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Anlagenbau & Zubehör - Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5


Hydrostat - 12.08.13 21:01
Titel: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Werte Leserinnen und Leser, liebe Philanthropen,

die meterspurige Plettenberger Kleinbahn verkehrte bis in die frühen 60er Jahre. Sie diente den zahlreichen metallverarbeitenden Betrieben, die in der Stadt und ihrer näheren Umgebung verstreut lagen. Die Bahn transportierte überwiegend Regelspurwagen auf Rollwagen, hatte für den Stückgutverkehr jedoch auch einige geschlossene und offene Güterwagen - und diente dazu noch dem Personenverkehr mit wenigen Personenwagen und einem Triebwagen.

Wolf Dietrich Groote hat ein Buch ("Die Plettenberger Kleinbahn", Verlag Kenning, ISBN 3-933613-56-6) über dieses interessante, aber längst vergangene Stück Industriekultur geschrieben, das übrigens im Shop der Sauerländer Kleinbahn zum Preis von 24,95 € zzgl. Versandkosten noch nichtantiquarisch erhältlich ist. Manchmal erschreckt es mich, wie spurlos die Dinge verschwinden, abgesehen von wenigen Versatzstücken als ratlose Zeugen einer vergangenen Epoche. Eine schöne Gelegenheit also, die Plettenberger Kleinbahn wenigstens in der maßstäblichen Verkleinerung eines Ausschnitts wiederauferstehen zu lasssen. Wolfs großes Bildarchiv und seine umfangreiche Sammlung von Plänen und Unterlagen machen es von dieser Seite auch einem zeitlich und räumlich Außenstehenden möglich, sich ein Bild der damaligen Situation zu verschaffen. Die engen Gleisbögen mit Radien herunter bis zu 12 Metern erlauben eine nahezu exakte Wiedergabe - auch wenn nicht zu viel Platz zur Verfügung steht.

Neben dem Exerzitiumsind in den letzten beiden Jahren (wir schreiben August 2013) bereits viele Pläne und ein paar Teile für die nächsten Schritte entstanden. Zunächst möchte ich Euch aber mal ein paar Bilder einer Vorbildsituation zeigen, die es mir angetan hat. Die Bahn verlief dort mit einer Ausweiche auf dem Mühlendamm entlang der Oester und des Mühlgrabens vor einer eher industriellen Kulisse, um dann über eine kleine Brücke direkt auf den zentralen innerstädtischen Maiplatz einzuschwenken. Vielen Dank an dieser Stelle an Wolf, dass ich die Aufnahmen hier zeigen kann.

Zunächst mal der Lageplan mit der rot gekennzeichneten Gleislage und dem ergänzten Postgebäude:



Blick auf den Mühlendamm mit dem Ausweichgleis:


Foto: Gerd Wolff


Foto: Albert Middermann, Slg. W. Groote

Die Oesterbrücke; links ist im Anschnitt die Post zu erkennen:


Foto: W. Biedenkopf, 03.04.1954

Und die Überfahrt auf den Maiplatz:


Foto: G. Wolff

Mal sehen, ob sich dazu in den nächsten Jahren etwas Brauchbares im Modell auf die Beine stellen lässt.

Schönen Gruß
Volker
fspg2 - 12.08.13 21:44
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin Volker,

solche Themen mag ich Ausruf
Vorbildrecherge und danach eine bei Dir zu erwartende vorbildgerechte Umsetzung ins Modell.
Dann hat wohl nun endlich der Status "Übungs-Modul" ausgedient Winke
Bin gespannt auf Deine weiteren Berichte!
Helmut Schmidt - 12.08.13 22:53
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

Gratulation zu diesem interessanten Projekt. gut

So wie ich dich kenne und einschätze, kann ich mich schon bald auf die ersten Berichte freuen. heiss

Wo und wann gibt es das Kick-Off-Meeting? Winke
Hydrostat - 13.08.13 09:58
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Oje, noch nichts gezeigt und bereits Gratulationen, verbunden mit kaum verhohlener Erwartungshaltung. Und das von meinen beiden Korrespondenziaten. Es ist nicht notwendig, so zu tun, als wüsstet Ihr von nichts.

Neben der bereits angedeuteten Planung gibt es einige Elemente, die für mich harte Nüsse darstellen. Ein paar konnte ich bereits knacken. Aber der Reihe nach. Achso, eins noch vorweg: Hier geht's ja um maßstäblichen Modellbau. Meine Spurweite beträgt daher 44,5 mm (die hinzugekommenen ca. 6 Hundertstel ergeben sich durch maßstäblichen Verschleiß. Nicht lachen: Das hat einen ganz praktischen Hintergrund, wie Ihr noch sehen werdet). In einem anderen Thread hatte ich ja mal die kaum (i.e. lediglich von einem einzigen User per PN) beachtete Frage nach "II pur" gestellt. Für mich bedeutet das eine Rillenweite von maßstäblichen 1,7mm beim in Plettenberg verwendeten Rillenschienenprofil NP4a. Geht das überhaupt? Ja klar. Nur dann sieht's nachher auch "echt" aus.

Zunächst habe ich mich mit den Vignolschienen und Eisenschwellen beschäftigt, die im Ausweichgleis auf dem Mühlendamm verlegt sind. Ausgegangen bin ich dabei vom Code 250-Material: Da wurde schnell klar, dass eine maßstäbliche Umsetzung nicht möglich ist, da das Profil etwas und der Schienenfuß viel zu hoch ist, wie man hier bei meinen ersten CAD-Schritten in Google SketchUp im Vergleich der Code 250- und der maßstäblichen Umsetzung (hinten) sehen kann:



So sieht die finale Schwelle dann in Inventor aus:



Die Schwelle ist eine Nachbildung der Form SW50 mit Haarmann'scher Hakenplatte. Beide Teile sind exakt maßstäblich umgesetzt. Bei den Schienen wurde es schon schwieriger: Hier ist mir Helmut zur Seite gesprungen und fräst die Schienenfüße auf Originalmaß herunter.

Nächster Schritt war der (Angst-)Druck einer Schwelle in niedriger Qualität. Das im Druck reinweiße Material ist hier bereits mit Wasserfarbe behandelt:



Und dann gab es das erste Treffen mit zwei abgefrästen Schienenstückchen, denn zunächst musste Helmut testen, ob das überhaupt machbar ist. Abgesehen vom viel zu dicken (aber später nicht in der Materialstärke sichtbaren) Steg sieht das für mich jetzt erst nach Schiene aus:





Nun erinnert die Schwellenoberfläche zwar an stark korrodierten Stahl, lässt aber insbesondere bei den Details Einiges zu wünschen übrig. Außerdem war der Druck aller benötigten Schwellen finanziell keine Option.

Deswegen gab es dann nochmal einen Neudruck in hoher Auflösung. Hier ist zuerst der unbearbeitete Neudruck zu sehen und dann beide Drucke im direkten Vergleich an der Schiene:













Der hoch aufgelöste Druck wurde dann geringfügig überarbeitet, da auf den schrägen Flächen minimale Treppenbildung zu erkennen war, die sich durch Abziehen mit einer Cutterklinge und ganz leichtes Schleifen problemlos beseitigen ließ. Dieses Urmodell wird dann im Vakuumguss in Resin vervielfältigt. Mittlerweile sind auch die in den USA bestellten Code 250-Schienen eingetroffen - leider seit Neuestem mit 3/10 Übermaß am Schienenfuß, so dass sie nicht mehr in die Schienenstühle passen. Macht nichts. Es muss ja sowieso einer fräsen ...

Helmut? Liest Du noch mit?


Schönen Gruß
Volker
elias - 13.08.13 15:54
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

zu Deinem Hinweis auf das PKB-Buch noch folgende Info: Wenn man sich für das Thema interessiert, muss man es nicht zu den überhöhten Preisen bei einem Antquariat kaufen, es gibt noch einige Exemplare im Buch- u. Souvenirshop der Sauerländer Kleinbahn - www.sauerlaender-kleinbahn.de - und ist, ebenso wie das Buch über die, in vielen Punkten ähnliche Hohenlimburger Kleinbahn zum Preis von 24,95 zzgl. Versandkosten von dort zu beziehen.

Auf Deine weiteren Arbeiten bin ich sehr gespannt und werde den Thread natürlich - auch wenn ich immer gleich einen Kommentar dazu schreiben werde - aufmerksam verfolgen.

Gruß und viel Erfolg bei der Lösung der noch anstehenden Probleme
Wolf(übrigens ohne Bindestrich)Dietrich Groote
Hydrostat - 13.08.13 16:41
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Wolfohnebindestrichdietrich (grummel; ob ich das noch lerne?),

vielen Dank für Deinen Hinweis; ich habe das Eingangsposting entsprechend geändert. Ich, Volkerohnebindestrichfrank, freue mich auf den nächsten Kommentar. Oder hast Du da etwas vergessen Lachend ?

Schönen Gruß
Volker
Marcel - 13.08.13 17:38
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Volker, ein tolles Projekt hast du dir da vorgenommen!

Ich freue mich auf deine Bauberichte, denn es ist für mich immer ein Genuss, ausführlichen und minutiös recherchierten Artikel zu lesen.

Deine Gleismuster machen auf jeden Fall schon mal einen ganz hervorragenden Eindruck! Wenn du alles in diese Qualität durchziehen kannst, wird dein ganzes Projekt eine richtige Augenweide ....

Ich wünsche dir weiterhin viel Bastelspass

Marcel
ottmar - 13.08.13 19:27
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

viel Erfolg bei Deinem Meisterstück. Wie ich sehe treibst Du wieder die Modelltreue auf die darstellbare Spitze! Auch der Porlog mit den Bildern vom Vorbild ist ganz großes Kino!

Ich freue mich auf jeden Fall mitlesen zu dürfen.

Viele Grüße

Ottmar
Hydrostat - 08.09.13 21:10
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

und Euch, Marcel und Ottmar, vielen Dank für die Vorschusslorbeeren.

Gestern konnte ich ein langersehntes Paket in Empfang nehmen:



Die aus den gedruckten und überarbeiteten Urmodellen abgeformten und dann im Vakuumguss in Resin vervielfältigten Teile waren fast alle verzogen, das ließ sich jedoch problemlos mit einem Föhn und mehreren Fingern korrigieren. Da die Auflage bei hundert Stück lag und aus den Formen mit je zwei Nutzen jeweils das Maximum herausgeholt wurde, ist bei einzelnen Schwellen bereits nachlassende Abbildungsqualität zu erkennen. Der Endpreis pro Schwelle ist dann auch irgendwie maßstäblich geworden Augenrollen .



Jetzt fehlen noch die Schienen. Und 6-Loch-Laschen müssen auch noch gefertigt werden.

Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 08.09.13 22:12
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Ich nochmal:

Die Lasche ist natürlich bereits gezeichnet und passt zu Code 250.



Besteht an so etwas Interesse? Dann würde ich über eine Fertigung im Feinguss nachdenken.

Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 14.09.13 20:32
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

da es eigentlich hierher gehört: mittlerweile sind neben den in Plettenberg verwendeten 6-Loch-Z-Laschen auch Rillenschienenlaschen, passende Unterlagsplatten, Spurstangen und Bremsklötze gezeichnet und zum Drucker gegeben.



An anderer Stelle kam die Frage nach dem seitlichen Versatz der Puffer auf: Im Bereich der Rollwagenanlagen waren die Gleise dreischienig ausgeführt, damit die Kleinbahn die zugestellten Wagen selbst aufrollen konnte und nicht auf ein Regelspurfahrzeug der DRG/DB angewiesen war. Das erklärt Höhe und Versatz der Regelspurpuffer. Die Kupplung der Rollwagen erfolgte ausschließlich über Kuppelstangen mit dem Mittelpuffer der Loks. Wolf Groote vermutet, "dass bei der noch existierenden Lok beim DEV die Regelspurkupplungen aus Gründen des Unfallschutzes nicht wieder angebaut werden, weshalb die Maschine heute etwas "nackt" wirkt."

Die Fa. Graeka, einer der großen Kunden der Bahn, hatte sogar lagebedingt einen direkten dreischienigen Anschluss von der Rollwagenanlage des Bf. Gruttmecke aus. Auch hier konnte die Bedienung durch die Meterspurloks erfolgen, ohne dass die Regelspurwagen aufgerollt wurden. Im Prinzip war der gesamte Bereich bis zum Übergabegleis rechts oben dreischienig ausgeführt. Die großen schraffierten Flächen links markieren die Fa. Graeka.



Einen Nachkommen der PKB gibt es heute sogar noch auf Regelspur. Zitat Wolf Groote: "Der frühere Bahnhof Gruttmecke in Plettenberg-Eiringhausen wird seit 1974 von der Nachfolgesellschaft MEG - Märkische Eisenbahn-Gesellschaft als Umladebahnhof betrieben, wozu man auch noch eine eigene Regelspurlok zum Rangieren der Güterwagen - auf den mittlerweile nur noch regelspurigen Gleisanlagen - einsetzt und das Ladegut mit zwei Portalkränen auf unternehmenseigene Sattelzüge umläd."


Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 21.09.13 12:04
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

kleines Update: Gestern kamen die Teile vom Drucker: Material und Verfahren sind FUD oder "Frosted Ultra Detail".



Abgesehen von den Querrillen, die nicht dem eigentlichen Schichtaufbau geschuldet sein können, da der Abstand viel zu groß ist und die ich mir daher bisher nur durch Verschleiß am Druckkopf erklären kann, sahen die Schraubenköpfe der Schwellenschrauben nicht so berauschend aus. Auch die Bohrungen waren teilweise zugelaufen.



Das lag aber - wie ich dann merkte - daran, dass die Teile nicht vollständig gesäubert waren. Ein Spülgang mit Wasser, Spüli und einem festeren Pinsel ließ dann scharf abgebildete Teile zum Vorschein kommen.

Für die Isolierlaschen, die "so wie sie sind" verbaut werden, kann ich nach dickerem Farbauftrag auch mit den (zugegeben nur auf dem Foto) noch sichtbaren Rillen leben. Die stärker verdünnte und in mehreren Schichten aufgetragene Farbe gleicht bereits einige Vertiefungen aus. Es kommen auch noch ein par Schichten dazu.



Bei den Urmodellen für den Guss habe ich mir etwas mehr Mühe gegeben und mit 600er Schleifpapier nachgeschliffen. Die Farbe dient hier lediglich der Sichtbarmachung der Unebenheiten, die im transparenten Material nicht erkennbar sind. Meine erste Erkenntnis zum Messingfeinguss ist die, dass es erhebliche Preisunterschiede gibt. Leider kann man nicht überall mit den 3D-Daten Angebote einholen. Manche Anbieter benötigen dafür ein Urmodell. Da die dann wieder mit unterschiedlichen Abformverfahren arbeiten, habe ich Urmodelle mit Vergrößerung um 1,5% (Silikonformen) und 4% (Gummiformen) drucken lassen, die ich dann zur Angebotseinholung verwenden kann. Wer da einen Tipp für mich hat: Ich freue mich über eine PN!



Im Vergleich zu den im vorderen Teil sichtbaren, nicht beschliffenen Spurstangen wird der Unterschied sichtbar. Allerdings muss ich doch nochmal ran: Auch hier macht das Foto sichtbar, was mit dem Auge kaum zu erkennen ist.

Schönen Gruß
Volker
christo - 21.09.13 22:52
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

Danke für den Bericht zum 3D Druck. Kannst Du eine Größenordnung angeben, was ein derartiger Druck in den
Verschiedenen Qualitäten kostet. Wäre für den Feinguss auch interessant. Du hast von großen Preisunterschieden geschrieben.

Grüße Tom
Hydrostat - 22.09.13 21:12
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Tom,

mehr als Testlauf habe ich diese Teile bei Shapeways für ca. 25,- € drucken lassen. Davon entfällt fast die Hälfte auf Versand und Steuern. "Frosted Ultra Detail" ist dort das hochauflösende Verfahren. Die Preise kann man einfach auf der Website nach dem Upload der Datei ermitteln. Wenn man dort etwas macht, sollte man die Teile zu einem einzigen Teil kombinieren; das ist deutlich günstiger, als sie einzeln drucken zu lassen. Welche Fläche man dabei idealerweise ausnutzen kann, weiß ich nicht. Der Nachteil liegt darin, dass man keinen Einfluss auf die Ausrichtung der Druckstücke hat. So wäre es bei mir von Vorteil gewesen, wenn die planen Flächen horizontal gelegen hätten; dann wären u.U. keine Rillen sichtbar gewesen.

Wenn man einen regionalen Anbeiter wählt, hat man darauf Einfluss. Die Schwellen sind z.B. beim gleichen Anbieter entstanden wie die erste Fassung des Telefons im Übungsmodul-Thread. Während die Schwellen aufgrund der Geometrie nahezu perfekt herauskamen, ist die Maschine am Telefon gescheitert. Eine pauschale Antwort, was man wo machen lässt, gibt es bei diesem komplexen Thema wohl nicht.


Schönen Gruß
Volker
christo - 25.09.13 19:08
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

danke für die Info. Ich denke das 3D-Drucken wird insbesondere bei Einzelstücken und zur Erstellung von Urmodellen interessant.

Viel Erfolg und danke für die Berichte.

Grüße

Tom
Hydrostat - 25.09.13 22:17
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

christo hat folgendes geschrieben::
Ich denke das 3D-Drucken wird insbesondere bei Einzelstücken und zur Erstellung von Urmodellen interessant.

hüstel, genau dafür wird es bereits seit einiger Zeit eingesetzt. Und ich bin hier zur Zeit eher das Schlusslicht, das diesem Thema hinterherhoppelt. Da haben andere Modellbauer hier im Forum weit mehr vorzuweisen. Recherchier' einfach mal ein wenig mit der Forensuche zum Thema 3D-Druck oder Prototyping.

Heute war ein guter Tag.









Nachdem meine Schnappatmung aufgehört hat.

Es ist schön, Post von einem "hilfsbereiten, kompromisslosen und mindestens genauso bekloppten Buntbahner" (sagt er selbst über sich, seinen Namen kenne ich nicht - wozu auch) zu bekommen.

Nur für den Fall, dass es jemanden interessiert (ist ja bloß 'ne Schiene, gibt's ja auch von LGB und so): Es handelt sich um die fast maßstäbliche Umsetzung des Profils NP4a. Fast, da der Steg aus fertigungstechnischen Gründen unter schweren Leib- und Gliederschmerzen von maßstäblichen 0,5 auf 0,8 mm vergrößert werden musste.

Material ist CK45; es heißt ja auch Eisenbahn und nicht Buntmetallbahn.
Was man so alles aus einer hingerotzten CAD-Datei machen (lassen) kann ...



Das war die bisher mit Abstand härteste Nuss ...

Schönen Gruß
Volker
christo - 26.09.13 09:09
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

ich habe die Berichte zum 3D-Druck verfolgt-oftmals wurde es als Technik bezeichnet, die für hohe Qualitätsansprüche (mangelhafte Oberfläche) nicht geeignet wäre. Bei der Druckqualität, die Deine Modelle haben und dem Preis sehe ich die Technik auch als einsatzfähig an.

Deine Schienen sind wie der Rest Deiner Arbeiten (bzw. Deiner Mitstreiter) begeisternd.

Viele Grüße

Tom
elias - 26.09.13 13:09
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

die Rillenschienen sind ja super geworden, da hat sich das lange Planen, Überlegen und Recherchieren dann doch richtig gelohnt.
Dass der Schienensteg 0,3 mm zu dick ist, hätte niemand bemerkt, wenn Du es nicht selber geschrieben hättest. Im übrigen wird man das nach dem Einbau auch überhaupt nicht mehr sehen können, denn dann sind die Profile ohnehin nur von den Seiten bzw. von oben zu sehen. Bedingt daurch, dass Du die Profile frei auf der geplanten Brücke einbauen willst, hat sich der Aufwand für die Herstellung sicher gelohnt; wenn sie ohnehin "nur" eingepflastert würden, hätte es ja nicht dieser aufwendigen Nachbildung der Original-Profile bedurft.
Auf den weiteren Fortschritt bin sehr gespannt.

Viele Grüße
Wolf
Hydrostat - 06.10.13 12:56
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

zum Vergleich mal ein paar Profile nebeneinander:



Von links nach rechts: Peco Code 250 (Neusilber), Miha Code 250 (Edelstahl), Peco Code 250 mit angelötetem Winkel 3x3x0,5 (dazu später mehr), "mein" Profil aus CK45 und LGB Code 332.

