingeschlossene Luftblasen in der Einbettmasse entstanden sind. Dann müssen noch die viereckigen Löcher ausgefeilt und die Bohrung aufgerieben werden, damit die Bügelpendelbolzen passen.



So sieht das dann zusammen mit dem Drehgestell aus.



Naja, so weit passt ja erst mal alles ... Sehr glücklich



Schönen Gruß
Volker
Schrauber - 22.01.15 21:27
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

Respekt vor dieser Fleißarbeit Respekt
fspg2 - 25.01.15 18:57
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo,

auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht, Vokers Rollwagen hat eine Menge Einzelteile.

Ihr könnt ja mal raten, wieviele es genau sind Winke


Ich habe heute nach Volkers Zeichnung 108 L-Profil-Winkel 5x5mm gebohrt und gefräst. Das sind ein paar mehr als er braucht, man weiß ja nie...

https://vimeo.com/117722429

Jeweils 2+4 Löcher (Durchmesser 0,8mm) pro Winkel.

Dazu habe ich Volkers Zeichnung mehrfach aneinandergesetzt. Ein Zwischenraum für einen 1mm Fräser wurde ebenso berücksichtigt.

L-Profil_5x5mm_01 (fspg2)



L-Profil_5x5mm_02 (fspg2)



Zuerst wurde eine 4,4mm tiefe Nut in eine Pertinaxplatte gefräst.
Zwei Profile wurde Schenkel gegen Schenkel in diese Nut gelegt und mit Tesaflm fixiert. Nach dem ersten Durchgang wurden die L-Profile gedreht, so dass die zweite Schenkelseite entsprechend gebohrt werden konnte.
Kleine Messinganschläge an den Enden geben die genaue Position vor.


L-Profil_5x5mm_04 (fspg2)



L-Profil_5x5mm_05 (fspg2)



L-Profil_5x5mm_06 (fspg2)



Da mein Fäser nur 2,5mm lang ist, das Profil aber eine Schenkellänge von 5mm hat, habe ich nur die Oberseite eingefräst...


L-Profil_5x5mm_07 (fspg2)



... und zum Schluss den zweite Schenkel mit einem 1mm Sägeblatt auf der Böhler-Kreissäge getrennt.


L-Profil_5x5mm_08 (fspg2)

volkerS - 25.01.15 19:39
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Frithjof,
mit welcher Fräse arbeitest du?
Das CNC-Programm ist Mach3, soviel kann man erkennen.
Volker
fspg2 - 31.01.15 15:19
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

Zitat:
mit welcher Fräse arbeitest du?

mit dieser hier

In der letzten Woche brachte ich Volker ein paar gefräste Teile für die Rollwagen vorbei. Ich klingelte, ... es wurde geöffnet, ... ich ging die Stufen nach oben, ... es duftete schon im Treppenhaus sehr vielversprechend, ... in der Wohnung waren nicht nur Volker mit seiner Familie, sondern es war Besuch gekommen.

Helmut Schmidt brauche ich ja nicht näher vorzustellen.... aber ein mir jetzt unbekanntes Gesicht kam mir entgegen und begrüßte mich freundlich auf englisch: Aus Australien war Kim zu Besuch gekommen.

Ich kannte bislang nur seine Beiträge aus dem finescalerr-Forum:

Original und deutsche Google-Übersetzung


Volker und seine Frau hatten lecker gekocht!

Cheers (fspg2)



Russ, der Betreiber des finescalerr-Forums hatte bis vor kurzem Modellbauzeitungen vertrieben. Kim hatte einen "Railroader" von 1996 mitgebracht, in dem er seinen ersten Modellbaubeitrag geschrieben hatte.


with_regards_to_Russ (fspg2)



Nachdem uns Kim neue interessante Dinge über australische Zuckerrohrbahnen erzählt und uns dabei viele Bilder gezeigt hatte, wurde eifrig gefachsimpelt und wir zeigten ein paar unserer kleinen Bauten.


Kim_shows_Australia (fspg2)



Fachsimpeln:shoptalk (fspg2)


Leider verging die Zeit viel zu schnell. Noch einmal vielen Dank an Euch für diesen wirklich netten Abend Grins
Peter_T1958 - 31.01.15 20:27
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Das scheint ja wirklich ein gelungener Abend gewesen zu sein. Nur ein kleinses Detail fällt mir auf: Auf allen Bildern sind die Gläser immer leer ...
Ich weiss jetzt nicht, wie ich das deuten soll Augenrollen

Cheers,
Peter
Hydrostat - 01.02.15 11:54
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
Das scheint ja wirklich ein gelungener Abend gewesen zu sein. Nur ein kleinses Detail fällt mir auf: Auf allen Bildern sind die Gläser immer leer ...
Ich weiss jetzt nicht, wie ich das deuten soll Augenrollen

Cheers,
Peter


Na, dann ist Dir jetzt wohl klar, was ich meine, wenn ich "zum Essen" einlade. Von Trinken war nicht die Rede Lachend .

Volker
Helmut Schmidt - 01.02.15 21:27
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

dir und deiner Frau auf jeden Fall noch einmal herzlichen Dank, für die Nette Aufnahme und die Zeit die du uns gewidmet hast.
Es war ein sehr interessantes und informatives Treffen, was wir auf jeden Fall mal wieder, wiederholen sollten.

Zu Essen gab es auch so reichlich und das sogar so reichlich, dass auch noch etwas übrig blieb, wie zu sehen ist. Getrunken haben wir dann auch noch reichlich alkoholfrei, wie es sich für kraft-fahrende Modellbauer gehört.

Volker hatte mich vorher angesprochen, ob ich ihm dann nicht Messingröhren auf meiner Säge auf Länge schneiden könnte.
Ich fragte natürlich wo für und bat im um eine Zeichnung, dort sah ich die Zeichnung für solche Drehzapfen.


