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Modellbautechniken - Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum


Tobi - 16.02.11 19:13
Titel: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo zusammen,

vor einiger Zeit habe ich meinen Maschinenpark um eine Drehmaschine D180 Vario von Optimum erweitert. Aufgerüstet mit einem Schnellwechselhalter und einer digitalen Positionsanzeige ist die D180 eine sehr kompakte und vielseitige Maschine. Frisch aus der Verpackung muss sich die D180 vor der Konkurrenz mit Sicherheit nicht verstecken:



Aber wo Licht ist, ist auch Schatten, denn die D180 hat ein konstruktives Problem: Es gelangen Späne in die Motorlüftung und die Elektronik. Was ich anfangs für ein Gerücht hielt, wurde nach knapp 40 Betriebsstunden Realität. Der ohnehin etwas schwach bemessene Motor hat sich verabschiedet, die Elektronik daraufhin natürlich auch.

Diese Gelegenheit kam wie gerufen, um neben einem neuen Antrieb auch einige technische Änderungen an der D180 umzusetzen. Grins

Die Drehmaschine wurde komplett zerlegt, lediglich der Spindelstock blieb auf dem Maschinenbett:



Die Spindel wurde bereits nach wenigen Minuten sehr warm und erhitzte den gesamten Spindelstock.Vermutlich war die Vorspannung der Kegelrollenlager zu hoch oder es wurde ein zu zähes Schmierfett verwendet. Da die Spindel zur Überarbeitung ohnehin ausgebaut werden muss, habe ich auch die Kegelrollenlager ausgebaut. Nach der Reinigung zeigen sie zum Glück noch keine Einlaufspuren:



Weiter geht es demnächst mit dem Umbau der Spindel.
Maschinist - 17.02.11 08:47
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Mahlzeit!

Was sagt der Hersteller dazu?

Gruß Sven
Tobi - 17.02.11 13:57
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Sven,

ich hätte auf Kulanz eine neue Elektronik und einen Motor bekommen, aber das behebt das Problem nicht. Ich habe auf den konstruktiven Fehler hingewiesen, aber welcher Hersteller ist denn heute noch für Vorschläge der Kunden offen?

Da ich ohnehin einige Dinge ändern möchte, die bei größeren Maschinen Standard sind, in dieser Klasse aber keine mir bekannte Maschine besitzt, habe ich mich zum Umbau entschlossen. Ich hätte die Maschine auch zurückgeben können, aber in dieser Preisklasse gibt es meiner Meinung nach keine Alternative. Und ich will keine gebrauchte Drehmaschine. Winke
Helmut Schmidt - 17.02.11 14:07
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Tobi,
ich verfolge deinen Umbau mit großem Interesse.
Nicht weil ich auch so eine Drehmaschine besäße, nein meine Uralt Emko Maximal V10 reicht leider auch nur noch für das ganz Grobe. Heulend

Dafür tut der Drehstromantrieb aber noch immer. Sehr glücklich

Denkst du vielleicht auch gleich noch über eine Umrüstung auf CNC nach?
Winke
Florian - 17.02.11 23:15
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Tobi

Was mir da grad so durch den Kopf geht: Schau dir die äusseren Lagerringe mal sehr genau an ob da irgendwo eine ungleichmässige Einlaufspur (wenn auch nur ganz leicht) sichtbar ist. Denn wenn die Sitze nicht absolut rund sind, dann kann auch dies ein Grund für heisslaufende Lager sein.
Allerdings wirds wohl schon das Fett gewesen sein, aber man weiss ja nie...

Um die Lager wieder zu schmieren würde ich so vorgehen wie es Schaublin für seine Drehbänke vorschlägt:

Ich Zitiere (aus der Anleitung):

"Gereinigte Lager werden nun in eine Lösung eingetaucht, welche zu 70% aus Reinbenzin und zu 30% aus Klüber Isoflex LDS 18 Special A besteht. Dabei dringt das Schmiermittel in die feinsten Ritzen und bildet so nach dem Verdunsten des Lösungsmittels einen kompakten, dauerhaften Schmierfilm."