Zur Zeit arbeite ich an der Weiche, deren gerader Strang zur Brücke führt; links ist gerade noch eine Außenwand des Postgebäudes erkennbar, an dessen Architektur ich mich beim Firmengebäude der WIMAG auf dem Übungsmodul angelehnt habe:


Foto: Albert Middermann, Slg. W. Groote

Glücklicherweise existiert noch eine ähnliche Weiche Bauart "Bochumer Verein" bei der Sauerländer Kleinbahn, wenn auch hier aus Vignolschienen statt Rillenschienen:


Foto: Wolf Dietrich Groote 2012

Auch der Verlegeplan einer solchen Weiche ist noch vorhanden:



Zunächst habe ich in Freehand eine maßstäbliche Zeichnung erstellt und diese gespiegelt:



Einen Laserausdruck des gespiegelten Teils konnte ich dann auf ein Stück Birkensperrholz aufbügeln.



Das Holzbrett ist zugleich Arbeits- und Montagefläche. Für diese Weiche (und die anderen eingepflasterten Teile) verwende ich Peco Code 250 mit angelötetem Messingwinkel 3x3x0,5, den ich mittlerweile vorab vollständig verzinne, damit es bei evtl. späteren Beschädigungen der Brünierung/des Anstrichs nicht messingfarben durchschimmert. Anfangs habe ich Lötarbeiten noch auf einem extra Ausdruck auf einer Metallunterlage gemacht. Wenn man jedoch eine etwas dickere Alufolie bzw. ein sehr dünnes Blech unterlegt, kann man auch direkt auf dem Sperrholz arbeiten.



Die "Schwellen" sind lediglich Zwischenlagen, um die Höhe der stellenweise untergelöteten Blechstreifen auszugleichen. Sie sind später nicht sichtbar.



So fixiere ich die Profile zum Löten auf einem Stück Aluwinkel:





Bei einem genauern Blick auf das Vorbildfoto erkennt man im Bereich des Stellhebels ein Stück seitlich voll sichtbare Rillenschiene. Um das nachzubilden habe ich den Fuß dort mit dem Dremel plan weggeschliffen und ein Stück Messingwinkel 3x4 angelötet.





Noch ein Blick auf die Zunge und die Gleitbahn, die nur mittels Laubsäge und Schleifteller der Bohrmaschine enstanden sind. Die Gleitbahn ist ein eingelöteter 2mm-Blechstreifen. Auf dem zweiten Bild ist - leider nicht so gut - das Futterstück am Ende der Gleitbahn erkennbar, das aus zwei gegeneinandergelöteten Schienenfüßen besteht.







An dem hart angelöteten Blech greift später der Stellmechanismus an.

Und so sieht das Ganze nach einer ersten Brünierung mit Gravoxide aus:



Hier noch ein Detail im Bereich der Federschienenzunge:



Die Isolierung zum Herzstückbereich besteht aus zwischengelegten und vor Ort mit Sekundenkleber getränkten Pappstreifen. Da das Vorbild an dieser Stelle einen Gleisstoß hat, wurde das an den äußeren Schienen aus optischen Gründen genauso gemacht.





Um mich nicht unnötig zu wiederholen und nicht mehr als unbedingt erforderlich zu langweilen darf ich an dieser Stelle auf mein älteres Posting verweisen, in dem ich den Bau eines Herzstücks detailliert beschrieben habe.

Schönen Gruß
Volker
Helmut Schmidt - 06.10.13 13:02
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

keine Bange deine Beiträge langweilen nie und sind ein Genuss, selbst wenn du dich einmal wiederholen solltest. gut
Henry (Henner) - 11.10.13 00:40
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Dieses Buntbahnforum ist eins der gefaehrlichsten im gesamten WEB. Kaum glaubt man, man habe etwas vorgestellt, was ein bischen ueber dem Durchschnitt liegt, da kommen solche wie ihr beiden (und auch natuerlich ein paar andere) und legen die Latte wieder 2 -3 Stufen hoeher. Zum Verzweifeln Grins . Als bei euch fuer einige Zeit Sendepause war, hatte ich schon befuerchtet, ihr baut eine funktionsfaehige Schreibmaschine in 1:22.5. Aber macht halt weiter so....
Feldbahninfizierter - 11.10.13 07:31
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Gewaltig!!!!!!

Danke für den Tip mit dem Aufbügeln des Laserausdrucks.

Viele Grüße aus Salzburg
David
Hydrostat - 18.10.13 20:38
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

Henry hat folgendes geschrieben::
Dieses Buntbahnforum ist eins der gefaehrlichsten im gesamten WEB. Kaum glaubt man, man habe etwas vorgestellt, was ein bischen ueber dem Durchschnitt liegt, da kommen solche wie ihr beiden (und auch natuerlich ein paar andere) und legen die Latte wieder 2 -3 Stufen hoeher. Zum Verzweifeln Sehr glücklich . Als bei euch fuer einige Zeit Sendepause war, hatte ich schon befuerchtet, ihr baut eine funktionsfaehige Schreibmaschine in 1:22.5. Aber macht halt weiter so....


So geht's mir auch. Also, Henry, das mit der Schreibmaschine habe ich nach reiflicher Überlegung wieder verworfen, da ich niemanden gefunden habe, der darauf im Zehnfingersystem schreiben könnte. Aber nur deswegen ...
By the way: Was macht denn Dein Pflaster?

Feldbahninfizierter hat folgendes geschrieben::
Gewaltig!!!!!!
Danke für den Tip mit dem Aufbügeln des Laserausdrucks.
Viele Grüße aus Salzburg
David


Nichts zu danken, David, mittlerweile klebe ich aber lieber einen Papierausdruck mit Sprühkleber auf, da das Aufbügeln nicht so exakt wird; das Papier verzieht sich beim Bügeln etwas.

Die erste Weiche ist gleisseitig fertig.



Aus diesem Gelump ist der Stellkasten entstanden,



der eingebaut dann so aussieht:



Im Herzstück- und hinteren Zungenbereich sind gerippte Futterstücke verbaut, da sich das beim Original nicht sinnvoll auspflastern lässt.







Diese entstanden aus verschieden hohen und starken Kunststoffresten, die mit Dichlormethan auf einer Polystyrolplatte verklebt und anschließend passend ausgesägt und mit dem Glasfaserradierer versäubert wurden.



Hier kommt schon das nächste Schmuckstück:



Ach ne, falsches Bild:



Und der zugehörige Weichenplan:



Warum hat mir keiner gesagt, dass ordentliche Schienen auch rosten?



Na egal.

Schönen Gruß
Volker
Helmut Schmidt - 21.10.13 12:50
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

mich würde noch näher interessieren, was du genau gemacht hast, damit das Schienenprofil so schön gerostet ist.

Auf jeden Fall eine sehr schöne und nutzvolle Weichenbauanleitung.
Botanikus - 21.10.13 14:41
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,
das mit dem Rost würde ich auch gerne wissen.
Sind die Rostpigmente selbst hergestellt?
mfg
Herbert
Hydrostat - 21.10.13 19:57
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Helmut und Herbert,

ich erlaube mir mal, aus Wikipedia zu zitieren:

"Bei dem Stahl der Spezifikation C45E handelt es sich um einen Vergütungsstahl mit 0,45 % Kohlenstoff. [...] C45E wird nach veralteter Norm Ck 45 genannt."

Mein Anteil am Verrosten war also eher gering. Ich habe das Stück erst mit Gravoxid (Brüniermittel) behandelt und anschließend mehrfach mit der Sprühflasche befeuchtet und trocknen lassen. Mir gefällt der Ton aber noch nicht, da er beim Vorbild so nur als erster Rostansatz auf neuen Schienen auftritt. Da experimentiere ich dann noch etwas herum. Andererseits ist das schon eine gute Grundlage für eine farbliche Weiterbehandlung. Mal sehen, wohin sich das entwickelt.

@ Herbert: Ich würde, statt mit fertigem Rost zu arbeiten, mal versuchen, Eisenspäne auf die zu rostenden Oberflächen aufzubringen und das dann zu befeuchten. Einfach mal beim nächsten Schlosser das Fegegut vom Boden einsammeln; da dürfte was passendes dabei sein. Ansonsten gibt es das evtl. auch für den Chemiebaukasten oder in der Apotheke zu kaufen.

Schönen Gruß
Volker
bkm - 21.10.13 20:07
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

kann das sein das ich nur Bahnhof verstehe Heulend
aus welchem material sind deine schienen Frage
feilst du die schienen selber aus stahl Verlegen
Hydrostat - 21.10.13 20:28
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Peter,

ich versuche mal, Deine Fragen in der Reihenfolge ihrer Stellung zu beantworten.
Zu 1.): Ja Sehr glücklich .
Zu 2.): Aus Vergütungsstahl CK45.
Zu 3.): Nein - Erbarmen! Die werden auf einer 5-Achs-CNC-Fräse hergestellt.

Wir reden hier aber ausschließlich über das voll ausgeformte Rillenschienenprofil, das später auf der Brücke zu sehen sein wird. Die Weichen entstehen aus Peco Code 250 Neusilberprofilen und Messingwinkeln.

Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 31.10.13 18:02
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

so sieht der Weichenstellmechanismus bei der Bochumer Verein-Weiche dann zusammengebaut aus. Es fehlen noch eine Feder sowie der Schalter zur Herzstückpolarisation.



Die zweite Weiche ist eine Both & Tilmann-Weiche, die einen anderen Stellmechanismus aufweist. Zunächst mussten aber die Zungenbereiche hergestellt werden.



Im Bereich der Herzstückspitze sind Futterstücke verbaut, die ich aus den Resten der Zungenfertigung gemacht habe. Dort blieb das Unterteil von in der Höhe halbiertem Schienenprofil übrig, das ich hart stegseitig miteinander verlötet und dann entsprechend befeilt habe.



Das Einlöten in die bereits gelöteten Teile geht problemlos, wenn man Zahncreme zur Kühlung der anderen Lötstellen verwendet.



Aber zurück zur Both & Tilmann-Weiche. Die befand sich eigentlich nicht in Plettenberg, sondern bei der Hohenlimburger Kleinbahn, wo ich sie anlässlich unserer Archivarbeit fotografierte.





Diese Weichen werden nicht mit einem Hebel, sondern mit einem Vierkantschlüssel drehend gestellt. Im Modell sieht das so aus:



Dazu fehlte mir aber ein passender Schlüssel.



Für die Negativseite habe ich eine abgebrochene Spannhülse für Dremel-Trennscheiben verwendet, bei der ich das Gewinde mit einer Vierkantfeile vierkantgefeilt habe. Die Vierkantfeile war dabei im Bohrfutter eingespannt. Selbstverständlich habe ich beim letzten Hub zu fest gedrückt und die Feile beim Herausziehen abgebrochen.



Das Gegenstück entstand auch rein manuell im Schraubstock.



Und fertig ist die Lauge.



Das ist das Innenleben. Für die Kurbelwelle habe ich ein Stück Messing hart an die Welle gelötet und anschließend die Welle ausgefeilt.



Das Funktionsprinzip ist hoffentlich trotz der schlechten Belichtung verständlich.





Und so sieht's untendrunter aus. Wild. Aber voll funktionstüchtig. Man sollte aber nicht die Finger zwischen Zunge und Backenschiene bekommen. Auch hier vorbildgerechte Umsetzung Lachend .



Aufzählung




Schönen Gruß
Volker
elias - 31.10.13 18:52
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

die Weiche sieht super aus und auch die Stellvorrichtung funktioniert offensichtlich. Nur bist Du zu schnell oder ich zu langsam. Gestern war ich in Hohenlimburg um wunschgemäß noch einmal Details der Weiche zu vermessen. Ausserdem habe ich auf dem unterhalb liegenden ehemaligen Betriebsgelände noch eine B&T-Rechtsweiche entdeckt, die ich auch fotografiert und vermessen habe. Bilder und Daten kann ich Dir aber erst in der kommenden Woche zukommen lassen.
Vielleicht schon ein kleiner Hinweis: Die Gußdreieck-Zwickel hinter den Zungen sind bei dieser Weiche nicht geriffelt sondern tragen auch den Schriftzug "Both & Tilmann, Dortmund" - wie gesagt Maßangaben in den nächsten Tagen falls Du sie vorher brauchst bitte per Mail melden.

Viele Grüße

Wolf
Hydrostat - 31.10.13 19:44
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Wolf,

ich bin auf die Maßangaben gespannt! Schließlich kommt ja irgendwann noch eine dritte Weiche dazu. Die hier entspricht ja auch nicht 100%ig dem Vorbild, das eine etwas andere (offensichtlich ältere) Schaltkastendeckelbauart aufweist. Und das lag ja auch nicht in Plettenberg. Künstlerische Freiheit halt.

Die beschrifteten Futterstücke hatte ich seinerzeit fotografiert. Ich hoffe, dass die Maße einigermaßen mit den Schriftzügen auf den Stellkastendeckeln übereinstimmen. Ansonsten wird - was nicht passt - passend gemacht.



Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 05.11.13 15:55
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

die Weiche ist nahezu fertig.



Inklusive der Futterstücke mit Herstellernamenszug.



Die Rippen entstanden diesmal aus Kupferdraht: Umwickeln, Verlöten, Abfeilen.



Die Herzstückfutterstücke bestehen aus Karton.



Damit wäre das erste Gleisstück fertig.



Schönen Gruß
Volker
Botanikus - 05.11.13 17:34
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,
ich bin zwar kein Fachmann für Weichen und Gleisbau aber
das mit dem Kupferdraht ist genial. top
mfg
Herbert
Hydrostat - 09.11.13 11:32
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Danke, Herbert, die Idee ist aber nicht von mir. Der User "Regelspur" hat hier oder im Spannwerk mal gezeigt, wie er das (Links?-)gewinde einer Steuerung auf ähnlichem Weg, aber "in präzise" hergestellt hat. Das habe ich nur abgewandelt.

Zwischenzeitlich ist das erste Stück Stahlschwellengleis fertig. Helmut hatte mir dafür bereits vor einiger Zeit schon die Schienenfüße auf Vorbildmaß heruntergefräst. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!

Durch das Abfräsen haben sich die Schienen von der Frässeite weg verbogen, was sich jedoch leicht im Schraubstock mit der Hand korrigieren ließ. An einem Ende habe ich Messingwinkel untergelötet, um die Schienenbefestigungen der Resin-Schwellen etwas zu entlasten und die Gleislage vorgeben zu können. Bei der späteren Montage klebe ich in die Schwellen noch Klötze ein, die die Höhendifferenz zur Grundplatte ausgleichen und die Schwellenkappen entlasten.





In Schenklengsfeld wurde ich seinerzeit von einigen Leuten gefragt, ob sich diese Stahlschwellen nicht auch für Regelspur und Dreischienengleise machen ließen. Ja, das tun sie. Es existieren auch die passenden Daten. Im Resinguss kostet dann aber nachher ein für Code 250 oder Hegob-Gleis passendes Stück zwischen 5 und 6 € und die Fertigung im Spritzguss ist angesichts des zu erwartenden Interesses keine Option.

Schönen Gruß
Volker
HSBAchim - 11.11.13 08:06
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

deine Stahlschwellen sehen verdammt echt aus. lupe

Aber 2 Anmerkungen habe ich doch noch zu deinem Probegleis:

Bei den filigranen Kleineisen habe ich die Befürchtung, dass sie nicht dauerhaft stabil sind. Aber außer einem Festkleben der Schienenprofile auf den Schwellen fällt mir da auch keine weitere Lösung zur Stabilisierung ein.

Die Farbe des Schienenprofils sieht mir noch ein wenig zu neu aus. Das Schienenprofil müsse doch die gleiche Verrostung wie die Schwellen zeigen, da ja beide zur gleichen Zeit eingebaut wurden.
Hydrostat - 11.11.13 09:08
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Achim,

vielen Dank für Deine Anmerkungen! Die Kleineisen sind nicht so zerbrechlich, wie sie scheinen, dafür aber maßstäblich. Man muss schon etwas Kraft aufbringen, um die Schiene rauszubrechen. Da ich einzelne Schwellen auch mal neben dem Gleis auf dem Kopf liegend (die Schwellen, nicht ich) darstellen möchte, sind die Unterseiten und die Materialstärken ebenfalls vorbildgerecht durchgestaltet. Bei den im letzten Post angesprochenen Schwellen für Code 250 und Hegob ist das nicht so. Die sind äußerlich identisch, aber mit deutlich höheren Wandstärken und etwas massiveren Schienenbefestigungen ausgeführt. Dafür gibt es dann z. B. auch glasfaserverstärkte Resine, die schon ziemlich reiß- und bruchfest sind.

Ich verklebe die Schienenprofile nach Festlegung der Schwellenlage rückseitig mit dünnflüssigem Sekundenkleber auf den Schwellen, so dass es neben der Klammerwirkung der Schienenbefestigung noch zusätzlich eine flächige Befestigung gibt. Wenn dann noch von der Unterseite die besagten Klötze eingeklebt sind, sollte es stabil genug sein. Ich habe auch schon zahlreiche LGB-Gleise und -Weichen gesehen, bei denen die Schienenbefestigungen rausgebrochen sind - trotz bestimmungsgemäßem Gebrauch beim Begehen der Gleise Winke .

Last but not least geht es mir um möglichst realitätsnahen Modellbau. Dass das Ganze nachher auch noch befahrbar ist, ist eher ein netter Nebeneffekt.

Die Schienen sind lediglich brüniert, die Schwellen mit Tamiya oder Revell Acryl vorgestrichen. Bei der späteren Farbegbung werden die Schwellen den Schienen angepasst. M. E. gehen Gleise, die in eher feuchter Umgebung liegen, mehr in Richtung Umbra als rostrot/-braun. Dazu kommen beim Vorbild hellrostrote senkrechte Laufspuren und noch ein paar andere Gimmicks wie zermahlener Sand, Algen- und Mossbewuchs, Fett- und Ölspritzer und und und.

Vielleicht noch kurz etwas zu den Laschenbohrungen, die mit Hilfe einer Lehre entstanden, die mir Helmut verabreicht hat Grins :





Die Schienen lassen sich mittels der beiden Klemmschrauben fixieren und das Ganze kann dann im Bohrständer gespannt und gebohrt werden.

Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 10.01.14 23:12
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

wie das manchmal so geht, kommt man vom Hölzchen aufs Stöckchen und so habe ich mich längere Zeit mit dem Thema "Gullideckel" beschäftigt. Ein weites Feld, kann ich Euch sagen. Es fing mit den komplett aus Karton für das Übungsmodul entstandenen Deckeln an (s. hier im ersten Beitrag oder hier mit Anleitung zum Selbstbau), mich haben dann aber auch einige Bauformen gereizt, die sich mit Papier und Schere nicht umsetzen lassen. So z. B. die Weichenstellkastendeckel im aktuellen Projekt.

Zuerst habe ich es mit der Ätztechnik versucht. Da gibt es aber ein Dilemma: entweder hohe Abbildungsschärfe oder große Ätztiefe. Bei diesem Beispiel handelt es sich um 0,5 mm Neusilber. Insbesondere bei der rechteckigen Schachtumrandung in der Bildmitte oben verschwimmen die quaderförmigen Erhebungen zu kleinen Knubbeln.



Außerdem muss man das Material aufdoppeln, um auf die benötigten Wandstärken zu kommen. Das ist kein Problem, aber ein teurer Spaß. Deswegen habe ich mal einen Versuch mit gelaserten Kartonteilen gemacht, um die Ätzteile damit zu verdicken; bitte entschuldigt die lausige Qualität der Aufnahmen.





Das hat mich aber auch nicht zufreidengestellt, da es an den Kanten dann doch Nacharbeit gibt und die Ätz- und Laserteile aus der Natur der Sache bei identischen Daten nicht deckungsgleich sind; der Laserstrahl macht einen mit zunehmender Materialstärke breiteren Schnitt. Ich war aber von der Qualität der Teile erstaunt - was lag also näher, als gleich den ganzen Deckel mal in Karton lasern zu lassen. Oben Ätzteil, unten Laserteil:



Damit hatte ich gleichzeitig hohe Abbildungsschärfe und große Schnitttiefe. Auch die Oberfläche des Kartons kommt m. E. dem Erscheinungsbild von Gusseisen näher, als die doch sehr glatte Neusilberoberfläche.

Der Karton lässt sich außerdem nach Tränken mit Sekundenkleber oder acetonverdünntem Nagellack (es gibt auch noch andere Möglichkeiten) problemlos schleifen und glätten. Deswegen langweile ich Euch jetzt mit einem kleinen Exkurs in die wunderbare Welt des gelaserten und farblich nachbehandelten Kartongullis. Wenn ich die Fachbegriffe nicht treffe und ein Kundiger hier mitlesen sollte, freue ich mich über Korrekturen!