Wie hier zu erkennen ist, handelt es sich um einen Drehzapfen mit einem Gewinde auf den eine Scheibe und eine Mutter gesetzt wurde.


Schnell waren die Restlichen Drehzapfen für seinen Bedarf auch noch gedreht und weil ich schon mal dabei war, auch noch gleich brüniert.
Das letztere hätte ich mir besser gespart, denn die Drehzapfen sollen eingelötet werden und so nahm ich mein Mitbringsel wieder mit, um es erneut zu strahlen.


Da ich aber schon mal dabei war, habe ich mir noch etwas Heimarbeit mitgenommen, dazu aber sicher bei Gelegenheit mehr.
Hydrostat - 19.02.15 20:19
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

da ich mich vor fachlichen Ratschlägen zum Widerstandslöten von Stahl kaum retten konnte, habe ich für die Serie zur bewährten Flamme gegriffen. Der kleine Messingwinkel ist mit Aluplättchen unterlegt und mit der Klammer fixiert.




Sieht doch irgendwie besser aus ...





Die Wagennummern sind auch mit der Flamme eingelötet.





Nachdem Frithjof mich mit weiteren Teilen versorgt hatte und ein Paket mit Schrauben angekommen war, konnte es am Rahmen mit der Montage des Drehgestellquerträgers weitergehen.








Das sind alles M0,8-Schrauben. Der Begriff "Schrauborgie" trifft's ganz gut, wenn man so einen Wagen zusammensetzt Augenrollen .





Fällt jemandem bei der letzten Aufnahme etwas auf? Hier nochmal aus anderer Perspektive:





Schönen Gruß,
Volker
volkerS - 20.02.15 06:44
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,
meinst du die Schatten an den inneren Winkeln? Die sehen nach fehlgebohrten Löchern in der Verbindung zum Längsträger aus.
Volker
Hydrostat - 27.04.15 19:20
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
volkerS hat folgendes geschrieben::
Hallo Volker,
meinst du die Schatten an den inneren Winkeln? Die sehen nach fehlgebohrten Löchern in der Verbindung zum Längsträger aus.
Volker


Hallo Volker - so ist es. Der Kandidat hat 100 Punkte. Mach was draus.

Frithjof hat mittlerweile die Lagersteine gefräst, die die Drehzapfen aufnehmen.








Eingebaut sieht das von unten dann so aus; hier wird noch eine Platte aufgeschraubt, daher die 4 Bohrungen.





Auf der Oberseite ragt der Drehzapfen aus dem Querträger heraus





und wird dort vom Kugelgelenk des Drehgestells aufgenommen. Die Bügelpendel ragen in die Taschen





und werden in den unteren Tragböcken mit entsprechend ausgeformten Tragbolzen fixiert.





Jetzt kann man so langsam erkennen, was es werden soll.





Um nochmal auf die fehlgebohrten Löcher zurückzukommen: Die Drehzapfenlagersteine helfen ungemein beim passgenauen Fixieren der Querträger; so lassen sich die falsch gebohrten Messingwinkel problemlos von außen durch den Stahlrahmen nachbohren.





Frithjof hat bereits die nächste Lieferung angekündigt - bebildert Sehr glücklich





Schönen Gruß,
Volker
fspg2 - 03.05.15 17:55
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Moin Volker,

heute lief die Fräse und spukte viele kleine Hängeeisen und Umlenkhebel aus.
Da ich nur 1mm MS58 hatte - aber 0,8mm Stärke brauchte, hatte ich zuerst kleine Taschen mit 0,2mm Tiefe gefräst.
Danach wurden die 1,0mm und 3,0mm Löcher gebohrt und das Langloch mit einem 1,0mm Fräser ausgefräst.
Zum Schluss war die Außenkontur der drei verschiedenen Messingteile an der Reihe.
Auch hier wurde der 1mm Fräser verwendet, da bei den Hängeeisen einige 0,5mm Radien vorhanden sind.


Haengeeisen_Umlenkhebel_01 (fspg2)


Die Post geht morgen zu Dir raus!
volkerS - 03.05.15 20:37
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Frithjof,
wie fixierst du die Messingplatte? Vacuumtisch? Spätestens wenn die Außenkontor gefräst wird kommt ja der Moment, wo das Teil keinen Halt mehr zum Rest hat.
Volker
fspg2 - 03.05.15 22:01
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

ich klebe meine zu fräsenden Messing- und Neusilberplatten immer mit Gudy 870 auf 20mm starke MDF- Platten. Diese werden dann jeweils auf den Frästisch geschraubt.
So habe ich einen Vorrat an unterschiedlichen Materialstärken (0,3mm - 2,0mm) immer parat.
Bei den kleinen Hängeeisen und Umlenkhebeln wurde als letzter Durchgang die Außenkontur mit dem 1mm-Fräser in drei Durchgängen mit je 0,4mm Zustellung (0,4mm - 0,8mm und 1,2mm) gefräst. So ergab sich bei der letzten Zustellung nur noch 0,2mm Messing - 0,2mm tauchte der Fräser in die MDF-Platte ein.
Die Klebefolie hat in der Regel die Einzelteile bis zu Schluß gut festgehalten.
Vereinzelt löste sich ein Hängeeisen. Dabei blieb meist eine kleine Messingnase stehen, die man mit einer kleine Sandpapierfeile begradigen kann.
Bei rund 150 Teilen waren lediglich 3 unbrauchbar, weil sie sich lösten und vom Fräser leicht beschädigt wurden. Hier kann ein kleiner Holzstab helfen, mit dem man bei den letzten Millimetern das Einzelteil festhält.
Allerdings hätte ich hier mehrere Stunden neben der Fräse sitzen müssen und im jeweiligen Moment den Holzstab bemühen müssen.
Um eine saubere Außenkontur zu erhalten, lasse ich den Fräser immer mit einem Bogen an die Kontur heran- und herausfahren.
Als Alternative hätte ich natürlich auch kleine Haltestege mit geringer Höhe (0,2mm) verwenden können, aber das spätere Wegfeilen bei so vielen kleinen Teilen war mir jedoch zu aufwändig. So habe ich einfach ein paar Teile mehr vorgesehen, um den Ausschuss zu kompensieren.
Hydrostat - 06.05.15 19:19
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

zur Zeit arbeite ich an der Gestaltung der Sitze. Die waren bei den Rollwagen ja ständig der Witterung ausgesetzt.