Ausserdem steht da:
"Die Kugellager vom Spindelstock sind mit Klüber Isoflex LDS 18 Special A dauergeschmiert. Das heisst eine Behandlung reicht für die Dauer von etwa 5 Jahren."


Ich denke was für Schaublin-Maschinen (resp Skf Lager die da verwendet werden) gut ist, ist auch für die Opti und die Kegelrollenlager gut... Winke

(Da sind zwar keine Kegelrollenlager, sondern Schrägkugellager im Einsatz; Die Schrägkugellager sind in der Regel aber empfindlicher als Kegelrollenlager)

Gruss Florian
Ps: Falls du mir nicht glaubst, ich kann dir das Pdf senden wo das drin steht Winke
pps: Leider hab ich nur das pdf, nicht aber eine neue Schaublin...
Schmiermaxe - 18.02.11 06:37
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Tobi,

wenn ich lese "Es gelangen Späne in die Motorlüftung und die Elektronik" ist mir etwa noch nicht ganz klar: gelangen die Späne in die Lüftung des Motors und macht die unwirksam, oder gelangen die Späne auch in den Bauraum, indem die Steuerelektronik untergebracht ist? Ich nehme an, daß mit Elektronik die Drehzahlregelung des Motors gemeint ist.
Wie sieht denn die Konformitätserklärung (müßte beliegen oder in der Betriebsanleitung enthalten sein) zu der Maschine aus? Kanns Du die einmal ablichten und hier einstellen?
Was steht auf dem Typenschild der Maschine? Ist es ein Aufkleber oder ein geschraubtes Alu-Schild?

Viele Grüße
Schmiermaxe
fido - 18.02.11 09:32
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Tobi,

das ist eine schöne Drehbank und hat für unseren Maßstab gerade die richtige Größe. Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Vorschritte Deines Berichts.


Hi alle,

bei den Quantum/Optimum Drehbänken sterben die 230V Wechselstrommotoren (Billigteile aus China) leider recht oft. Ich bin daher nicht überrascht, wenn auch eine Vario betroffen ist.

Allerdings geht der Hersteller kulant mit diesen Problemen um und tauscht defekte Teile aus. Auch mein defekter 230V Motor ein einer Quantum wurde ohne Probleme ausgetauscht. Die Drehstrommotor, der seit dem in meiner Drehbank an einem Frequenzumrichter läuft, macht keine Probleme mehr.

Mit fiel aber auch auf, das auch in meiner Drehbank sehr leicht Späne in den Motor gezogen werden können. Als Schutz habe ich die kritische Stelle mit Klebeband <hust> abgedichtet.
Tobi - 18.02.11 15:36
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo zusammen,

@Helmut:
Zitat:
Denkst du vielleicht auch gleich noch über eine Umrüstung auf CNC nach?

sehr ausführlich sogar. Aber vorerst werde ich die D180 konventionell lassen. Winke

@Florian:
Ich bin mir jetzt sehr sicher, dass die Lager durch die zu hohe Vorspannung heißgelaufen sind. Die Lager habe ich mit Bremsenreiniger und N-Propanol gereinigt und anschließend mit Klüber Isoflex NBU 15 Wälzlagerfett neu geschmiert.

@Schmiermaxe:
Ich habe Späne im Bauraum der Elektronik gefunden, wenn auch nur sehr kleine. Mit der Elektronik meine ich die Drehzahl- und Drehrichtungsregelung des Motors, die Ansteuerung des Drehzahlsensors und des Displays. Der Motor ist im Bereich der Spänewanne montiert und durch ein Blech abgedeckt. Trotzdem können Späne in die Lüftung des Motors gelangen. Ich vermute, dass Späne bis in die Motorwicklung gelangt sind und diese kurzgeschlossen haben. Ein Bild des Typenschilds (Aluschild geschraubt) reiche ich noch nach.