Fangen wir mal mit einem Weichenstellkastendeckel von Both & Tilmann an:



Als nächstes kommt der Stellkastendeckel Bauart Bochumer Verein:



Um im Gleisbereich zu bleiben, folgt die Rillenschienenentwässerung des gleichen Herstellers; Meterspurausführung:



Und kleine Rillenschienenentwässerungen modernerer Bauart:



Wenden wir uns mal der Straße zu. Hier ein echtes Plettenberger Objekt, ein alter Straßeneinlauf:



Und zwei Wiesbadener Pendants, die aber auch in vielen anderen Städten anzutreffen waren/sind:





Bei Letzterem müsste der erhabene Teil in den Ausfachungen noch teergrau behandelt werden. Da gibt es beim Vorbild zahlreiche Beispiele, bei denen der Gussasphalt ausgebrochen ist und der Stahlguss zum Vorschein kommt.

Eine andere Form bilden die gitterförmigen Straßeneinläufe, die so oder in modernerer Form (leider ohne Foto, aber auch vorhanden Augenrollen ) bis heute verbaut werden:



Dann sind da natürlich auch die Schachtabdeckungen, die es in vielfältiger Form gibt; man vergleiche nochmal mit dem Ätzteil weiter oben:



Und mein absoluter Liebling Winke :



Weiter geht's mit Hydrantendeckeln:



Und ja, die sahen früher so aus; man beachte die unterschiedlichen Bezeichnungen:





Kommen wir mal zu den Spezialitäten. Das ist eine Kanalentlüftungsabdeckung. Die sind immer an höchster Stelle in Fahrbahnmitte eingebaut und sollen verhindern, dass es bei Starkregen im Kanalsytem Lufteinschlüsse gibt.



Hier kommt dann noch ein Vermessungspunkt,



ein Wasserschieberdeckel für den Hausanschluss



und ein Deckel für den Regenwasserablauf am Gebäude; die sieht man in Wiesbaden noch häufig, sind aber bei neuerer Bebauung nicht mehr anzutreffen.



Aus verschiedenen Gründen habe ich mich nochmal auf die Suche nach einem anderen Anbieter gemacht - und ich glaube, es hat sich gelohnt: Oben neu, unten alt.



Vielleicht noch eine kurze Anmerkung zur Oberflächenbehandlung. Ich habe derzeit die besten Erfahrungen gemacht, indem ich die noch nicht herausgelösten Teile mit acetonverdünntem Nagellack behandelt habe. Der macht den Karton wasserfest, ohne aufzutragen - was aber auch bei geringerer Verdünnung geht, um z.B. die Oberflächenrauheiten in den gravierten Flächen zu mindern. Zum Vergleich mal ein nagellack- und sekundenkleberbehandeltes Stück (unten), bei dem in den Ecken doch ein paar unschöne Bläschen auffallen.



Ich bin mit ziemlicher Sicherheit für alle Zeiten mit Gullideckeln versorgt.
Da aber die Daten existieren: Bestünde Interesse an solchen Teilen?

Schönen Gruß
Volker
Marcel - 11.01.14 17:44
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Volker, besten Dank für diesen tollen Bericht mit spannenden Details, diversen Vergleichen und nützlichen Verarbeitungstipps!

Speziell gefällt mir die Vergleichsfoto mit dem Aetzteil und der gelaserten Pappe. So eindrücklich habe ich einen Vergleich dieser 2 Bearbeitungsmethoden noch nie gesehen!

Die Rost- und Alterungsspuren sind dir hervorragend gelungen und zeigen, dass du die Dinge mit offenen Augen anschaust. Zeigen aber auch, dass du das Gesehene anschliessend auch ins Modell umsetzen kannst.

Ich wäre auf jeden Fall an Schachtdeckeln interessiert. Ich melde mich diesbezüglich per PN bei dir.

Beste Grüsse Marcel
kartonbahner - 11.01.14 20:41
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin Volker,

ziemlich interessant ... ich hätte weder gedacht noch erwartet, dass gelaserter Karton geätzes Neusilber übertrifft!

Ist dieser "andere Anbieter " (auch) in Deutschland ansässig? Und was für Dateiformate benötigt man um Karton zu lasern? Gibt es unterschiedliche Laser-Tiefen - oder gibt es nur eine Tiefe - und "durch"?

Hydrostat hat folgendes geschrieben::

Ich bin mit ziemlicher Sicherheit für alle Zeiten mit Gullideckeln versorgt.
Da aber die Daten existieren: Bestünde Interesse an solchen Teilen?

... lassen die sich hoch-skalieren? Winke

Freundliche Grüße
Hydrostat - 11.01.14 23:15
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Marcel,

vielen Dank, dabei hatte ich hier wirklich nur schnell etwas Farbe für die Fotos aufgebracht. Das ist lediglich Revell AquaColor Lederbraun matt und anschließend lasierend Wasserfarbe von Caran d'ache (kennst Du ja Sehr glücklich ).

Gerald,

es gibt zahlreiche Anbieter für Lasercut. Je nach verwendetem Gerät müssen die Daten unterschiedlich aufbereitet sein. Grundsätzlich benötigt man Vektorgrafiken, um die eigentlichen Schnittlinien abzubilden, und Flächenfüllungen für die Gravur. Die Dateiformate variieren dann von PDF über EPS und DXF zu CRD usw.; das hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Bei der Gravur ist durch die beliebige Gravurtiefe sogar dreidimensionales Arbeiten mit Schrägen und Rundungen möglich; das Scharnier bei dem Plettenberger Straßeneinlauf ist z.B. rund abfallend gelasert. Die Grafiken lassen sich auch skalieren.

Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 14.01.14 23:10
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

vor einiger Zeit hatte ich von den gedruckten Urmodellen der Laschen berichtet.



Mittlerweile sind die Messingfeingüsse da. Während die Rillenschienenlaschen gut rausgekommen sind,



sind die Vignolschienenlaschen ziemlich rauh ausgefallen.



Nach dem ersten Schreck scheinen Sie mir aber doch verwendbar zu sein. Die Schienen sind nur provisorisch verschraubt; ich wollte nur mal testen, wie's aussieht.





Die Urmodelle sind mit Gummi abgeformt worden, das zum Vulkanisieren erhitzt wird. Offensichtlich gibt es dabei eine Reaktion mit den 3D-Druckteilen, die zu der rauhen Oberfläche in der Gummiform führt - ohne dass deswegen das Urmodell selbst beschädigt wird. In diesem Fall kommt die rauhe Oberfläche einer alten Lasche sehr entgegen, aber eigentlich möchte man ja die Dinge so abgebildet haben, wie man sie abliefert. Daher werde ich das nächste Mal ein Urmodell in Wachs drucken und ausschmelzen lassen und das dann erst zum Abformen geben. Die höheren Kosten für den ersten Schritt gleichen den Ärger mit unbrauchbaren Teilen sicher aus.

Schönen Gruß
Volker
volkerS - 15.01.14 01:08
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,
es ist schon ärgerlich, wenn man nicht das bekommt, was man erwartet. Aber so tolle verrostete Schienenverbinder habe ich noch nie gesehen. Hätte man das mit Absicht versucht, wäre es wohl voll daneben gegangen.
Volker
Hydrostat - 15.01.14 10:08
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

volkerS hat folgendes geschrieben::
Hallo Volker,
es ist schon ärgerlich, wenn man nicht das bekommt, was man erwartet. Aber so tolle verrostete Schienenverbinder habe ich noch nie gesehen. Hätte man das mit Absicht versucht, wäre es wohl voll daneben gegangen.
Volker

Leider lässt sich der Effekt nicht vorbestimmen; die Rillenschienenlaschen sind auf dem gleichen Weg entstanden und dort ist die Oberfläche ja deutlich glatter. Wie gesagt - mit dem Ergebnis bin ich auch sehr zufrieden Sehr glücklich . Wenn man über das Verfahren "3D-Druck" ein Urmodell für den Feinguss erstellen möchte, ist der Druck eines Wachsmodells zum Ausschmelzen wahrscheinlich der "richtige" Weg. Wenn es nur um ein Teil geht, ist dabei dann auch eine erstaunliche Abbildungsschärfe möglich (s. Helmuts Lampenschriftzug für die B660). Beim Abformen gibt es eben doch wieder minimale Verluste.

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen mit Silikonformen gemacht? Hier ging's ja um Gummiformen.

Schönen Gruß
Volker
Eisenbahnfreak - 15.01.14 14:38
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker's,

auch ich hatte einige Erfahrungen und Versuche mit diversen Rapid Prototypingen Verfahren gemacht, natürlich wäre die Erstellungs eines Wachsabformlings sicherlich die technisch korrekte Vorgehensweise.

Wenn ich mir dann aber so das Ergebnis der Laschen in der Anwendung sehe, bin ich der Meinung, dass hier der Effekt der Oberflächenmodifikation genial zur Anwendung passt!

@Volker G.,
sind die Laschen denn käuflich?

Frohes Schaffen,

Joachim
Hydrostat - 15.01.14 16:21
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Joachim,

Eisenbahnfreak hat folgendes geschrieben::
sind die Laschen denn käuflich?


Im Prinzip schon; ich habe aber derzeit nur die selbst benötigte Menge. Leider habe ich eine Form gewählt, die nur ein Urmodell enthält, was für das Einzelstück unnötig hohe Kosten bedeutet, die für mich aufgrund der geringen Stückzahl aber billiger kamen, als ein mehrfaches Urmodell zu liefern. Der Preis liegt dadurch bei 3,00,-/Stck. Falls Du Interesse hast: Wie viele bräuchtest Du denn? Ich würde dann ggfls. nochmal nachgießen lassen.

Schönen Gruß
Volker
maxvolker - 15.01.14 22:06
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

Volker hat folgendes geschrieben::

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen mit Silikonformen gemacht? Hier ging's ja um Gummiformen.


Ich hatte mal mit Silikonformen Abgüsse von Wagonwänden gemacht, um damit kleine Umbauten zu verwirklichen.
Die "graue" Variante war für Resin-Abgüsse sehr gut wegen der Detailtreue in den Flächen.

Die "rot-braune" Variante ist für Zinn, Weismetall und auch Messinfeinguss geeignet. Die perfekte Oberflächentreue hier habe ich mit einem Rütteltisch bzw. bei kleinen Teilen, mit einem Ultraschall-Reinigungsgerät erreicht. Nach dem Ausformen vom Urmodell, habe ich die Formen noch getempert, welches die Standzeit etwas verbessert.
Bei Messingguss war die Standzeit der rot-braunen Formen nicht ganz so toll wie bei Zinn oder Weismetall. Aber man bekommt doch mindestens 50 sehr gute Teile aus einer Form.

Defakto, die Oberflächen waren immer so gut wie die Flächen am Urmodell und nicht schlechter!
Manschmal kamen da auch erst kleine Kratze zum Vorschein, welche am Urmodell nur mit Lupe nachweisbar waren.

Viele Grüße
Holger
Hydrostat - 16.01.14 20:13
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Holger,

wenn ich es richtig verstanden habe, hast Du die Silikonformen direkt als Gussform verwendet. Auch wenn's ein etwas anderes Herangehen als beim Wachsausschmelzverfahren ist, deckt sich das doch mit dem, was ich auch per PN erfahren habe. Gedruckte Teile lassen sich nur mit Silikon formtreu abbilden.

Ich hatte zunächst angenommen, dass die Teile wüst sandgestrahlt worden sind, aber das ist nicht der Fall, wie man hier gut erkennen kann. Das ist die Gummiform für eine Unterlagsplatte für die Rillenschienen. In die Form war ein Schienenstück integriert, dessen Fuß man gut erkennen kann.



Ganz eindeutig sind die Bereiche der Form, die mit dem FUD Kontakt hatten, rauh, und die, die mit der Schiene Kontakt hatten, glatt. Das kann also nicht vom Sandstrahlen kommen.





Schönen Gruß,
Volker
maxvolker - 16.01.14 21:19
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

ja, die Silikonformen habe ich direkt zum Abgiessen verwendet. Das war für mich die einfachste Methode schnell an mehre Teile zu gelange.

Was die Gummimethode angeht, da ist immer das Problem mit der Ausgasung der Kunststoff-Urmodelle in Abhängigkeit von Druck und Temperatur beim Backen der Formen. Daher auch die raue Oberfläche bei Deinen Laschen.
Besonders schwierig finde ich Kunstharz-Urmodelle. Die Urmodelle, als 3D-Druck und auch als Stereolithographie, sollten nach der Herstellung auf jedenfall getempert werden. Das heißt sie werden künstlich gealtert und noch nicht vollständig gebundene Materialien bekommen ihre richtige Bindung im Materialgefüge. Außerdem sind die Urmodelle nach dem Tempern in aller Regel spannungsfrei. Dann klappt es auch wieder mit der Gummiform, wenn man es mit der richtigen Temperatur und Druck raus hat.

Das gleiche gilt auch für gefräste und gegossene Urmodelle aus Plexiglas oder Makrolon. Werden die nicht getempert, dann bekommen sie in kürzester Zeit Spannungsrisse und zerbrechen dann. Die Spannungsrisse sehen aus wie feine Spinnweben auf der Oberfläche (siehe Anhang) .

Viele Grüße
Holger
Spannungsrisse (maxvolker)

Hydrostat - 18.01.14 19:23
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Holger, vielen Dank für Deine Ausführungen! Bei wieviel Grad machst Du das Tempern für 3D-Druckteile (ich denke mal FUD ist Stereolithographie)?

Ich möchte noch etwas nachtragen: Bei Gummiformen sollen beim Urmodell 3-4% zugegeben werden. Schau'n wir mal, wie weit Theorie und Praxis auseinanderliegen und vergleichen die Länge der Winkellasche:

3D-Modell 1:1 : 34,7 mm
Druck FUD : 34,6 mm

3D-Modell 104 % : 36,08 mm
Druck FUD : 36 mm (Maß erst nach dem Abformen genommen!)
Gussteil : 35,25 mm

Grundsätzlich fallen die Druckteile etwas kleiner aus. Wenn ich mir aber das Gussergebnis anschaue, hätte ich mit 2 - 2,5% Zugabe besser gelegen. Auch hier die Frage: Habt Ihr da ähnliche Erfahrungen gemacht?

Ich habe das abgeformte Urmodell (FUD und wasserlösliche Acrylfarbe) nochmal fotografiert. Die Oberfläche ist m.E. immer noch deutlich glatter als der Guss - und es sieht auch unbeschädigt aus.







Schönen Gruß
Volker
maxvolker - 20.01.14 13:00
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

das Tempern von Stereolithe-Teilen (Kunstharz) mache ich bei 60°C ca. 5 Stunden.
Plexiglas und Silikonformen bei 80°C ca. 4 Stunden.
Entscheident dabei ist, das die Teile kalt in den Temperierschrank (Backofen geht auch, ist aber mit der Temperaturregelung recht grob) gelegt werden. Dann beginnt das Aufheizen auf die Soll-Temperatur (hier mit einem wirklich genauen Thermometer arbeiten), dann die Soll-Themperatur über die gewünschte Zeit konstant halten (das ist der eigendliche Temperungsprozess).
Nach Ablauf der Zeit den Ofen ausschalten und alles zusammen abkühlen lassen. Die Teile bitte nicht im warmen Zustand raus nehmen, da das zu üblen Spannungen im Bauteil führt.

Für Gußmodelle und auch 3D-Druck gebe ich auch bei den Abmessungen im Schnitt 4% zu.
Außer die Gießerei übernimmt mein 3D-Modell und macht die Gußvorbereitungen selbst.

Gruß
Holger
Hydrostat - 20.01.14 22:20
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Holger,

vielen Dank für Deine ausführliche und sehr gut erklärte Antwort!

Die erste Rillenschienenentwässerung hat ihren Platz gefunden. Der "Babbedeggel" ist mit Sekundenkleber auf zwei entsprechend zugeschnittene senkrecht stehende Pappstücke aufgeklebt, damit man auch durch die Öffnungen "hineinsehen" kann (Ja, ich habe den Untergrund nach der Aufnahme noch geschwärzt Verlegen ). Zu den Schienenprofilen hin wurden zwei Futterstücke ergänzt; die Kästen für Meterspur sollten sich ja auch mit den etwas breiteren Eisenbahnrillenschienen verwenden lassen und wurden daher entsprechend schmal ausgeführt und für die Strab-Rillenschiene mit solchen Futterstücken eingepasst.



In die Schiene gehört natürlich eine entsprechende Öffnung.



Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 25.01.14 21:11
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

vor einiger Zeit erhielt ich Post von Helmut, den ich darum gebeten hatte, mir Einzelteile für die Spurstangen zu fräsen.

Leider hat er da irgendetwas falsch gemacht, denn die Teile hingen fest aneinander, wie die beiden folgenden Bilder (seine eigenen!) deutlich zeigen, ...



... und waren zu allem Überfluss auch noch ihres natürlichen metallischen Glanzes beraubt. Sehr schade.



Was soll man damit anfangen? Wegwerfen wollte ich es auch nicht. Also hab ich's mal testweise zusammengesteckt



und den Entwässerungskasten mit Ablauf eingesetzt.



Wenigstens der Ablauf ist komplett aus einem Ätzteil und Karton selbstgebaut und passte (fast) auf Anhieb ganz ohne CNC. Er wird später etwa in Brückenmitte eingebaut.

Zur elektrischen Isolierung: Auf die Spurstangenköpfe habe ich eine einzelne Lage Taschentuchpapier mit Sekundenkleber aufgeklebt. Die Verbindung mit dem Schienensteg erfolgt dann durch Kunststoffniete, auf die von außen Muttern aufgedreht werden (hier sind's noch normale Schrauben). Die Materialstärke des Papiers hat Helmut gleich bei der Herstellung der Spurstangen berücksichtigt.

Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 26.01.14 11:44
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

hier kann man ganz gut erkennen, wie's gemacht wurde: Ähnlich wie beim 3D-Druck ist der Kasten aus mehreren Lagen zusammengesetzt, nur die Schichtstärke weicht geringfügig ab Verwirrt . Die Umrisse habe ich auf selbstklebendem Papier ausgedruckt, auf Karton geklebt und dann ausgeschnitten. Das wird dann mit Sekundenklaber getränkt und anschließend mit Feile und Sandpapier nachbearbeitet.



Der Neusilberdeckel ist ebenfalls mit Sekundenklaber montiert; heute würde ich ein Kartonteil nehmen. Das Röhrchen ist mal ein Luftballonstab gewesen.





Schönen Gruß
Volker
Helmut Schmidt - 27.01.14 08:49
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

zu Anfang habe ich geglaubt die Spurstangen sollten ungefähr so aussehen.


Spurstange für Rillenschiene rostig.

Jetzt muss ich erfahren du hättest am liebsten hochglanz poliert ungefähr so gehabt.


Bauteile für die Spurstange der Rillenschiene.

Das verstehe ich jetzt aber nicht. gruebel
Hydrostat - 27.01.14 17:18
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Helmut,

wo hast Du die denn her? Ich dachte, Du hättest mir Dein ganzes Altmetall geschickt. Gibt's vielleicht noch eine besser Aufnahme der rostigen Teile?

Gruß
Volker
Helmut Schmidt - 27.01.14 18:10
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

natürlich habe ich dir damals alle Spurstangen gesendet die ich hatte.

Aber nachdem ich gelesen habe, du hättest die Spurstangen lieber auf Hochglanz gehabt, habe mal eben schnell welche nach gemacht, um sie hier auch als Einzelteil zeigen zu können.

Natürlich in der Hoffnung, das nicht nur du dich dafür interessierst.

Inzwischen konnte ich bei besserem Licht, eine neue Aufnahme machen.


Rostige Spurstange für Rillenschiene.
Hydrostat - 08.02.14 21:55
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

ein nächstes Care-Paket von Helmut ist bei mir eingetroffen:



Leider verstehe ich von Holz ebenso wenig wie von Metall und deshalb sahen die schönen, CNC-gefräsbohrten Teile durch vermutlich unsachgemäße Behandlung bald so aus:







Helmut, nachdem ich Deine Arbeit so nachlässig behandelt habe, traue ich mich noch weniger, Dir zu verraten, dass ich mich bei den Schwellen vermutlich etwas vertan habe. Nein, nein, da muss nichts weg; es muss etwas dran. Aber das muss ja keiner erfahren. Du hast nicht zufällig noch ausreichend Rohmaterial für einen zweiten Satz auf Lager?

Schönen Gruß
Volker
Helmut Schmidt - 09.02.14 00:52
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hydrostat hat folgendes geschrieben::
Helmut, nachdem ich Deine Arbeit so nachlässig behandelt habe, traue ich mich noch weniger, Dir zu verraten, dass ich mich bei den Schwellen vermutlich etwas vertan habe. Nein, nein, da muss nichts weg; es muss etwas dran. Aber das muss ja keiner erfahren. Du hast nicht zufällig noch ausreichend Rohmaterial für einen zweiten Satz auf Lager?

Hallo Volker,

leider nein und mein Drauffeile kann ich auch gerade nicht finden.
Außerdem so vergammelt wie die Schwellen aussehen, solltest du die so wie so wegen der Betriebssicherheit erneuern.