Zunächst erhalten die Stirnflächen senkrechte Stoßfugen in Verlängerung der eingefrästen Rille, die ich mit der Spitze des Dreikantschabers einritze. Links das von Frithjof aus Buche gefräste Ausgangsmaterial, rechts geritzt.



Die Teile weiche ich dann in Wasser ein und färbe sie anschließend mit Gouache. Links eine Mischung aus Schwarz, Umbrabraun und Deckweiß, rechts reines Schwarz. Durch das Einweichen stellen sich die Fasern auf und die Oberfläche wird deutlich rauher als vorher.



Auf die so vorbehandelten Teile habe ich dann ungleichmäßig einen Grauton von Tamiya aufgesprüht und mit einem Pinsel zusätzliche Farbkleckse ergänzt. Das ergibt die "bucklige" Struktur. Die vollkommen durchgetrockneten Teile habe ich dann auf einem Papierbogen gerieben/geschliffen, wodurch die erhabenen Teile (die Buckel) sehr glatt werden. Ich finde, dass das besonders beim rechten Exemplar recht gut an ein stark beanspruchtes und oft übergestrichenes Holzteil herankommt. Beim linken Teil ist mir die Holzoberfläche zu uneben. Bei den nächsten Teilen werde ich daher vor dem grauen Farbauftrag nochmal schleifen.







Derzeit geht es Schlag auf Schlag; Frithjofs nächste Lieferung mit diversen Bremsbauteilen ist bereits eingetroffen.



Die massiven Drehgestellkerne wollte ich ursprünglich mit den oberen und unteren Abdeckplatten verkleben, da Löten aufgrund der unterschiedlichen Materialstärken auf großer Fläche schwierig wird. Ich möchte es aber probieren, u. A. weil das Vorbild eine Schweißkonstruktion war und es dort eben eher Kehlnähte als Stoßfugen zu sehen gab ... Ich habe mir dazu M1 Edelstahlschrauben und Muttern bestellt, um die Schrauben nach dem Löten wieder lösen zu können. Die (Messing-)Modellbauschrauben, an denen später die Achslager befestigt werden, möchte ich nämlich nicht mit einlöten. Das wäre dann schlecht, wenn mal eine abreißt.

Schönen Gruß
Volker
Z13 - 06.05.15 21:28
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

ich habe schon die Erfahrung machen müssen, dass auch Edelstahlschrauben sich mit Weichlot sehr wohl löten lassen, b.z.w. so fest eingebettet werden dass sie sich nicht mehr lösen lassen.
Als Abhilfe male/streiche ich seither alle Schrauben(Gewinde) welche nicht eingelötet werden sollen mit einem schwarzen Filzstift an. Sie lassen sich nachher leicht lösen und bei Bedarf auch wieder säubern.Das gilt auch für andere Teile welche nicht mit Lot benetzt werden sollen.

Viele Grüße
Manfred
Hydrostat - 13.05.15 16:11
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

und vielen Dank, Manfred, für Deinen Tipp. Der ist ausgezeichnet Ausruf
Ich habe diesen Arbeitsschritt lange vor mir hergeschoben, aber allen Unkenrufen zum Trotz hat es vorzüglich geklappt. Bei dieser Gelegenheit ist auch noch der aus einem U-Profil, einer Platte mit Bohrung und zwei Knaggen zusammengesetzte Halter für die Bremsspindel hinzugekommen.











Zum Löten werden die Teile über alle 16 Achslagerbohrungen mit den mit Edding geschwärzten Edelstahlschrauben verschraubt. Damit die bereits aufgelöteten Abdeck- und Schmutzfangbleche nicht wieder abfallen, klemme ich das Teil auf ein Alu-Lochprofil (hier im Bild nur nachgestellt; es fehlen die Verschraubungen). Durch Zufall sind die Edelstahlschraubenköpfe so hoch wie die Bleche mit den Schraubenimitationen. Zum Löten verwende ich einen Flambierbrenner und erhitze das Paket mit ständig bewegter Flamme, bis das Lot flließt. Der massive Kern verteilt die Wärme sehr gut. Da ich die Teile vor dem Zusammenbau mit Lötwasser einstreiche, schießt das Lot über den gesamten Kernquerschnitt trotz der fest verschraubten Platten ein. Ich beginne mit einigen Lotdepots und führe dann Draht am heißen Bauteil nach, bis eine Kehle erkennbar wird. Während des Lötens muss ich das Teil zweimal drehen bzw. wenden, um alle Positionen mit Lot zu versehen. Die zuvor verlöteten Kleinteile an den Stirnseiten sitzen so saugend in den Einfräsungen, dass sie sich nicht mehr lösen.







Ich bringe die rat-, öh, radlose Baustelle mit nach Schenklengsfeld Winke .


Schönen Gruß,
Volker
Hydrostat - 22.05.15 21:17
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen!

Und weiter geht's mit den ersten Teilen der Bremsanlage:











Die Hängeeisen sind 0,8 mm dick. Frithjof hat mangels entsprechenden Rohmaterials eine 1 mm-Platte verwendet und dort 2 Zehntel abgetragen und dann die Konturen und Bohrungen gefräst; das kann man ganz gut an den Oberflächen erkennen. Die (natürlich vorbildgerechten) Nasen verhindern das Herunterklappen und damit das ungleichmäßige Verschleißen des Bremsklotzes an der Lauffläche. Auch im Modell.