@Fido:
Lieber Klebeband als gar nichts. Grins

Weiter geht es mit dem Umbau der Spindel. Bei der D180 müssen zur Befestigung des Futters (Spannzange, Backenfutter) rückseitig des Spindelflansches drei U-Scheiben und Muttern auf die Stehbolzen aufgeschraubt werden. Das macht auf Dauer keinen Spaß, daher habe ich die Spindel auf einen Bajonett-Verschluss umgebaut.
Die drei Bohrungen der Spindel werden auf 15,3mm aufgebohrt und rückseitig am Flansch ein M6 Gewinde angebracht:



Die "quick-and-dirty" Bohrerverlängerung war nötig, da das Bohrfutter nicht an der Spindel vorbeipasste.
Der Bajonett-Verschluss selbst besteht aus einem gelaserten 6mm Edelstahlring:



Dieser Verschluss wird rückseitig am Spindelflansch montiert, hier im geöffneten Zustand:



Die Schraube hält den Verschluss in Position und begrenzt den Drehweg. Dadurch sind die Bohrungen im Flansch und im Verschluss im geöffneten Zustand deckungsgleich.
Die Funktion des Verschlusses ist eigentlich selbsterklärend, trotzdem noch ein Bild im geschlossenen Zustand:



Die Spindel ist damit fertig überarbeitet und kann wieder in die Drehmaschine eingebaut werden. Dabei ist oberste Sauberkeit beim Umgang mit den offenen Lagern Pflicht, sonst war die Arbeit für die Katz'.
Schmiermaxe - 18.02.11 20:27
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Tobi,

ok, wenn das Typenschild auch in Alu ausgeführt und angeschraubt ist, ist es in Ordnung. Das Bild ist dann nicht mehr notwendig. Jedenfalls wird an dieser Stelle die Maschinenrichtlinie erfüllt.
Was mit mehr Kopfschmerzen macht, ist die Aussage, daß die Späne in die elektrische Steuerung kommen. Besteht die Möglichkeit, daß der Schutz gegen unerwarten Anlauf (DIN EN 1037) der Maschine nicht mehr gewährleistet ist - also auf gut deutsch: die Kiste durch eingedrungene Späne von allein anlaufen könnte? Das würde ich im Eigeninteresse wirklich einmal prüfen. Nicht ist "spaßiger" als eine hochtourende Spindel, wenn man gerade etwas einspannen will....
Wie sieht es mit der Konformitätserklärung aus? Was steht da drauf?
Da muß drauf stehen:
- Hersteller mit Adresse
- welche Richtlinien erfüllt werden (in diesem Fall die 2006/42/EG)
- eventuell welche Normen erfüllt werden
- wer der CE-Beauftragte in dem Unternehmen ist
- die betriebliche Stellung desjenigen, der unterschreiben hat.

Viele Grüße
Schmiermaxe
eXact Modellbau - 19.02.11 09:54
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Tobi hat folgendes geschrieben::
...Die "quick-and-dirty" Bohrerverlängerung war nötig, da das Bohrfutter nicht an der Spindel vorbeipasste...


Lässt Sich der Tisch oder der Kopf nicht zur Seite schwenken?
Rolf B - 19.02.11 11:00
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Moin Schmiermaxe,
Moin Tobi,

es muss neben der Maschinenrichtlinie auch die Niederspannungsrichtlinie 2006/95/EG in der Konformitätserklärung aufgeführt sein. Es wäre allerdings auch wichtig dass die genannten Richlinien und die dazugehörigen Normen eingehalten werden, was ich in anbetracht der Schilderungen stark bezweifle. Das ganze Richlinien- und Normenwerk soll genau das was hier scheinbar in Serie passiert verhindern.