Dafür habe ich aber eine Tochter die im Holzgroßhandel arbeitet.

Nur mit einer kaputten Hand, habe ich da leider im Moment ein Handicap.
Hydrostat - 10.02.14 21:28
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

ich habe mal hier und da noch ein wenig Material weg- und an anderer Stelle drangefeilt. Jetzt sieht's so aus:







Und hier landen die Schwellen dereinst; deswegen sind die Stirnflächen nicht so wichtig - falls sich jemand an den sichtbaren Trennkanten zum aufgeleimten Furnier stört. Außer mir.



Schönen Gruß
Volker
volkerS - 10.02.14 21:59
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,
lese immer mit Vergnügen deine Bauberichte.
Aber deine letzte Zeichnung, da hat wohl der Irrsinn zugeschlagen. 2 verschiedene Holzfaserlaufrichtungen in einer Schwelle; wie geht das?
Volker
Helmut Schmidt - 10.02.14 22:34
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
volkerS hat folgendes geschrieben::
Hallo Volker,
lese immer mit Vergnügen deine Bauberichte.
Aber deine letzte Zeichnung, da hat wohl der Irrsinn zugeschlagen. 2 verschiedene Holzfaserlaufrichtungen in einer Schwelle; wie geht das?
Volker

Hallo Volker,

er hat einfach die senkrechten Schnittflächen furniert nehme ich an. nix weiss

Wenn ich erst wieder annähernd so zeichnen könnte wäre ich froh. Augenrollen

Aber vielleicht bekomme ich ja trotz kaputter Hand, neue Schwellen mit richtiger Holzfaserlaufrichtungen für dich hin. Teuflische Idee
Hydrostat - 11.02.14 09:04
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
volkerS hat folgendes geschrieben::
2 verschiedene Holzfaserlaufrichtungen in einer Schwelle; wie geht das?

Lieber Volker, manche Dinge muss man als gegeben hinzunehmen lernen. Wasser in Wein zu wandeln habe ich noch nicht versucht, das mit den zwei Faserrichtungen hat aber schon ganz gut geklappt. So viel sei verraten: Es hat etwas mit Raumfahrt, Schwerelosigkeit, Spionage und schönen, allenfalls leicht bekleideten Frauen zu tun. Was genau, habe ich leider vergessen.

Helmut Schmidt hat folgendes geschrieben::
Aber vielleicht bekomme ich ja trotz kaputter Hand, neue Schwellen mit richtiger Holzfaserlaufrichtungen für dich hin.

Ich möchte darum bitten. Die unterschiedlichen Faserrichtungen lassen sich doch mit einer Fräse einfacher umsetzen als per Hand Sehr glücklich .

Schönen Gruß
Volker
volkerS - 11.02.14 09:40
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Helmut,
produziere blos keine neuen Schwellen für Volker. Besser gleich kaputte herstellen. Sehr glücklich Da fallen Ungenauigkeiten nicht auf und Volker hat keine Arbeit.
Und wenn in der hintersten Ecke noch Teeröl lagert, dann weißt du ja wie man es los wird.
Volker
Helmut Schmidt - 11.02.14 09:56
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

gute Idee, dann könnte ich die mal so richtig durch den Dreck ziehen.

Hallo Volker,

keine Bange ich mache mir die verbliebenen heilen Finger nicht schmutzig.
Auf jeden habe ich schon mal einen ganz kleinen Großauftrag, an meine persönliche Betreuerin im Holzgroßhandel erteilt.
kartonbahner - 11.02.14 22:56
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Volker,

Hydrostat hat folgendes geschrieben::

Leider verstehe ich von Holz ebenso wenig wie von Metall und deshalb sahen die schönen, CNC-gefräsbohrten Teile durch vermutlich unsachgemäße Behandlung bald so aus:






ein Teil Deiner "unsachgemäßen Behandlung" besteht darin, wenn ich es richtig verstanden habe, in Aceton lösliche "Farbe" in das Holz (mittels Aceton) einzuarbeiten. Gibt es Einschränkungen, welche Farben sich nicht dafür eignen? Und machst Du das? Das Aceton nur "drübergießen" und warten bis es verdunstet ist? Die Farbe ggf. mit einer Bürste einarbeiten? Den Überschuss abwischen/abbürsten?

Freundliche Grüße
Hydrostat - 12.02.14 10:30
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Gerald,

vielen Dank für Dein Interesse! Die Grundidee stammt von hier, ich habe sie nur für mich etwas abgewandelt.

Zuerst musst Du die oberflächlich vorbehandelten/gravierten Schwellen ca. 30 Minuten wässern und dann schwarze und etwas braune Wasserfarbe in unterschiedlichen Verdünnungen/Schattierungen einsickern lassen. Da muss man etwas ausprobieren, da die (Buchenholz!-)Schwellen nach dem Trocknen VIEL heller werden und Schwarz eher zu einem weßlichen Grau wird.

Für die Teerflecken musst Du die nicht wasserlösliche Farbe auf den nassen oder wenigstens feuchten Untergrund auftropfen/tupfen und die Schwellen dann komplett trocknen lassen; Ich verwende Weinert Nitrolack, weil der extrem schnell auftrocknet und anschließend wieder mit Aceton komplett lösbar ist. Die Farbe hat jetzt zunächst keine Verbindung zum Holz. Jetzt nehme ich Aceton und lasse das von den Seiten unter die Farbe kriechen, vermale die Flecken hier und da ein bischen zu den Seiten hin und das war's auch schon.

Du kannst spaßeshalber das Aceton auch auf der noch nicht ganz getrockneten schwelle einsetzen. Aceton ist auch wasserlöslich; das gibt interessante Effekte mit dem Nitrolack.

Das geht bestimmt auch mit anderen Farben. Nur muss man bei Revell und Co. eben mehr Zeit mitbringen und andere Verdünner verwenden.

Schönen Gruß
Volker
kartonbahner - 12.02.14 20:25
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
... OK, danke ...

Hydrostat hat folgendes geschrieben::
...
Zuerst musst Du die oberflächlich vorbehandelten/gravierten Schwellen ca. 30 Minuten wässern und dann schwarze und etwas braune Wasserfarbe in unterschiedlichen Verdünnungen/Schattierungen einsickern lassen. Da muss man etwas ausprobieren, da die (Buchenholz!-)Schwellen nach dem Trocknen VIEL heller werden und Schwarz eher zu einem weßlichen Grau wird.


die Schwellen zu "wässern" habe ich bei einer Versuchsreihe auch mal versucht, allerdings eher "angefeuchtet" als gewässert ... ich bin mal gespannt, welche Ergebnisse sich nach 30 Minuten wässern einstellen bzw. erzielen lassen ... !

Freundliche Grüße
Hydrostat - 25.02.14 13:31
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

es hat mich in den Fingern gejuckt, mal die ersten Gleisteile für die Brücke zusammenzusetzen und auszuloten, was farblich noch zu machen ist, um alle Teile aneinander anzugleichen. Zwecks Stromübertragung sind die Laschen weich mit den Stahlprofilen verlötet.







Zum Vergleich mal die lediglich gerostete (links der Lötstelle) und die farblich nachbehandelten Schiene (rechts davon):



Wie bereits beschrieben erfolgt die Isolation der Schienen gegeneinander durch eine auf die Spurstangen aufgeklebte Taschentuchpapierlage.



Als Schraubenimitation dienen Kunststoffnieten, auf die dann eine M1-Mutter aufgedreht wird. Leider sind die Niete etwas zu dick, um die Muttern direkt aufzuschrauben, sodass ich sie auf 1mm aufbohren musste.



Man sieht dann zwar kein Gewinde, beim Vorbild schließen die Schrauben aber mit den Muttern nahezu bündig ab, so dass hier nochmal der watenfreie Seitenschneider zu seinem Recht kommen wird.

Ich suche noch nach einem absolut matten, pinselverarbeitbaren und nicht nachdunkelnden Lack, um die Pigmente usw. zu fixieren. Hat hier vielleicht jemand einen Tipp und entsprechende Erfahrungen?


Schönen Gruß
Volker
fido - 25.02.14 13:59
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hi Volker,

Dein Gleisbau und die Optik sind absolut großartig!

Hydrostat hat folgendes geschrieben::

Ich suche noch nach einem absolut matten, pinselverarbeitbaren und nicht nachdunkelnden Lack, um die Pigmente usw. zu fixieren. Hat hier vielleicht jemand einen Tipp und entsprechende Erfahrungen?

Ich würde das genau so lassen.

Denn sobald Du mit Klarlack über die Pigmente gehst, veränderst Du die Helligkeit und die Farben. Z.b. echter Rost mit Klarlack überzogen sieht aus wie aufgemalte Rostfarbe.

Daher findest Du bei keinem meiner Modelle Klarlack über den Pigmenten oder dem Rost. Darunter verwende ich nur den supermatten Klarlack von Asoa aus der Dose. Auf dem matten Klarlack halten die Farbpigmente und der Rost sehr gut.

Ein anderer Trick ist, das Modell mit Klarlack zu überziehen und dann in den noch frischen Lack den Rost zu kippen. So ist z.B. meine Feldbahn-Kipplore gestaltet, siehe http://www.buntbahn.de/fotos/showphoto.php?photo=27375&size=big&password=&sort=7&thecat=669
Helmut Schmidt - 25.02.14 14:50
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

wenn du jetzt mit Klarlack oder irgend einem anderen Bidemittel kommst, sieht das bestenfalls so aus wie Regennaß.

Also lieber mal nacharbeiten und so großartig wie es aussieht lassen.
volkerS - 25.02.14 16:18
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,
jetzt hat es auch die Plettenberger Kleinbahn getroffen und der Betrieb wurde eingestellt. Die Schienen sind verrostet, keine blankgefahrene Oberfläche durch Loks und Wagen. Schade dass auch diese Bahn nun den Weg alten Eisens geht.
Volker
fspg2 - 25.02.14 20:32
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

have a look here: http://www.buntbahn.de/modellbau/viewtopic.php?t=10902&postdays=0&postorder=asc&highlight=landschaftskleber&start=10

Ich würde es auf einem Reststück probieren.
fspg2 - 25.02.14 22:38
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Doppelpost - bitte löschen!

Danke

fspg
fspg2 - 16.03.14 21:38
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo,

...eine Hand wäscht die andere... Winke
Volker zeichnete doch kürzlich meinen Dachziegel - und ich konnte mich heute revanchieren und für ihn etwas fräsen Sehr glücklich

Für die Oesterbrücke entstand eine Montagelehre aus MDF.


Oesterbruecke_Montagelehre_1 (fspg2)



Oesterbruecke_Montagelehre_2 (fspg2)



Gefräst wurde in ein 19mm MDF-Brett mit den Abmessungen 20cm x 80cm: kleines Video


Oesterbruecke_Montagelehre_4 (fspg2)



Um die Aussparungen in den Lang- und Querträgern alle im richtigen Winkel und Länge zu erzeugen, habe ich eine kleine Lehre für die Säge gebaut. Darin wurden die Doppel-T-Träger eingelegt und auf das richtige Maß gebracht. Beidseitig der Schenkel habe ich U-Profile zwischengelegt, damit nichts kippen konnte.

Oesterbruecke_Montagelehre_3 (fspg2)



Oesterbruecke_Montagelehre_5 (fspg2)

fspg2 - 14.06.14 20:17
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin Volker,

damit die einzelnen Profile beim Verlöten nicht aus der Montagelehre herausfallen oder sich verziehen, habe ich noch ein paar Pertinaxhalter über die Abschnitte der Mittellangträger geschraubt.

Oesterbruecke_Montagelehre_6 (fspg2)



Oesterbruecke_Montagelehre_7 (fspg2)


So befestigt, wird die Platte nächste Woche zu Dir kommen. In den Tüten rechts befinden sich die ersten 56 (+ein paar mehr) Eck-Knotenbleche zum Verlöten der Quer- mit den Mittellangträger.
Damit Du die zusammengelöteten Teile auch wieder leicht aus der Lehre bekommst, sind unter den Querprofilen 3mm Löcher durch die MDF-Platte gebohrt.
Entsprechend abgelängte 3mm Rundstangen (liegen in der zweiten Tüte) kannst Du dann von unten einstecken und mit leichten Hammerschlägen die Brücke aus der Montagelehre herausdrücken, ohne daß sich irgendetwas verbiegt.
Hydrostat - 14.06.14 21:26
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Frithjof, ich bin sprachlos. Hoffentlich werden meine Lötfähigkeiten Deinen Fräs- und Montagekünsten gerecht Geschockt ! Ich freue mich sehr darauf, die Teile in Händen zu halten!

Dann vertragen die Segmentkästen wohl keinen weiteren Aufschub mehr. Die Trennungen möchte ich gut kaschieren und nach Möglichkeit weitgehend auf die Gleisstöße legen; das ergäbe die farbigen Flächen - bei jeweils abweichenden Dimensionen; zumindest die Breite wäre aber mit 90 cm bei der Mehrzahl der Segmente gleich. Darunter sind als hölzerne Teile meine ersten Überlegungen mit identischen Segmentgrößen zu erkennen, weil das die Lagerung und den Transport doch deutlich vereinfachen würde - aber das zieht dann unschöne Trennstellen nach sich.



Schönen Gruß,
Volker
Hydrostat - 22.07.14 20:17
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

da habe ich mich wohl geirrt. Die Segmentkästen vertragen den Aufschub ganz gut und ich konnte mich von dieser Problemstellung mal eben ab- und dem Genuss des Schienenbiegens zuwenden. Das wäre ohne die erneute tolle Unterstützung hier aus dem Forum nicht möglich gewesen!

Vor einiger Zeit hatte ich diese schönen Drehteile vom User "Eisenbahnfreak" im Briefkasten - vielen Dank nochmal, lieber Joachim! -,





aus denen sich diese Rollen für ein Rillenschienenbiegewerkzeug zusammensetzen lassen.





Die Rollen mussten geteilt ausgeführt werden, da sich ansonsten insbesondere die Fasen innerhalb der "Einstiche" nicht hätten umsetzen lassen. Von den Rollen wurden jeweils 3 Stück benötigt, da das Rillenschienenprofil nicht symmetrisch ist. Hier ist das gut zu erkennen:





Die Anpassung an das Profil hat sich bewährt, wie die Scheuerspuren insbesondere am Schinenfuß zeigen, der ohne eine entsprechende Führung zum Ausknicken neigt. Die Rollenaufnahmen für den Schraubstock hat Helmut im Rahmen eines Wochenendmarathons Sehr glücklich gefräst; auch Dir an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank!








Die verstellbare Rolle lässt sich über den Mutternkopf antreiben; das Gewinde ist im Bereich der Lagerung abgedreht und die Rolle mit einer Madenschraube gesichert.





Nach dem Biegen der Innen- und Außenschienen musste die (bisher ungebohrte) Innenschiene entsprechend gekürzt und mit den Bohrungen für die Spurstangen versehen werden. Dazu habe ich mir den Gleismittenradius sowie die jeweilige Innenkante des Profils zusammen mit drei willkürlich gesetzten, aber radial angeordneten Geraden ausgedruckt. Auf zwei Pappstücken mit doppelseitigem Klebeband ließen sich die Schienen dann einseitig bündig abschließend fixieren





und das Ganze konnte dann mit dem ungleichen Ende auf der Zeichnung platziert werden, um dort den bündigen Abschluss zu ermitteln.





Die Position für die Löcher ließ sich durch entsprechendes Verschieben auf der Zeichnung ebenso ermitteln. Eine Markierung auf beiden Schienenfüßen ermöglichte dann anschließend das Bohren im Bohrständer, wobei die bereits gebohrte Schiene gemeinsam mit der zu bohrenden eingespannt war und mit Hilfe der Markierung jeweils als Lehre für Laschen- und Spurstangenlöcher diente. Wider Erwarten hat das erstaunlich gut und genau funktioniert.

Zwischenzeitlich konnte ich auch die ersten Teile aus den Frithjof'schen Werkstätten für die Brücke löten - das war Dank der tollen Lehre und der passgenauen Teile kein Problem, auch wenn ich mit dem Widerstandslöten noch nicht richtig warm geworden bin. Mich stört, dass die Lötstellen durch den Kohleabbrand schnell so schmutzig werden, dass der Lotfluss gelegentlich nicht gut zu erkennen ist. Mache ich da vielleicht etwas falsch?





Die Verbindungen bestehen neben den kreuzenden Trägern aus jeweils vier Knotenblechen und ich habe beim Löten die Elektrode immer direkt auf ein Knotenblech gesetzt, da beim Erwärmen über den zentralen Punkt am Träger Verzug auftrat. Die Bilder zeigen die bereits anschließend bei Helmut gestrahlte Brücke.





Schönen Gruß,
Volker
Hydrostat - 07.09.14 20:38
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

das Bogenstück als Verbindung zwischen den weiter vorne vorgestellten Weichen und der Brücke ist fertig.



Da der Bogen bereits auf der Brücke beginnt, sind die Holzschwellen an der Innenseite entsprechend der Brückenflanke eingekürzt. Auf einigen Fotos ist zu erkennen, dass die Rillenschienen direkt im Anschluss an die Brücke auf Stahlschwellen verlegt waren. Dazu mussten an den Resinschwellen die Nachbildungen der Hakenplatten entfernt und Klemmplatten mit Schrauben montiert werden. Da die Stahlschwellen rar sind, kamen hier auch halbierte zum Einsatz; der Bereich zwischen den Schienen wird später mit Dreck und Gras aufgefüllt. Die Gleise gehen nach einem kurzen Wiesenstück dann in's Straßenplanum über. hier sind lediglich Buchenholzschwellen untergeschraubt, in die ich M2-Gewinde geschnitten habe. Mit Senkkopfschrauben lässt sich die Spur dort sehr gut justieren; das Holz ist so hart, dass die Gewinde nicht ausreißen (auf dem oberen Bild im Hintergrund gerade noch erkennbar).





Die Stahlschwellen haben zunächst einen Anstrich aus lederbrauner Acrylfarbe erhalten, der dann mit brauner und schwarzer Gouache abgetönt wurde. Zuletzt kam eine Schicht Echtrost darüber, den ich durch Abbürsten vorverrosteter Schienen mit einem harten Borstenpinsel gewinne.



Zuvor galt es, ein kleines Problem zu lösen. Die Rillenschienen müssen gerade im Bogen sehr exakt auf Abstand gelegt werden, sonst zwängen die Radsätze. Um etwas Luft bei der Spurhaltung zu gewinnen, musste ich alle Spurstangen nochmal einseitig ablöten, um 5/10 einkürzen und erneut verlöten. Mehr Sorgen machten mir die Klemmplatten, die nicht richtig klemmen. Hier habe ich mir mit einer Papierlage geholfen. Zunächst wurden die Platten nebeneinander mit doppelseitigem Klebeband in ein Winkelstück geklebt.



Auf den später klemmenden Teil habe ich dann mit Sekundenkleber einen Papierstreifen geklebt,



der sich nach dem Trocknen problemlos bündig abschneiden lässt.



Jetzt muss nur noch der Streifen abgezogen und mit dem Cutter zerteilt werden.



Und dann hat man echte "Klemm"-platten.




Schönen Gruß,
Volker
Peter_T1958 - 08.09.14 21:23
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker

Es war verdächtig ruhig um dich in letzter Zeit - da musste ja wieder mal so was folgen!!! Im englischsprachigen Forum spricht einer aus, was mir auch durch den Kopf gegangen ist:

"In general, there are two kinds of model builders: the miniature engineers and the painters / sculptors. You are a true master of both, which is very rare!"

Wenn man davon ausgeht, dass der Bau einer Modellbahn immer mit Kompromissen verbunden ist, ist es spannend zuzusehen, wie jemand diese Weisheit auf den Kopf stellt. Dennoch, bei all den gelaserten Kanadeckeln, Messinggusslagern, Weissmetallziegeln, Resinschwellen und, und, und ... bleibt nur zu hoffen, dass du/ihr das Ziel nicht aus den Augen verliert Winke

Ich freue auf jeden neuen Beitrag!

Peter Geschockt
Hydrostat - 08.09.14 21:56
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Peter,

vielen Dank für Deine netten Worte - ich finde, dass ich da aber auch fremde Lorbeeren ernte: ohne die Unterstützung einiger Forenmitglieder und Freunde gäbe es hier schlicht nichts zu sehen. Du weißt ja, dass ich auch nur am Küchentisch bastle. All' die tollen Dreh- und Frästeile kommen lediglich als Idee (und virtuelles CAD-Objekt) von mir - gefertigt wurden sie von Freunden.

Ja, man kann sich schon in Details verrennen. Das Ziel verliere ich dabei nicht aus den Augen, nur bei der Einschätzung des Zeitaufwands bin ich vorsichtiger geworden.