Für die Bolzen habe ich Messingniete mit 1,4 mm Durchmesser verwendet und den Nietkopf plangedrehfeilt.





Die Bremsklötze sind in FUD bei Shapeways gedruckt. Kunststoff muss sein, da es sonst über die Quertraversen des Bremsgestänges einen Kurzschluss gibt.





Sämtliche Bolzen müssen später mit einer Scheibe und Splinten versehen werden. Welche Lösung ich mir dazu überlegt habe, erzähle ich demnächst in diesem Theater.


Schönen Gruß,
Volker
fspg2 - 20.06.15 14:36
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Moin,

als Nächstes sollten die obere Abdeckungen der Drehgestellplatte (hier grün dargestellt) gefräst werden.


Drehgestellplatte_oben_Abdeckung_01 (fspg2)



Für die Serienfertigung wählte ich eine Anordnung von 4x 12 Stück.


Drehgestellplatte_oben_Abdeckung_02 (fspg2)



Drehgestellplatte_oben_Abdeckung_03 (fspg2)



Die DXF-Zeichnung wurde für die Weiterbearbeitung in Sheetcam farbigen Layern zugeordnet:


Drehgestellplatte_oben_Abdeckung_04 (fspg2)



Als Erstes wurden die 0,5mm-Bohrungen 3mm tief gebohrt (Magenta).
Da es kein Messing MS58 in einer Stärke von 1,2mm gibt, habe ich 1,5mm Material verwendet und mit einem 5mm-Fräser die grün umrandeten Taschen 0,3mm tief plangefräst.
Schließlich wurde mit dem gleichen Fräser die dunkelgelben Taschen 1,3mm tief gefräst, um einen Steg von 0,2mm zu erhalten.
Der gleiche Layer diente danach als Innenkontur für einen 1,0mm-Viertelstabfräser, um so die runden Kanten zu erhalten.


Drehgestellplatte_oben_Abdeckung_06 (fspg2)



Letztendlich wurden mit einem 1,2mm-Fräser außen entlang der roten Kontur die Abdeckplatten ausgefräst.


Drehgestellplatte_oben_Abdeckung_07 (fspg2)



In der Vergrößerung sieht die gesandstrahlte Oberfläche sehr rauh aus - mit dem bloßem Auge ist sie o.k.!


Drehgestellplatte_oben_Abdeckung_08 (fspg2)



Bei der Probemontage stellte Volker fest, daß zwar alles passte...
...jedoch würde nach dem Auflöten des Abdeckbleches die spätere Montage der Bügelpendel nicht mehr möglich sein.

Trotz Poststreikes trafen die Teile pünklich zum Wochenende wieder bei mir ein, um von der Rückseite eine 0,7mm tiefe Tasche eingefräst zu bekommen.


Drehgestellplatte_oben_Abdeckung_09 (fspg2)



Als Aufnahme für jeweils 5 Abdeckplatten fräste ich in eine Pertinaxplatte eine Vertiefung von 1,2mm und bohrte 0,5mm Löcher für die kleinen Haltedrähte, um so eine genaue Positionierung zu bekommen.
Tesafilm fixierte die Platten während des Fräsens.

7,5 Minuten dauert ein Fräsdurchgang, währenddessen ich jetzt hier ein paar Zeilen schreibe Grins


Drehgestellplatte_oben_Abdeckung_10 (fspg2)


edit: Fräserdurchmesser korrigiert von 1,0mm auf 1,2mm
UPW - 20.06.15 21:48
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Frithjof und Volker,

Andere sagen "ganz großes Kino", mir geht es so, dass ich nicht verstehe, wie Leute vor dem Fernseher kleben können (Stufe 1). Ich klebe vor Euren tollen Beiträgen und lasse mich von einem angenehmen Gefühl durchströmen (Stufe 2). Sollte ich aktiver werden und nicht nur Fragen zu Euren Beiträgen stellen (Stufe 3), sondern auch selbst anfangen, Teile zu konstruieren, fräsen, feilen, sandstrahlen und fotografieren (Stufe 4), dann habt Ihr wesentlich dazu beigetragen!
Vielen Dank für Eure Motivation!

Noch zwei Fragen:

(1) Die 20 mm dicken MDF, sind die so plan, das 0,2 mm dicke Absätze in Messing gefräst werden können? Die stehen Quadratmeter-weise im Bauhaus und 0,05 mm würden sich ja schon bei den Fräsarbeiten (negativ) bemerkbar machen.

(2) Hätte ich eine Fräse, würde ich die Abdeckungen der Drehgestellplatten dichter zusammen setzen, sodass nur 1 mm Abstand statt der sichtbaren 2 mm vorhanden sind. Das würde die Fräßzeiten verkürzen. Es gibt bestimmt einen Grund, es (nicht) so gemacht zu haben, denke ich.

Angenehmes Wochenende wünscht

Uwe
fspg2 - 21.06.15 20:33
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Uwe,

schönen Dank für Deine freundlichen Worte.

Jetzt hoffe, daß Du die Stufe 4 schnell erreichst und uns von Deinen Sachen berichtest, damit wir dann zur Stufe 5 gelangen Winke

Du hast ganz richtig bemerkt, daß die 20mm-MDF-Platten nicht wirklich plan sind. Ich habe eine 40cm x 50cm Platte nachgemessen, da sind in den vier Ecken Abweichungen zwischen 3 - 4/100mm.

Wenn Du einen größeren Bereich mit absoluter Planheit benötigst, muss zuvor die Grundplatte plangefräst werden!