Gruß Rolf
Schmiermaxe - 19.02.11 14:16
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Rolf,

da die Schutzziele der NSRL in der MRL bereits mit berücksichtigt sind, ist die Nennung der NSRL in der Konformitätserklärung nicht erforderlich. Sollte die Maschine allerdings vor dem 29.12.2009 in Verkehr gebracht worden sein, ist die NSRL in der Konformitätserklärung mit aufzuführen - in der 98/37/EG waren die Schutzziele der NSRL noch nicht enthalten.

Zu Berücksichtigung der Normen
Werden unter der MRL gelistete Normen (siehe Amtsblatt der EU) berücksichtigt, löst das die s.g. Vermutungswirkung aus: es darf vermutet werden, daß bei Anwendung einer gelisteten Norm, die Schutzziele der MRL eingehalten bzw. erreicht werden.
Normen können angewendet, müssen aber nicht angewendet werden.
Die MRL ist in nationales Recht (9.Verordnung zum GPSG) umgesetzt und ist daher anzuwenden.
Der Verstoß gegen die MRL zieht Rechtsfolgen nach sich.

Viele Grüße
Schmiermaxe
Florian - 19.02.11 14:41
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Tobi

Ja, ich denke dann wird das mit den Lagern erledigt sein wenn die Ursache so deutlich ist.. Cool

Hat die Spannmutter auf der Spindel eine Kontermutter?
Wenns (wie das bei einigen Maschinen der Fall ist) nur eine Mutter ist ohne jegliche Sicherung hätt ich da auch noch einen Lösungsvorschlag bei Interesse...Winke

Gruss Florian
Tobi - 19.02.11 20:16
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo zusammen,

@Larry:
eXact Modellbau hat folgendes geschrieben::
Lässt Sich der Tisch oder der Kopf nicht zur Seite schwenken?

Der Tisch lässt sich zur Seite schwenken, aber das nützt mir nichts. Winke
Das M6 Gewinde auf der Rückseite ist ein Sacklochgewinde, ich musste es daher von der Rückseite bohren. Die Spindel der Bohrmaschine ist im Durchmesser zu groß, um direkt zu bohren. Daher ging es nur mit einer Bohrerverlängerung.

@Schmiermaxe:
Die Späne gelangten bis in den Bauraum der Elektronik, aber nur auf den Boden. Ich halte es nicht für möglich, dass ein Span auf die senkrecht montierten Platinen gelangen kann. Der Elektronikdefekt wurde durch den kurzgeschlossenen Motor ausgelöst.

Schmiermaxe hat folgendes geschrieben::
Wie sieht es mit der Konformitätserklärung aus? Was steht da drauf?

Es steht folgendes auf der Konformitätserklärung:
Hersteller, Maschinentyp, Bezeichnung, Maschinenrichtlinie 98/37/EG, EMV Richtlinie 89/336/EWG, Niederspannungsrichtlinie 73/23/EWG sowie die Normen DIN EN 12840 (Sicherheit der Maschine), DIN 45635-1601 (Geräuschmessung) und DIN EN 62079 VDE 0039 (Erstellen von Anleitungen) plus die Unterschriften zweier Geschäftsführer vom 22.04.2008.

@Florian:
Die Spannmutter der Spindel besitzt eine Kontermutter:



Das Einstellen der Spindel erfordert Geduld. Die Vorspannung muss so eingestellt werden, dass die Spindel spielfrei im Gehäuse sitzt, die Lager aber noch keine Bremswirkung ausüben. Die Spindel läuft jetzt spielfrei und butterweich. Schwäbische Präzision zahlt sich mal wieder aus. Sehr glücklich
Schmiermaxe - 20.02.11 19:10
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Tobi