Schönen Gruß,
Volker
Hydrostat - 13.05.15 15:43
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

ich hole das Thema mal hoch, da ich die Gleisteile in Schenklengsfeld zeigen möchte. Wer mag, kann sich dort also meinen maßstabsgetreuen Gleisbau anschauen. Den Begriff der Kompromisslosigkeit möchte ich nicht bemühen, auch wenn er gelegentlich fällt, denn er trifft nicht zu. Das muss man nur nicht gleich sehen Winke .







Schönen Gruß,
Volker
Hydrostat - 09.10.16 14:11
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zuammen,

ein paar Details. Zum Vergleich wieder Vorbildaufnahmen aus der Sammlung W. D. Groote:







Die Steinpoller hat Uwe freundlicherweise für mich gedruckt, im selben Verfahren wie die Schabotte für Quiet earth. Dieses Mal wollte ich mir die seinerzeit störenden Stufen aus dem Druckverfahren nutzen, um die Teile nach behauenem Stein aussehen zu lassen, aber sie verschwanden nahezu vollständig, nachdem ich die Poller behandelt hatte.



Eine sowohl als Farbe, als auch als Bindemittel zu verstehende Mischung aus Floquil 'concrete color', etwas Humbrol Weiß, mattem Klarlack, Verdünner, Schieferstaub und Siliziumkarbid F360 gibt den Druckteilen die nötige Oberflächentextur.



Stark verdünnte Gouache-Aufträge mit Schwarz, Ocker und Grüntönen führen zu einem Ergebnis, das an alten Beton erinnert. Deswegen sind es jetzt definitiv Betonpoller Cool .



Der eiserne Riegel ist ein abgebrochenes Teil einer Kehrmaschinenbürste, wie man sie manchmal auf den Gehwegen findet. Natürlich haben solche Teile dann selten genau die benötigten Maße, aber ein wenig Recherche führte mich zur Firma Weber-Bürsten, von denen ich Material genau im benötigten Format von 2,8 x 0,45 mm bekam. Auf deren Website finden sich übrigens einige inetressante Aufnahmen historischer Kehrmaschinen.





Das Material habe ich zunächst ausgeglüht und dann mit Gouache gealtert.

Schönen Gruß,
Volker
Helmut Schmidt - 11.10.16 21:12
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

erst einmal von mir vielen Dank für den Bericht. Ich kenne ja einige wenige Teile aus diesem Thread aus eigener Anschauung. Schön aber mal so am Bestimmungsort im Zusammenhang zu sehen.

Auch die Vorbildaufnahmen sehe ich mir gerne an.

Traurig stimmt mich aber die fehlende Reaktion aus der Gemeinschaft des Forums.
Major Tom - 11.10.16 21:41
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker
auch diese Ausschmueckung nach historischer Vorlage gefaellt mir sehr gut.

Wie HeLmut bemerkte ist die Resonanz nicht ueberschwaenglich. Ich habe mich auch ueber den Bericht gefreut aber nichts dazu geschrieben da ich selber im Moment nicht kreativ bin.


MfG Dieter
Battli - 12.10.16 15:03
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hi Leute
auch ich bin einer der stummen Bewunderer solch' unerhoert eindruecklichen Tuns. Nur, wo kaeme ich hin, wenn ich taeglich in allen "meinen" Foren zu jedweder Praesentation noch meinen Senf dazu geben wollte. Da die Zeit rar ist, betrachte und geniesse ich eben. Ausser ich werden dazu animiert, mal was zu schreiben. Siehe da!
Cheers
Battli
Hydrostat - 14.10.16 12:13
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Das bahneigene Gussschild ist aus 0,5 mm Messingblech geätzt.



Mit U-förmig gebogenem Rundmaterial ist es am Rohrpfosten befestigt, was beim Vorbild aufgrund der Dicke und Stabilität eines Gussschildes funktioniert haben dürfte.



Das Straßenschild war beim Vorbild gepresstes, emailliertes Blech, das einer anderen Art Befestigung bedarf.





Die U-förmig gebogenen Schellen sind aus Edelstahl geätzt. Leider habe ich einen Fehler bei der Längenberechnung gemacht. Daher musste ich sie in ein 2x1 mm-U-Profil einsetzen und kleine Messingklötze zwischenlegen, damit sie gut am Pfosten anliegen.

Das 2 mm-Messingrohr habe ich innen auf 1,6 mm aufgebohrt, um eine vorbildgerechtere Wandstärke zu erhalten. Das Rohr war sicherlich oben verschlossen, aber mir gefällt es so besser.



Die Messingteile sind Gravoxide brüniert. Das Gussschild ist mit weißer Humbrol-Ölfarbe enamel. Die Frabe lässt sich dann vorsichtig von den hochstehenden Teilen (Buchstaben und Umrandung) mit Pinselreiniger entfernen. Schwarze und grüne Gouache ergeben die Alterungsspuren. Die lackierte Oberfläche nimmt die stark verdünnte Wasserfarbe zunächst nicht an, wenn sie aber unter ständiger Pinselbewegung zu trocknen beginnt, hinterlässt sie die gewünschten Spuren.

Beim Straßenschild wollte ich die Prägung des Vorbilds imitieren. Es ist hochauflösend auf High Glossy-Fotopapier gedruckt (drei Farben ohne Verwitterungsspuren o.ä.) und anschließned mit einem scharfkantigen Rohrstück auf einer Unterlage aus Forex geprägt und anschließend ausgeschnitten.



Die Rückseite ist mit dünnflüssigem Sekundenkleber getränkt, was je nach Tränkungsgrad auf der Vorderseite zu dem leicht fleckigen Erscheinungsbild führt. Der Sekundenkleber hinterlässt Spuren, die der Oberfläche eine etwas unebene und rauhe Struktur verleihen. Da das Papier leicht durchsichtig bleibt, ist die Rückseite mit zwei Lagen weißer und schwarzer Farbe beschichtet. Ein letzter Auftrag mit schwarzem Edding führt zu der leicht bläulichen Färbung, die man von den Rückseiten verwitterter emaillierter Schildern kennt. Rost- und Staubspuren sind wiederum mit Gouache sowie ein paar Pigmenten entstanden, ebenso auf dem Rohrpfosten.









Die abblätternde Farbe auf dem Holzpfosten des nächsten Schildes entstand aus mehreren unterschiedlich dicken/verdünnten Lagen weißer Ölfarbe, die auf den zuvor geschliffenen und mit dünner scharzer Gouache gefärbten Holzstab aufgetragen und anschließend mit Tesafilm wieder heruntergerissen wurden.









Wer den Bau weiter verfolgen möchte kann, das hier tun. Ansonsten wird auch meine Flickr-Seite (Link im Abbinder) von Zeit zu Zeit aktualisiert.

Schönen Gruß,
Volker
Trambahner - 14.10.16 14:12
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker

Ich bin schwer beeindruckt.

Was beim Übungsmodul schon auf sehr hohem Niveau begonnen hat wird hier noch einmal weiter nach oben gebracht.

Ich bewundere Deine technischen wie auch gestalterischen Fähigkeiten.
In einer solchen Kombination ist das sehr selten zu sehen.

Absolut perfekt.

Ich freue mich schon darauf wenn zwischen den Schienen die ersten Unkräuter spriessen.

Eine Inspiration für alle.
christo - 14.10.16 16:53
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Ich geb ungern meinen unbedeutenden Senf dazu, aber wirklich faszinierend!
Danke Dir auch für die genaue Beschreibung der Arbeitsschritte und Materialien.
Sollte ich wirklich mal sowas versuchen, dann werde ich bei Dir abschauen...hoffe es wird dann keine 6 !

Lachend

LG Tom
fspg2 - 14.10.16 19:26
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo,

ich hatte kürzlich das Vergnügen, die Teile aus der Nähe zu betrachten Sehr glücklich
Viele Details lassen sich nur mit der Lupe erkennen... oder auf den vergrößerten Bildern hier im Forum.
Es ist schon ein Wahnsinn, wie Volker seine doch recht kleinen Teile am Küchentisch so realistisch umsetzt.
Peter_T1958 - 15.10.16 19:25
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Sensationell dieser Realismus - auch beim noch so kleinsten Detail! Wie kommst du bloss auf solche Methoden, wie "mit dünnflüssigem Sekundenkleber getränkt" oder "die Rückseite mit zwei Lagen weißer und schwarzer Farbe beschichtet oder "ein letzter Auftrag mit schwarzem Edding..." ? Langjährige Erfahrung oder einfach mal ausprobiert?
P.S. Einziger Wermutstropfen (aus meiner egoistischen Sicht) ist, dass du dich für die Plettenberger Kleinbahn und nicht etwa für "meine" GF-Werkbahn entschieden hast. Augenrollen
Kellerbahner - 16.10.16 20:39
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

wie schon gewohnt bei Dir: eine perfekte Nachbildung der verschiedenen Schilder top .


Die sehr filigrane Metallverarbeitung kennen wir ja von Dir ja Cool . Was mir aber am besten gefällt sind die dezenten Rostfahnen unterhalb der Schrauben beim "Rechtsabbiegen" und "Durchfahrt Verboten" Schild Ausruf Ausruf .

Auch hinten auf der dunklen Seite des Schilds am Loch eine dezente, minimale Rostspur ... Geschockt lupe


Bin schon auf eine S/W-Aufnahme des ganzen Ensembles gespannt.


Gruß vom

Kellerbahner
Hydrostat - 24.12.16 17:30
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5


Frohe Weihnachten!

Volker
Marcel - 27.12.16 13:40
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Volker, deine Baumethoden und die daraus resultierenden Modellbauergebnisse sind für mich immer wieder sehr beeindruckend Respekt Respekt!

Ich wünsche dir auch im nächsten Jahr wieder viel Modellbauspass und freue mich auf deine weiteren Kunstwerke!

Marcel
Hydrostat - 21.01.17 21:42
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

vielen Dank erstmal für die netten Worte (ist ja schon wieder eine Weile her ...).

Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::

Sensationell dieser Realismus - auch beim noch so kleinsten Detail! Wie kommst du bloss auf solche Methoden, wie "mit dünnflüssigem Sekundenkleber getränkt" oder "die Rückseite mit zwei Lagen weißer und schwarzer Farbe beschichtet oder "ein letzter Auftrag mit schwarzem Edding..." ? Langjährige Erfahrung oder einfach mal ausprobiert?


Viele Tricks, Tipps und Kniffe habe ich mir hier bei Buntbahn abgeschaut; die Papiermodellbauer (z. B. "Regalbahner" Christoph) verwenden Sekundenkleber, um Papier nicht nur zu verkleben, sondern seine Eigenschaften grundlegend zu verändern, so dass es annähernd wie Metall oder Kunststoff bearbeitbar ist. Anderes ist tatsächlich Ausprobieren und Beobachtung. Papier (auch Photo Glossy) ist durchscheinend. Ich habe erst zwei Lagen weiß aufgebracht, weil ich annahm, dass ein direkter schwarzer Farbauftrag leicht durchscheint und die Vorderseite abdunkelt. Bei Edding ist mir schon immer aufgefallen, dass das Schwarz einen merkwürdigen blauen Beiton hat; für ein Emailschild ist das perfekt.

Ich beschäftige mich in der letzten Zeit mit dem Häuserbau, und zwar mit dem neben der Oesterbrücke gelegenen "Haus Lohmann". Glücklicherweise existieren neben aussagekräftigen Aufnahmen auch noch einige Pläne des längst verschwundenen Gebäudes, so dass ich zunächst eine CAD-Zeichnung erstellen konnte:



(Foto: Albert Middelmann 10/1941; Slg. Groote)


Auf der Aufnahme ist übrigens der untere Teil der Platzleuchte zu erkennen, deren Oberteil ich im letzten Posting gezeigt hatte.








Den ersten Schritt aus der virtuellen in die reale Welt habe ich mit den (oder durch die?) Innentüren gemacht; da gibt's doch einige in so einem Gemäuer.











Schönen Gruß,
Volker
S 49 - 22.01.17 09:31
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin Volker,

mit solchen Fotos (und einem Haus mit Kellergeschoss) fange ich den Tag doch gerne an! Schön wieder etwas von Dir zu sehen.
Die weiteren Bilder in Deiner Galerie lassen mich vermuten, dass die Türen als Sandwich aus gelasertem Karton entstanden. Das ist wohl die beste Methode solche Türen aufzubauen. Richtig gut wirkt auch der Weißlack.

Ist ein bißchen Meckern auf hohem Niveau erlaubt?
Vom Wechselschloss/Schlosskasten hast Du die Falle dargestellt. Im Falz fehlt der Stulp (Befestigungsblech des Schlosskastens). Ich könnte mir die Nachbildung als brüniertes 0,1mm Ätzteil mit Andeutung des versenkten Riegels vorstellen.
Tür Kopie (S 49)


Einen schönen Sonntag noch
Jürgen
Hydrostat - 22.01.17 09:50
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Guten Morgen Jürgen,

S 49 hat folgendes geschrieben::
Ist ein bißchen Meckern auf hohem Niveau erlaubt?


keine Ahnung. Ich mache hier die Regeln nicht knuddel .

Hier habe ich beschrieben, wie ich es gemacht habe. Du hast Recht, dass ich beim Stulp (danke, ich kannte das Wort vorher nicht Sehr glücklich ) etwas geschummelt habe; wenn Du genau hinschaust, siehst Du aber die obere und untere Kante des Bleches als kleine Nut angedeutet. Da lässt sich farblich noch etwas machen. Auch ist auf dem Foto die Falle noch nicht eingebaut. Um das Blech richtig darzustellen, müsste auf der Türvorderseite auch noch eine Nut sitzen, die aber ohnehin meist mit Farbe zugekleistert ist. Mein Ziel war es, so viele Details wie möglich mit Hilfe des Lasers und des Schichtaufbaus abzubilden. Da ich etwa zwanzig von den Dingern brauche, gibt's halt auch irgendwo Abstriche ... ansonsten gibt es ja auch noch Photoshop Winke. Extra für Dich werde ich aber nochmal etwas an einer Tür nacharbeiten, vielleicht lässt sich das noch optimieren. Danke für den Hinweis!

Gruß
Volker
Peter_T1958 - 22.01.17 10:39
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker

In meinem modellbauerischen Denken gab es bisher eine klare "Material-Hirarchie", die etwa so aussah: Stahl - Messing - Holz - Plastik - usw.
Papier hatte hier keinen Platz; zu sehr verknüpfte ich dieses Material mit den Bastelerinnerungen meiner Kindheit.

Der Ansatz mit dem Sekundenkleber, welcher die Eigenschaften grundlegend verändert, lässt aufhorchen. Das Ergebnis wirkt darüber hinaus sehr überzeugend. Ja, das ist genau die Badezimmertür in meiner Altbauwohnung (Baujahr 1913), schon unzählige Male überstrichen, und sogar die Türbeschläge stimmen überein.

Eine banale Frage vielleicht noch: In welchem Format speicherst du deine Zeichnungen, um lasern zu lassen?

Peter


P.S. Danke für's Hochladen - Shapeways ist am Werkeln Winke
Hydrostat - 22.01.17 10:57
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
Eine banale Frage vielleicht noch: In welchem Format speicherst du deine Zeichnungen, um lasern zu lassen?


Ich erstelle die Zeichnungen in Illustrator 5, allerdings verarbeiten Trodat-Laser (an so einem kann ich arbeiten) nur CorelDraw-Dateien. Es wäre also besser, direkt in CorelDraw zu zeichnen. Ganz grundsätzlich ist zu sagen, dass alle Schneidelinien immer als reine Vollfarb-RGB-Haarlinie angelegt werden und man kurze (0,5-1 mm) Stege alle paar cm in einer anderen Farbe vorsehen muss, da kleine Teile sonst durch die Zublasung aufgewirbelt und zerschnitten werden oder gleich im Nirvana des Lasers verschwinden. Ich arbeite mit mehreren Farben für den Schnitt, um die Reihenfolge besser steuern zu können; so lasse ich erst die "Details" und Innenteile schneiden und anschließend die Außenkonturen; dann verrutscht da auch nichts. Das lässt sich auch in der Datei durch die Reihenfolge der Vektoren steuern, aber das ist Grafik für Fortgeschrittene und führt hier zu weit. Ich fertige meine Teile übrigens hier: http://laserwerkstatt.net/. Kann ich vorbehaltlos empfehlen. Viel Erfolg!

Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
P.S. Danke für's Hochladen - Shapeways ist am Werkeln Winke


Gern geschehen!

P.S.: Wenn Du Fragen dazu hast ... Du hast ja meine Kontaktdaten Winke .
Volker
fspg2 - 22.01.17 20:36
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin Volker,

wie auch Peter schon schrieb, hat auch bei mir Papier bislang noch keinen ernsthaften Platz gefunden.

Du hattest zwar schon mit den gelaserten Gullideckeln tolle Ergebnisse erzielt - jetzt aber mit den alten Türen, glaube ich doch, dass ich es mit Papier auch einmal ausprobieren sollte Winke

Einfach immer wieder toll, auf was für Ideen Du kommst Sehr glücklich
Trambahner - 23.01.17 15:30
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker

Genau so sehen die Türen in den Obergeschossen unseres Hauses noch immer aus.

mach Dir nicht zuviele Gedanken wegen dem Schlosskasten/Stulp im Türfalz.
Bei uns sind nach ca 100 Jahren und geschätzten 10+ Farbschichten nicht mal mehr die Befestigungsschrauben richtig sichbar...

Was mich jedoch brennend interessiert, Wie hast Du die Türbänder gemacht?
Diese Tragen wesentlich zum spitzenmässigen Gesamteindruck bei.
Regalbahner - 23.01.17 17:34
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

Trambahner hat folgendes geschrieben::
Genau so sehen die Türen in den Obergeschossen unseres Hauses noch immer aus


das kann ich in Bezug auf mein Haus auch bestätigen.
Und diese Türen lassen sich auch nicht so einfach auswechseln
weil die Raumhöhe nur 1,85 m beträgt und damit keine
handelsübliche Tür passen würde.
So habe ich sie halt schön restauriert
aber jede ist ein Unikat Winke

Deine Türen sind perfekt gelungen Ausruf

Viele Grüße
Christoph
mf-pur - 27.01.17 17:57
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

beim Anblick Deiner Türen ist mir gerade die Kinnlade runtergeklappt.
Schade, dass Du die nicht in Serie fertigst. Traurig
Einfach unglaublich!

Gruß
Michael
Hydrostat - 28.01.17 22:25
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
fspg2 hat folgendes geschrieben::
Moin Volker,

wie auch Peter schon schrieb, hat auch bei mir Papier bislang noch keinen ernsthaften Platz gefunden.

Du hattest zwar schon mit den gelaserten Gullideckeln tolle Ergebnisse erzielt - jetzt aber mit den alten Türen, glaube ich doch, dass ich es mit Papier auch einmal ausprobieren sollte


Da darf man bei Dir gespannt sein. Das Material muss halt immer für den entsprechenden Anwendungsfall und die vorhandenen Möglichkeiten passen. Hier wäre Polystyrol eine naheliegende Alternative gewesen, allerdings läst sich das nicht so gut/scharf lasern wie Papier.

Trambahner hat folgendes geschrieben::
Was mich jedoch brennend interessiert, Wie hast Du die Türbänder gemacht? Diese Tragen wesentlich zum spitzenmässigen Gesamteindruck bei.


Die Türbänder habe ich bei Shapeways in FXD drucken lassen. Sie haben eine zentrische und eine vertikale Bohrung mit jeweils 0,3 mm Durchmesser, die - mit kurzen 0,3mm-Drahtstücken versehen - als Scharnier und zur Positionierung im Türblatt und im Türrahmen dienen. Die Montage ist ein Albtraum.

Regalbahner hat folgendes geschrieben::
Hallo Volker,

Deine Türen sind perfekt gelungen


Danke!

mf-pur hat folgendes geschrieben::
Hallo Volker,

beim Anblick Deiner Türen ist mir gerade die Kinnlade runtergeklappt.
Schade, dass Du die nicht in Serie fertigst. Traurig
Einfach unglaublich!

Gruß
Michael


Wer sagt das? Lachend Wäre aber eher etwas für die Betuchteren ... wobei ... ist ja nur Papier Augenrollen

Viele Grüße
Volker
fspg2 - 14.02.17 21:46
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin Volker,

morgen gehen 17,4Kg zur Post Sehr glücklich - dann bist Du am Zuge Winke

56cm x 46cm x 36cm - 17,4Kg (fspg2)

Hydrostat - 04.03.17 10:33
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Vielen Dank, lieber Frithjof. Gut, dass Du mit Deiner Bemerkung einen Bogen zum Forenthema geschlagen hast, in Wirklichkeit bin ich ja nicht am Zug, sondern am Haus. Aber das merkt vielleicht keiner.