Ich habe die Abstände auf zwei Millimeter gesetzt, um mit einem Holzstab die kleinen gefrästen Teile von der Doppelklebefolie seitlich herauszuhebeln. Bei einem dünneren Abstand müsste ich z.B. einen kleinen Schraubendreher als Hilfsmittel nehmen - mit der Gefahr, die feinen Abdeckungen zu beschädigen.
Die Fräszeiten würden sich nicht verkürzen, da jedes Teil rundherum freigefräst wird.... Es wird hierbei ein bisschen mehr an Material vergeudet!
Helmut Schmidt - 21.06.15 23:33
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
UPW hat folgendes geschrieben::
Noch zwei Fragen:

(1) Die 20 mm dicken MDF, sind die so plan, das 0,2 mm dicke Absätze in Messing gefräst werden können? Die stehen Quadratmeter-weise im Bauhaus und 0,05 mm würden sich ja schon bei den Fräsarbeiten (negativ) bemerkbar machen.

(2) Hätte ich eine Fräse, würde ich die Abdeckungen der Drehgestellplatten dichter zusammen setzen, sodass nur 1 mm Abstand statt der sichtbaren 2 mm vorhanden sind. Das würde die Fräszeiten verkürzen. Es gibt bestimmt einen Grund, es (nicht) so gemacht zu haben, denke ich.

Hallo Uwe,

zu 1. bei meiner Fräse ist das zum Beispiel unerheblich, da sie sie sie bei jedem Anfahren der Oberfläche erst erneut auf 0 kalibriert.
Oder einfach die Bezugsfläche Oberfläche wird bei jedem Absenken des Fräskopfes erneut eingesessen und mit 0 als Bezugsfläche genommen.

zu 2. mit einem größerem Abstand und damit größerem Fräser, kannst du einen höheren Vorschub mit mehr Zustellung fahren und somit geht das eher schneller.

Ja Uwe, von solchen Berichten wünscht man sich mehr und ich würde mich freuen auch von dir mal einen Baubericht lesen zu können.

@ Frithjof, mit welchem Fräser hast den Radius so sauber fräsen können. Respekt

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. heiss
Hydrostat - 15.07.15 15:20
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

nachdem Frithjof die Bügelpendellagerabdeckungen überarbeitet hatte, konnte es an den Zusammenbau gehen. Wie die Drehgestellteile als Paket verlötet werden, habe ich zwar bereits gezeigt; allerdings wollte ich für die Serie ein möglichst unaufwändiges Vorgehen finden.

Dank der bereits konstruktiv berücksichtigten Nuten lassen sich nicht nur die Deckplatten und die Stirnflächen passgenau um den Kern herum zusammenstecken, sondern auch alle weiteren Halter und Knaggen vormontieren. Erst jetzt kommt Lötwasser ins Spiel - anders ist mir die Sauerei zu groß und es ist auch nicht notwendig, die Teile vorher einzustreichen oder gar zu verzinnen. Zunächst verlöte ich also die Stirnseite inklusive aller Einzelteile. Die Deckbleche sind dazu mit dem Kern über Edelstahlschrauben fixiert.





Flächen, die kein Lot abbekommen sollen, werden mit Edding geschwärzt. Hier z.B. die Aufnahme für das Kugelgelenklager.





Wenn die Stirnseiten verlötet sind, wird das Paket auf die Seite gestellt. das Lötwasser zieht durch die Kapillarwirkung komplett bis zur jeweils gegenüberliegenden Seite durch - ebenso wie das Lot. Die bereits verlöteten Teile an den Stirnseiten lösen sich dabei nicht, bzw. können wgene der Nuten dabei nicht wieder herausfallen.

Leider lassen sich aber die Details der Oberseite nicht in einem Aufwasch mit verlöten und ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie ich das im Nachinein hinbekomme. Der Widerstandslöter hat sich dazu als ungeeignet erwiesen. Nur bei höchster Leistung beginnt das Lot zu fließen - dafür nehmen dann aber bereits die feinen Teile Schaden. Man kann leichte Einbrandspuren auf der Oberseite der Abdeckung und an der vorderen Lasche erkennen:





Der Wärmeeintrag ist dabei insgesamt so hoch, dass man auch gleich mit der Flamme arbeiten kann, und das klappt bestens und ohne Flurschäden.





Beim Zusammenbau der Rahmen sind zahllose Schrauben zu verbauen. Um nicht jede Schraube einzeln festzuhalten und zu verschrauben, habe ich mir mit eingelegten Holzstücken und etwas Schaumstoff geholfen, um sie an ihrem Platz zu halten und Scheiben und Muttern im Block montieren zu können:





Die gesamte Bremsanlage des Wagens wird funktionsfähig und muss daher auch irgendwie mit auf die Bolzen aufgesetzten Scheiben und Splinten gesichert werden. Alein die Vorstellung, fast 300 Löcher zu bohren und die entsprechende Anzahl Splinte zu fertigen, war mir unsympathisch. Also habe ich kurzerhand ein Urmodell gebaut, das nach einer kleinen Deutschlandreise (sei gegrüßt, Andreas Sehr glücklich ) demnächst dann zum Gießer gehen soll.





Die Scheiben mit 2,1 und 2,7 mm Durchmesser habe ich mir auf dem Dremel zurechtgezwirbelt








und die vorbereiteten Splinte mit d=0,5 mm hart verlötet. So lassen sich die kleinen Teile dann problemlos weich an den Gussbaum löten.








Um auch allen Splintverformungsansätzen gerecht zu werden, gab's gleich mehrere Ausführungen.





Die Teile werden später lediglich über die Bolzen geschoben und verlötet - das ist doch deutlich unaufwändiger, als mit echten Splinten. Der Bohrungsdurchmesser ist 1,5 mm, so dass sie nach dem Guss noch auf die 1,4-mm-Bolzen passen sollten.