Wenn die Maschine jetzt neu gekauft wurde, dann ist die Maschine mit einer ungültigen Konformitätserklärung in Verkehr gebracht worden. Die 98/37/EG gilt schon lange nicht mehr (nur bis 28.12.2009). Seit 29.12.2009 ist die "neue" Maschinenrichtlinie 2006/42/EG anzuwenden. Rein formaljuristisch ist diese Maschine nach Artikel 17 der MRL nicht vorschriftsmäßig gekennzeichnet. Damit hat der Hersteller zur Herstellung der Richtlinienkonformität entsprechend nachzubessern. Das hat nichts mit Gewährleistung, Garantie oder ähnlichem zu tun und es gelten auch keine Verjährungsfristen.
Die DIN EN 12840:2001-06 Sicherheit von Maschinen - Handgesteuerte Drehmaschinen mit und ohne Automatiksteuerung verweist in ihrem Abschnitt 5.3.3. Elektrische Ausrüstung auf die DIN EN 60204-1:1992:
Die elektrische Ausrüstung muss der EN 60204-1 entsprechen, soweit in dieser Norm nichts anders festgelegt ist. Damit ist klar, daß diese Norm ebenfalls für die Maschine gilt.
Im Abschnitt 7 der DIN EN 60204-1 geht es auch um den Schutz der Ausrüstung. Für jeden Motor über 0,5kW Bemessungsleistung (600W liegen oberhalb dieser Grenze) ist ein Schutz gegen unzulässige Erwärmung vorzusehen. Das kann geschehen durch: Überlastschutz, Übertemperaturschutz oder Schutz durch Strombegrenzung.
Wenn der Antriebsmotor (inklusive der Ansteuerelektronik) an Überlastung "gestorben" ist, dann ist klar, daß die Norm an dieser Stelle nicht eingehalten wurde. Das steht aber wiederum im Widerspruch zu der Angabe auf der Konformitätserklärung (dort wird ja erklärt, daß die Norm eigehalten wurde). Damit dürfte es auch klar sein, daß eine Ersatzlieferung (Motor mit Elektronik) nicht auf Kulanz beruhen kann - die Maschine ist an dieser Stelle nachbesserungswürdig.
Im Abschnitt 11 der DIN EN 60204-1 geht es um die Schaltgeräte: Anordnung, Aufbau und Gehäuse
Dort werden eindeutige Aussagen zum Schutzgrad gemacht - Gehäuse haben den mechanischen, elektrischen und termischen Beanspruchungen, sowie auch den Auswirkungen von Feuchtigkeit und anderen Umwelteinflüssen (das sind im konkreten Fall die Späne) zu widerstehen.
In der DIN EN 12840:2001-06 steht noch etwas ganz spezielles, von dem ich anzweifle, daß das überhaupt von einem Hersteller eingehalten wird:
5.1.1 Sicherheit und Zuverlässigkeit von Steuerungen
-Überwachung der gewählten größten Spindeldrehzahl . Kategorie 3 (z. B. durch doppelte elektronische Kanäle, die sich in ihren Bauteilen unterscheiden und bei denen der eine den anderen durch eine externe Schleife überwacht und die bei jedem Zyklusstart getestet werden), siehe 5.1.11.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese billigen Drehzahlsteller zweikanalig (also in Kategorie 3 nach DIN EN 954-1) aufgebaut sind.

Ich würde den Hersteller jetzt einfach einmal um eine korrekte Konformitätserklärung und die Herstellung der Richtlinienkonformität (entsprechend den o.g. Punkten) bitten.
Damit der Hersteller auch merkt, daß es ernst gemeint ist, würde ich eine Kopie schicken an:
Regierung von Oberfranken - Gewerbeaufsichtsamt - Produkte
Oberer Bürglaß 34 - 36
96450 Coburg
marktaufsicht@reg-ofr.bayern.de

Das ist die zuständige Aufsichtsbehörde für die Optimum Maschinen Germany GmbH, Dr.-Robert-Pfleger-Str. 26, D-96103 Hallstadt und kann dann nach Artikel 11 der MRL tätig werden.