Vielleicht kannst Du ja etwas dazu sagen, wie es dazu kommen konnte, dass ich nach dem Auspacken des Paketes und - angesichts Deiner Vorleistung - kaum erwähnenswerten kleineren Zutaten meinerseits so etwas bei mir vorgefunden habe:



Ich hatte Frithjof gebeten, mir die vier Außenfassaden zu fräsen, aber den Fehler gemacht, ihm die CAD-Zeichnung des gesamten Gebäudemauerwerks zu schicken ... Nachdenklich . Neben den Fassadenteilen hatte ich also nun auch noch sämtliche Innenwände und -böden da liegen.





Als Kompromiss aus Stabilitäts- und Gewichtsgründen wird das Gebäude ein munterer Materialmix aus Forex, Polystyrol und ABS. Die meisten vorspringenden Fassadenteile sind aus diversen Profilen und Platten zusammengeklebt, die Umrandungen der drei Fenster im Obergeschoss der Vorderfront sind jedoch gedruckt.

Im Anbau des Gebäudes befand sich zur Garage hin wahrscheinlich ein vermauertes Fenster, das beim Blick durch das spätere Garagentor sichtbar ist. Frithjof hatte mir dazu ein Stück Klinkermauerwerk aus MDF gefräst sowie einzelne (echte) Ziegelsteine zum Mauern geschickt; ich habe mich für Letzteres entschieden, da sauberes Klinkermauerwerk eher im Norden der Republik anzutreffen ist und ich ein vielleicht vom Bauherrn in Eigenleistung nicht ganz fachmännisch vermauertes Fenster haben wollte.











Die Garage erhält eine Untersuchungsgrube mit seitlichen Radabweisern, die aus Polystyrolresten zusammengeklebt ist.




Ich hatte schon einen Fußabstreifer für die spätere Ladentür des Juweliers an der Vorderfront des Gebäudes vorbereitet; er ist aus Messingstreifen, Winkelprofilen und Draht zusammengelötet.





Probeweise aufgebrachte 40er-Jahre-Tapete auf einer Innenwand:





Und die rückwärtige Haustür des Gebäudes, die aus mit dem Cutter geschnittenen und geschliffenen Furnierstreifen (vmtl. Linde - Danke nochmal, Uwe, das ist aus dem Bogen geworden, den Du mir mal überlassen hattest!) zusammengeklebt ist, inklusive des Fensterkreuzes.








Mich würde interessieren, was Ihr von der Glasscheibe haltet. Mir ist das für eine Wohnungstürscheibe zu kratzig.


Schönen Gruß,
Volker
Peter_T1958 - 04.03.17 19:32
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker

Erst mal "Wahnsinn" was du dir da wieder an Arbeit auf deine Werkbank geholt hast. Wäre wohl mehr als genug für meinen dritten und vierten Lebensabschnitt zusammen! Und, hat denn Frithjof Kapazitäten zum Umfallen? Nicht zu fassen, was dieser Mann alles nebenbei noch zu leisten vermag!
Zur Glasscheibe: Verzeih mir, wenn ich (wie immer Grins) ehrlich bin. Sieht meiner Meinung eher aus, wie die Frontscheibe meines Autos gestern Morgen vor dem Freikratzen... Mag sein, dass die Lichtquelle im Hintergrund dazu beiträgt.
Peter_T1958 - 04.03.17 19:39
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Was ich noch vergass zu sagen:
Beim vermauerten Fenster liegst du m. E. richtig. Kein Vergleich zum gefrästen Teil!
Hydrostat - 04.03.17 20:38
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
Sieht meiner Meinung eher aus, wie die Frontscheibe meines Autos gestern Morgen vor dem Freikratzen...


Ich bin sowas von bei Dir, Peter. Aber der Hinweis war gut - wer weiß, wozu man den Effekt mal verwenden kann. Die Scheibe ist zwischenzeitlich getauscht und sieht jetzt so aus:



Schönen Gruß,
Volker
Peter_T1958 - 04.03.17 22:24
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
gut gut gut
Sind das nicht genau jene Gläser, die immer wieder mal als Wasseroberfläche von Modellgewässern herhalten müssen? Genau so eins habe ich in meiner Badezimmertür!
kartonbahner - 05.03.17 08:20
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin Volker,

zu Deiner 40er-Jahre-Tapete hast Du - wie immer - sicher recherchiert. Das von Dir verwendete Muster erscheint mir aber optisch zu "aufdringlich".

Anmerken möchte ich lediglich, dass in den 30er-Jahren das Tapeten-Design primär hell war und erst langsam mehr Struktur aufwies. Das hat sich - geschichtsbedingt - auch noch in den 40er-Jahren fortgesetzt, wobei die Farben (überwiegend Brauntöne) noch immer sehr dezent und die die Muster schlicht waren.

Sehr gebräuchlich waren zu der Zeit auch noch Wandanstriche mit Leimfarbe*, auf die ein Muster mittels einer Musterwalze aufgebracht wurde ... aber eben auch in eher blassen Farben.

IMHO hängt Deine Innenraumgestaltung zudem auch noch vom Geldbeutel der imaginären Bewohner ab Winke

* Ein Albtraum bei der Renovierung mit Binderfarbe (jetzt: Dispersionsfarbe)

Vielleicht weiß ja ein (alter) Malermeister unter uns mehr ... oder es gibt ggf. noch Fotos aus dieser Zeit (aber wohl leider primär SW)
Hydrostat - 05.03.17 12:13
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
Sind das nicht genau jene Gläser, die immer wieder mal als Wasseroberfläche von Modellgewässern herhalten müssen?

Ich habe im örtlichen Bastelladen eine selbsthaftende Folie für Fensterglas oder Duschkabinen gefunden, die als matt verkauft wird, in Wirklichkeit aber diese schöne Struktur aufweist. Wirdd leider nur als Meterware verkauft. Blöd, wenn man 25x25 nm braucht. Falls also jemand etwas abhaben möchte ...

kartonbahner hat folgendes geschrieben::
Moin Volker,
zu Deiner 40er-Jahre-Tapete hast Du - wie immer - sicher recherchiert. Das von Dir verwendete Muster erscheint mir aber optisch zu "aufdringlich".

Anmerken möchte ich lediglich, dass in den 30er-Jahren das Tapeten-Design primär hell war und erst langsam mehr Struktur aufwies. Das hat sich - geschichtsbedingt - auch noch in den 40er-Jahren fortgesetzt, wobei die Farben (überwiegend Brauntöne) noch immer sehr dezent und die die Muster schlicht waren.

Sehr gebräuchlich waren zu der Zeit auch noch Wandanstriche mit Leimfarbe*, auf die ein Muster mittels einer Musterwalze aufgebracht wurde ... aber eben auch in eher blassen Farben.

IMHO hängt Deine Innenraumgestaltung zudem auch noch vom Geldbeutel der imaginären Bewohner ab Winke

* Ein Albtraum bei der Renovierung mit Binderfarbe (jetzt: Dispersionsfarbe)

Vielleicht weiß ja ein (alter) Malermeister unter uns mehr ... oder es gibt ggf. noch Fotos aus dieser Zeit (aber wohl leider primär SW)

Das Problem hast Du selbst schon angedeutet: Farbaufnahmen sind meist jüngeren Datums und zeigen dann zwangsläufig bereits verblichene oder vergilbte Tapeten. Ich bin mir da nicht so sicher, ob das unsere Vorstellung von der Farbgebung der 30er/40er Jahre beeinflusst. Es wäre schon toll, wenn es hier jemanden gäbe, der dazu fundiert etwas sagen könnte und bestenfalls Bildmaterial oder eine Quelle beisteuern könnte.

Schönen Gruß
Volker
rottenlok - 05.03.17 13:44
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

Ich hab den Tipp, im deutschen tapetenmuseum kassel zu schauen, die Sammlung hat wohl über 20000 Stücke.......

Gruß Thilo

http://museum-kassel.de/de/museen-schloesser-parks/deutsches-tapetenmuseum
Peter_T1958 - 05.03.17 14:31
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
rottenlok hat folgendes geschrieben::

Ich hab den Tipp, im deutschen tapetenmuseum kassel zu schauen, die Sammlung hat wohl über 20000 Stücke.......


Interessanter Link, danke! Ich habe ihn mir für ev. spätere Projekte abgespeichert.

Beim Herümstöbern im Internet lassen sich sehr schnell Tapetenmuster aus den 50ern/60ern finden. Hier fällt mir jedoch auf, dass zumeist der in der damaligen Zeit aktuellste Wohntrend aufgezeigt wird.
Die Wohnung des Durchschnittsbürgers war aber und ist heute noch selten auf dem aktuellsten Stand der Wohntrends.
So mag ich mich sehr wohl erinnern, dass bei mir zu Hause zwar auch ein mit Mosaiksteinchen belegter Nierentisch das Wohnzimmer zierte; die hölzerne Wandtäfelung aber schlicht (senfgelb!!!) übermalt worden war. Gleichermassen verfuhren meine Eltern mit den, wie sie fanden, altmodischen Tapeten - sie wurden farblich dem Zeittrend angepasst.
Daneben war aber (und vor allem) noch älteres Mobiliar vorhanden, weil man schlicht kaum Geld hatte, dies zu modernisieren.
Ich würde also eher noch in alten Familienalben stöbern. Diese zeigen die Realität aus einer anderen Sicht.
Hydrostat - 05.03.17 18:19
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Thilo,

vielen Dank für den Link! mal schauen, ob ich dort weiterkomme.

Peter,

ich teile Deine Einschätzung zur Tapete. Dargestellter Zeitraum bei mir ist Mitte bis Ende der 50er Jahre; da gab's sicher noch viel zu sehen, das 20 und auch 30 Jahre zuvor geklebt wurde.


Auf der Türrückseite wurden noch ein Rahmen und das Fensterkreuz ergänzt; die Tür wirkte sonst flacher, als sie ist, wie Hauk bei finescalerr.com ganz richtig bemerkte:





Der Rahmen ist nicht schief; ich hatte die Tür nur zum Fotografieren mit Klebeband eingesetzt und nicht bemerkt, dass sie unten abstand.








Schönen Gruß
Volker
Kellerbahner - 05.03.17 18:42
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

ein beeindruckender Gebäudebau Ausruf Das bleibt spannend und interessant.

Auch sehr gute Einblicke in das Innenleben des Gebäudes, z. B. die Wände und Aufteilung. Und natürlich die von Dir gewohnt originalgetreuen Details - bis hin zu den Tapeten. Wer weiß wann sie als "Retro" wieder aktuell werden ... Winke Winke


Gruß vom

Kellerbahner
thomasrink - 05.03.17 20:04
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker !
Habe bisher immer nur still mitgestaunt... Ohne Dir zu nahe treten zu wollen... Sowas "Beklopptes" (im besten Sinne) habe ich vorher noch nicht gesehen...

Gruß, Thomas
fspg2 - 05.03.17 21:31
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

die Tür hat durch die neue Folie total gewonnen! Gefällt mir Sehr glücklich

Zitat:
Vielleicht kannst Du ja etwas dazu sagen, wie es dazu kommen konnte, dass ich nach dem Auspacken des Paketes und - angesichts Deiner Vorleistung - kaum erwähnenswerten kleineren Zutaten meinerseits so etwas bei mir vorgefunden habe:

Zitat:
Ich hatte Frithjof gebeten, mir die vier Außenfassaden zu fräsen, aber den Fehler gemacht, ihm die CAD-Zeichnung des gesamten Gebäudemauerwerks zu schicken ... Nachdenklich . Neben den Fassadenteilen hatte ich also nun auch noch sämtliche Innenwände und -böden da liegen.


Tja Volker, es könnte doch sein, dass es mir so viel Spaß machte, Deine CAD-Daten in Fräsdaten umzuwandeln, dass ich gar nicht aufhören konnte, bis alle fertig waren... und da sie nun einmal auf dem Rechner waren, konnten sie doch auch gefräst werden Winke


Wilhelmstrasse_01 (fspg2)


Alle Frästeile mussten nach dem Fräsen an den Kanten gesäubert werden... das konnte ich ganz gut in meinem neuen Staubraum erledigen, so hattest Du den Dreck nicht in Deiner Wohnung Lachend


Wilhelmstrasse_16 (fspg2)


So wuchs peu a peu das Haus. Auf den folgenden Bildern sind die Forex-Platten lose mit Tesakrepp zusammengeklebt.


Wilhelmstrasse_02 (fspg2)



Wilhelmstrasse_03 (fspg2)



Wilhelmstrasse_04 (fspg2)


Auf meiner kleinen Böhler-Kreissäge wurden die Seitenkanten auf Gehrung gesägt. Wobei die Winkel zwischen 12° bis 45° variierten.


Wilhelmstrasse_05 (fspg2)



Wilhelmstrasse_06 (fspg2)


Die Boden- und Decken-Platten musste ich aufgrund ihrer Größe aus zwei Teilen zusammensetzen - meine Fräse ist einfach zu klein ... oder das Haus zu groß.


Wilhelmstrasse_07 (fspg2)



Wilhelmstrasse_08 (fspg2)



Wilhelmstrasse_09 (fspg2)



Die 2mm tiefen Nuten in den Deckenplatten dienen der Aufnahme der Zimmerwände. Diese sind untereinander ebenfalls vernutet. Das erleichtert die rechtwinkelige Montage und gibt gleichzeitig Stabilität.


Wilhelmstrasse_10 (fspg2)

(die erste Etage)

Wilhelmstrasse_11 (fspg2)

(die erste Etage)


Wilhelmstrasse_13 (fspg2)



In der Frontseite wurden ein paar kleine Vertiefungen eingefräst. Darin konnten die Polystyrol-Verzierungsplatten genau positioniert werden.


Wilhelmstrasse_12 (fspg2)



Das Dachgeschoss erhielt ebenso auf Gehrung gesägte Wände.


Wilhelmstrasse_14 (fspg2)



Der Anbau von Innen:

Wilhelmstrasse_17 (fspg2)



Das Erdgeschoss erhielt 15mm dicke Wandverstärkungen:

Wilhelmstrasse_20 (fspg2)




...ach ja, hier noch ein paar Teile, die ich nicht zu Volker geschickt habe:

Forex_Reste (fspg2)

fspg2 - 04.05.17 21:06
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin,

bei meinem Besuch bei Volker konnte ich sehen, wie weit er mit dem Haus Lohmann vorangekommen ist.


Wilhelmstrasse_21 (fspg2)


Die gefrästen Teile sind schon weitestgehend zusammengeklebt.

Wilhelmstrasse_22 (fspg2)


Die einzelnen Stockwerke werden später herausnehmbar sein.

Wilhelmstrasse_23 (fspg2)


Die Kellerfenster haben verkittete Scheiben ...

Wilhelmstrasse_24 (fspg2)



Auf etlichen Wänden hatte Volker schon erste Farbversuche unternommen, um später einen überzeugenden Putz zu imitieren.

Wilhelmstrasse_25 (fspg2)

Blick von außen nach innen


Sogar innen haben die Kellerwände eine schöne Putzoberfläche erhalten ... sozusagen "Übungswände" - später wird man nicht viel davon sehen können.

Wilhelmstrasse_26 (fspg2)

Blick von innen nach außen


Durch dieses Fenster wird man später Volkers neue Kellertreppe "sehen" oder besser erahnen können Winke

Wilhelmstrasse_27 (fspg2)


Hier entstehen seine kleinen Kunstwerke....

Wilhelmstrasse_28 (fspg2)

Peter_T1958 - 04.05.17 22:31
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker

Schön dich mal wieder zu sehen Winke Ich musst zunächst einmal schmunzeln, als ich deinen Arbeitstisch sah. Sieht doch recht ähnlich aus, wie mein eigener ...

... nur dein Werkzeugkasten (Plastikdose) ist etwas grösser als meiner!Geschockt Das tut gut, denn du zeigst damit auf, dass sich auch ohne große Werkstatteinrichtung hervorragende Ergebnisse erzielen lassen!

Was dein aktuelles Projekt anbelangt, bin ich sehr gespannt, wie und in welchem Zeitrahmen sich diese Arbeit entwickelt. Darf man fragen, mit welchem Werkzeug du die Putzstruktur rund ums Kellerfenster aufgebracht hast? Oder ist's abgeschliffen. Genau kann ich's nicht ausmachen. Ich dachte mir, vielleicht könnte etwas für meine Wasseroberfläche (!) abkupfern ...

Ich hätte wohl zu großen Respekt vor Herausforderungen wie du und Frithjof derzeit in Arbeit habt. Toll anzuschauen ist's auf jeden Fall und ich freue mich auf jedes neue Update!
kartonbahner - 05.05.17 08:40
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
... als ich deinen Arbeitstisch sah. Sieht doch recht ähnlich aus, wie mein eigener ...

... bis auf die Röstzwiebeln ... Winke
Hydrostat - 08.05.17 10:14
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
Was dein aktuelles Projekt anbelangt, bin ich sehr gespannt, wie und in welchem Zeitrahmen sich diese Arbeit entwickelt.

Ich auch!
Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::
Darf man fragen, mit welchem Werkzeug du die Putzstruktur rund ums Kellerfenster aufgebracht hast? Oder ist's abgeschliffen. Genau kann ich's nicht ausmachen. Ich dachte mir, vielleicht könnte etwas für meine Wasseroberfläche (!) abkupfern ...

Die Wände sind aus Forex. Die gefrästen Fensteröffnungen habe ich mit einer 280er Sandpapierfeile nachgearbeitet. Die Putzstruktur ergibt sich dann beim Bemalen durch die in der Schaumstruktur des Forex hängenden Partikel. Das lässt sich wahrscheinlich auch auf den glatten Flächen umsetzen, indem man den Schleifstaub der Farbe zusetzt, aber so weit bin ich noch nicht. Die Laibungen sind mattschwarz gestrichen; Die staubige Oberfläche ergibt sich von selbst durch das Schleifen der Umgebung.



Die Kellerfenster sind aus mehreren unterschiedlich dicken Lagen Furnier und Karton auf einer ausgedruckten Zeichnung entstanden. Tränkt man das Furnier mit Sekundenkleber, lässt es sich nahezu fusselfrei schleifen und bearbeiten. Man könnte wahrscheinlich wie bei den Innentüren ausschließlich Karton verwenden, den außenliegenden der Witterung ausgesetzten Fentserrahmen tut die leichte Holzstruktur aber gut.



Die Kellertreppe ist fertig und hat ihren Platz eingenommen. Später kommt noch ein Geländer und etwas Farbgebung hinzu.





Das ist alles, was man später davon (evtl.) sehen wird.





Deswegen habe ich mir auch bei der Detaillierung der in Fortsetzung der Treppe folgenden Tür nicht zu viel Mühe gegeben.





Schönen Gruß
Volker
Frédéric - 08.05.17 12:01
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

Du hast Dir also nicht zu viel Mühe gegeben.... Scherzkeks! Sehr glücklich

Wunderschöne Detailarbeiten und die Bilder gefallen sehr gut. Bitte weiter so berichten!

Beste Grüße,

Frédéric
Trambahner - 08.05.17 14:38
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker

"Habe mir nicht so viel Mühe gegeben"?

Für mich ist schon das High-End.

Die ganze Planung, Ausführung ist spitzenmässig.
Ein gelungener Mix zwischen Hightech-Methoden und Küchentisch.
Helmut Schmidt - 08.05.17 15:08
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

wie du mir am Telefon bestätigt hast, ist das ja eigentlich nur eine Übungstreppe.

Auf jeden Fall ist die Übung und alles weitere sehr gut gelungen.

Jetzt könnte es mir gefallen, wenn die Treppe zur Übung noch etwas ausgetreten daher kommen würde, dann könnte ich in Gedanken sogar das knarren beim Begehen hören.
Hydrostat - 08.05.17 16:59
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Das ist kein High End und ich habe auch nicht gescherzt. Problemlos hätten sich noch Nägel der Verbretterung oder der Riegel und Verschraubungen am Schloss andeuten lassen. Ts, ts, und das von einem, der mal eben so eine schweizerische Stil-Ikone aus dem Hut zaubert!

Das mit der Übungstreppe stimmt so nicht so ganz, außerdem wollen wir den "running gags" ja keine Bärte wachsen lassen Winke . Ich hatte ursprünglich nicht vor, den Keller auszugestalten, da die Treppe ansonsten weder vom EG aus noch sonstwie sichtbar sein wird. Ich wollte aber schon herausfinden, ob ich eine Treppe für die oberen Stockwerke hinbekomme. Und dafür hat sich die (ebenfalls nicht durchdetaillierte) Kellertreppe gut geeignet.