Schönen Gruß,
Volker
arne012 - 16.07.15 11:28
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hi,
also ich finde die Idee mit dem Fake-Splint auf der Scheibe genial!
Gruß,
Arne
volkerS - 17.07.15 06:17
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,
der Weg ist ja das Ziel und das strebst du bisher mit höchster Präzision an.
So genial die Idee mit den Fake-Splinten für Stellen wo ein Bohren jetzt nicht mehr möglich ist, ist, es passt aber nicht zu deinen bisherigen Arbeiten. Da hätte man zurückblickend einiges einfacher gestalten können.
Volker
fspg2 - 17.07.15 08:02
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Moin Völker,

Zitat:
Da hätte man zurückblickend einiges einfacher gestalten können.


...jetzt hast Du mich neugierig gemacht, welche Lösung Du anzubieten hast! Frage
Frédéric - 17.07.15 19:10
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

erlaubst Du mir eine Frage zu folgendem Satz?
Hydrostat hat folgendes geschrieben::
[...] Flächen, die kein Lot abbekommen sollen, werden mit Edding geschwärzt. Hier z.B. die Aufnahme für das Kugelgelenklager. [...]


Wie darf ich mir das vorstellen? Widersteht die Farbschicht dem heißen Lot, oder verhindert sie nur einen Kontakt zwischen Flußmittel und Metall, so dass keine haltbare Verbindung von Lot und Metall möglich wird?

Mit Dank im Voraus,

Frédéric
Hydrostat - 17.07.15 20:57
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Frédéric,

Manfed (Z13) hatte mir den tollen Tipp hier gegeben. Was genau passiert, kann ich Dir nicht sagen, ich vermute aber, dass der Edding eine Sperrschicht gegen die Säure bildet. Eine Reaktion mit dem Metall findet nicht statt; nach Abwaschen oder -reiben lässt sich die Stelle ganz normal löten.

Schönen Gruß,
Volker
Helmut Schmidt - 17.07.15 22:06
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Frédéric und Volker,

genau so ist das die Farbe im Erding ist bedingt Säurefest und Hitzebeständig und dadurch wird das Flussmittel am benetzen gehindert.

Man kann sogar mit einem speziellen Ediing, direkt eine gedruckte Schaltung auf die Kupferbeschichtung eine Platine zeichnen und die dann ätzen.
volkerS - 18.07.15 00:35
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Frithjof,
wenn ich sehe, mit welcher Präzision die Achslager realisiert wurden, die man dann im zusammengebauten Zustand nur noch sieht, wenn man den Wagen auf den Kopf legt, weil Rad und Drehgestellabdeckung alles verdecken, dann passt das in keinster Weise zu den "Fake"-Spinten.
meint
Volker
Hydrostat - 18.07.15 10:37
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
volkerS hat folgendes geschrieben::
Hallo Frithjof,
wenn ich sehe, mit welcher Präzision die Achslager realisiert wurden, die man dann im zusammengebauten Zustand nur noch sieht, wenn man den Wagen auf den Kopf legt, weil Rad und Drehgestellabdeckung alles verdecken, dann passt das in keinster Weise zu den "Fake"-Spinten.
meint
Volker


Hallo Volker,

gerade die Achslager zeigen sehr gut, dass das wunderbar zusammenpasst. Die dort nachgebildeten Schrauben sind nämlich auch "Fake". Und hier kann ich's ja verraten - ich hoffe, Du behältst es für Dich: In den Achslagern befinden sich weder Lagerschalen noch Filzdichtuingen noch Schmierpolster, noch ... ach, ich vergaß, das sind ja schon Rollenlager.

Schon interessant, wie emotional hier über "richtig" und "falsch" diskutiert wird Sehr glücklich .

Schönen Gruß,
Volker
Torsten - 18.07.15 10:57
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,
deine Variante mit den Scheiben und Splinten gefällt mir Ausruf

Wenn es die Splinte sackweise für kleines Geld zu kaufen gäbe, würde ich mir sicherlich die Arbeit machen und richtig versplinten, aber so ... eine gute Lösung.

Wer es nicht mag, muss es ja nicht nachmachen.

Gruß
Torsten
fspg2 - 18.07.15 14:51
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Splintsucher,

ich will mich jetzt nicht darüber auslassen, wer nun Recht hat oder wer falsch liegt. Ich finde die Lösung von Volker schon pfiffig.
Durch die Diskussionen hier im Forum kommen immer wieder neue Ideen, die man auf seine Belange hin abwandeln kann.

Ich bin jetzt am Überlegen, wie man eine solch große Menge an über 300 Splinten in einer Größe von nur 0,5mm Durchmesser hinbekommt.
Die händische Lösung des Abschleifens in Volkers Beitrag vom 14.6.2015 ist sicherlich ebenso genial, wie irrsinnig hier eine große Serie zu schaffen.

Dazu kam mir die Idee, eine kleine Vorrichtung zu bauen.

Aus 2mm Messingblech will ich 3 kleine Platten fräsen.
Die graue Grundplatte und die gelbe Deckplatte erhalten mittig eine 0,25mm tiefe Nut gefräst mit einem 0,5mm Fräser. Einen entsprechenden Kugelfräser muss ich bestellen.
Die blaue Deckplatte bekommt keine Nut, sie bleibt flach!!

Jeweils vier 2,0mm Passerstifte verbinden die Platten und halten so die Position.

0_5mm_Halbrunddraht_Test_1 (fspg2)



Das ganze Paket wird in einen kleinen Schraubstock unter die Fräse gespannt. Ein 2,0mm Fräser wird in dem Spalt zwischen den beiden Deckplatten so positioniert, dass er den von rechts eingeschoben Draht auf halbe Materialhöhe abfräst. Die blaue Platte hält beim weiteren Durchschieben das nun erhaltene halbrunde Profil in gleicher Ausrichtung, weil es sich so nicht mehr verdrehen kann.