Viele Grüße
Schmiermaxe
Tobi - 20.02.11 21:08
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Schmiermaxe,

Die D180 habe ich Mitte 2009 gekauft. Ende 2009 verabschiedete sich der Motor - nicht wegen Überlast, sondern aufgrund von eingezogenen Spänen. Dieser motorseitige Kurzschluss hat die Elektronik zerstört. Ich habe daraufhin den Hersteller angeschrieben und er bot einen Austausch der betroffenen Teile an. Das habe ich abgelehnt, da dadurch nicht die Ursache des Problems behoben wird. Ein Jahr stand die Maschine defekt im Regal, da ich keine Lust hatte, an dem Ding etwas zu machen.

Ich werde den Hersteller über die Probleme bei meiner Maschine in Kenntniss setzen. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige mit einer mangelhaften Drehmaschine bin. Vielleicht wird an zukünftigen Maschinen nachgebessert, was ich aber für unwahrscheinlich halte.

Lassen wir also die Kirche im Dorf und machen das Beste daraus. Winke
Tobi - 13.03.11 20:01
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo zusammen,

weiter geht es mit dem Werkzeugschlitten, alte Hasen kennen den als "Support". Winke

Bei meiner D180 lief der Schlitten von Beginn an recht unrund, wenn der Schlitten über das Handrad verfahren wurde. Das zeigte sich in einem sehr ungleichmäßigen und teils schwergängigen Lauf des Schlittens. Nach der Zerlegung des Schlittens wurde der Übeltäter schnell gefunden:



Das ist die Original-Achse für das Zwischenzahnrad am Werkzeugschlitten, welches zwischen der Zahnstange am Bett und dem Handrad sitzt. Das Einpressen ging im chinesischen Werk wohl schief und die Achse wurde leicht verbogen...Ich musste den Bund der Achse absägen, um das Zahnrad von der Achse zu bekommen.

Die neue Achse habe ich aus Silberstahl (115CrV3) gedreht und eine Buchse aus Bronze als Gleitlager aufgepresst:



Montiert sieht nun alles so aus:



Das Zahnrad ist auf der neuen Welle montiert. Links am Schlitten befindet sich die Schlossmutter für den Vorschub bzw. zum Gewindeschneiden. Auch hier ist wieder die gleiche Prozedur mit Reinigen, Einfetten und Einstellen nötig. Aber es lohnt sich, der Vorschub kann nun leicht eingekuppelt werden.

Um vernünftig mit der Maschine zu arbeiten, ist meiner Meinung nach ein Schnellwechsel-Stahlhalter Pflicht. Die Baugröße Aa passt zur D180, aber selbst der kleinste Stahlhalter passt nicht direkt auf die Aufnahme. Dazu sind zwei einfache Drehteile nötig:



Der Ring mit den Maßen 28x18x6,3mm dient als Auflage für den Schnellwechselhalter. Das 12,9x10x25mm Rohr gleicht das Spiel zwischen der M10 Schraube und der Bohrung im Schnellwechselhalter aus.

Mehrfach wurde schon die Frage gestellt, ob der Oberschlitten der D180 zum Kegeldrehen verstellt werden kann. Es geht:



Der Oberschlitten muss ganz zurückgefahren werden, dann werden die zwei Schrauben zum Lösen des Oberschlittens zugänglich.

Der Werkzeugschlitten/Support ist damit wieder komplett. Es macht Spaß, wie leichtgängig und spielfrei nun alles funktioniert. Grins
Flachschieber - 13.03.11 22:18
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Tobi,

danke für Deine ausführliche Berichterstattung. Für mich in vielen Punkten eine Wiederholung von dem was ich mit meiner D650 erlebt hatte. Hat man erst mal alles überarbeitet kann man sehr gut arbeiten.