Schönen Gruß
Volker
fspg2 - 08.05.17 18:24
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hi Volker,

auch wenn Du inzwischen das "Übungsstadium" verlassen hast, solltest Du Dein Licht nicht unter den Scheffel stellen Winke

Falls Du noch ein paar Schlösser nachbilden möchtest, habe ich hier zwei Türschlösser um 1870 herum. Sie sehen nicht so ganz verrostet aus, da sie sich an Wohnzimmertüren befinden.


Altes_Tuerschloss_01 (fspg2)



Altes_Tuerschloss_02 (fspg2)



Altes_Tuerschloss_03 (fspg2)

Hydrostat - 14.06.17 20:34
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

hatte ich schon erwähnt, dass das Haus neben einigen Innentüren auch einige Fenster hatte? Hier sind die ersten.



Toilettenfenster außen ...



... und innen.



Der Boden ist mit viktorianischem Fliesenmuster ausgelegt.



Und das Garagenfenster, das aus der zugemauerten Fensteröffnung im Garageninneren in die neue Außernwand gewandert ist; da läuft noch die Optimierungsphase:



Hat hier jemand Erfahrungen mit dem Laserschneiden von Dünnglas (0,5mm), die er mit mir teilen mag, oder sogar Zugriff auf einen Laser, mit dem das möglich ist?

Konkret interessiert mich, ob das Schneiden mit einem CO2-Laser möglich ist. Laut meiner Quellen nein, aber wer weiß ...

Schönen Gruß
Volker
Helmut Schmidt - 14.06.17 21:57
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

hier ein Bericht vom Fraunhofer Institut zum Schneiden von Dünnglas dazu: http://www.ilt.fraunhofer.de/content/dam/ilt/de/documents/Jahresberichte/jb12/JB12_S64.pdf
Mattiacus - 15.06.17 09:15
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

soweit ich weiß, ist Laserschneiden (siehe Vorteile) von Dünnglas möglich, wenn man die richtige Spezifikation auswählt; jedenfalls ist das auf der HP des Herstellers vermerkt.
Allerdings würde ich die Stärke von 0,21mm wählen, was der Vorbildstärke sehr nahe kommt, unter Berücksichtigung der dargestellten «Epoche». Oder Du wählst dieses Produkt, wenn's noch dünner sein soll; ist aber nicht laserbar.

Bei meinen Modellbauten verwende ich zum „Verglasen” nach wie vor 0,25 mm Polycarbonat, das sich problemlos lasern lässt und in der Wirkung «echtem Glas» sehr nahe kommt (und wahrscheinlich auch erheblich preiswerter ist). Ausserdem ist das Material beidseitig mit einer Schutzfolie beschichtet (wie VIVAK®), aber ich glaube, da erzähle ich Dir nichts Neues.

Sicherlich zeigt Du uns bald schon Ergebnisse.
GNEUJR - 15.06.17 11:45
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin,

meine Erfahrungen zu dem Thema: Man kann Glas mit einem CO2 Laser schneiden, aber man braucht a) eine Röhre mit viel Power, und b) muß man unmittelbar hinter dem Schnittpunkt Wasser aufblasen, damit die Rißfront durch das Glas läuft. -Sonst graviert ein CO2 Laser nur.
Zumindest bei meinem Laser ist eine sinnvolle Nachrüstung zum Zublasen von Wasser nicht möglich.
Polycarbonat kann man eigentlich nicht wirlklich schön schneiden: Die Schnittkanten sehen -verglichen mit Acryl- grauenvoll aus. (Bei so dünnem Material wird das aber kein Rollo spielen.) Ich würde für Fensterscheiben immer Acryl nehmen: Das gibt es in 0,5mm Dicke und es läßt sich wundervoll mit dem Laser schneiden, die Kanten sind wie poliert. Außerdem bricht Acryl zwar viel leichter als PC, aber es ist viel weniger kratzanfällig. (Nach meiner Erfahrung sehen Fenster aus PC zum Würgen aus, wenn man einmal mit einem dreckigen Finger drüber gewischt hat..)

Vüle Grieße aus Hamburg

Gerd
Mattiacus - 15.06.17 13:49
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Gerd,

also mein Lasermensch kann PC astrein schneiden, was wohl an der großen Erfahrung und den richtigen Maschinen liegt, und werde auch weiterhin 0,25er PC verwenden! Mein „Scheibchen” sehen vorzüglich aus, haben keine Kratzer und glasklare Kanten. Es kommt halt stets darauf an durch welche Brille gesehen man Dinge bewertet und ein Würgen auslöst.

Brechreiz kriege ich höchstens bei Fischgeruch oder dümmlichen Kommentaren.
der Verrückte - 15.06.17 20:07
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin,
das Zeuch sollte durchaus als Glas-Ersatz gelten. Schliesslich wird es für Autoscheinwerfer verwandt, die Strassendreck und Steinschläge und was da sonst noch auf der Strasse rumfliegt und so weiter...
Mal querdenken!
Gruss, Ole
Peter_T1958 - 15.06.17 22:00
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Also dein Toilettenfenster sieht ja sowas von hammermässig realistisch aus. Da gibt's gewiss nichts mehr zu "optimieren".

Übrigens: Alle Achtung, dass du bei dieser Hitze noch an deinem Projekt arbeiten magst; bei mir läuft gerade nichts mehr ausser ...Ertrinkend

Beste Grüsse,
Peter
Hydrostat - 29.07.17 11:02
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
GNEUJR hat folgendes geschrieben::
Ich würde für Fensterscheiben immer Acryl nehmen: Das gibt es in 0,5mm Dicke und es läßt sich wundervoll mit dem Laser schneiden, die Kanten sind wie poliert. Außerdem bricht Acryl zwar viel leichter als PC, aber es ist viel weniger kratzanfällig.


Hallo Gerd,

hast Du vielleicht eine Bezugsquelle für das Material? Ich habe es z.B. hier gefunden, da sind die angebotenen Maße allerdings etwas, wie soll ich sagen, individuell? Der örtliche Kunststoffhändler kann/möchte es nicht beschaffen. Vielen Dank vorab schonmal!

Schönen Gruß
Volker
Helmut Schmidt - 29.07.17 12:44
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

schau mal bitte hier: https://www.architekturbedarf.de/kunststoffe/acrylglas-gs-praezision-farblos/1
Henry (Henner) - 29.07.17 16:36
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Helmut Schmidt hat folgendes geschrieben::
Hallo Volker,

schau mal bitte hier: https://www.architekturbedarf.de/kunststoffe/acrylglas-gs-praezision-farblos/1

Verflixt, ich suche das (duenne) Zeug bisher in den USA vergeblich und hier ist es ca. 2km von der Wohnung meines Sohnes zu bekommen. Danke fuer den Tip. @Volker: Entschuldige bitte den OT Beitrag. Aber ich war so begeistert, endlich Quellen fuer meine Materialien zu finden...
Hydrostat - 18.09.17 21:12
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

leider fand ich keine bezahlbare Lösung für das Dünnglasschneiden. Deswegen sind es jetzt Acrylglasscheiben geworden. Aber seht selbst.














Schönen Gruß,
Volker
fspg2 - 18.09.17 23:14
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hi Volker,

sieht verdammt echt aus😀
Woraus bestehen die Feststeller am oberen Ende der Fenster? Gelasert?
Helmut Schmidt - 18.09.17 23:42
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

einfach Wahnsinn. Respekt
fido - 20.09.17 14:10
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hi Volker,

Deine Fenster sind absolut großartig. Am Besten gefallen mir die filigranen Beschläge.

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Info zum Forum:

Der Thread wurde aus Versehen gelöscht. Ich habe ihn mit den Stand von der Nacht vom 18. auf den 19.09. wieder hergestellt.
Falls Beiträge fehlen sollten, die nach diesem Zeitraum geschrieben wurde, tut es mir leid.
volkerS - 20.09.17 19:29
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Sinngemäß ist folgender Beitrag ein Opfer von Fido:
Hallo Volker,
wenn jetzt noch die Innenfensterbänke montiert und die Wände tapeziert sind, dann kann ja der Umzugswagen mit den Möbeln vorfahren.
Einfach nur Wahnsinn, was du da baust.
Volker
Hydrostat - 20.09.17 21:16
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Erstmal vielen Dank an Fido, dass Du den Faden wiederherstellen konntest!

Und Dank an Volker, denn Deinen Beitrag hatte ich nicht mehr im Cache, wohl aber meinen letzten und Uwes Beitrag. Voilà:

fspg2 hat folgendes geschrieben::
Hi Volker,

sieht verdammt echt aus😀
Woraus bestehen die Feststeller am oberen Ende der Fenster? Gelasert?


Die sind aus 0,3 mm Stahldraht gebogen und mit einem Messingschnipsel verlötet, der sich dann durchbohren ließ, um das Fenster beweglich zu bekommen. Als Scharnier am Rahmen dient ein abgewinkelter 0,4 mm Messingniet, ebenso als Führungsstift am Fenster (hier nicht abgewinkelt).



Schönen Gruß
Volker

Hallo Volker,

Deine Beiträge ziehen weite Kreise.

Heute war ich in Amsterdam und da wurde ich auf Deine Fenster angesprochen, ob ich die schon gesehen habe. Da mir in Amsterdam schon öfters das Auto aufgebrochen wurde hatte ich darauf verzichtet, den Notebook mit zu nehmen (ja, mein erster rechnerloser Tag dieses Jahr) und bin deshalb flugs nach Hause gefahren. Es hat sich gelohnt!

Eine Frage habe ich zu "Die sind aus 0,3 mm Stahldraht gebogen und mit einem Messingschnipsel verlötet" :
Hast Du den Stahldraht geglüht, damit er sich biegen lässt, oder geht das auch so? Habe hier einige verschiedene Durchmesser Federstahl, ist das das gleiche Material mit anderer Bezeichnung, oder komplett verschieden von Deinem Draht?

Mir hat ein Vögelein gezwitschert, dass Du die Fensterrahmen aus gelasertem Papier (in Schichten) hergestellt hast. Wie viele Schichten hast Du denn daran gearbeitet? Oder anders herum gefragt, wie lang (oder dick) ist den so eine Schicht?

Begeisterte Grüße,

Uwe P
.

Ich will's mal so sagen; mit einem Bild:





Das sind alle Teile, aus denen die Rahmen eines Fensters hergestellt werden. Der Außenrahmen besteht aus zwei Schichten mit 2 und 1 mm Stärke sowie einem vorgeblendeten, entsprechend zugeschliffenen Holzstück als unterer Abschlussleiste:





Das Haus bekommt etwas über zwanzig derartige Fenster.

Die Fensterrahmen sind aus zwei 1 mm und einer 0,5 mm starken Schicht aufgebaut. zusammen mit der 0,5mm-"Glas"scheibe ergibt das dann das Referenzmaß zum Außenrahmen.





Hinzu kommen noch diverse Kleinteile. Die Garnituren sind gedruckt. In die Nuten passen 0,5mm-Stahldrähte, die die Stellstangen nachbilden.








Hier sind nochmal die Endführungen der Stellstangen zu sehen sowie die Scharniere. Die sind alle hohl und mit einer mittigen Sollbruchstelle versehen, weil sie so funktionsfähig zu machen sind. Das spare ich mir allerdings an allen Fenstern bis auf einem.





Die Ösen und Oberlichtführungen sind aus dünnem Karton gelasert.




Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 20.09.17 22:46
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Uwe, ich habe Deine Frage nach dem Draht nicht beantwortet: Der lässt sich ohne Ausglühen biegen. Ich winkle ihn erst rechtwinklig ab und drücke die Enden dann mit einer Zange zusammen, bis ich parallele Drahtstücke habe. Den Draht kaufe ich hier im Bastelbedarf als Federstahldraht - keine Ahnung, was das genau ist.

Schönen Gruß
Volker
Marcel - 20.09.17 23:59
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker

Deine Fenster sehen hervorragend aus! Die Idee mit dem mehrschichtigen Aufbau gefällt mir sehr gut.

Besten Dank, dass du die Herstellung in den einzelnen Bauschritten zeigst! Diese geben gleich wieder Inspiration für die eigenen Projekte Winke.

Gruss Marcel

PS: Nachdem ich gestern Abend Schuld war, dass der Thread abgestürzt ist, freut es mich sehr, dass ich heute alles heil geblieben ist Verlegen Augenrollen ...
Regelspurliebhaber - 28.09.17 21:25
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Klasse Arbeit.

Und hier die richtigen Mittel fürs altern.

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1813561282269400&id=1471378879820977



Uwe
Hydrostat - 17.11.17 10:57
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

weiter geht's mit einem Schaufenster; die große Scheibe wird erst eingesetzt, wenn die groben Arbeiten im EG und an der Fassade abgeschlossen sind. Die Scheibe des Rollladenkastens ist rückseitig schwarz lackiert. Offensichtlich wurde dieses Fenster abweichend von den beiden anderen Fenstern nachträglich verändert und mit einem Rollladen versehen. Da ich schon immer mal etwas zur Schaufensterästhetik der 50er Jahre machen wollte, ist das eine gute Gelegenheit, mit blankem Messing zu arbeiten.








In wenigen Jahren kommt vielleicht auch mal wieder die Eisenbahn mit auf's Bild; ist aber nicht so wichtig Winke .

Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 16.01.18 22:52
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

beim Eingangsbereich gab es ein paar Fortschritte.



Vor ein paar Jahren gab Torsten (nochmal herzlichen Dank!) mir ein kleines, aber feines Häufchen Ziffernblattleuchten aus Armbanduhren. Jetzt habe ich mal eine Einsatzmöglichkeit gefunden. Ich glaube bis heute, dass keine LED den subjektiven Lichteindruck einer Glühbirne erzeugen kann. Die Experten werden mich sicher eines Besseren belehren.



Die Birnchen sind auf Platinen und diese wiederum auf selbstklebende Kupferfolie gelötet, da im Schaukasten nicht viel Platz ist.





Diese sternförmige Lichtabstrahlung scheint mir mit LEDs doch eher schwierig umzusetzen.





Schönen Gruß
Volker
holgig - 17.01.18 17:03
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

letztes Jahr in Schkeuditz habe ich dein Modell in Augenschein nehmen dürfen und war überwältigt wegen der Details.
Aber mit dem Schaufenster und den Türen nebst Vitrinen legst du noch eine Schippe drauf.
Beim letzten Bild verspüre ich den regelrechten Drang, durch den Eingangsbereich gehen zu müssen, um hinter einer der weiteren Türen zu verschwinden.

-----

Zwar gibt es auch Micro LEDs (1,0 x 0,5 x 0,2 mm) in warmweiß, die dann strahlenförmiges Licht erzeugen, aber ich habe noch keine warmweiße LED gefunden (ob groß oder klein, Kohlenfadennachbildung oder anderes), deren Licht mir wie das einer alten Glühlampe gefällt.

Viele Grüße

Holger
Marcel - 20.01.18 11:27
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Volker, besten Dank dafür, dass du uns immer wieder so minutiös und detailliert an deinen Modellbauergebnissen teilhaben lässt Winke !

Es ist für mich immer wieder ein Genuss, die Baufortschritte und die Bilder zu betrachten!
Kellerbahner - 20.01.18 22:14
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

nicht nur Holger ist
Zitat:
überwältigt wegen der Details

aber mit Deinem zuletzt gezeigten Bild hast Du ihn und uns alle reingelegt Intrigant Scherzkeks Nana .


Gib zu, Du bist abends so lange in Plettenberg über die Oesterbrücke gegangen und hast so lange gesucht, bis Du diesen Eingang gefunden hast und ihn dann fotografiert lupe augen auf Cool .


Und jetzt gibst Du das Foto vom Original hier als ´Modell´ aus - ... Verdrehter Teufel Schäme Dich supercool


Entrüstete Winke Winke Winke Grüße vom

Kellerbahner
fspg2 - 21.01.18 19:06
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

an Deinen Beiträgen schätze ich immer wieder die Inspiration durch Deine pfiffigen Ideen zur Umsetzung. Hierbei lerne ich viele kleine Sachen - 1001 Male besser als 1000 Worte um oftmals nichts Winke
Hydrostat - 06.02.18 22:33
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Der erste Raum hat seinen Dielenboden erhalten.








Und einen Ferrari.





So lange sich niemand beschwert Grins

Schönen Gruß,
Volker
volkerS - 06.02.18 23:06
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,
der Hausbesitzer muss ein absoluter Autonarr sein.
Einen Ferrari in seine Einzelteile zu zerlegen um ihn dann in einem frisch renovierten Raum wieder zusammenzusetzen, das hat was.
Allerdings sollte er noch ein Öltropfblech unter den Motor legen. Es wäre Schade um die Dielen, wenn Motor oder Getriebe tropfen.
Volker
Edit: Wann kommen der Elektroinstallateur und Heizungsbauer? Keine Steckdosen, Lichtschalter und Heizkörper. Wenn die Arbeiten den Ferrari aber zudecken.
Hydrostat - 07.02.18 19:16
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Ein wenig Strom liegt doch schon Sehr glücklich .




Und für den lieben Jürgen, der mir eine nette Mail mit guten Anregungen geschickt hat, eine Aufnahme der Bodenabnutzung im Verkaufsraum ...





... von dem aus es weiter in das nächste Zimmer geht, das ganz offensichtlich keinen repräsentativen Zwecken dient. Vielleicht wird das eine kleine Werkstatt. Mal schauen.








Jürgen warf auch die Frage nach der Heizung auf. Die Pläne geben da nicht viel her. Der Grundriss des Kellergeschosses lässt mich vermuten, dass es eine zentrale (Kohlen-)heizung gab und ggfls. zusätzliche Öfen im rechten Gebäudeteil - keine Ahnung, ob es diese Mischform gab. Modellbauerisch ist beides (Heizkörper und Einzelöfen) spannend. Hat jemand dazu eine Idee? So rein gefühlsmäßig mag ich mir in den Ladenräumen keine Öfen vorstellen, aber da musste es ja auch irgendwie warm werden.







Schönen Gruß,
Volker
volkerS - 08.02.18 13:12
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,
vermutlich wurde mit Brikett-Öfen in den einzelnen Räumen geheizt.
An der Wand zwischen den beiden Zimmern ist ja ein Kamin
und in der Küche stand ein kohle gefeuerter Herd /Heizung und im Raum daneben (Laden) bestimmt auch ein Brikett-Ofen.
Später hat man diese Öfen durch Öl-Öfen ersetzt.
Der Kaminschacht im Keller ist ja für das Rauskehren des Rußes.
Gruß
Volker
S 49 - 08.02.18 16:12
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,
über die ursprüngliche Heizungsform insbesondere für das Ladengeschäft kann man nur spekulieren. Die zwei Schornsteine lassen aber den Schluss zu, dass in EG und OG Einzelöfen standen. Das ehemals recht kleine Ladengeschäft (4,5 x 4,35) könnte von der Küche aus mitgeheizt worden sein.
Du willst ja den Zustand in den 50er Jahren zeigen. Da ist im Hof der Anbau dazugekommen, der jedenfalls auf Deiner CAD-Zeichnung (S.10) keinen eigenen Schornstein bekommen hat. Das könnte ein Hinweis sein, dass bei der Anbaugelegenheit auch eine ZH (z.B. Koks) für das ganze Haus eingebaut wurde.
Eine Frage zu den Grundrissen: Bedeuten die durchkreuzten Mauern im EG, dass da auch umgebaut wurde? Zur gleichen Zeit wie der Anbau? Das „untere“ Fenster in der rechten Außenwand wurde ja offensichtlich auch nachträglich auf Schaufenstergröße erweitert und der ursprünglich mit „Zimmer“ bezeichnete Raum dem Ladengeschäft zugeschlagen.

Gruß
Jürgen
Spureinser - 08.02.18 17:16
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker ,

wie Volker schreibt , kenne ich das noch das im Geschäft ein Ölofen stand und auch der Werkstatt des Schuhmacher stand ein Ofen . Im Keller des Schuhgeschäftes war auch ein Holzofen , wo mein Freund und ich die Pappe der nicht mitgenommen Schuhkarton verbrannt haben .
Bei meinem Opa im Edeka Laden war kein Ofen , weil die Kühltruhen und die Kühlung der Käsetheke genug warme Luft produzierten , aber angrenzten Lager war ein Ölofen . Ladengrösse ca. 35 - 40 qm .

Gruß Thomas

P.S. Die zwei Mäuselöcher auf dem ersten Bild des Ausstellungraumes sind gewollt ?
Hydrostat - 08.02.18 19:14
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Überlegungen!


volkerS hat folgendes geschrieben::
Hallo Volker,
vermutlich wurde mit Brikett-Öfen in den einzelnen Räumen geheizt.
An der Wand zwischen den beiden Zimmern ist ja ein Kamin
und in der Küche stand ein kohle gefeuerter Herd /Heizung und im Raum daneben (Laden) bestimmt auch ein Brikett-Ofen.
Später hat man diese Öfen durch Öl-Öfen ersetzt.
Der Kaminschacht im Keller ist ja für das Rauskehren des Rußes.
Gruß
Volker


So sehe ich das auch, allerdings zeigt der Plan den Zustand eines Umbaus von 1909, bei dem das Gebäude zum Ladengeschäft wurde. Der Anbau sowie das dritte Schaufenster kamen erst später hinzu, vermutlich Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre.