0_5mm_Halbrunddraht_Test_2 (fspg2)



0_5mm_Halbrunddraht_Test_3 (fspg2)



Ich bin gespannt, wie der Unterschied zwischen bislang nur Theorie nachher im Ergebnis aussieht Frage
fspg2 - 26.07.15 20:18
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo,

mit den Splinten bin ich noch nicht angefangen, da sich inzwischen der Draht mit 0,5mm Durchmesser als zu dick erwiesen hat - vorbildlich müsste er 0,3mm Durchmesser haben. Also wurde ein neuer Fräser für die Nut bestellt. Mal sehen, ob das dann so klappt, wie ich es mir gedacht habe Frage

Am 3.5.2015 hatte VolkerS gefragt, wie ich meine Teile auf der Fräse fixiere.

Zitat:
Hallo Volker,
ich klebe meine zu fräsenden Messing- und Neusilberplatten immer mit Gudy 870 auf 20mm starke MDF- Platten. Diese werden dann jeweils auf den Frästisch geschraubt.
So habe ich einen Vorrat an unterschiedlichen Materialstärken (0,3mm - 2,0mm) immer parat.
Bei den kleinen Hängeeisen und Umlenkhebeln wurde als letzter Durchgang die Außenkontur mit dem 1mm-Fräser in drei Durchgängen mit je 0,4mm Zustellung (0,4mm - 0,8mm und 1,2mm) gefräst. So ergab sich bei der letzten Zustellung nur noch 0,2mm Messing - 0,2mm tauchte der Fräser in die MDF-Platte ein.
Die Klebefolie hat in der Regel die Einzelteile bis zu Schluß gut festgehalten.


Als ich gestern die nächsten Teile für Volkers Rollwagen gefräst habe, war die Kamera dabei.

Die Zeichnung:

0_5mm-MS58_Drehgestell_01 (fspg2)



Die Fräsdatei:

0_5mm-MS58_Drehgestell_02 (fspg2)



0_5mm-MS58_Drehgestell_03 (fspg2)



0_5mm-MS58_Drehgestell_04 (fspg2)



Mit einer Cutterklinge hebe ich zum Schluß eine Ecke der Messingteile hoch, um dann mit einem untergeschobenen dünnen Blech die Stücke von der MDF-Platte zu lösen.
Jetzt muss nur noch die restliche Klebefolie mit den Fingern heruntergerubbelt werden.


0_5mm-MS58_Drehgestell_05 (fspg2)

Hydrostat - 18.09.15 19:23
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

ein kurzer Blick auf den Stand der Dinge:





Mittlerweile sind 9 von 11 Rahmen mit ihren Grundplatten und Drehgestellquerträgern verlötet und Drehgestelle für 6 Wagen montiert. Als nächstes kamen jetzt einige stirnseitige Querträger und die Pufferkörbe mit Abdeckkappen an die Reihe. Die Kappen sind aus 0,2 mm MS-Blech geätzt und die Körbe aus 1 mm MS-Blech von Frithjof gefräst. Ich habe die letzteren Teile zunächst ausgeglüht, um sie ohne Bruch biegen zu können. Das hat bis auf zwei Stück gut geklappt, aber ich hatte zum Glück etwas Überschuss zur Verfügung. Rechts befinden sich die mit Schraubenimitationen verlöteten, noch unverputzten Teile.





Dieses Mal konnte ich den Widerstandslöter sinnvoll einsetzen. Zunächst wurden die Kehlen mittels der Pinzette mit Lot gefüllt. Die vorgebogenen Kappen ließen sich dann aufgrund der Bohrungen für die Schraubenimitationen einfach positionieren und mit einer Haarklammer fixieren und verlöten.








Für die Querträger habe ich mir eine Lötlehre konstruiert, deren Teile Frithjof aus Pertinax und Aluminium gefräst hat. Vor und hinter den Aluklötzen befinden sich ebenso wie an den Seiten 1 mm breite Einfräsungen, in die zusätzliche Aluplättchen eingelegt und verklammert werden. Auch diese Teile ließen sich sehr gut mit dem Widerstandslöter verarbeiten. Die Aluklötze verhindern außerdem das Verbrennen der Pertinaxplatte; die sichtbaren Bläschen stammen von meinem ersten Lötversuch mit der Flamme, die hier mal ungeeignet war.





Die Teile werden erst nach der Lackierung zusammenfinden, weil die Kuppelstangen, Federn und diverse Scheiben getrennt lackiert werden sollen. Die Montage ist nachträglich möglich, da die Mutter der Pufferwelle durch die Bohrung im Korb passt und der Splint anschließend durch die Öffnung in der Kappe appliziert werden kann.





Schönen Gruß,
Volker
Hydrostat - 09.10.15 16:10
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo zusammen,

gestern bekam ich ein Paket mit ein paar Spindeln: Zum Einen für die Radkeile, an denen jetzt nur noch die Spindelmuttern fehlen. Diese werden aus einem MS-Frästeil und einem Silberstahlstift hart gelötet und anschließend mit Gewinde versehen, aber dazu bei Gelegenheit dann mehr. Die Spindeln mit Gewinde M2x0,25 habe ich mir in einer feinmechanischen Werkstatt fertigen lassen.








Zum Anderen die Spindeln für die Handbremse.








Die sahen eigentlich so aus, bevor ich sie verlötet und mit Gravoxid und Wasser behandelt hatte Winke :








Für das Hartlöten der Stangen mit den Handrädern aus Messingfeinguss habe ich mir eine ganz einfache Hilfsvorrichtung gebaut. Zum Löten habe ich Hartlotpaste verwendet, die sich sehr sparsam applizieren lässt.





Fragen? Keine? Gut. Weitermachen.


Schönen Gruß,
Volker
Hydrostat - 05.03.19 20:44
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Good to have friends.