Beste Grüße,

Marco
Tobi - 07.04.11 19:58
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Marco,

richtig, wenn alles überarbeitet ist, sind das sehr feine Maschinen. Schade, dass es nicht schon von Werk aus so sein kann.

Weiter geht es mit der ungeschützten Spindel für den Vorschub. Zum Schutz dieser Spindel gibt es mehrere Möglichkeiten, vom einfachen Abdeckblech bis zum Faltenbalg.
Ich habe mich für eine Teleskop-Feder entschieden, da ein Abdeckblech schwierig zu realisieren ist und ein Faltenbalg im mittleren dreistelligen Bereich liegt. Zur Montage dieser Feder sind einige Frästeile nötig:



Die zwei Halter aus Alu kommen an das Maschinenbett, die zwei Halter aus Ck45 an den Bettschlitten. Die Abdeckung links oben ist für ein weiteres Zurüstteil gedacht, welches ich demnächst vorstellen werde. Im Hintergrund seht ihr bereits die Teleskop-Feder. Aus rein optischen Gründen habe ich mich für die Edelstahl-Variante entschieden. Winke
Montiert sieht das so aus:



Nach der Montage der Magnetsensoren für die Digitalanzeige bleibt die Frage: Wohin mit den Kabeln?
Bisher hatte ich sie einfach in die Spänewanne gelegt, aber beim Reinigen ist das hinderlich. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Kabel verklemmen.

Eine Energiekette führt auf einem Alu Z-Profil die Kabel sauber im beweglichen Bereich, im festen Teil genügt ein Kabelschutzrohr:



Für die D180 ist diese Variante mit Sicherheit übertrieben, aber so ist das eine saubere Lösung und steht einer Weiler-Drehmaschine in nichts nach. Grins

Weiter geht es demnächst mit dem Reitstock, einem zusätzlichen Handrad und dem Motoreinbau.
Schrauber - 08.04.11 05:39
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Tobi,

habe bisher mit großem Respekt Deine sehr saubere Arbeit genossen Winke
Sieht klasse aus.
Bei Deinem Kabelschlepp hätte ich aber Bedenken:
Zitat:
aber so ist das eine saubere Lösung


Ich vermute, das die Späne nun in den Kabelschlepp fallen und innerhalb der Kunststoffteile liegen bleiben. Dort lassen sie sich aber schlecht wieder entfernen. Nach einer gewissen Zeit wird es wohl Deine Kabel zerstören..., oder? Vielleicht täusche ich mich ja auch, aber das Bild läßt diesen Schluss zu...

Aber ansonsten TOPP Respekt
ostwestfale - 12.05.12 07:51
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Zusammen,
bin durch Zufall auf dieses Forum gestossen.
Um ehrlich zu sein, bin ich nicht unbedingt der Eisenbahnbastler....
Aber der Bericht von Tobi über seinen Umbau der kleinen Optimum hat mich
schon interessiert.
Vielleicht könntest du Tobi mir verraten wo du die Teleskopfedern für die
Spindelabdeckung bezogen hast.
Suche seit einiger Zeit für meine 240x500 Maschine eine ähnliche Möglichkeit.
Übrigens gibt es in der "Zerspanungsbude" einen interessanten Umbau für einen
geänderten Spindelantrieb des Oberschlittens.
Hier der entsprechende Link http://forum.zerspanungsbude.net/viewtopic.php?f=43&t=5276

Gruss aus Bielefeld
Hans
wadwer - 04.02.14 09:40
Titel: Re: Umbau der Drehmaschine D180 von Optimum
Hallo Tobi,

vielleicht einen Hinweis von mir, was die Steifigkeit der Befestigung des
Schnellspannfutters angeht: Du wirst damit schlechte Werkstückoberflächen erzielen, weil das Multifix nicht großflächig genug auf dem Oberschlitten aufliegt und zum vibrieren neigt.

Das würde ich noch ändern, das Teil muss aufliegen. Ansonsten: Kompliment!
Werner

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