S 49 hat folgendes geschrieben::
Hallo Volker,
über die ursprüngliche Heizungsform insbesondere für das Ladengeschäft kann man nur spekulieren. Die zwei Schornsteine lassen aber den Schluss zu, dass in EG und OG Einzelöfen standen. Das ehemals recht kleine Ladengeschäft (4,5 x 4,35) könnte von der Küche aus mitgeheizt worden sein.
Du willst ja den Zustand in den 50er Jahren zeigen. Da ist im Hof der Anbau dazugekommen, der jedenfalls auf Deiner CAD-Zeichnung (S.10) keinen eigenen Schornstein bekommen hat. Das könnte ein Hinweis sein, dass bei der Anbaugelegenheit auch eine ZH (z.B. Koks) für das ganze Haus eingebaut wurde.


Interessante Frage. Auf diesem Bild sind am Anbau zwischen den beiden Fenstern und rechts um die Ecke Abzüge zu erkennen, bei denen ich mir nicht sicher bin, was es ist. Ich dachte erst an eine Absaugung/Lüftung und hatte gedanklich dort eine Werkstatt untergebracht, aber das könnten auch schlicht die Züge der Öfen sein ... dass die t-förmig nach unten gezogen sind, habe ich so noch nicht gesehen. Kann dazu jemand etwas sagen?



S 49 hat folgendes geschrieben::
Eine Frage zu den Grundrissen: Bedeuten die durchkreuzten Mauern im EG, dass da auch umgebaut wurde? Zur gleichen Zeit wie der Anbau? Das „untere“ Fenster in der rechten Außenwand wurde ja offensichtlich auch nachträglich auf Schaufenstergröße erweitert und der ursprünglich mit „Zimmer“ bezeichnete Raum dem Ladengeschäft zugeschlagen.
Gruß
Jürgen


Ja, wobei Du das "auch" streichen kannst Sehr glücklich , denn bei diesem Plan ging es wie gesagt lediglich um den Umbau zum Ladengeschäft.


Spureinser hat folgendes geschrieben::

P.S. Die zwei Mäuselöcher auf dem ersten Bild des Ausstellungraumes sind gewollt ?


Thomas, das sind Eddingmarkierungen auf den rohen Forexplatten. Da kommt noch Tapete daruf.

By the way: Hat von Euch schon mal jemand Papier flächig auf Forex verklebt? Mit welchem Klebstoff? Sprühkleber ist eine ziemliche Sauerei, wenn man kleine Bahnen kleben möchte.

Schönen Gruß,
Volker
Helmut Schmidt - 08.02.18 21:46
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

ich kann mich ja noch bewusst auf die Nachkriegsjahre erinnern und da gab es in vielen Geschäften keine Heizung. Da zog man sich eben Warm an und trug Handschuhe aus denen die Fingerspitzen heraus schauten. Dafür gab es dann im Hinterzimmer des Ladens das kleiner war, manchmal einen kleinen Kanonenofen. Später wurden die dann durch Dauerbrandöfen ersetzt, gefolgt durch Ölöfen.
Dieses Hinterzimmer zum Laden wa meist nur durch einen schweren Vorhang abgetrennt.

In den Küchen gab es nur einen Kohleherd mit Backofen.

Vereinzelt hatten die in Geschäften mal einen Radiator, um sich die Hände zu wärmen.

Mach doch einfach mal einen Test und versuch doch einmal verdünntes Ponal für die Tapeten zu nutzen.
fspg2 - 08.02.18 22:45
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

ein schöner Fußboden, da höre ich fast das Knarren Winke

Ich habe gerade mal ein paar alte Bilder eingescannt, die zwei Heizkörper aus der Vorkriegszeit zeigen. Die Rohre waren in meinem Elternhaus "Aufputz" gelegt, was auf einen späteren Einbau hindeutet.

Heizung_001 (fspg2)



Heizung_002 (fspg2)



Heizung_003 (fspg2)



Der Ofen aus den 1960gern war schon lange nicht mehr im Betrieb (abgebautes Ofenrohr), da ab ca. 1968 die Koksheizung in Betrieb genommen wurde.


Heizung_004 (fspg2)



Heizung_005 (fspg2)



Heizung_006 (fspg2)


Zum Tapete kleben würde ich Gudy 870-Klebefolie nehmen. Das ausgedruckte Tapetenpapier komplett aufziehen. Und erst danach in Streifen schneiden. Vor dem Aufkleben nur eine kleine Ecke der Trägerfolie umknicken und leicht abziehen, die Tapete positionieren und mit der Ecke beginnen, die Tapete aufzukleben. Dabei die Folie weiter abziehen und die Tapete blasenfrei andrücken. Alles was das Papier naß macht kann die Länge und Breite beeinträchtigen.

Lichtschalter und Steckdosen kann ich noch einmal gießen lassen, wenn Du möchtest.


Alter_Lagerschuppen_304 (fspg2)


Kabelschellen kann ich jetzt ja auch wieder fräsen:

Alter_Lagerschuppen_176 (fspg2)

Kabelschellen aus 0,5mm Ms58 - Lochdurchmesser 0,65mm - Kabeldurchmesser 0,6mm
Hydrostat - 09.02.18 09:07
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Helmut und Frithjof,

Helmut Schmidt hat folgendes geschrieben::

Mach doch einfach mal einen Test und versuch doch einmal verdünntes Ponal für die Tapeten zu nutzen.


Das hatte ich bereits getan, allerdings mit Kalle Stümpfels Modellbaukleber. Sobald das Papier feucht wird, dehnt es sich erheblich aus. das gibt unschöne Falten, die sich angesichts der geringen Papierstärke (80g/m²) nicht vernünftig beseitigen lassen. Die Muster der Bahnen passen auch nicht, weil die Längenausdehnung von der Feuchte abhängt und und und. Ich hatte bereits zwei Wände tapeziert und dann aufgegeben. Die Tapete ließ sich nach Trocknung ganz einfach wieder abziehen und da fürchte ich halt auch, dass das nicht dauerhaft hält. Das Haftungsproblem ließe sich sicher mit einem vorausgehenden Farbauftrag lösen, das Verlegeproblem bleibt aber bestehen.


fspg2 hat folgendes geschrieben::

Zum Tapete kleben würde ich Gudy 870-Klebefolie nehmen. Das ausgedruckte Tapetenpapier komplett aufziehen. Und erst danach in Streifen schneiden. Vor dem Aufkleben nur eine kleine Ecke der Trägerfolie umknicken und leicht abziehen, die Tapete positionieren und mit der Ecke beginnen, die Tapete aufzukleben. Dabei die Folie weiter abziehen und die Tapete blasenfrei andrücken. Alles was das Papier naß macht kann die Länge und Breite beeinträchtigen.


Ich habe mir eine Rolle Gudy 870 bestellt und werde berichten, wie das klappt.
Danke für die tollen Heizungsbilder! Der Rohrdurchmesser bei den alten Konvektionsheizungen war schon beeindruckend. Der Regler würde sich als Ätzteil gut machen. Bei meinem Gebäude deutet aber doch einiges auf die Einzelöfenlösung hin.

fspg2 hat folgendes geschrieben::

Lichtschalter und Steckdosen kann ich noch einmal gießen lassen, wenn Du möchtest. Kabelschellen kann ich jetzt ja auch wieder fräsen.


Wow - da bestelle ich gerne hiermit 10 Gussbäume und eine Handvoll Schellen Winke .

Damit das nicht untergeht: Kann jemand etwas zu den t-förmigen Ofenrohren(?) aus meinem vorigen Beitrag sagen? Wenn das welche sind: Sollte das den Zug verbessern?

Schönen Gruß
Volker
Mattiacus - 09.02.18 11:02
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

es gäbe auch noch die Möglichkeit mit Sprühkleber zu arbeiten, wenn die Ausdrucke der Tapeten auf spezialbeschichtetem Inkjet Papier erfolgt sind.

Zunächst die Ausdrucke rückseitig mit Zinkspray «verdichten» und dann zuschneiden. Beide Flächen, also Wand und Papier mit Layout-Kleber einsprühen und etwas ablüften lassen. Sodann mit mäßigem Druck verkleben. Einseitig eingesprühte Flächen haften am Objektträger nicht so gut und der Kleber wird mit der Zeit «brüchig». Auf jeden Fall sollten die jeweiligen Flächen wie Wand (Klarlack) und Tapete (Zinkspray) vorbehandelt werden. Zur Not geht auch UHU por®, rate aber vorher zu einem Test. Und noch etwas: Bei Einsatz von Sprühkleber auf beiden Flächen ist beim Positionieren Eile geboten, denn er haftet sofort.

Man könnte aber auch eine «Untertapete» anlegen (0,4 mm Architekturkarton oder MDF 1mm), die Tapeten aufkleben, Wände zuschneiden und dann die «kompletten Wände» einkleben. Bei der Station Lichtenberg hatte ich das ebenso bewerkstelligt, allerdings nahm ich zum Verkleben 🦉Allerkleber, den ich vollflächig mit einem Spachtel auf die «Tapeten» auftrug. Allerdings besteht hier der Untergund aus Holz (<MDF und Sperrholz>)!

Revision 1 (Mattiacus)



Zinkspray eignet sich übrigens bestens zum Lackieren von Regenrinnen und Fallrohren wie z.B. aus Kupfer (siehe Fotos). Das erspart das lästige und aufwändige Verzinnen mittels Lot. Zinkspray verwende ich schon seit Jahren für derartige Arbeiten. Ausserdem gelingt damit auch bestens deren Alterung, und dieses wesentich unkomplizierter.

Kaiserweg 6 (Mattiacus)


NG Hölle 6 (Mattiacus)


Entschuldige bitte, wenn ich vom eigentlichen Thema etwas abgeraten bin.

Wünsche allen ein schönes Wochenende!
UPW - 21.02.18 21:17
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Lieber Volker,

manchmal ist es richtig gut, wenn man nicht direkt in die Gänge kommt. Beispiel gefällig?

Zitat :"Modellbauerisch ist beides (Heizkörper und Einzelöfen) spannend. Hat jemand dazu eine Idee?"

Anmerkung zu den Heizkörpern: die gibt es mit ovalen, spitz zulaufenden und fast rechteckigen Rippen-Querschnitten. Letztere sind wohl eher modern. In Erinnerung hatte ich die mit den flachen Enden, schätze mal Pressblech. Frithjofs Bilder zeigen mehr ovale Guss-Varianten. So würde ich die diversen Formen bezeichnen. Keine Ahnung, ob man das als Fachmann auch so macht. Gibt es Experten unter den Lesern, die was beisteuern können?

Leider hatte ich bisher nur die moderne Form als 3D-CAD gefunden und mich nicht gemeldet, da das ja am Thema vorbei geht. Aber jetzt gibt es seit dem 4.Februar 2108² Traraaa: Die Form, die noch in meinem Kopf herumschwirrte, und die Dir eventuell auch zusagt. Hier mal im Bild:

Heizkörper (UPW)

Vorschlag, wie ein Heizkörper in Spur II aussehen könnte. Habe ich aus GrabCad kopiert, relativ neu dort vom 4.2.2018 (gutes Timing). Wenn gefällt, könnte man (--> ich) Rippen ausdrucken, eine Form herstellen und in PU ein paar Teile abgießen ...

Gibt es Wunschvorstellungen über Rippen-Tiefe und -Höhe? Eventuell kann ich ja die Daten entsprechend anpassen (ohne Garantie).

Soviel mal zu meinen Ideen zu den Heizkörpern.

Gruß,

Uwe P.

P.S.: Ab und an übertreibe ich ein wenig. Genau gesehen war es nicht 2108, gemeint war 2018. Kleiner Zahlendreher Verlegen
Hydrostat - 22.02.18 08:48
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

vielen Dank, Horst, für deine Überlegungen:

Mattiacus hat folgendes geschrieben::
[...] es gäbe auch noch die Möglichkeit mit Sprühkleber zu arbeiten, wenn die Ausdrucke der Tapeten auf spezialbeschichtetem Inkjet Papier erfolgt sind.

Das bietet sich hier nicht an, da aus verschiedenen Gründen bereits fertige Elemente in direkter Nachbarschaft der zu beklebenden Flächen liegen und das Abkleben zu aufwändig ist.

Mattiacus hat folgendes geschrieben::
Man könnte aber auch eine «Untertapete» anlegen (0,4 mm Architekturkarton oder MDF 1mm), die Tapeten aufkleben, Wände zuschneiden und dann die «kompletten Wände» einkleben.

Auch das geht hier nicht, da die Wandstärken das in Verbindung mit den Türzargen nicht hergeben. Ansonsten ist das aber sicher die eleganteste Lösung.

Ich habe mich für die von Frithjof vorgeschlagene Lösung mit Gudy 870 entschieden, einer hauchdünnen doppelseitigen Klebefolie:



Die Bahnen sind einzeln aufgeklebt, was ich im nächsten Raum jedoch nicht mehr mache, da die Positionierung schwierig ist, vor allem, wenn nur noch ein 3 mm Streifen zu ergänzen ist. Die Stoßkanten auf dem Ausdruck kann man vorab etwas einritzen, um sie anzudeuten.

UPW hat folgendes geschrieben::
Anmerkung zu den Heizkörpern: die gibt es mit ovalen, spitz zulaufenden und fast rechteckigen Rippen-Querschnitten. Letztere sind wohl eher modern.


So ist es, aber auch Dein Modell scheint mir eher aus den späten 50er oder frühen 60er Jahren zu stammen (ich rate). Frithjofs deutlich ältere Vorlage scheint mir für mein Gebäude passender, zumal es noch eine Konvektionsheizung (großer Rohrquerschnitt) zu sein scheint und keine "moderne" mit Umwälzpumpe.

UPW hat folgendes geschrieben::
Vorschlag, wie ein Heizkörper in Spur II aussehen könnte. Habe ich aus GrabCad kopiert, relativ neu dort vom 4.2.2018 (gutes Timing). Wenn gefällt, könnte man (--> ich) Rippen ausdrucken, eine Form herstellen und in PU ein paar Teile abgießen ...

Gibt es Wunschvorstellungen über Rippen-Tiefe und -Höhe? Eventuell kann ich ja die Daten entsprechend anpassen (ohne Garantie).


Vielen Dank für Dein freundliches Angebot! Ich habe mich für Einzelöfen entschieden, Heizkörperabgüsse fallen in der Szene aber sicher auf fruchtbaren Boden.

Schönen Gruß
Volker
Regalbahner - 22.02.18 09:44
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

Zitat:


dieses Bild entspricht ungefähr dem, was ich vor 8 Jahren
in meinem 150 Jahre alten Haus vorgefunden hatte.

Es fehlen lediglich die verschmorten Verteilerdosen unter
der Tapete mit Aluinstallation und zusammen gerödelten Nullleitern Winke

top top top

Mehr fällt mir dazu nicht ein ...

Viele Grüße
Christoph
Hydrostat - 27.02.18 22:57
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Danke, Christoph! Aber wieso hast Du mein Haus vor 8 Jahren bei Dir finden können? Da hatte ich doch noch gar nicht angefangen Sehr glücklich .

Kleiner Fortschritt im Eingangsbereich:



Und die Fassade im gegenwärtigen Zustand:



Schönen Gruß
Volker
fspg2 - 28.02.18 08:57
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Moin Volker,

bin ich der Einzige, den es jetzt interessiert, wie Du die doch recht kleinen Buchstaben und besonders den „i“-Punkt auf das Glas gebracht hast?

Deine Front ist toll geworden... das bislang gezeigt Innenleben übrigens auch😃
volkerS - 28.02.18 09:37
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo,
ist das wirklich Glas über dem Eingang? Zumindest als Messing-Fräs-Schild wäre es absolut problemlos herzustellen.
Volker
Hydrostat - 28.02.18 15:04
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
volkerS hat folgendes geschrieben::
Hallo,
ist das wirklich Glas über dem Eingang? Zumindest als Messing-Fräs-Schild wäre es absolut problemlos herzustellen.
Volker


Nein. Es ist Acrylglas. Schwarz hinterlegt. Wie beim nebenliegenden Schaufenster. Wie soll die Fläche bei einem Frästeil spiegelglatt werden? Abgesehen davon würde auch eine hochglänzende schwarze Lackierung nicht die typische Tiefenwirkung schwarz hinterlegten Glases ergeben. Abgesehen davon, dass sich die spitzen Innenwinkel der Buchstaben minimal mit dem Fräserdurchmesser fertigen lassen. Und ich keine Fräse habe Sehr glücklich .

fspg2 hat folgendes geschrieben::
Moin Volker,

bin ich der Einzige, den es jetzt interessiert, wie Du die doch recht kleinen Buchstaben und besonders den „i“-Punkt auf das Glas gebracht hast?

Deine Front ist toll geworden... das bislang gezeigt Innenleben übrigens auch😃


Die Buchstaben und die Kontur sind aus 0,2 mm Messingblech geätzt (Danke nochmal, Paul!)



Mit doppelseitigem, wiederablösbarem Klebeband lassen sich die Buchstaben mithilfe der Schablone genau positionieren.



Die Acrylglasscheibe wird aufgeklebt und das Klebeband abgezogen.



Schönen Gruß
Volker
Hydrostat - 25.09.18 20:33
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Guten Abend zusammen,

nein, der Ofen ist nicht aus. Ich war nur eine Weile mit anderen Dingen beschäftigt.





Auch wenn's nur ein kleiner Schritt weiter ist Sehr glücklich

Schönen Gruß
Volker

P.S.: Der Ofen und die Rohrbögen sind im CAD gezeichnet und gedruckt. Die Abdeckklappe am Ofen ist beweglich. Das Schutzblech ist ein zurechtgefeiltes Messingblech 0,2 mm mit rundherum angelötetem Kupferdraht 0,5 mm.
Peter_T1958 - 25.09.18 20:53
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Es freut mich, wieder mal was von dir zu hören und zu sehen. Und gut, dass der Ofen nicht aus ist! Lachend Ganz besonders gelungen finde ich das Metallblech unter dem Ofen. Pigmente mit Verdünner fixiert oder ... ?
Hydrostat - 25.09.18 23:10
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Nein, nur das Blech mit dem Glasfaserradierer gereinigt und mit Gravoxid für das Messing und Schwarzfärbemittel für das Zinn behandelt.
Hydrostat - 11.10.18 15:48
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo zusammen,

es geht in sehr kleinen Schritten weiter. Hier ein Gussofen für den großen Verkaufsraum:







Und das gleiche Modell für den kleinen Verkaufsraum mit Fliesenboden - ich nehme an, dass auf Fliesen-oder Steinböden kein Ofenblech vorgeschrieben war:




Testdruck für das Geländer der Straßenbrücke, die links an das Gebäude anchließt:



Wandstärke der Schnörkel ist 0,4 mm.

Schönen Gruß
Volker
Peter_T1958 - 11.10.18 20:05
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker

Deine Öfen sehen einfach phantastisch aus, wie auch die stimmigen Tapeten und Fliesen. Am meisten jedoch beeindruckt mich das Geländer. Wäre da noch einiges an Rost und abgplatzter Farbe, könnte dies genau so in in meinem Wohnquartier zu finden sein. Ja, da nutzt du die 3D Technologie vorteilshaft.

Übrigens: Falls dir diesbezüglich mal die Ideen ausgehen... Sehr glücklich



Peter
Helmut Schmidt - 11.10.18 21:44
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Hallo Volker,

absolut gelungen und bei Stein oder Fliesenböden waren keine Ofenbleche vorgeschrieben. Es gibt allerdings eine Vorschrift die je nach Bundesland unterschiedlich ist für den Abstand von Ofenrohren von Tapezierten Wänden.
Deshalb waren die Wandflächen hinter den Öfen, bei uns in meiner Kindheit, nur mit Kalkfarbe gestrichen.
Hydrostat - 13.10.18 15:55
Titel: Re: Plettenberger Kleinbahn in 1:22,5
Peter_T1958 hat folgendes geschrieben::




Wunderschön - das wäre doch etwas als Hintergrund für Deine Transmissionsanlage Sehr glücklich

Das finale Geländer bekommt eine Alterung, ich wollte hier erstmal sehen, wie die Oberflächen kommen, da das an dem halbtransparenten Ausgangsmaterial nicht gut zu erkennen ist.

@ Helmut: Danke für den hinweis - da muss ich mich mal umschauen.

Schönen Gruß
Volker

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