Am vergangenen verlängerten Wochenende sind in einer konzertierten Aktion mit Frithjof die Radsätze für die Rollwagen entstanden. Entgegen der ursprünglichen Planung sind die Radkerne hochauflösend bei Kalle Stümpfl in glaskugelverstärktem Resin gedruckt. Die Drucke sind so genau, dass sie sich bei minimalem Übermaß mit leichten Hammerschlägen grob in die Radreifen drücken lassen.





Die Radreifen haben auf der Vorderseite einen Bund, an dem die Radkerne anliegen. Das ist halt beim Vorbild so Winke . Damit das auch im Modell so ist, drücken wir die Radkerne auf der Drehbank mittels eines Druckstücks mit dem Reitstock bis zum Anschlag in die Radreifen, die wiederum in einer Spannzange aus Messing aufgenommen sind.








Über der Herstellung der Hilfsvorrichtungen und der Ermittlung sinnvoller Arbeitsabläufe vergeht der erste Tag. Am Folgetag werden die Radkerne mit dünnflüssigem Sekundenkleber verklebt. Das leicht transparente Material der Radkerne lässt dabei gut erkennen, wie der Klebstoff in die Sitzfläche gesogen wird.





Dann kommen die Räder ein zweites Mal auf die Drehbank, um die Achswellenbohrungen auf 2,95 mm aufzureiben; die Achsen haben einen Durchmesser von 3 mm.





Das Ergebnis nach einem weiteren langen Tag:





Am dritten Tage wächst zusammen, was zusammengehört. Mittels einer Aufpressvorrichtung werden zunächst die Achsen mit einem aufgefädelten Innenlager in ein Rad eingepresst. Das Rad wird über einen Dorn der Vorrichtung in einer Pertinaxlehre zentriert, die Achse mittels der Haltebleche des Werkzeugs.








Die gegenüberliegende Seite wird zunächst auf die gleiche Art montiert, allerdings hilft nun eine Pertinaxlehre beim Einstellen des Spurkranzinnenmaßes.








Zum Schluss noch die benötigten Lehren und Hilfsmittel.





Danke, Frithjof!


Schönen Gruß
Volker
master of OM - 05.03.19 23:34
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker und Frithjof,

schön, daß nach einer "kurzen" Pause wieder an den Rollwagen weitergebaut und
berichtet wird Winke !

Abgesehen von dem, hier gezeigten, hervoragenden feinmechanischen Modellbau,
begeistert mich der anspruchsvoll aufbereitete Beitrag Ausruf
Es ist einfach anregend, die detailierten Bauberichte zu studieren, und anschließend
mit vielen schönen Bildern im Kopf einen Ausflug in die Werkstatt oder zum
Schreibtisch zu machen Sehr glücklich .

Schöne Grüße, Gerhard
Schrauber - 06.03.19 08:33
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Hallo Volker,

ich bin von dieser professionellen Lösung extrem begeistert.Respekt

War aber letztendlich, wenn man weiß, wer beteiligt ist, auch nicht anders zu erwarten Idee

Schön, das jetzt endlich zusammen ist, was lange genug gedauert hat Völlig unschuldig
Hydrostat - 06.03.19 19:44
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
master of OM hat folgendes geschrieben::
schön, daß nach einer "kurzen" Pause wieder an den Rollwagen weitergebaut und berichtet wird Winke ! Abgesehen von dem, hier gezeigten, hervoragenden feinmechanischen Modellbau, begeistert mich der anspruchsvoll aufbereitete Beitrag Ausruf


Vielen Dank für diese wertschätzenden Worte - much appreciated. Ich hoffe, dass es bis zum nächsten Bericht nicht wieder ganz so lange dauert. Die Lorbeeren für den größten Teil dessen, was hier zu sehen ist - einschließlich der meisten Bilder - gehen bitte an Frithjof. Ich habe nur danebengestanden und überwacht, dass er alles richtig macht Winke .

Schrauber hat folgendes geschrieben::

ich bin von dieser professionellen Lösung extrem begeistert.Respekt
War aber letztendlich, wenn man weiß, wer beteiligt ist, auch nicht anders zu erwarten Idee
Schön, das jetzt endlich zusammen ist, was lange genug gedauert hat Völlig unschuldig


Tomas, ich freue mich auch, dass es nach so langer Zeit zu einer guten, wenn auch etwas schmerzhaften Lösung gekommen ist. Immerhin habe ich jetzt eine schöne Sammlung Messingradkerne für den Schrotthaufen. Ab damit in den Tomas-Konverter Sehr glücklich. Auch Dir an dieser Stelle nochmal meinen herzlichen Dank für Deine Unterstützung!

Volker
fspg2 - 10.03.19 11:06
Titel: Re: Rollwagen Nr. 28 der Plettenberger Kleinbahn Bauart B&am
Moin,

das Bauwochenende mit Volker ist sehr schnell vergangen. Auch wenn es nur 691gr. (mit Plastikdose) Winke fertig gestelltes Material war, das auf die vorgefertigten Achsen aufgezogen werden musste, so darf man nicht vergessen, wieviele Einzelschritte nötig waren, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis vorlag.

Bei der genauen Montage, helfen natürlich immer wieder kleine Lehren, deren Konstruktion mir Spaß macht. Das in "Serie produzieren" dagegen ist dann sehr schnell langweilig.
Das Erstellen der Montagelehre zum Aufpressen des zweiten Radsatzes hat etwa eine gute Stunde gedauert.
Für vier Achsen hätte es sich vielleicht nicht gelohnt, aber wenn dann ein paar mehr gleiche Teile entstehen sollen, ist diese Stunde gewonnen.

Jetzt möchte ich allerdings nicht mit Volker tauschen Ausruf
Vier kleine Schrauben und Mutter pro Achslager x 2 pro Achse x 2 pro Drehgestell x 2 pro Rollwagen x Anzahl der geplanten Wagen.... das dürfte eine wahre Fleißarbeit werden Ausruf

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